KSB 070 Die Zahl der Tierplätze in der Planung

Heute geht es um die Planung der Stallplätze. Wir schauen uns an, für welche Gruppen wir Platz brauchen und warum Überlegung keine Option sein sollte.

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    Stallbaupost

    Eine kleine Geschichte dazu: Ich habe mir vor fast zwei Jahren zum Ziel gesetzt, nur noch eine bestimmte Anzahl an Tieren auf die vergangenen 30 Tage zu besamen. Ziel dahinter war, die Abkalbungen schön zu verteilen. Das Ganze hat dazu geführt, dass wir tatsächlich einen großen Block entzerrt haben. Andererseits gibt es aber unterschiedliche Phasen, sodass unterm Strich wieder Abkalbeblöcke entstanden sind. Wahrscheinlich ist es deshalb fast schon egal, ob man bei Besamungen auf die ganzjährige Aufteilung achtet. Vielleicht funktioniert es wo anders viel besser, bei uns scheinbar nicht… Wie beachtet man das Verteilungsproblem in der Planung? Man braucht deshalb schließlich unterschiedliche Platzverhältnisse der einzelnen Gruppen.

    Mehr Plätze planen, als man wirklich Kühe hält

    Gehen wir doch mal durch, für welche Gruppen man Platz braucht:

    • Die laktierende Herde mit extra Bereich für Frischabkalber und kranke Tiere, dazu eine – – – Strohbox
    • – Die Frühtrockensteher
    • – Eine Transitgruppe z.B. 14 Tage vor der Kalbung
    • – Abkalbeboxen
    • – Kälber und Jungvieh

    Dabei ist es praktisch nicht möglich, überall gleichzeitig eine 100 %-Auslastung zu schaffen. Je nachdem sind einzelne Gruppen teilweise nur zur Hälfte belegt, in anderen Zeiten reichen die Plätze nicht aus. Man sollte sich den Platzbedarf unbedingt ausrechnen und dabei Schwankungen berücksichtigen. Im Kuhstallbau – Onlinekurs gibt es dazu ein eigenes Kapitel. Dort prüfen wir die Grundlage der Planung. Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein.

    Vor allem ältere Ställe haben oft kleine Liegeboxen und schmale Laufgänge. Wer diese Bereiche für Trockensteher nutzt muss sich bewusst sein, dass man nicht 100 % der Plätze belegt werden dürfen. Vielleicht ist ein Bereich mit 10 Liegeplätzen schon mit 8 Kühen voll belegt. Kommt hier eine 9. und 10. Kuh dazu, steigt das Stresslevel extrem und es kommt zu schwereren Geburtsverläufen durch schlechtere Futteraufnahme und Stress vor der Kalbung.

    Ohne temporäre Überbelegung planen

    Früher hat man sich vielleicht gedacht: Ein bisschen Überbelegung ist ja kein Problem. Unbestritten kommen Kühe mit einer Überbelegung in der Regel zurecht. Was man nicht direkt sieht ist das steigende Stresslevel. Somit werden Kühe empfindlicher und verkraften weniger.

    Zeitweise Überbelegung wird in Zukunft immer schwieriger. Wer einen neuen Stall mit Förderung baut schließt es durch die Kriterien aus und in der Tierwohl Debatte macht man sich unbeliebt. Es sind auch nur vermeidlich die günstigsten Plätze. Durch das höhere Stresslevel mit verbunden Nachteilen ist oft die Herde unruhiger.

    Je nach Anordnung im Stall kann man sich helfen. Teilweise kann man Abtrennungen umstellen. Dadurch wird eine Gruppe größer, die andere kleiner. Oder man stellt Färsen früher oder später zu den Trockenstehern dazu. Man muss sich selbst im Griff haben, mögliche leere Plätze nicht durch Aufstockung sofort wieder zu befüllen. Dann ist man schnell soweit, dass zeitweise überbelegt werden muss.

    Stoßzeiten und saisonale Abkalbung

    Eine Sondersituation ist die saisonale Abkalbung. Dabei gelten natürlich ganz andere Voraussetzungen. Aber allein schon Stoßzeiten in Betrieben mit ganzjähriger Abkalbung erfordern manchmal Kreativität.

    Es kann sich anbieten, Kälberboxen als Stecksystem parat zu haben. Die Einzelwände lassen sich auf einer Palette stapeln und Platzsparend lagern. Eine Maschinenhalle kann für einige Wochen im Jahr als Übergangslösung dienen.

    Für den ein oder anderen Betrieb kann auch ein zusätzlicher Platz für Abkalbungen sinnvoll sein. Ein Provisorium kann Stoßzeiten abfedern.

    Hier kommt mein anfänglicher Gedanke ins Spiel: Pro Monat die Anzahl der Besamungen einschränken, wenn sonst zu viele Kalbungen auf einen Schlag kommen. Der verlängerte Laktation kann man hiermit einfach mal bei einzelnen Kühen testen.

    Fazit

    Man braucht mehr Plätze, als man Kühe hält. Temporäre Überbelegung kann zukünftig schwierig werden. Für saisonale Abkalbung bieten sich flexible Systeme an. Wenn dich passend zum Thema vermeidbare Baufehler interessieren, passt die Folge KSB 051 – Vermeidbare Baufehler, für dich.

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