KSB 071 Die Planung raus aus dem Anbindestall – Interview mit Helmut Sontheim

Heute ist Helmut Sontheim zu Gast. Wir blicken auf seine jetzige Situation mit dem Anbindestall und blicken auf die Planung für einen neuen Stall auf die grüne Wiese. Du erfährst, wie Helmut die aktuelle Situation beurteilt und wie der neue Stall werden soll.

Hier habe ich viele Stichpunkte zusammengefasst, höre das Interview am besten an, um einen wirklichen Eindruck zu bekommen. Aufgenommen wurde das Interview Mitte Juli 2022.

Mein heutiger Interviewgast hat die gleiche Situation wie aktuell viele der Zuhörer. Aktuell stehen 30 Kühe im Anbindestall auf dem Betrieb im Landkreis Starnberg, südlich von München. Die jetzige Hofstelle ist beengt, mitten im Ort und kann deshalb nicht mehr erweitert werden. Der Bau auf die grüne Wiese steht an. Es soll ein Stall für 60 Kühe und zugehöriger Nachzucht und eine Güllegrube neu gebaut werden. Der Plan steht bereits zum größten Teil. Das Ziel im neuen Stall: Arbeitswirtschaft, Tierwohl,  Wirtschaftlichkeit und eine mögliche Erweiterung unter einen Hut zu bekommen. Wir kennen uns schon gut vom Kuhstallbau-Onlinekurs, ich freue mich dass er hier ist, Willkommen Helmut Sontheim.

    Stallbaupost

    Wie beeinflusst dich das aktuelle Zins- und Preisumfeld hinsichtlich des des geplanten Stallbaus?

    • Die Planungen haben vor mehreren Jahren begonnen, als die Situation noch besser war
    • mittlerweile hat sich die Situation stark verschlechtert. Vielleicht ist bis zum Baubeginn die Unsicherheit geringer und die Lage hat sich verbessert. Baukosten sind extrem hoch, wir haben das Glück des aktuell hohen Milchpreises. Das kann sicher aber wieder drehen
    • In der nächsten Zeit werden wir den Bau noch nicht starten

    Ist der Plan genehmigt?

    • Wir sind bald soweit, dass wir den Plan für die Genehmigung einreichen können.

    Wie ist die Situation am Hof und im alten Stall, wäre ein Umbau mit Erweiterung möglich?

    • Die Lage ist am Ortsrand mit Kombinationshaltung, die Kühe sind unter Tags auf der Weide. Anbindehaltung ist ein Auslaufmodell, langfristig wohl auch die Kombinationshaltung. Arbeitswirtschaftlich ist der Stall ungünstig.
    • Ein Umbau ist nur stark begrenzt möglich, die Zukunftsfähigkeit wäre damit wieder begrenzt, der Nutzen ist begrenzt. Die Maschinenhalle und die Fahrsilos sind bereits gut 300 m vom Ort entfernt. Es sollen in Zukunft unbedingt runde Arbeitsabläufe umgesetzt werden können.

    Wie soll der neue Stall ungefähr aussehen?

    • 2-Reiher + eine Reihe Jungvieh, mittiger Futtertisch. Schieberentmistung oder Saugroboter steht noch nicht fest, eher wird es ein Saugroboter, dadurch spart man sich Baukosten und tägliche Arbeitszeit für das Abschieben von Übergängen seitlicher Melkstand.

    Wie war die Entscheidungsfindung zum Melkstand?

    • Es melkt hauptsächlich mein Vater oder ich selbst. Deshalb wäre ein Roboter eigentlich geeigneter, um die Arbeitszeit flexibler zu gestalten. Mich stört ständige Erreichbarkeit stark. Die Kostenseite ist für mich ebenso ein Nachteil. Die aktuelle Rohrmelkanlage ist fast 30 Jahre alt, Roboter schaffen meistens weniger als 20 Jahre. Betriebskosten sind in der Regel auch höher. Ich denke, dass ich mit einem Melkstand günstiger davonkomme.

    Warum soll es ein 2-Reiher und nicht der kostengünstigere 3-Reiher?

    • Wir brauchen die Länge, um auf der anderen Seite vom Futtertisch das Jungvieh unterzubringen. Vielleicht kommen auch die Trockensteher auf diese Seite. Fressgang ist vom Liegebereich komplett getrennt. Die Liegeboxenpflege fällt damit leichter.

    Tierwohl ist dir ebenfalls wichtig, gibt´s Baudetails, auf die du deshalb besonders geachtet hast?

    • Es soll einen erhöhten Antritt mit 1,6 m zum Futtertisch geben. Großzügige Abkalbeboxen sollen kommen. Ventilatoren oder ein Belüftungsschlauch soll gegen Hitzestress kommen
    • und weitere Details.

    Du planst deinen Stall mit deinem eigenen Programm und hast dir das Plan-Zeichnen angeeignet. Wie kam es dazu und wie funktioniert es?

    • Mein Vater hat bereits immer alles weitestgehend selber geplant.
    • Auch wenn die Arbeit machen lässt, gemacht werden muss es sowieso
    • Seitens der FH gab es ein Angebot, Gebäude zeichnen zu lernen.
    • Dort haben wir mit Begleitung einer Bauzeichnerin eine Woche lang gelernt.
    • Ich nutze dazu AutoCAD.
    • Normalerweise kostet das Programm eine Lizenzgebühr, seitens der Schule gab es eine befristete Probeversion.
    • Der Link zum AutoCAD der Schülerversion
    • Der Link zur Bezahlversion von AutoCAD

    Wo hat dir der Kuhstallbau-Onlinekurs in deiner Planung geholfen?

    • Wir hatten vorher keine richtige Struktur für die Planung.
    • Zum Start gabs das begleitende Arbeitsheft, in dem eine klare Struktur vorgegeben ist.
    • Dadurch gab es einen roten Faden, der sich durch das Projekt durchzieht.
    • Die Gespräche mit den anderen Kursteilnehmern waren sehr wertvoll.
    • Wir sind aktuell das erste Mal glücklich mit dem aktuellen Planungsstand.
    • In der Vergangenheit war immer irgendwo ein Bereich, über den noch nicht nachgedacht wurde.

    Hast du das Gefühl, dass die Arbeitsabläufe runder wurden oder fehlende Puzzleteile gekommen sind?

    • Ja, auch weil du selber viel Wert darauf legst, dass Arbeitsabläufe rund sind und es funktioniert. Wir haben auch viel von dir mitgenommen. Jeder ist an einem Kurstreffen durch seinen Stall durchgegangen. Mit einem Stift sind im Plan alle Wege durchgegangen
    • Hier sieht man besser, wenn man Umwege drin hat.

    Wie geht´s in deiner Planung weiter?

    • Ich möchte die Planung endgültig abschließen. Eigenkapital soll angespart werden.
    • Im alten Stall sollen noch ein paar Sachen optimiert werden, um die Arbeit besser zu schaffen.

    Wann wäre dein idealer Baustart?

    • Etwa 2024 wäre ein guter Zeitraum.

    Viel Erfolg für die weitere Planung, der Genehmigung und später dem Bau!

    Die Warteliste für den Kuhstallbau-Onlinekurs findest du hier

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