KSB 167 Neuer Stall für 70 Kühe durchdacht geplant – Interview mit Georg Pischeltsrieder

In dieser Folge geht es um einen Betrieb, der einen neuen Stall für 70 Kühe bauen möchte und seine Knieverletzung für seine Planung genutzt hat.

In der heutigen Folge habe ich einen Interviewgast. Er kommt über die Arbeit in viele Ställe. Dabei hörte er viele Meinungen. Aber da war oft die Frage, was war das für ihn Passende. Im Interview erzählt er auch, wie er die Zeit seiner Knieverletzung genutzt hat.

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    Mein heutiger Interviewgast aus Bayern in der Nähe von Wolfratshausen hält aktuell 35 Milchkühe im alten Anbindestall. Der junge Betriebsleiter möchte mit einem neuen Stall den Betrieb zukunftsfähig aufstellen. Es soll ein Dreireiher für 70 Kühe mit einem Melkroboter und Platz für den zweiten gebaut werden. Auch das Jungvieh kommt mit in den neuen Stall. Wir kennen uns vom Kuhstallbau Onlinekurs. Ich freue mich, dass du hier bist. Willkommen Georg Pischeltsrieder.

    Warum soll ein neuer Stall gebaut werden?

    Bei uns ist der alte Stall ein Anbindestall in Kombinationshaltung mit Weidegang im Sommer und inzwischen über 50 Jahre alt. Irgendwann kommt einfach der Punkt, an dem man mit dem Reparieren nicht mehr hinterherkommt. Dazu passt der Stall in Sachen Tierwohl nicht mehr zu dem, was ich mir für unsere Kühe vorstelle. Wir sind leidenschaftliche Fleckviehzüchter und deshalb war für meine Familie und mich klar, dass wir den Betrieb weiterentwickeln wollen. Mit dem neuen Stall möchten wir für die Milchkühe und die Nachzucht eine zukunftsfähige Lösung schaffen.

    Kommt ein Umbau des alten Stalls für die Milchkühe infrage?

    Für das Jungvieh kann ich mir den alten Stall nach einem Umbau gut vorstellen. Für die Milchkühe sehe ich dort keine sinnvolle Lösung mehr. Der Stall ist zu niedrig, es kommt zu wenig Licht hinein und auch die Luftverhältnisse sind nicht so, wie ich sie haben möchte. Für melkende Kühe wäre das für mich keine langfristig passende Lösung.

    Wo soll der neue Stall entstehen?

    Der neue Stall soll ganz in der Nähe vom jetzigen Betrieb gebaut werden. Wir sind bereits ausgesiedelt und der neue Stall wird ungefähr 40 Meter vom alten Kuhstall entfernt stehen. Das bringt kurze Wege mit sich. Ein Teil vom Jungvieh kann im alten Stall bleiben, ein anderer Teil kommt mit in den neuen Bereich und dazwischen soll noch ein Kälberstall entstehen. Für mich ist wichtig, dass das später als Gesamtsystem gut funktioniert und die Abläufe sauber ineinandergreifen.

    Wie weit ist die Planung aktuell?

    Die Planung ist bei mir schon weit fortgeschritten. Der Plan ist vom Landratsamt, vom Landwirtschaftsamt und von der Gemeinde genehmigt. Auch die Förderzusage für den Wechsel vom Anbindestall zum Laufstall ist da. Im Moment geht es vor allem noch um einzelne Details in der Innenausstattung. Da tüftle ich noch, weil ich mir sicher sein möchte, dass es für unseren Betrieb wirklich passt.

    Der Gedanke an einen neuen Stall ist nicht erst gestern entstanden. Ich bin seit fast 20 Jahren Landwirt und eigentlich war für mich schon früh klar, dass ich irgendwann einen Stall bauen möchte. Richtig konkret ist das Thema in den letzten vier bis fünf Jahren geworden. Seitdem habe ich viele Betriebe angeschaut und mich intensiv mit der Frage beschäftigt, was für uns wirklich die richtige Lösung ist.

    Geplant ist aktuell, dass wir Ende 2026 mit dem Unterbau starten. Es kommen auch noch eine Güllegrube und weitere bauliche Maßnahmen dazu. Im Jahr 2027 soll dann der eigentliche Stall fertiggestellt werden, sodass wir Ende 2027 einziehen können, wenn alles wie geplant läuft.

    Warum hast du dir den Stall nicht einfach von einer Stallbaufirma planen lassen?

    Ich habe meinen Stallplan bewusst unabhängig von einer Stallbaufirma erstellen lassen. Bei Vertretern hatte ich oft den Eindruck, dass sie vor allem ihr eigenes System verkaufen wollen. Ich wollte aber zuerst einmal einen Plan, der zu meinem Betrieb passt und nicht zu einem Verkaufsprospekt. Deshalb habe ich mir mit einem unabhängigen Planer einen ersten Grundriss erarbeitet und diesen auch genehmigen lassen.

    Mit den Außenmaßen und dem grundsätzlichen Aufbau war ich dann zufrieden. Unsicher war ich bei den inneren Abläufen und vielen Details. Genau da wurde es schwierig. Durch meine Arbeit im Außendienst bei einem bayerischen Zuchtverband komme ich in sehr viele Ställe. Ich sehe täglich unterschiedlichste Lösungen und höre von Betriebsleitern viele Meinungen. Das ist einerseits wertvoll, andererseits wird es irgendwann unübersichtlich. Man sieht überall Vor und Nachteile und weiß irgendwann nicht mehr, was für den eigenen Betrieb wirklich das Richtige ist.

    Warum bist du in den Kuhstallbau Onlinekurs eingestiegen?

    Als ich in den Onlinekurs eingestiegen bin, war mein Plan schon genehmigt. Ich wollte aber Klarheit bei den vielen Entscheidungen im Detail. Mir war wichtig, dass jemand mit Erfahrung mit draufschaut und dass ich die Dinge mit anderen Landwirten besprechen kann. Ich wollte nicht einfach etwas bauen, nur weil ich es irgendwo gesehen habe oder weil ein Vertreter es empfohlen hat.

    Der große Vorteil für mich war, dass wir gemeinsam durchgesprochen haben, was für meinen Betrieb sinnvoll ist und was nicht. Dadurch habe ich an mehreren Stellen gemerkt, dass ich Dinge anders gemacht hätte, die später Baufehler geworden wären. Schon bevor ich konkrete Angebote eingeholt habe, habe ich dadurch Geld gespart. Vor allem aber habe ich Sicherheit gewonnen.

    Was hat dir der Onlinekurs konkret gebracht?

    Mir hat der Kurs vor allem geholfen, Details anders zu bewerten. Ein gutes Beispiel sind Übergänge und Abtrennungen im Stall. In vielen Ställen sieht man betonierte Wände oder hohe Abschlüsse und denkt zuerst, das sei eine gute und dauerhafte Lösung. Wenn man dann aber genauer hinschaut und bespricht, wie sich das auf die Kuh, auf die Übersicht im Stall und auf die Bewegungsfreiheit auswirkt, merkt man, dass weniger oft mehr ist.

    Genau solche Dinge hätte ich ohne den Austausch wahrscheinlich anders gelöst. Im Kurs habe ich nicht nur Meinungen gehört, sondern konkrete Alternativen gesehen. Das war für mich entscheidend. Dazu kommt, dass in der Gruppe offen gesagt wird, was funktioniert und was nicht. Wenn jemand ein Detail gebaut hat, das sich nicht bewährt, dann wird das angesprochen. Genau daraus lernt man sehr viel.

    Ich fand auch den Austausch unter den Teilnehmern sehr wertvoll. Da waren Betriebe aus verschiedenen Regionen dabei und jeder hat andere Erfahrungen eingebracht. Wenn jemand ein Foto gezeigt hat und gesagt hat, dass eine Lösung bei ihm wirklich gut funktioniert, dann war das greifbar. Genauso hilfreich war es, wenn jemand ehrlich gezeigt hat, wo etwas nicht passt. Das bekommt man bei normalen Stallbesichtigungen oft nicht in dieser Offenheit zu hören.

    Was wird aus deiner Sicht bei neuen Ställen oft übersehen?

    Was ich in vielen Ställen sehe, ist, dass an den falschen Stellen gespart wird. Es wird dann vielleicht auf eine Tür verzichtet oder auf einen vernünftigen Treibgang. Im Alltag merkt man aber genau dort, wie wichtig solche Dinge wären. Wenn ich im Jungviehbereich zu einem Tier hinein muss und es gibt keinen sauberen Zugang, dann wird jede Kleinigkeit umständlich. Gleiches gilt beim Verladen. Wenn ein Tier zum Schlachten geht oder auf einen Markt verladen werden soll, dann braucht es dafür einen vernünftigen Ablauf.

    Für mich gehört das zu einem guten neuen Stall unbedingt dazu. Wenn ein Stall viel Geld kostet, dann sollte man sich nicht bei jedem Verladen wieder ärgern müssen. Saubere Wege, sinnvolle Tore, Fluchtmöglichkeiten und eine ordentliche Lösung zum Treiben der Tiere sind für mich keine Nebensachen, sondern wichtige Bestandteile einer funktionierenden Planung.

    Wie zufrieden bist du heute mit deiner Planung?

    Ich bin mit dem aktuellen Stand sehr zufrieden. Für mich ist der Plan inzwischen so weit, dass ich konkret Angebote einholen kann. Der große Unterschied zu früher ist, dass ich heute viel klarer sagen kann, was ich will und was ich nicht brauche. Wenn jetzt ein Vertreter kommt, dann sage ich ihm genau, was er mir anbieten soll. Ich lasse mir nicht mehr einfach alles Mögliche auflisten, sondern ich weiß deutlich besser, welche Ausstattung für unseren Stall wirklich sinnvoll ist.

    Das gibt mir ein gutes Gefühl, weil ich nicht mehr nur reagiere, sondern die Richtung vorgebe. Genau das hat mir vorher gefehlt.

    Wie hast du deine Knieverletzung für die Planung genutzt?

    Ich hatte Anfang dieses Jahres eine Knieverletzung und war dadurch ausgebremst. Natürlich wünscht man sich so etwas nicht. Aber ich habe mir dann gesagt, dass ich diese Zeit jetzt bewusst nutzen will. Ich habe mich hingesetzt und an meinem Plan gearbeitet. Mal länger, mal kürzer, aber jeden Tag.

    Mir war klar, dass ich diese Zeit später im Frühjahr nicht mehr haben werde, wenn draußen wieder alles losgeht. Also habe ich gesagt, jetzt ist der Moment, in dem die großen Brocken aus der Planung wegmüssen. Und genau so habe ich es gemacht. Am Anfang war das schon ein harter Schritt, weil man sich erst einmal aufraffen muss. Aber sobald ich gemerkt habe, dass es vorwärtsgeht, hat es richtig Freude gemacht. Dann wird aus einer Belastung auf einmal ein Fortschritt.

    Wie hat sich dieser Fokus auf die Planung angefühlt?

    Während man mitten in der Planung steckt, ist man schon angespannt. Es geht schließlich um viel Geld und um ein Projekt, das für viele Jahre passen soll. Aber sobald man merkt, dass die Dinge zusammenkommen und dass die Entscheidungen Hand und Fuß haben, kommt auch Erleichterung dazu.

    Für mich war das Entscheidende, dass ich nicht allein mit meinen Gedanken geblieben bin. Ich habe den Plan mit mehreren Leuten besprochen, Rückmeldungen bekommen und dadurch Sicherheit gewonnen. Das nimmt enorm Druck raus. Wenn man allein etwas plant und innerlich hofft, dass es schon irgendwie funktionieren wird, dann bleibt immer eine Unsicherheit. Wenn man aber sauber durchgearbeitet hat und weiß, warum man etwas so macht, dann baut man mit viel mehr Ruhe.

    Warum sollte man sich bewusst Zeit für die Planung nehmen?

    Ich bin überzeugt, dass man sich diese Zeit nehmen muss. Für mich ist die Planung eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt. Die tägliche Arbeit darf natürlich nicht liegenbleiben, aber um den Plan kann sich niemand so gut kümmern wie der Betriebsleiter selbst. Am Ende muss ich mit diesem Stall arbeiten und nicht die Firma, nicht der Vertreter und auch kein Planer allein.

    Deshalb halte ich es für wichtig, sich bewusst Zeitblöcke für die Planung zu schaffen. Lieber organisiere ich in einer Arbeitsspitze etwas anderes um, als dass ich bei der Stallplanung einfach nebenbei irgendetwas laufen lasse. Wer sich diese Zeit nicht nimmt, zahlt später oft im Alltag drauf. Dann sind die Arbeitsabläufe umständlich oder Details passen nicht richtig zusammen.

    Wie gut ließ sich der Onlinekurs in deinen Alltag integrieren?

    Für mich war das gut machbar. Die Treffen waren am Abend, das hat gut in meinen Alltag gepasst. Und wenn ich einmal nicht live dabei sein konnte, war das auch kein Problem, weil alles aufgezeichnet wurde. Das war für mich ein großer Vorteil.

    Ich habe mir zum Beispiel die Besprechung meines eigenen Plans später noch mehrmals angeschaut. Das war sehr hilfreich, weil ich die Änderungen in Ruhe nacharbeiten und kontrollieren konnte, ob ich alles berücksichtigt habe. Genau das macht den Kurs im Alltag praktikabel. Man muss nicht alles im einen Moment erfassen, sondern kann Themen später noch einmal gezielt ansehen.

    Hat sich die Investition in den Kurs für dich gelohnt?

    Ja, auf jeden Fall. Ich kann nicht auf den Euro genau sagen, was ich dadurch eingespart habe, weil ich vorher keine vollständigen Vergleichsangebote hatte. Aber ich merke ganz klar, dass ich heute gezielter einkaufe und mich nicht mehr von zusätzlichen Ausstattungen verunsichern lasse. Allein dadurch spart man Geld.

    Noch wichtiger ist für mich aber, dass ich Zeit und Nerven gespart habe. Ohne den Kurs hätte ich deutlich länger gebraucht, bis ich an diesem Punkt gewesen wäre. Vielleicht hätte ich viele Dinge mehrfach umgeworfen oder wäre bei Vertreterlösungen gelandet, mit denen ich nicht wirklich zufrieden gewesen wäre. So bin ich schneller und klarer vorangekommen.

    Was möchtest du anderen Kuhstallbauern für ihre Planung mitgeben?

    Bleibt ehrlich bei dem, was ihr wirklich wollt und was für euren Betrieb passt. Schaut genau hin, was bei euch gut funktioniert und was nicht. Und sprecht darüber. Man lernt sehr viel aus Fehlern, oft sogar mehr als aus den Dingen, die einfach nur gut laufen.

    Außerdem würde ich jedem raten, sich nicht zu scheuen, den eigenen Plan offen zu besprechen. Fast jeder Plan hat Punkte, die man verbessern kann. Das ist nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Genau dadurch wird der Stall besser. Ob Neubau oder Umbau, man profitiert enorm davon, wenn andere mit Erfahrung auf den Plan schauen und man verschiedene Sichtweisen zusammenbringt.

    Vielen Dank nochmal an Georg für das offene Gespräch und die ehrlichen Einblicke in seine Planung. Besonders stark finde ich, wie bewusst er die Zeit seiner Knieverletzung genutzt hat, um bei seinem Stallprojekt entscheidend vorwärtszukommen.

    Wenn du selbst einen Stall planst, dann nimm dir die Zeit für die Details, solange es noch günstig ist. Planungsfehler sind die günstigsten Fehler. Erst wenn betoniert wird, wird es richtig teuer.

    Wenn du deinen Grundriss und deine Baudetails sauber durchdenken möchtest, dann trag dich jetzt für ein kostenloses Strategiegespräch ein. Dann schauen wir gemeinsam wie die nächsten sinnvollen Schritte deiner Planung sind.

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