KSB 174 Dach drauf – Update Trockensteherstall

In dieser Folge erfährst du, welche Fortschritte es bei unserem Trockensteheranbau gibt.

In der heutigen Folge nehme ich dich mit auf unsere Baustelle und zeige dir, was sich in den vergangenen Monaten getan hat. Es geht um den aktuellen Baustand, die wichtigsten Fortschritte und auch um einige Erfahrungen, die wir unterwegs gemacht haben. Denn gerade auf einer Baustelle zeigt sich oft, wie wichtig eine gute Planung ist und worauf es in der Praxis tatsächlich ankommt.

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    Der Weg bis zur Entscheidung

    Bevor ich auf den aktuellen Stand eingehe, möchte ich kurz erklären, wie wir überhaupt an diesen Punkt gekommen sind. 2020 haben wir unseren neuen Milchviehstall gebaut und sind 2021 eingezogen. Der ursprüngliche Plan war, den alten Stall mit überschaubarem Aufwand zum Trockensteher- und Abkalbestall umzubauen. Genau das haben wir auch gemacht. Mit rund 8.000 Euro Materialkosten und sehr viel Eigenleistung entstand eine Lösung, die zunächst funktionierte.

    Mit der Zeit wurde aber immer deutlicher, dass wir an vielen Stellen Kompromisse eingegangen waren. Das Fressgitter passte nicht richtig, der Futtertisch hätte saniert werden müssen und auch die Maße waren an vielen Stellen nicht stimmig. Dazu kamen Einschränkungen bei den Liegeboxen und der Arbeitswirtschaft. Vieles lief zwar irgendwie, aber eben nicht so, wie wir es uns langfristig vorgestellt hatten.

    2024 haben wir deshalb begonnen, verschiedene Möglichkeiten durchzudenken. Umbau oder Neubau? Genau diese Fragen beschäftige ich auch regelmäßig gemeinsam mit Landwirten in der Beratung. Deshalb war ich in diesem Projekt gewissermaßen mein eigener Kunde. Am Ende sollte ein Stall entstehen, der sowohl für die Kühe als auch für die tägliche Arbeit funktioniert und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll ist. 2025 haben wir schließlich den Bauantrag eingereicht. Im Frühjahr 2026 starteten die ersten Arbeiten. Wer die bisherigen Entwicklungen verfolgt hat, kennt bereits die ersten Updates aus den früheren Podcastfolgen.

    So ist der aktuelle Baustand

    Seit Beginn der Bauarbeiten ist einiges passiert. Im März standen die Erdarbeiten auf dem Programm. Gleichzeitig wurde der Fertigteilschacht gesetzt und der Gülleanschluss an den bestehenden Stall hergestellt. Im Juni lag der Schwerpunkt auf dem Unterbau. Im Juli folgte dann der Oberbau und innerhalb einer Woche stand bereits die komplette Gebäudehülle.

    Natürlich lief nicht alles reibungslos. Einige Details wurden anders ausgeführt als ursprünglich besprochen. So fiel beispielsweise auf, dass der erste Binder niedriger eingebaut worden war als geplant. Gemeinsam mit den beteiligten Firmen konnten wir das jedoch kurzfristig lösen, indem längere Pfetten bestellt und eingebaut wurden. Solche Situationen zeigen, wie wichtig es ist, Ausführungspläne genau zu kontrollieren und frühzeitig nachzufragen.

    Auch der Aufbau selbst war stellenweise Millimeterarbeit. Der Kran stand sehr nah an der Baustelle und beim Abbau wurde es mit dem Gerüst ebenfalls eng. Solche Herausforderungen gehören zu einer Baustelle dazu, lassen sich mit guter Vorbereitung aber meistern.

    Zeit ist auf der Baustelle der größte Engpass

    Am liebsten wäre ich während der gesamten Bauphase ständig vor Ort. Gleichzeitig läuft aber auch der landwirtschaftliche Betrieb weiter und die Beratung meiner Kunden darf ebenfalls nicht zu kurz kommen. Gerade deshalb habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, sich während einer Bauphase nicht zu viele zusätzliche Projekte vorzunehmen. Alles gleichzeitig schaffen zu wollen, funktioniert in der Praxis einfach nicht.

    Spannend ist daher der Blick auf den tatsächlichen Arbeitsaufwand:

    • Erdarbeiten: rund 100 Arbeitsstunden
    • Unterbau: über 800 Arbeitsstunden
    • Oberbau: rund 400 Arbeitsstunden

    Dabei sind sowohl Eigenleistungen als auch die Arbeitszeit der beteiligten Firmen berücksichtigt. Diese Zahlen zeigen sehr deutlich, welcher Aufwand tatsächlich hinter einem Bauprojekt steckt.

    Immer die nächsten Arbeitsschritte im Blick behalten

    Eine der wichtigsten Erkenntnisse auf unserer Baustelle ist, immer mehrere Schritte vorauszudenken. Gerade beim Betonieren oder beim Erstellen von Wänden lassen sich viele spätere Arbeiten deutlich vereinfachen, wenn man rechtzeitig an kommende Einbauten denkt. Bei uns haben wir beispielsweise die Aussparung für einen späteren Lüfter direkt beim Bau berücksichtigt. Das kostet in diesem Moment kaum zusätzliche Zeit, erspart später aber viel Aufwand. Solche Kleinigkeiten entscheiden oft darüber, ob Arbeiten später schnell erledigt sind oder unnötig Zeit und Geld kosten.

    Lieferzeiten frühzeitig einplanen

    Ein weiterer Punkt, der häufig unterschätzt wird, sind Lieferzeiten. Manche Bauteile benötigen deutlich länger als erwartet. Bei uns betraf das unter anderem die Erweiterung der Trogschalen. Eigentlich war ein Fertigteil vorgesehen. Aufgrund der langen Lieferzeit mussten wir die Erweiterung jedoch vor Ort herstellen. Für gerade einmal fünf Meter bedeutete das einen erheblichen Mehraufwand.

    Auch bei der Stalleinrichtung oder Sonderanfertigungen lohnt es sich, frühzeitig mit den Lieferanten zu sprechen. Viele Firmen haben volle Auftragsbücher und benötigen ausreichend Vorlauf, damit die gewünschten Bauteile rechtzeitig zur Verfügung stehen.

    Fazit

    Plane während einer Baustelle bewusst genügend Zeit ein und überlade deinen Alltag nicht zusätzlich.

    Denke bei jedem Arbeitsschritt bereits an die nächsten Schritte, um spätere Mehrkosten zu vermeiden.

    Berücksichtige Lieferzeiten frühzeitig, damit der Bauablauf nicht ins Stocken gerät.

    Wenn du unseren Baufortschritt verfolgen möchtest, klicke hier, folge uns auf Instagram. Dort bekommst du regelmäßig Einblicke in die Baustelle und siehst, wie unser Trockensteheranbau Schritt für Schritt entsteht.

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