KSB 176 Neuer Kuhstall trotz Hanglage – Interview mit Stefan Hainz

In dieser Folge geht es um einen neuen Kuhstall in Südtirol mit den Herausforderungen im Berggebiet. Ich spreche darüber mit einem Kuhstallbau Onlinekurs Teilnehmer. Er hat besondere Herausforderungen mit dem Gelände, andererseits auch ein bekanntes Problem: In der Vergangenheit wurde immer wieder erweitert und die Tiere immer noch weiter verteilt. Das bedeutet viel Arbeit, viel tägliche Arbeit, was damit verbunden ist. Und auch für die Kühe sind manche Bereiche einfach verbesserungsfähig. Deshalb soll jetzt ein neuer Stall gebaut werden.

Mein heutiger Interviewgast aus Südtirol in der Nähe vom Kronplatz hält aktuell 30 Bio-Heumilchkühe im Laufstall mit Melkroboter. Der junge Betriebsleiter möchte mit einem An und Umbau den Betrieb zukunftsfähig aufstellen. Es soll ein neuer Stall für 50 Kühe und Kälber gebaut und der alte Stall umgebaut werden. Wir kennen uns vom Kuhstallbau Onlinekurs. Ich freue mich, dass du hier bist. Willkommen Stefan Hainz!

    Melde dich jetzt an zum...

    Kuhstallbau-Strategiegespräch

    Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

    Jetzt anmelden >>

    Wie ist deine aktuelle Situation und warum möchtest du etwas verändern?

    Unser Betrieb war ursprünglich ein Nebenerwerbsbetrieb. Irgendwann musste ich mich entscheiden, ob ich Vollzeit in den Betrieb einsteige oder etwas anderes mache. Durch zusätzliche Pachtflächen konnte ich den Betrieb erweitern.

    Die Ausgangssituation war ein Laufstall aus dem Jahr 2014 mit zwölf Liegeboxen als Einreiher und einem vierer Side by Side Melkstand. Mit der Zeit sind wir auf 30 Kühe gewachsen und haben immer wieder provisorisch erweitert. Mittlerweile füttere ich die Milchkühe an drei verschiedenen Orten und habe die Trockensteher an zwei weiteren Stellen untergebracht. Gleichzeitig stehen Kühe und Futter in der Maschinenhalle, sodass auch für die Maschinen der Platz fehlt. Deshalb ist jetzt der Punkt erreicht, an dem ich etwas Grundlegendes verändern möchte.

    Warum ist die aktuelle Situation so arbeitsaufwendig?

    Wir haben nach und nach fünf, dann vier und schließlich noch einmal drei Außenliegeboxen ergänzt. Auch für die Trockensteher mussten wir immer wieder zusätzliche Bereiche schaffen. Irgendwann haben wir einen Teil der Maschinenhalle für die Kühe genutzt. Ich wollte den Bestand aber nicht wieder reduzieren, weil der Neubau bereits absehbar war. Deshalb überbrücken wir diese Situation momentan, was allerdings sehr zeitintensiv ist.

    Welche Einschränkungen gibt es aktuell für die Kühe?

    Die Kühe haben es noch schlechter als ich. Gerade die Außenliegeboxen werden im Sommer kaum genutzt. Wenn es richtig warm ist, stehen die meisten Tiere trotzdem im Stall. Das zeigt, dass vorhandene Liegeplätze auf dem Papier nicht automatisch auch in der Praxis zur Verfügung stehen. Im Winter ist es eher umgekehrt, dann sind die Kühe mehr draußen.

    Ein weiteres großes Problem ist die Gülle. Ich habe nur ungefähr zwei bis zweieinhalb Monate Lagerkapazität. Glücklicherweise kann ich im Winter die Güllegrube eines befreundeten Landwirts mitnutzen. Damit funktioniert es, aber natürlich wäre es besser, wenn der neue Stall bereits stehen würde.

    Wie soll der neue Stall aussehen?

    Den jetzigen Einreiher mit zwölf Liegeboxen möchte ich zu einem Trockensteherstall umbauen. Die vorhandene Schieberbahn können wir weiter nutzen. Direkt daneben soll ein neuer Boxenlaufstall mit drei Reihen entstehen. Wichtig ist mir, dass ich möglichst viele Arbeitsabläufe automatisieren kann. Ich mache rund 80 Prozent der Außenwirtschaft selbst, mein Vater unterstützt mich noch teilweise.

    Geplant sind deshalb unter anderem ein stationärer Mischwagen und ein Futterverteilwagen, mit dem ich füttern und einstreuen kann. Der Melkroboter wird an die neue Position versetzt. Auch bei der Entmistung soll eine automatische Lösung zum Einsatz kommen.

    Was war beim Bauen im Hang die größte Herausforderung?

    Die ursprüngliche Planung hat das Gelände unterschätzt. Wir hätten sehr weit in den Hang hineinbauen müssen. Dafür wäre eine etwa zehn Meter hohe Stützmauer notwendig gewesen. Das wäre finanziell sehr teuer geworden und für mich keine sinnvolle Lösung gewesen.

    Wir haben deshalb neu geplant und den Stall stärker an das vorhandene Gelände angepasst. Die bestehenden Bereiche wie Keller, Stall und Separationsgruppen konnten weitgehend erhalten bleiben. Dadurch ist die notwendige Stützmauer von ursprünglich zehn Metern auf etwa 1,20 Meter zurückgegangen. Das macht finanziell einen riesigen Unterschied. Gleichzeitig reduziert sich der Aushub und die Lösung bringt auch lüftungstechnische Vorteile.

    Warum war dir eine durchgehend gleiche Ebene im Stall wichtig?

    Ich habe verschiedene Varianten geprüft und auch über unterschiedliche Ebenen nachgedacht. Aber spätestens bei der Abkalbebox hat mir diese Lösung nicht mehr gefallen. Eine hochträchtige Kuh möchte ich nicht über eine Rampe oder einen komplizierten Übergang führen. Für mich war deshalb klar, dass die wichtigen Bereiche auf einer Ebene funktionieren sollen.

    Auch beim Futtertisch wollte ich keine unnötige Fläche verbauen. Einen breiten Futtertisch, der mit dem Traktor befahren werden kann, hätte im Hang zusätzlichen Aushub und damit weitere Kosten verursacht. Der Stall soll so groß werden, wie ihn die Kühe brauchen, aber nicht größer als notwendig.

    Wie weit war deine Planung, als du in den Onlinekurs eingestiegen bist?

    Ich hatte bereits eine grobe Planung aufgezeichnet und eine ziemlich klare Vorstellung vom Stall. Die Variante mit der hohen Stützmauer war allerdings noch nicht die endgültige Lösung. Auf den Kuhstallbau Onlinekurs bin ich eher zufällig über Instagram aufmerksam geworden. Ich habe mich am Samstagabend damit beschäftigt und bereits am Sonntagvormittag einen Anruf bekommen. Seitdem bin ich im Kurs.

    Wie zufrieden bist du mit der aktuellen Planung?

    Mit den großen Grundsatzfragen bin ich sehr zufrieden. Breiten und grundsätzliche Anordnung haben wir früh geklärt. In den Onlinetreffen konnte ich anschließend viele Details überprüfen und neue Lösungen kennenlernen.

    Ein Beispiel ist mein nur 80 Zentimeter breiter Futtertisch. Ich musste überlegen, wie ich das Restfutter sinnvoll herausbekomme. Im Austausch sind wir auf ein Futterband gekommen, das ich jetzt so umsetzen möchte. Auch bei der Separation habe ich noch einmal genauer geplant, wie die Kühe sinnvoll in die Boxen hinein und wieder herauskommen. Bei der Gülle ist noch offen, ob ich mit Spaltenschiebern oder einem Saugroboter arbeite. Das ist letztlich auch eine Preisfrage.

    Welche Baudetails haben dich besonders weitergebracht?

    Ich habe am Anfang unterschätzt, wie viele Details bei einem Stallbau tatsächlich zu entscheiden sind. Genau hier hilft mir der Kurs, weil ich verschiedene Möglichkeiten kennenlerne, bevor ich mich festlege. Ein Beispiel ist die Wasserdesinfektion. Daran hatte ich vorher gar nicht gedacht. Ob ich sie einbauen werde, weiß ich noch nicht, aber ich finde es wichtig, solche Möglichkeiten überhaupt zu kennen.

    Hat sich die Investition in den Onlinekurs für dich gelohnt?

    Ich bin vom Kurs voll überzeugt. Besonders wertvoll ist für mich der Austausch mit anderen Landwirten und die Möglichkeit, konkrete Fragen zu meiner Planung zu klären. Beim Thema Licht habe ich zum Beispiel gelernt, dass die teuerste Lösung nicht automatisch notwendig ist. Nachdem ich mir die Möglichkeiten durchgerechnet hatte, konnte ich durch das Wissen aus einer Kursstunde ungefähr 3.000 bis 4.000 Euro einsparen. Für mich geht es deshalb nicht darum, immer die technisch aufwendigste Lösung einzubauen. Entscheidend ist, dass die Lösung für meinen Betrieb sinnvoll ist und ein gutes Ergebnis bringt.

    Wie wichtig ist dir die Tiergesundheit bei der Planung?

    Der neue Stall soll meine betriebliche Entwicklung nicht mehr ausbremsen. Gerade bei der Tiergesundheit sehe ich noch Potenzial. Natürlich muss alles wirtschaftlich sinnvoll bleiben. Aber grundsätzlich bin ich überzeugt: Je besser es der Kuh geht, desto mehr kommt das auch auf den Betrieb zurück. Eine gesündere Herde bedeutet weniger Probleme und damit letztlich auch weniger Arbeit.

    Wie gehst du mit den besonderen Bedingungen im Berggebiet um?

    Natürlich ist es einfacher, wenn man eine große, ebene Fläche zur Verfügung hat. Bei uns ist das Gelände eine zusätzliche Herausforderung. Trotzdem sehe ich mich dadurch nicht grundsätzlich benachteiligt. Durch jede Herausforderung wächst man. Wir haben zwar Nachteile bei der Bewirtschaftung der steilen Flächen, leben dafür aber in einer wunderschönen Region am Kronplatz, in der fast das ganze Jahr über Gäste kommen.

    Ich versuche deshalb, mich nicht auf die Nachteile zu konzentrieren. Wenn man sich auf die Gegebenheiten einlässt und das Beste daraus macht, ist man meiner Meinung nach am besten aufgehoben.

    Wie lange hast du schon über einen neuen Stall nachgedacht?

    Vor ungefähr fünf Jahren habe ich den Podcast bereits regelmäßig gehört, aber damals war ein Stallbau noch weit entfernt. Ich hatte 16 Kühe und einen neuen Melkroboter, und der Arbeitsaufwand war noch überschaubar. Mit zusätzlichen Flächen ist der Betrieb weiter gewachsen. Im letzten Jahr habe ich dann gemerkt, dass es so nicht mehr weitergeht. Ich wollte aber nicht einfach das nächste Provisorium bauen. Ich habe ungefähr zehn Jahre lang mit provisorischen Anbauten gearbeitet und damit auch gut verdient, weil sie wenig gekostet haben. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man etwas bauen muss, das langfristig passt. Bei mir war dieser Punkt Anfang 2025 erreicht. Als die zusätzliche Fläche geklärt war, war für mich klar: Jetzt starten wir richtig.

    Was möchtest du zukünftigen Kuhstallbauern für die Planung mitgeben?

    Ich habe im November 2025 mit der Planung begonnen und möchte 2027 bauen. Eineinhalb Jahre erschienen mir zunächst ausreichend. Heute würde ich jedem empfehlen, für die Planung so viel Zeit wie möglich einzuplanen. Wenn man viel Geld für einen neuen Stall in die Hand nimmt, sollte man sich auch entsprechend Zeit für die Planung nehmen. Unter Zeitdruck trifft man Entscheidungen schneller, aber nicht unbedingt besser.

    Ich war Onlinekursen gegenüber vorher eher skeptisch. Heute bin ich überzeugt, dass der Kurs einen echten Mehrwert bringt. Jetzt freue ich mich auf das Projekt und bin guter Dinge, dass der neue Stall funktioniert.

    Vielen Dank, Stefan, für den offenen Einblick in deine Planung und die Herausforderungen beim Stallbau im Berggebiet. Besonders spannend ist, wie stark sich die Planung durch die genaue Betrachtung des Geländes verändert hat und wie aus einer zehn Meter hohen Stützmauer schließlich eine Lösung mit nur etwa 1,20 Meter Höhe geworden ist.

    Genau solche Entscheidungen zeigen, wie viel Potenzial in einer guten Planung steckt. Wenn du selbst einen neuen Kuhstall planst oder einen bestehenden Stall umbauen möchtest, nutze die Zeit vor dem Stallbau für die Details. Planungsfehler sind die günstigsten Fehler. Sobald betoniert ist, wird eine Änderung schnell teuer.

    Wenn du bei deinem Grundriss noch Fragen hast und wissen möchtest, welche nächsten Schritte für deinen Stall sinnvoll sind, kannst du dich für ein kostenloses Strategiegespräch eintragen. Dort sprechen wir über deine aktuelle Situation, deine Planung und die nächsten Schritte.

      Melde dich jetzt an zum...

      Kuhstallbau-Strategiegespräch

      Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

      Jetzt anmelden >>

      Kommentar verfassen