In dieser Folge geht es um den idealen Transitstall. Du erfährst, was Kühe vor der Kalbung brauchen.
In der heutigen Folge heute geht es um den idealen Transitstall. Unser Gast Andreas Pelzer vom Haus Düsse definiert zuerst, was mit dem Transitstall genau gemeint ist und zeigt auf, was in dieser Phase besonders wichtig ist. Das ist der zweite Teil vom ganzen Interview. Höre dir am besten auch noch den ersten Teil an. Gehe einfach eine Folge zurück.
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Wie definieren Sie den Transitstall?
Für mich beginnt die Transitphase mit dem ersten Tag des Trockenstehens und reicht bis einige Tage nach der Kalbung. In diesem Zeitraum begleiten wir die Kuh durch mehrere sensible Abschnitte. Zuerst wird sie trockengestellt und verlässt ihren gewohnten Ablauf mit Melken und Herde. Danach folgt die Zeit kurz vor der Kalbung und anschließend die ersten Tage nach der Geburt.
Entscheidend ist für mich, dass man diese gesamte Phase als zusammenhängenden Abschnitt betrachtet. In dieser Zeit braucht die Kuh Ruhe, gute Beobachtung und eine Umgebung, die auf ihre besonderen Anforderungen abgestimmt ist.
Welche besonderen Bedürfnisse haben Transitkühe?
Transitkühe brauchen vor allem Ruhe, Platz und Übersichtlichkeit. Sie sollen sich sicher bewegen können und dürfen nicht in Sackgassen oder enge Bereiche gedrängt werden. Gute Laufgänge, ausreichend Platz an Fressplatz und Liegebereich sowie saubere und trockene Liegeflächen sind sehr wichtig.
Ebenso wichtig ist eine gute Beobachtungsmöglichkeit. Wer die Tiere schnell und einfach kontrollieren kann, erkennt Veränderungen früher und kann rechtzeitig reagieren.
Welche Stressfaktoren gibt es in der Transitphase?
Ein großer Stressfaktor sind häufige Gruppenwechsel. Wenn ständig Tiere hinein oder hinaus kommen, entsteht Unruhe in der Rangordnung. Das kostet Kraft und mindert oft auch die Futteraufnahme.
Dazu kommen Hitzestress, schlechte Luft, Feuchtigkeit, zu wenig Platz oder unübersichtliche Stallbereiche. Gerade kurz vor der Kalbung reagieren Kühe sehr sensibel auf solche Belastungen.
Wie viele Gruppen sind im Transitstall sinnvoll?
Ich halte eine klare Aufteilung in mehrere Phasen für sinnvoll. Frühtrockensteher können in einer größeren Gruppe gehalten werden. Kurz vor der Kalbung sollten die Tiere in kleinere Gruppen wechseln. Nach der Kalbung folgt dann der Übergang in die Frischmelkergruppe.
Damit schafft man Strukturen, die zur jeweiligen Phase passen. Die Kuh hat in jeder Zeit genau das Umfeld, das sie braucht.
Welche Gruppengröße empfehlen Sie in der Zeit vor der Kalbung?
Bei Kühen kurz vor der Kalbung sind kleinere Gruppen klar im Vorteil. In kleinen Gruppen bleibt es ruhiger, die Tiere kennen sich besser und Rangkämpfe nehmen ab.
Gerade im Abkalbebereich ist das ein großer Vorteil. Dort möchte ich möglichst wenig Unruhe und eine gute Beobachtbarkeit.
Sind feste sozial stabile Gruppen sinnvoll?
Ja, feste Gruppen bringen viele Vorteile. Wenn Kühe gemeinsam trockenstehen und dann auch gemeinsam in den Abkalbebereich wechseln, bleibt die soziale Struktur erhalten. Das reduziert Stress deutlich.
Statt ständig einzelne Tiere umzusetzen, würde ich lieber ganze Gruppen gemeinsam führen. Das sorgt für mehr Ruhe im Stall und erleichtert oft auch das Management.
Wie vermeidet man zu häufiges Umstallen?
Ich würde Umstallungen bündeln. Statt jeden zweiten Tag einzelne Kühe zu verschieben, lieber alle ein bis zwei Wochen mehrere Tiere gemeinsam umstallen. Dann gibt es kurz Unruhe, danach aber wieder Stabilität.
Wichtig ist, nicht ständig neue Bewegung in die Gruppe zu bringen. Je ruhiger die Herde, desto besser läuft diese Phase.
Was ist im Abkalbebereich besonders wichtig?
Im Abkalbebereich braucht es viel Platz, trockene Einstreu und sehr gute Hygiene. Kühe müssen sauber liegen können. Beim Stroh darf man nicht sparen.
Ebenso wichtig ist gutes Licht. Für die normale Haltung reicht eine Grundbeleuchtung. Für die Geburtshilfe braucht es deutlich mehr Licht, damit man sicher arbeiten kann.
Außerdem sollte alles für die Erstversorgung von Kuh und Kalb griffbereit sein. Kurze Wege, sauberes Arbeiten und gute Übersicht machen hier einen großen Unterschied.
Wie können Altgebäude verbessert werden?
Altgebäude sind nicht automatisch schlecht, aber man muss genauer hinschauen. Häufige Schwachstellen sind schlechte Luft, Feuchtigkeit, zu wenig Licht und unpraktische Arbeitsabläufe.
Hier hilft oft schon viel: mehr Frischluft, bessere Beleuchtung, trockene Einstreu, offene Tore wenn sinnvoll und klarere Wegeführung. Man sollte ehrlich prüfen, was möglich ist und wo Grenzen liegen.
Was möchten Sie bauwilligen Landwirten mitgeben?
Einfach machen. Nicht alles zerdenken und nicht nur Probleme sehen. Man sollte sich informieren, andere Betriebe anschauen, Ideen sammeln und dann den eigenen Weg gehen.
Wichtig ist, dass man hinter seinem Stallkonzept steht. Geld sollte man dort investieren, wo es echten Nutzen bringt. Nicht alles Teure ist automatisch sinnvoll. Gute Lösungen entstehen oft durch klare Gedanken und praktische Entscheidungen.
Vielen Dank nochmal im Nachgang an Andreas Pelzer. Da steckt viel Erfahrung drin, die er mit uns geteilt hat.
Wenn du selbst einen Stall planst oder deinen bestehenden Stall verbessern möchtest, dann nutze genau solche Erfahrungen für dein eigenes Projekt. Viele Fehler lassen sich vermeiden, wenn man frühzeitig die richtigen Entscheidungen trifft.
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