KSB 115 Wann lohnt sich ein Melkroboter? – Interview mit Steffi Geidel

In diesem Interview sprechen wir über den Melkroboter. Du erfährst, welchen Unterschied es vom Großbetrieb zum kleineren Familienbetrieb gibt, welche wirtschaftlichen Vorteile AMS bieten und was Unterschiede zwischen Neu- und Umbauten für den Melkroboter sind.

Höre dir am besten die Folge an, der Text fasst das Interview kompakt zusammen.

Im zweiten Im zweiten Teil geht es um die Separation, um wichtige Kennzahlen aus dem Roboter für Entscheidungen und um den gut organisierten Roboterstall.

Gibt es Unterschiede zwischen einem Großbetrieb und einem familiengeführten Betrieb bezüglich AMS?

Einzeln stehende AMS bedeuten sowohl für familiengeführte als auch für größere Betriebe, dass ich die Herde unterteilen muss. Inzwischen arbeiten viele Betriebe in 100er oder 150er-Herden, d.h. zwei oder drei Robotergruppen. Dann muss man also eine große Herde in mehreren kleinen Herden bewirtschaften. Bei der Fütterung gibt es keine wesentlichen Unterschiede bei der Rationsgestaltung, die Ration muss auf allen Betrieben für den Roboter gemischt werden. Das Herdenmanagement unterscheidet sich nicht wesentlich.

In Familienbetrieben ist die Arbeit meist an die Familienarbeitskräfte gebunden, in Großbetrieben werden Schichtsysteme etabliert, die Leitungshierarchie gestaltet sich anders als in kleineren Betrieben.

Welche wirtschaftlichen Vorteile bieten Robotersysteme für Betriebe, die einen Neubau planen und denen, die ein altes Melksystem erneuern möchten?

Melken mit dem Roboter bringt – unabhängig von der Größe – eine Erhöhung der Verfahrenskosten pro Kilogramm Milch mit sich. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Roboter im Neubau oder im Altbau steht. Das Verfahrenskosten beinhalten die Arbeitskosten, die Kosten für die Investition (Abschreibung und Zinsen), Reparatur- und Servicekosten und Materialien (Dippmittel, Reinigungsmittel). Also alle Kosten, bis das Melken erledigt ist. Verschiedene Untersuchungen sind zu dem Schluss gekommen, dass das Robotermelken einen bis 1,5 Cent teurer ist. Bei der Wirtschaftlichkeit macht es dann natürlich einen Unterschied, ob der Roboter im neuen Stall oder im Altgebäude steht.

Was sind die Unterschiede im Neubau und im Altbau?

Der Neubau kann im Vergleich zum Altgebäude große Vorteile beim Robotermelken haben. Voraussetzung ist, dass er gut geplant wurde und z. B. der/die Roboter sowie die Separation in der Mittelachse befinden. Dann kann man alle Arbeiten an der Kuh gut abarbeiten. Zudem ist im Neubau der Platz oft größer als im Altbau, wo die Lauf- und Futtergänge schon etwas klein geworden sind. Im Altbau kann es dann passieren, dass die Vorteile vom Roboterstall sich durch die Bewegungsorganisation der Kühe wieder relativieren. Ein neuer Stall hat also den Vorteil von Tierverhalten, Separation und Arbeitsorganisation. Wenn die Kühe frei ihren Alltag gestalten können und der Mensch das Kuhhandling optimal organisieren kann, bringt der Roboter Vorteile.

Im Altbau bleibt der Vorteil gegenüber dem konventionellen Melken, dass man nicht mehr an die zweimal tägliche Melkzeit gebunden ist. Was für Altbauten problematisch wird, sind neben den Stallmaßen ältere Kühe. Diese Kühe gehen nachweislich schlechter zum Melken.

Ein Beispiel: Ich habe einen Doppel 5er und 80 Kühe, brauche zwei Stunden zum Melken. Können dort zwei Roboter die Lösung sein?

Was Milchbauern häufig aufgrund von zu wenig Zeit nicht schaffen, ist eine detaillierte technologische Planung. Beim Roboter geht zum Beispiel nicht jede Herdengröße. Bei hoher Leistung und sauberer Arbeit geht dann nur eine Gruppengröße von 55 und nicht 80. Zu denken „Ich hab 150 melkende Kühe, das muss mit zwei Robotern gehen“, funktioniert nicht. Beim KTBL gibt es Tabellen, mit denen man die Systemauslastung individuell berechnen kann. Hier ist das Ergebnis nach genauer Analyse der Einflussfaktoren auf die Systemauslastung des AMS häufig anders als die Empfehlungen der Melktechnikhersteller. Das Problem bei 65 und mehr Kühen pro Roboter ist: Die Melkzeit, die Anrüstzeit, Ein- und Austrittszeit, der Milchfluss (gerade bei Fleckviehkühen!) muss passen. Das kostet Zeit. Und eine alte Kuh, die z.B. in der sechsten Laktation ist, die flitzt da nicht rein. Man kann also entweder zwei Roboter für 80 Kühe kaufen, was wirtschaftlich aber keinen Sinn macht. Dann müsste man die Kuhzahl auf rund 100 aufstocken. Oder man kauft nur einen Roboter und reduziert die Kuhzahl. Ein Kompromiss wäre, den Aufwand für das Nachtreiben der Kühe bewusst in Kauf zu nehmen.

Das war der erste Teil vom Interview. Im zweiten Teil geht es um die Separation, um wichtige Kennzahlen aus dem Roboter für Entscheidungen und um den gut organisierten Roboterstall.

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Für den Kontakt zu Steffi Geidel schreibe eine E-Mail an: steffigeidel@gmx.de

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