In diesem Interview sprechen wir über den Melkroboter. Du erfährst, wie die Separation sein soll, wichtige Kennzahlen aus dem Roboter für Entscheidungen und um den gut organisierten Roboterstall.
Höre dir am besten die Folge an, der Text fasst das Interview kompakt zusammen.
Im ersten Teil ging es um den Unterschied vom Großbetrieb zum kleineren Familienbetrieb, welche wirtschaftlichen Vorteile AMS bieten und was Unterschiede zwischen Neu- und Umbauten für den Melkroboter sind. Der erste Teil ist hier.
Wie groß sollte die Separation sein und welche Tiere gehören dort hinein?
Die Selektion gehört zur Grundausstattung, da gibt es keine Kompromisse! Tiere, die behandelt oder kontrolliert werden sollen, gehören in einen Behandlungsstand oder in ein Fressgitter. Die Empfehlung lautet hier, für 10 bis 12 Prozent der Herde Separationsplätze vorzuhalten. Achtung: Laut Unfallverhütungsvorschrift (die in Deutschland seit 2021 gilt), ist es offiziell nicht erlaubt, ein Tier im Laufen oder im Liegen zu behandeln oder wenn dahinter noch weitere Tiere laufen. Das ist ein Problem – denn sowohl kleine als auch größere Betriebe können so viele Leute nicht immer vorhalten.
Im Roboterbetrieb ist das besonders spannend, weil man dort oft einzelne Tiere suchen, behandeln, vormelken muss, z.B. lahme Kühe. Also muss die Separation Liegeplätze, Futter und Tränke haben. Im Neubau ist das problemlos möglich. Dort kann man die Kühe bis zum nächsten Handling lassen oder bis der Tierarzt zur Kontrolle kommt. Im Altbau sollte man dazu eine Beratung in Anspruch nehmen und gemeinsam überlegen, wo man eine Separation einbauen kann.
Was sind die wichtigsten Kennzahlen aus dem Roboter, auf dessen Basis man Entscheidungen treffen kann?
Ein Roboter spuckt etliche Daten und Zahlen aus. Besonders bei zwei von ihnen lohnt es sich, genauer hinzuschauen:
Leitfähigkeit: Hier lautet die Empfehlung, unbedingt die Grenzwerte der Hersteller zu beachten und und nach den vorgegebenen Algorithmen zu arbeiten, auch wenn die Alarmliste sehr lang ist.
Milchmenge: Zusammen mit der Leitfähigkeit ist ein guter zusammenfassender Hinweis darauf, wie es der Kuh gerade geht.
Die meisten Herdenmanager schauen zudem auch auf die Gesamtmilchmenge, auf die Melkfrequenz und die Euterwarnlisten. Wiederkau-Sensoren eignen sich gut, um Brunsten zu erkennen, für andere Funktionen haben sie eher niedrige Findungsraten. Einen Ortungssensor kann nützlich sein. Was darüber an Daten hinaus geht, ist oft schwierig zu verarbeiten. Brunsterkennungssysteme sind selbstverständlich zu nutzen.
Sind Weiterbildungen vor dem Roboterkauf sinnvoll oder reicht es, sich direkt am Roboter einzuarbeiten?
Generell macht man nichts verkehrt, wenn man sich eine Weiterbildung gönnt, die über die Bedienanleitung hinausgeht. Leider gibt es davon nicht viele, weil sich noch nicht viele Experten diesem Gesamtsystem Melkroboter in Schulungen angenommen haben. Dabei geht es um Sachen wie Eutermaße (Euter-Boden-Abstand), tierspezielle Einflüsse auf das Melken im Roboter, Arbeitsorganisation. Es kann sich lohnen, vorab einen AMS-Betrieb mit guter Arbeitsorganisation zu besuchen und sich dort in Ruhe ein, zwei Tage alles anschauen.
Was sind die Kennzeichen eines gut organisierten Roboterstalls?
Die Kennzeichen eines gut organisierten Roboterstalls:
- Hohe Milchleistung
- Freude an der Arbeit mit dem Roboter
- Spaß am Umgang mit den Kühen und mit den Daten
- Gesunde Kühe!
Kontakt zu Steffi Geidel:
steffigeidel@gmx.de
