Heute möchte ich dir meine drei größten Fehlentscheidungen vorstellen. Du erfährst auch, warum wir trotzdem unbedingt Entscheidungen treffen müssen.
Jetzt geht´s um Fehlentscheidungen. Zuerst möchte ich auf das Prinzip mit Entscheidungen eingehen. Dann stelle ich dir meine drei größten Fehlentscheidungen vor und zum Schluss gebe ich dir mein Fazit mit.
In der Folge 111 habe ich sieben Entscheidungen beim Stallbau behandelt. Lese dir den Artikel zur Folge ebenfalls durch oder noch besser: Höre dir die Folge an.
Der Prozess hinter Entscheidungen ist immer der gleiche:
- Entscheiden: Es sind mehrere Möglichkeiten auf dem Tisch und wir müssen uns für eine Option entscheiden.
- Machen: Ist eine Entscheidung gefallen heißt es Umsetzen. Erst wenn wir ins handeln kommen geht´s los. Und deshalb soll es nicht zu lange dauern
- Reflektion: Nach dem machen sollte man immer wieder schauen ob der weg, den man eingeschlagen hat auch der richtige ist und die Richtung bei Bedarf korrigieren. Deshalb braucht man auch mal den Rückspiegel.
- Ändern und Weitermachen: Nachdem die ersten Erfahrungen gemacht sind und man überlegt hat, ob die Richtung stimmt heißt es weitermachen. Bei Bedarf wird eben die Richtung geändert.
Sind Fehlentscheidungen ein Misserfolg?
Hier stellt sich zuerst die Frage: Was ist das Gegenteil von Erfolg? Es ist nicht Misserfolg. Es ist schlicht und einfach nichts zu tun. Diese Tatsache ist vielen nicht bewusst. Wer aber mit dieser Einstellung in den Stallbau geht kommt viel besser vorwärts.
Also gehören Fehlentscheidungen einfach zum Erfolg. Wer vorwärts geht, bei dem wird auch mal was schief gehen. Wer nichts macht, bei dem geht auch nichts vorwärts!
Was wäre, wenn ich mich immer nur schwer entscheiden könnte und mich nichts trauen würde? Vielleicht hätten wir dann nicht den Separator am Ende vom Stall zur Einstreugewinnung für die Liegeboxen. Vielleicht wären dann keine flexiblen Liegeboxen im Stall. Vielleicht wären wir sogar noch im alten Stall? Schließlich ist auch die Entscheidung einen neuen Stall zu bauen nur eine Entscheidung.
Kommen wir nun zu den drei größten Fehlentscheidungen bei unserem Stallbau.
Fehlentscheidung Nr. 1: Die Tränken
Ich habe vorher überlegt, was mir bei der Tränke wichtig ist. Dadurch hatte ich wenige Tränken zur Auswahl, die diese Kriterien wirklich erfüllen. Zwei dieser Tränken habe ich dann im alten Stall getestet.
Ich wollte dabei Erfahrungen sammeln und die für uns passende Tränke finden. Eine Tränke mit Ablauf war ungeeignet, weil eine Kuh den Stöpsel ziehen konnte und bei der elektronischen Tränke gab es eine Störung bei dem Magnetventil. Eigentlich hätte es ein Alarmsignal sein sollen, auf das ich nicht gehört habe.
Zu Beginn nach dem Einbau war die Tränke top. Die Reinigung war sehr leicht und das Wasser lief mit ordentlicher Menge nach. Unsere Kühe haben ihre Zähne an dem Kunststoff gewetzt. Dadurch ging eines nach dem anderen kaputt.
Ich habe die Entscheidung getroffen und es war am Ende eine Fehlentscheidung.
Wenn du von Anfang an deine Tränken passend auswählen und auch die Ringleitung richtig bauen möchtest wird der Kuhstallbau-Onlinekurs genau das richtige für dich sein. Hier findest du weitere Infos.
Fehlentscheidung Nr. 2: Kraftfutterstationen
Schon in der Stallplanung habe ich überlegt, ob es wirklich Kraftfutterstationen braucht. Schließlich gibt es auch die Möglichkeit einer Voll-TMR und die gleichmäßige Fütterung gefiel mir immer schon gut. Natürlich sind damit auch Nachteile verbunden und deshalb habe ich mich damals nicht getraut.
Dadurch haben wir natürlich Kraftfutterstationen eingebaut. Nun sind diese nicht mehr im Betrieb. Damit gibt es eine Fehlerquelle weniger in der Fütterung. Es ist doch immer die Frage, ob die Einstellung wirklich genau passt, ob wirklich alles abgeholt wird oder ob doch eine Restmenge für die nächste Kuh liegen bleibt.
Nun kommt einfach alles in den Mischwagen. Durch eine Kraftfutter-Vormischung, die einmal wöchentlich gemischt wird gibt´s auch kaum Abweichungen von Tag zu Tag. Darin sind alle trockenen Komponenten wie Rapsschrot, Schrot, Mineralfutter, Melasse und bei Bedarf Stroh fertig gemischt. Für den wöchentlichen Aufwand spart man sich tägliche Arbeitszeit. Die größte Herausforderung ist aktuell die Futterselektion.
Die Kraftfutterstationen sind jetzt im Stall und bleiben erstmal auch dort. Vielleicht ändert sich die Strategie doch nochmal und dann ist man vielleicht froh darum.
Auf jeden Fall haben wir Geld ausgegeben, von dem wir keinen Nutzen mehr haben. Also war es aus heutiger Sicht eine Fehlentscheidung.
Fehlentscheidung Nr. 3: Dach ohne Lichtplatten
Wir haben ein Sheddach. Bei dieser Bauart gibt es unterschiedliche Ausführungen. In unserem Fall ist ein halber Meter offen und ein halber Meter Überstand. Ein Ziel ist erreicht, denn es regnet nicht in den Stall.
Ich wollte keinen Lichtfirst, weil am Nachmittag um etwa 15.00 Uhr eine Liegeboxenreihe voll in der Sonne wäre.
An dunklen Tagen mit geschlossenen Curtains ist es nun im Stall dunkler, als es wünschenswert wäre. Ein Lichtstreifen mit etwa 75 cm hätte genug Licht gebracht, ohne direkt die Sonne in der Liegebox zu riskieren. Diese bauliche Möglichkeit wurde mir auch empfohlen und trotzdem wollte ich es nicht.
Wenn dich interessiert, wie du Sonne zum falschen Zeitpunkt aus dem Stall bringst melde dich bei mir. Dafür gibt es Lösungen. Es kommt dabei auf die Ausrichtung vom Stall an. Zu bestimmten Tageszeiten im Sommer darf keine Sonne in die Liegebox kommen.
Damit kennst du die dritte Fehlentscheidung und wir kommen zum Fazit.
Fazit
- Fehlentscheidungen sind der ungeliebte Teil vom Erfolg
- Bei vielen Entscheidungen passt auch mal was nicht
- Mach das Beste aus den Fehlentscheidungen
Wenn du Fehlentscheidungen in deiner Planung vermeiden möchtest melde dich bei mir. Die meisten Fehler entstehen in der Planung, genau dort ist der größte Einfluss. Melde dich am besten nicht erst dann, wenn nächste Woche der Bagger kommt.
Je früher, desto besser. Auch wenn du ganz am Anfang stehst.
