KSB 026 Erfahrung mit Fertigteilstützen und Fundamenten vom Stallbau

Hier gebe ich dir meine Erfahrungen zu Fundamenten und Fertigteilstützen weiter. Ich erkläre den Ablauf vom Vorbereiten der Fundamente, vom Setzen der Fertigteilstützen und was man bei den Kosten beachten muss.

Kennst du eine Halle oder einen Stadel, bei dem Fundamente nachgesetzt sind? In einem nahegelegenen Moorgebiet stehen immer noch viele Stadel mit 30 – 100 qm. Fast alle sind irgendwie schief. Die Fundamente auf dem weichen Boden haben nicht gehalten.

    Stallbaupost

    So etwas darf im Stall nicht passieren! Vom Grunde her müssen die Fundamente ja halten, was von oben an Last kommt. Also das Gewicht vom Dach, möglicherweise Schnee und die Lasten durch Wind. Alles muss so ausgelegt sein, dass es den Lasten standhält. Möglichkeiten gibt’s dafür einige. Wie es in unserem Stallbau gemacht wurde, kommt jetzt.

    Sponsor der Folge

    Diese Folge wird unterstützt von der Firma Klaus Hufnagl Betonwaren GmbH aus Leonhardsbuch. In unserem neuen Stall haben wir Fertigteilstützen der Firma Klaus Hufnagl Betonwaren GmbH. Mich hat dabei der deutliche Zeitvorteil und die Sauberkeit überzeugt. Die Säulen sind sehr sauber und hochwertig verarbeitet und haben genauestens das gewollte Maß. Wir haben dazu Fundamente mit einem Köcher vorbereitet. Nach dem setzen der Fertigteilstützen wird der Zwischenraum einfach mit Beton ausgegossen.
    Die Mitarbeiter waren freundlich und leisteten gute Arbeit. Im Angebot der Firma Klaus Hufnagl Betonwaren GmbH gibt es unter anderem auch Fahrsilos und Fertigteile wie Wände, Stützen und Fundamente. Hast du Interesse am Angebot der Firma aus Bayern besuche die Homepage www.hufnagl-betonwaren.de oder nimm direkt Kontakt unter Telefon: 08166-1318 auf!

    Jeder macht´s anders

    Fast jeder Hersteller hat seine Eigenheiten, wie er Details umsetzt. In Fachzeitschriften liest man relativ wenig darüber. Nur das Prinzip ist eben das gleiche: Die Last von oben nach unten abfangen. Ich beschränke mich hier deshalb auf meine Erfahrungen in der Planungs- und Bauzeit. Wir haben auch verschiedene Fundamentarten im Gebäude.

    Verbreitete Arten von Fundamenten

    Fundamentplatte

    • Klassisch beim Wohnhaus
    • Last wird auf die ganze Platte abgetragen
    • Gibt´s für leichtere Dächer bei niedrigen und mittleren Schneelasten im Stallbau

    Stallbau

    • Streifenfundamente (Eine Wand, auf der die Last abgefangen und auf den Streifen verteilt wird)

    Punktfundamente

    • Kleinere oder größere Betonblöcke für Säulen (Bohrpfähle)
    • Bei zu wenig tragfähigen Boden kann bis zum tragfähigen Boden gebohrt werden
    • Mantelreibung (Reibung durch den Boden an der länge des Pfahls) kann die Last abfangen

    Aufbau von unserem Stall

    Im vorderen Teil vom Melkhaus ist ein Keller für Löschwasser, Leitungsverteilung und Vorgrube für Gülle. Es ist dadurch eine Fundamentplatte.
    Tipp für die Planung: Platziere eine Säule wenn möglich direkt auf die Wand, so ist daneben kein Punktfundament notwendig und die Wand doppelt genutzt.
    An der Ostseite haben wir Streifenfundamente. Einmal ist die Wand gleichzeitig auch die Melkstandwand und weiter nach hinten auch gleich die Wand für den Curtain. Ein Streifenfundament ist relativ schnell und einfach gebaut und verteilt gleichmäßig die Last auf die ganze Länge. Direkt darauf gesetzt werden Holzstützen.
    Auf der Westseite sind Punktfundamente mit Fertigteilstützen. Durch die freitragende Konstruktion ist von unserem Hersteller kein Streifenfundament möglich.

    Ablauf vom Eisenkörbe bauen bis fertig gesetzte Fertigteilsützen

    Die Eisen sind fertig gebogen gekommen. Den ersten Korb haben wir nach Plan geflechtet. D. h.:

    • Alle Teile für einen Korb zusammengetragen (hat ewig gedauert). Mit zunehmender Übung ist es immer schneller gegangen
    • ca. 2,5 Tage mit 3-4 Helfern
    • 40 Einzelteile je Korb, insgesamt 16 Körbe
    • Eine Blechkiste ist als Köcher drin, in den die Säulen gestellt werden
    • hier werden die Körbe eingebaut
    • Ausgebaggert wurde auf das Maß 1,5 x 2,4 m, dann den Korb und dann
    • 3 x Beton rein
      • erst so dass der Korb fest war
      • dann halbvoll
      • dann ganz voll (ca. 5 cbm je Fundament)
    • zwischen den Einzelfundamenten kam eine Verbindung
      (unsere Arbeit war mit fertigen Köcherfundamenten vorbei)
    • Ablauf vom Einbau:
      • Wasser und Schmutz raus räumen (durch uns)
      • Kegel setzen auf Beton, passend in Höhe und Ausrichtung
        (ca. halber Tag Arbeit für die Firma)
      • Säulen mit Autokran rein gehoben
      • Mit Holzkeilen ausgerichtet
        (ca. ein Tag Arbeit für die Firma)
      • Mit Beton ausgegossen (durch uns)

    Kosten zwischen Streifen- und Punktfundamente

    Punktfundamente mit Köcher haben bei uns auf einen Meter gesehen die doppelte Betonmenge, dreifache Eisenmenge und dreifache Arbeitszei gekostet. Wir können dafür auf Säulen im Gebäude verzichten, sparen uns dadurch kleine Punktfundamente und Säulen in der Stallmitte und die Windaussteifung durch Betonsäulen ist so gelöst.

    Vorteile von Fertigteilstützen

    • Schneller gebaut
    • Optisch sehr sauber
    • Selber schalen und betonieren ist sehr zeitaufwändig, dadurch schnell unwirtschaftlich
    • Aussparungen und Löcher sind genau passend

    Warum freitragend bauen?

    Ich finde man ist bei Umbauten in Zukunft relativ flexibel, weil man auf keine Säulen aufpassen muss. Das Dach sollte von der Konstruktion her über 100 Jahre alt werden können und das Innenleben denke ich ist nach 30 Jahren veraltet. Somit ist es für mich eine Investition für die Zukunft.

    Aufpassen in der Planung

    Schätze unbedingt Deine eigenen Bodenverhältnisse durch Erfahrungswerte ab. Ein Bodengutachten vorab gibt Aufschluss und ist eine Absicherung für den Statiker. Ein harter Boden braucht weniger Beton und Eisen. Verschiedene Angebote sind erst vergleichbar, wenn man Kosten für Fundamente und dem Dach zusammenzählt. Ein günstigeres Dach kann durch aufwendige Betonarbeiten wieder teurer werden.
    Weit verbreitet sind Streifenfundamente an den Außenseiten und Punktfundamente für Säulen innen. Dies ist auch in der Regel die günstigste Variante.
    Schaue dir unterschiedliche Systeme bei mehreren Herstellern an!

    Fazit

    – Fertigteilstützen sind eine gute Möglichkeit für passgenaue Säulen
    – Freitragende Bauweisen sind auch beim Fundament aufwändiger
    – Für die Kosten muss man Fundamente und das Dach zusammen anschauen

    Neues von unsrem Stallbau

    Die Konstruktion vom Hauptdach ist montiert. Sparren sind auf einer Seite montiert.

      Stallbaupost

      KSB 025 Unterbau fertig – 7 Dinge die ich lieber vorher gewusst hätte

      „Danach ist man immer schlauer“ – diesen Satz kennt jeder. Natürlich ist viel dran: Zuerst hat man eine Idee im Kopf. Die Umsetzung für z. B. einen Unterbau ist dann gern etwas schwieriger als gedacht.

      Irgendwie kommt es dann auch anders und es geht dann einfacher als befürchtet. Irgendwie muss es so sein. Wann hast du so etwas das letzte Mal gehabt?

        Stallbaupost

        Was bisher gemacht und gebaut wurde

        • Ende 2019: Oberbodenabtrag mit archäologischer Begleitung
        • Winter 2020: Leitungen verlegen zwischen Anschlussraum im Haus und neuem Stall (Mehr in KSB 006)
        • Frühjahr 2020: Große Erdbewegung, weil der neue Stall in den Hügel gebaut wird (Mehr in KSB 015)
        • Mai 2020: Bau der Güllegrube (Mehr in KSB 017)
        • Juli 2020: Beginn Unterbau
        • 1. Woche: Aushub aller Kanäle, Teil der Fundamente und Bodenplatten betoniert
        • 2. Woche: Melkstandgrube ausgebaggert, Kanalwände und Melkstandgrube betoniert
        • 3. Woche: Starkregen, Bodenplatte vom Schlamm befreit, Löschwasserbehälter und tiefe Kanäle betoniert.
        • 4. Woche: Zwischen Wasserbehälter und Melkstand aufgefüllt, Fundamente für Melkstand betoniert bis Unterkante vom Hubfenster
        • 5. Woche: Güllerohre verlegt und geschweißt, Kanäle gereinigt und geflutet, Dichtheitsprüfung der Kanäle bestanden, Fundament für Anbau gemacht, Decke vom Wasserbehälter gekommen, Eisenkörbe für Köcherfundamente geflechtet
        • 6. Woche: Köcherfundamente ausgebaggert und betoniert, Bodenplatte der Räume vorbereitet und betoniert, Wand zum Melkstand betoniert (Mehr zur Halbzeit Unterbau in KSB 022)
        • Anfang Oktober 2020: Unterbau fertig

        Warum mache ich mir dazu die Gedanken?

        Man sucht ja immer nach praktikablen Lösungen. Wenn etwas gut zu machen ist geht es schneller. Dadurch wird ein Neubau oder Umbau günstiger. Im Idealfall schafft man sich auch weniger tägliche Arbeit. Vielleicht ergeben sich sogar weitere Vorteile.

        Je mehr man schon vorher weiß, desto überlegter kann man vorgehen. Deshalb kommen nun 7 Punkte, die ich lieber vorher gewusst hätte.

        1. Was besonders aufwendig war

        Wir haben auf der Nordseite eine 4 m hohe Betonwand. Sie hilft bei der Windaussteifung fürs Dach. Leider ist eine so hohe Wand um ein Vielfaches aufwändiger als eine 2 m hohe Wand. Wände, die nicht höher sind als die einfache Schalung sind deutlich schneller gebaut. Ich hätte also dem Hersteller vom Dach diese Wand nicht zusagen sollen, dann hätte es auch eine Lösung aus dem Aufbau mit Holz gegeben, wäre wahrscheinlich unterm Strich günstiger.

        Die Körbe der Punktfundamente für die Fertigteilstützten haben viel Eisen drin. Wir haben die Arbeit zum flechten unterschätzt. Vom Arbeitsablauf hätte es besser gepasst, wenn wir früher damit begonnen hätten. 3 Tage lang waren wir damit gut beschäftigt. Für das erste Modell haben wir schon einen halben Tag gebraucht.

        2. Fertigteilwände sind praktisch

        Für die Abtrennung der Liegebox zum Laufgang und auch beim 2-Reiher zum Fressgang kommen Fertigteilwände zum Einsatz. Bei der Planung konnte ich mich noch gar nicht damit anfreunden. Aber tatsächlich hat mich mein Maurer davon überzeugt und es geht wirklich gut. Auf einer Seite steht Eisen raus, hier wird die Wand mit der Bodenplatte verbunden. Am Auslauf haben wir für 40 m Wand 2 Stunden gebraucht. Erst wird die Höhe mit dem Laser an den Enden vorbereitet und Holzklötze drunter gelegt. Dann wird ein Teil gesetzt, abgestützt und mit der gespannten Schnur die Richtung für die weiteren Teile gehalten. Das setzen zu den Fertiglaufgangflächen geht noch schneller. Nach dem Betonieren der Fläche halten die Teile.

        3. Schräge in zwei Richtungen am Melkstand

        Unser Melkstand ist mit 20 m relativ lang und die 3 m Standlfäche der Kuh relativ breit. Dadurch ergibt sich ein Höhenunterschied von 30 cm bei 1,5 % Gefälle und nach außen 15 cm durch 5 % Gefälle.

        An den Höhenunterschied durch die Länge habe ich Gedacht. Deshalb ist der Auslauf um 15 cm höher und der Ausgang vom Melkstand 15 cm niedriger als die Laufgänge. Das Gefälle nach außen habe ich zu wenig berücksichtigt. Dies ist mir erst in der Detailplanung bewusst geworden. Durch die Türe am Eingang war dort keine Steigung möglich. Wir haben nun die direkte Standfläche der Kuh passend gemacht und hinten und vorne angepasst. Irgendwie geht´s dann immer.

        4. Mit Statikprüfer Änderungen absprechen ist wichtig

        Unser Löschwasserbehälter unter dem Melkhaus wurde etwas größer als geplant. Beim Berechnen der Statik für die Decke ist aufgefallen, dass diese auch geprüft werden muss. Daran hat am Anfang niemand gedacht. Führt nun die Änderung zum Problem? Ein Telefonat führte schnell zur Lösung: Geänderte Version einreichen, prüfen lassen, fertig. Ehrlichkeit siegt.

        5. Abschaller für Decke und Co. sehr einfach

        Ich hatte dazu noch keine Erfahrung. Die Abschaller vom Maurer werden mit einem Betonanker an der Wand fest gemacht und die Schalung rein geklemmt. Dies war für viele Sachen praktisch und einfach. Vorher konnte ich es mir nicht so gut vorstellen. Bei der Arbeit ergibt sich eben dann viel.

        6. Jede Ecke bei Betonmauern macht viel Arbeit

        Vom Prinzip her ist es ziemlich klar. Aber schon bei der Planung sollte man daran denken. So spezielle Ecken haben wir für ein Tor am Melkstandeingang gebraucht. Das Maß war fest und die Schalung passte nicht gut. Ein paar cm mehr hätten viel vereinfacht. Deshalb macht es Sinn zu überlegen, ob man bestimmte Ecken braucht. Weglassen ist hier die einfachste Möglichkeit. Alternativ kennt der Maurer die Maße seiner Schalung. Hier können Absprachen helfen.

        7. Ideen kommen oft, wenn man es sieht

        So war es beispielsweise im Bereich der Treppe vom Stall zum Melkhaus. Hier ist die Strohbox neben dem Abwurf vom Kanal mit Umzäunung, daneben der Stiefelwaschplatz und eben die Treppe. Anfangs wäre die Schieberbahn und der Bereich daneben direkt auf einer ebene gewesen. Dadurch hätte Gülle sogar die Treppe runter laufen können. Wir haben nun ein 10 cm hohes Podest, sodass dies verhindert wird. Und mit der Umzäunung vom Abwurf passt nun auch alles zusammen. Vorher konnte ich es mir nicht gut genug vorstellen, nun passt es.

        Richtige Mischung aus Vorbereitung und Umsetzung

        Sprich auf jeden Fall den Plan sauber mit deinem Maurer durch. Achte dabei besonders darauf, ob die Schalung dafür passt. Oft ist es egal, ob eine Mauer 10 cm höher oder niedriger ist.

        Achte auch auf Kleinigkeiten wie zusätzliche Ecken. Und finde praktikable Lösungen. Lange Geraden sind im Unterbau oft einfacher.

        Was mir immer geholfen hat war die Frage: „Was will ich damit erreichen?“. Beispielsweise beim Abwurf möchte ich möglichst wenig Arbeit. Es darf also nichts hängen bleiben, weil vielleicht irgendwas nicht von selbst runterfällt. Also wird alles so gebaut, dass ich mein Ziel: „Möglichst wenig Arbeit“ erreiche.

        Fazit

        • Vieles merkt man erst beim Bauen. Man kann vorher nicht an alles beim Unterbau denken.
        • Den Bau so einfach wie möglich und so aufwendig wie nötig halten!

          Stallbaupost

          KSB 024 Wir sind Kuhstallbauer – Erfahrungsaustausch

          Heute stelle ich dir eine neue Facebookgruppe „Wir sind Kuhstallbauer“ vor und es geht um die Möglichkeiten und Vorteile beim Erfahrungsaustausch.

          Wie gewohnt gibt´s zum Schluss Neuigkeiten von unserem Stallbau.

            Stallbaupost

            Mit was streust du deine Liegeboxen und wie pflegst du sie? Du hast dich sicher schon öfters mit Kollegen darüber ausgetauscht. Ich bin dadurch auf einstreuen mit Güllfeststoffen gekommen. Ohne Erfahrungsaustausch wäre ich nicht darauf gekommen. Konntest du auch schon mal etwas mitnehmen und hast es probiert?

            KVP047| Was ist der Club der alten Kühe - Kuhverstand

            Nun zum Sponsor der Folge: Die Folge wird unterstützt vom „Club der alten Kühe„. Christian Völkner aus dem Kuhverstand Podcast leitet den Club der alten Kühe, ein Art Arbeitskreis im Internet. Hier treffen sich einmal im Monat Milchviehhalter und Herdenmanager aus dem deutschsprachigen Raum. Es geht um das Vorankommen der Mitglieder auf dem Weg zu mehr älteren Kühen. Für die Themen rund um die Milchkuhhaltung kommen teilweise auch Referenten dazu. Mich haben die Tipps schon öfters zum nachdenken gebracht und gerade der Austausch mit Kollegen ist sehr wertvoll. Beim Thema Klauen bin ich auf ein System zur Mortellarobehandlung gekommen, das bei mir sehr gut wirkt. Möchtest du zum Club der alten Kühe kommst du hier direkt zu allen Infos.

            Erfahrungsaustausch ist wichtig

            Du kommst immer wieder auf Neues. Wenn andere etwas probiert haben und aus Fehlern lernen, kannst du dir vielleicht schon eine menge Fehler sparen. Jeder denkt anders. Dadurch ergeben sich oft gute Diskussionen. Deine eigenen Erfahrungen bestätigen sich vielleicht auch.

            „Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein“. Dieses Zitat beschreibt auch die Dringlichkeit, neues dazu zu lernen. Man lernt schließlich nie aus.

            Ich möchte hier 4 Möglichkeiten für Weiterbildung und Erfahrungsaustausch zusammenfassen:

            Lehrfahrten, Exkursionen

            Ich bin beispielsweise bei den Jungzüchtern Mühldorf. Jedes Jahr findet eine 3-tägige Lehrfahrt und eine eintägige Stallbaulehrfahrt statt. Hier sieht man nicht nur interessante Betriebe, sondern kommt auch ausführlich mit jungen Landwirten in den Austausch.

            Ich kann auch eigenständige Touren empfehlen. Vor ein paar Jahren sind wir zu 4. in den Osten gefahren und haben Betriebe angeschaut. Dies waren 3 sehr wertvolle und interessante Tage. Ich habe dort das erste Mal eine Wand außerhalb vom Futtertisch wahrgenommen, um die Siloreste fast ohne Handarbeit mit dem Radlader aufzunehmen. So eine Betonwand kommt zu uns nun auch.

            Arbeitskreise, Vorträge, Seminare, Fortbildungen

            Mir bringt ein Milchvieharbeitskreis immer wieder neue Ideen und guten Austausch. In der kleinen Gruppe kennt jeder Jeden. Jeder berichtet von seinen Erfahrungen in bestimmten Bereichen, was das Ganze sehr wertvoll macht.

            Es gibt auch sehr gute Seminare. Ich denke hier gerne an die Roadshow der Milchpraxis zurück.

            Fachzeitschriften und Fachbücher

            Hier gibt es Einige. Diese lese ich: Elite Magazin, Milchpraxis, Top Agar und Agrarheute. Oft sind Praxisberichte drin, die sehr interessant sind. Auch ein gewisser Erfahrungsaustausch, wenn auch einseitiger.

            Webinare, Internet, Blogs, Podcasts

            Die Liste ist lang. Ein paar Empfehlungen habe ich für dich:

            Und hier auch die Neuigkeit:

            Es gibt nun eine Facebookgruppe „Wir sind Kuhstallbauer“. Diese Gruppe soll den Erfahrungsaustausch im Bereich von Stallbau, Umbau und Stall optimieren unterstützen. Ich möchte hier dich als Kuhstallbauer dabeihaben und allen miteinander den Austausch unterstützen. Gehe deshalb in die Gruppe „Wir sind Kuhstallbauer“!

            Erfahrungsaustausch und dazu lernen umsetzen

            Ich habe für mich eine 5-Stunden-Regel aufgestellt. Ich möchte jede Woche 5 Stunden etwas dazu lernen oder mich austauschen. Praktisch mache ich es momentan hauptsächlich über Webinare wie den Club der alten Kühe und Podcasts.

            Warum ist es so Vorteilhaft?

            • – Austausch unter Kollegen
            • – Andere Meinungen einholen
            • – Erfahrungen vom deutschsprachigen Raum und nicht nur in der Gegend
            • – Horizont erweitern
            • – Mehr Erfolg im Stall
            • – Wer sucht der findet

            Fazit

            • Erfahrungsaustausch bringt neue Ideen! Man kann nachmachen, was funktioniert um den eigenen Betrieb stetig zu verbessern.

            Neues vom Stallbau

            • Die Decke vom Melkhaus wurde betoniert und die Spalten verlegt. Die Fertigteile beim Liegeboxenabschluss wurden gesetzt und die Melkstand Standfläche betoniert. Rohre für die Regenabläufe wurden verlegt und der Futtertisch betoniert sowie die Trogfertigteile verlegt.
              • Stallbaupost

              KSB 023 Der perfekte Laufgang?

              Dieses Mal geht es um Vor- und Nachteile der am häufigsten eingebauten Laufgangarten und meiner Entscheidungskriterien für meine Wahl.

                Stallbaupost

                Außerdem wurde der Laufgang mit Fertigteile verlegt, hierzu gibt es den genauen Ablauf!

                Hast du schonmal einen Laufgang oder Spalten aufgeraut? Oder einen Gummi von einem Laufgang gewechselt? Praktisch immer muss so etwas im laufenden Betrieb passieren. Die Kühe haben in dieser Zeit kaum Platz und somit Stress pur. Ich bin Fan von langer Haltbarkeit, weil ich genau diese Situationen hasse. Aber aus diesem Grund habe ich viele Überlegungen in die Entscheidung zum Laufgang gesteckt. Bevor ich damit los lege noch der Sponsor der heutigen Folge:

                Diese Folge wird unterstützt von der Firma Hartmann – die Stallbauprofis. In unserem neuen Stall verwenden wir den Laufgangboden „MaxiGrip“ in Kombination mit der Entmistungsanlage der Firma Hartmann. Mich haben folgende Punkte überzeugt: Die hohe Qualität und Profilierung der Oberfläche kann man mit Ortbeton nicht herstellen. Die Schieberführung ist in den Fertigteilen dabei.  Der Verschleiß findet an austauschbaren Elementen des Schiebers und nicht am Beton statt. Außerdem sind die Aufkantungen zur Liegebox hin ebenfalls in der Betonliegemulde integriert. Die Firma Hartmann bietet auch komplette Ställe, also Fertigelemente, Hallenkonstruktion, Stalleinrichtung, Entmistungsanlage und Zubehör an, wobei die Fertigelemente sogar als Fundamentbauteile dienen, also zusätzliche Funktionen übernehmen. So ein Stall ist besonders schnell gebaut. Hast du Interesse am Angebot besuche die Homepage stallbauprofis.de und nimm direkt Kontakt auf!

                Was wäre der perfekte Laufgang?

                Der perfekte Laufgang wäre gleichzeitig:

                • – Weich, wie die Weide ohne nasse Stellen
                • – Rutschfest bei passendem Abrieb
                • – Komplett eben
                • – Mit allem befahrbar
                • – Ewig Haltbar
                • – Gut zu entmisten
                • – Günstig

                Es wäre also eine Art „eierlegende Wollmilchsau“. Die gibt´s nicht. Wie immer im Leben hat man auch bei verschiedenen Laufgängen Vor- und Nachteile. Alle haben für bestimmte betriebliche Situationen eine Berechtigung.

                Arten der Laufgänge

                Klassischer Spaltenboden (Zum Bau der Kanäle mehr in KSB 020!)

                VorteileNachteile
                + keine Technik notwendig
                + kein händisches abschieben von Übergängen
                + keine Pfützen
                + Tränken einfach ausleeren
                (keine Eisplatte im Winter)
                + für kurze Stichgänge einfachste Lösung
                – teuer im Bau durch notwendigen Kanal
                – Abschieben ist notwendig
                (mit Roboter, Maschine oder von Hand)
                – wird mit der Zeit glatt
                – beschränkte Befahrbarkeit
                – Haltbarkeit beschränkt
                – eher mehr Belastungsrehe, Wanddefekte, Sohlengeschwüre
                – durchbrechen möglich, in unserem alten Stall haben wir deshalb die Spalten gewechselt
                • Einsatz
                • – als komplettes System
                • – wo man nicht gut maschinell abschieben kann
                • – wo viel Wasser anfällt
                • – Zwischenabwurf in unserem neuen Stall

                spaltenboden mit Gummiauflage

                VorteileNachteile
                + wie normale Spalten
                + besser für Klauen
                – noch teurer als normale Spalten
                – teils Probleme mit festmachen vom Gummi
                • Einsatz
                • – gefällt mir gut um den Roboter
                • – am Futtertisch, wo Kühe lange stehen

                Ortbeton mit Besenstrich

                VorteileNachteile
                + am günstigsten
                + in einem Guss inkl. Übergänge
                + einfach zu machen
                + mit allem gängigen Maschinen befahrbar
                + mit Schieber gut zu entmisten
                – nach Einzug sehr rau, dann in wenigen Jahren glatt
                – Schieberführung für Schieber aus U-Eisen beschränkt haltbar
                – Schieberführung raus geschnitten hat oft mehr Verschleiß am Beton als Schieber
                – Schieberführung kann Problem darstellen, man kann auch darauf verzichten, dann Seil oder Kette an der Oberfläche
                Unebenheiten führen zu Pfützen
                • Einsatz
                • – wenn es besonders günstig bleiben soll
                • – am Übergang wo keine Spalten sind

                Ortbeton mit Rillen geschnitten

                VorteileNachteile
                + Bauart wie mit Besenstrich, länger Haltbar– Rillen in längsrichtung machen, Schieber schleift sich leicht zu und nimmt Rilleninhalt mit
                • Einsatz
                • Gute Erfahrungen damit sind mir bekannt

                Ortbeton mit Gummiauflage (Mehr zu Gummimatten in KSB 021!)

                VorteileNachteile
                + weicher Laufgang, gut für Klauen
                + rutschfest
                +gut zu entmisten
                + Vorteil bei starken Frost,
                weil es nicht so fest klebt und leichter bricht
                – Haltbarkeit
                – Befahrbarkeit
                – relativ teuer
                – Pfützen
                • Einsatz
                • – wem es das Geld Wert ist passt
                • – am Futtertisch wo Kuh lange steht

                Gussasphalt

                VorteileNachteile
                + dauerhaft rutschfest
                + gut zu entmisten
                + flexibler als Ortbeton
                – Viele Probleme, wenn er zu rau wird, zu viel Hornabrieb
                – Sanieren fast nicht möglich, es bleibt:
                Gummi drauf machen oder austauschen
                • Einsatz
                • – wer eine gute Firma mit langjährigen Referenzen hat
                • – teurer als Beton aber hält viel länger, wenn das richtige Material richtig eingebaut ist

                Fertigteilplatten mit Profil

                VorteileNachteile
                + Profil möglich, mit Ortbeton so nicht möglich
                + lange Rutschfestigkeit
                + extrem gute Betonqualität
                + Schieberführung direkt dabei
                + mit allem befahrbar
                – viel teurer als Ortbeton
                – Fugen drin, dauerhaft dicht? Sichtprüfung möglich
                • Einsatz
                • – bei uns im neuen Stall
                • – Wenn man Profil in höchster Qualität möchte
                • – Bei einer Sanierung kann man wieder schnell auf die Laufgangfläche

                Meine Kriterien und Entscheidungspunkte

                Ich möchte bei meinem Laufgang ein Gefälle zur Schiebermitte. Wichtig ist mir auch ein Profil, das lange hält und nur kleine Vertiefungen hat. So steht die Kuh mit dem größten Teil der Auftrittfläche auf festem Untergrund. Bei Spalten ist immer ¼ bis 1/3 ohne festen Boden. Dadurch erhoffe ich mir eine bessere Klauengesundheit. Der Schieber auf den Hartmann Platten schleift sich in die Rillen so ein, dass auch die Zwischenräume mitgeräumt werden. Wasserpfützen gibt es auch nicht. In vielen Betrieben, die ich mit diesem System besichtigt habe, sind damit sehr zufrieden und auch nach vielen Jahren war der gute Halt für die Kühe gegeben. Die Schieberführung ist auch direkt mit dabei. Für die Liegebuchten ist die Aufkantung schon mitgegossen.

                Durchgehend Spalten kamen für mich nicht infrage. Der Kanal ist relativ teuer. Abschieben muss man die Fläche mindestens zweimal täglich trotzdem. In der Kombination mit Tiefbuchten ist häufig die Einstreu auf den Spalten ein Problem und führt zu zusätzlicher Arbeit.

                Klassischer Ortbeton mit Besenstrich ist mir wegen der beschränkten Haltbarkeit nicht recht. Auch das Problem mit der Schieberführung, die auch zusätzliches Geld kostet und von der Haltbarkeit begrenzt ist, passte mir nicht. Eine Gummiauflage im kompletten Stall wäre mir einerseits zu teuer und mir gefallen die möglichen Pfützen nicht. Die Haltbarkeit ist auch ein Thema.

                Gussasphalt ist in unserer Region nicht verbreitet und ich kenne keine Firma in der Umgebung. Aufgrund der häufigen Probleme bei unsachgemäßem Einbau rate ich auch davon ab.

                Ablauf vom Verlegen der Fertigteile

                Als erstes wurde mit einem lasergesteuerten Abziehgerät die Kiesfläche geebnet. Wir haben zwar vorher mit der Schubraupe die Fläche sehr eben bekommen, mit diesem Gerät wird es aber noch genauer.

                Anschließend wurde eine 5 cm Splitschicht aufgebracht. Man kann es sich vorstellen wie beim Pflaster legen. Damit war auch der erste Tag vorbei. Der Laufgang muss Schnurgerade verlegt werden. Dazu wurde ein Punktlaser aufgebaut. Mit einer Schablone auf dem Fertigteil kann man dann jede Platte passend einrichten. Verlegt werden die Platten mit dem Baukran. Wo die Lasten zu hoch waren kam der LKW-Kran zum Einsatz. Man braucht dazu vier Personen. Einen Kranfahrer, jemanden der am LKW die Platten anhängt und zwei Personen zum passenden hinlegen. Die Teile kamen immer passend mit dem LKW. In zwei Tagen waren rund 200 m Laufgang verlegt. Den Anschluss an den Abwurf macht man mit Ortbeton.

                Fazit

                Den perfekten Laufgang gibt es nicht. Man muss sich überlegen, was man haben möchte und wie viel Geld man ausgibt. Schau dir vor dem Bau genug Ställe an und sprich mit den Betriebsleitern. Denke dir alle Varianten durch. Bei einem Umbau richtet man sich meistens an das bestehende System.

                Neues von unserem Stallbau

                Wir haben das Melkgebäude gemauert, vom Anbau für das Liegeboxeneinstreu zwei kleine Behälter für die Seperation betoniert, die Fläche vom Stall leer geräumt und mit der Schubraupe den Kies verteilt. Außerdem haben wir die Leitungen und Laufgangplatten verlegt und die Fertigteilsäulen auf der Westseite setzen lassen. Auf der Nordseite haben wir die letzten Fundamente betoniert. Es ist also ordentlich was vorwärts gegangen.

                  Stallbaupost

                  KSB 022 Halbzeit beim Unterbau – meine 3 größten Learnings

                  Wie geht es dir mit Baustellen? Kannst du es kaum erwarten oder bist eher schnell wieder froh, wenn das Projekt vorbei ist? Ich freu mich zurzeit auf jeden Tag. Jeden Tag kann man wieder was dazu lernen. Und jeden Tag sieht man Fortschritte beim Unterbau zum neuen Milchviehstall.

                    Stallbaupost

                    Jeder hat seine Sicht

                    Ganz einfach ist es oft nicht. Es reden viele mit und du hast deine Vorstellung im Kopf, wie es werden soll. Der Maurer sieht dein Vorhaben aus der Sicht der Machbarkeit und Umsetzung. Schon bei der Planung sind viele Entscheidungen zur Umsetzung zu treffen. Auch auf der Baustelle werden noch viele kleine Details geklärt.

                    Gehörst du zum Typ der alles bauen lässt oder dem der viel selber machen möchte? In jedem Fall ist die Zeit meistens knapp. Entscheidungen muss auch beim Unterbau aber unbedingt selbst treffen und das Ruder in der Hand halten.

                    Was bisher gemacht und gebaut wurde

                    • Ende 2019: Oberbodenabtrag mit archäologischer Begleitung
                    • Winter 2020: Leitungen verlegen zwischen Anschlussraum im Haus und neuem Stall
                    • Frühjahr 2020: Große Erdbewegung, da der neue Stall in den Hügel gebaut wird
                    • Mai 2020: Bau der Güllegrube (mehr dazu in der Folge)
                    • Juli 2020: Beginn mit dem Unterbau
                    • 1. Woche: Aushub aller Kanäle, Teil der Fundamente und Bodenplatten wurden betoniert
                    • 2. Woche: Melkstandgrube wurde ausgebaggert, Kanalwände und Melkstandgrube wurden betoniert
                    • 3. Woche: Starkregen: Die Bodenplatte wurde vom Schlamm befreit, Löschwasserbehälter und tiefe Kanäle sind betoniert worden
                    • 4. Woche: Zwischen Wasserbehälter und Melkstand wurde aufgefüllt, Fundamente für Melkstand betoniert bis Unterkante vom Hubfenster
                    • 5. Woche: Güllerohre wurden verlegt und geschweißt, Kanäle gereinigt und geflutet, Dichtheitsprüfung der Kanäle wurde bestanden, Fundament für Anbau gemacht, Decke vom Wasserbehälter ist gekommen, Eisenkörbe für Köcherfundamente wurden geflechtet
                    • 6. Woche: Köcherfundamente wurden ausgebaggert und betoniert, Bodenplatte der Räume vorbereitet und ebenfalls betoniert, die Wand zum Melkstand ist betoniert worden

                    1. Learning: Genau arbeiten

                    Schnurgerüst bauen

                    Ich dachte ich habe bei Bauprojekten auch schon genau gearbeitet. Mein Maurer legt vorallem beim Unterbau Wert auf wirklich genaue Maße halten getreu dem Motto: Ungenau wird’s von selbst.

                    Als erstes wurde von einer Vermessungsfirma das Schnurgerüst aufgebaut. Achte dabei unbedingt auf die Entfernung zum Kanal und denke an den Böschungswinkel. Wir mussten zwei Gerüste versetzen, weil ich zu wenig darauf geachtet habe. Passe auch gut darauf auf!

                    Damit kann man nun auch die Kanäle relativ genau ausbaggern. Genaues arbeiten spart dir dabei Zeit, Beton und später Material zum auffüllen. Wir haben oft eher zu großzügig ausgebaggert. Eine Ausnahme war die Melkstandgrube. Ich habe mich 20 cm beim Maß vertan. Dadurch war der Arbeitsraum eher zu knapp.

                    Mehr zum Bau der Güllekanäle findest du in KSB 020!

                    Schnurgerüst nach unten übertragen

                    Es wird immer von der Schnur gemessen. Für alle Kanäle und dem Wasserbehälter haben wir das Schnurgerüst nach unten übertragen. Dies macht momentan Arbeit, spart später aber mehrfach die Zeit wieder ein. Wenn man auch später immer von der Schnur das Maß abnimmt, vermeidet man Folgefehler. Schwierig wird’s nur bei starkem Wind. Bevor man eine Wand auf eine Bodenplatte baut, rechnet man die Diagonale aus und kontrolliert nach. Wie wichtig abnehmen vom Maß von der Schnur ist haben wir bei einem Köcherfundament gemerkt. Die Kanalwand daneben und das Maßband haben auf 3 cm nicht gestimmt. Stimmt nun das Maßband bei 85 m oder die Kanalwand? Von der kürzeren Seite war das Schnurgerüst durch eine Schalung versperrt. Tatsächlich war die Kanalwand nicht ganz genau im Lot.

                    Höhenverhältnisse genau messen

                    Gleiches Prinzip gilt für die Höhenverhältnisse. Hier hilft ein Nagel mit der Höhe 0. So kann man die Laserlatte darauf abstellen und den Laser sauber einstellen. Das Maß muss dann immer vom gleichen Punkt abgenommen werden, sonst hat man wieder Folgefehler. Bei der schrägen Bodenplatte vom Melkstand ist es mir so gegangen. Durch das Gefälle bin ich vom falschen Punkt ausgegangen und jetzt ist die Grube etwas zu tief. Wir bekommen einen Hubboden, deshalb hält sicher der Nachteil in Grenzen. Mehrmaliges kontrollieren hätte geholfen.

                    Plan für Aussparungen

                    Ich würde mir beim nächsten Mal gleich zu Beginn einen Plan für Aussparungen bei Wänden vorbereiten. Ein paar Kernbohrungen hätten wir dadurch vermieden. Man denkt zwar ständig mit, vergisst aber dann doch noch das eine oder andere.

                    2. Learning: Viel praktisches und nützliches für die Umsetzung

                    Einiges ist für dich selbstverständlich, an das andere hättest du vielleicht nicht sofort gedacht. Nimm einfach das für dich passende mit.

                    Was viel Zeit braucht

                    Jedes zusätzliche Teil im Unterbau braucht Zeit. Besonders halten viele Ecken auf. So auch die Kanäle in unsere Vorgrube. Durch die Platzierung der Strohbox ist ein zweiter kleiner Querkanal im Unterbau notwendig. Dadurch waren viele Ecken notwendig, was einiges an Zeit gekostet hat. Wäre es anders zum gewollten Ergebnis bekommen, wäre es natürlich besser.

                    Ein Fundament für die Giebelwand haben wir zuerst neben dem Kanal geplant. Durch eine kleine Änderung kann nun die Säule auf die Wand gestellt werden und wir sparen uns ein extra Fundament. Dies sind Kleinigkeiten, die in der Summe aber doch was ausmachen. Wichtig sind auch genug Holzbretter, vor allem in den Stärken der Wand. Bei uns sind Wände 24 cm und 30 cm breit. Diese braucht man immer wieder zum abschallen. Deutlich mehr als ich gedacht habe. Wenn man genug da hat spart man sich wieder Zeit.

                    Baustellenzufahrt

                    Man braucht einen Stellplatz für den Kran, ganz klar. Was man nicht unterschätzen sollte sind die ganzen Materiallieferungen. Ist der Platz dann auch immer befahrbar oder sind Kanäle oder Fundamente im Weg? Achte auf genug Platz um den Kran für das Ablegen von Eisen, Fertigteilen, Schalung und vielem mehr. Der Betonmischer sollte nahe an den Kran fahren können, sodass die Hubkraft für eine große Betonbombe reicht. Praktisch ist ein großer Kiesplatz. Wir haben 30 m x 40 m auf der Stirnseite vom Stall, die wir ständig gebrauchen. Ein Teil davon ist für den Kran erreichbar.

                    Unwetter

                    Wir hatten an einem Wochenende rund 150 mm Niederschlag, 95 mm davon in 12 Stunden. Abgesehen von zwei Tagen Pause kamen wir ohne Schäden davon. Solche Tage können einfach kommen. Um einen vorhandenen Ablauf war ich sehr froh.

                    3. Learning: Den Betrieb und mich am Laufen halten

                    Routinen für den Betrieb

                    Routinen halten dich am Laufen. Man muss nicht erst überlegen, ob man dies und jenes noch machen sollte. Es gibt einige Aufgaben, die man auch lassen kann und trotzdem wichtig sind.

                    Ich habe einige Routinen, die ich täglich mache:

                    • – Tägliche Frischmelkerkontrolle
                    • – Wöchentlich TM-Aufnahme messen
                    • – Täglicher Mitschrieb in zwei Evernote Notizen und einer Excel-Tabelle
                      • – Bautagebuch
                      • – Offene Abrechnungen
                      • – Stunden aller Helfer

                    Damit weiß ich auch, wie viel ich dabei war. Die letzten 6 Wochen waren es im Schnitt 45 Stunden pro Woche.

                    Wichtige Aufgaben nicht vergessen

                    Ich habe alle meine Aufgaben in Todoist. Man ist oft in der Arbeit auf der Baustelle und denkt nicht an andere, wichtige Aufgaben. Mit Todoist kann man sich daran erinnern lassen und auch Prioritäten festlegen. Ich markiere mir in rot jeden Tag die wichtigste Aufgabe des Tages. Diese soll dann möglichst schon Vormittags wegbekommen. Damit vergisst man nichts auch neben dem Trubel auf dem Bau.

                    Genug Schlaf

                    Warum komme ich jetzt mit genug Schlaf um die Ecke? Ganz einfach: Ausgeruht sein ist sehr wichtig. Aber auch wegen den ganzen Entscheidungen, die zu treffen sind. Jede Entscheidung braucht Willenskraft. Und die Willenskraft muss man sich vorstellen wie einen Akku. Im Schlaf wird dieser Akku aufgeladen. Wenn man also gut und genug geschlafen hat ist der Willenskraft-Akku voll aufgeladen und man kann gute Entscheidungen schnell treffen. Mit jeder Entscheidung wird der Akku leerer und du kennst es vielleicht, dass man sich Abends auch nicht mehr so gut zu unangenehmen Dingen entscheiden kann. Ich versuche deshalb genug zu schlafen, dass ich jeden Tag fit bin und gute Entscheidungen treffen kann.

                    Was gebe ich dir mit?

                    • Denke dich schon vorab genau in die Details rein und lasse es möglichst detailliert zeichnen.
                    • Wichtig ist auch schon genau zu wissen, was man möchte.
                    • Gehe am besten den Plan für den Unterbau mit deinem Maurer durch.
                    • Gib Aufgaben für diese Zeit ab. Ein großer Dank geht an meine Frau und Eltern, die viel abnehmen. Ich bin nur noch 2 – 3 Stunden täglich im Stall.

                    Fazit

                    • Arbeite sehr genau. So vermeidest du Abweichungen.
                    • Halte die Augen offen, wo es einfacher geht.
                    • Baue für Sachen die man machen sollte Routinen in den Tag ein.

                    Wie geht oder ging es dir in der Stallbauzeit? Schreib mir gern an gusti@kuhstallbau.com

                      Stallbaupost

                      KSB 021 Laufgang und Melkbereich mit Gummimatte?

                      Hier geht es um die Frage, ob und wo eine Gummimatte auf den Laufflächen für die Milchkuh im Stall sinnvoll sind. Es geht um die Bereiche der Laufgänge und dem Melkstand bzw. Roboter.

                      Du bist sicher häufiger zu Fuß unterwegs. Vielleicht manchmal auch Barfuß? Wo geht es sich bequemer: Auf dem Rasen oder auf der Straße? Die Antwort ist einfach und den Kühen geht es genauso. Allerdings spielen hier deutlich mehrere Faktoren eine Rolle, auf die wir jetzt eingehen.

                        Stallbaupost


                        Vorher noch der Sponsor: Diese Folge wird unterstützt von der Firma Huber Technik Vertriebs GmbH. In unseren neuen Stall kommen Gummimatten von Huber Technik. Im Melkstand und auf den Antritt zum Futtertisch wird der Laufgangbelag N18 eingebaut. Im Angebot des familiengeführten Traditionsunternehmens aus Oberbayern sind neben Laufgangbelägen auch verschiedene Komfortbeläge und Weichbetten für die Liegebox. Den Komfortbelag N33 verwenden wir seit vielen Jahren im alten Stall und sind damit sehr zufrieden.

                        Besonders hohen Wert legt die Firma Huber Technik auf Qualität und Haltbarkeit und verwendet deshalb nur hochwertige Ausgangsmaterialien. Neben zahlreicher bestandener DLG-Tests liegen alle Endlos-Rollen der Firma Huber Technik auch innerhalb einer DIN-Norm, die einen Standard für das beste Tierwohl gewährleistet. Hast du Interesse an Produkten der Firma Huber Technik, besuche die Homepage www.kuh-komfort-huber.com und nimm direkt Kontakt auf!

                        Problematik

                        „Wir holen die Weide in den Stall.“ Wer kennt den Werbespruch nicht? Natürlich gibt es auf der Weide eine Reihe von Vorteilen:

                        • Gleichmäßige Belastung beider Klauen
                        • Nachgiebiger Untergrund
                        • Abrieb durch das ständige einsinken Dagegen hat der Stall einige Eigenschaften, für das die Kuh nicht „gemacht“ ist
                        • Harter Boden
                        • Belastung vor allem der hinteren Außenklauen durch den schaukelnden Gang, weil das Euter Platz braucht
                        • Je nach Profil rutschig
                        • Natürlich ist in unseren Breitengraden der Stall unverzichtbar. Wir haben den Winter, die Lage gibt keinen Weidegang her, die Flächen lassen keinen Weidegang zu oder uns passen die Einschränkungen in der Fütterung nicht. Also müssen wir den Stall möglichst tiergerecht anpassen. Haupterkrankungen der Belastung sind Klauenrehe und die damit verbunden Sohlengeschwüre und Wanddefekte.

                        Klassische Laufgänge

                        Es gibt viele Möglichkeiten, Laufgänge passend zu gestalten. Die Kuh gewöhnt sich auch an den Untergrund und das Hornwachstum stellt sich darauf ein. Trotzdem kann man Probleme versuchen zu minimieren. Ich möchte hier einige Vor- und Nachteile aufzeigen:
                        Alle Laufgänge mit Spalten oder Planbefestigung:

                        • günstiger
                        • wird mit der Zeit glatt
                        • ist hart
                        • eher mehr Klauenproblem
                          Alle Laufgänge mit Gummimatten:
                        • Teurer
                        • gute Klauengesundheit
                        • wenig Abrieb der Klauen
                        • Vorteil in Frostperioden. Flüssigkeit friert weniger fest.

                        Melkstand

                        Im Melkstand braucht man auf jeden Fall einen Belag. Eine Betonoberfläche hält die Milchsäure auf Dauer nicht Stand. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Vier davon möchte ich aufzählen und Vor- und Nachteile erwähnen: (Mehr zum Melkstand in Folge KSB 012)


                        Gussasphalt:

                        • – guter Halt
                          – auf Dauer entstehen Mulden
                          – runde Körnung ohne Kalkanteil verwenden


                        Fliesen:

                        • – bei richtiger Fliese guter Halt
                          – lange Haltbarkeit, bei uns seit 1987
                          – Fugen können kaputt gehen
                          – teurer


                        Beschichtung und Epoxidharzbasis:

                        • – guter Halt
                          – saubere Verarbeitung sehr wichtig für lange Haltbarkeit
                          – bei Aufplatzungen wird das Loch immer größer, schlecht zu reparieren


                        Gummimatten:

                        • – guter Halt
                        • – weicher Stand
                          – Dreck sammelt sich unter der Matte

                        (Mehr dazu auch im Artikel der agrar heute: https://www.agrarheute.com/tier/rind/ratgeber-tipps-wahl-bodenbelags-melkstand-453669)

                        Melkroboter

                        Hier hängt es vom System ab, ob die Kuh direkt auf den Spalten steht oder in die Box rein geht. Wenn die Kuh in die Box gehen darf, gibt es systembedingt einen Unterschied der Oberflächen. Hier passt ein Gummibelag sehr gut. Auf die Spalten würde ich keinen Gummibelag nur beim Roboter setzen, da sonst damit ein Unterschied in der Oberfläche geschaffen wird, was den Kuhverkehr bremsen kann. Man sollte den ganzen Bereich mit einer Gummimatte auslegen, wenn man eine weiche Oberfläche haben möchte.

                        Meine Empfehlung bei Laufgängen

                        Bei uns kommt eine Kombination in den neuen Stall. Wo Kühe lange stehen, soll die Oberfläche weich sein.Ich setze auf einen Futtertischantritt mit 1,6 m Breite. Darauf kommt eine Gummimatte. Beim Fressen steht die Kuh täglich über 4 Stunden. Wer keinen Antritt baut, kann den Fressgang mit Gummimatten auslegen. Die Übergänge und der Laufgang bei den Liegeboxen braucht meiner Meinung nach keine Gummiauflage. In dieser Kombination habe ich auch noch mehr Abrieb als bei der „Nur Gummi Variante“. Man braucht natürlich trotzdem die Rutschsicherheit der übrigen Laufgänge. Durch Fertigteile erhoffe ich mir lange Haltbarkeit der Oberfläche.

                        Mein Favorit im Melkstand

                        Kühe stehen im Melkstand eine halbe bis dreiviertel Stunde täglich. Da man ohne Belag nicht auf lange Sicht auskommt, haben wir die Gummimatte gewählt. Dadurch ist guter Halt für die Kuh gegeben und Matten mit guter Qualität sollten auch lange halten. Ich achte dabei auf einen gleichmäßigen Belag schon vor dem Eintritt in den Melkstand bis zum Ausgang. Kühe sind vorsichtig bei Farbwechsel und Stufen. Der Eintrieb soll möglichst störungsfrei verlaufen. Der Vorwartebereich ist bei uns gleichzeitig der Auslauf. Hier kommt keine Gummimatte drauf. Damit ist es auch unwahrscheinlich, dass sich Kühe dort ablegen. Für Betriebe, die mehrere Durchgänge im Vorwartebereich nacheinander treiben lohnt sich die Anschaffung früher. Vor allem wenn die Klauengesundheit besser sein könnte.

                        Fazit

                        Eine Gummimatte eignet sich gut zur Entlastung der Klauen. Bereiche mit Gummimatten würde ich gezielt wählen. Damit entgeht man den Konflikt zwischen Klauenabrieb und weich stehen. Haltbarkeit ist ein wichtiges Thema. Kaufe deshalb nur Qualität, die seit vielen Jahren funktioniert.

                        Neues vom Stallbau

                        Die 4. Woche vom Unterbau ist abgeschlossen. Es sind alle Kanäle fertig und die ersten Fundamente stehen. Es geht gut voran. Auch der zweite Kran ist aufgebaut, sodass ab jetzt teilweise im hinteren und vorderen Bereich parallel gearbeitet werden kann.

                          Stallbaupost

                          KSB 020 Güllekanäle für Schieber und Spalten trotz AwSV

                          Wie man die Leckageerkennung im Stall vermeidet, auf was man bei der Planung der Güllekanäle achten sollte und auf was man bei Rohrleitungen machen muss kommt jetzt

                          Planung mit Güllekanäle

                          Wir haben Mitte Juli 2020 mit dem Bau begonnen und über die Hälfte der Kanäle sind in diesen 2 Wochen gebaut. Bis dahin war es aber eine zähe Geschichte.

                          Als der Stall fast fertig geplant war kam eine Mitteilung zur Umsetzung der AwSV. So darf man ohne Leckagefolie nur noch 1 m Aufstauhöhe erreichen und muss mit 3 % Anstieg der Gülle rechnen. Dazu später mehr. Also musste ich alles nochmal neu überdenken. Das wichtigste ist, dass es dann auch wirklich läuft. (Mehr zur Genehmigung von Güllegruben in KSB 017)

                            Stallbaupost

                            Firma Suding Beton- und Kunststoffwerk GmbH.

                            Diese Folge wird dir präsentiert von der Firma Suding Beton- und Kunststoffwerk GmbH. Ich setze für die Spalten im neuen Stall auf die Qualität von Suding. Bereits 2011 haben wir im alten Stall die Spalten durch Neue der Firma aus Niedersachsen ersetzt. Im Angebot sind weitere Fertigteile für den Milchviehstall, Fahrsilowände und Stahlbetonbehälter. Es gibt auch Spaltenboden mit Gummiauflage. Dies ist für mich besonders für Kälberspaltenböden interessant. Im neuen Stall verwenden wir den 3-to.-befahrbaren Fläbo 55 und Dreifachspaltenboden. Hast du Interesse am Angebot der Firma Suding schau auf die Homepage Suding.de und nimm direkt Kontakt auf!

                            Alles was ich hier beschreibe ist mein Wissen und meine Erfahrungen. Die Ausführungen können in jedem Landkreis anders sein. Allgemein Gültiges kann durch die Wasserbehörde verschärft verlangt werden! Deshalb kläre dein Vorhaben immer vor Ort ab.

                            Wie es dazu kam

                            Gekommen ist alles zur AwSV wegen der Einstufung: Gülle ist ein allgemein wassergefährdender Stoff. Das Hauptproblem dabei liegt bei den Baustoffen. Die im Abwasserbereich zugelassenen Materialen haben nicht automatisch eine Zulassung für JGS (Jauche, Gülle und Sickersaft) Anlagen. Wem das Thema näher interessiert schaut sich die Seite vom LFU Bayern oder vom Umweltbundesamt an.

                            Was darf man in Deutschland?

                            Wenn man eine Leckageerkennung unter seinem Stall einbaut, darf man Kanäle beliebig tief bauen. Ein Güllekeller ist ebenso möglich. Der Aufwand ist aber in der Regel enorm.

                            Ohne Leckageerkennung ist die Anstauhöhe auf das „zur Entmistung notwendige Maß“ begrenzt. In Bayern zählt die Anstauhöhe von 1 m. Beispiel: Staustufe 30 cm + 20 m Kanal, 3 cm je m steigt rechnerisch die Gülle hat man 90 cm Anstauhöhe. Hier ist also alles noch im grünen Bereich. Sind mehrere Kanäle hintereinander, muss man relativ tief werden.

                            Wo braucht man Kanäle

                            Wenn die Güllegrube so gebaut wurde, dass der Schieber direkt abwerfen kann braucht man keinen Kanal. Unter Umständen kann dies eine sehr günstige und einfache Möglichkeit sein.

                            In Ställen mit Schieberentmistung braucht man mindestens einen Querkanal für die einzelnen Bahnen. Platzierung:

                            • am Ende vom Laufgang
                            • in langen Ställen in der Stallmitte (mit geteilten Gruppen praktisch)
                            • Umzäunung muss möglich sein
                            • 50 cm Spalt ideal

                            Die Breite vom Abwurfkanal sollte mindestens 60 cm betragen, besser ist 1 m. Etwas breitere Kanäle lassen sich auch leichter bauen.

                            Je nach Standort und Bauweise vom Stall muss man auf den Frost achten. Über 2 m Tiefe bringt Sicherheit bei Eisplatten. So läuft es selbstständiger.

                            Wer zur Entmistung Spalten wählt braucht im ganzen Stall Kanäle. Manche verzichten dann zur Vereinfachung auf die Übergänge. Damit schafft man sich zusätzliche tägliche Arbeit!

                            Baue lieber Übergänge mit Spalten, sofern es irgendwie passt. Damit spart man sich das abschieben per Hand. Egal ob Neubau, Umbau oder Anbau: Die Gülle muss laufen. Gehe deshalb keine Kompromisse ein, die diese Sicherheit gefährden. Nutze dabei eigene und fremde Erfahrungen. Spülleitungen helfen dabei. Entweder zum Einleiten von Regenwasser oder noch besser in Kombination mit einer Güllepumpe.

                            Vorgrube

                            Wer seine Güllekanäle nicht direkt in die Güllegrube laufen lassen kann braucht eine Vorgrube. Bis 25 cbm spart man sich die Leckageerkennung. Es zählt in der Regel die Höhe bis zur ersten Staustufe. Also nicht bis zur Decke.

                            Rohrleitungen

                            Im gesamten Stall müssen gülleführende Rohrleitungen längskraftschlüssig verbunden sein. Man kann also KG2000 Rohre verschweißen, PE Rohre schweißen oder PVC-U Rohre kleben. In jedem Fall muss dies von einer WHG-Fachfirma gemacht werden. Sprich mit deinem Sachverständiger vorher ab, was eingebaut werden soll.

                            Staustufen in Güllekanäle

                            Man muss unbedingt Staustufen einbauen. Als Staustufe versteht man eine Rampe, die am Ende vom Kanal oder am Übergang zum Rohr eingebaut wird. Damit hält sich dünne Gülle am Boden und dicke Gülle klebt nicht fest. Festes Material wird also getragen, bricht bei der Staustufe und wird dann weiterbefördert.

                            Wie ist es bei uns aufgebaut?

                            Wir haben eine kleine Vorgrube, in die eine Kreiselpumpe kommt. Zwei Querkanäle laufen direkt dort rein. Von der Vorgrube bis zur Mitte vom Stall sind alle Übergänge mit Spalten gebaut. Hier sind die Bereiche, die man nicht maschinell abschieben kann. Ein Querkanal in der Mitte vom Stall mit Spalten drauf dient außerdem für den Abwurf aus dem Auslauf und als Zwischenabwurf für die Schieber. Ein Rohr geht von der Mitte zur Vorgrube mit 40 cm Durchmesser. So läuft alles zusammen und kann weggepumpt werden.

                            Fazit

                            Halte den Stall so flach wie möglich. Baue trotzdem so, wie es für die tägliche Arbeit am besten ist. Bleib mit einem Sachverständigem in Kontakt und frage nach, was erlaubt ist und was nicht. Meide die Kosten der Leckagefolie, falls irgendwie sinnvoll und möglich.

                            Neues vom eigenen Stallbau

                            Der Unterbau hat begonnen. Wir haben nun alle Bodenplatten für Güllekanäle fertig. Die ersten Wände sind auch schon betoniert. Nächste Woche geht’s weiter.

                            Außerdem haben wir bei unseren Außenliegeboxen im bestehenden Stall zwei flexible Liegeboxen (Mehr dazu in KSB 004) für einen Test eingebaut. Auf der einen Seite Easyfix und auf der anderen ein Prototyp von Braun. Wir testen beide Modelle nun ausgiebig.

                            Weitere Info von der KTBL zu JGS Anlagen

                              Stallbaupost

                              KSB 019 Hitzestress bei Milchkühen erfolgreich bekämpfen

                              Jeder Milchkuhbetrieb braucht eine Kühlung. Warum dies so ist, man Wind auf der Kuh haben sollte und der Stromverbrauch wichtig ist, kommt jetzt.

                              Eigene Erfahrung zum Hitzestress

                              Zum Thema Hitzestress habe ich eine ganz eigene Erfahrung. Vor einigen Jahren auf einem Burschenfest (großes Fest junger Leute, in der Regel in einem Zelt) war ein sehr heißer Tag. Es hatte draußen rund 30 ° C und drinnen noch mehr. An zwei Stellen im Zelt waren Ventilatoren direkt in die Menge gerichtet. Ein flotter Tanz mit einem Mädel ist anstrengend und in der Hitze schweißtreibend. Unter dem Ventilator war es angenehm, außerhalb vom Wind tropfte der Schweiß von der Stirn. Der Wind reichte aus, um die Hitze von der Anstrengung weg zu bekommen.

                              Unsere Kühe sind dauerhaft je nach Milchmenge in Hochleistung. Und weil die Hitze nur im Wind weggeblasen wird braucht jeder Ventilatoren im Stall.

                                Stallbaupost

                                Sponsor der Folge

                                Dr. Knopf und Oswald Schlauchbelüftungen

                                Die Folge wird unterstützt von Dr. Knopf und Oswald Schlauchbelüftung. Bereits seit 2016 nutze ich die Schlauchbelüftung bei Kälbern und seit 2018 im alten Kuhstall gegen Hitzestress und für Frischluft. Im neuen Stall kommen zwei Anlagen gegen Hitzestress über die Liegeboxen und eine Anlage in den Melkstand. Dadurch habe ich eine effektive Kühlung für jede Kuh ohne Windschatten. Hohe Windgeschwindigkeiten von 3 m/s werden garantiert. Die Lüfter und der Schlauch haben eine sehr hohe Qualität für dauerhaften Einsatz. Hast du Interesse an Schlauchbelüftungen für Kälber oder Kühe nimm direkt Kontakt zu Dr. Knopf und Oswald auf.

                                Problem vom Hitzestress

                                Die Kuh hat eine Wohlfühltemperatur von 5 – 15 ° C. In diesem Temperaturbereich kommt es nicht zur Überhitzung oder bei zusätzlichem Energiebedarf zur Wärmeproduktion. Die Heizung ist der Pansen. Da der Pansen immer laufen muss gibt er ständig Wärme ab. Deshalb kommt es ab etwa 20 ° C zu Hitzestress, bei direkter Sonneneinstrahlung früher.

                                Das Problem dahinter ist bekannt:

                                Deshalb braucht jeder an einem Standort von regelmäßig über 25 ° C eine Kühlung der Kühe!

                                Hitzestress kostet Geld. Geld, dass nie in den Geldbeutel kommt. Weil man die „Hitzestress-Rechnung“ nicht bezahlen muss, sieht man es nicht.

                                Was möchte man mit Kühlung erreichen?

                                Im Grunde möchte man die Kuh abkühlen. Man muss es sich ein bisschen Vorstellen wie den Kühler vom Schlepper. Der Motor (Pansen) erzeugt Wärme. Das Kühlwasser (Blut) wird durch die Pumpe (Herz) zum Kühler (Haut) transportiert. Erst durch den Ventilator kann die Hitze wirklich abgegeben werden.

                                Bei der Kuh möchte man den Luftpolster unter den Haaren aufbrechen und damit die Wärme weg bringen. In alten, schlecht belüfteten Ställen möchte man zusätzlich frische Luft rein bringen.

                                Abhilfe durch Axialventilatoren

                                Der Klassiker und in jedem Fall besser als nichts tun. In jedem Fall sollte man auf gleichmäßige Verteilung achten und in jeder Liegebox wirklichen Wind haben. 2,5 m/s ist eine Größenordnung.

                                Gut vorstellen kann man es sich wenn man in der Liegebox steht und man wirklichen Wind spürt. Eine frische Brise reicht nicht aus.

                                Ventilatoren sollen dabei auf die liegende Kuh ausgerichtet sein. Je nach Ausrichtung und Bauart vom Stall eignet sich alle 10-15 Liegeboxen in der Reihe ein Ventilator. Alternativ kann man einen Stall auch Quer lüften. Hier muss man auf die Wurfweite achten.

                                Ab 2,7 m Höhe der Unterkante kann man sich das Schutzgitter sparen.

                                Stromverbrauch von Ventilatoren

                                Hier gibt es große Unterschiede. Aus der Erfahrung von einem Elektriker weiß ich, dass sehr günstige Ventilatoren mehr Strom aufnehmen, als die Angabe vom Motor ist. Gleichzeitig bringen diese weniger Luft und Wind als hochwertige Ventilatoren. So sind die laufenden Kosten für die Hitzestressbekämpfung viel höher.

                                Empfehlen kann ich Lüfter von Abbi Aerotech. Ich kenne einige Betriebe, die das System einsetzen. Ich hätte mich auch fast dafür entschieden. Diese Ventilatoren brauchen wenig Strom bei guter Wurfweite.

                                Hitzestress mit Schlauchbelüftung bekämpfen

                                Lange war für mich die Schlauchbelüftung kein Thema im neuen Stall. Durch die offene Bauweise braucht es nur Wind. Frischluft ist sowieso da.

                                Da wir aber schon einen Hitzestresschlauch im alten Stall haben und ich weiß, dass es funktioniert, habe ich mich doch noch informiert. Es wird hier über jeder Liegeboxenreihe ein Schlauch mit zwei Düsen je Kuh platziert. An einen Schlauch kommen zusätzliche Düsen für Kühe beim Fressen.

                                Schlauchbelüftung vom Jahr 2018 im alten Stall (Als Versuch mit Noppen und festen Stutzen, neue haben alle verstellbare Düsen)

                                Vorteile bei diesem System:

                                • Jede Kuh hat gezielt Wind, es gibt keinen Windschatten
                                • Der Wind umströmt die Kuh von oben, sodass die Laufflächen nicht so leicht abtrocknen
                                • Etwas geringerer Stromverbrauch als bei alternativer Querlüftung
                                • Bei geringer Drehzahl zusätzliche frische Luft an jedem Platz (nasser Herbst etc.)
                                • Es kommt immer frische Luft, Ventilatoren holen je nach Platzierung oft die schlechte Luft wieder

                                Nachteile:

                                • Der Schlauch hängt im Stall, könnte irgendwann mal stören
                                • Die Kosten sind doppelt so hoch

                                Große Ventilatoren die Luft nach unten drücken

                                Ich halte nichts davon, weil man viele Bereiche hat die keinen oder kaum Wind bekommen. Außerdem bringt man immer die schlechte Luft in Bewegung und verhindert sogar, dass frische Luft dazu kommt (Aussage eines Beraters bei einem Vernebelungsversuch).

                                Automatische Steuerung

                                Ventilatoren sollen unbedingt automatisch gesteuert werden. Die einfachste Möglichkeit ist EIN/AUS über eine kleine Steuerung vom Elektriker. Dabei reicht ein einfaches Raumthermostat mit der Einstellung der Temperatur, wenn beispielsweise 20 ° C überschritten werden gehen die Lüfter an.

                                Wir haben die Steuerung seit vielen Jahren und manchmal wundert man sich, dass die Ventilatoren schon anfangen.

                                Professioneller geht es mit Steuerungen vom Hersteller. Manche sind temperatur- und feuchte-gesteuert. Für mich nicht notwendig, weil alleine die Entscheidung ob ich bei 18 ° C oder 22 °C beginne schon einen größeren Unterschied macht als später der feine Unterschied.

                                Mit 1.500 Stunden im Jahr kann man mindestens kalkulieren. Je nach dem ab welcher Temperatur man beginnt.

                                Wenn man eine Steuerung wählt muss man abwägen, mit wie viel Drehzahl die unterste Stufe läuft. Zu wenig bringt nichts. Man muss mindestens eine deutliche Brise spüren, sonst kann man sich den Strom auch sparen. 40 – 50 % haben sich oft bewährt.

                                Kuhdusche als Ergänzung

                                Es gibt Niederdruck- und Hochdruckanlagen. Ich favorisiere die Niederdruckanlage, weil weniger Technik notwendig ist. Ich kann mir es am Futtertisch und am Auslauf vorstellen.

                                Beachten muss man die Luftfeuchtigkeit. Wenn man nicht genug Luftaustausch im Stall hat kann eine Kuhdusche zu einer Sauna führen. Man macht also mehr Hitzestress als ohne Beregnung. Auch eine sehr dünne Schicht Feuchtigkeit auf der Kuh kann mehr Nachteil als Vorteil sein.

                                Intervallschaltungen haben sich hier bewährt. Am Auslauf funktioniert es oft besonders gut.

                                Fazit

                                Jeder braucht eine Kühlung für die Kühe. Damit beugt man viele Probleme vor. Man muss echten Wind auf der Kuh erreichen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, der Stromverbrauch spielt dabei eine wichtige Rolle. Nicht die reine Luftmenge, sondern mehr die Windgeschwindigkeit auf der Kuh ist entscheidend.

                                Weitere Artikel/Beiträge dazu:

                                Beitrag Praxis Agrar

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                                Beitrag von Elite Magazin

                                Neues vom Stallbau

                                Finanzierung steht, wir haben einen super Zinssatz und ein gutes Gerüst. Dazu kommt irgendwann auch eine Folge. Ein Kompaktlader ist gekauft, der später die Liegeboxen einstreuen darf und in der Bauzeit praktisch ist. Und nächste Woche geht´s los! (Mitte Juli 2020)

                                  Stallbaupost

                                  KSB 018 – 6 Fakten für das Fressgitter

                                  Ich gebe dir meine Einschätzung, ob es ein Fressgitter braucht und auf was man beim Kauf beachten sollte.


                                  Kennst du das?

                                  Du oder dein Techniker möchtest eine Kuh besamen. Die Kuh steht vor dir und weiß schon, was du vorhast. Zack, umdrehen und los geht´s. Zweimal auf und ab, bis sie endlich in der Liegebox steht und nicht mehr auskommt. Und dann trotzdem noch einmal der Rückwärtsgang und das Spektakel noch einmal. Schön, wenn die Kuh im Fressgitter schon eingesperrt wartet. 

                                    Stallbaupost

                                    Die Folge hat einen Sponsor:

                                    Der Sponsor der heutigen Folge ist die Firma Braun Stalleinrichtungen, die im Raum Bayern und Österreich tätig ist. Die Firma Braun ist mein Partner für Abtrennungen und Selbstfanggitter. Das Sicherheitsfressgitter RV hat im geöffneten Zustand eine absolute Ruhestellung und eine besonders große Öffnung. Kühe werden damit nicht mehr am Hals beengt und haben große Bewegungsfreiheit. Durch die stabile Ausführung ist es sehr lange haltbar. Im Angebot sind auch Abtrennungen und Liegeboxen. Auf Sonderwünsche kann sehr gut eingegangen werden, weil alle Teile selbst produziert werden. Hast du Interesse am Angebot der Firma besuche die Homepage braun-stalleinrichtungen.de und nimm direkt Kontakt auf.

                                    Ist ein Fressgitter notwendig?

                                    In den Bereichen Selektion und Frischmelkergruppe für mich ein klares Ja!

                                    Dort finden Behandlungen, Besamungen und Kontrollen statt. Man spart sich einfach eine Menge Zeit und kann besser Arbeiten. Wer keine großzügige Selektionsmöglichkeit hat sollte unbedingt überall ein Fressgitter einbauen.

                                    Konflikt: Fressgitter und Futteraufnahme

                                    Es gibt die Meinung durch das Fressgitter wird mehr Futter aufgenommen, weil mehr Ruhe im Stall ist. Andere behaupten das Gegenteil. Durch die Begrenzung würde die Futteraufnahme leiden. Es gibt Fressgitter, bei denen die Halsweite im offenen Zustand größer ist, diese würde ich bevorzugen.

                                    Kosten vom Fessgitter

                                    Sicherheits-Selbstfanggitter kosten (Stand: 2020) rund 150 € netto je Platz. Ansonsten braucht man nur Standrohre und Nackenriegel. Man muss sich einfach überlegen, ob einem die Vorteile es Wert sind.

                                    6 Fakten zum fressgitter

                                    1. Sicherheitsfressgitter

                                    Man versteht darunter eine Bauart, bei der sich eine Kuh nicht erdrosseln kann. Rutscht eine Kuh aus und fällt zu Boden, kann man sie trotzdem aus dem Fressgitter durch eine Öffnung unten befreien. Im geöffneten Zustand kann sich die Kuh selbst befreien. Achte hier auf den Mechanismus, sollte man zwei Öffner für oben und unten benötigen ist es nervig.

                                    Hochwertige Sicherheitsfressgitter geben in geöffneten Zustand der Kuh eine größere Halsweite. Gesetze werden immer strenger. Sicherheitsfressgitter könnten langfristig Pflicht werden. Baue deshalb keine anderen ein.

                                    Einen Vergleich verschiedener Fressgitter findest du hier.

                                    2. Platzierung der Öffner

                                    Überlege dir die Platzierung sehr gut und denke an den späteren Arbeitsablauf. 50 m täglich zusätzlich 2 x laufen bedeutet dass jeden Tag 2 min vertan sind. Ein ganzer Arbeitstag im Jahr.

                                    Eine Selektionsgruppe soll natürlich getrennt zum öffnen sein. Bedenke aber auch die maximale Anzahl der möglichen Plätze je Öffner. Hier gibt es Unterschiede bei den Herstellern.

                                    Bei uns ist die Selektion extra und das Selbstfanggitter der Herde auf zwei Gruppen unterteilt. Diese zwei Gruppen könnte man vom Melkstand aus für Gruppenuntersuchungen automatisch trennen, sind aber in der Regel zusammen.

                                    3. Einzelkuhabsperrung

                                    Gerade in kleineren und mittleren Betrieben mit einer Kuhgruppe ohne Selektion ist eine Absperrung für die Einzelkuh sinnvoll. Am Fressgitter wird dazu ein Bolzen gesteckt, sodass der eine Platz geschlossen bleibt, obwohl alle andere aufgehen.

                                    Auf den Tierarzt oder Besamungstechniker kann man so warten, ohne andere Kühe zu ebenfalls warten zu lassen.

                                    4. Fluchtmöglichkeit

                                    Laut der Berufsgenossenschaft muss mindestens alle 35 m eine Fluchtmöglichkeit vorhanden sein. Man kann im Absperrgitter einfach einen Platz durch zwei stehende Säulen ersetzen und 35 cm Luft lassen. So kommt man im Notfall schnell raus. Jeder Durchstieg einer anderen Abtrennung zählt natürlich auch.

                                    5. Richtige Einstellung

                                    Einige bauen eine leichte Neigung ein, um Druckstellen zu vermeiden. Die Kuh steht erst unten am Sockel an, bevor viel Druck an die Absperrung kommt. Wir setzen auf 7 cm Neigung.

                                    Die Halsweite sollte nicht zu eng und nicht zu weit sein. Wenn sie zu eng ist fühlen sich die Kühe nicht wohl. Jungkühe kommen aber ungewollt raus, wenn es zu weit ist. Um die 20 cm haben sich bewährt. Wenn man einen alten Stall mit Selbstfanggitter hat, kann man den dortigen Abstand nachmessen.

                                    Der Bewegungsbereich soll hoch genug und frei von Einschränkungen sein. Hier gibt es Unterschiede. Vor allem die Bügel-Varianten sind teilweise zu klein.

                                    Von der Standfläche der Kuh aus gesehen liegt der Futtertisch 20 cm – 25 cm höher. Die Barrenwand ist 50 cm – 55 cm höher als die Standfläche. Darüber ist noch das Absperrgitter montiert.

                                    6. Haltbarkeit und Stabilität

                                    Verschweißt ist oft besser als verschraubt. Achte unbedingt auf die Wandstärke und Durchmesser der Rohre. Plastik wird oft nicht so alt, deshalb bin ich in diesem Bereich kein Freund davon. Bewegliche Teile müssen sehr stabil gebaut sein. Vielleicht kannst du die gleiche Bauweise in anderen Betrieben mit 10 Jahren Alter anschauen? Wenn viele Tiere gleichzeitig zurück schrecken muss die Belastung abgefangen werden.

                                    fazit

                                    Jeder Betrieb ohne große Selektion sollte meiner Meinung nach ein Fressgitter haben. Viele Arbeiten lassen sich so schneller und einfacher erledigen. Notwendige Behandlungen schiebt man auch nicht so leicht auf. Kommt man nämlich in den Stall und weiß schon wo Kuh Berta steht ist die Hürde zum Ketose messen nicht mehr groß. Schnell kontrolliert ist man zufrieden und weiß Bescheid. Achte unbedingt auf die Stabilität und Zuverlässigkeit auf Dauer!

                                    neues vom Stallbau

                                    Wir haben begonnen um die Güllegrube aufzufüllen. Man muss sehr aufpassen, dass die Leckagefolie nicht verletzt wird. Wir haben dazu zwei Schichten alte Silofolien rumgeschlagen und darauf ein Fließ gelegt. Dann langsam mit dem Auffüllen begonnen und immer wieder gerüttelt. Wegen der nassen Witterung sind wir noch nicht fertig. Wenn´s Wetter wieder passt geht´s weiter.

                                    Außerdem haben wir uns dazu entschieden, einen Seperator fest im Stall zu installieren. Das frisch abgepresste Material soll dann mit einer Einstreuschaufel in die Liegeboxen kommen. Durch die Platzierung sind wir damit direkt auf der Stirnseite der Liegeboxen und haben kurze Wege. So soll es später ein schnelles und sauberes Einstreuen gewährleistet sein.

                                      Stallbaupost

                                      KSB 017 Güllegrube bauen – von der Genehmigung zum fertigen Behälter

                                      In dieser Folge geht es um den Bau deiner Güllegrube. Ich berichte von meinen Erfahrungen in der Planung, Genehmigung und dem eigentlichen Bau des Behälters.


                                      Denke an folgende Situation: Der Milchpreis fällt. Wann bist du angespannt? Wenn kein finanzielles Polster da ist. Ansonsten bist du zunächst entspannt und locker. Das gleiche Prinzip gilt auch bei Gülle. Zu wenig Lagerraum macht Stress. Vor allem wenn sich der Winter hartnäckig lange hält oder wenn die Düngeverordnung mal wieder strenger wird. Je nach Lage und Verhältnisse im Betrieb geht die Tendenz klar zu 9 Monaten geforderter Lagerdauer. Also kommt man irgendwann nicht um den Bau eines Behälters rum. Wie es bei uns war und welche Erfahrungen ich daraus gewonnen habe kommt jetzt:

                                        Stallbaupost


                                        Vorher noch der Sponsor der Folge. Diese Folge wird dir präsentiert von der Firma Schmid Güllegrubenbau. Ich habe meine Güllegrube mit 20 m Durchmesser und 6 m Höhe mit der Firma Schmid aus Dösingen gebaut. Die Firma Schmid bietet auch weitere landwirtschaftliche Bauten wie Biogasanlagen, Hoch- und Tiefsilos. Eine kostengünstige Lösung bietet die Firma auch für Fahrsilos an.

                                        Die L-Platten in den Höhen von 1,5 m bis 3 m vervollständigen das Angebot rund um den landwirtschaftlichen Bau der Firma aus Dösingen. Ich war mit den Leistungen sehr zufrieden. Die Mitarbeiter waren kompetent und leisteten eine hochwertige Arbeit. Auch die Abrechnung lief unkompliziert und genauso wie vorher besprochen. Für den gewählten Weg mit der Leckagefolie wurde ich sehr gut unterstützt. Hast du Interesse am Angebot von der Firma Schmid dann schau gerne auf der Homepage schmid-bauen.de vorbei.


                                        Leider gibt es zum leidigen Thema Leckageerkennung immer wieder große Unsicherheiten. Dazu später mehr. Für Behälter über 500 cbm muss ein Sachverständiger hinzugezogen werden. Unser Behälter hat 1.800 cbm, also hatten wir auch einen.

                                        Vorbereitungen

                                        Wenn man sich für den Bau eines Lagers entschieden hat geht es an die Vorbereitungen. Ich empfehle dir exakt die beschriebene Reihenfolge. Ich habe die Reihenfolge nicht eingehalten und deutlich mehr Arbeit und Ärger als nötig gehabt. Mit dieser Abfolge der einzelnen Punkte bist du schneller fertig. Für die Abschätzung der notwendigen Größe empfehle ich die Lagerraumberechnung der Düngeverordnung zu verwenden. Dort kann man den Ziel-Tierbestand eingeben und schauen, welche Größenordnung sinnvoll ist. Wie schon erwähnt empfehle ich den Behälter auf 9 Monate Lagerdauer auszulegen, vor allem wenn man viel Acker und wenig Wiesen bewirtschaftet. Bei gleichem Lagerraum kostet Höhe in der Regel weniger als ein größerer Durchmesser. Denkbar kann auch eine Lagune sein. Vor allem wenn der benötigte Platz keine Rolle spielt, kann es eine kostengünstige Alternative sein. Man sollte aber auch die Haltbarkeit bedenken: Eine Folie hält nicht so lang wie Beton.

                                        Standort

                                        Dann geht´s an die Wahl des passenden Standorts. Lese dir auch gern dazu die Folge 15 kuhstallbau.com/015 zur Standortwahl durch. In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz wird klassisch oft ein tiefer Behälter gebaut. Mittel- und Norddeutschland dagegen oft oberirdisch. Zunehmend ein Problem stellen Gülleleitungen dar.

                                        • Unterirdisch außerhalb vom Gebäude ist in der Regel eine Leckageerkennung notwendig
                                        • Möglich wäre ein einsehbarer Schacht, also U-Teile aus Beton und Deckel drauf
                                        • Damit ist es einsehbar, kostet aber auch zusätzliches Geld

                                        Angebote

                                        Als nächstes lässt man sich Angebote erstellen. Vor allem wenn man noch mehrere Varianten hat, macht eine Absprache mit den Herstellern vor der Genehmigung Sinn. Die Leckageerkennung sollte man sich gleich mit anbieten lassen.

                                        Leckageerkennung

                                        Dazu muss man wissen, dass nicht einsehbare Bereiche mit einer Leckagerkennung ausgestattet werden müssen. Also alles was sich im Boden befindet. Wenn man ein DiBT-zugelassenes System baut bekommt man immer die Genehmigung. Diese Systeme sind aber teurer, teilweise deutlich aufwendiger bei der Montage und es braucht eine Sonde für die Flüssigkeitserkennung, von der ich nicht begeistert bin.

                                        Eine Sondergenehmigung spart Kosten. Ob diese durch das Landratsamt geht hängt aber von der jeweiligen unteren Wasserschutzbehörde ab. Da entscheidet jeder Landkreis anders. Uns hat der Landrat geholfen. Bis zu dem Termin mit Ihm war unsere Behörde äußerst restriktiv, durch die Entscheidung vom Landrat wurden die Mitarbeiter darauf angewiesen, Sondergenehmigungen zu erteilen.

                                        Sie dürfen es, müssen aber nicht. Höre dich um, wie dein Landkreis damit umgeht. Österreich geht einen einfacheren Weg. Wände und Boden werden einfach dicker betoniert.

                                        Hat man den Behälter mit dem Preis-Leistungsverhältnis gefunden und einen Vertrag unterschrieben geht´s endlich an die Erstellung eines Eingabeplans.

                                        Eingabeplan

                                        Dies bieten einige Hersteller mit an oder man beauftragt ein extra Planungsbüro. Wenn die Zeit reicht macht man es erst nach dem Kauf, um genau das gekaufte Leckagerkennungssystem drin zu haben. Dies spart Ärger und Zeit für die Genehmigung der Güllegrube.

                                        Baugenehmigung

                                        Nun wird das Projekt überprüft. Wenn nichts vorwärts geht hilft nachtelefonieren und schnell alles nachreichen, was möglicherweise noch gefordert ist. Es kann sein, dass man innerhalb eines Monats seine Genehmigung für die Güllegrube in der Hand hält, kann aber auch ein Jahr und länger dauern.

                                        Baubeginn

                                        Mit dem Hersteller spricht man sich ab, wann mit der Güllegrube begonnen wird und hebt vorher das Loch aus. Dazu bekommt man den Aushubplan. Mach am besten bis ganz außen eine komplett ebene Fläche. Man läuft sehr oft rum und wir hatten an einer Stelle zu schräg nach oben, dort rutscht man auf der Folie schnell aus.

                                        So war unser Bauablauf:

                                        Woche 1

                                        • 1. Tag
                                          • Schutzflies, Folie und Drainflies ausgelegt
                                          • Randschallung aufgestellt, weil Eisen noch nicht da war
                                          • Dann Eisen reinflechten
                                          • Betoniert, später Korb für Säule geflechtet
                                        • Gut: Genug Leute waren da (Wir mussten 4 stellen, zusätzlich waren noch Vater und Schwiegervater dabei)
                                        • Nicht gut: Kran ging am Anfang nicht, Eisen war nicht gleich da, einmal 45 min Pause zwischen zwei Betonmischer

                                        • 2. Tag:
                                          • Schalung der Bodenplatte weg geräumt
                                          • Äußeren Ring aufgestellt
                                          • Unten rum Schalung ausgerichtet, Gerüst außen aufgestellt, dann 2. Lage rum
                                          • Eisen rein, erst untere Lage dann obere Lage mit Abstandsräder fertig gemacht
                                          • Zweite Lage Eisen rein
                                          • Innenwand aufgestellt. Erst Zubehör rein dann Schalung aufgestellt
                                        • Gut: Bei Eisen rein bauen hatten alle gut Arbeit, Schalung aufstellen ist Krangeschwindigkeit begrenzend

                                        • 3. Tag
                                          • Obere Innenschallung aufgestellt
                                          • Gerüst innen und außen aufgebaut
                                          • Alles für betonieren vorbereitet
                                          • Betoniert
                                          • Obere Außenschalung aufgestellt
                                        • Gut: schnell gegangen
                                        • Nicht gut: teilweise Leerlaufzeit zwischen fertig vorbereitet und betonieren

                                        • 4. Tag
                                          • Äußere und innere Eisenmatte rein
                                          • Innenschallung rein gebaut
                                          • Betonieren vorbereitet
                                          • Pilz in die Güllegrube aufgestellt und Eisenkorb rein
                                        • Nicht gut: Innenschalung gezwickt und deshalb Zeit verloren

                                        • 5. Tag
                                          • Obere Wand und Pilz betoniert
                                          • Wand geglättet und gleich wegen Regen zugedeckt
                                          • Gut: zügig gegangen
                                        • Nicht gut: Starkregen bevor es fertig war

                                        Woche 2

                                        • 6. Tag
                                          • Innenschallung abgebaut
                                          • Gerüst zurück gebaut
                                          • Wasser raus gepumpt
                                          • Innen alles raus geräumt
                                          • Gekehrt
                                          • Außenschalung abgebaut, Gerüst zurück gebaut
                                          • Wasser in die Güllegrube rein laufen lassen für Dichtheitsprüfung

                                        • 7. Tag
                                          • Schalung war nicht eng genug für den Transport in die Container gestellt – umrichten war nötig
                                          • Gerüst abgebaut
                                          • Fertig ausgeschalt
                                          • Flies sauber gemacht
                                          • Auflieger voll gemacht
                                          • Anker für Folie gesetzt
                                          • Drainageschlauch gelegt
                                          • Folie aufgehängt mit Kran der Firma
                                          • Flies hoch geschlagen
                                          • Folie nach oben geschlagen, in Spanngurt eingefädelt
                                          • Folie passend abgeschnitten
                                          • Y Schürze runter geklappt
                                          • Gut: Folie an die Wand hängen besser gegangen als vorher gedacht
                                          • Nicht gut: Folie schlampig auf der Rolle, deshalb abrollen nicht so gut gegangen

                                        • 8. Tag
                                          • Anschlüsse der Prüfrohre in die Folie montiert
                                          • Sachen zusammen geräumt
                                          • Alles weg geräumt
                                          • Bauabnahme gemacht

                                        Dichtheitsprüfung eine woche später

                                        • Tisch und Strom neben die Grube
                                        • Messgerät vorbereiten und in die Grube stellen, halber Meter Wasser drin
                                        • Messung starten
                                        • Zwei Stunden kein nennenswerter Pegelabfall -> bestanden

                                        Allgemeines zum bau

                                        Der Kran ist oft der begrenzende Faktor, weil er einfach eine gewisse Zeit braucht. Er ist umso schneller, je näher er an der Grube steht. Deshalb so nah wie möglich an die Grube ran und beim ausbaggern schon daran denken. Es gibt oft Zeiten, in denen nicht alle Helfer gebraucht werden können. Ich habe mich mit dem Kappo abgesprochen und war dann auch mal nicht da oder jemand ist früher weg. Am besten wäre für die Betonpumpe ein Platz neben dem Kran, dann müsste der Kran nicht jedes Mal abbauen. Hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Man braucht unbedingt genug Platz für Schalung und Zubehör. Wenn Beton nicht zeitig kommt stehen viele Leute rum. Kann man aber wenig dagegen machen. Lege unbedingt eine Baufolie auf das Flies, sodass es nicht schmutzig wird. Ideal sind 1,5 m komplett ebener Arbeitsraum um die Bodenplatte.

                                        Kosten

                                        • Genehmigung der Güllegrube durch das Landratsamt
                                        • Bodengutachten
                                        • Erdbewegung
                                        • Behälter an sich:
                                          • Mauerdurchführung?
                                          • Einstieg bei Decke?
                                          • Betonfremdüberwachung?
                                          • Mehrbeton?
                                          • Mittelstütze?
                                          • Betonpumpe?
                                        • Lohnkosten bei Teilmontage
                                        • ggf. Übernachtung Monteure
                                        • Verpflegung der Arbeiter
                                        • Leckagerkennung
                                        • Sachverständiger
                                        • Bewährungsabnahme
                                        • Gesamt inkl. MwSt, Baggern, eigener Zeitansatz und alle Kosten ca. 90.000 € (Mai 2020)

                                        FAzit

                                        • Plan und Genehmigung muss gut vorbereitet sein, halte dich an die Reihenfolge
                                        • Bedenke die dafür notwendige Zeit
                                        • Überlege gut, ob du selber mitarbeitest oder den Behälter mit Vollmontage kaufst
                                        • Wenn mal angefangen ist, geht´s schnell vorwärts

                                        Vielen Dank an den Sponsor der Folge Behälterbau Schmid aus Dösingen!


                                        neues von unserem Stallbau

                                        Es laufen gerade Gespräche zur Finanzierung, die sind aber fast abgeschlossen. Einige Bereiche wie Lüftung und Gülletechnik sind noch offen, einiges wurde auch abgeschlossen. So kommen die Curtains und Rolltore von Oberleitner Windschutz und auch mit dem Fliesenleger ist alles fest vereinbart. Die Tore für die Kraftfutterstation und einige andere Sachen schweißen wir selbst, damit haben wir nun auch angefangen.

                                          Stallbaupost

                                          KSB 016 Neuer Stall in dieser Zeit – bin ich verrückt?


                                          Wie ist deine innere Haltung zum Projekt? Warum solltest du dich nicht von oberflächlichen Aussagen unterkriegen lassen und warum sollte man immer langfristig denken?


                                          Ich hatte vor kurzem ein gutes Gespräch mit einem Kollegen. Er klagte dabei, dass ihm einige Landwirte den geplanten Stallbau schlecht reden: „Wie kann man bei diesen Kosten einen Stall bauen?“, „Bei dieser unsicheren Lage!“, „Mit diesem politischen Rahmen!“, “ Und immer strengeren Gesetzen?“. Sogar ein Milchkuhhalter, der vor wenigen Jahren einen Stall gebaut hat rät ihm heute davon ab: „Ich würde heute keinen Stall mehr bauen“. Das nagt natürlich an den Nerven und solche Aussagen können einem ganz schön zusetzen. Auf die letzte Folge zur Standortwahl gab es einige Kommentare.

                                          Zwei Ansichten möchte ich dir hier mitgeben:
                                          • „In der momentanen Situation bauen? Nur wenn ich vorher im Lotto gewinne. Alles sehr sehr ungewiss die Zukunft der deutschen Landwirtschaft. Zudem ist bauen sehr teuer geworden.“
                                          • „Antizyklisch investieren (Daumen hoch)“ – Wie soll man also diese Aussagen Einordnen? Wer hat Recht? –

                                            Stallbaupost

                                            Bevor ich meine Meinung abgebe noch zwei Definitionen dazu:

                                            Glaubenssätze sind Meinungen und Überzeugungen, die wir uns aus bestimmten Erlebnissen und Erfahrungen gebildet haben. Es gibt gute und schlechte Glaubenssätze. Die einen hindern uns beim vorwärts kommen und andere helfen uns dabei.

                                            Beispiele:

                                            • Geld stinkt – Ich gehe gut mit Geld um
                                            • Freu Dich nicht zu früh – Vorfreude ist die schönste Freude
                                            • Keine Zeit – für das wichtige nehme ich mir Zeit
                                            • Ich kann das nicht – Ich kann alles erreichen was ich mir vornehme
                                            • Mein Alter ist zu hoch – ich bin im besten Alter

                                            Je nach dem, wie wir denken können wir uns entweder blockieren oder richtig gut vorwärts bringen.


                                            Mindset

                                            Mindset ist unsere innere Einstellung und die Art wie wir Denken. Ein positives Mindset ist notwendig für den Erfolg vom Vorhaben. So wie wir ständig denken, so handeln wir auch. Und wenn du einen Stallbau vor Dir hast empfehle ich dir dringend einen positiven Blick in die Zukunft zu haben. Wahrscheinlich hast du den aber sowieso, sonst würdest du dich nicht für den neuen Stall ernsthaft interessieren. Merke dir einfach: Was du in deinen Kopf rein lässt, beispielsweise sinnlose Informationen (Nachrichten, Facebook, …), kommt in der Form von Gedanken auch wieder raus. Man kann aber auch, so wie du auf kuhstallbau.com https://kuhstallbau.com Informationen sammeln und vorwärts kommen.

                                            Wer hat jetzt aber Recht – ungewisse Zukunft oder Antizyklisch investieren?

                                            Irgendwie hat jeder Recht, aus seiner jeweiligen Sicht.
                                            Wenn ich einen neuen Stall oder Umbau plane, habe ich unendlich viele Überlegungen zu verschiedenen Varianten gehabt. Ich habe mich lange mit der Planung beschäftigt. Ich bin mir sicher dass mir Milchkühe Spaß machen. Deshalb möchte ich etwas schaffen dass es den Kühen noch besser geht. Ich möchte den Betrieb verbessern, den Hof entwickeln und die Zukunft gestalten.

                                            Und wie sieht es mein Gegenüber mit der ungewissen Zukunft?

                                            Seine Sichtweise ist sein Ergebnis von seinen Erfahrungen und Glaubenssätzen. Er glaubt, dass der neue Kuhstall sich als Fehlentscheidung raus stellt und möchte dir dies bewusst machen. Vielleicht fürchtet er eigene Nachteile aus Konkurrenzgedanken oder weil der Stall ihn irgendwie stört. Vielleicht ist er einfach ein Pessimist und hat pauschal Angst vor der Zukunft. Er wird deine Sichtweise wahrscheinlich nicht versehen.

                                            Wie reagiere ich nun bei solchen Aussagen?

                                            Erstmal möchte ich raushören, ob konkrete Probleme für mich dabei sind. Oder ist es allgemeines jammern? Ich höre gern die Meinung von anderen, auch wenn diese gar nicht meiner Meinung entsprechen. Man kann ja ruhig offen diskutieren, ohne dass ich den anderen von meiner Sichtweise überzeugen möchte.
                                            Ich denke es ist sinnvoll zu überlegen, ob mich die Argumente konkret treffen. Ich finde aber man muss immer langfristig denken und sich bewusst sein, dass es immer wieder Krisen geben wird. Viele Krisen kann man aber mit einem notwendigen finanziellen Puffer abfedern. Es ist auch wichtig, sein Mindset positiv zu entwickeln. Gute Gedanken sind förderlich und steigern auch deine Zufriedenheit, schlechte Gedanken belasten dich ständig.

                                            Ein großer und entscheidender Unterschied

                                            Es gibt Unsicherheiten in der Zukunft, die ich beeinflussen kann und andere, die ich nicht beeinflussen kann.
                                            Leg den Fokus immer auf Dinge, die du beeinflussen kannst! Die Wirtschaftlichkeit deiner Tierhaltung kannst du beeinflussen. Wenn du etwas Neues machst, mach es nur wenn es wirtschaftlich ist. Habe deine Kosten im Blick und schaue was du optimieren kannst. Sie dir dazu auch die Folge 8 mit dem Flaschenhals https://kuhstallbau.com/ksb-008 an. Jeder Betrieb hat Möglichkeiten zur Optimierung. Je nach dem auf welchem Niveau du bist, mehr oder weniger.


                                            Unsicherheiten, die ich nicht beeinflussen kann verfolge ich für langfristige Einschätzungen. Ich setze aber keine Energie darauf. Ich überlege mir nur, wie ich damit umgehe. Der politische Rahmen ist vorgeben und daran muss ich mich halten. Als einzelner Betrieb habe ich keine Chance mich dagegen zu wehren. Der Milchpreis ist wie er ist, ich halte meine finanziellen Polster wenn er sinkt und mache Rücklagen wenn er hoch ist. Für meine Wirtschaftlichkeit ist der langfristige und durchschnittliche Milchpreis über viele Jahre entscheidend. Wenn ich damit auskomme, kann ich mich weiter entwickeln, wenn er mit meinen Gegebenheiten bei weitem nicht reicht ist vielleicht irgendwas abseits der Milchproduktion oder eine Nische besser für mich. Ich muss mir bewusst sein, dass der Milchpreis immer schwanken wird, es dauerhaft nie ein extrem hohes Niveau geben wird und darauf muss ich mich ausrichten.

                                            Unterstützung der Landwirtschaft


                                            Ich möchte damit weder den politischen Rahmen noch für den Milchpreis die Tatsachen schön reden. Ich finde ich unsere Berufsvertretung muss unterstützt werden und setze mich auch selbst für unsere Zukunft ein. Es hilft aber keinen einzelnen Betrieb, immer nur laut zu schreien und nicht selbst seinen Betrieb für die Zukunft und Krisensicher aufzustellen.
                                            Ein weiterer Punkt den man sich bewusst sein muss und man nichts dagegen tun kann ist die Inflation. Der geldpolitische Wille sind 2 % Inflation im Jahr. Das bedeutet, dass ich mir in 35 Jahren mit 1.000 € nur noch den Wert von 500 € erkaufen kann. Anders gesagt brauche ich 2.000 € um das zu kaufen, was heute 1.000 € kostet. Ich muss also jedes Jahr ein klein wenig mehr erwirtschaften, um die Kaufkraft zu erhalten.

                                            → Ganz entscheidend ist zu dem zu stehen, für was ich mich entschieden habe. Und egal wie viel Kritik kommt, sein Ziel immer vor Augen zu haben und dafür einzustehen. Wenn man seine Sache aus Überzeugung macht, überlegt handelt und sich ständig weiterentwickelt, wird man fast immer erfolgreich damit sein.

                                            Fazit

                                            – Deine innere Haltung ist entscheidend für deinen Erfolg!
                                            – Lass dich nicht von oberflächlichen Aussagen unterkriegen!
                                            – Denke unbedingt langfristig!

                                            Was gibt´s neues von unserem Stallbau?

                                            Die Güllegrube hat die Dichtheitsprüfung bestanden. Erste Gespräche zur Finanzierung sind geführt worden, einen ausführlichen Bericht gibt’s nach Abschluss in einer extra Folge.
                                            Die neue PV mit 55 kWp ist fertig und liefert Strom, leider erst im Mai und somit mit einer niedrigeren Vergütung.

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                                              KSB 015 – 7 Kriterien für die Standortwahl vom neuen Kuhstall und deiner Weiterentwicklung


                                              Wie du auf die passende Standortwahl für deinen neuen Kuhstall kommst, welche Einflussfaktoren es gibt und warum du unbedingt viele Jahre voraus denken solltest erläutere ich hier.


                                              Die Entscheidung für einen neuen Standort ist nicht leicht. Dies gilt sowohl für den Bau eines neuen Kuhstalls als auch bei einer direkten Aussiedelung vom ganzen Betrieb. Viele Standortfaktoren müssen gleichzeitig erfüllt sein:

                                              1. Abstände müssen eingehalten werden
                                              2. rechtliche Situation muss es zulassen
                                              3. Bebaubarkeit muss gegeben sein
                                              4. Erschließung ist notwendig
                                              5. betriebliche Situation beachten
                                              6. langfristig für den Betrieb denken
                                              7. eigene Wünsche und Interessen berücksichtigen

                                              Wie beachtet man alles für die Standortwahl und klärt dies mit geringen Kosten ab?

                                              1. Abstände müssen eingehalten werden

                                              Überall bekannt sind Abstände zur Wohnbebauung. Grob kann man sagen, dass für 100 GV 40 m und für 200 GV 60 m zur nächsten Wohnbebauung eingehalten werden müssen. Dabei zählen auch eigene Mietwohnungen. Das Betriebsleiter- oder Altenteilerhaus zählt dabei nicht. Bedenken muss man auch Erweiterungen. Ist man mitten im Ort gelten die Abstände auch. Je nach Entscheidung im Landratsamt kann so eine Erweiterung teure Kamine und geschlossene Wände zur Folge haben. Benachbarte Wohnbebauungen können auch näher kommen, wenn Bauland ausgewiesen wird. Für den Bestand gilt Bestandsschutz, Erweiterungen können aber auch wieder schwieriger werden.

                                              Abstände müssen auch zu empfindlichen Ökosystemen wie Wald oder Biotopen und zu Schutzgebieten wie FFH, Naturschutzgebieten oder zum Nationalpark eingehalten werden. Ein Kollege hat deshalb ein Gutachten für seinen neuen Stall gebraucht.

                                              Auch zu anderen Tierhaltungsanlagen kann besonders in großen Strukturen Abstand verlangt werden und sinnvoll sein. Ab 600 Rindern fällt man unter das Bundes-Immissionsschutzgesetz, dann ist nicht mehr das Landratsamt für die Prüfung zuständig.

                                              Kläre die Abstände mit der unteren Naturschutzbehörde und der Immissionsschutzbehörde vorab.

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                                                2.Rechtliche Situation muss es zulassen

                                                Bauen im Außenbereich ist grundsätzlich privilegiert. Dadurch sind Bauvorhaben wie Ställe viel einfacher möglich, als es sonst wäre. Trotzdem gibt es noch Gründe, die einem Vorhaben im Weg stehen. Gibt es ein übergeordnetes Raumordnungsverfahren? Ein Kollege darf seinen Stall nicht bauen, weil an dieser Stelle die Bahntrasse für den Brennernordzulauf gebaut werden könnte.

                                                Ist die Fläche im Eigentum? Wenn ein Standort auf fremden Eigentum ideal wäre, findet sich vielleicht eine Lösung wie Kauf oder Tausch.

                                                Auch Gewässerschutz, Hochwasserschutz und ein Wasserschutzgebiet kann einen Standort ausschließen oder Bodendenkmäler den Bau erschweren.

                                                Kläre fragliche Punkte durch Anfrage an die Gemeinde, der unteren Wasserbehörde oder auch der Denkmalschutzbehörde.


                                                3. Bebaubarkeit muss gegeben sein

                                                Ist das Gelände so unförmig wie bei uns, fallen deutliche Mehrkosten an. Bis zu 3,5 m mussten wir weg baggern und daneben verfüllen. Dazu braucht es eine Auffüllgenehmigung. Es ist aber kein Ausschlusskriterium für eine Standortwahl, wenn er sonst einfach gut passt.

                                                Der Grundwasserstand, die Bodenart wie Moorboden oder Überschwemmungsgefahr können einen Standort im schlechten Fall auch ausschließen.

                                                Kläre fragliche Punkte mit deinem Tiefbauunternehmer, er hat in der Regel Erfahrung mit den örtlichen Voraussetzungen.


                                                4. Erschließung ist notwendig

                                                Wenn der Standort nicht direkt neben der Hofstelle ist, muss er neu Erschlossen werden. Dafür können wie bei einem Kollegen Kosten von 200.000 € für die Straße und Leitungen anfallen. Unmittelbare Nähe zur Hofstelle hat eine Menge Vorteile, mehr dazu auch in Folge 6 zur Erschließung. Beachtet werden muss auch die Entwässerung, wenn wie bei uns keine Versickerung möglich ist. Gebäude über 1.000 qm haben größere Auflagen. Auch der Brandschutz muss gewährleistet werden.

                                                Für Fragen um die Erschließung ist die Gemeinde und der Stromversorger zuständig.


                                                5. Betriebliche Situation beachten

                                                Wie steht´s um die Flächenausstattung, Eigentumsverhältnisse und der Arbeitskräftebesatz? Wie ist der finanzielle Spielraum? Es ist wichtig, auf seine Ausgangssituation aufzubauen und immer daraus das Beste zu machen.

                                                Hole dir Hilfe durch Beratung. Es gibt gute Angebot von Maschinenringen und Bauernverband. Auch die Ausbildung zum Meister, Techniker und Agrarbetriebswirt beschäftigt sich zurecht stark mit der Ausgangsituation.


                                                6. Langfristig für den Betrieb denken

                                                Ein Milchkuhbetrieb muss sich ständig weiterentwickeln. Wer nicht mit der Zeit geht, mit dem geht die Zeit heißt es zurecht. Dabei müssen es nicht immer die großen Veränderungen sein. Auch kleine Projekte bringen dich vorwärts. Vor einer Erweiterung oder einem Stallneubau muss man die strategische Betriebsplanung langfristig ausrichten. Gehe ich lieber in die Richtung:

                                                • Vermarktung: Nischen besetzen/direkt vermarkten
                                                • Wachstum: Größendegression nutzen/effektiver Arbeiten
                                                • Vermögenssicherung: Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude/gute Verwertung alte Hofstelle und neue Aussiedlung

                                                Je nach Ausrichtung muss man an vieles Denken. Eine neue Hofstelle muss gut durchdacht werden und die Möglichkeiten für Erweiterungen bieten, auch wenn man nicht konkret erweitern möchte. Fahrsilos sollten möglichst gesammelt in einer Anlage stehen. Man braucht genug Platz für Güllelager, Jungviehplätze, Kälber-, Trockensteher und Abkalbebereiche und das Ganze muss arbeitswirtschaftlich einfach zum Erledigen sein. Auch in die Zukunft gedacht kann vom Verbraucher Weidegang oder besonders tiergerechte Haltung besser bezahlt werden. Umso kleiner die Hürde, desto leichter nimmt man an solchen Programmen teil. Es macht auch Sinn, den Stall Biokonform zu bauen, um bei einer Umstellung wenig Umbauten zu haben.


                                                7. Eigene Wünsche und Interessen berücksichtigen

                                                Man hat mehr Erfolg, wenn man was gern macht. Lass dich nicht von außen treiben, wenn manche sagen, was scheinbar das Richtige ist. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und diesen konsequent gehen. Schließlich muss man auch die Folgen seines Handelns ausbaden oder darf die Früchte der Saat ernten.


                                                Bei der Standortwahl ist es also wichtig, dass mein Weit vorausdenkt. Es gibt viele Einflussfaktoren, die bei der Standortwahl eine Rolle spielen. Man muss wissen, wo man hin möchte und auch an vieles Denken. Nur so hat man später einen guten und durchdachten Arbeitsablauf.


                                                Neues vom STallbau

                                                Die Güllegrube ist gebaut. (Mehr dazu in Folge 17) In 8 Arbeitstagen wurde die Grube mit 20 x 6 m gebaut. Der Kranfahrer und ein Kappo kamen von der Firma und wir stellten zusätzlich Arbeitskräfte. So ging es gut und zügig von der Hand.

                                                  Stallbaupost

                                                  KSB 014 – 5 Punkte zu Arbeit sparen mit einer Tierselektion

                                                  Jeden Tag verbringst du Zeit mit der Suche nach bestimmten Kühen. Wann eine TierSelektion Sinn macht, welche Vor- und Nachteile es gibt und auf was man achten sollte erfährst du hier!


                                                  Ich messe täglich bei den Frischabkalbern die Körpertemperatur und mache nach dem 3. und 10. Tag einen Ketosetest. Dafür laufe ich täglich durch die Herde und suche mir die Kühe raus. Durch eine Markierung am Schwanz finde ich sie noch leichter. Oft sind sie aber nicht im Fressgitter und somit ist es nicht praktisch. Außerdem muss eine Kuh, die noch nicht fit ist durch den ganzen Stall zurück in den Strohbereich. Dadurch wird der ganze Stall unruhig. Es ist also viel mehr Stress als es sein müsste. Kennst du solche Situationen? Deshalb kommt in den neuen Stall eine automatische Tierselektion.

                                                  1. Was sind die Vorteile?

                                                  Arbeitszeitersparnis: 5 Minuten am Tag sind 30 Stunden im Jahr. Man spart sich einfach viel Zeit bei der Suche.

                                                  Weniger Stress: Kühe müssen zur Klauenpflege oder umstellen in die Strohbox nicht extra aus der Herde geholt werden.

                                                  „Special Needs Bereich“: Darin sind Kühe bis 10 Tage nach der Kalbung. Fieber messen ist ohne lange Suche möglich. Und man hat eine viel bessere Übersicht über die Kühe in der anfälligen Zeit.

                                                    Stallbaupost

                                                    2. welche nachteile entstehen?

                                                    Extra Platz: Platz kostet immer Geld. Auch ist zusätzliche Technik notwendig, die in meinem Fall rund 5.000 € kostet. Es ist auch eine Trennung der Tiere, was vereinzelt zu Stress führen kann.

                                                    Extra Arbeit: Durch Pflege und Reinigung des separaten Bereiches kann extra Arbeit anfallen.

                                                    3. Ausstattung und Anforderungen einer Tierselektion

                                                    Der Platz muss irgendwo direkt nach dem Melken sein. Es darf aber dabei der Tierfluss nicht ins stocken geraten. Wenn Kühe den ganzen Tag drin sind müssen auch alle Anforderungen der restlichen Herde erfüllt sein: Uneingeschränkter Zugang zu Futter, Wasser und ein Liegebereich. Am besten sind Plätze direkt am Futtertisch, weil ein extra Futterplatz viel Arbeit bedeutet. Der Liegebereich sollte direkt mit den restlichen Liegeboxen in der Pflege „mitlaufen“ oder ein Strohbereich gut zugänglich sein. Hier muss man auch auf eine einfache Entmistung achten.

                                                    Die Box soll an einem zentralen Punkt im Stall sein, sodass ein freier Zutrieb zu anderen Stallbereichen und zur Verlademöglichkeit möglich ist. Auch ein Klauenpflegestand sollte in direkter Umgebung fest platziert sein. Wenn die Vorbereitung nur minimal ist, nimmt man die Hürde für die Behandlung einer lahmen Kuh auch bei ungünstigen Zeiten.

                                                    Sichtkontakt zur restlichen Herde ist vorteilhaft für eine spätere schonendere Eingliederung. Bei der Beleuchtung spart man nicht, um bei Behandlungen besonders gut zu sehen.

                                                    Eine Abkalbebucht sollte nie als Krankenbucht verwendet werden. In großen Beständen empfiehlt sich ein Gruppenbehandlungsstand, um noch einfacher arbeiten zu können.

                                                    4. Beispiel für die Anordnung:

                                                    Im Roboter lässt sich die Tierselektion leicht nach dem Ausgang platzieren und die Kuh wird somit direkt beim verlassen in die richtige Bucht geleitet. Eine gute Möglichkeit bietet die Platzierung des Roboters so, dass dahinter eine Gruppe Platz findet. Sie ist also am gleichen Futtertisch, wie auch die restliche Gruppe und kann als Sondergruppe auch gesammelt durch den Roboter geschickt werden. Besonders praktisch ist es bei mehreren Kannenkühen gleichzeitig.

                                                    Bei Melkständen ist am Austrieb eine automatische Tierselektion platziert. Es gibt auch die Möglichkeit, per Knopf das Tor auszulösen. Sollte keine Kuherkennung im Betrieb vorhanden sein, kann es umgesetzt werden.  Am Rücktrieb platziert können auch mehrere Gruppen extra selektiert werden. Bei einem Schnellaustrieb, wo die Kühe um den Wartebereich zurück gehen braucht man entweder zwei Selektionseinheiten oder man platziert diese am Quergang dahinter.

                                                    Im Karussell ist es Stirnseitig hinter dem Vorwartebereich möglich, wenn links und rechts Liegehallen sind. Ansonsten bietet sich der Rücktrieb am besten an.

                                                    5. Bei uns als Beispiel:

                                                    Am Ausgang vom Melkstand befindet sich eine 3-Wege-Selektion. Nach rechts geht es in die Tierselektion, links zurück in die Herde. Der Weg in der Mitte ist wählbar zwischen einer Untergruppe der Herde links oder eine Unterteilte Selektion rechts. Es ist auch der Klauenpflegestand fest in der Selektion. Der erhöhte Fresstand zieht sich einfach den ganzen Futtertisch entlang durch. Auch alle Laufgangachsen sind durchgehend. Wir haben 7 Tiefbuchten für die normale Selektion, was gleichzeitig der Special Needs Bereich ist. Geplant sind darin Problemkühe und alle bis 10 Tage nach der Kalbung. 3 Weitere Plätze sind Hochboxen mit Gummimatte, die extra abgetrennt werden können. Darin können brünstige Kühe extra abgetrennt werden. Direkt daneben befindet sich eine Strohbucht. Ich muss Kühe allerdings extra dort rein treiben.

                                                    Durch eine Kuhbremse soll sichergestellt werden, dass auch wirklich jede Kuh einzeln selektiert wird und die 99 %ige Trefferquote umgesetzt wird.

                                                    Wir planen die Kühe der Selektion gesammelt durch den Melkstand in den Vorwartebereich zu treiben, um diese gesammelt am Anfang oder zum Schluss zu melken.


                                                    Fazit

                                                    Ab einer Größe von 50 – 100 Kühen sollte auf jeden Fall mit einer Selektion gearbeitet werden, es spart deutlich mehr tägliche Arbeitszeit als es kostet. Außerdem nimmt man Stress aus der Herde, weil man nicht mehr Kühe suchen und raus selektieren muss.

                                                    Neues vom eigenen STallbau

                                                    • Es liegt eine Telefonleitung für den Bau im Weg. Diese wird kostenlos direkt neben die Straße gelegt.
                                                    • Morgen beginnt der Güllegrubenbau, soweit ist alles vorbereitet (Wenn du es am Erscheinungsdatum liest)

                                                      Stallbaupost

                                                      KSB 013 So vergisst du keine Ideen und setzt Projekte zielstrebig um

                                                      Wie du deine besten Ideen zur Umsetzung bringst und keine Projekte mehr vergisst erfährst du hier. Außerdem bringt es dir einen großen Vorteil für deinen Stallbau.

                                                      Hast du viele Baustellen gleichzeitig offen? Werden diese Baustellen irgendwie nicht so recht fertig? Und dann kommt schon wieder eine neue Sache, die am besten sofort umgesetzt werden sollte… Ich habe lange Jahre viel angefangen, aber einiges davon irgendwie nicht fertig gemacht. Seit längerem passiert es mir zum Glück nicht mehr, weil ich auf eine Lösung gestoßen bin. Diese Lösung, die bei mir sehr gut funktioniert möchte ich dir nun vorstellen:

                                                      Das Problem

                                                      Neue Ideen sind oft sehr spannend und interessant. Sie wollen am besten sofort umgesetzt werden. Aber irgendwie verliert man mit der Zeit die Motivation dazu. Und vor allem wenn dann auch noch die tägliche Arbeit dazu kommt rückt das angefangene Projekt noch weiter in den Hintergrund. Irgendwann kommt wieder eine geniale Idee, das alte Projekt ist aber noch nicht fertig.

                                                        Stallbaupost

                                                        Die Lösung

                                                        Du lädst die Notizen App Evernote auf dein Handy und erstellst ein Notizbuch „Ideenbox“. Du schreibst dir ALLE Ideen, die du im Kopf oder irgendwo notiert hast dort hinein. Auch in Zukunft kommen alle Ideen hinein. Du hast dein Handy immer dabei und somit auch immer und überall die Möglichkeit, einen Einfall dort sofort rein zu packen. Dir gehen damit auch keine Ideen mehr verloren. Was ist ärgerlicher, als eine gute Idee zu vergessen?

                                                        Vorteile

                                                        • Ideen bleiben erstmal liegen und können dort reifen.
                                                        • Du machst dein Silo ja auch nicht direkt nach dem befüllen wieder auf.
                                                        • Auch die beste Idee liegt dort mindestens zwei Wochen, so kannst du die Idee reifen lassen, Gedanken dazu schreiben und optimieren
                                                        • Deine ganzen Ideen konkurrieren Gegeneinander, die beste Idee wird ein Projekt und umgesetzt
                                                        • Du vergisst garantiert nichts
                                                        • Motivation, alte Projekte fertig zu machen steigt

                                                        für den Stall- und umbau nutzen

                                                        Wenn du demnächst einen Stallbau oder Umbau planst, sammle alle Ideen zum Stallbau in einem eigenen Notizbuch „Ideenbox Stallbau“. Nach einem Gespräch mit einem Berufskollegen, einen Vertreter, einer Stallbesichtigung oder einem Messebesuch schreibst du dir alles, was du dir in diesem Moment denkst in das Notizbuch. Stehst du dann kurz vor der wirklichen Planung, liest du dir alles durch und schreibst raus, was du wirklich umsetzen möchtest. Bevor der Plan fertig ist, liest du nochmal alles durch und kontrollierst, ob du wirklich nichts vergessen hast.

                                                        So habe ich viele Fragezeichen in der Planung durch Lösungen ausgetauscht. Man vergisst leider die Gespräche sonst zu schnell, die schon ein Jahr zurück liegen.

                                                        die Regeln

                                                        1. Erstelle ein Notizbuch „Ideenbox“ in Evernote.
                                                        2. Eine Anleitung und ein Beispiel von mir findest du im Bonusbereich. Du kommst dorthin wenn du dich zur Stallbaupost anmeldest.
                                                        3. Du kannst auch Privates vom Betrieb trennen, indem du zwei Ideenboxen erstellst.
                                                        4. Limitiere die gleichzeitig offenen Projekte auf eine für dich passende Art und Weise.
                                                        5. Ich habe max. 2 große Projekte:
                                                          • Dauerprojekt Landwirtschaft
                                                          • Stallbau
                                                        6. Max. 4 mittlere Projekte
                                                          • Dauerprojekt Podcast
                                                          • Bau der PV Anlage
                                                          • ….
                                                        7. Max. 6 kleine Projekte
                                                          • Büro neu gestalten
                                                          • Schild für Futter raus schieben bauen
                                                          • Ladewagen Austausch
                                                        8. Ein neues Projekt darf erst dazu, wenn ein altes abgeschlossen wurde
                                                        9. Überlege dir ein für dich passendes System

                                                        Im Falle wie bei mir begrenzt natürlich aktuell die Kombination aus Stallbau und Landwirtschaft die mögliche Zeit für andere kleinere und mittlere Projekte.

                                                        Vergiss nie mehr eine Idee, indem du diese sofort aufschreibst. Lass deine Ideen mindestens zwei Wochen reifen. Nimm erst eine Idee heraus, wenn ein altes Projekt abgeschlossen ist. Es braucht zwar Disziplin, aber so werden nur die besten Ideen umgesetzt. Die Regeln helfen dir dabei. Und du wirst zum Umsetzer und Dranbleiber.

                                                        Neues vom STallbau

                                                        • Wir haben dir Sondergenehmigung für die Leckageerkennung bei der Güllegrube erhalten.
                                                        • Der Oberbau kommt von der Firma Haas, eine freitragende Holzkonstruktion.
                                                        • Die Statik und die Statikprüfung ist beauftragt.
                                                        • Der Berg, wo der Stall hinkommt, ist weg gebaggert.
                                                        • Der Kiesplatz vor dem Stall ist vorbereitet und der Mais ist gesät.

                                                          Stallbaupost

                                                          KSB 012 7 Kriterien bei meiner Melkstandauswahl vom Stallbau

                                                          Welche Kriterien habe ich bei meinem Hersteller für den Melkstand, welche Kriterien hatte ich für die Melkstandauswahl und was kannst du daraus mitnehmen?

                                                          Die Entscheidung ob du einen Roboter oder Melkstand bauen möchtest, muss du vorher fällen. Bei mir fiel die Entscheidung auf den Melkstand! (Eine extra Folge zum Roboter folgt noch)

                                                          Diese Folge hat einen Sponsor: Für den Aufwand der für die Produktion anfällt, wird es immer wieder mal Sponsoren für die Folgen geben.

                                                          Diese Folge wird dir präsentiert von Lemmer Follwood.

                                                          www.lemmer-fullwood.de oder info@lemmer-fullwood.de

                                                          Lemmer Fullwood ist mein Melktechnik-Partner im neuen Stall und liefert einen Quick-E Swing-Over Melkstand, sowie die FULLEXPERT Herdenmanagement Computertechnik mit DPP III Pedometer. Der Quick-E Melkstand ist ein leitungsfähiges Melkstandkonzept, dass durch sein Positionierungssystem für einen raschen und stressfreien Tierwechsel und für hohe Melkleistungen spricht. Die Melktechnik wird ausgestattet mit einer California Milchlinie für schonendes Melken und einer Kochendwasserreinigung. Das FULLEXPERT Herdenmanagement sorgt in Verbindung mit dem neuen Pedometern für einen Überblick im Stall und zeigt das Vitalitätsprofil jedes einzelnen Tieres auf. Lemmer Fullwood ist weltweit bekannt für höchste Qualität und beste Melkleistungen. Als Komplettanbieter für herkömmliche Melktechnik, als auch für Melkrobotertechnik ist Lemmer Fullwood der Ansprechpartner für alle Milchkuhhalter.

                                                          Hast du Interesse am Angebot von Lemmer Fullwood nimm direkt zu ihnen Kontakt auf.

                                                          7 Kriterien für den Melkstandkauf

                                                          Stressarmer Stand und zügiger Tierwechsel

                                                          Von der Bauweise ist unser aktueller Autotandem Melkstand, obwohl er bereits über 30 Jahre alt ist noch groß genug und somit stressarm. In Gruppenmelkständen ist ein Schnellaustrieb für einen zügigen Tierwechsel optimal. Bei der niedrigen Kuhzahl ist der Schnellaustrieb nicht so vorteilhaft, denn er braucht zu viel Platz und die tägliche Reinigung ist nicht zu unterschätzen.

                                                          Die passende Lösung für uns: Side-by-Side Melkstand im 80° Winkel ohne Schnellaustrieb, und das funktioniert so: Die Kuh kommt wie bei einem klassischen Fischgrätenstand in den Melkstand vom Wartebereich rein und jede Kuh hat ihren eigenen Einweisbügel. Wenn die Kuh ihren Platz einnimmt, geht der Bügel bei der Drehung mit der Kuh mit und der nächste Platz ist zu belegen. Das funktioniert reibungslos und wird zügig aufgefüllt. Beim Eintrieb ist die Möglichkeit, dass ein Platz frei bleibt wie beim gewelltem Rohr, nicht gegeben.

                                                          Beim Eintreiben der Kühe muss man weniger aktiv dabei bleiben. Ist der Stand voll und die Kühe sind gemolken, fährt das Gerüst und die Abtrennungen hoch. 3 Meter von der Melkgrubenkante bis zur Wand sind geplant. Hier können 3 Kühe gleichzeitig den Melkstand verlassen. Wichtig: Der Ausgang muss breit genug sein, sonst staut es sich wieder auf. Der Quick-E von Follwood und ein ähnlicher Stand von Betebe erfüllen dieses Kriterium.

                                                            Stallbaupost

                                                            Warum kommt kein Fischgrätenmelkstand? Der Melkstand wäre länger geworden und vor allem der relativ langsame Tierwechsel stört. Beim Karusell wären die Anschaffungskosten deutlich höher gewesen und eine Erweiterung wäre nicht möglich.

                                                            Ein großer Vorwartebereich für alle Kühe mit Nachtreibevorrichtung ist auch sehr wichtig. Um es für die Kuh beim stehen im Melkstand angenehm zu machen, sind Gummimatten im Melkbereich geplant.

                                                            Hohe Arbeitseffektivität und guten Arbeitsplatz

                                                            Wichtig ist für mich: Man kann alleine melken und die Kühe warten auf den Melker, nicht anders herum! Alleine Melken bei einem Doppel-16-Swing-Over (einfach bestückt) heißt, dass man zügig arbeiten darf, aber die Melkroutine (anrüsten, säubern, anstecken) bleibt erhalten. Kurze Wege für den Melker sind mir außerdem wichtig. Bei einem Side-by-Side Melkstand ist das gegeben. Die Anrüstautomatik können die kompletten Schritte der Melkroutine nach einander durchgeführt werden.

                                                            Der Weg muss daher bei jeder Kuh nicht doppelt gegangen werden. Ich gehe davon aus dass wir pro Kuh ca. 20 Sekunden für die Melkroutine benötigen, sodass ein guter Durchsatz erzielt werden kann und das Melken in 1 Stunde, inclusive Melkstandwaschen, abgeschlossen ist. Ein Standartmodul ist z. B. der Autostart. Wenn der Arm herüber geschwenkt wird beim Swing-Over wird das Melkzeug automatisch freigegeben. Bei einem vollbestückten Melkstand wird das Melkzeug beim anheben freigegeben. Die automatische Abnahme ist außerdem wichtig. Das Ziel: Eine hohe Effektivität zu erreichen.

                                                            Warum ein Swing-Over (einfach bestückt) und nicht ein vollbestückter Melkstand?

                                                            Ein vollbestückter Melkstand hat einen besseren Arbeitsablauf, jedoch hängen die Melkzeuge eine Zeit lang in der Luft. Bei einem Swing-Over hat man weniger Gruppenwechsel, da der Melkstand größer geworden ist (Doppel-16). Bei einem vollbestückten Melkstand wäre es evtl. ein Doppel-9er geworden und somit mehr Gruppenwechsel mit mehr Zeitaufwand. Durch die Anrüstautomatik können Kühe, welche gegenüber noch nicht fertig sind, ausgelassen werden und bei der nächsten kann bereits mit der Melkroutine begonnen werden. Beim zurückgehen nehme ich dann einfach die noch dann bereits fertigen Kühe mit.

                                                            Beim Swing-Over sind außerdem die Melkzeuge besser ausgelastet. Eine Seite ist dadurch komplett frei, es gehen somit die Melkzeuge nicht im Weg herum, da diese nur einseitig in der Melkgrube platziert sind. Ein ebenerdiger Melkstand ist für uns auch wichtig. Kannen von behandelten Kühen können z. B. gefahren anstatt getragen werden. Ein Hubboden bei unterschiedlichen Melker (Lehrling, Altenteiler, Melker) kann das Problem entschärft werden und die passende Höhe kann eingestellt werden. Dieser wird von mir selbst gebaut.

                                                            Möglichst schonendes und zügiges Melken

                                                            Das Melkzeug wird bei uns ein Biomilker. Dieser hat eine sehr gute Entlastungsphase durch den aktiven Lufteinlass. Das Ziel: Weniger Probleme schaffen und dadurch zügiger bzw. reibungsloser Melken. Kein Standard-Melkzeug schafft ein gleichmäßigeres Vakuum bei unterschiedlichsten Minutengemelken wie der Biomilker. Bei hohen Minutengemelken fällt bei einem Standard-Melkzeug, welches an eine obenliegende Melkleitung angeschlossen ist, das Vakuum. Wenn man hier keine guten Voraussetzungen schafft, fördert man Hyperkeratosen und schlecht ausgemolkene Euter, was viele Probleme mit sich führen kann. Die Melkberatung mit Dr. Hömberg war sehr aufschlussreich. Er hatte Vakuumkurven an der Zitztenspitze dabei welche sehr interessant waren. Problemkühe machen immer mehr Arbeit, deshalb: Vorher ansetzen und mögliche Probleme eindämmen.

                                                            Weitere Punkte für schonendes Melken:

                                                            Die Schlauchlänge: Die Schlauchlänge zur Melkleitung sollte unter 3 m sein. Bögen mit mehr als 45° sollten vermieden werden. Ein 90° Einlaufbogen ist für einen hohen Milchfluss tödlich. Auch der Durchmesser der Melkleitung ist entscheidend. Für die Reinigung wäre ein Leitung mit kleinen Durchmesser und für die Melkung eine mit großen Durchmesser vorteilhaft. Hier sollte nicht gespart werden, um ein zügiges Melken zu ermöglichen.

                                                            Praktisches Herdenmanagementsystem

                                                            Ein Herdenmanagementsystem mit Aktivitätserkennung, Milchmengenmessung und einer Selektion nach dem Melkstand gehört für mich unbedingt dazu.

                                                            Milchmengenmessung: Bei obenliegenden Milchleitungen sind nicht alle Geräte LKV anerkannt, welche für unten schon anerkannt sind. Hier sollte dies schriftlich mit dem Melktechnikhersteller abgeklärt und belegt werden, dass die Milchmengenmessung zählt. Wenn ich selber nicht melke oder die Veränderungen nicht bemerke (z. B. 1 l täglich weniger), dass sehe ich am Computer.

                                                            Aktivitätserkennung: Die Brunsten werden angezeigt, welche ich später übersehen hätte. Außerdem habe ich Infos über den Liegeboxenzustand, wenn das Liegeverhalten mitgemessen wird. Im laufenden Durchschnitt der Herde sehe ich wie die Liegeboxen angenommen werden. Zum Beispiel: Wenn am Montag eingestreut wird, gibt es aus Praxisbetrieben Grafiken, welche aufzeigen, je länger das Einstreuen her ist, destso kürzer werden die Liegezeiten. Kühe, die sich wenig bewegen sind hier außerdem sichtbar (z. B. lahmer Fuß). Pedometer am Fuß oder Halsbänder ist Herstellerabängig abhängig. Fullwood hat die Pedometer nur am Fuß.

                                                            Selektion: Die Kühe welche kurz nach der Kalbung sind sollen ausselektiert werden, um sie von den Herdenkämpfen zu schonen und die Überwachung (Fiebermessung 10 Tage nach der Kalbung) zu erleichtern und zu ermöglichen. Die brünstigen Kühe werden selbstständig durch das Programm wegselektiert. Im Melkstand wird die Kuh erkannt und im Programm nachgesehen, ob die Kuh selektiert werden muss (Lahmer Fuß, 10 Tage nach der Kalbung, Brunst) oder ob sie in die Herde zurück darf.

                                                            Zuverlässiger Service

                                                            Alle namhaften Hersteller sind bei uns unter 45 Minuten erreichbar. Für die Auswahl des Herstellers war es deshalb kein Kriterium. Die Qualität des Personals spielt auch eine Rolle. Ein Hersteller der nur professionelle Mitarbeiter hat, kann ein Vorteil sein. Aber: Auch der beste Arbeitgeber kann die besten Mitarbeiter sehr schnell verlieren. Um einen Vergleich zu haben ist es hier sinnvoll, andere mit dem gleichen Hersteller zu fragen.

                                                            Niedrige Kosten

                                                            In der Landwirtschaft ist es grundsätzlich so, je teurer die Anschaffung ist, dies auch 1:1 vom Erlös wegfällt. Wichtig hier ist ein Preisleistungsverhältnis und nicht der absolute Preis. Wie bewerte ich den Vorteil, den manche Hersteller von sich geben? Eine Selbsteinschätzung und Ansätze der Vor- und Nachteile ist hier sinnvoll um die richtige Abwägung zu gewährleisten. Im Unterschied Anschaffung und laufende Kosten ist eine Unterscheidung sehr schwierig wenn die Angebote der verschiedenen Hersteller vorliegen. Hilfreich hier ist eine Melkberatung wie von Dr. Hömberg, der einen objektiveren Blick auf das Ganze. Er hilft beim einordnen der Leistungsdaten vom Melkstand und hat ein sehr fundiertes Wissen. Zum besseren Vergleich habe ich eine Exel-Tabelle erstellt, in der so weit es möglich ist, die Einzelpreise aufgelistet und verglichen wurden. Bei möglichen kalkulatorischen Zusätzen (Selektionstor, Kraftfutterstation), welche nicht im Angebot dabei waren, wurden zusätzlich aufgelistet.

                                                            Die Exel-Tabelle findest du im Bonusbereich! Melde dich einfach zur Stallbaupost an und du erhälst die Tabelle als Blankoformular und ein Beispiel.

                                                            Laufende Kosten und die Haltbarkeit der verschiedenen Komponenten ist schwierig abzuschätzen. Der Austausch mit Kollegen ist hierbei wieder sinnvoll. Die von Fabrikaten und Ausstattungen berichten können. Man hört ggf. raus, dass das ein oder anderes Teil ist nicht lange haltbar. Deutliche Unterschiede sind hier in der Anfahrt und in den Stunden des Services gegeben.

                                                            Stimmiges Gesamtkonzept

                                                            Vorteile oder Nachteile der verschiedenen Hersteller bringen nichts, wenn kein stimmiges Gesamtkonzept vorliegt. Jeder Hersteller kann eines liefern, aber passt das Konzept auch zu mir? Welche Punkte benötige ich wirklich und welche nicht? Werden mir Produkte vom Hersteller aufgedrängt welche ich nicht brauche? Mir wären am liebsten Einzelkomponenten (z. B. Herdenmanagementsystem getrennt vom Melkstand). Es scheitert aber an der Kompatibilität.

                                                            Warum passt Fullwood bei mir?

                                                            Fullwood hat die Kochendwasserreinigung. Durch zwei Boiler anstatt einem kann ich tagsüber durch den günstigen PV-Strom diese Boiler voll machen. Vor dem Spülgang morgens muss ich nur kurz die Resthitze mit eingekauften Strom heizen. Durch die Kochendwasserreinigung (ca. 7 – 10 Minuten), habe ich die Möglichkeit nach dem Waschen der Flächen den Melkstand zum nächsten Melken vorzubereiten. Das Herdenmanagementprogramm ist sehr vielversprechend durch die verschiedenen Möglichkeiten. In den alten Stall kommt das ganze System ohne Milchmengenmessung bereits zur Probe (Herdenmanagementprogramm, Pedometer). Der Vergleich der Liegezeiten vom alten zum neuen Stall wird hier hoffentlich deutlich erkennbar.

                                                            Mach dir die unterschiedlichen Möglichkeiten bewusst. Überlege dir, welche Eigenschaften für dich besonders wichtig sind. Was dir wichtig ist gibst du am besten schriftlich auf jedenfall jedem Hersteller bei einer Anfrage mit. Melke selbst bei anderen Betrieben mit. Achte auf wirklich vergleichbare Angebote. Mach keinen Schnellschuss!

                                                            Den Angebotsvergleich bekommst du im Bonusmaterial.

                                                            Aktuelles vom stallbau

                                                            Die Güllegrube wurde bei dem herrlichen Wetter ausgehoben. Diese soll Mitte Mai gebaut werden. Der Humus wurde auf der ganzen Fläche von über einem Hektar abgetragen. In 4 Arbeitstagen wurden 40 Stunden gebaggert. So wird es auch weitergehen in den nächsten Wochen, denn auch wenn der Stall erst im Juli gebaut wird, was getan ist ist getan!

                                                              Stallbaupost

                                                              KSB 011 Das brauchst du für alte Kühe

                                                              Wie du zu alt Kühe erreichst, welche Verbesserungsmaßnahmen in älteren Ställen möglich sind und Gedanken zur Persönlichkeitsentwicklung zum Landwirt erfährst du in diesem Interview


                                                              Heute im Interview ist Christian Völkner. Er kommt aus Milchkuhbetrieb und hat sich mit seinem Podcast und mit dem Club der alten Kühe ein neues Unternehmen aufgebaut. Bereits seit über 2 Jahren produziert er Podcasts für Kuhmenschen. Christian kommt auf viele Betriebe um sich zu informieren. Mit seiner Arbeit hat er dabei immer ein Ziel: Betriebsleiter und Herdemanager auf dem Weg zu älteren Kühen zu begleiten. Ältere und gesunde Kühe sind die Grundlage für mehr Gewinn und Lebensqualität für Betriebsleiter, Herdenmanager und dem gesamten Hofbetrieb.


                                                              ausschnitt zum Interview mit Christian für alte Kühe

                                                              Gusti: Was haben die Ställe gemeinsam, in denen besonders alte Kühe stehen?

                                                              Christian: Der Stall ist nur ein wichtiger Teil um alte Kühe zu haben, da zählt noch viel mehr dazu. Was mir tendentiell schon aufgefallen ist, dass ein STall in dem alte Kühe sind erst mal reichlich Platz bietet. Er ist nicht überbelegt. Reichlich Licht und Wasser, gute Futterverfügbarkeit, aber vor allen Dingen der Platz. Also wenn ich in Ställen stehe wo alte Kühe sind, sehe ich dass die da drin Platz haben.

                                                                Stallbaupost

                                                                Gusti: Also keine Überbelegung! Was sind jetzt für dich die häufigsten Fehler die beim Stallbau gemacht werden? Also beispielsweise zu wenig Platz, was sind für dich heutige Fehler?

                                                                Christian: Das mit zu wenig Platz ist ein Fehler beim Management. Ich sehe es immer gerne aus der Sicht der Kuh. Man kann durch einen Stallbau dauerhaft Stresspunkte für die Kühe mit einbauen oder auch keine Stresspunkte. Ein Punkt sind zum Beispiel die Funktionsbereiche: Ein Ziel sollte sein, bei der Stallbauplanung sollte es so gestaltet werden, dass der Alltag für die Kuh immer gleich ist. Ich würde auf Funktionsbereiche setzten und dann noch eine extra Ecke schaffen, wo ich behandeln kann. Klauenpflegestand in jeden Stall einbauen. Das sind Sachen, die mir wichtig wären.

                                                                Wenn dich das Interview weiter interessiert, hör gleich das Audio an!

                                                                Hier noch weitere Tipps von Christian:

                                                                • Selektion gleich nach dem Melkstand (Mehr dazu in Folge KSB 014).
                                                                • Die Kuh sieht tendenziell mehr mit dem linken Auge, daher die Wege so bauen, dass die Kuh linksrum gehen kann
                                                                • Schmale Gänge, zu wenig Wasserversorgung und Sackgassen vermeiden, sind stressfördernd
                                                                • Der Kuhkomfort ist nur ein Teil für alte und gesunde Kühe, gutes Futter ist ganz wichtig!
                                                                • Vor dem Stallbau mit verschiedensten Landwirten sprechen und seine Kühe beobachten, damit ein Gespür entsteht, was Kuhkomfort ist!
                                                                • Handballentest für gute Liegeboxen: 1 Minute mit dem Handballen auf der Gummimatte reiben ob sie wund werden
                                                                • 10° sind für die Kuh Wohlfühltemperatur
                                                                • Wichtig für den Stallbau: Licht und Luft (z. B. Frischluftschläuche/Ventilatoren)!
                                                                • Eine Kuh die alt wird muss in 3 Sachen stimmen: Außenwelt (z. B. wie der Mensch auf die Kuh eingeht), Stoffwechsel (z. B. Fütterung) und Innenwelt (z. B. Gene, Zucht)
                                                                • Zeit nehmen für immer weitere Verbesserungen und Weiterentwicklungen!
                                                                • Entscheidend für optimales Futter ist, dass die Pansenbakterien optimal versorgt werden, d. h. gleichmäßige Fütterung. Ph-Wert-Schwankungen vermeiden durch tägliches gleiches füttern!
                                                                • Verteilung der Arbeiten bei größeren Betrieben (Ackerbau, Management, Fütterung, Melkbereich) macht zur besseren Organisation und Leistung der Kühe Sinn!
                                                                • Der Stall soll zum Betrieb passen, Futter und Mitarbeiter sind Einwirkungen im Betrieb. Passen alles zusammen sind das die besten Voraussetzungen für gesunde und alte Kühe!
                                                                • Wähle dein Umfeld der Menschen bewusst aus! Sind diese immer auf Verbesserung und Anstrebung auf bessere Leistung und Gesundheit der Kühe aus, kannst du davon profitieren!
                                                                • Betriebsblindheit vorbeugen! Zeit für Entwicklung und Fortschritt nehmen!

                                                                neues im Stallbau

                                                                Die Grube für die Güllegrube wurde freigebaggert. Die Grube wird im Mai kommen. Corona bedingt wird die PV-Anlage noch im April angebracht. Das Ausgegrabene der Leitungen wurde zubetoniert. Die Feldarbeit steht jetzt dann auch wieder an!

                                                                  Stallbaupost

                                                                  KSB 010 Änderungen durch High Sense Hemmstofftest – Dr. Baumgartner vom MPR Bayern im Interview

                                                                  In diesem Interview mit Herrn Dr. Baumgartner erfährst du was es mit dem neuen Hisense Hemmstofftest auf sich hat, wie du positive Tankproben vermeiden kannst und was du baulich dafür tun kannst, um weiterhin nur negative Hemmstoffproben zu haben.


                                                                  Interview mit Herrn Baumgartner

                                                                  Gusti Spötzl: Ich darf heute Herrn Dr. Christian Baumgartner begrüßen. Herr Baumgartner ist Fachtierarzt für Rinder war lange beim TGD tätig und ist seit 1995 Geschäftsführer beim Milchprüfling in Bayern. Er ist damit ein absoluter Profi auf diesem Gebiet. Hier gleich die erste Frage zum High-Senstest. Was ändert sich für uns Milcherzeuger?

                                                                  Hr. Baumgartner: Grüß Gott zusammen. Als Milcherzeuger werden Sie es vermutlich nicht merken, dass sich der Test geändert hat in der Hemmstoffüberwachung. Grundsätzlich wird in Zukunft etwas empfindlicher auf Antibiotika untersucht mit diesem Test. Ursache ist aber, dass wir die gesetzlichen Bestimmungen einhalten können.

                                                                    Stallbaupost

                                                                    Warum die Änderung des Hemmstofftests?

                                                                    Gusti Spötzl: Warum gibt es diese Änderungen?

                                                                    Hr. Baumgartner: Es ist so, dass sich das EU-Recht schon 2006 geändert hat und sich die Anforderungen an die Lebensmittelunternehmer – sie als Milcherzeuger sind ja auch Lebensmittelunternehmer – geändert haben bezüglich der Rückstände in den Lebensmitteln. In der Milch muss eine Reihe an Antibiotika mit einer bestimmten Höchstmenge nachgewiesen werden.

                                                                    Gusti Spötzl: Und das war bis jetzt nicht gegeben?

                                                                    Hr. Baumgartner: Das war bis jetzt nur zum Teil gegeben. Es gibt seit 2015 einen Test der diese Bestimmungen besser erfüllt. Das Ganze soll auch umgesetzt werden mit einer neuen Milchgüteverordnung. Das hat sich aber aus verschiedenen Gründen immer wieder verzögert, sodass sich jetzt die Verbände in Bayern geeinigt haben, den neuen Test ab 1. Juli 2020 verpflichtend einzuführen, um diese gesetzlichen Bestimmungen besser zu erfüllen verpflichtend einzuführen um diese gesetzlichen Bestimmungen besser zu erfüllen.

                                                                    Gusti Spötzl: Was kann ich als Milcherzeuger jetzt genau tun um keinen positiven Test bei den schärferen Kriterien zu haben?

                                                                    Hr. Baumgartner: Im Endeffekt können Sie gar nichts anderes tun als sie jetzt auch schon tun, d. h. die gute landwirtschaftliche Praxis einhalten, wenn es um die Anwendung von Antibiotika geht. Wir sehen immer wieder, wenn es zu hemmstoff-positiven Fällen kommt, sind es im Wesentlichen zwei Dinge die schief gehen: Zum einen, dass Kühe in den Tank gemolken werden, die behandelt sind – die nicht gemolken werden dürfen. Das passiert, weil die Kühe nicht richtig gekennzeichnet sind und der Informationsfluss im Betrieb nicht funktioniert. Der eine behandelt und schreibt es nicht gleich auf, der andere melkt und weiß es nicht; der Klassiker. Das andere sind Verschleppungsprobleme, man weiß, dass eine behandelte Kuh gemolken worden ist mit einem Melkzeug. Aber man unterschätzt es, dass kleine Reste von Milch zurückbleiben, macht das Melkgeschirr nicht richtig sauber und selbst da können kleine Mengen von dieser kontaminierten Milch einen ganzen Tank verunreinigen und man hat dann ein positives Ergebnis. Das sind die beiden Hauptursachen.

                                                                    Gusti Spötzl: Gibt es auch einfach falsche Tests die nicht richtig interpretiert oder ausgelesen werden, wo ich als Landwirt auch keine Schuld habe, sondern später etwas mit der Probe passiert, dass diese verunreinigt oder falsch ausgelesen wird?

                                                                    Hr. Baumgartner: Also die offizielle Probe in der Milchgüteuntersuchung, so wie wir die untersuchen, möchte ich das ausschließen. Die Probe selber wird auf Verschleppung in allen Bereichen überwacht, d. h. sollte bei uns ein positives Ergebnis auftauchen, dann wird für diese eine Probe an allen Stellen wo die behandelt, untersucht und überprüft ob eine Verschleppung möglich gewesen sein kann. Das ist klar, diese Antibiotika werden so sensibel nachgewiesen, dass eine Verschleppung ein Problem sein kann. Wenn also bei Ihnen in der Milch Antibiotika ist, im Sammelwagen könnte auch der nächste Lieferant noch kontaminiert werden, aber wir schließen das in einer Verschleppungsprüfung aus. Also wenn Sie als Milcherzeuger einen Abzug kriegen, dann dürfen Sie sicher sein, dass in Ihrer Milch Antibiotika drin war. Natürlich, wenn man selber Tests macht und ansetzt, kann es immer wieder vorkommen, dass aufgrund einer nicht korrekten Bebrütungstemperatur Ergebnisse die nicht korrekt sind. Aber da muss man sich immer an die Vorgaben des Herstellers halten, wenn es um den Test geht.

                                                                    Unterscheidung Einzelkuhprobe zur Sammelprobe

                                                                    Gusti Spötzl: Wie unterscheidet sich die Einzelkuhprobe von der Sammelprobe? Einmal die Sammelprobe wird mit dem High-Senztest beprobt? Das ist ab 1. Juli 2020 so fest?

                                                                    Hr. Baumgartner: Ab 1. Juli 2020 werden alle Milchgüteuntersuchungen, die bei uns im Labor des Milchprüfring Bayern laufen mit dem BRT hi-sense gemacht, auf dem sensitiveren, gesetzlich vorgeschriebenen Niveau. Wenn man selber Milchproben testet, empfehlen wir ganz klar die Sammelmilch auch mit dem BRT hi-sense zu testen, damit das vergleichbar mit der Güteuntersuchung ist. Für die Untersuchung der einzelnen Kühe ist der BRT hi-sense nicht erforderlich, da empfehlen wir nach wie vor den herkömmlichen Test anzuwenden.

                                                                    Gusti Spötzl: Das heißt ich kann davon ausgehen, wenn ich eine einzelne Kuh mit dem herkömmlichen Test bebrühte und hier auch ein negatives Ergebnis habe, dann hätte ich durch das, dass der neue Test genauer ist, zum Beispiel ich habe 100 Kühe, 2 Kühe habe ich jetzt beprobt, dann habe ich die allermeisten Kühe unbeprobt und somit habe ich die möglichen mehr Hemmstoffe soweit vermischt, dass es für den empfindlichen Test kein Problem mehr ist.

                                                                    Hr. Baumgartner: Genau. Es gibt Unterschiede in der Sensitivität der Testsysteme gegenüber verschiedenen Antibiotika. Aber die sind nicht so groß, dass durch den Versmischungseffekt den man in der Tankmilch hat nicht ausgeglichen wird. Das ist nur für ganz spezielle und ungünstige Konstellationen denkbar, dass sowas passiert. In erster Linie – ich möchte nicht zu speziell werden – betrifft es die Cephalosporine, das ist eine gewisse Gruppe von Antibiotika, wo die beiden Tests unterschiedlich empfindlich sind. Wenn man also Cephalosporine anwendet und nur 5 oder 7 Kühe im Bestand hat, müsste man hier aufpassen. Das wird aber in den wenigsten Fällen eine Rolle spielen. Wäre eine Kuh aus solch einem kleinen Betrieb mit Cefalosporinen behandelt, könnte es theoretisch sein, dass der herkömmliche Test Rückstände grad nicht mehr nachweist, aber der Tank aufgrund dieser wenigen Vermischung trotzdem mit dem BRT hi-sense positiv reagiert.

                                                                    Gusti Spötzl: Wenn ich den Test mir selber kaufe und selbst bebrühte, gibt es hier unterschiedliche Hersteller oder Tests die möglich sind. Mache ich einfach die Angaben die angegeben sind und habe alles erfüllt?

                                                                    Hr. Baumgartner: Ja, der Test ist nach Herstellerangaben durchzuführen. Es gibt im Wesentlichen von zwei Herstellern solche sensitiven Tests. Der eine ist der in Bayern produzierte BRT hi-sense der Firma Analytik in Milch in München. Außerdem gibt es von der Firma DSM aus den Niederlanden einen Test der ganz ähnlich empfindlich ist, den Delvotest T. Diese beiden Tests erfüllen die Anforderungen der neuen Milchgüteverordnung. Egal welchen Test Sie nehmen, sie müssen immer aufpassen, dass die Testdurchführung stimmt und unbedingt auch immer eine Negativ-Kontrolle mitführen. D. h. Milch, die ganz sicher keine Hemmstoffe enthält parallel mit ansetzten, weil man an der Negativ-Kontrolle sieht, wenn der Testkeim wächst und die Farbe des Tests von blau nach gelb umschlägt, dann ist der Test fertig zur Ablesung. Wenn ich diese Negativkontrolle nicht dabei habe ist es schwierig zu entscheiden, ob der Test fertig ist oder nicht.

                                                                    Gusti Spötzl: Letztendlich, sobald ich in der Tankmilch bin muss ich sehr präzise werden und wenn ich der Einzelkuhprobe bin reicht der nicht so genaue Test und den kann ich auch Zuhause ansetzten.

                                                                    Hr. Baumgartner: Beide Tests können Sie Zuhause machen. Ich möchte jetzt gar nicht so diesen Unterschied machen, präzise oder weniger präzise. Es geht um die Sensitivität der Testsysteme. Für die Untersuchung der Tankmilch sollte aufgrund der gesetzlichen Vorgaben, der BRT hi-sense angewendet werden. Für Einzelkuh proben ist dies nicht erforderlich.

                                                                    Ablauf des Tests im Labor

                                                                    Gusti Spötzl: Wie läuft denn der Test im Labor ab, wenn jetzt die Probe vom Milchfahrer mit rein kommt, ganz kurz und knapp geschildert?

                                                                    Hr. Baumgartner: Der Test ist ein sogenannter mikrobiologischer Test, d. h. wir haben einen Test-Keim, ein Bakterium. Dieses hat die schöne Eigenschaft, dass es bei 65 °C, also bei heißen Temperaturen wächst. Alle anderen Keime die in der Milch sind können bei dieser Temperatur nicht mehr wachsen und stören deshalb nicht. Nachdem der Test-Keim hier das Nachweissystem ist, funktioniert der Test indem der Test-Keim wächst. Es braucht Zeit bis der Test-Keim gewachsen ist, im günstigsten Fall sind es 2 – 3 Stunden. Bei dem neuen, sensitiven Test dauert es etwas länger, hier sind es mindestens 3,5 Stunden. Wenn der Test-Keim wächst, sieht man das an einem Indikator, das ist der blaue Farbstoff der zugesetzt ist. Der Indikator schlägt am Ende der Bebrütung von seiner blauen Farbe in eine gelbe Farbe um. Der Farbumschlag ist der Nachweis, dass der Test-Keim gewachsen ist und die Probe somit hemmstofffrei ist. Wenn Hemmstoffe in der Milch sind, wird der Test-Keim – wie der Name sagt – am Wachstum gehemmt und gibt es keinen Farbumschlag nach Gelb, dann bleibt der Test blau. Das ist eine relativ einfache Möglichkeit die Anwesenheit von Hemmstoffen nachzuweisen. So funktionieren alle mikrobiologischen Tests vom Prinzip her.

                                                                    Gusti Spötzl: Wir haben jetzt schon angesprochen, die Hauptfehler die passieren, dass überhaupt Hemmstoff in die Milch kommt, ist entweder versehentlich die eine Kuh reingemolken oder Verschleppung. Das sind praktisch die Punkte und nichts anderes, kann man so sagen?

                                                                    Hr. Baumgartner: Kann man so sagen, es gibt da verschiedene Varianten, aber im Endeffekt laufen sie immer auf diese beiden Punkte raus. Kleine Mängel, die sich irgendwo verstecken oder nicht aufgepasst bzw. versehentlich eine Kuh in den Tank gemolken, die behandelt war.

                                                                    Gusti Spötzl: Dann gehen wir doch direkt zum normalen Melkstandbetrieb. Was kann der Betrieb machen um keinen Hemmstoff in der Sammelmilch zu haben?

                                                                    Hr. Baumgartner: Manchmal denkt man, das sind ganz komplizierte Probleme, sind es aber gar nicht. Es sind die einfachsten Dinge die funktionieren müssen. Nummer eins ist immer, wenn eine Kuh behandelt wird, muss sie gekennzeichnet sein. Damit – wie ich es immer sage – auch ein Blinder mit Gehstock schon sieht ob eine Kuh gemolken werden darf oder nicht.

                                                                    Gusti Spötzl: Am besten ist meine Erfahrung erst kennzeichnen und dann behandeln!

                                                                    Hr. Baumgartner: Ja auf jeden Fall, denn in der Hektik des Alltags passiert es einfach immer wieder! Man gibt eine Tube ins Euter, will das schnell aufschreiben oder im Computer austragen und dann geht z.B. der Feuerwehralarm los. Da passieren die seltsamsten Sachen und dann vergisst man das Tier zu markieren und ein anderer muss melken und weiß es einfach nicht, dass das Tier behandelt wurde, ganz klassisch. Kennzeichnen, aufschreiben und wenn es irgendwo geht das Tier im technischen System sperren, dass wirklich nicht gemolken werden kann, das wäre das sicherste.

                                                                    Gusti Spötzl: Und dann ist es ja praktisch noch so, den eigenen Eimer der unbedingt durchsichtig ist dann würde ich sehen wenn es überläuft und der Überlauf an der Pulsator Leitung, dann hätte ich auch die Kontamination mit der Milch getrennt, sollte es wirklich überlaufen oder ein Tropfen da rüber kommen, dann hätte ich das zumindest getrennt.

                                                                    Hr. Baumgartner: Auf jeden Fall! Bitte behandelte Kühe, die man in einen Melkeimer melkt, nie an die Milchleitung, sondern immer nur an die Vakuumleitung anschließen. Wie Sie es gerade erwähnt haben, reicht schon der Milchschaum der überschlägt. Oft werden auch frischmelkende Kühe behandelt. Man unterschätzt z. B. die Milchmenge oder der Eimer hat eine recht kleine Kapazität, dann reicht der Milchschaum- oder nebel, der dann in die Milchleitung kommt aus, dass der Tank kontaminiert wird. Vielleicht ist das auch so ein Punkt, dass man sich einfach nicht vorstellen kann, welche kleinen Mengen ausreichen, um einen ganzen Tank zu kontaminieren, da kann man gar nicht vorsichtig genug sein.

                                                                    Antibiotika in der Milch – wie viel reicht aus?

                                                                    Gusti Spötzl: Wie viel ist ungefähr, wenn ich jetzt sage ich habe 2000 L im Tank, wie viel wäre das ungefähr?

                                                                    Hr. Baumgartner: Wenn Sie eine Kuh frisch behandelt haben und sie kriegen da 1 ml von diesem Gemelk in einen 3000 L Tank dann reicht das, dass der ganze Tank positiv ist.

                                                                    Gusti Spötzl: Wirklich wenig!

                                                                    Hr. Baumgartner: Das ist absolut wenig, ja.

                                                                    Gusti Spötzl: Thema Roboterbetrieb. Ich habe mit meinem Melktechnikhersteller gesprochen. Letztendlich ist in über 99 % der Fälle schlicht einfach ein Haken im Comuputer falsch gesetzt, dass letztendlich dazu führ, hier sind wir wieder: Erst markieren im Roboter natürlich am Computer markieren, dann reinmelken und was auch schon passiert ist, dass praktisch eine Gruppe zusammengetrieben wird, die dann nacheinander gemolken werden  und dann erst nach dieser Gruppe läuft die Reinigung. Da an sich die Reinigung einfach Zeit ausmacht die gebraucht wird um dann wieder die ganzen Leitungen Hemmstofffrei zu halten und dass dann wieder ein Bedienungsfehler passiert, ein Haken am Computer, dass die Kuh dann wieder später kommt, und der Haken noch nicht gesetzt ist, dass dann nach dieser Kuh später die Spülung sein muss und letztendlich die Kuh weggemolken wurde aber die Spülung nicht passiert ist. Anscheinend technisch bedingt fast gar nicht, weil speziell in der Wartung der Technik ganz normal mitläuft wie andere Wartungsteile auch und anscheinend es technisch fast noch nie passiert ist. Fast, weil es nicht ausgeschlossen werden kann, einfach Systembedingt, aber da sollte anscheinend der Fehler im Menschen liegen.

                                                                    Hr. Baumgartner: Wir erfassen die Roboterbetriebe von der Milchqualität schon seit etlichen Jahren separat und vergleichen diese mit Nicht-Roboterbetrieben ähnlicher Größe. Im letzten Jahr hat sich eine deutliche Verbesserung eingestellt. Wir haben ja keine klaren Hinweise oder Beweise für die Ursache eines Hemmstofffalls. Früher hatten wir öfter mal die Rückmeldung von Landwirten, dass sie vermuten, dass ein Technikfehler vorliegt, z.B. das Ventil nicht richtig geschlossen hat. Wie gesagt, bis vor ca. 1,5 Jahren haben die Roboterbetriebe in der Tendenz häufiger hemmstoff-positive Ergebnisse gehabt als die Vergleichsbetriebe. Das hat sich jetzt im letzten Jahr umgekehrt. Im Durchschnitt haben die Roboterbetriebe jetzt weniger hemmstoff-positive Ergebnisse als die Vergleichsbetriebe. Daraus könnte man schließen: Entweder hat sich an der Technik etwas verbessert, klar die Hersteller arbeiten stetig an der Optimierung. Oder auch das Management der Roboterbetriebe hat sich verbessert bzw. man hat die Abläufe immer sicherer gemacht. Z.B. wurden Fehlermöglichkeiten erkannt und abgestellt, dass Kühe die behandelt sind trotzdem aus irgendeinem Grund zum Melken kommen. Aktuell ist es so, dass Roboterbetriebe in der Tendenz eher weniger hemmstoff-positive Fälle haben als die Vergleichsbetriebe mit herkömmlichen Melksystemen.

                                                                    Abschließende Fragen

                                                                    Gusti Spötzl: Gibt es zum Abschluss des Interviews noch irgendwelche häufigen Meinungen die kursieren, oder auch aus der Unwissenheit was vermutet wird wie das zusammenhängt: Beispiel Spülmittel in der Milch oder ähnliches auf positiven Hemmstofftest. Gibt es noch irgendetwas, das zum Abschluss noch ganz gut los werden könnte?

                                                                    Hr. Baumgartner: Da bin ich ja dankbar für die Frage, denn das ist ein Klassiker, dass man sagt Hemmstoffe: das kann alles Mögliche sein. Wir wissen, da wir Versuche dazu gemacht haben, dass unter heutigen Bedingungen Hemmstoffe immer Antibiotika sind, die irgendwie in die Milch gelangen. Desinfektionsmittel oder Dippmittel sind nicht so aktiv oder nicht so „kräftig“, dass der Hemmstofftest unter normalen Bedienungen positiv wird. Unser Versuch hat gezeigt, dass das kräftigste oder wirksamste Desinfektionsmittel in der Verdünnung 1:100 gerade noch hemmstoff-positiv im Hemmstofftest ist. Praktisch gesehen würde das heißen, dass man in einen 1000 L (Milch)Tank 10 L von diesem Mittel kippen müsste, damit der Hemmstofftest positiv wird. Das kommt natürlich unter realen Bedingungen nicht vor. Jeder kann sich vorstellen, dass die Milch dann nicht mehr normale Milch ist, sondern verändert ist durch diese Masse an Desinfektionsmittel. Jeder der Bedenken hat Dippmittel anzuwenden braucht sich zum Thema Hemmstoffe keine Gedanken machen. Dass man natürlich trotzdem möglichst sauber und optimal arbeiten soll ist ganz klar. Hemmstoff-positive Ergebnisse werden Sie mit Desinfektionsmittel am Euter nicht hervorrufen. Ich glaube das kann man sehr deutlich sagen.

                                                                    Gusti Spötzl: Fallen Ihnen noch weitere Anekdoten ein, oder letztendlich Sachen die manchmal behauptet werden, von denen manche ausgehen?

                                                                    Hr. Baumgartner: Anekdoten vielleicht nicht, aber zum Abschluss wäre mir wichtig darauf hinzuweisen, dass gerade die Hemmstoff-Thematik oft sehr problematisiert und problematisch gesehen wird. Eigentlich gibt es da keine großen Wissenschaften dahinter, sondern das sind ganz normale Ursachen und Dinge die ein hemmstoff-positives Ergebnis hervorrufen. Ich kann nur immer appellieren, sobald man Antibiotika in der Hand oder im Betrieb hat, alle Vorsicht walten zu lassen! Antibiotika sind ganz hoch aktive Substanzen, die auch schon in Spuren nachweisbar sind. Wenn man Trockensteller anwendet oder selber mal was auf die Hand bekommt, sofort die Hände ganz konsequent mit Seife und allem „Drum und Dran“ reinigen. Die Gefahr, dass man Antibiotika auch mal über die Hände verschleppt, ist gegeben. Deswegen immer „Achtung“ wenn man Antibiotika in Betrieb hat. In Bayern sagen wir ja „das ganze fürchten wie der Teufel das Weihwasser“, dann glaube ich hat man alles richtig gemacht.

                                                                    Gusti Spötzl: Dann möchte ich das noch kurz zusammenfassen: Letztendlich ändert sich für uns Milcherzeuger im praktischen Leben nichts. Wir müssen wissen, dass die Änderung notwendig geworden ist aufgrund Beschlüsse der Molkereien und letztendlich auch der Milchhygieneverordnung.

                                                                    Hr. Baumgartner: Vor allem auf Grund der gesetzlichen Vorgaben!

                                                                    Gusti Spötzl: Und gesetzlichen Vorgaben. Ich als Micherzeuger muss penibelst aufpassen, dass ich Verschleppung vermeide, oder auch versehentlich eine Kuh melke, weil diese nicht  markiert ist und hier eben die einfachsten Sachen wie beispielsweise an der Vakuumleitung und nicht an der Milchleitung anschließen. Einen durchsichtigen Eimer verwenden, in dem ich sehe wie viel drin ist, sollte es wirklich mal zu voll werden, dass es nicht zu einem Unglück kommt und wenn ich am zweifeln bin, habe ich versehentlich etwas reingebracht oder nicht: Entweder mache ich selbst den Test und kann es testen, oder dann noch besser eine kurze Probe zur Molkerei und somit kann ich ausschließen dass der Milchsammelwagen die Milch einsammelt. Ich möchte mich herzlich Bedanken für die Zeit die sie sich genommen haben! Ich wünsche Ihnen weiterhin alles gute und dem Milchprüfling Bayern eine gelungene Umstellungsphase dann, dass alles gut funktioniert und freue mich auf unser nächsten Gespräch!

                                                                    Hr. Baumgartner: Dann sage ich auch Danke und viel Glück für deinen Block!


                                                                    Hemmstofftest Selber machen

                                                                    Es gibt Hemmstofftests, die man am Hof durchführen kann. Einerseits gibt es die offiziell beschriebenen Hemmstofftests (BRT) mit dem man die Hemmstoffuntersuchung schnell und sicher am eigenen Betrieb durchführen kann. Diese Tests setzt auch der Milchprüfring Bayern für Hemmstoffnachweise im Rahmen der Milchgütebewertung ein.
                                                                    Zu kaufen gibt es diese Tests hier www.aim-bayern.de.

                                                                    Etwas aufwendiger in der Handhabung, dafür der gleiche Test wie im Labor kann man hier beziehen.

                                                                    Andererseits gibt es Schnelltests. Bei denen muss man aufpassen, weil es Antibiotika gibt, die er nicht abdeckt. In der Regel funktioniert so ein Test sehr zuverlässig und gut. Zu kaufen gibt es diesen Test beispielsweise hier.

                                                                    Aktuelles vom Stallbau

                                                                    Es hat sich in der Leckageerkennung für die Güllegrube etwas getan. Wir hatten ein Treffen mit dem Landrat und dieser hat nun sein Personal angewiesen, eine Ausnahmegenehmigung in der Leckageerkennung zu akzeptieren unter ein paar Voraussetzungen. Wir sparen uns somit Kosten im Vergleich zu einer beim DiBT zugelassenen Lösung. Einfachere Systeme mit einer dünneren sind in der Praxis viel besser umzusetzen.

                                                                    Für den Unterbau haben wir uns für Bernhard Kleinmaier entschieden. Eine kleine Firma, bei dem man selbst gut Eigenleistung bringen kann und schon viele Ställe in der Umgebung gebaut hat.

                                                                    Für Fullwood haben wir uns beim Melkstand entschieden. In einer eigenen Folge möchte ich meine Entscheidungskriterien und Überlegungen teilen.

                                                                      Stallbaupost

                                                                      KSB 009 Macht eine PV-Anlage in 2020 Sinn?

                                                                      Warum macht eine PV-Anlage mit Eigenstrom Sinn und wie kann eine Anlage in 2020 rentabel sein?


                                                                      Kurze Infos zum eigenen Stallbau: Einige Gespräche wurden geführt und Angebote sind gekommen. Eine Melkberatung (Hr. Dr. Hömberg) wurde in Anspruch genommen. Ein Gespräch mit dem Landrat steht nächste Woche bezüglich der Sondergenehmigung der Güllegrube an.


                                                                      Wir haben uns dazu entschieden, eine PV Anlage mit 55 kWp (Hausanschluss begrenzt) auf das Dach des alten Kuhstalles zu installieren, da bisher noch keine Eigenstromanlage vorhanden ist. Der Strom kann auf den Hausanschluss laufen, da bisher noch keine PV-Anlage dort angeschlossen ist. Bisher haben wir drei Anlagen mit insgesamt 67 kWp.

                                                                        Stallbaupost

                                                                        Wie passt eine PV-Anlage zum Kuhstallbau-Podcast?

                                                                        • Große Dachflächen am Hof stehen zur Verfügung
                                                                        • Strom kann direkt verbraucht werden
                                                                        • Optimierungsmaßnahme im Betrieb

                                                                        Warum diese Anlagengröße bei uns?

                                                                        Grundsätzlich wird häufig eine 10 kWp Anlage empfohlen, da man sich hier die 2,8 ct/kWh EEG-Umlage sparen kann. Eine in Anspruch genommene Energieberatung hat jedoch ergeben (Tagesdurchschnittswert):

                                                                        10 kWp Anlage 85 % Eigenverbrauchsquote

                                                                        20 kWp Anlage 60 % Eigenverbrauchsquote

                                                                        55 kWp Anlage 28 % Eigenverbrauchsquote

                                                                        Im Verhältnis kann der höchste Gewinn bei der größten Anlage erzeugt werden! Der meiste selbstgenutzte Strom kann bei einer 55 kWp Anlage ausgenutzt werden.

                                                                        Bei der Wirtschaftlichkeit kommen wir auf ca. 5 % Verzinsung. Die Anlage mit dem Umbau kostet ca. 60.000 € Netto. Im Jahr bleiben daher ca. rund 1.000 – 2.000 € übrig. Die freie Dachfläche kann hier optimal genutzt werden.

                                                                        Wann macht eine neue PV-Anlage Sinn?

                                                                        Die Anlage soll wirtschaftlich sein (Strompreis, Stromertrag und Anlagenkosten passen zusammen). Dass es wirtschaftlich ist, muss über die Laufzeit mehr Geld eingenommen werden als Kosten da sind und in der Anschaffung da waren.

                                                                        Mögliche Rechnung: Jährlicher Stromerlös – Versicherung – Reinigung – Reperaturen

                                                                        = jährlicher Überschuss (Damit kann die Anschaffung finanziert werden)

                                                                        Vergütung Dachanlagen Stand ab 1. April 2020 in Deutschland (wird monatlich weiter sinken):

                                                                        0 – 10 kWp 9,44 ct;
                                                                        11 – 40 kWp 9,18 ct
                                                                        41 – 100 kWp 7,21 ct

                                                                        Es ergibt sich also bei 55 kWp also ein Mischpreis von 8,69 ct/kWh. Nun kann man sich also ausrechnen, ob sich eine Anlage noch rechnet. Beispielsweise bei 55 kW:

                                                                        Allgemeine Infos:

                                                                        • Anschaffung 1000 €/kWp, Volleinspeiser
                                                                        • 800 € Unterhaltungskosten im Jahr
                                                                        • 1000 kWh/kWp mit 8,69 ct/kWp (Achtung: Bei einem Stall mit einer Firstlüftung hat man weniger Ertrag wegen Verschmutzung)

                                                                        Bezahlt macht sich dies in ca. 15 Jahren mit einer Verzinsung der Kapitalrendite von knapp 4 %. Dies ergibt ca. 1000 € Gewinn im Jahr (Vor der Steuer).

                                                                        Muss man sich überlegen. Sobald die Kosten steigen oder der Stromertrag sinkt wird es schnell unwirtschaftlich. Wenn die Anschaffung vielleicht günstiger wird und Eigenverbrauch möglich ist wird es schnell interessanter. Die Finanzierung ist sehr günstig, unter 1 % Zins (Bei gutem Rating).

                                                                        Mehr dazu auf der Seite Photovoltaik-Anlagen-Förderung.

                                                                        Stromspeicher ja oder nein?

                                                                        Beim Stromspeicher ist ein Zuschuss möglich. Für mich persönlich ist die Anschaffung noch zu teuer. Eine spätere Ergänzung ist denkbar, wenn die Kosten für Batteriespeicher fallen oder die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Eine Nachrüstung ist deshalb nicht ausgeschlossen, da das Prinzip gut ist.

                                                                        Freiflächenanlagen sind durchaus rentabel. Folgende Fragen sind jedoch zu stellen:

                                                                        • Was kostet mich das?
                                                                        • Darf ich eine Freiflächenanlage bauen?

                                                                        Weitere Infos zur PV-Anlage

                                                                        Die Einspeisevergütung sinkt monatlich, daher nicht zu viel Zeit bei der Überlegung und Umsetzung lassen.

                                                                        Auskünfte, was der Hausanschluss vertragen kann gibt´s beim Netzbetreiber

                                                                        • Anlagen unter 30 kWp
                                                                          • Entweder 70 % Regelung
                                                                          • nie mehr als 70 % der vollen Leistung darf ins Netz eingespeist werden
                                                                          • bei 30 kW Anlage 21 kW maximal möglich
                                                                          • Oder Funksteuerung
                                                                        • über 30 kWp
                                                                          • zwingend Funksteuerung
                                                                          • kostet 356 € netto inkl der Lizenz für 20 Jahre
                                                                          • darf auf 60 / 30 / 0% abregeln
                                                                          • wird veröffentlicht
                                                                          • wird entschädigt
                                                                          • läuft automatisch, sollte kontrolliert werden
                                                                          • gibt extra Abrechnung und ist nicht auf der Stromrechnung
                                                                          • Netz und Anlagen Schutz notwendig (schaltet bei Fehler ab)
                                                                        • über 40 kWp
                                                                          • zusätzlich 2 Wandlermessungen für Eigenstrom notwendig (Verkauf und Eigenverbrauch)

                                                                        Vielleicht helfen dir meine Ausführungen bei deiner Entscheidung. Eine neue PV kann durchaus rentabel sein und gut zum Milchviehbetrieb passen.

                                                                          Stallbaupost

                                                                          KSB 008 Wie kann ich meinen Gewinn steigern – Flaschenhals im Milchviehstall

                                                                          WIE DU DEINEN GEWINN STEIGERN KANNST, INDEM DU DEINEN FLASCHENHALS OPTIMIERST, WAS FLASCHENHÄLSE SIND, WIE DU OPTIMIERUNGSMÖGLICHKEITEN IM MILCHKUHSTALL FINDEST, FESTHALTEN UND AUCH UMSETZEN KANNST ERFÄHRST DU HIER.



                                                                          Stell dir vor du gehst durch deinen Stall aus der Sicht einer Kuh und erkennst, was verbessert werden kann. Alles was verbessert ist bringt dir leistungsfähigere und vor allem gesündere Kühe und somit ein höheres Einkommen.

                                                                          Nun denkst du an eine Wasserleitung. Diese hat einen bestimmten Durchfluss. Alles, was du verbessern könntest sind kleinere oder größere Dellen in der Leitung. Und je größer so eine Delle ist, desto weniger Wasser kommt durch. Möchtest du also etwas vorwärts bringen macht es Sinn, die größten Dellen zu reparieren.

                                                                          Übertragen auf deinen Gewinn bedeutet es, du hast umso mehr Einkommen, je kleinere Dellen, also nicht optimale Dinge du hast. Die größte Delle ist dein Flaschenhals. Um den musst du dich als erstes kümmern. Dieses Prinzip ist von John Fetrow, ein Professor aus Minnesota.

                                                                            Stallbaupost


                                                                            Kälberstall

                                                                            • gut für die Kälber
                                                                            • einfach zum einstreuen
                                                                            • einfache Reinigung und Desinfektion
                                                                            • Rein-Raus-Prinzip Vorteilhaft
                                                                            • Tränke Automatisch oder Manuell ist einwandfrei
                                                                            • Ad-libitum Tränke hat sich bewährt, 800 – 1000 g Zuwachs am Tag die ersten Wochen sollten erreicht sein
                                                                            • Egal wer füttert, muss eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleistet sein. Spickzettel mit Arbeitsanweisungen helfen.
                                                                            • Kein Durchfall oder Grippe
                                                                            • Frischluftschlauch im eigenen Betrieb hat sich bewährt

                                                                            Wenn hier alles passt, ist hier schonmal kein Flaschenhals. Falls nicht, vielleicht doch?


                                                                            Jungviehaufzucht

                                                                            • leichtes umtreiben ist möglich
                                                                            • gute Haltungsbedingungen
                                                                            • Jungvieh hat glänzendes Fell und wächst gut
                                                                            • Bis zum Alter von einem halben Jahr auf Stroh hat sich bewährt
                                                                            • Gruppen mit kleinen Altersunterschieden
                                                                            • Intensive Jungviehaufzucht
                                                                            • Brunstkontrolle über Aktivitätserkennung setzt sich durch

                                                                            Kühe

                                                                            • Liegeboxen Folge 004
                                                                            • Bei knappen Licht helfen LED Lichter, die Kuh braucht Licht!
                                                                            • Gegen Hitzestress im Sommer unbedingt Ventilatoren rein bauen
                                                                            • Für Frische Luft in einem alten Stall kann ein Frischluftschlauch helfen, haben wir in unserem Stall. Dieser bringt frische Luft und kann auch kühlen.
                                                                            • Genug Wasser, viel Tränken im Stall verteilen, täglich reinigen, günstigstes Futtermittel!
                                                                            • Futter hat größten Einfluss auf die Gesundheit. Für Beste Kühe gibt es nur bestes Futter.
                                                                            • Kuhbürste für Wellness
                                                                            • Rutschfeste Laufgänge, bei Bedarf aufrauen oder Gummimatten drauf
                                                                            • Fressgitter soll beim Fressen nicht behindern. Auch soll der Platz breit genug sein und die Barrenwand nicht zu hoch.
                                                                            • Futtertisch muss glatt und gut zu reinigen sein. Keine Löcher oder tiefe Fugen, diese hemmen die mögliche Futteraufnahme. Wenn du es beispielsweise schaffst, dass deine Kuh 200 g mehr TM aufnimmt, hast du 0,4 l mehr Milch. Bei 20 ct Erlös nach Futterkosten bleiben dir je Kuh 8 ct zusätzlicher Gewinn. Bei 100 Kühen sind es 3.000 € mehr Umsatz im Jahr!
                                                                            • Ich messe wöchentlich die Futteraufnahme, höchst interessant, wenn man Kleinigkeiten verändert, was die Futteraufnahme macht. Hör dir hier den Einfach Füttern Podcast an.
                                                                            • Auslauf oder Außenliegeboxen oft gut beim Umbau kombinierbar. Kuhbürsten draußen halten den Dreck eher im Außenbereich.
                                                                            • Zellzahl soll unbedingt dauerhaft unter 150.000 Zellen sein. Falls nicht nutze eine Melkberatung. Es kann viele Ursachen haben. Liegeboxenkalk hilft für den Bereich oft.
                                                                            • Tierwohl ist durch Aktivitätsmessung möglich zu erfassen. Habe ich etwas verändert, was macht die Liegezeit?
                                                                            • MLP Daten Auswerten. Häufige Abgangsursachen z.B. Klauen zeigt dir, dass du hier einen möglichen Flaschenhals hast.

                                                                            Der Mensch als Arbeiter

                                                                            • Problem dass Melkstand zu klein ist?
                                                                            • Futtervorlage ist schwierig?
                                                                            • Hoher Zeitbedarf dafür?
                                                                            • Abhilfe schafft oft schon, dass man sich seine Routinen deutlich macht und dabei hinterfragen, ob eigener Arbeitsablauf verbessert werden könnte. Dies schafft Bewusstsein.
                                                                            • 40 – 50 AKh je Kuh und Jahr ist ein Durchschnittswert
                                                                            • Hoch automatisierte Betriebe sollten auf 30 – 40 AKh je Kuh und Jahr kommen

                                                                            Unterschied zwischen bezahlter Zeit beim Lohnarbeitsbetrieb zum Familienbetrieb ist, dass es wirkliche Kosten sind und im Familienbetrieb sind es kalkulatorische Kosten. Deshalb ist das Bewusstsein im Familienbetrieb oft zu wenig gegeben. Mach dir unbedingt bewusst, wie viel Arbeitszeit du brauchst und versuche, deine Arbeitsablauf zu straffen. Oft gibt es Möglichkeiten, etwas zu probieren.


                                                                            Achtung vor Betriebsblindheit, nimm Beratung in Anspruch! Beispielsweise vom LKV Bayern die Haltungsberatung oder auch die Fütterungsberatung.

                                                                            Kosten Einsparen, wo es sinnvoll ist. Vorausschauend denken und planen spart langfristig oft Geld. Beispielsweise beim Bau einer Güllegrube überlege ich mir, ob ich nicht auf 9 Monate Lagerdauer gehe. Wer weiß was noch kommt…

                                                                            WAS KANN ICH HEUTE TUN, UM IN ZUKUNFT BESSER DA ZU STEHEN?


                                                                            So gehst du die Optimierung an

                                                                            • Mach einen Betriebsrundgang
                                                                            • Schreib dir alles mit, was dir in den Sinn kommt und eine Delle in der Rohrleitung sein könnte
                                                                            • Schreibe dazu, welche Chancen sich bieten
                                                                            • Setze dir Ziele, was du anpacken möchtest
                                                                            • Bei jeder Umsetzung hast du deinen Betrieb optimiert und deinen Gewinn erhöht

                                                                            So schreibst du es auf dass du nichts vergisst

                                                                            Ich nutze Evernote. Evernote ist eine Notizen App, die eine super Suchfunktion hat. Du kannst zu den Notizen unter anderem Fotos, Dokumente und Sprachaufnahmen hinzufügen. Da alles in der Cloud gespeichert ist kannst du vom PC, Tablet und Smartphone darauf zugreifen und hast immer alles aktuell. Und so gehst du vor:

                                                                            • Lade Evernote herunter. Mit kuhstallbau.com/evernote erhältst du sogar 1 Monat Premium zum testen.
                                                                            • Erstelle ein Notizbuch „Ideenbox“
                                                                            • Hier schreibst du alle Ideen rein. Z.B. Nackenriegel bei den Liegeboxen erhöhen
                                                                            • Mit der Zeit kannst du in diese Notiz noch weitere Infos dazu schreiben
                                                                            • Wenn Zeit für eine Umsetzung da ist, schau ich mir alle Ideen durch
                                                                            • Was bringt mich am meisten weiter? Was ist mein Flaschenhals?
                                                                            • Alle Ideen in der Ideenbox konkurrieren gegeneinander, so finde ich die beste Idee raus
                                                                            • Erst wenn eine Idee umgesetzt ist, kommt die nächste. So hast du nicht mehrere Baustellen gleichzeitig offen.
                                                                            • Eine Idee ist hier in Quarantäne. Oft ist die Idee am 1 Tag sehr spannend. Ist diese nach einem Monat immer noch so interessant?

                                                                            Im Bonusbereich findest du eine Anleitung zu Evernote Ideenbox. Melde für den Zugang einfach zum Newsletter an.

                                                                            Wo kommt mein Geld her und wo geht es hin?

                                                                            In einem klassischen Milchkuhbetrieb mit Milchkühen und Futterbau dazu ist die Antwort meist recht einfach. Hast du eine Betriebszweigauswertung (BZA)? Diese zeigt dir die einzelne Kostenblöcke, Erlöse und deinen Überschuss je Betriebszweig. Durch die detaillierte Auswertung hast du noch besseren Einblick. Nutze die BZA! Halte dich nicht ewig mit kleinen Dellen auf, kümmere dich um große Einflüsse.

                                                                            Wie genau du angefangene Projekte optimierst hängt an dir. Bedenke: Erledigt ist besser als Perfekt. Du wirst viel Arbeit haben, um eine Delle perfekt zu glätten. Wenn du 80 % erreicht hast, wird es bereits eine andere Delle geben, die deutlich tiefer ist. Denke an das Pareto-Prinzip: 80 % des Ergebnisses schaffst du mit 20 % des Aufwands. Die letzten 20 % brauchen 80 % des Aufwands. Hast du beispielsweise einen glatten Laufgang und diesen aufgeraut, sei erstmal zufrieden. Natürlich beobachtest du es weiter. Setze dir einen halben Tag in der Woche, in der du dich um das Projekt kümmerst. Sei dabei hoch fokussiert nur beim Projekt.

                                                                            Wer will findet Lösungen, wer nicht will findet ausreden

                                                                            Finde also deinen Flaschenhals. Gehe in aller Ruhe durch den Stall und schreibe deine Verbesserungsideen auf. Arbeite einen Bereich durch und kümmere dich erst dann um den nächsten Bereich. Nimm Beratung in Anspruch, so vermeidest du Betriebsblindheit.

                                                                            Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein

                                                                            Direkt zur Newsletteranmeldung

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                                                                              Stallbaupost

                                                                              KSB 007 So geht die Kuh dahin wo sie soll – entspanntes Kühe treiben

                                                                              Auf welche baulichen Dinge solltest du beim Kühe treiben achten? Wie TICKT die Kuh und wie kommt sie ruhig dahin, wo sie hin soll?


                                                                              Diese Folge hat sich aus einer aktuellen Situation ergeben: Im Landkreis ist ein Video aufgetaucht, indem ein Bauer eine Kuh verprügelt hat. Der Nachbar hat den Bauern gefilmt, nachdem die Kuh aus dem Klauenpflegestand ausgebrochen ist und der Bauer diese mit einem Stock auf den Kopf geschlagen hat. Hier kam es zu einer Anzeige und aufgrund der Veröffentlichung des Videos holt nun die Molkerei die Milch nicht mehr ab.



                                                                              Vier Punkte zum richtigen Umgang mit der Kuh:

                                                                              wie tickt die kUh?

                                                                              Die Kuh wird (zumindest in Laufställen) i. d. Regel immer getrieben. Da das Rind ein Fluchttier ist, gehen die Kühe beim Treiben in die dementsprechend gewünschte Richtung. Je näher du der Kuh kommst, desto bedrängter sieht sie sich. Der Drehpunkt der Kuh sind die Vorderfüße. Ist dein Stand im Bereich der Vorderfüße, wird sie nach hinten ausweichen. Stehst du hinter der Kuh, wird sie nach vorne gehen. Es gibt 3 verschiedene Zonen:

                                                                              Neutrale Zone – Beobachtungszone – Bewegungszone

                                                                              Link zum Thema richtig treiben (Elite): https://www.elite-magazin.de/so-treiben-sie-ihre-kuehe-richtig-9283171.html


                                                                              Welche Ansprüche hat die kuh?

                                                                              Gleichmäßiges Licht, d. h. keine Blendung und möglichst kein Gang von hell zu dunkel. Ist die Ausleuchtung schlecht, geht die Kuh schlecht voran. Der Ausgleich von hell nach dunkel dauert bei der Kuh länger als beim Menschen! Rutschfeste Laufgänge sind das A und O für die Kuh. Ist die Fläche schon zu sehr glatt muss man Sie aufrauen! Die Kuh verlässt die Herde nur ungern, d. h. sie wird bei der Trennung zögerlich reagieren. Als Treiber hat man die Richtung in der Hand!

                                                                                Stallbaupost


                                                                                Wo wird getrieben?

                                                                                Regelmäßiges Treiben z. B. in den Melkstand, zum Roboter

                                                                                Unregelmäßiges Treiben z. B. das Umstallen in den Trockensteherbereich, die Klauenpflege und der Transport


                                                                                Bauliche Möglichkeiten und menschlicher EInfluss

                                                                                Immer so bauen, dass das Treiben so leicht wie möglich und vor allem alleine geht!

                                                                                Melkstand/Roboter

                                                                                Die Griffigkeit vom Boden muss der Kuh den Halt geben. Gummimatten beim Melkstand und Roboter sind empfehlenswert. Melker mit einem ruhigen Umgang im Melkstand sind Voraussetzung. Der Roboter hat einen großen Vorteil: Ruhiges Melken und ewige Geduld.

                                                                                Umtreiben

                                                                                Die Übergänge sollen breit genug sein um Zeit und Gedränge zu sparen. Eine flüssige Gestaltung der Wege ohne Sackgassen ist wichtig. Ein ruhiges und bewusstes Treiben spart Nerven und Zeit.

                                                                                Umstallen

                                                                                Beim Gruppenweise Umstallen ist ein Absperrgitter eine Hilfe. Wege mit Absperrungen sollten max. 1 Meter breit sein um die Begrenzung der Kuh aufzuzeigen.

                                                                                Verladen

                                                                                Eine Verengung von Hinten kann eine Hilfe sein. Die Kuh geht lieber leicht aufwärts als abwärts (Steigung ca. 5 – 10 %). Bereits vorbereitete Verladestellen sind der Optimalfall. Eine lange gerade ist meist schlechter als Kurven (Ungewissheit für Unbekanntes). Das Viehwagen-innere muss ausgeleuchtet sein.

                                                                                Klauenstand

                                                                                Ein zurückgehen bei dem Klauenstand sollte durch Abtrennungen nicht möglich sein. Ein System, mit dem man alleine arbeiten kann ist empfehlenswert. Eine Verriegelung am Hals ist dazu praktisch.

                                                                                Festliegen der Kuh

                                                                                Grundsätzlich gilt: Überall wo eine Kuh ist, sollte man mit einem Fahrzeug hinfahren können um diese weg zu transportieren. Hier gibt´s gute Tragetücher, die einen schonenden Transport ermöglichen.


                                                                                Mit gut gesetzten Abtrennungen und überlegten Details fällt das Treiben deutlich leichter. Immer die Ruhe bewahren, zur Not am nächsten Tag nochmal versuchen. Niemand darf sich einen Aussetzer erlauben, da dIES bis zum Tierhaltungsverbot führen kann.

                                                                                  Stallbaupost

                                                                                  KSB 006 Daran musst du bei der Erschließung für den Stallbau denken

                                                                                  An was solltest du bei der Erschließung und beim Verlegen der Leitungen denken? Warum solltest du immer mitschreiben und warum sind Leerrohre ZUM STALL so wichtig?


                                                                                  Da der Kuhstall immer Wasser und Strom benötigt, kommt es auf die Menge der zusätzlichen verlegten Leerrohre nicht an, da der Aufwand der Grabungen immer gleich ist!



                                                                                  5 Tipps was dir beim Verlegen helfen soll:

                                                                                  Möglichkeiten uND den zukünftigen Nutzen für die ERschließung bewusst machen bevor gegraben wird

                                                                                  Das Stromkabel und die Absicherung müssen groß genug sein um anschließenden Ärger zu vermeiden. Mögliche Zwischenzähler können Überblick verschaffen, z. B. eine gezielte Einsparungen testen. Der Wasseranschluss muss ebenfalls groß genug sein, um genug Druck und Durchlauf zu gewährleisten.


                                                                                  Unterschied ob Stall AUSGESIEDELT WIRD ODER AUF bisherige Hofstelle KOMMT

                                                                                  Bei einer (Teil-) Aussiedlung sollte immer bei Möglichkeit mit der bestehenden Hofstelle verbunden werden um jährliche Gebühren und Kosten zu vermeiden. Zusätzliche Erschließungsgebühren zu den Anschlussgebühren sind beim Wasseranschluss zu bezahlen, da bei einem Neuanschluss das Verursacherprinzip gilt. Die Erschließungsgebühren können Verhandlungssache sein. Es kann eine kostenlose Stundung geben, solange es ein Milchviehstall ist. Die Gebühren sind daher ggf. erst zu zahlen, wenn der Stall zu einer Halle ausgebaut wird. Der Strom ist grundsätzlich eine Verhandlungssache mit dem Versorger, denn jeder Versorger ist anders. Teilweise gibt es Pauschalen für die Erschließung (wenn noch 500 mtr Stromkabel notwendig sind, sind diese meist selbst zu bezahlen).

                                                                                    Stallbaupost


                                                                                    Welche Leitungen werden für die erschließung benötigt?

                                                                                    Viel genug Strom wird benötigt (Großer Melkstand, ca. 24 kW; Heizung/50 A Absicherung; schlagkräftige Güllepumpe ebenfalls 50 A Absicherung). Meist sind parallel noch andere Dinge in Betrieb (lieber auslegen auf 30 kW/63 A Absicherung).

                                                                                    Voraussetzung: Der Hausanschluss muss groß genug sein, um 63 A abzusichern sind ungefähr 80 A notwendig! Achtung: Je länger das Kabel, desto größer muss der Leitungsquerschnitt sein um nicht zu viel Spannungsabfall am Ende der Leitung zu haben!

                                                                                    Die Wasserleitungen lieber zu groß als zu klein einbauen. Die Größe richtet sich nach dem jeweiligen Bedarf. Abwasser wird benötigt, falls eine Toilette eingebaut werden soll, da man dann über eine Dreikammergrube zur Güllegrube oder direkt in den Kanal einleiten muss. Das Reinigungswasser darf direkt in die Güllegrube eingeleitet werden. Daher gut überlegen, ob eine Toilette notwendig bzw. sinnvoll ist. Ein Platzhalter für die Planung könnte erstmal auch reichen.

                                                                                    Der 2. und 3. Spülgang des Tanks und des Melkstandes können aufgefangen werden und zur Reinigung des Melkstandes oder Roboters dienen, da dies schon leicht mit Spülmittel versetzt ist und somit wiederverwendet werden kann. Internet ist aufgrund der neuen Technik unbedingt notwendig. In einem Leerrohr kann danach ein abgelengtes Glasfaserkabel durchgezogen werden. Falls der Stall nicht direkt erreichbar ist, sollte dies über Mobilfunk eingerichtet werden. Falls eine Versickerung des Regenwassers möglich ist, sollte man die Möglichkeit nutzen. Ansonsten benötigt man eine Genehmigung zur Einleitung bei über 1.000 m² Stallbaufläche.


                                                                                    Was solltest du bedenken?

                                                                                    • Fernwärme (Ist auf dem Weg zum Stall ein Platz für spätere Heizung?) Mindestens 0,5 mtr von den Wasserleitungen entfernt vergraben, durch die Wärme könnten sich bei weniger Wasserabnahme Keime ausbreiten
                                                                                    • Leerrohre (Für alles, was mal kommen könnte, z. B. Steuerungskabel, Datenkabel, zusätzliche Wasserleitung, etc.)
                                                                                    • Erdung (bereits vorhandene Erdungen verbinden, notwendig für Geräteschutz)

                                                                                    Mitschreiben und Plan ANFERTIGEN

                                                                                    • Früh genug überlegen welche Leitungen verlegt werden sollen und was alles benötigt wird. Die neuen Ideen immer aufschreiben, was mit rein kommen könnte. Beim Entscheiden hat man alle vergangenen Ideen parat und kann nichts vergessen. Ggf. Größen von z. B. Wasser und Strom notieren
                                                                                    • Apps wie Evernote oder Mindmeister sind zu empfehlen! (siehe Links weiter unten)

                                                                                    Tipps für die Ausführung:

                                                                                    Verlege die Stromkabel min. 60 cm und Wasserleitungen min. 1 mtr tief!

                                                                                    Denke unbedingt auch an das Warnband 10 cm über den Kabeln!


                                                                                    Eigene Situation

                                                                                    Im Hof wurde ein Graben mit 40 mtr Länge und 1 – 1,20 mtr Tiefe aufgebaggert. Die Leitungen wurden bei einem einfachen Durchbruch ins Haus hineingelegt. Auf der Strecke Richtung Stall wurde zusätzlich zur Halle, zum alten Kuhstall und zum Jungviehstall gegraben. Bei Abzweigungen wurden Schächte mit 60 x 60 cm eingebaut. Maximal 30 mtr Abstand sind zwischen den Schächten, denn je länger die Abstände sind, desto schwieriger ist später das Durchziehen der Kabel. Alles wurde gut eingesandet und in Schichten gelegt, besser wäre jedoch nebeneinander. Insgesamt wurde für die Grabungen eine Woche benötigt.

                                                                                    Folgende Leitungen wurden vergraben:

                                                                                    • Fernwärme (im oberen Teil)
                                                                                    • Strom (zum neuen Stall, Werkstatt, zur bestehenden Güllegrube)
                                                                                    • Erdung (im ganzen oberen Hofbereich)
                                                                                    • Wasser (für neuen Stall, bei allen Schächten mit T-Stücken versehen)
                                                                                    • Zusätzliche Leitungen (für JVS und Kuhstall, späteres Brunnenwasser, entkalktes Wasser)
                                                                                    • 5 Leerrohre mit 50, 75 und 110 mm Durchmesser, davon 4 bis zum neuen Stall

                                                                                    Mach dir bewusst was du brauchst, fange früh genug mit dem aufschreiben an, mach dir einen sauberen Plan für deine Leitungen und lege lieber zu viel Leerrohre als zu wenig rein!

                                                                                    Direkt zur Newsletteranmeldung

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                                                                                    Sehr gute visuelle Darstellung funktioniert mit Mindmeister

                                                                                      Stallbaupost

                                                                                      KSB 005 – 5 Möglichkeiten zum Strom sparen im Stall

                                                                                      Welche Stromfresser in der Milchkuhhaltung gibt es? Wo kannst du sinnvoll einsparen und wie kannst du zusätzlich noch Geld sparen?



                                                                                      Wie kam ich auf das Thema?

                                                                                      Der Milchfahrer kam direkt nach dem Melken. Die Milch musste damals eine Temperatur von 8° C erreichen. Dies wurde natürlich nicht geschafft. Der Druck seitens der Molkerei wurde größer. Da es einen Zuschuss für die Milchvorkühlung als energiesparende Maßnahme im Betrieb gab, informierte ich mich. Daraufhin kam der Energieberater des Landwirtschaftsamtes Ingolstadt an den Hof. Eine vollständige und kostenlose Energieberatung wurde anschließend mit Empfehlungen für den kompletten Hof durchgeführt. Die Maßnahme hätte damals über 2.500 € kosten müssen, daher wurde der Zuschuss nicht genutzt, die Milchvorkühlung wurde jedoch trotzdem eingebaut. Energieeinsparungspotenziale wurden aufgelistet. Je länger etwas weiter läuft, desto höher ist das Einsparungspotenzial. Einige Dinge wurden daher nicht umgesetzt.

                                                                                        Stallbaupost

                                                                                        Wie viele versteckTe Energiefresser gibt es bei dir im Betrieb? Wo hast du schon eingespart? Wo ist noch PotenZial vorhanden?

                                                                                        Jeder hat Einsparpotenzial, egal welcher Betrieb!


                                                                                        Übersicht der Hauptaufwendungen (im Schnitt je Kuh 400 kWh/a):

                                                                                        Strom sparen durch verschiedene Möglichkeiten (Berechnung mit 20 ct/kWh):

                                                                                        Vakuumpumpe

                                                                                        Eine drehzahlgesteuerte statt einer konventionellen Vakuumpumpe einbauen, da nur für die Spülung die volle Drehzahl benötigt wird. Beim Melken ist sie nur zur Hälfte ausgelastet! Einsparpotenzial: 40 % Nebeneffekt: Leiser

                                                                                        Beispiel: 5,5 kW Vakuumpumpe, welche dir bei einer täglichen Melkzeit von 3 h 80 im Jahr spart, bei einer Melkzeit von 6 h 460 €. Die Kosten für Anschaffung sind somit drin, da du weniger Strombedarf hast.


                                                                                        strom sparen durch eine Milchkühlung

                                                                                        Durch einen Vorkühler kannst du dir 25 % einsparen. Plattentauscher und Rohrkühler sind hier die Möglichkeiten. Wichtig ist hier, dass auf einen großen Wasserdurchfluss geachtet wird!

                                                                                        2 Möglichkeiten der Milchkühlung im Tank sind möglich:

                                                                                        • Direktkühlung: benötigt weniger Strom
                                                                                        • Eiswasserkühlung: Bei Sonne kann sie mit dem Eigenstrom aus der PV-Anlage laufen

                                                                                        Das Kühlaggregat muss unbedingt Außenluft ansaugen können. Außerdem muss das Aggregat mit dem Tank zusammenpassen. Welches Kühlaggregat zu welchem Tank passt, kann man in Listen nachsehen. Das Größte ist nicht immer das Beste, auch wenn diese schneller kühlen würden! Die Verdampffläche reicht bei niedrigen Temperaturen der Milch nicht mehr, da zu viel Flüssigkeit eingespritzt wird, dies kann nicht vollständig verdampfen und so nicht die volle Wirkung an den Tag legen. Lieber 1-2 Nummern kleiner, damit der Wirkungsgrad besser wird. Eine regelmäßige Reinigung der Kühlrippen ist empfehlenswert (z.B. 1-2 mal im Jahr).

                                                                                        Grundsätzliches Prinzip unseres Vorkühlers:

                                                                                        Bei jedem Pumpvorgang der Milchpumpe wird für 12 Sekunden das Magnetventil geöffnet. In dieser Zeit wird Wasser durchgepumpt. Bei jedem Pumpvorgang werden 7 Ltr Milch durchgepumpt (etwas mehr als der Inhalt des Plattentauschers). Das Wasser hat somit mehr Zeit die Milch zu kühlen. Wenn mehr Milch in kürzerer Zeit durchgepumpt wird, benötigt man auch mehr Wasser. Das Wasser, das nicht direkt vertränkt wird kommt in einen IBC-Container, wird dort zwischengelagert, um dann durch einen Freilauf des Wassers die Leitung vollständig entleert, um es frostrei zu halten. An einer Wannentränke nach dem Melkstand ist ein Niederdruckschwimmerventil montiert, in welches das Wasser je nach Bedarf der Kühe hinein läuft.


                                                                                        Reinigung

                                                                                        Die Melkstandgröße und der Milchleitungsdurchmesser sollte auf den Betrieb abgestimmt sein. Eine längere Melkzeit von 15 Minuten rechtfertigt für mich die Energieeinsparung nicht, da die Zeit den Vorteil des Energieverbrauches wieder verschwindet.

                                                                                        Zielkonflikt: Für die Kuh ist eine größere Leitung von Vorteil, für die Reinigung eine kleinere Leitung (leichtere Reinigung, weniger Wasser/Energie).

                                                                                        Das Warmwasser aus der Wärmerückgewinnung sollte in jedem Fall genutzt werden. Das Warmwasser kann durch eine eigene betriebene PV-Anlage oder der eigenen Heizung zu Heißwasser umgewandelt werden.

                                                                                        Das aufgefangene Wasser des 2. bzw. 3. Spülgangs kann für die Reinigung des Melkstandes bzw. des Roboters genutzt werden. Der bereits leichte Spülmitteleinsatz kann bei der zweiten Verwendung des Spülwassers beim Reinigen helfen. Den 1. Spülgang nicht wiederverwenden! Hier sind noch Milchrückstände vorhanden, diese würden sonst einen starken Geruch und Ablagerungen entwickeln.


                                                                                        Beleuchtung

                                                                                        Die Umstellung zu LED macht sich auf Dauer bezahlt. Die einfachen Leuchtstoffröhren im Altbau sind leicht durch LED-Röhren austauschbar. Vor dem Austausch das Ganze mit der Brandversicherung abklären, da sonst im Brandfall Probleme entstehen könnten.

                                                                                        Tageslichtweiß (5.300 Kelvin) hat einen höheren Blauanteil, damit die Kuh das Lichtsignal wirklich wahrnehmen kann und sollte somit eingebaut werden.

                                                                                        Mindestens 150 Lux (Helligkeit) sind Voraussetzung. Im Fress- und Melkstandbereich sind mehr zu empfehlen (hier folgt eine extra Folge!).


                                                                                        Stromkosten senken

                                                                                        Eine Eigenstrom-Photovoltaik ist zu empfehlen. Hier kann man nicht nur Strom sparen sondern auch Stromkosten senken! Falls noch keine vorhanden ist, wäre es sehr zu empfehlen eine zu montieren!

                                                                                        Bis 10 kW spart man sich die EEG Umlage. Den Überschuss an Strom kann man wieder verkaufen.

                                                                                        Zwar keinen Strom aber Geld sparen kann man durch Vergleich und Wechsel des Stromanbieters. Falls eine Kündigung des Anbieters geplant ist, im November um den neuen Tarif kümmern um die Auslauffrist nicht zu verpassen!


                                                                                        Wenn du vor hast, hier anzusetzen: Nimm Beratung in Anspruch.  In Bayern GIBT ES ENERGIE Beratung kostenlos. Sie sehen Dinge, die dir nicht auffallen.

                                                                                        Bedenke: Wenn eine Maßnahme dir 250 € im Jahr spart und einmalig 1.000 € kostet, hast du ab dem 5. Jahr 250 € mehr im Geldbeutel! Das sind auf 20 Jahre 4.000 € (ohne Zins). Nimm dir einen Punkt raus und erst wenn du diesen umgesetzt hast, setze den nächsten um.

                                                                                        Weitere Infos:

                                                                                        Prinzip meiner Milchvorkühlung

                                                                                          Stallbaupost

                                                                                          KSB 004 Liegebox ist nicht gleich Liegebox

                                                                                          Warum ist die Tiefbucht bei einer Liegebox klar im Vorteil? Wann passt eine Hochbox und Welche Einstreumöglichkeiten bieten sich für eine an?



                                                                                          Wenn du verschiedene Betriebe besuchst, dann stell dir folgende Fragen:

                                                                                          • Erkennst du Unterschiede in der Sauberkeit der Kühe?
                                                                                          • Siehst du Unterschiede bei offenen Stellen an den Gelenken?
                                                                                          • Wie sieht die Liegebox dazu aus?
                                                                                          • Sind die Kühe besonders sauber oder nicht aus?
                                                                                          • Wie sauber sind deine Kühe?
                                                                                          • Wenn du bestehende Liegeboxen hast, wie kannst du diese verbessern?

                                                                                          Es wird niemals ein Kompoststall werden. Ein Kompoststall der gut läuft, ist immer das Beste, da die Kuh uneingeschränkt Platz hat. Eine immer weiche Liegefläche und wirklich saubere Kühe die optimal drinnen liegen ist ein Kennzeichen. Wenn du Interesse am Kompoststall hast, kann ich dir den Kuhverstand Podcast, Folge 65 von Christian Völkner empfehlen.

                                                                                          Die Liegebox haben wir Menschen erfunden, nicht die Kuh. Der Mensch hat hier ein System erschaffen, wie er die Kuh unterbringt und gleichzeitig die Kuh bestmöglich ihr Liegeverhalten ausleben kann.

                                                                                            Stallbaupost


                                                                                            Allgemeines zur Liegebox

                                                                                            Ansprüche der Liegebox:

                                                                                            • Die Kuh muss trocken und sauber liegen können
                                                                                            • Sie soll möglichst keine Einschränkungen des Bewegungsraumes haben
                                                                                            • Die Matratze soll verformbar sein

                                                                                            Hier entsteht der Konflikt zwischen saubere Boxen und genug Platz für die Kuh!

                                                                                            LiegeBoxenabtrennungen

                                                                                            • Keine Blankstellen (Wenn du Blankstellen feststellt, z. B. halber Meter vom Bugbrett zur Säule ganz blank geschliffen: Hier fällt die Kuh immer dagegen sobald sie sich ablegt)
                                                                                            • Bemaßungen für die Liegeboxen sind Herdenabhängig z. B. beim Fleckvieh ist es anders wie beim Schwarzbuntbetrieb
                                                                                            • Flexible Abtrennungen sind auch möglich und sind zunehmende am kommen. Noch wenig Erfahrung gibt es über die Haltbarkeit und ob die Kuh gerade drin liegt. (Beispiel: Bei einem besichtigten Betrieb in Hessen wurde der bestehende Stall (200 Kühe) um 100 Liegeboxen mit flexiblen Abtrennungen erweitert. Die Voraussetzungen waren bei den festen Abtrennungen wie bei den flexiblen im Stall komplett gleich. Hier war auffällig, dass fast jeder Platz bei den flexiblen Liegeboxen belegt war und beim Altbau nur jede dritte/ vierte Liegebox.)

                                                                                            Liegezeit

                                                                                            • Bis zu 14 h Liegezeiten sind erwünscht. Studien haben ergeben, eine Stunde mehr Liegezeit bringt ca. 1,8 l mehr Milchleistung.
                                                                                            • Nur mit einer bequemen und optimalen Liegebox ist die opitmale Liegezeit möglich.

                                                                                            Ohne Pflege funktioniert kein System richtig!

                                                                                            Optimales Liegeverhalten

                                                                                            • 2/3 der Kühe sollen in der Hauptruhephase liegen
                                                                                            • unter 15 % der Kuhschwänze sollen auf den Laufgängen liegen
                                                                                            • keine Kühe sollen nur halb in der Liegebucht oder auf dem Laufgang liegend verbringen
                                                                                            • unter 15 % sollen stehend in der Liegebox zu sehen sein
                                                                                            • das Abliegen soll innerhalb einer Minute nach betreten der Liegebox beendet sein
                                                                                            • der Kopfschwung der Kuh soll nicht behindert sein. Der Kopfschwung der Kuh sollte durch die vorne angebrachte Stange nicht behindert werden
                                                                                            • eine exakte Liegeposition der Kuh ist wichtig, deshalb keine schräge sondern gerade Liegehaltung der Kuh anvisieren.

                                                                                            Hochbox

                                                                                            1. Eine Gummimatte sollte auf die Hochbox gelegt werden

                                                                                            • Es gibt unterschiedliche Stärken der Gummimatten
                                                                                            • Verschiedene Ausführungen
                                                                                              • Bahnenware
                                                                                              • Einzelmatten
                                                                                              • Wasserbetten ( gleiche Oberfläche wie Gummimatten; Aufwendig bei der Montage? Wartung?)

                                                                                            Wichtig: Egal welche Gummimatte, es dürfen niemals Pfützen entstehen

                                                                                            2. Einstreu

                                                                                            • unbedingt Strohmehl (evtl. vor dem Strohmehl noch etwas Kalk für die Keimreduzierung einstreuen)

                                                                                            Hintere Aufkantung (ca. 10 cm) hilft, um eine kleine Strohschicht zu halten. Diese ist vorteilhaft für die Einstreu damit diese besser in der Liegebox bleibt

                                                                                            Vorteile

                                                                                            • geringere Boxenverschmutzung und leichter zu reinigen
                                                                                            • im Sommer wird die Hochbox bevorzugt
                                                                                            • tendenziell bessere Hygiene?

                                                                                            Nachteile

                                                                                            • schlechterer Liegekomfort
                                                                                            • Hautabschürfungen sind gegeben
                                                                                            • relativ hohe Gelenkbelastungen
                                                                                            • schmutzigere Euter?

                                                                                            Verbesserungsmöglichkeiten der bestehenden Liegebox

                                                                                            • Eine kleine Schicht Liegeboxenkalk und darauf Strohmehl bringt eine deutliche Verbesserung der Sauberkeit
                                                                                            • Aufkantung hinten montieren (z. B. Rohr anbringen, in der die Einstreu in der Schwelle besser vorhanden bleibt)
                                                                                            • Passen die Liegeboxenabtrennungen? Gibt es abgewätzte Stellen an den Rohren?
                                                                                            • Nackenriegel erhöhen und neu einstellen
                                                                                            • Bugbrett weiter nach vorne setzten
                                                                                            • neue Gummimatten montieren

                                                                                            Tiefbox

                                                                                            1. Was muss geschaffen werden?

                                                                                            • eine gleichmäßige Einstreu
                                                                                            • trocken Oberfläche
                                                                                            • eine ebene Fläche ohne Mulden (Versuch zur Liegezeit: Die Liegezeit nimmt ab, je weiter der Einstreuzeitpunkt weg ist. Pro cm Entleerung der Box geht die Liegezeit pro Kuh um ca. 10 min zurück, d. h. dass eine halbe Stunde weniger Liegezeit nach einer Woche Abstand zum einstreuen ist möglich)

                                                                                            2. Vergleich der verschiedenen Einstreumöglichkeiten

                                                                                            MaterialVorteilNachteil
                                                                                            Stroh  Prinzip sehr gut    teils hohe Verluste in der Liegebox bei aktiven Kühen Strohbeschaffung?
                                                                                            KalkstrohEtwas Hygienischer als Stroh und deutlich fester in der Liegebox und ein weit verbreitetes System  
                                                                                            Wichtig: Zugabe von Wasser um die Festigkeit zu garantieren
                                                                                            Mischwagenverschleiß, wenn die Messer für das Silo stumpf werden
                                                                                            Mist (Pferde,- Kälber- Abkalbemist)Funktioniert gut  
                                                                                            Wichtig: Matratze zustande bringen
                                                                                            Beschaffung? Wenn jede Woche eingestreut wird ist die Menge ein Thema  
                                                                                            KompostTeilweise gut  
                                                                                            Achtung: bei einigen sehr fest geworden, sodass man ihn herausbaggern musste
                                                                                            Müll kann dabei sein.
                                                                                            Wie funktioniert die Beschaffung?  
                                                                                            Seperat  in Kombination mit Biogasanlagen oft gesehen, saubere Sache, weiche Matratze für die Kühe
                                                                                            teils Dinkelspelzen drüber für mehr Trockenheit, muss nicht gemacht werden
                                                                                            offiziell nicht erlaubt und nicht verboten sondern nur geduldet  
                                                                                            (Hygiene muss getestet werden)  
                                                                                            SandbettwabenWaben sind mit Sand ausgefüllt, danach noch 5 – 10 cm Einstreu  
                                                                                            teils gute Erfahrung  
                                                                                            teils schlechte Erfahrung hoher Geldaufwand, muss selbst ausprobiert werden  
                                                                                            SandPrinzip das Beste (nicht informiert weil nicht relevant, wenn jemand Mehr dazu weiß gerne einen Kommentar im Artikel)    Gülletechnik schwierig   (habe gehört, dass es als Sondermüll eingestuft wird)  

                                                                                            Vorteile

                                                                                            • hoher Liegekomfort
                                                                                            • geringere Gelenkbelastung
                                                                                            • fast keine Hautabschürfungen
                                                                                            • wird 3/4 des Jahres bevorzugt
                                                                                            • sauberere Euter?

                                                                                            Nachteile

                                                                                            • hoher Arbeitszeitaufwand
                                                                                            • schlechtere Hygiene
                                                                                            • Wärme im Sommer
                                                                                            • Mehr Materialeinsatz

                                                                                            Kostenvergleich des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen 2013

                                                                                            Material + Arbeitszeit im Jahr je Box

                                                                                            • Hochbox eingestreut mit Strohmehl 50 €
                                                                                            • Tiefbox eingestreut mit Kalkstroh Mischung 70 €

                                                                                            Erhebung der LfL Bayern im Rahmen der Jungkuhbewertung

                                                                                            Verbesserung in den Bereichen Blanke Stellen, Schwellungen an Gelenken und Sauberkeit der Kühe bei

                                                                                            … einer Umstellung von Anbindestall auf Hochboxen = minimal

                                                                                            … einer Umstellung von Hochboxen auf Tiefboxen = enorm


                                                                                            Die Empfehlung geht trotz des erhöhten Arbeitsaufwandes zur Tiefbucht. Investiere die Arbeitszeit, denn sie ist eine sehr gut investierte Arbeitszeit! Wenn du Hochboxen hast, streue sie unbedingt ein! Achte auch auf das Verhalten der Kühe, ob sie sich sauber aufrichten und ablegen!

                                                                                            Weitere Infos

                                                                                            Den Kuhverstand – Podcast von Christian Völkner mit dem Kompoststall:

                                                                                            https://kuhverstand.de/065-erfahrungen-mit-dem-kompoststall/

                                                                                              Stallbaupost

                                                                                              KSB 003 Mein weg durch die Planung und was du daraus mitnehmen kannst

                                                                                              Was war bei unserem Stallbauvorhaben schon, was wurde in der Planung beachtet und wie wird es die nächste Zeit weiter gehen?


                                                                                              Es kommt immer wieder die Frage bei mir, wie geht es voran? Wo steht man gerade? Wo hakt es gerade? Wie sieht es im Güllegrubenbau aus?



                                                                                              Bisheriger Verlauf der Baumaßnahme

                                                                                              Anfang/Mitte Januar 2018

                                                                                              haben wir mit dem ersten Entwurf für die Bauvoranfrage begonnen. Hier wurde noch mit einem Hofcafé geplant, welches in den Stall gebaut werden sollte. Die Idee haben wir aber aus verschiedenen Gründen wieder verworfen.

                                                                                              Mir ist es wichtig, Verbrauchern die moderne Landwirtschaft näher zu bringen. Vielleicht findet sich da mal eine Möglichkeit.

                                                                                              Ende 2018

                                                                                              haben wir dann den konkreten Plan entworfen. In der Zwischenzeit waren noch Änderungen bezüglich der Umsetzung der überarbeiteten Anlagenverordnung nötig. Was uns gestört hat, war die Aufstauhöhe im Kanal, die auf das zur Entmistung notwendige Maß begrenzt sein muss. D. h.:

                                                                                              • Maximal 1 Meter Aufstauhöhe mit 3 % Neigung und Gefälle (in Bayern)
                                                                                              • Maximale Kanallängen von 20 – 25 Metern kann man auf einer Höhe realisieren
                                                                                              • An dem tiefsten Punkt darf man max. rechnerisch 1 Meter Aufstauhöhe haben. (kann man ausrechnen)

                                                                                                Stallbaupost

                                                                                                Das hat uns gestört, da wir den hinteren Außenbereich mit Spalten und den inneren Bereich mit Schieber machen wollten. Die Abwürfe sollten entsprechend tief werden, damit die 2,5 Meter der Empfehlungen erreichen. Gleichzeitig sollte die Gülle noch frei in die Güllegrube laufen. Die Höhen wurden somit entsprechend angepasst und die Güllegrube ist nun 1 Meter tiefer als der Stall später stehen wird. Die Unsicherheit war durch die neuen Gegebenheiten vorhanden. Unser Ziel war es ohne Pumpe auszukommen, da das Gelände so ist, dass es frei in die Güllegrube laufen kann, die erdig mit dem Boden versenkt ist.

                                                                                                Gespräche mit Herstellern von Schieber und Melkstand, Berufsgenossenschaft und Haltungsberatung sind abgehalten worden.

                                                                                                Frühjahr 2019

                                                                                                haben wir dann den Plan mit der Firma Landplan Bayern eingereicht. Obwohl wir bereits die genehmigte Bauvoranfrage vorliegen hatten, hatten wir mit einigen Problemen zu kämpfen:

                                                                                                Brandschutz

                                                                                                • 3 Hydranten sind im Umkreis von 230 Metern, da zählt aber nur einer, da diese auf einer Leitung sitzen. Ein Löschwasserbehälter mit über 100 m³ reicht auch nicht, da im Umkreis von 70 Metern um den Stall zusätzlich ein Erstversorgungslöschwasserbehälter errichtet werden muss. Dieser muss mind. 12 Meter vom Stall entfernt sein. Da wir über 10.000 m³ Volumen im Stall haben, bräuchte man einen Brandabschnitt (in manchen Bundesländern bereits Standart), bei uns reicht aber die F 30 Bauweise. Hier müssen die Technikräume sowie die Melkkammer mit Betondecke eingezäumt sein.

                                                                                                Regenwasser

                                                                                                • Eine Versickerung (sowie eine breitflächige Versickerung) ist aufgrund unseres Lehmbodens nicht möglich. Das Regenwasser soll daher in den direkt anliegenden Kanal, der in ein Gewässer mündet, eingeleitet werden. Die Gemeinde hat ihr Einverständnis erst gegeben, nachdem eine hydraulische Berechnung von einem Fachkundigen durchgeführt wurde.

                                                                                                Erdbewegung

                                                                                                • Da um die 10.000 m³ Aushub anfallen werden, wird das umliegende Gelände aufgefüllt und soll nach der Anpassung wieder einwandfrei bewirtschaftet werden können. Eine Senke sollte direkt neben der Baustelle befüllt werden. 5 Vertreter der unteren Naturschutzbehörde haben dies begutachtet und es als einen Eingriff in das Landschaftsbild und eine Verringerung der Retentionsfläche eingeschätzt. Wir haben jedoch eine Lösung gefunden.

                                                                                                Ausgleichsfläche

                                                                                                • Diese wurde frühzeitig und vor dem Plan schon festgelegt (sehr empfehlenswert). So wird nun ein Waldumbau zu einem lichten Kiefernwald realisiert und in einem ehemaligen Torfstich werden Wasserstellen eingebaut.

                                                                                                Eingrünung

                                                                                                • Hier wurden Bäume um den Stall herum festgelegt.

                                                                                                Sommer 2019

                                                                                                wurden die Angebote für die Güllegrube eingeholt. Eine große Unsicherheit wegen der Leckageerkennung war vorhanden. Es gab schon Systeme die einen oberirdischen Behälter umsetzbar machten. Unsere Wasserbehörde möchte aber immer noch keine Sondergenehmigung nach § 16 Abs. 3 AwSV ausstellen, die notwendig ist wenn man nicht zugelassene Systeme einbauen möchte. Die Güllegrube ist daher immer noch nicht gebaut. Erstmalig war Herbst 2019 angepeilt, jetzt wird sie im Frühjahr 2020 realisiert. Es gibt immer noch kein System das vollständig mit allen Kleinigkeiten zugelassen ist. Ein System das fast alles erfüllt ist im Vergleich deutlich aufwendiger und teurer als die von uns bevorzugte einfachere Variante.

                                                                                                Herbst/Winter 2019

                                                                                                wurden Archäologische Grabungen durchgeführt, da Tuffplattengräber des früheren Mittelalters vermutet wurden, da wir den Stall auf eine Verdachtsfläche bauen wollen, der Oberbodenabtrag muss somit archäologisch begleitet werden. Im Detail sah das so aus, dass wir mit dem Bagger den Humus abgetragen haben, würden Rechtecke eins neben dem anderen auftauchen, in der die Farbe des gewachsenen Boden verändert ist und wäre etwas gefunden worden, wäre die Baustelle erst einmal beendet worden, die Archäologen hätten mit den Grabungen begonnen und der Baufortschritt auf unbestimmte Zeit gestoppt werden sollte.

                                                                                                Wegen der Größe von über 1.600 m² und der freitragenden Bauweise mit über 12 Metern Spannweite wird die Statik geprüft. Diese rechnet sich entweder mit Durchschnittswerten, was wahrscheinlich viel Eisen im Beton nach sich zieht, da von eher schlechteren Böden ausgegangen wird. Oder durch ein Bodengutachten, das wir erstellen lassen haben. Unser Lehmboden ist dicht und somit benötigen wir hoffentlich voraussichtlich weniger Eisen im Beton.

                                                                                                Thema Angebote

                                                                                                Viele Angebote wurde bereits angefragt und eingeholt um in diesem Winter alle Angebote für den Stall zu haben und zu darüber entscheiden, sodass im nächsten Frühjahr 2020 die Güllegrube beginnen kann, diese ist bereits eingekauft. Das Leckageerkennungssystem dazu noch nicht. Im nächsten Jahr soll über alle Angebote entschieden werden, sodass im Juni der wirkliche Stallbau beginnen kann.


                                                                                                Was kannst du jetzt aus meiner Planung mitnehmen?

                                                                                                Vor der Planung gut überlegen was man haben möchte und das ganze möglichst konkret. Viele kommende Folgen drehen sich um einzelne Bereiche. Hier kannst du dir viele Tipps holen und meinen Blickwinkel ansehen.

                                                                                                Eine Voranfrage hat mir nichts gebracht, hatte keinen Vorteil in der Bearbeitungszeit, hat aber 3.000 € gekostet.  Die Meinungen dazu waren vorher unterschiedlich, die einen ja, dass es schneller geht und die Behörden würden nicht überrannt werden mit dem Plan. Ich würde keine mehr machen, da ich keinen Vorteil darin gesehen habe. Mit der konkreten Planung zu kommen bedeutet, dass alle Punkte die für die Planung wichtig sind abgefragt werden.

                                                                                                In der Planung unbedingt Zeit nehmen, um verschiedene Lösungen anzuschauen. Oft funktionieren Konzepte von Großbetrieben oft auch im kleinen. Einzelne Funktionsbereiche (Kühe, Jungvieh, Kälber) kann man je nach Betriebsgröße in einem Stall gut unterbringen oder getrennte Bereiche verwirklichen. Den Blick solltest du, wenn du etwas ansiehst immer auf das Tierwohl lenken. Wie sauber und wie gut sehen die Kühe aus? Gibt es Abriebstellen von den Liegeboxen oder Verletzungsstellen? Gibt es Dinge die man auf jedenfall vermeiden sollte? Auch auf die Arbeit dahinter lenken solltest du gut schauen.

                                                                                                Nur auf notwendige Kompromisse eingehen und keine K.O. Kriterien zulassen. Die Kuh braucht einfach Ihren Platz und die Gülle muss laufen, sonst hat man ständig Ärger.

                                                                                                Der Plan wurde mit:

                                                                                                • der Berufsgenossenschaft durchgegangen. Ist sehr empfehlenswert, da neue Dinge aufkommen. Es haben sich dadurch Fluchtmöglichkeiten ergeben. Wo sollen Durchgänge sein (Personenschlupf im Absperrgitter), hier sind 35 cm Durchlässe praktisch, da man direkt durchgehen kann ohne Öffnung der Tors. Auch das Thema Schieberumzäunung und die dazugehörigen Möglichkeiten dazu und Rutschfestigkeit von Böden in der Milchkammer waren Thema, neben der Abfließfähigkeit muss auch die Rutschfestigkeit beachtet werden.
                                                                                                • der Haltungsberatung des LKV Bayern wurde alles durchgesprochen. Es wurde eingegangen auf verschiedene Dinge, die die Kuh und den Stall betreffen, da jeder einen anderen Ausgangspunkt hat (Anbindehaltung, Laufstall) : Liegeboxenmaße und Pflege, Bodenbeschaffenheit, Tränken, Curtains und Steuerung, Ventilatoren, Selektion, Melkstand/Roboter und vieles mehr
                                                                                                • dem zuständigen Amt für Landwirtschaft vor der Einreichung des Plans im Landratsamt einzuweihen, da die Stellungnahme eines Sachverständigers für das Landratsamts sollte positiv ausfallen sollte. Schau dir viel an und entscheide bewusst!

                                                                                                Bei der Bearbeitung des Planes geduldig sein, da die Mitarbeiter des Landratsamts eine gewisse Zeit benötigen. Lieber reinfahren wie zu telefonieren, da man schneller und besseren Erfolg hat. Man kann die Probleme anhand des Plans sofort vor Ort klären. Druck machen ist erst sinnvoll, wenn nichts mehr vorwärts geht, hier macht es Sinn ein Datum zu setzten z. B. um die Förderung zu bekommen (Geldsumme).


                                                                                                1. Wenn du dir nur einen Punkt mitnimmst, dann nimm dir für deine Planung Zeit. Überstürze nichts. Einmal in Beton gegossen ist nur sehr teuer Rückkehrbar.
                                                                                                2. Schaue dir gezielt die Dinge an, wo du dir noch unsicher bist und schreibe dir laufend mit, was dir gefallen hat!

                                                                                                  Stallbaupost

                                                                                                  KSB 002 Was soll ich bauen?

                                                                                                  Wann ist ein Umbau sinnvoll und wann bist du mit einem Neubau oft besser dran?


                                                                                                  Möglichkeiten für einen Umbau oder Neubau gibt es unendlich viele, bringen wir doch einige davon auf den Punkt:



                                                                                                  Umbau

                                                                                                  Ein Umbau ist sinnvoll, wenn einzelne Bereiche nicht passen, wie zum Beispiel:

                                                                                                  Das Melken dauert zu lange, zu viel Personal wird für das melken benötigt und der Melkstand ist zu klein. Für die Umstellung wäre ein neuer Roboter oder Melkstand möglich (ausführlich in extra Folge). Für den Umbau kostet dich ein Einbau eines Roboters beispielsweise 200.000 € bis er fertig eingebaut ist. Wenn du 600.000 kg Milch hast kommst du an die 3 ct Belastung, die Kosten die du noch nicht eingerechnet hast außer im Personal. Bei 400.000 kg Milch sind wir schon bei über 4 ct. Beachte bei einem Umbau: Eine Selektion kann dich bei der Arbeitserledigung unterstützen.

                                                                                                  Das Füttern kann auch ein Problem sein. Zu wenig oder zu viele verschiedene Futtertische. Ein Futterband schafft bei wenig Platzbedarf Abhilfe. Bei zu wenig Fressplätzen kann ein Futteranschieber auch helfen (wird auch im eigenen Betrieb seit 2014 verwendet, da wir aktuell zu wenig Fressplätze haben, funktioniert gut!).

                                                                                                  Die Liegeboxen als Tiefbuchten umbauen, die Gummimatten erneuern oder einbauen oder die Aufstallung der Liegebox wechseln (neue Bügel). Wenn die Bemaßungen viel zu klein sind, wird es schwierig, wenn beispielsweise Säulen die Erweiterungen begrenzen. Eine Möglichkeit ist eine Liegehalle dazuzubauen. Kann kostengünstig zwischen 3.000 – 5.000 € pro Kuhplatz realisiert werden.

                                                                                                    Stallbaupost

                                                                                                    Das Licht kann ein begrenzender Faktor sein. Es gibt LED-Techniken, mit denen das Problem gelöst werden kann. Im eigenen Betrieb brennt 16 Stunden das Licht. In einer dunklen Höhle lässt sich nicht so gut Milch produzieren als in einem schön beleuchteten Stall.

                                                                                                    Die Luft im Stall ist schlecht. Ventilatoren können Abhilfe verschaffen. In den meisten Breitengraden halte ich diese für notwendig, da es regelmäßig über 25 Grad hat. Im eigenen Altbau hat ein Frischluftschlauch den Mehrwert gebracht. Dieser verbessert und steigert die Luftqualität, da jede Liegebox mit Frischluft versorgt wird.

                                                                                                    Deshalb:

                                                                                                    Bei einer Erweiterung ist für die Umbaulösung oft der Platz zu wenig. Für eine überschaubare Zeit (bis 10 Jahren) eigenet sich ein Umbaut oft, da sie finanziell viel überschaubarer sind als ein Neubauten. Ein Anbau oder eine Kombination aus Umbau und Neubau ist von der Kostenseite oft das Beste. Den Kühen kommt es zu Gute wenn Sie mehr Luft, Licht und Wasser bekommen und das Futter optimal auf Sie abgestimmt ist. Die Ansprüche reichen somit aus um leistungsfähiger und gesünder zu werden.

                                                                                                    Wenn du dauerhaft opitimieren willst, machst du den ersten Punkt der am meisten begrenzt zuerst. Wenn dieser abgeschlossen ist nimm dir den nächsten vor.

                                                                                                    Ein Umbau ist nicht sinnvoll, wenn…

                                                                                                    • … alles veraltet und zu klein ist
                                                                                                    • … die Aufteilung total unpraktisch ist
                                                                                                    • … viele Säulen im Weg stehen
                                                                                                    • … und der Standort mitten im Ort ist (Bei Umbau mit Baugenehmigung: Emissionsrichtlinien lassen sich oft nicht erfüllen, Kosten/ Nutzen?)
                                                                                                    • … es eine gute Alternativnutzung gibt z. B. eine Vermietung kann die Kapitalkosten für den Neubau wieder gut machen. Zuerst die Frage: Wie viel Kosten lassen sich sparen? Der Umbau kostet beispielsweise 250.000 €, das ganze Neu 700.000 € für 60 Kühe. Mir entgehen bei einem Umbau für 800 qm Vermietungsfläche 20.000 € im Jahr (nach Aufwand für den Umbau und laufende Kosten). Hier kommen in 20 Jahren 400.000 € zusammen und so ist die Rechnung deutlich enger. Der Einzelfall muss abgewägt werden.

                                                                                                    Neubau

                                                                                                    Wann passt am besten der Neubau?

                                                                                                    • Beste Zeit für Familienbetriebe: Junger Betriebsleiter im Alter zwischen 25 – 40 Jahre
                                                                                                    • Aus-/ Fortbildungen sind abgeschlossen
                                                                                                    • Betrieb ist schon übernommen, wird bald übernommen
                                                                                                    • Nächste Generation nicht da oder noch zu jung
                                                                                                    • Der Neubau ist selbst abzuarbeiten

                                                                                                    Bei Großbetrieben sind äußere Einflüsse oft wichtig, wie Arbeitskräftebesatz und Flächenverhältnisse.

                                                                                                    Wird ein Neubau vorher schon in Angriff genommen, sind viele Eindrücke noch nicht gesammelt. Ein breites Bild soll beim Neubau vorhanden sein, um bei einer großen Investition die richtige Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

                                                                                                    Aus der Summe wird dann das Optimale herausgenommen.

                                                                                                    Vorteile

                                                                                                    • Lösung für mindestens eine Generation
                                                                                                    • Teilaussiedelung bei beengter Ortslage oder komplette Aussiedlung möglich
                                                                                                    • Starkes Wachstum ist leichter
                                                                                                    • Arbeitsabläufe werden optimal gestaltet (wie soll meine Arbeit nach dem Neubau ablaufen?)
                                                                                                    • Automatisierung/ Mechanisierung beliebig möglich, wenn man sich mit den Arbeitsabläufen genug Gedanken macht

                                                                                                    Nachteile

                                                                                                    • Setzt Rentabilität und Liquidität der Maßnahme voraus. Rentabel sollte ein Stall immer sein, jedoch wenn schon stark investiert wurde, steigt der Schuldenberg noch mehr an.

                                                                                                    Prägender Spruch: „Man muss immer gut schlafen können, egal wie viele Schulden auch vorhanden sind“.

                                                                                                    Viele Betriebe haben es oft schon übersehen ob man in Tiefpreisphasen noch Liquide ist. Ein Polster ist wichtig, welches sich man vor dem Stallbau zur Seite legt und nicht komplett aufbraucht.  

                                                                                                    Stark vereinfachte Überschlagsrechnung, wenn der aktuelle Gewinn und Cash Flow III vorhanden ist und man die zusätzliche jährliche Belastung abwägen möchte:

                                                                                                    Beispiel von 70 auf 100 Kühe:

                                                                                                    1. Stallbaukosten + Versicherung + Zins + Kleinkram/Nebenkosten = 50.000 € (Pro Jahr)
                                                                                                    2. Anzahl zusätzlicher Kühe x Milchmenge pro Kuh x Erlös nach variablen Kosten (Deckungsbeitrag)

                                                                                                    + 30 Kühe x 9.000 kg x 20 ct = 54.000 €

                                                                                                    Kosten des Stalles im Jahr: 50.000 €

                                                                                                    Einnahmen: 54.000 €

                                                                                                    Veränderungen durch neuen Stall

                                                                                                    • Brauche mehr Milch je Kuh, möglich durch neuen Stall, da mehr Luft und Licht
                                                                                                    • Stunden pro Kuh im Jahr werden reduziert (von 70 auf 40 Std.)
                                                                                                    • Gesündere Kühe
                                                                                                    • Stall Bio-Konform
                                                                                                    • die Hülle hebt deutlich länger als der Ansatz

                                                                                                    Welche Argumente sind noch zu beachten?

                                                                                                    • Reicht das Futter? Benötige ich zusätzlichen Silagelagerraum?
                                                                                                    • Könnte die Gülle 9 Monate gelagert werden?
                                                                                                    • Ist bei einer Erweiterung die Fläche verfügbar?

                                                                                                    Neubau oder Umbau?

                                                                                                    Es ist eine schwere Entscheidung, welche jeder selbst treffen muss. Bei vielen verschiedenen Unsicherheiten lieber bestehendes optimieren, bis Klarheit geschaffen werden kann.

                                                                                                    Du hast einen klaren willen und die entsprechenden Voraussetzungen für einen Neubau sind gegeben? Dann mache dir die die finanzielle Seite bewusst!

                                                                                                      Stallbaupost