KSB 166 Update Trockensteherstall – 5 Learnings von der Baustelle

In dieser Folge erfährst du den Baufortschritt von unserem Trockensteherstall und wichtige Learnings daraus.

In der heutigen Folge möchte ich dir ein Update zu unserem Trockensteherstall geben. Ich erzähle dir, warum wir diesen Stall überhaupt bauen, wie der aktuelle Baufortschritt aussieht und welche Erfahrungen und Erkenntnisse wir bisher daraus mitnehmen konnten. Außerdem bekommst du einen kleinen Blick hinter die Kulissen unserer Baustelle.

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    1. Warum wir einen neuen Trockensteherstall bauen

    Der Ausgangspunkt für dieses Projekt liegt einige Jahre zurück. Unser alter Milchviehstall wurde vor etwa fünf Jahren relativ einfach umgebaut. Damals ging es vor allem darum, mit möglichst wenig Aufwand eine funktionierende Lösung zu schaffen. Wir haben einen Teil herausgerissen, Strohbuchten eingebaut und kleinere Anpassungen vorgenommen. Insgesamt hat uns dieser Umbau rund 7.000 Euro gekostet.

    Schon damals war mir klar, dass wir einige Kompromisse eingehen würden. Manche davon waren bewusst, andere haben wir erst im Laufe der Zeit erkannt.

    Zu den bewussten Kompromissen gehörten zum Beispiel:

    • ein Futtertisch mit problematischen Fugen und schlechtem Fressgitter
    • zu schmale Laufgänge und Übergänge
    • Liegeboxen, die für unsere Kühe eigentlich zu klein sind

    Andere Punkte haben wir damals schlicht übersehen. Ein Beispiel ist die Gülle. Früher lief die Gülle im Stall selbstständig ab, doch nach dem Umbau funktionierte das nicht mehr zuverlässig. Auch die Futteraufnahme der Kühe ist nie wirklich zufriedenstellend gewesen. Außerdem sind wir mit der Anzahl der Abkalbebuchten knapp aufgestellt.

    Im Alltag merkt man solche Dinge stärker, als man es bei der Planung vielleicht erwartet. Deshalb standen wir irgendwann vor der Entscheidung: den alten Stall grundlegend umbauen oder neu bauen.

    Nach einiger Überlegungszeit haben wir uns schließlich für einen Neubau entschieden.

    Das erste wichtige Learning daraus ist für mich sehr klar. Wenn eine Lösung nur für eine Übergangszeit gedacht ist, kann man Kompromisse leichter akzeptieren. Wenn ein Stall aber länger als zehn oder fünfzehn Jahre genutzt werden soll, dann lohnt es sich fast immer, ihn ordentlich zu bauen. Kurzfristig kostet das mehr Geld und mehr Arbeit. Langfristig spart man Arbeit, verbessert die Abläufe und bleibt zufriedener mit der eigenen Lösung.

    2. Der aktuelle Baufortschritt

    Mittlerweile haben wir den ersten wichtigen Meilenstein erreicht und mit den Bauarbeiten begonnen.

    Zu Beginn haben wir den Humus abgetragen und den Aushub auf die passende Höhe gebracht. Der Boden wurde auf Feldern verteilt, auf denen noch nichts angesät war. Anschließend haben wir den Querkanal und die Gülleleitung ausgebaggert und einen Fertigteilquerkanal eingesetzt.

    Danach ging es Schritt für Schritt weiter:

    • Rohrleitung zum bestehenden Kanal verlegt
    • Dichtheitsprüfung durchgeführt
    • Spülleitung und Regenwasserleitung eingebaut
    • Fläche mit Kies aufgefüllt und auf Unterkante Beton vorbereitet

    Im Moment stehen wir also auf einer vorbereiteten Kiesfläche. Für die Fundamente müssen wir nur noch einen kleinen Teil davon ausbaggern.

    Der eigentliche Baustart mit den Betonarbeiten ist für Mai geplant.

    Beim Aushub selbst ist vieles besser gelaufen als gedacht. Es gab keine größeren Zwischenfälle und die Arbeiten sind insgesamt gut vorangekommen. Allerdings gab es auch ein paar Situationen, die nicht ganz so reibungslos liefen.

    Ein Beispiel war der Autokran für den Fertigteilschacht. Ursprünglich hatte ich gedacht, der Kran könnte sich von der Straße aus abstützen. Das hätte allerdings nicht funktioniert. Eine kurzfristige Straßensperre wäre theoretisch möglich gewesen, hätte aber rechtliche Probleme bringen können. Am Ende haben wir den Kran einfach in die Baugrube fahren lassen, was glücklicherweise gut funktioniert hat.

    Eine andere Herausforderung war eine sehr weiche Bodenschicht aus Lehm. Dort mussten wir deutlich mehr Material ausbaggern und anschließend mit Kies stabilisieren. Außerdem fehlten uns am Ende noch drei Sattel-LKW Kies, wodurch wir einen Tag später fertig wurden als geplant.

    Das zweite wichtige Learning daraus lautet: Sei auf das vorbereitet, was auf der Baustelle passieren kann. Kleine Verzögerungen oder unerwartete Situationen sind ganz normal. Wenn man gut vorbereitet ist und seine Details kennt, spart man sich viel Zeit und Geld. Ein Tag Arbeitstag auf der Baustelle kann schnell rund 1.000 Euro kosten. Jeder Tag mehr kostet erstmal mehr.

    3. Warum wir schon so früh mit den Erdarbeiten begonnen haben

    Vielleicht fragst du dich, warum wir die Erdarbeiten bereits jetzt erledigt haben, obwohl der eigentliche Baustart erst später erfolgt.

    Der Hauptgrund war das Zeitfenster. Die Flächen, auf denen wir den Aushub verteilen konnten, waren noch nicht angesät. Gleichzeitig hatten wir eine sehr gute Wetterphase. Über eine Woche lang hat es praktisch nicht geregnet.

    Bei unserem lehmigen Boden ist das ein großer Vorteil. Sobald es nass wird, ist der Boden deutlich schwieriger zu bearbeiten.

    Das dritte Learning daraus ist deshalb: Wenn es möglich ist, sollte man Bauarbeiten an die Jahreszeiten anpassen. Gute Zeitfenster liegen häufig im Frühjahr, im späteren Sommer oder im Herbst. Wenn man dann noch den Aushub gut unterbringen kann, entstehen oft deutliche Vorteile.

    4. Was als nächstes auf der Baustelle passiert

    Der weitere Ablauf ist aktuell relativ klar geplant.

    Im Mai starten die Betonarbeiten mit den Fundamenten sowie den Liegeboxen, Laufgängen und Strohbuchten. Im Juni soll das Dach montiert werden. Wir planen eine Holzkonstruktion mit Dachziegel, ähnlich wie bei unserem bestehenden Stall.

    Im Juli möchten wir die Stalleinrichtung fertigstellen. Danach folgt im August voraussichtlich der Einzug unseres Jungviehs. In dieser Zeit wird der Jungviehstall komplett saniert.

    Wenn alles nach Plan läuft, ziehen die Trockensteher im September oder Oktober in den neuen Stall ein.

    Hier steckt das vierte Learning: Nutze einen Bauzeitenplan und stimme dich frühzeitig mit allen beteiligten Firmen ab. Gerade bei größeren Stallbauprojekten ist das entscheidend dafür, dass der Zeitplan eingehalten wird.

    5. Der Blick hinter die Baustelle

    Neben der eigentlichen Bauarbeit spielt die Organisation eine große Rolle.

    In unserer Familie haben wir bewusst entschieden, dass während der Bauphase der Fokus auf der Baustelle liegt. Dinge, die nicht dringend sind, versuchen wir in dieser Zeit zu vermeiden. Gleichzeitig muss die Landwirtschaft natürlich weiterlaufen.

    Hinzu kommt die Abstimmung mit verschiedenen Firmen. Selbst bei einem relativ kleinen Bauabschnitt sind oft viele Beteiligte dabei:

    • Baggerbetrieb
    • Transportunternehmen für den Aushub
    • Schubraupe zum Anfüllen
    • Autokran
    • Fertigteillieferant
    • Firma für Gülleleitungsbau und Dichtheitsprüfung
    • Kieslieferant
    • zusätzliche Helfer

    All diese Arbeiten müssen zeitlich und organisatorisch aufeinander abgestimmt werden.

    Das fünfte Learning lautet deshalb: Nimm dir Zeit für die Organisation. Gute Planung spart oft mehr Zeit als eine zusätzliche Stunde Arbeit auf der Baustelle.

    Fazit

    Überlege dir genau, wie lange du deinen Stall oder Umbau nutzen möchtest.

    Bereite deine Baustelle möglichst gründlich vor.

    Und plane genügend Zeit für Organisation und Abstimmung ein.

    Wenn du gerade einen Stall planst oder deine Planung bereits steht und du bei den Details noch unsicher bist, melde dich gerne bei mir. Ich habe bereits über 100 Landwirte bei ihrem Stallbau unterstützt. Trag dich für ein kostenloses Strategiegespräch ein und wir schauen gemeinsam, wie deine nächsten Schritte in der Planung aussehen können.

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      KSB 165 Stallumbau auf 2 AMS im Biobetrieb mit Weidezugang – Interview mit Niklas Martin

      In dieser Folge geht es um die zügige Umbauplanung auf zwei AMS bei einem Biobetrieb mit Weide.

      In der heutigen Folge geht es um einen bestehenden Laufstall mit Melkstand, der zum AMS Stall erweitert und umgebaut werden soll. Die Besonderheit ist, dass gleichzeitig ein Weidezugang notwendig ist, weil es ein Biobetrieb ist. Unser Gast erzählt, wie er durch die Planung recht zügig durchgekommen ist.

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        Mein heutiger Interviewgast aus Bayern bei Kaufbeuren im Allgäu hält aktuell 70 Milchkühe im Laufstall aus dem Jahr 1996. Die Familie möchte auf 125 Kühe erweitern und die Arbeitswirtschaft verbessern. Dafür wird der bestehende 3-Reiher auf zwei AMS umgebaut und für Trockensteher und laktierende Kühe kommt ein neuer Teil dazu. Als Biobetrieb muss dabei die Weidepflicht erfüllt sein.

        Was ist das Problem in deiner aktuellen Stallsituation?

        In unserem jetzigen Stall haben wir einen Doppelsechser Melkstand und melken etwa 65 Kühe. Die Melkzeit ist für eine Person eigentlich nicht zu schaffen. Wir müssen die Kühe aufwendig umtreiben und haben einen außen angebauten Laufhof. Ohne Nachtreibevorrichtung brauchen wir zwei Personen, weil eine Person fast die halbe Melkzeit damit beschäftigt ist, Kühe zum Melkstand zu treiben.

        Ein weiteres Problem ist unser Kälberstall. Der ist zu klein und die Kälber sind teilweise über den Hof verteilt. Als Biobetrieb kommt noch dazu, dass die jüngeren Kälber ab fünf Monaten auf die Weide müssen. Das ist mit unserem jetzigen Kälberstall nicht möglich, weil er ungünstig positioniert ist.

        Ein großes Thema ist auch die Trockensteherhaltung. Wir haben eine große Gruppe mit nur wenigen Liegeboxen und einem Strohabteil. Dort kalben die Kühe auch ab. Wenn neue Kühe trocken gestellt werden, entsteht schnell Unruhe in der Gruppe. Dann treiben sich die Tiere gegenseitig um und es kann sogar zu Kälberverlusten kommen.

        Insgesamt merkt man einfach, dass die Kühe in dieser Situation zu wenig Ruhe haben und teilweise zu wenig fressen. Viele Dinge sind über die Jahre gewachsene Provisorien. Sie haben lange funktioniert, aber für die Zukunft ist das keine zufriedenstellende Lösung mehr.

        Wie ist dein bestehender Stall aufgebaut?

        Unser Stall ist ein klassischer Allgäuer Warmstall aus dem Jahr 1996, ursprünglich gebaut für etwa 55 Kühe. Es ist ein dreireihiger Laufstall.

        Zwei Jahre später wurde ein Auslauf mit Schieberbahn angebaut. Dort gibt es Außenliegeboxen und einen Futtertrog. Hinter dem Stall wurde außerdem ein Stadl gebaut, der heute für Trockensteher und Abkalbeboxen genutzt wird.

        Wenn man Innenbereich und Auslauf zusammenrechnet, ist es praktisch wie ein Vier-Reiher mit zwei Futterbereichen. Fressplätze haben wir ausreichend, aber die Struktur ist über die Jahre etwas zusammengewachsen und nicht immer optimal.

        Welche baulichen Einschränkungen musst du bei der Planung berücksichtigen?

        Unser Vorteil ist, dass wir grundsätzlich Fläche zum Erweitern haben. Direkt unterhalb des Betriebs liegen etwa drei Hektar Weidefläche.

        Allerdings gibt es eine Einschränkung durch ein angrenzendes FFH-Gebiet. Dadurch konnten wir den Stall nicht einfach nach hinten verlängern, weil der Abstand zum Wald zu gering geworden wäre.

        Deshalb mussten wir die Planung ändern und den Stall eher in die Breite entwickeln. Statt nur einen langen Anbau zu machen, wird es zwei Futtertische geben und die Stallstruktur wird auf zwei Achsen verteilt.

        Wie wird dein Stall künftig aufgebaut sein?

        Der bestehende Drei-Reiher wird zum Zweireiher umgebaut und mit zwei Melkrobotern ausgestattet. Zusätzlich entsteht ein neuer Stallteil für Trockensteher und laktierende Kühe.

        Die beiden AMS müssen in das bestehende Gebäude integriert werden. Das ist baulich etwas schwieriger, aber notwendig, damit die melkenden Kühe weiterhin freien Zugang zur Weide haben.

        Der Bauablauf ist relativ klar geplant. Zuerst wird der neue Kälberstall gebaut. Danach kommen die Abkalbeboxen. Anschließend werden die beiden Melkroboter installiert. Erst danach folgt der große Anbau für die melkenden Kühe.

        Wann soll der Stallbau starten?

        Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs ist Anfang März 2026. Wenn Genehmigung und Förderung rechtzeitig durchgehen, soll der Kälberstall noch in diesem Jahr gebaut werden.

        Die Umstellung auf die Melkroboter wird dann voraussichtlich im nächsten Jahr erfolgen, sodass die Anlage möglichst früh im Jahr in Betrieb gehen kann.

        Wie weit warst du mit deiner Planung, als du in die Erstplanung gekommen bist?

        Ich hatte mir vorher schon viele Gedanken gemacht und versucht, meine Ideen auf Papier zu bringen. Das waren aber eher grobe Skizzen auf kariertem Papier und nicht wirklich maßstabsgetreu.

        Relativ schnell habe ich gemerkt, dass ich so nicht wirklich weiterkomme. Dann bin ich auf die Erstplanung gestoßen und habe mich dafür angemeldet.

        Was war der Auslöser für deine Entscheidung, in die Erstplanung zu kommen?

        Der eigentliche Auslöser war ein Gespräch mit meinen Eltern. Ich war nach dem Studium schon über ein Jahr wieder auf dem Betrieb und wollte endlich etwas verändern.

        In meiner Ausbildung war ich zweimal auf Betrieben mit Melkrobotern und sehr guter Arbeitswirtschaft. Wenn man das einmal erlebt hat, fällt es schwer, wieder in ein altes System zurückzugehen.

        Nach dem Gespräch mit meinen Eltern war klar, dass wir den Betrieb weiterentwickeln wollen. Ich sollte mir überlegen, wie der Stall in Zukunft aussehen soll und mich auch selbst um die Planung kümmern. In diesem Moment habe ich angefangen, mich intensiver damit zu beschäftigen und bin dann auch auf die Erstplanung gekommen.

        Wie bist du in der Planung so schnell vorwärts gekommen?

        Für mich war klar, dass ich unbedingt in die Stallbauförderung kommen möchte. Als Biobetrieb und Junglandwirt haben wir dafür gute Voraussetzungen.

        Als ich Zugang zur Erstplanung bekommen habe, war Anfang November und draußen war das Wetter sehr schlecht. Die Maschinen waren eingewintert und es war eine gute Zeit für Büroarbeit.

        Ich habe mich dann wirklich intensiv damit beschäftigt und in etwa zwei Wochen den Großteil des Kurses durchgearbeitet. Dadurch konnte ich sehr viele Entscheidungen relativ schnell treffen.

        Wie bist du danach bei der Genehmigungsplanung vorgegangen?

        Nachdem der Grundriss stand, habe ich ein Planungsbüro gesucht. Rückblickend hätte ich das früher machen sollen, weil viele Büros damals stark ausgelastet waren.

        Der erste Entwurf kam kurz vor Weihnachten. Danach mussten noch einige Änderungen gemacht werden. Jede Änderung kostet aber Zeit, weil der Plan neu überarbeitet werden muss.

        Bei uns kommt noch dazu, dass Bauanträge nicht digital eingereicht werden können. Alles muss in Papierform mit Originalunterschriften abgegeben werden. Dadurch entstehen zusätzliche Wege und Zeitverluste.

        Wie ist der aktuelle Stand deiner Planung?

        Aktuell sind alle Unterlagen eingereicht. Das Landwirtschaftsamt hat die Planung bereits geprüft.

        Jetzt fehlt noch die endgültige Rückmeldung vom Umweltamt. Wenn dort alles passt, sollte der Bauantrag genehmigt werden und wir können in die Förderrunde gehen.

        Wie zufrieden bist du mit deiner aktuellen Planung?

        Ich bin momentan sehr zufrieden mit der Planung. Wenn ich mir den Plan anschaue, habe ich das Gefühl, dass die Lösung für unseren Betrieb sehr gut passt.

        Hat dir die Erstplanung dabei geholfen?

        Ja, auf jeden Fall. Besonders hilfreich war es, wenn der eigene Plan im Kurs gemeinsam besprochen wurde. Man bekommt von anderen Teilnehmern zusätzliche Perspektiven und Hinweise.

        Alle haben Erfahrung im Umgang mit Kühen und können aus der Praxis berichten. Dadurch bekommt man oft Bestätigung oder auch neue Ideen.

        Hat sich die Investition in die Erstplanung für dich gelohnt?

        Ja, definitiv. Ohne die Erstplanung hätte ich diese Geschwindigkeit in der Planung nicht erreicht. Dann hätte ich die Förderrunde wahrscheinlich verpasst.

        Außerdem gibt es viele Details, die man durch den Kurs berücksichtigt. Ich bin überzeugt, dass ich mir dadurch in Zukunft viel Arbeit und auch Ärger spare.

        Welche Erkenntnisse hast du aus der Planung besonders mitgenommen?

        Wenn man sich intensiver mit Stallbau beschäftigt, schaut man auch andere Ställe ganz anders an.

        Man sieht plötzlich viele Details, bei denen man sich fragt, warum sie so gebaut wurden. Vorher hätte ich auf viele dieser Punkte gar nicht geachtet.

        Zum Beispiel Themen wie Stallausrichtung, Sonneneinstrahlung oder Windrichtung. Solche Dinge sieht man auf einem Plan nicht automatisch, wenn man sich nicht bewusst damit beschäftigt.

        Wie kombinierst du Melkroboter und Weide auf deinem Betrieb?

        Für mich ist klar, dass das nur mit einem Weidetor funktionieren kann, das den Kuhverkehr steuert.

        Die Kühe bekommen weiterhin eine TMR am Futtertisch. Die Weide ist eher eine zusätzliche Bewegungsfläche und Ergänzung zur Fütterung.

        Deshalb nenne ich das gerne Joggingweide. Die Kühe können rausgehen und fressen, aber der Hauptfutterplatz bleibt im Stall.

        Wo befindet sich der Weidezugang im Stall?

        Der Weideausgang ist möglichst weit entfernt von den Melkrobotern geplant. Dadurch vermeiden wir Kreuzungsverkehr direkt am Roboter.

        Mein Ziel ist, dass die Kühe zuverlässig zum Melken kommen und danach wieder auf die Weide gehen können. Ich möchte auf keinen Fall Kühe auf der Weide suchen müssen.

        Was möchtest du anderen Betriebsleitern für ihre Stallplanung mitgeben?

        Wenn ihr den Betrieb in Zukunft übernehmen wollt und Veränderungen plant, sucht frühzeitig das Gespräch mit euren Eltern oder der aktuellen Betriebsleitung.

        Überlegt gemeinsam, wie sich der Betrieb entwickeln soll. Wenn ihr euch entschieden habt, etwas zu verändern, dann setzt es auch konsequent um.

        Schiebt solche Entscheidungen nicht jahrelang vor euch her. Wenn man überzeugt ist, sollte man mit Motivation und Vollgas an die Umsetzung gehen.

        Vielen Dank an Niklas Martin für das interessante Gespräch und die offenen Einblicke in seine Planung.

        Wenn du deine Planung für einen Um- oder Neubau selbst in die Hand nehmen möchtest trage dich zum kostenlosen Strategiegespräch ein. Wir sprechen dann gemeinsam über die nächsten Schritte für deine Stallplanung.

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          KSB 164 Zeitplan halten im Stallbau ist kein Zufall

          Servus! In dieser Folge möchte ich auf den Zeitplan halten eingehen. Du erfährst, wie du deinen Stallbau Zeitplan halten kannst.

          In der heutigen Folge geht es um die Zeitplanung beim Stallbau. Wie macht man das, dass alles gut läuft. Dass man am Schluss sagen kann, insgesamt ist es richtig gut gelaufen und wir sind pünktlich fertig geworden?

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            Ein Stallbau ist kein kleines Projekt. Es ist eine Investition für Jahrzehnte. Und trotzdem wird die Zeitplanung oft eher nebenbei behandelt. Man schaut, dass man Angebote bekommt, dass die Finanzierung steht und dass irgendwann begonnen wird. Aber die Frage, wie man strukturiert durch die Baustelle kommt, wird häufig unterschätzt.

            Wenn Planung fehlt wird es teuer

            Es gibt ein Bauprojekt in Deutschland, das jeder kennt. Der neue Hauptstadtflughafen, der Flughafen Berlin Brandenburg. Geplant war die Eröffnung 2011. Am Ende wurde es 2020. Neun Jahre Verspätung. Milliarden Mehrkosten. Technik, die nicht funktionierte. Brandschutz, der nicht abgenommen wurde. Kabel falsch verlegt. Rolltreppen, die rückgebaut werden mussten. Immer wieder neue Termine, die wieder verschoben wurden.

            Das Problem waren unklare Zuständigkeiten, ständige Planänderungen, fehlende Gesamtkoordination und Entscheidungen, die zu spät oder gar nicht getroffen wurden.

            Natürlich ist ein Flughafen eine andere Größenordnung. Aber das Grundproblem war kein technisches, sondern ein Planungs- und Führungsproblem. Und genau da liegt die Parallele. Auch ein Stallbau kann entgleisen. Nicht mit Milliardenverlust, aber mit Monaten Verzögerung, Mehrkosten, Stress und schlaflosen Nächten. Und das beginnt fast immer beim fehlenden oder schlechten Bauzeitenplan und einer mangelhaften Koordinierung.

            Zielklarheit vor Baubeginn

            Ein Bauzeitenplan funktioniert nur, wenn das Ziel absolut klar ist. Wann sollen die Kühe einziehen. Zu welchem Termin muss der Stall melkbereit sein. Gibt es Zeitpunkte, die auf keinen Fall gerissen werden dürfen. Zum Beispiel weil im März wieder die Feldarbeit beginnt oder weil eine Frist von der Molkerei oder bei einer Bio Umstellung läuft.

            Ohne klares Datum dauert jeder Bau länger. Ein fixes Ziel schafft Druck und Fokus. Bei unserem Stall war der Baustart im August 2020 und der Einzug Anfang April geplant. Ende April kam unser Nachwuchs. Es war also klar, dass es keine Verschiebung geben darf. Dieses Ziel hat viele Entscheidungen vereinfacht.

            Genehmigungen realistisch einkalkulieren

            Ein Bauantrag bedeutet nicht sofortiger Baustart. Nachforderungen, Emissionsgutachten, Wasserrecht oder einfache Wartezeiten bei Ämtern können Monate kosten. Das wird oft unterschätzt.

            Es kann sogar passieren, dass sich durch Verzögerungen Förderfenster schließen und man einen neuen Anlauf braucht. Wer hier keinen zeitlichen Puffer einplant, startet schon mit Rückstand in die Bauphase.

            Planungstiefe vor Baustart

            Viele Verzögerungen entstehen, weil Details erst während des Baus entschieden werden. Welcher Liegeboxentyp. Welcher AMS Hersteller. Welches Fressgitter. Je mehr Entscheidungen vor Baubeginn getroffen sind, desto stabiler läuft die Bauphase.

            Bei uns gab es erheblichen Verzug bei den Liegeboxen, weil die Lieferung nicht funktioniert hat. Hätten wir diese Themen noch später entschieden, wäre die Verzögerung noch größer gewesen.

            Lieferzeiten und Schnittstellen im Blick behalten

            Gewisse Bauteile geben den Takt vor. Halle, Betonfertigteile, Melkroboter, Aufstallung. Wenn ein Element fehlt, steht alles. Der Bauzeitenplan muss sich an den längsten Lieferzeiten orientieren.

            Dazu kommen die Schnittstellen zwischen den Gewerken. Der Betonbauer ist fertig, aber das Dach kommt nicht. Das Dach ist drauf, aber der Monteur für den Curtain hat keine Zeit. Der Roboter wird geliefert, aber die Beschichtung ist noch nicht fertig. Zeitpläne scheitern oft an fehlender Koordination. Hier hilft es, frühzeitig dran zu sein und immer wieder aktiv nachzufassen.

            Puffer einbauen und realistisch bleiben

            Ein realistischer Bauzeitenplan enthält Puffer. Für Wetter, für Lieferverzögerungen, für Unvorhergesehenes. Mit Puffer wird der Plan deutlich robuster. Ohne Puffer reicht ein kleines Problem und alles verschiebt sich.

            Besonders anspruchsvoll wird es, wenn im laufenden Betrieb umgebaut wird. Kühe bleiben im Stall, Abläufe müssen mehrfach angepasst werden, Arbeitsbelastung steigt massiv. Manchmal bedeutet es zwei- oder dreimal alle Bauabschnitte vom Unterbau bis zur Fertigstellung in Folge. Hier muss man mit der eigenen Energie haushalten.

            Bei uns steht ein Umbau beim Jungvieh an. Wir werden zuerst Tiere auslagern, dann umbauen und danach wieder einziehen. Diese Reihenfolge ist bewusst geplant, um Chaos zu vermeiden.

            Eigenleistung richtig einschätzen

            Viele Bauzeitenpläne kippen bei der Eigenleistung. Das machen wir schnell selbst. Das schweiße ich am Wochenende. Die Kabel ziehen wir selber. Eigenleistung braucht echte Zeitfenster und zusätzliche Unterstützung durch Helfer.

            Wir haben beispielsweise viele Abtrennungen selbst geschweißt. Das hat enorm viel Zeit gebraucht. Ohne Hilfe wäre das nicht machbar gewesen. Und man unterschätzt oft, wie viel Zeit allein das Management der Baustelle zusätzlich zum bestehenden Betriebsablauf beansprucht.

            Meilensteine setzen und Entscheidungen treffen

            Ein guter Bauzeitenplan besteht nicht nur aus Kalenderwochen. Er braucht klare Meilensteine. Unterbau fertig. Dach dicht. Melktechnik montiert. Liege und Fressbereich fertig. Abschnittsweise zu arbeiten schafft Übersicht und Motivation.

            Viele Verzögerungen entstehen auch durch Unentschlossenheit. Man entscheidet sich für eine Liegeboxenabtrennung und dann kommt jemand und sagt, bist du dir da sicher. Da stoßen sich die Kühe doch bei jedem Abliegen an. Plötzlich zweifelt man wieder. Diese Unsicherheit kostet Zeit und Nerven.

            Deshalb braucht es Entscheidungsfähigkeit. Nicht perfekt, aber klar. Ein Bauherr muss Wissen, wie alles wirklich werden soll. Dazu braucht es konkrete Bilder im Kopf.

            Wie kannst du das konkret umsetzen: Nutze einen Kalender, in dem alle abgestimmten Termine stehen. Nimm dir jede Woche eine feste Zeit, um nachfolgende Firmen frühzeitig zu informieren und zu erinnern. Aktualisiere laufend deinen Bauzeitenplan und bleibe dran. Dort ändert sich immer etwas.

            Fazit

            Plane deinen Stallbau realistisch.

            Führe einen klaren Bauzeitenplan.

            Informiere nachfolgende Firmen immer rechtzeitig.

            Wenn du die Klarheit über deine Planung möchtest und die Sicherheit, später gut durch die Baustelle zu kommen, dann melde dich bei mir. Gehe dazu auf kuhstallbau.com und trage dich für das kostenlose Strategiegespräch ein. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass dein Stallbau kein Flughafenprojekt wird, sondern ein sauber geführtes Bauvorhaben.

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              KSB 163 Stallplanung zwischen Vater und Sohn – Interview mit Maxi Fischer

              In dieser Folge spreche ich mit einem jungen Betriebsleiter aus dem Ostallgäu über die Erweiterung seines bestehenden Laufstalls.

              In der heutigen Folge geht es um mehr Tierkomfort, bessere Arbeitsabläufe und einen Anbau, der den Betrieb langfristig weiterentwickeln soll.

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                Mein heutiger Interviewgast aus Bayern im Ostallgäu hält aktuell 100 Milchkühe im Laufstall aus dem Jahr 2001. Der junge Betriebsleiter möchte mehr Komfort für die Tiere und die Arbeitswirtschaft verbessern. Dafür hat er im bestehenden 3-Reiher die Liegeboxen verbessert und Ventilatoren eingebaut. Neu dazu kommt ein sehr großzügiger Abkalber- und Trockensteherbereich sowie eine Erweiterung für laktierende Kühe, sodass insgesamt 60 Tiere zusätzlich Platz haben. Wir kennen uns vom Kuhstallbau-Onlinekurs, ich freue mich dass du hier bist, Willkommen Maxi Fischer.

                Was ist dein Problem in der bestehenden Situation?

                Der Stall funktioniert grundsätzlich, aber ich merke, dass wir an Grenzen kommen. Die Kühe sind größer geworden und die Anforderungen an die 12.000 Liter Kuh sind auch gestiegen. Vor allem im 3-Reiher haben die Liegeboxenmaße nicht mehr optimal gepasst. Deshalb habe ich dort schon nachgebessert. Ventilatoren habe ich eingebaut, weil ich den Hitzestress minimieren wollte.

                Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass das nur Teillösungen sind. Besonders im Bereich Abkalbung und bei den Trockenstehern war es mir zu eng und zu wenig durchdacht. Ich wollte dort mehr Ruhe und mehr Platz schaffen.

                Welche Ausgangssituation hat der bestehende Stall?

                Der Stall stammt aus dem Jahr 2001. Für die damalige Zeit war das sehr gut geplant. Und da es von der Arbeitswirtschaft so gut lief, wurden bald die Trockensteherplätze auch mit Milchkühen belegt. Deshalb haben wir seit 15 Jahren keinen richtigen Platz mehr für sie.

                Aber heute schaue ich anders auf Tierkomfort und Arbeitswirtschaft. Deshalb war es uns klar, dass wir langfristig nur weiterkommen, wenn wir den Trockensteherbereich neu planen. Und das mit so wenig wie möglichen Kompromissen.

                Wo wird der neue Teil angebaut?

                Wir bauen direkt an den bestehenden Stall an. Mir war wichtig, dass die Wege logisch bleiben und ich keine unnötigen Umwege bekomme.

                So kann ich den Bestand sinnvoll erweitern und trotzdem alles zusammenhängend organisieren.

                Seit wann plant ihr den Anbau?

                Wir beschäftigen uns schon länger mit dem Thema. Das war keine Entscheidung von heute auf morgen. Wir haben uns immer wieder zusammengesetzt, oft am Samstag, und alles durchgesprochen.

                Es war ein Prozess. Immer wieder habe ich Dinge hinterfragt und angepasst.

                Hattest du Angst, zu viel zu wissen und nicht vorwärtszukommen?

                Nein, das hatte ich nie! Denn schließlich ist Wissen Macht. Natürlich ist das Problem auch wenn man mehr weiß, dass man auch weiß, dass man aktuell einiges falsch macht. Aber nur durch dieses Ehrliche „Eigenfeedback“ können wir besser werden und Betriebsblindheiten vermeiden.

                Deshalb habe ich mir viele Ställe angeschaut, Podcasts gehört und mit verschiedenen Leuten gesprochen. Irgendwann hatte ich so viel Input, dass es natürlicher schwieriger wird die Informationen zu filtern. Sprich was ist mir nun mehr bzw. weniger wichtig.

                Das Problem ist nicht zu wenig Wissen, sondern die Struktur.

                Wie weit war die Planung, als du in den Onlinekurs eingestiegen bist?

                Ein grobes Konzept hatte ich schon. Ich wusste, dass ich anbauen möchte und dass ich die Bereiche für Abkalber und Trockensteher großzügiger lösen will.

                Gleichzeitig war es bei uns auch ein Generationenthema. Mein Vater sieht manche Dinge anders, weil er andere Erfahrungen gemacht hat. Ich bringe andere Ideen und andere Ansprüche mit. Da ist es nicht immer einfach, sofort auf einen Nenner zu kommen.

                Der Kurs hat uns geholfen, eine gemeinsame Basis zu bekommen. Wir konnten Dinge sachlich durchgehen und hatten eine Struktur. Das hat uns als Familie gutgetan, weil Entscheidungen nicht nur aus dem Bauch heraus getroffen wurden, sondern sauber begründet waren.

                Was war der Auslöser für den Onlinekurs?

                Ich habe Sicherheit gesucht. Sicherheit in meinen Entscheidungen und in den Details. Ich wollte verstehen, warum ich etwas genau so mache und nicht anders.

                Ich wollte nicht einfach eine Lösung übernehmen, nur weil sie bei anderen funktioniert. Für so eine Investition brauche ich ein gutes Gefühl.

                Wie zufrieden bist du mit der aktuellen Planung?

                Ich bin heute deutlich zufriedener. Viele Punkte sind jetzt klar. Lüftung, Gruppierung, Platzbedarf, Arbeitswege.

                Ich habe das Gefühl, dass der Plan wirklich zu uns passt und nicht einfach eine Standardlösung ist.

                Sind deine Fragen zu den Baudetails beantwortet?

                Ja, viele Detailfragen sind für mich geklärt. Ich habe Dinge durchdacht, über die ich vorher nicht bewusst nachgedacht hätte.

                Jetzt kann ich auch mit Firmen anders sprechen, weil ich genau weiß, was ich will.

                Hat sich die Investition in den Kurs gelohnt?

                Ja, auf jeden Fall. Ich hätte mich ohne diese Begleitung vielleicht nicht getraut, manche Entscheidungen so konsequent zu treffen.

                Allein dadurch, dass ich Fehler vermeiden kann, die später teuer werden, hat sich das für mich schon gerechnet.

                Wie hoch war der Zeitbedarf für dich?

                Der Aufwand war überschaubar. Zweimal im Monat ein Treffen und zusätzlich Zeit für die Videos und meine eigene Planung.

                Für mich war wichtig, dass ich regelmäßig dranbleibe und nicht wieder Monate verstreichen lasse.

                Wie würdest du deine Planung jemandem beschreiben, der sie noch nie gesehen hat?

                Ich würde sagen, es ist eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Stalls. Der 3-Reiher bleibt, aber wir erweitern gezielt.

                Der neue Bereich wird großzügig für Abkalber und Trockensteher. Zusätzlich schaffen wir Platz für rund 24 weitere Liegeboxen für laktierende Kühe.

                Mir war wichtig, klare Gruppen und übersichtliche Arbeitswege zu haben.

                Was hast du im alten Stall bewusst infrage gestellt?

                Ich habe nicht einfach übernommen, was schon immer so war. Ich habe Liegeboxen, Übergänge und Laufgänge kritisch angeschaut.

                Die Frage war immer: Passt das noch zu unseren Zielen oder bauen wir alte Kompromisse weiter?

                Welche Hürden erwartest du mit dem Anbau?

                Mir ist klar, dass Themen wie Brandschutz und Emissionen eine Rolle spielen. Das ist kein kleiner Umbau.

                Deshalb will ich diese Punkte frühzeitig klären, damit es später keine Überraschungen gibt.

                Was möchtest du zukünftigen Kuhstallbauern in der Planung mitgeben?

                Macht euch viele Gedanken und nehmt euch Zeit. Schaut euch vieles an, aber entscheidet bewusst, was euch wichtig ist.

                Lasst euch beraten, aber lasst euch nichts aufschwatzen. Ihr arbeitet jeden Tag in diesem Stall. Deshalb muss die Lösung wirklich zu euch passen.

                Vielen Dank nochmal an Maxi Fischer für das offene Gespräch. Es ist spannend zu sehen, wie klar und strukturiert hier geplant wird. Vielleicht ist das auch für dich ein Anstoß, wenn du gerade selbst in der Planung steckst.

                Wenn du deine Planung ebenfalls sauber strukturieren möchtest und bei den Details Sicherheit gewinnen willst, dann melde dich über www.kuhstallbau.com und trag dich für ein kostenloses Strategiegespräch ein. Gemeinsam schauen wir, wie dein Stallprojekt durchdacht und praxisnah umgesetzt werden kann.

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                  KSB 162 Struktur zwischen Idee und Bauantrag schaffen

                  In dieser Folge spreche ich über ein Thema, das viele Landwirte genau in der Phase zwischen Idee und aktiver Stallplanung beschäftigt.

                  Hallo in der heutigen Folge geht es darum, wie du Ordnung in deine Gedanken bringst, wenn ein Neubau, Umbau oder eine größere Veränderung im Stall im Raum steht und langsam konkreter wird.

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                    Oft beginnt alles mit einem Gefühl. Man merkt, dass der aktuelle Stall nicht mehr richtig passt. Die Arbeit wird mühsamer, Abläufe fühlen sich nicht mehr stimmig an oder ein Anbindestall passt einfach nicht mehr zur eigenen Vorstellung von der Zukunft. Diese Idee ist wichtig und wertvoll. Gleichzeitig ist sie aber auch flüchtig, wenn man ihr keinen festen Platz gibt.

                    Viele Landwirte befinden sich genau hier in einer Zwischenphase. Die Idee ist da, Gespräche laufen bereits, vielleicht wurden schon erste Ställe besichtigt oder Vertreter waren am Betrieb. Gleichzeitig ist noch nichts fix, kein Plan eingereicht, keine Entscheidung endgültig getroffen. Genau in dieser Phase entstehen die meisten Unsicherheiten, weil sich Gedanken, Meinungen und Informationen vermischen.

                    Wenn der Kopf voll ist, aber nichts festgehalten wird

                    In dieser frühen Planungsphase entstehen sehr viele Gedanken. Manche kommen beim Arbeiten im Stall, andere bei Gesprächen mit Kollegen oder Beratern. Oft denkt man sich, dass man sich das schon merken wird. In der Praxis funktioniert das aber selten. Monate später weiß man nicht mehr, warum einem eine bestimmte Lösung wichtig war oder weshalb man etwas eigentlich anders machen wollte.

                    Das eigentliche Problem ist dabei nicht fehlendes Wissen, sondern fehlende Struktur. Der Kopf ist kein gutes Ablagesystem für komplexe Bauvorhaben. Planung braucht Ordnung, damit Entscheidungen nachvollziehbar bleiben und nicht aus dem Bauch heraus getroffen werden müssen, wenn der Druck steigt.

                    Warum ich selbst ein System gebraucht habe

                    Ich kenne diese Situation aus eigener Erfahrung sehr gut. Während der Planung unseres eigenen Stalls hatte ich viele Ideen, aber keinen festen Ort dafür. Ich habe gemerkt, dass Gedanken verloren gehen, wenn man sie nicht konsequent festhält. Gleichzeitig wurde mir klar, dass Planung nur dann wirklich gut wird, wenn sie nicht nur im Kopf stattfindet.

                    Aus dieser Erfahrung heraus habe ich begonnen, mir ein einfaches, aber verlässliches System aufzubauen. Nicht, um alles perfekt zu machen, sondern um jederzeit zu wissen, wo ich stehe und warum ich bestimmte Dinge so plane, wie ich sie plane.

                    Ein einfaches System für die Stallplanung

                    Für mich besteht eine gute Struktur in der Planung aus drei Bausteinen. Der erste ist eine zentrale Ablage. Das kann ein Sammelordner sein, ein Hängeregister oder ein klar definierter Ordner am PC. Wichtig ist nicht die Form, sondern dass es einen eindeutigen Ort für alles rund um den Stallbau gibt.

                    Der zweite Baustein sind Notizen. Gedanken kommen selten dann, wenn man Zeit hat, sie sauber auszuformulieren. Deshalb halte ich sie sofort fest. Ich nutze dafür Evernote, andere schreiben lieber handschriftlich. Entscheidend ist, dass auch unfertige Gedanken einen Platz bekommen und später wieder auffindbar sind.

                    Der dritte Baustein sind konkrete Aufgaben. Gespräche führen fast immer zu nächsten Schritten. Angebote kommen nicht automatisch, Rückmeldungen gehen sonst unter. Mit einer klaren To-do-Liste behält man den Überblick, was offen ist, was erledigt wurde und was bewusst verworfen wurde.

                    Erst die Kombination aus Ablage, Notizen und Aufgaben sorgt dafür, dass aus vielen Einzelgedanken ein steuerbarer Plan entsteht.

                    Struktur bringt Klarheit und Sicherheit

                    In der Praxis zeigt sich schnell, wie wertvoll diese Struktur ist. Nach Vertretergesprächen weiß man auch Monate später noch, was besprochen wurde. Angebote lassen sich vergleichen, weil man nachvollziehen kann, warum man sich für oder gegen etwas entschieden hat. Vor allem aber entsteht Ruhe im Kopf, weil nichts verloren geht.

                    Nicht jede Idee muss umgesetzt werden. Entscheidend ist, dass Entscheidungen bewusst getroffen werden und nicht aus Zeitdruck oder Unsicherheit heraus entstehen.

                    Warum die Erstplanung genau hier ansetzt

                    Genau aus diesem Grund gibt es in der Kuhstallbau Erstplanung die Arbeitshefte und die klare Struktur. Sie helfen dabei, Gedanken zu sortieren, Prioritäten zu setzen und nichts Wesentliches zu vergessen. Die Erstplanung ist bewusst für die Phase gedacht, in der die Idee schon da ist, aber noch kein klarer, tragfähiger Plan besteht.

                    Hier geht es nicht um Baudetails, sondern darum, Ordnung in die Planung zu bringen und eine solide Grundlage für alle weiteren Schritte zu schaffen.

                    Fazit

                    Eine gute Stallplanung beginnt mit Struktur, nicht mit Zeichnungen.

                    Gedanken brauchen einen festen Platz, damit sie nicht verloren gehen.

                    Struktur schafft Sicherheit in einer entscheidenden Phase.

                    Wenn du gerade zwischen Idee und aktiver Stallplanung stehst und merkst, dass du Ordnung in deine Gedanken und Entscheidungen bringen möchtest, dann melde dich bei mir zur Kuhstallbau Erstplanung. Gemeinsam erarbeiten wir einen klaren, zu deinem Betrieb passenden Plan und schaffen eine stabile Basis für deinen weiteren Weg im Stallbau.

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                      KSB 161 Milchpreis unter Druck – warum Stallbau trotzdem langfristig Sinn macht

                      In dieser Folge schauen wir uns die Unsicherheit rund um den Milchpreis an und die Frage, ob Milch in Zukunft überhaupt noch gefragt ist.

                      Heute greife ich aktuelle Schlagzeilen auf, die viele von uns gerade beschäftigen. Ich nehme diese Folge Mitte Januar 2026 auf, in einer Phase, in der der Milchpreis spürbar unter Druck steht. Genau deshalb sprechen wir heute darüber, warum dich diese Nachrichten in deiner Stallbauplanung nicht lähmen dürfen, weshalb ein klarer Zeitplan so wichtig ist und warum am Ende vor allem die konsequente Umsetzung zählt.

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                        Wenn Schlagzeilen den Blick verengen

                        Bis zu acht Cent weniger Milchgeld, ein Rekordjahr mit anschließender Preiskorrektur, Molkereien, die offen von zu viel Milch sprechen. Solche Nachrichten prasseln aktuell auf uns ein. Bei uns am Milchgeld sieht man die Entwicklung deutlich. Von gut 55 Cent im Sommer ging es Schritt für Schritt nach unten, im Dezember lagen wir bei etwa 48 Cent pro Kilogramm, mit Aussicht auf weitere Abschläge. Das trifft einen wirtschaftlich natürlich voll und es ist wichtig, das auch nicht schönzureden.

                        Gleichzeitig muss man aufpassen, dass einen diese Schlagzeilen nicht mental runterziehen. Wer mitten in der Stallplanung steckt, ist ohnehin in einer sensiblen Phase. Entscheidungen kosten Energie und Unsicherheit von außen kann genau diese Energie auffressen.

                        Stallbauplanung ist ein Marathon

                        Ein zentraler Punkt, den ich heute klar machen möchte: Stallbau ist kein Projekt für ein oder zwei Jahre, sondern ein langfristiges Vorhaben. Von der ersten Idee bis zum fertigen Stall vergehen oft mehrere Jahre. In dieser Zeit durchläuft man zwangsläufig unterschiedliche Marktphasen. Hochpreise, Tiefpreise, dazwischen alles, was man sich vorstellen kann.

                        Ein neuer Stall oder ein größerer Umbau ist in vielen Fällen ein Generationenprojekt. Man bindet sich für 20 Jahre und länger an diese Entscheidung. Gleichzeitig hat man aber auch über Jahrzehnte etwas davon. Wer jetzt jede Schlagzeile überbewertet, verliert leicht den Blick für das große Ganze. Langfristiges Denken ist hier entscheidend. Hilfreich ist es, sich bewusst Beispiele aus der eigenen Umgebung anzuschauen und den eigenen Betrieb realistisch einzuschätzen, mit seinen Stärken und Schwächen. Ausbildung, Fortbildungen und der Austausch mit anderen helfen enorm, diese Einordnung sauber hinzubekommen.

                        Braucht die Gesellschaft in Zukunft noch Milch?

                        Eine noch grundsätzlichere Frage, die mir oft gestellt wird, lautet: Will die Gesellschaft in zehn oder zwanzig Jahren überhaupt noch Milch von Kühen? Ich verstehe diese Sorge. Wenn man die öffentliche Diskussion verfolgt, könnte man schnell den Eindruck bekommen, dass tierische Lebensmittel keine Zukunft mehr haben.

                        Spannend ist aber, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. In den USA empfiehlt der aktuelle Gesundheitsminister Milch ausdrücklich als Teil einer gesunden Ernährung. Vollmilch, Butter, Käse und Joghurt haben dort einen festen Platz in der Ernährungspyramide. Davon sind wir in Deutschland aktuell weit entfernt, aber es zeigt, dass der Bedarf an hochwertigen tierischen Lebensmitteln nicht einfach verschwindet.

                        Die letzten hundert Jahre war Milch ein wichtiger Bestandteil der Ernährung und vieles spricht dafür, dass das auch in Zukunft so bleibt. Entscheidend ist, mit welcher Haltung man an das Thema herangeht. Angst ist ein schlechter Begleiter. Wer aus Angst entscheidet, trifft selten gute Entscheidungen. Besser ist eine Mischung aus Realismus, Motivation und unternehmerischem Denken.

                        Mit Zeitplan und Struktur durch unsichere Phasen

                        Gerade in unsicheren Zeiten braucht es Struktur. Ein sauber aufgesetzter Zeitplan ist dabei enorm hilfreich. Am Anfang steht die Erstplanung mit den grundlegenden Entscheidungen: Standort, grundsätzlicher Stallaufbau, Genehmigungshürden und mögliche Varianten. Danach folgt die wirtschaftliche Betrachtung. Natürlich stellt sich hier die große Frage nach dem Milchpreis. Vorhersagen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Deshalb rate ich zu einer konservativen Planung und dazu, verschiedene Szenarien zu durchdenken.

                        In der Detailplanung sollte man sich bewusst ausreichend Zeit nehmen. Und dann kommt der Punkt, der oft unterschätzt wird: Dranbleiben. Plane dir jede Woche feste Zeitfenster für das Thema Stallbau ein, ein Termin mit dir selbst oder mit deinem Team. Ein schriftlicher Zeitplan schafft Verbindlichkeit und hilft, sich nicht von kurzfristigen Milchpreisschwankungen aus der Bahn werfen zu lassen. Wichtig ist auch, die eigene Planung regelmäßig zu hinterfragen. Stimmt die Richtung noch? Die finale Entscheidung fällt oft erst kurz vor dem Baubeginn.

                        Fazit

                        Lass dich nicht von Schlagzeilen aus der Bahn werfen

                        Plane deinen Stallbau langfristig und bewusst konservativ

                        Setze dir einen klaren Zeitplan und bleib konsequent dran

                        Wenn du wissen möchtest, wie dein neuer Stall aufgebaut sein kann und ob er auch bei schwankenden Milchpreisen wirtschaftlich tragbar ist, dann melde dich bei mir.

                        In der Erstplanung oder im Kuhstallbau-Onlinekurs erarbeiten wir gemeinsam einen passenden Grundriss, durchdachte Baudetails und eine realistische Grundlage für deine Entscheidung.

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                          KSB 160 Mein Blick auf 2026: Diese Projekte und Entscheidungen stehen an

                          In dieser Folge erfährst du, was 2026 ansteht.
                          Hallo in der heutigen Folge geht es um einen Blick nach vorne und um die Frage, was das kommende Jahr bei uns konkret bringen wird.

                          Zuerst wünsche ich dir ein gutes und gesundes neues Jahr 2026. Vielleicht wird es ja dein bestes Jahr überhaupt. Genau darum lohnt es sich, kurz innezuhalten und bewusst vorauszuschauen. Denn wer sich Zeit für Planung nimmt, hat später mehr Ruhe im Kopf und trifft bessere Entscheidungen im Alltag.

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                            Warum Vorausplanung Sinn macht

                            2026 kommt nicht überraschend. Trotzdem reagieren viele Betriebe eher, als dass sie gestalten. Eine klare Vorausplanung hilft dabei, Ziele festzulegen, Prioritäten zu setzen und realistisch einzuschätzen, was überhaupt machbar ist. Man merkt schnell, ob man sich zu viel vornimmt oder ob noch Luft für weitere Projekte ist. Gleichzeitig entsteht Raum für die wirklich wichtigen Themen, statt sich nur von Woche zu Woche durchzuarbeiten.

                            Was 2026 in der Beratung ansteht

                            Ein Schwerpunkt wird weiterhin der Ausbau der Beratung sein. Dafür suche ich Unterstützung, vor allem in Form einer Assistenz. Zusätzlich halte ich die Augen offen nach Menschen, die fachlich stark sind und Lust haben, ihr Wissen in die Beratung einzubringen. Wenn du jemanden kennst, der gut beraten kann oder als Firmenvertreter fachlich fit ist, aber mit seiner aktuellen Situation nicht mehr zufrieden ist, gib diese Info gerne weiter.

                            Parallel dazu werden die Inhalte laufend weiterentwickelt. Ziel bleibt, dass du als Landwirt möglichst praxisnah unterstützt wirst und schneller zu klaren Entscheidungen kommst.

                            Baustellen in der Landwirtschaft

                            Auch auf unserem Betrieb stehen 2026 einige Projekte an. Ein zentraler Punkt ist der geplante Anbau für die Trockensteher. Hier geht es nicht einfach nur ums Bauen, sondern um die Details. Was wird wie umgesetzt und warum genau so. Der Baustart ist fest eingeplant.

                            Zusätzlich steht die Sanierung des Jungviehstalls an. Der Stall ist rund 25 Jahre alt. Der Plan ist, das Jungvieh vorübergehend in den neuen Stall zu bringen und den leeren Stall dann grundlegend zu sanieren. Außerdem werden noch einige kleinere Punkte aus dem letzten Stallbau fertiggestellt, die im Alltag oft liegen bleiben. Auch die Hofbefestigung wird ein Thema sein, um Arbeitswege weiter zu verbessern.

                            Wichtige Entscheidungen für 2026

                            Ein großes Entscheidungsthema bleibt der Kälberstall. Ich gehe hier selbst bewusst mit rein und bringe meine Erfahrungen auch im geplanten Kälberstall Kurs für Neu und Umbau ein. Ziel ist es, den richtigen Standort zu finden und ein System zu wählen, das langfristig funktioniert.

                            Ein weiteres Feld ist die Getreidetechnik. Erst Angebote einholen und die genaue Umsetzung planen, 2027 soll hier eine konkrete Umsetzung erfolgen. Auch hier gilt, erst sauber entscheiden und dann investieren.

                            Fazit

                            2026 wird ein Jahr mit klaren Projekten und bewussten Entscheidungen.

                            Vorausplanung schafft Ruhe und Klarheit.

                            Genau diese Klarheit ist die Basis für gute Ställe und funktionierende Betriebe.

                            Wenn du 2026 nutzen möchtest, um deine Stallplanung strukturiert anzugehen, dann melde dich bei mir. Geh jetzt auf www.kuhstallbau.com und starte bewusst in dein Stallbaujahr.

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                              KSB 159 – Jahresrückblick 2025

                              In dieser Folge möchte ich auf 2025 zurück schauen und dir Erkenntnisse auch für dich daraus mitgeben.

                              Hallo in der heutigen Folge möchte ich auf das Jahr 2025 zurückblicken, einordnen, was war, und dir daraus Gedanken mitgeben, die auch für deine Planung und deinen Betrieb hilfreich sein können.

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                                Warum Zurückschauen Sinn macht

                                Ein Jahresrückblick ist mehr als nur ein Zurückschauen. Er hilft, die eigenen Entscheidungen besser zu verstehen, Muster zu erkennen und zukünftige Schritte bewusster zu setzen.

                                Gerade beim Stallbau, bei Investitionen und bei betrieblichen Veränderungen zeigt sich oft erst im Nachhinein, warum bestimmte Dinge gut funktioniert haben oder eben nicht.

                                Wenn man sich bewusst Zeit nimmt, um auf ein Jahr zurückzublicken, entstehen drei Dinge ganz automatisch.


                                Man bekommt Klarheit über Erfolge und Fehlentwicklungen, stärkt das eigene Bauchgefühl für kommende Entscheidungen und schafft eine bessere Grundlage für neue Ziele. Genau deshalb ist dieser Rückblick entstanden.

                                Mitarbeiter: Entlastung fällt nicht vom Himmel

                                Ein zentrales Thema 2025 war bei uns das Thema Mitarbeiter. Ein befristeter Mitarbeiter hat aufgehört, weil der Stallbau bei ihm begonnen hat. Danach begann die Suche neu. Ab August hat sich eine Möglichkeit ergeben, die im Alltag dann aber doch nicht funktioniert hat. Rückblickend war das eine wichtige Erfahrung, auch wenn sie im Moment anstrengend war.

                                Erst durch eine erneute, aktive Suche haben wir schließlich einen richtig guten Mitarbeiter gefunden. Diese Phase hat mir sehr deutlich gezeigt, wie entscheidend gute Mitarbeiter für einen funktionierenden Betrieb sind. Kühe machen Arbeit, jeden Tag. Entlastung entsteht nicht von selbst, sie muss bewusst organisiert werden.

                                Für dich kann das ein Anlass sein, über folgende Fragen nachzudenken:

                                • Wo brauchst du wirklich Entlastung im Alltag?
                                • Welche Aufgaben musst du selbst machen und welche nicht?
                                • Ab wann lohnt es sich, aktiv über Mitarbeiter oder Unterstützung nachzudenken?

                                Aktuell sind wir zusätzlich auf der Suche nach einer Assistenz und perspektivisch auch nach fachlicher Unterstützung für die Beratung. Mehr dazu gibt es in der nächsten Folge, in der ich auf das Jahr 2026 vorausblicke.

                                Fahrsilo und Fütterung: Platz schafft Ruhe

                                Ein weiteres großes Thema 2025 war der Bau unseres neuen Fahrsilos. Der Lagerraum für das Grundfutter war zu knapp. Das neue Fahrsilo bringt deutlich mehr Ruhe in die Fütterung und gibt uns Reserven, die Sicherheit schaffen. Meine Gedanken und viel mehr Hintergründe habe ich in der Folge zu den Fahrsilos festgehalten.

                                Parallel dazu haben wir auf Gras häckseln umgestellt. Für manche ist das selbstverständlich, für uns war es ein bewusster Schritt. Rückblickend zeigt sich, wie wichtig es ist, nicht nur einzelne Bauteile zu betrachten, sondern das gesamte System. Dazu gehört immer auch die Frage: Reicht der Futterplatz langfristig wirklich aus oder lebt man von Kompromissen?

                                Trockensteherstall: Auch kleine Projekte brauchen saubere Planung

                                2025 hat außerdem die Planung für unseren Trockensteherstall begonnen. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein einfacher Anbau. In der Realität waren es drei Entwürfe, bis wir dort angekommen sind, wo wir hinwollten.

                                Die ersten beiden Lösungen hätten zu dauerhaften Kompromissen geführt. Genau hier liegt eine wichtige Erkenntnis: Die erstbeste Lösung ist selten die beste. Gerade bei Stallbauten lohnt es sich, Varianten durchzudenken, auch wenn das Zeit kostet. Diese Zeit spart man später im Alltag mehrfach wieder ein.

                                Beratung und neue Angebote

                                In der Beratung sind 2025 viele neue Betriebe dazugekommen. Die Kuhstallbau-Erstplanung für den Grundriss ist gestartet und auch der Kälberstallkurs für Neu- und Umbau. In der Arbeit mit den Betrieben zeigt sich immer wieder das gleiche Muster: Wenn etwas richtig gut werden soll, braucht es Struktur, sauberes Durchdenken und den Blick von außen.

                                Fazit aus dem Jahr 2025

                                Mein Rückblick auf 2025 lässt sich in drei Punkte zusammenfassen:

                                • Gute Mitarbeiter sind eine enorme Ergänzung und Entlastung am Hof
                                • Ausreichender Lagerraum, zum Beispiel beim Fahrsilo, bringt Sicherheit
                                • Ställe müssen sauber geplant werden, sonst lebt man langfristig mit unnötigen Kompromissen

                                Wenn du gerade etwas planst und es wirklich gut werden soll, melde dich gern. Wir können gemeinsam schauen, wo du stehst und welche nächsten Schritte für dich sinnvoll sind.

                                Ich wünsche dir schöne Weihnachten und einen guten Start ins Jahr 2026.

                                Zum Beginn des neuen Jahres folgt dann die nächste Folge mit dem Ausblick darauf, was 2026 ansteht.

                                Wenn du prüfen möchtest, ob dein aktueller Grundriss wirklich zu deiner Planung passt, findest du den kostenlosen Grundriss-Check auf kuhstallbau.com/grundriss.

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                                  KSB 158 Neubau für 78 Kühe mit AMS in Mautstellenanordnung – Interview mit Josef Pühringer

                                  Mein heutiger Interviewgast kommt aus dem Mühlviertel in Oberösterreich, zwischen Passau und Linz. Josef Pühringer hält aktuell rund 40 Milchkühe im Laufstall-Umbau aus dem Jahr 1998.

                                  Gemeinsam mit seiner Frau möchte er die Arbeit erleichtern, die Kühe besser versorgen und die Milchkuhhaltung ausbauen. Deshalb entsteht ein neuer Stall für 78 Kühe – ein zweiter Melkroboter ist künftig bereits fix vorgesehen. Wir kennen uns aus dem Kuhstallbau-Onlinekurs und ich freue mich, dass er uns heute Einblicke in seine Planung gibt.

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                                    Was ist das Problem in der bestehenden Situation?

                                    Unsere Ausgangssituation war eigentlich schon seit Jahren schwierig. Wir haben einen klassischen Drei-Seiten-Hof, rundherum Gebäude und eine Straße – Erweiterung unmöglich. Über die Jahre wurde immer wieder irgendetwas umgebaut, aber immer mit Kompromisse. Die Arbeitsabläufe passen nicht mehr zu dem, was wir heute brauchen, und das Stallklima entspricht bei weitem nicht mehr dem, wie es sein sollte.

                                    Irgendwann war klar: Wenn wir in Zukunft weiter Kühe halten wollen, dann müssen wir jetzt etwas Ordentliches bauen und somit war die Entscheidung zum Neubau klar.

                                    Wo wird der neue Stall gebaut – und welche Herausforderungen bringt der Standort mit sich?

                                    Wir planen den neuen Stall auf der freien Wiese, etwa 200 Meter vom jetzigen Hof entfernt. Für uns war diese Entfernung überhaupt kein Problem, im Gegenteil: Die Lage dort ist viel besser und vor allem haben wir Platz für die nächsten Jahrzehnte.

                                    Die größte Herausforderung war aber der Bauplatz selbst. Wir sind im hügeligen Mühlviertel, und da gibt es kaum gerade Flächen. Wir müssen ordentlich Erde abtragen und an anderer Stelle wieder aufschütten, um überhaupt eine ebene Fläche zu bekommen. Die Stützen vom Hang sind dann unsere Güllegruben, die nach unten eine Abgrenzung sind.

                                    Seit wann plant ihr am neuen Stall – und wie weit wart ihr vor dem Onlinekurs?

                                    Konkreter Start war im Frühjahr 2024. Da hatten wir schon ein ungefähres Bild: Herdengröße, Stallform, der Standort. Aber viele Punkte waren noch völlig offen – vor allem die Ausrichtung, die Windverhältnisse und wie die Arbeitswege langfristig aussehen sollen.

                                    An dieser Stelle sind wir in den Onlinekurs eingestiegen. Wir haben schnell gemerkt, dass wir zwar Ideen hatten, aber keine klare Struktur. Der Kurs hat uns da wirklich geholfen.

                                    Was war der Auslöser, in den Kuhstallbau-Onlinekurs zu kommen?

                                    Ganz ehrlich: Das Erstgespräch hat uns überzeugt. Da wurden so viele Themen angesprochen, über die wir vorher kaum nachgedacht hatten – zum Beispiel Beschattung, Lichtführung, Stallklima oder wie wichtig die Ausrichtung des Stalls wirklich ist.

                                    Da war für uns klar: Wenn wir das richtig machen wollen, dann brauchen wir fundiertes Wissen und professionelle Begleitung.

                                    Wie war die Zusammenarbeit im Kurs?

                                    Sehr angenehm und extrem lehrreich. Die 14-tägigen Online-Treffen mit Teilnehmern aus verschiedensten Regionen waren unglaublich wertvoll. Da kommen so viele Perspektiven zusammen, man bekommt Denkansätze, auf die man alleine nie kommen würde.

                                    Dazu dann die Lehrvideos, die man auf die eigene Planung anwenden kann. Der Austausch und die Rückfragen haben uns sehr gut weitergebracht.

                                    Wie zufrieden bist du heute mit der Planung?

                                    Sehr zufrieden. Wir stehen kurz vor der dem Bau. Wir haben versucht, das Bestmögliche herauszuholen. Kurze Wege, klare Treibwege, einen passenden Selektionsbereich und ausreichend Platz für spätere Erweiterungen.

                                    Natürlich wird sich zeigen, wie gut es in der Praxis funktioniert. Aber wir haben alle Entscheidungen bewusst getroffen und wissen, warum wir etwas so und nicht anders geplant haben.

                                    Hat sich die Investition in den Onlinekurs gelohnt?

                                    Definitiv, fachlich wie finanziell. Wir haben mehrere Punkte optimiert, die ohne den Kurs ganz anders ausgefallen wären.

                                    Ein Beispiel ist das Dach. Durch die Inhalte zum Stalldach und Varianten wie Sheddächer haben wir eine Lösung gewählt, die für unser Klima besser passt und gleichzeitig rund 10.000 Euro günstiger war. Allein damit war der Kurs schon mehrfach wieder herinnen.

                                    Wie hoch war der Zeitbedarf für den Onlinekurs?

                                    Absolut machbar. Alle zwei Wochen war der Austausch in der Gruppe am Abend. Die Lehrvideos kann man sich flexibel einteilen.

                                    Wenn ich mir dagegen vorstelle, wie viel Zeit es gekostet hätte, die ganzen Infos selbst irgendwo im Internet zusammenzusuchen und dann nie zu wissen, ob es Meinung oder Praxiswissen ist, dann war der Kurs eher eine Zeitersparnis.

                                    Wie würdest du euren neuen Stall beschreiben?

                                    Es ist ein Dreireiher, der später jederzeit zum Vierreiher erweitert werden kann. Der neue Stall ist so ausgelegt, dass wir bei Bedarf problemlos erweitern können.

                                    Wir wollten ein System, das jetzt passt, aber auch in 20 Jahren noch Optionen offen lässt.

                                    Warum habt ihr euch für die Mautstellen-Anordnung der Roboter entschieden?

                                    Bei uns in der Region ist normalerweise eine L-Anordnung üblich. Aber die braucht zusätzlichen Platz und führt zu höheren Kosten. Durch Stallbesichtigungen und den Kurs sind wir auf die Mautstellen-Anordnung gestoßen, das hat uns sofort überzeugt.

                                    Beide AMS stehen nebeneinander, kompakt, zentral im Stall. Das erleichtert die Wartung, spart Fläche, spart Baukosten und ist im Winter viel einfacher zu beheizen. Den gewonnenen Platz nutzen wir für den Klauenpflegebereich.

                                    Wie kommt es, dass der Stall mit nur drei Stützen auskommt?

                                    Im ersten Angebot wären 20 Stützen gewesen. Das wollte ich auf keinen Fall – gerade weil man in vielen Umbauten sieht, wie solche Stützen später jede Umstrukturierung erschweren.

                                    Nach mehreren Varianten hat unsere Baufirma eine Lösung gefunden: Der Stall wird mit nur drei massiven Betonsäulen getragen. Die Konstruktion ist stärker, aber dafür sind wir für zukünftige Umbauten viel flexibler.

                                    Es kostet etwa 15.000 bis 18.000 Euro mehr – aber das war es uns wert. Diese Freiheit bekommst du später nie wieder so günstig.

                                    Wie habt ihr die Separation und die Abkalbebuchten gelöst?

                                    Durch die zentrale Roboterposition haben wir auf beiden Seiten sinnvolle Funktionsbereiche. Auf der einen Seite liegt der Bereich für die Trockensteher und die Selektion, auf der anderen die Abkalbebuchten.

                                    Wir haben drei Buchten geplant, die flexibel nutzbar sind. Die Kühe können selbstständig zum Roboter zurück. Die Wege bleiben kurz und sind einfach zu erledigen

                                    Was möchtest du zukünftigen Stallbauern mitgeben?

                                    • Die oberste Priorität hat die Planung. Nimm dir die Zeit. Und schau über den Tellerrand!
                                    • Eine Stallplanung ist kein Plan, den man einmal zeichnet und fertig. Es ist ein Prozess. Je mehr man darüber spricht, je mehr unterschiedliche Ställe man sieht und je besser man das Thema Klima und Ausrichtung versteht, desto klarer wird das Bild.

                                    Fazit

                                    Josefs Neubau zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll bewusste Entscheidungen sind. Der neue Standort, die kompakte AMS-Anordnung, die drei Stützen, die durchdachte Separation und der Fokus auf Kuhkomfort ergeben zusammen ein modernes, zukunftsfähiges Stallkonzept.

                                    Wenn du – wie Josef – deinen Stall klar, strukturiert und zukunftsorientiert planen möchtest, melde dich gerne für ein kostenloses Strategiegespräch. Gemeinsam schauen wir, wo du stehst und wie ich dich auf dem Weg zu deinem optimalen Stall unterstützen kann.

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                                      KSB 157 | 7 Gründe, warum Verantwortung beim Stallbau entscheidend ist

                                      Heute möchte ich darauf eingehen, warum dir keiner die Verantwortung für den Stallbau abnehmen wird.

                                      Stell dir vor, du fährst durch die Nachbarschaft und siehst einen neu gebauten Stall, von außen beeindruckend und modern. Doch die Geschichte dahinter ist alles andere als positiv.

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                                        Ein Landwirt hat mir kürzlich erzählt, dass bei einem solchen Stall so gut wie nichts zusammenpasst. Die Kühe stehen seit ein paar Jahren darin, aber die Arbeitsabläufe funktionieren nicht, wichtige Details wurden falsch umgesetzt, und der Betriebsleiter würde den Stall am liebsten komplett abreißen und noch einmal von vorne beginnen. Genau solche Situationen sind es, die mir jedes Mal wieder zeigen, wie wichtig es ist, schon früh in der Planung die richtige Verantwortung zu übernehmen. Und deshalb möchte ich dir heute ins Bewusstsein bringen: Du bist verantwortlich für alle Entscheidungen rund um deinen Stallbau.

                                        1: Du bist derjenige, der täglich im Stall arbeitet

                                        Natürlich hast du in der Planungsphase viele Stimmen um dich herum. Jeder hat eine Meinung, jeder erzählt dir, was angeblich nicht funktioniert, was unbedingt nötig wäre oder was man heute so macht. Aber am Ende gibt es nur eine zentrale Person, die später täglich im Stall steht, alle Wege abläuft, die Abtrennungen bedient und die Arbeitsabläufe lebt: das bist du.

                                        Kein Vertreter, kein Planer und auch kein Kollege übernimmt diese täglichen Abläufe. Jede Entscheidung, die heute auf dem Papier steht, begleitet dich morgen in Form von Arbeitswegen, Durchgängen, Breiten, Höhen und Abläufen, die du tausendfach wiederholen wirst. Genau deshalb ist es so wichtig, dass du verstehst, warum jede einzelne Entscheidung getroffen wird – und ob sie zu dir und deinem Betrieb passt.

                                        2: Viele haben eine Meinung, aber nur wenige wirkliche Ahnung

                                        Hinzu kommt ein zweiter Punkt, der oft unterschätzt wird: Viele Menschen haben zwar eine Meinung zum Stallbau, aber nur wenige haben wirklich Ahnung davon. Es ist ein bisschen wie beim Fußball: Millionen Fans wissen angeblich besser, wie der Trainer entscheiden sollte. Aber am Ende steht der Trainer an der Seitenlinie und trägt die Verantwortung für das, was auf dem Platz passiert. Genauso ist es beim Stallbau. Jeder erzählt dir etwas, aber du bist derjenige, der später mit den Konsequenzen lebt. Wenn eine Entscheidung falsch war, arbeitest du jeden Tag mit diesem Fehler weiter. Deshalb brauchst du nicht möglichst viele Meinungen, sondern fundierte Grundlagen, die du selbst nachvollziehen kannst und daraufhin bessere Entscheidungen triffst.

                                        3: Betriebsblindheit ist echter Kostenfaktor

                                        Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die Betriebsblindheit. Je länger man in seinem eigenen Betrieb arbeitet, desto normaler werden Dinge, die eigentlich umständlich oder unlogisch sind. Man arrangiert sich mit engen Durchgängen, schlechten Wegen oder komplizierten Abläufen. Irgendwann heißt es dann: Das geht schon irgendwie. Doch das ist gefährlich. Schon zehn Minuten unnötige Arbeit pro Tag summieren sich auf eine ganze Arbeitswoche im Jahr. Wenn du hingegen eine Woche mehr in die Planung investierst, sparst du am Ende jedes Jahr Zeit und Nerven. Gute Planung entlastet dich langfristig, schlechte Planung belastet dich täglich.

                                        4: Kopiere keine Ställe

                                        Das führt direkt zum nächsten Punkt: Ein Stallbau funktioniert nicht mit Copy und Paste. Nur weil beim Nachbarn ein bestimmtes System gut funktioniert, muss es bei dir nicht funktionieren. Jeder Betrieb hat eigene Voraussetzungen: Standort, Gelände, Arbeitskräfte, Zucht, Fütterungssysteme, Zukunftspläne. Ein AMS-Stall hat komplett andere Anforderungen als ein Melkstand-Stall. Ein Futtertisch links oder rechts verändert deine Arbeitswege. Ein Übergang mehr oder weniger entscheidet über Stress oder Ruhe. Deshalb reicht es nicht, zum Architekten zu sagen: Mach mir mal einen Entwurf. Vorher müssen viele Grundsatzfragen geklärt werden, bevor der erste Strich auf Papier Sinn ergibt.

                                        5: Jede Entscheidung kostet Geld – besonders die schlechten

                                        Jede Entscheidung kostet Geld – besonders die schlechten. Und beim Stallbau sind es viele Entscheidungen, dutzende, manchmal hunderte. Wenn du eine Entscheidung triffst, ohne die Vor- und Nachteile zu kennen, kann das sehr teuer werden. Schlechte Entscheidungen bedeuten oft, dass du viel Geld ausgibst und dafür wenig Nutzen bekommst. Manchmal entstehen sogar Kombinationen, die sich gegenseitig behindern und den Stall dauerhaft unpraktisch machen. Und diese Fehler begleiten dich nicht nur heute, sondern oft jahrzehntelang.

                                        6: Einmal betoniert ist nur sehr teuer Rückkehrbar

                                        Besonders schmerzhaft wird es dann, wenn etwas bereits betoniert wurde. Beton ist geduldig – aber nicht flexibel. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Wir hatten bei uns eine Wand zwischen Fressgang und Liegeboxen gebaut. Eine vermeintlich gute Idee, aber sie hat den Kühen den Kopfschwung genommen. Also mussten wir die Wand wieder herausreißen. Das hat uns dreimal Geld gekostet: beim Einbau, im täglichen Betrieb hat es die Kühe behindert und beim Rückbau, der einen ganzen Tag Arbeit bedeutet hat – und das nur für die Hälfte der Wand. Solche Fehler hängen einem lange nach.

                                        7: Du musst Wissen, warum du GENAU SO baust

                                        Deshalb ist es so entscheidend, dass du weißt, warum du genau so baust. Jede Grundsatzentscheidung, jedes Detail muss eine klare Begründung haben. Warum genau dieses Fressgitter? Warum diese Höhe? Warum ein Antritt oder keiner? Warum dieser Curtain? Warum dieser Übergang? Der Stall funktioniert nur dann wirklich gut, wenn du all diese Fragen beantworten kannst. Wenn du selbst verstehst, warum etwas sinnvoll ist – und warum etwas anderes nicht.

                                        Fazit

                                        Du trägst die Konsequenzen deiner Entscheidungen

                                        Du bezahlst deine Entscheidungen

                                        Du musst Wissen, warum du genau so baust

                                        Wenn du möchtest, dass dein Stall sauber und durchdacht geplant wird, unterstütze ich dich gerne dabei. In der Erstplanung erarbeiten wir gemeinsam deinen Grundriss: klar und logisch. Und im Onlinekurs gehen wir anschließend in jedes Baudetail, damit dein Stall wirklich funktioniert – von der Liegebox bis zur Lüftung.

                                        Wenn du gerade planst oder kurz davor bist, ist jetzt der ideale Zeitpunkt einzusteigen.

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                                          In dieser Folge geht es um Zahlen, Daten und Fakten zum Stallbau. Du bekommst einen Einblick in die Kosten und Zeitaufteilung von unserem Stallbau in 2020 und 2021.

                                          Den Artikel zum nachlesen findest du hier: KSB 121.

                                          Auch hier sind zwei sehr interessante Interviews zum Thema Stallbaukosten sparen und zum Thema mehrhäusiger Stall mit Jochen Simon. Hör einfach rein!

                                          Wenn du den Austausch in einer Stallbau-Community spannend findest und es dich interessiert, ob dein geplanter Stall auch wirklich gut für dich und deine Kühe ist, dann melde dich bei mir. Wir finden bei einem Telefonat heraus, ob auch ich dir bei deiner Planung helfen kann. Geh dazu auf Kuhstallbau.com und trag dich für das kostenlose Strategiegespräch ein!

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                                            KSB 155 Gummimatten allein machen keinen guten Stall

                                            Servus, in dieser Folge möchte ich hinterfragen, ob ein Stallbau dann gelungen ist, wenn der Laufgang mit Gummimatten gebaut ist. Grund dieses Themas ist ein Beitrag aus der Milchpur (Ausgabe 2, 2025, Seite 18-20. ‚So geht moderner Stallbau‘. Die Milchpur ist ein Magazin des Milchprüfringes Bayern. Den besagten Online-Artikel findest du hier.

                                            Mit dieser Folge mache ich mich vermutlich bei Gummimatten-Herstellern unbeliebt. Das ist aber in Ordnung, denn ich möchte dir keine Gummimatten verkaufen. Mir ist wichtig, dass dein Kuhstall als Ganzes funktioniert und du zufrieden deiner täglichen Arbeit nachgehen kannst.

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                                              Kuhstallbau-Strategiegespräch

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                                              Einer meiner Kunden hat mir erzählt, dass er vor ca. 15 Jahren einen neuen Kuhstall gebaut hat. Dort hat er alle Laufgänge mit Gummimatten ausgestattet. Das Problem wurde schnell deutlich: Die Matten bzw. die Laufgänge waren sehr rutschig. Er bekam starke Probleme mit Mortellaro und Ballenhornfäule. Der Entmistungsschieber hat erst einzelne, dann immer mehr Gummimatten mit rausgerissen. Die mussten wieder hinein gebastelt werden. Nach etwa zehn Jahren hat er die Gummimatten aus den Laufgängen entfernt, gleichzeitig gingen viele seiner Probleme zurück. War der Stallbau bei ihm also „gelungen“, weil er Gummimatten eingebaut hatte? Oder hatte er am Ende mehr Geld ausgegeben als notwendig für die Matten und die folgenden Probleme?

                                              Wer sich bei deiner Stallplanung beeinflusst und warum

                                              Wenn man den Stall in dem Milchpur-Artikel anschaut oder Werbung für Gummimatten liest, kann man schnell die Überzeugung bekommen, dass es alles besser wird, wenn man den Stall mit Gummimatten auslegt. Ist das aber wirklich so? Diese Frage möchte ich genauer eingehen und überlegen, wer die Überlegungen beim Stallbau wirklich beeinflusst. Durch Berichterstattung in Zeitschriften und Hersteller-Werbung für Gummimatten werden wir stark beeinflusst. Frag dich einmal selbst:

                                              Wer beeinflusst deine Stallbauplanung? Da sind Hersteller, Anbieter verschiedener Produkte dabei oder auch Gutachter, Behörden oder Förderprogramme (Stichwort Auslauf). Zu den Einflussfaktoren können auch Besamungstechniker und deine Familie gehören. Frage dich einmal, welche Interessen diese Personen jeweils haben. Die Gummimatten-Hersteller wollen dir ihre Gummimatten verkaufen. Die Behörden wollen, dass du die rechtlichen Vorgaben erfüllst. Der Besamungstechniker möchte unkompliziert in den Stall und an die Kuh kommen. Jeder hat eigene Interessen und Bedürfnisse.

                                              Wichtig ist: Wenn du nur eine Quelle hast, die du fragst, bekommst du auch nur eine Lösung. Ein Gummimatten-Hersteller denkt an das Einbauen von Gummimatten in deinen Stall anstatt daran, was der vollständige Stall wirklich benötigt. Meine Botschaft an dich ist: Beachte, wen du fragst und was du wirklich brauchst. Bei Vertretern ist es nicht immer einfach, standhaft zu bleiben. Vor kurzem habe ich mit einem ehemaligen Kunden gesprochen, der sein Stallbauprojekt mittlerweile abgeschlossen hat. Der hat von sehr hartnäckigen Vertretern berichtet. Bestimmte Dinge wollte er einfach nicht in seinem Stall haben, aber sein Vertreter hat ihm immer und immer wieder gesagt „Doch, das brauchst du!“. Da wäre es viel einfacher gewesen, dem Vertreter alles abzukaufen, was er zu bieten hat, dann hätte er nicht so viel mit ihm diskutieren müssen.

                                              Es kommt nicht allein auf die Gummimatte an!

                                              Viel wichtiger ist, dass du einen Stall mit einem ganzheitlichen Konzept planst und baust. Melken, Füttern, Entmisten, Herdenmanagement und alles, was noch dazu gehört, sollten gut zusammenspielen und sich nicht nur auf einzelne Produkte fokussieren. Wie kann das funktionieren? Bei jedem Detail, das du planst, musst du genau wissen, warum es genau so geplant ist. Das beginnt schon am Anfang mit der grundsätzlichen Anordnung des Stalls. Frag dich:

                                              –       Warum ist der Stall so gedreht und nicht um 90° weiter?

                                              –       Warum sind die Curtains so eingebaut?

                                              –       Warum ist der Liegeboxenquerschnitt so geplant?

                                              Es gibt viele verschiedene Bereiche und genauso viele Stolperfallen, die dazu führen, dass etwas nicht ins Gesamtkonzept passt. So wie zum Beispiel die Gummimatten. Die Darstellung der Hersteller ist auf jeden Fall positiv, sie bewerben nur die Vorteile, nicht die Nachteile. Wie sieht aber die Realität aus? In dem Beispiel aus dem Artikel in der Milchpur schwingt mit, dass ein gelungener, moderner Stall auf jeden Fall Gummimatten beinhaltet. Die Gummimatte muss drin sein. Mein Kritikpunkt daran ist, dass Gummimatten kein Allheilmittel sind. Wenn die einem dadurch mehr Komfort versprechen, weil die Kühe stoßgedämpft laufen wie auf natürlichem Boden, frage ich mich: „Ist das wirklich so?“. Wenn die Emissionen im Stall durch die Gummimatten gesenkt werden sollen, ohne die anderen Emissionsfaktoren (wie zum Beispiel Entmistungsintervall, Laufganggefälle, verschmutzte Fläche je Kuh, Temperatur, etc.) zu nennen, finde ich das eine sehr einseitige Darstellung. Die Aussagen müssen nicht unbedingt falsch sein, aber zu sagen, dass ein Kuhstall mit Gummimatten auf den Laufgängen pauschal besser ist, greift zu kurz. Das belegt zum Beispiel dies von meinem Kunden, der die Gummimatten wieder herausgenommen hat.

                                              Ein gut durchdachter Kuhstall mit guten Liegeboxen kann definitiv auch ohne Gummimatten funktionieren. Denn in jeder Minute, in der die Kuh in einer guten Liegebox liegt, werden ihre Klauen nicht belastet. Deshalb frage ich mich, ob in einem modernen gelungenen Kuhstall das Augenmerk nicht viel mehr auf den Liegeboxen liegen sollte, bevor man Gummimatten im Stall verlegt. Und ist der Erfolgsfaktor für einen gelungenen Stall tatsächlich die Gummimatte oder sind das vielleicht doch die Gesamtplanung und das Management im neuen Stall? Wer zum Beispiel keine gute Klauenpflege bei seinen Kühen hinbekommt, hat sowohl bei Gummimatten als auch auf planbefestigten Böden schlechte Karten.

                                              Achtung bei Zahlen und Ergebnissen

                                              Eine andere Sache, die mir bei dem Artikel in der Milchpur aufgefallen ist: Auf der nächsten Seite war ein Interview mit der Firma Kraiburg. Dort betont der Hersteller, dass Gummimatten Emissionen reduzieren, den Kuhkomfort und das Tierwohl verbessern. Wenn man das kritisch einordnen möchte, muss man die Prozentangaben zur Emissionsminderung hinterfragen. Unter welchen Bedingungen wurden diese erhoben, sind sie vergleichbar? Das ist ein großer Kritikpunkt, denn man bekommt bei höheren Temperaturen hohe Emissionen und bei niedrigen Temperaturen eher niedrige Emissionen. Ich habe zwei Studien gefunden, die sich mit dem Thema beschäftigen:

                                              –       Eine Studie aus Norditalien (2018) zeigte, dass bei einer Gummimattenbeschichtung höhere Ausstöße von Treibhausgasen entstehen als im Vergleich zu unverkleideten Spaltenböden. Also das Gegenteil von den Aussagen in dem Milchpur-Artikel.

                                              –       Eine weitere Studie aus den Niederlanden (2016) zeigte, dass man die Emissionen in einem Kuhstall mit Gummiböden zwar um ca. 39 % senken kann, aber nur, wenn der Schieber alle zwei Stunden läuft. Es kommt also auf die genauen Bedingungen während der Versuche an: Temperaturen, Entmistung. Man muss immer genau hinschauen, wie gemessen und die Ergebnisse interpretiert wurden. Ansonsten vergleicht man da schnell Äpfel und Birnen miteinander.

                                              Eine spannende Zusammenfassung gibt es aus Italien von der Universität Catanien, diese fasst die wichtigsten Faktoren zusammen, die Emissionen im Stall beeinflussen, unter anderem die Reinigungshäufigkeit, Temperaturen und Belüftung im Stall und Laufneigung der Spalten. Behalte also im Hinterkopf, dass unterschiedliche Konzepte mit unterschiedlichen Ergebnissen und Zahlen kursieren. Wenn diese Zahlen blind in die Politik geraten, kann das zusätzlich gefährlich für die Landwirte werden. Denn wenn man im Kuhstall besondere Böden für mehr Geld einbauen muss, kann es zu nicht unerheblichen Steigerungen der Stallbaukosten kommen. Das ist gut für die Wirtschaft, aber schlecht für den Geldbeutel der Landwirte.

                                              Wo machen Gummimatten wirklich Sinn?

                                              Eins möchte ich klarstellen: Es gibt Bereiche im Stall, da sind Gummimatten sinnvoll und erforderlich, beispielsweise in engen Kurven beim Melkstandausgang. Nur sollte man nicht blind darauf vertrauen, was der Vertreter sagt, denn dieser verfolgt seine Verkaufsinteressen. Doch Gummimatten ersetzen kein Gesamtkonzept! Erst, wenn eine gut geplante Spaltenentmistung oder eine gut geplante Schieberentmistung zusammenkommen, würde ich einfach vorschlagen, Gummimatten einzubauen, wo sie sinnvoll sind und nicht überall, wo sie in der Werbung angepriesen werden.

                                              Fazit:

                                              Nur weil Gummimatten verbaut wurden, heißt es nicht automatisch, der Stall ist gut geplant. Das hat nichts miteinander zu tun.

                                              Frage dich, wer will dir aus welchen Interessen was verkaufen?

                                              Die Prozentangaben, die du in den Beschreibungen liest, sind nur aussagekräftig, wenn die Bedingungen vergleichbar und transparent sind.

                                              Wenn du jetzt wissen möchtest, wo Gummimatten in deinem Stall wirklich Sinn machen, dann melde dich gerne bei mir. Ich stehe für einen Stallbau, der unterm Strich komplett funktioniert, sozusagen die Baupraxis von Bauer zu Bauer und ich mische wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischem Stallbau. Sichere dir dazu einfach das kostenlose Strategiegespräch.

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                                                Kuhstallbau-Strategiegespräch

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                                                KSB 154 Umbau auf 5 AMS: Wie man sich Zeit für gute Planung schafft – Interview mit Thomas Pfaff

                                                Der bestehende Stall mit Karussell soll zum AMS-Stall umgebaut werden. Dafür ist ein Anbau geplant. Wir wollen darüber sprechen, welche Herausforderungen er im aktuellen Betrieb hat, welche Umbaulösungen es gibt und wie er Arbeitskräfte gewinnen konnte, um mehr Zeit für sein Bauprojekt zu gewinnen.

                                                Wenn du überlegst, einen Kuhstall neu oder umzubauen und dir wegen der Maße unsicher bist, dann hol dir dazu den Grundriss-Schnellcheck auf der Kuhstallbau-Homepage.

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                                                  Mein heutiger Interviewgast kommt aus dem Landkreis Ravensburg im südlichen Baden-Württemberg und hält aktuell 200 Milchkühe in einem Laufstall aus dem Jahr 2001. Der motivierte Betriebsleiter möchte den Betrieb erweitern und modernisieren. Deshalb soll das alte 16er-Melkkarussell durch fünf automatische Melksysteme ersetzt und der Stall modernisiert werden. Für die Planungs- und Umsetzungszeit hat er zusätzliche Mitarbeiter aufgebaut. Wir kennen uns vom Kuhstallbau-Onlinekurs. Willkommen, Thomas Pfaff!

                                                  Thomas, was ist aktuell das Problem im bestehenden Stall, sodass du dich für den Umbau entschieden hast?

                                                  Die aktuelle Situation bei uns sieht so aus, dass wir pro Melkzeit etwa vier Stunden für das Melken und die Nebenarbeiten benötigen, in der Abkalbezeit sogar viereinhalb Stunden. Dann sind wir meist mit drei Personen für 9 Stunden im Stall gebunden. Diese Arbeitszeit möchte ich reduzieren, sodass wir auf etwa eineinhalb Stunden pro Melkzeit kommen, am besten zu dritt.

                                                  Wie ist der Zustand des alten Stalles?

                                                  Ich würde gerne die Maße im Stall anpassen, also Boxenlänge, Boxenbreite, Übergänge etc. Der Vorteil bei uns ist, dass der Wartebereich innen im Stall liegt und wir dort dann aus dem Fünfreiher einen Sechsreiher einbauen können. Nach dem Umbau kommt dann noch ein Antritt am Futtertisch dazu, da wir aktuell einen außenliegenden Futtertisch haben, der direkt an die Liegehalle angrenzt. Nach dem Umbau soll dieser länger werden und an einem Laufgang mit Antrittkante liegen. Zudem sollen die Hochboxen in Tiefboxen umgebaut werden, die bestehenden zwei Mittelgänge zwischen den drei Doppelliegereihen bleiben bestehen. Die hat mein Vater damals schon großzügig gebaut.

                                                  Und wo kommt der Anbau dazu?

                                                  Wir planen so, dass das Melkkarussell so lange genutzt wird, bis die Melkroboter installiert sind. Die Roboter sollen hinter dem Querkanal platziert werden, sodass die Kühe über den Zwischenbereich zwischen den Abwürfen aus den Liegeboxenreihen rausgehen und dann nach zehn Metern vor den fünf Robotern stehen. Wir haben dahinter nicht klassisch die Sonderbereiche wie Selektion und Frischabkalbebereich, da der Raum dahinter begrenzt ist. Hinter den AMS liegen die Fahrsilos. Die Sonderbereiche haben wir rechts und links von den Robotern geplant, links ist ein Separationsbereich geplant, rechts werden die Kühe für die Strohbereiche wie Frischmelker, Abkalber oder Krankenbucht selektiert. Damit haben wir immer noch schlüssige Wege für die Kühe und kann schnell auf die Roboter und Kühe zugreifen.

                                                  Was willst du im alten Stall noch ändern?

                                                  Im alten Stall wollen wir, nachdem wir den Special-Needs-Bereich seitlich der Roboter gebaut haben, das Melktechnikgebäude zurück bauen und dort neue Liegeplätze für die Kühe sowie einen freien Bereich für die Klauenpflege einbauen. Der Klauenpfleger soll die Klauen dann schneiden können, ohne den Melkbetrieb zu stören. Außerdem soll hinter den Jungviehbereich noch ein Auslauf gebaut werden, vor den Robotern wäre das zu knapp. Deshalb bauen wir mit Hilfe von zwei Futtertischbrücken einen Zugang zum Auslauf auf der Ostseite des Stalls.

                                                  Wenn man von oben draufschaut, sind dann Teile überdacht und Teile nicht?

                                                  Nein, das alte Stallgebäude und der Anbau werden mit einer Dachhülle direkt angeschlossen, sodass man im Roboterbereich auch im Winter geschützt ist. Das war ein wichtiges Kriterium für mich, zum einen wegen der Sonneneinstrahlung, zum anderen wegen eines scharfen Ostwinds, den wir im Januar und Februar manchmal haben.

                                                  Welche Hürden sind für dich mit dem Umbau verbunden?

                                                  Abgesehen davon, dass wir den Umbau während des laufenden Betriebs planen, ist die Höhenanordnung eine Herausforderung. Auf dem Standort, an dem der Stall steht, haben wir sowohl ein Längs- als auch ein Quergefälle von etwa 1,5%. Im neuen Selektionsbereich kommen wir aus dem Boden heraus. Dort wollen wir entweder den Boden anfüllen auf dasselbe Niveau vom Futtertisch oder ein Futterband einbauen.

                                                  Auf der anderen Seite beim Strohbereich sind wir auf demselben Niveau wie das restliche Betriebsgelände. Dort wird die Herausforderung sein, wie wir die Entmistung gestalten, besonders vor den Robotern und in den Selektionsbereichen. Wir haben schon Schieber, einzelne Abwürfe, Klappschieber und Entmistungsroboter angeschaut. Ein Roboter könnte die obere Selektion, den Bereich vor den Robotern und die Fressbereiche auf der anderen Seite abfahren und in den Querkanal entmisten. Die Schiebergänge im Stall bleiben vorhanden, werden aber um 50 cm versetzt. Da wir das im laufenden Betrieb machen werden, wird das im Zuge der Erneuerung der Doppelliegereihen passieren, nachdem man eine Liegereihe fertig gebaut hat, wird eine neue Schieberinne gefräst und installiert. Danach geht es zur nächsten Liegereihe. Das wird die größte Herausforderung, das im laufenden Betrieb zu stemmen und den zeitlichen Aufwand dafür so kurz wie möglich zu halten.

                                                  Du warst im Kuhstallbau-Onlinekurs dabei. Was war für dich der Auslöser, daran teilzunehmen?

                                                  Ich höre schon seit Jahren Podcasts und bin während meiner Planungsphase auf deinen Podcast gestoßen. Mich hat zu dem Onlinekurs bewogen, dass ich mir neue Impulse von außen einhole. Als du dich und den Kurs vorgestellt hast, war mir klar, dass da Know-How und Wissen dabei ist, da du dich selbst sehr intensiv mit deinem Stallbau beschäftigt hast. Damit deine Kühe einen Stall nach den neuesten Erkenntnissen haben, was Tierkomfort betrifft.

                                                  Du warst tatsächlich im ersten Kuhstallbau-Onlinekurs dabei. Hat der Kurs deine Planung stark verändert?

                                                  Wenn man es genau nimmt, planen wir den AMS-Umstieg und die Modernisierung schon seit 2019. Wir hatten zum Herbst 2020 bereits ein Projekt fast einreichfähig, waren aber nicht ganz zufrieden damit. Das war eine einfache Lösung: Melkhaus raus, einen kleinen Bereich umbauen, in dem Fall einen großzügigen Vorwartebereich planen. Mir persönlich hat das nicht gefallen, dass die Kühe über diese breite Front zu den AMS laufen können. Damals hatten wir drei plus einen Roboter geplant, der Roboterbereich wäre aber sehr beengt gewesen. Wir haben die Planung dann auf Eis gelegt, bis ich in deinen Kurs eingestiegen bin. Dann habe ich mir auch noch andere Meinungen und Beratungen eingeholt und habe aber zur konventionellen Melktechnik tendiert. Ausschlaggebend für die finale Entscheidung für die Roboter war 2022, als wir keine Mitarbeiter hatten. Da haben wir entschieden, dass wir zu zweit oder dritt etwas flexibler mit den AMS sind, besonders mit den saisonalen Höhepunkten in der Außenwirtschaft oder zu Abkalbezeiten.

                                                  Sind alle deine Fragen zu den Baudetails im Onlinekurs beantwortet worden?

                                                  Ich konnte durch den Onlinekurs die richtigen Entscheidungen treffen. Durch die verschiedenen Kapitel und Videos konnte ich mich gut auf die einzelnen Themen fokussieren, z. B. welche die richtige Tierzahl für mich ist oder ob Hoch- oder Tiefboxen für mich infrage kommen. Auch die Punkte Tränkeplatzierung, Kühlung und Lüftung haben wir im Kurs durchgearbeitet, dazu hätte ich mir sonst wenig Gedanken zu gemacht. Dein Leitfaden durch den Stallbau ist ein großer Mehrwert, ebenso wie das Netzwerk und die Community. Bei jedem Teilnehmer, der seine Planung oder das fertige Projekt vorstellt, nimmt man etwas mit und fragt sich „Wie mache ich das eigentlich bei meinem Stall?“. Man darf sich bei den Baudetails nicht verzetteln, aber am Ende seiner Planung sollte man schon zufrieden sein und sich hinterher im fertigen Stall nicht ärgern, dass man einige Dinge nicht gemacht hat.

                                                  Hat sich die Investition in den Kurs für dich gelohnt?

                                                  Die Investition hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt, besonders durch dein Wissen und die Hinweise der anderen Teilnehmer. Ein paar Dinge, die ich mit meinen Beratern zuhause übersehen habe, habe ich im Kurs noch betrachtet. Wo platzieren wir zum Beispiel Tränken und Bürsten? Wo macht der Laufhof Sinn, damit der nah an den Kühen ist und sie auch im Winter bei Frost dorthin laufen können? Wo platziere ich Tränken, die auch im Winter nicht einfriergefährdet sind? Das sind alles so Details, die man sich selbst überlegt. Im Kurs kommen dann gute Hinweise, zum Beispiel eine Liegebox wegzunehmen und stattdessen dort eine Tränke einzubauen.

                                                  Was mir im Onlinekurs besonders geholfen hat, war die Berechnung des gesamten Platzbedarfs mit der Excel-Tabelle. Ich hatte zwar eigene Vorstellungen zu der passenden Stückzahl von Kühen, konnte das aber noch einmal gut mit dem Ergebnis aus der Berechnung gegenüberstellen. Auch die Impulse von außen zu verschiedenen Themen wie Roboter, Tierkomfort etc. waren gut, z. B. von Christian Manser, Jan-Hendrik Puckhaber oder Steffi Geidel.

                                                  Du bist während deiner täglichen Arbeit im Stall mit acht Arbeitsstunden schon gut eingespannt. Daher hast du die Planungszeit zusätzliche Mitarbeiter angestellt, um dir Freiraum für Gespräche und die Planung zu schaffen und dich körperlich und psychisch zu entlasten. Warum hast du dich für die zusätzlichen Mitarbeiter entschieden?

                                                  Bevor wir die neuen Mitarbeiter eingestellt haben, haben mein Vater, ein Angestellter und ich im Stall gearbeitet. Der Mitarbeiter arbeitet schon seit 20 Jahren bei uns, kommt allerdings aus Polen und fährt alle vier bis fünf Monate für acht Wochen nach Hause. In dieser Zeit waren nur mein Vater und ich im Stall. Meine Mutter versorgt die Kälber von der Geburt bis zum Absetzen. Meine Frau hat eine 60%-Stelle woanders und kümmert sich um unsere beiden Kinder und hilft sporadisch auch im Stall aus. Eine meiner Schwestern hat früher am Wochenende auch geholfen, so konnten wir den Sonntag immer wechseln. Allerdings gab es immer Engpässe, wenn der Mitarbeiter im Urlaub war. Für die Buchhaltung, die Hofarbeit und die Außenwirtschaft haben wir noch weitere Helfer, sodass alles funktioniert hat. Aber für zusätzliche Projekte wie z. B. Gespräche mit Verpächtern oder eine Stallbauplanung war nie richtig Zeit da. Als wir in die Stallplanung eingestiegen sind, wusste ich nicht mehr, wo ich die Zeit dafür hernehmen sollte, die Zeit mittags und abends hat nicht mehr gereicht.

                                                  Als dann die Planung intensiver wurde mit Gesprächen und Ortsterminen mit den Architekten und den Beratern vom Förderprogramm, haben wir zwei Mitarbeiter eingestellt. Denn ich will ja mit dem Stallbau vorankommen, einen Abschluss finden und kam einfach nicht mehr weiter ohne Hilfe im Betrieb. In den vergangenen Monaten konnte ich also vormittags zuhause bleiben, war kaum im Stall, da zusätzlich zwei Personen vormittags und eine Person zusätzlich nachmittags im Stall waren. Ich habe mich dann mit der Stallplanung, Fütterungskontrolle und der Organisation der Außenarbeit beschäftigt. Damit hatte ich den Kopf frei. Ich bin froh, dass wir das so gemacht haben. Ich konnte mich zum Beispiel intensiv mit den Robotern beschäftigen und habe mir zwei Betriebe genauer angeschaut, um die feinen Unterschiede zwischen den Herstellern kennenzulernen. Daneben habe ich noch etwa 25 weitere Betriebe besichtigt und konnte durch die Mitarbeiter auch drei Tage am Stück wegbleiben.

                                                  Welche Arbeiten erledigst du noch selber, was hast du abgegeben? Habt ihr viele Arbeiten wie Klauenpflege ausgelagert?

                                                  Die Außenwirtschaft wie Säen, Spritzen, Düngen, Mähen, Schwaden und Abfahren machen wir selbst, das funktioniert seit Jahren ganz gut mit meinen Minijobbern. Das sind Tätigkeiten, die ich gut abgeben kann. In der Innenwirtschaft war ich früher morgens und nachmittags im Stall zum Melken und Füttern. Teilweise waren wir schon mal bis 22 Uhr im Stall, wenn der Mitarbeiter zuhause war und gerade eine Kuh gekalbt hat. 

                                                  Jetzt haben wir eine Frau aus der Region angestellt, die vormittags sieben Stunden da ist und eine fünfeinhalb Tage-Woche hat: montags bis freitags und alle zwei Wochen mal ein Sonntag. Ein weiterer Mitarbeiter kommt aus Tunesien ist für viereinhalb Stunden täglich angestellt und hat wechselnde Wochentage. Damit ist es besser für alle geworden und entlastet alle.

                                                  Hatten die beiden neuen Mitarbeiter schon Erfahrung in der Landwirtschaft?

                                                  Die Mitarbeiterin stammt von einem Betrieb mit etwa 100 Kühen, daher hatte sie etwas Arbeitserfahrung. Der Mitarbeiter hatte vorher schon zweieinhalb Jahre auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Deutschland gearbeitet. Daher haben beide nicht bei Null angefangen, es brauchte jedoch noch so acht Wochen, bis alle Handgriffe saßen.

                                                  Was möchtest du zukünftigen Kuhstallbauern mit in die Planung mit auf den Weg geben?

                                                  Ich finde es wichtig, dass man weiß, was man in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren machen möchte. Denn so ein Stallbau wird mittlerweile nicht immer nur auf 20 Jahre finanziert. Das bedeutet, man bindet sich nicht nur finanziell daran, sondern richtet sein Leben danach aus. Das ist eine wichtige Grundsatzentscheidung. Zudem sollte man einfach in die Planung starten, die Details im Blick haben, aber sich darin nicht verlieren. Manchmal kommen andere Dinge wie Grünlandmähen dazu oder Urlaube von den Architekten oder Beratern, das bremst einen in der Planung etwas aus. Dann kann man sich gut auf ein paar Details konzentrieren. Mein Credo lautet da: Plane lang, baue kurz. Wenn du vorab alles bedacht hast, kann man die Bauphase relativ kurz halten.

                                                  Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg die Genehmigung und den Bau!

                                                  Wenn du den Austausch in einer Stallbau-Community spannend findest und es dich interessiert, ob dein geplanter Stall auch wirklich gut für dich und deine Kühe ist, dann melde dich bei mir. Wir finden bei einem Telefonat heraus, ob auch ich dir bei deiner Planung helfen kann. Geh dazu auf www.kuhstallbaum.com und trag dich für das kostenlose Strategiegespräch ein!

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                                                    Kuhstallbau-Strategiegespräch

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                                                    KSB 153 Kuhstall bauen oder lassen? 5 Fragen für Klarheit

                                                    Heute möchte ich dir fünf Fragen mitgeben, die du dir stellen solltest, bevor es in die Planung deines neuen Kuhstalls geht.

                                                    Bevor du mit Plänen, Grundrissen oder Angeboten startest, steht eine ganz entscheidende Phase an. Es ist die Überlegung, ob ein neuer Stall wirklich Sinn macht.

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                                                      Kuhstallbau-Strategiegespräch

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                                                      Viele Landwirte stürzen sich direkt in die Planung und merken erst später, dass die Grundlage dazu fehlt, dass vielleicht der Standort nicht passt oder die Ziele unklar sind. Möglicherweise stellen sie irgendwann fest, dass der Milchviehbereich den Stallbau gar nicht tragen kann. Damit dir das nicht passiert, möchte ich dir heute fünf große Fragen mitgeben. Ich erzähle dir auch, wie ich diese Fragen für unseren Betrieb beantwortet habe und du siehst, wie das von der praktischen Seite aussehen kann.

                                                      1. Was ist meine Motivation, zu bauen oder umzubauen?

                                                      Zuerst hinterfragst du deine Ausgangslage. Warum denkst du überhaupt über einen Stallbau nach? Du kannst überlegen, was in deinem alten Stall nicht mehr passt. Vielleicht gibt es dort Probleme, die dich oder deine Kühe im Alltag belasten? Das können z.B. vermehrtes Auftreten von dicken Gelenken sein oder umständliche Arbeitsroutinen. Probleme mit der Tiergesundheit kann man oft auch in alten Ställen korrigieren. Bei Arbeitszeit und Arbeitsroutinen kann das in alten Ställen oft eine Herausforderung sein, wenn viel Handarbeit im Spiel ist, weil eine Mechanisierung aufgrund der Gegebenheiten in den Altgebäuden nicht möglich ist. Die zentrale Frage ist dann, ob du mit diesen Herausforderungen noch in fünf oder zehn Jahren leben oder arbeiten möchtest.

                                                      Bei uns war es so, dass der alte Stall ein Umbau von 1987 war, also schon über 30 Jahre alt war, als wir angefangen haben, einen neuen Stall zu bauen. Der damalige Umbau war bereits ein Kompromiss und es war sehr eng im Stall. Die Liegeboxen und Laufgänge waren viel zu klein, die Übergänge zu schmal. Für unsere damalige Tierzahl war der Stall zu klein, wir haben über zwei Stunden pro Melkzeit gemolken. Ein einfacher Anbau wäre bei uns nicht möglich gewesen, sodass wir überlegt haben, dass wir eine Veränderung brauchen. Die Fragen, die du dir jetzt stellen kannst, sind folgende:

                                                      –       Was ist deine Ausgangslage und warum denkst du über einen Stallbau nach?

                                                      –       Siehst du Probleme im alten Stall?

                                                      –       Bist du in deiner Arbeit oder die Kühe in ihrer Gesundheit eingeschränkt?

                                                      2. Welche Ziele habe ich?

                                                      Wie du dir die Zukunft vorstellst, ist die nächste Frage. Überlege dir, welche langfristigen Ziele du für deinen Betrieb hast. Langfristige Ziele können sein, zu wachsen, die Betriebsgröße zu halten oder auch sich zu verkleinern. Es kann bedeuten, dass du den Betrieb auch für die nächste Generation attraktiv halten möchtest, sodass in 15 bis 20 Jahren die Nächsten weitermachen wollen. Es kann auch bedeuten, dass du mehr Arbeitskomfort oder Freizeit haben möchtest oder du den Kuhkomfort für deine Kühe langfristig verbessern möchtest. Ob du langfristig überhaupt Kühe halten möchtest, ist noch eine andere Frage, die du dir vor der Planung unbedingt stellen solltest. Auf der einen Seite ist es eine wirklich schöne Arbeit, wenn es dir gefällt. Man kann relativ frei agieren. Auf der anderen Seite werden die Auflagen und Kontrollen immer schärfer, sodass man durchaus eingeschränkt wird. Der ungute Ruf in Teilen der Gesellschaft ist nicht immer leicht zu ertragen. Zudem ist man mit Kühen immer gebunden, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche trägt man die Verantwortung.

                                                      Wir haben uns als Familie für die Kühe entschieden. Wir wollen weitermachen, aber wir wollen, dass die Arbeit einfacher geht. Es war uns sehr wichtig, dass wir gute Arbeitsabläufe hinbekommen, unseren Kühen besseren Komfort bieten können und wir die Arbeitswege verkürzen. Der neue Stall hat dann alle Arbeit an einem Ort gebündelt, daher war die Entscheidung einfach, weiterzumachen. Es ist also wichtig, sich vor der Planung darüber Gedanken zu machen, wie die Zukunft aussehen soll und stelle dir die Fragen:

                                                      –       Wie soll der Betrieb in Zukunft aussehen?

                                                      –       Welchen Arbeitsalltag wünschst du dir langfristig?

                                                      3. Stimmen meine persönlichen Faktoren?

                                                      Worüber du zudem nachdenken solltest, bevor du einen neuen Stall planst, ist deine Lebensqualität nach dem Stallbau. Das bezieht sich auf die Freude an einem neuen Stall mit möglicherweise neuer Technik, aber auch der Verantwortung und das Risiko für das Bauprojekt. Überleg dir, ob du das tragen kannst und das durchziehen kannst. Wichtig dafür ist unter anderem der Rückhalt von Familie und Mitarbeitern, besonders während der Bauphase. In dieser Zeit muss man sich auf bestimmte Menschen einfach verlassen können, damit man nicht mit Baustelle und Betrieb auf sich alleine gestellt ist. Wenn man keine Unterstützung oder sogar Ablehnung erfährt, ist so ein Projekt doppelt schwierig. Überlege in diesem Zusammenhang auch, in welcher Generationenfolge du dich befindest. Es kann hilfreich sein, wenn zwei Generationen aktiv mitarbeiten und in dieser stressigen Zeit zusammen an einem Strang ziehen.

                                                      Wir hatten das Glück, dass die persönlichen Faktoren gut gepasst haben. Trotz des alten Stalls konnten wir als junge Familie mit meinen Eltern gut zusammenarbeiten. Unsere Lebensqualität ist nun auch eine andere, seitdem wir die Handarbeit im alten Stall durch Mechanisierung im neuen Stall verbessern konnten. Wir haben uns für einen Melkstand entschieden, bei dem trotzdem noch viel „Handarbeit“ übrig bleibt.  Doch wir melken unsere knapp 100 Kühe nun in eineinhalb Stunden (inkl. Vor- und Nachbereitung), das ist eine deutliche Verbesserung zu früher. Überlege du also vor deiner Planung folgende Fragen:

                                                      –       Wie passen deine Pläne zur persönlichen Situation?

                                                      –       Hast du den Rückhalt in deiner Familie für ein Bauprojekt?

                                                      4. Passt mein Standort zu meinem Projekt?

                                                      Bevor du in die Planung für dein Bauvorhaben trittst, überlege dir, ob du den richtigen Standort für dein Projekt hast. Eine wichtige Frage dabei ist, ob am bestehenden Standort eine Erweiterung möglich ist oder ob ein ganz neuer Standort benötigt wird. Nicht jeder Standort, der zunächst möglich erscheint, ist am Ende ein wirklich guter Standort. Vorab solltest du also überlegen, ob es Hürden seitens der Nachbarn oder der Genehmigungsbehörde gibt.

                                                      In unserem Fall war es so, dass eine betriebliche Erweiterung in Richtung Süden gut möglich war. Wir haben dort zwar eine starke Hanglage, aber die Fläche darunter konnten wir begradigen. Wir hatten zudem das Glück, dass dort eine Straße entlangläuft und die Fläche dadurch schon ein Stück begradigt war. Südlich von unserem Betrieb und neben dieser Straße haben wir dann einen neuen Stall gebaut. Die sechs Meter Höhenunterschied haben wir mit dem Bagger ausgeglichen, auf der einen Seite haben wir drei Meter aufgefüllt, auf der anderen Seite drei Meter Höhe heruntergenommen. Insgesamt haben wir über 5.000 m³ Erde bewegt. Überlege dir also:

                                                      –       Hast du einen klaren Standort?

                                                      –       Kannst du die Hofstelle erweitern?

                                                      5. Kann mein Milchviehbereich einen Stallbau tragen?

                                                      Eine letzte Überlegung ist zudem, ob der Milchviehbereich in deinem Betrieb stark genug ist, um ein Bauprojekt wie einen Stallbau zu tragen. Überlege, ob das Vorhaben nicht vielleicht von einem anderen Bereich querfinanziert wird. Es gilt abzuwägen, ob der neue Stall den Betrieb auf eine neue Ebene bringen soll, damit du dich besser aufstellen kannst oder „nur“ die Probleme des alten Stalls beheben soll. Beide Optionen sind vollkommen legitim. Interessant, spannend oder auch schwierig kann das werden, wenn nach der Genehmigung der Förderantrag ins Spiel kommt und deutlich wird, dass die Ertragskraft der Kühe bescheiden ist oder der Aufwand im Verhältnis viel zu hoch ist. Wenn die Förderung für eine Photovoltaik-Anlage zum Beispiel ausläuft, die viel zum Betrieb beigetragen hat, kann es ebenfalls schwierig werden, sollte es vorher die beste Einnahmenquelle gewesen sein.

                                                      Ich habe vor unserer Stallplanung viel gerechnet. Mir war wichtig, dass die Milchviehhaltung den Betrieb vorwärts bringt und den Stallbau tragen kann. Unsere Stallbaukosten und der Zinssatz waren niedriger als zu heutigen Bedingungen. Unsere Fördersituation war eher schlecht, wir haben deutlich unter 10 % der kompletten Bausumme Förderung erhalten. Das ist heute besser, besonders für Betriebe, die aus der Anbindehaltung kommen. Das sollte man auf jeden Fall nutzen. Je nach Region ist bei neuen Ställen eine Förderung von 25 % möglich. Überlege also vorher:

                                                      –       Wie stark schätzt du den Betrieb ein?

                                                      –       Welche Förderungen sind möglich?

                                                      Fazit

                                                      Kläre zuerst deine Motivation. Warum möchtest du bauen?

                                                      Formuliere dein Ziel klar, was der Stall bringen soll.

                                                      Triff deine Entscheidung bewusst, wenn die Grundlagen passen.

                                                      Wenn du jetzt sagst „Ja, der Stall, der soll gebaut werden“, dann melde dich gerne bei mir. Trag dich dazu auf der Homepage auf das kostenlose Strategiegespräch ein und dann melde ich mich bei dir. Telefonisch sprechen wir dann deine Herausforderung ab, damit ich weiß, um was es bei dir geht. Und dann können wir, wenn’s passt, auch gerne zusammenarbeiten!

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                                                        Kuhstallbau-Strategiegespräch

                                                        Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                        KSB 152 Kraftfutter selbst mahlen und mischen

                                                        Heute geht es um Kraftfutter mahlen und mischen. Ich erkläre dir, wie es aktuell bei uns auf dem Betrieb läuft und wie es in Zukunft aussehen könnte. Am Ende der Folge kannst du überlegen, ob es für dich eine Variante wäre oder ob du zufrieden mit deiner aktuellen Lösung bist.

                                                        Bereits in Folge 73: Genug Platz für Futtermittel in Fahrsilonähe habe ich über den Lagerort von Futtermitteln gesprochen. Damals haben wir überlegt, wie wir eine Futtermittelhalle in die Nähe der Fahrsilos und des neuen Stalls bauen. Das haben wir 2022 auch getan. Dort lagert unser gesamtes Getreide des Jahres, auch Körnermais können wir für ein Jahr zukaufen und dort lagern. Daneben haben wir an unserem alten Stall im ersten Stockwerk unsere Mahl- und Mischanlage. Der alte Stall liegt etwa zehn Höhenmeter entfernt.

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                                                          Wie mischen wir unser Futter aktuell?

                                                          Wie funktioniert das? Wir haben am alten Stall vier kleinere Silos nebeneinander mit jeweils 12 bis 18 m³, grob also je 9 bis 15 Tonnen Lagerkapazität. Das sind die Zwischenlager für Getreide und Körnermais. Von dort aus geht es mit einem 140-Liter-Schubkarren daneben in ein kleines Zwischensilo. Der Karren wiegt um die 80 kg, wenn er mit Getreide voll ist. Das Zwischensilo steht über der Gebläsemühle, dort schütten wir den Inhalt des Schubkarrens hinein. Das funktioniert soweit gut. Das Gebläse kann das Kraftfutter entweder in einen Futtermischer oder in ein Stoffsilo leiten. Diese zwei Varianten sind möglich. Wir können etwa fünf Tonnen dort mahlen und dann in den Mischwagen ablassen. Dort am alten Stall befindet sich ebenfalls ein 1000-Liter-IBC-Container für Melasse. Dieser steht erhöht, sodass die Melasse direkt in den Mischwagen laufen kann. Alle weiteren Komponenten für das Kraftfutter sind ebenfalls dort untergebracht, ebenso Raps- und Sojaschrot.

                                                          Wenn wir jeden Tag mit dem vollen Mischwagen dort vorbeifahren müssten, wäre das ziemlich unpraktisch. Daher mischen wir das Kraftfutter einmal in der Woche vor. Unser Futtermischwagen ist ein Zweischneckenmischer. Wir füllen den Mischwagen mit gehäckseltem Stroh (wenn das gerade in der Ration ist), geben dann Rapsschrot dazu. Das ist beides in der Futterhalle am neuen Stall gelagert. Dann fahren wir zum alten Stall, geben da Getreide, Körnermais und geschütztes Raps- und Sojaschrot, je nachdem, was in die Ration muss. Dann schalten wir den Mischwagen ein und geben die Säcke Mineralfutter dazu. Anschließend füllen wir die Melasse ein. Dann fahren wir wieder zurück zur neuen Futtermittelhalle und füllen die Vormischung in die Box. Für die aktuelle Tagesmischung füllen wir dann zuerst die Grassilage, dann die Vormischung (etwa zwei Schaufeln), dann das Maissilo. Anschließend fahren wir zum Wasseranschluss an der Futtermittelhalle und füllen Wasser in den Mischwagen. Zukünftig soll dort auch ein IBC-Container mit Wasser stehen, damit die Befüllung mit Wasser noch schneller geht. Während das Wasser einläuft, mischen wir. So funktioniert das Futtermischen recht gut.

                                                          Wie viel Arbeitszeit für das Vormischen?

                                                          Wir bringen das Getreide mit der Schubkarre zur Mühle. In den Vorrat dort passen etwa 16 Schubkarren, dann haben wir etwas über eine Tonne über der Bruchmühle. Dann muss man, je nachdem wie viel benötigt wird, die Mühle zwei- bis dreimal befüllen. Das dauert jedes Mal etwa zehn Minuten, dann muss man die Mühle wieder neu befüllen oder ausschalten. Pro Woche dauert es etwa 30 Minuten, dass wir das Getreide selbst brechen. Damit sind wir immer noch günstiger als in einer Mahl- und Mischanlage, aber trotzdem haben wir den Aufwand.

                                                          Dazu müssen wir wöchentlich den Melasse-Container wechseln, dazu holen wir ihn herunter, lassen den Rest in einen Restebehälter laufen und stellen den neuen Container wieder hoch. Das dauert etwa 15 Minuten. Bis alle Komponenten im Mischwagen sind, dauert es noch einmal etwa eine Stunde. Die Entleerung und das Aufräumen hinterher und Puffer, falls etwas mal nicht funktioniert, benötigt nochmal etwa 30 Minuten. Pro Woche sind wir also zwei bis drei Stunden mit dem Befüllen und Mischen der Vormischung beschäftigt.

                                                          Kann man das noch optimieren?

                                                          Jetzt habe ich überlegt, dass ich gerne eine Getreidekanone für die Futtermittelhalle hätte. Damit könnten wir das Getreide noch besser entnehmen, wenn die Box leer gemacht wird oder der Rapsschrot kommt. Bei der Anlieferung wird manchmal überdosiert, wenn Rapsschrot über das Förderband befüllt wird. Bei einer Ausstellung habe ich mich über Getreidekanonen informiert und bei einer Firma für Getreidetechnik nachgefragt, ob es für unsere Situation eine einfache und preiswerte Verbesserung gibt, besonders für das Befüllen der Mühle mit dem Schubkarren. Man könnte mit mehreren kleinen oder einer großen Förderschnecke und einem Mischcomputer arbeiten. Dann würde man etwa zehn Minuten Aufwand haben anstatt einer halben Stunde Schubkarrenschieben. Auf die Tonne Mehl gerechnet kostet das etwa gleich viel wie meine Arbeitszeit, die ich aktuell investiere. Faktisch kostet das jedoch zu viel Geld für den Nutzen, den das bringt.

                                                          Nach dem Gespräch habe ich noch weiter darüber nachgedacht: Das Rauf- und Runterfahren ist der eigentliche Aufhänger.

                                                          • Wie könnten wir die fertige Vormischung runter zum Stall bekommen, ohne dafür den Mischwagen zu füllen und wieder zu entleeren?
                                                          • Könnte man die Komponenten noch effektiver unterbringen?
                                                          • Macht ein Mischcomputer Sinn, der kleine Mischungen erstellt und ein alternatives Zwischengefährt fährt die Mischung dann runter zum neuen Stall?Auf eine gute Lösung bin ich nicht gekommen. Nach weiterem Überlegen kam mir der Gedanke: Was, wenn wir alles, was wir oben am alten Stall haben, in die neue Futterhalle unten integrieren könnten? Dort sind alle anderen Futtermittelkomponenten gelagert und man hat die direkte Anbindung an die anderen Fahrsilos auf einer Ebene. Ich habe eine Skizze erstellt, wie das aussehen könnte und bin zurück zum Stand des Getreidetechnik-Herstellers auf der Ausstellung gegangen. Dort haben wir das kurz durchgesprochen und das als realistische, effiziente Lösung besprochen.

                                                          Die Lösung sähe folgenderweise aus: Man hat dort in der Futtermittelhalle mehrere Behälter und einen Mischcomputer. Dieser kann die Vormischung täglich neu mischen, zum Beispiel nachmittags mit Solarstrom. Damit hätte man nicht mehr eine Wochenration, sondern eine frische Tagesration, so wie es in der Schweinefütterung gängig ist. Fraglich wäre noch:

                                                          –       wie viel Melasse man tatsächlich einmischen könnte? Wenn eine Kuh etwa ein Kilo Zuckerrübenmelasse pro Tag braucht, müssten wir 100 Kilo Melasse einmischen.

                                                          –       Wie man gehäckseltes Stroh in diese fertige Vormischung bekommt? Möglich ist es, aber es ist eine Frage von Preis und Aufwand.

                                                          Wenn man das Wasser ebenfalls mit dem Mischcomputer einmischen könnte und damit das Kraftfutter einweichen könnte, könnte man sich die Zeit sparen, bis das Wasser im Mischwagen ist. Damit hätten wir die Ration absolut exakt, täglich frisch und automatisiert gemischt.

                                                          Der Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe bei einem Mischwagenhersteller nachgefragt, ob es einen kleinen stationären Mischer gibt, der Tageskraftfuttermengen mischen kann. Problematisch ist, dass die Mischung unten an der Mischschnecke in einem vertikalen Mischer kleben würde. Gleichzeitig habe ich die Anforderung, dass ich in drei Minuten eine gute Tonne Kraftfutter im Mischwagen haben möchte, mit Wasser natürlich etwas länger, aber die Mischung sollten innerhalb von wenigen Minuten im Mischwagen sein. Mit einem normalen Mischer geht das nicht, normale Kraftfuttermischer können kein Wasser und keine Melasse mischen. Schrägmischer können Melasse, aber kein Wasser mischen. Eine Nassfütterung wie in der Schweinefütterung ist ebenfalls nicht möglich, weil die Rationen zu drei vierteln aus Wasser bestehen.

                                                          Eine Überlegung ist, ein 25m³ Außensilo zu kaufen, und die Melasse über eine Pumpe in den Mischer zu befördern. Auch Wasser wäre kein Problem. Bei gehäckseltem Stroh müsste man überlegen, ob man das mitmischt oder nicht. Mit einem Mischcomputer könnte man zudem auch die Mischung für die Trockensteher automatisiert vorbereiten. Die Lagerung der Komponenten wäre auch gut möglich. Die Lösung, die ich brauche, gibt es also faktisch noch nicht. Wenn du eine Lösung kennst, die für mich passt, lass es mich bitte wissen!

                                                          Die Idee dahinter ist, die Arbeitszeit von zweieinhalb Stunden pro Woche auf eine Viertelstunde pro Woche zu reduzieren. Das wäre das Ziel, damit sich die Anlage rechnet und einen wirklichen Mehrwert bringt. Damit würde ich eine Investition für gerechtfertigt halten.

                                                          Wie sieht deine Mischsituation aus?

                                                          Aufgrund meiner Erfahrungen und Situation möchte ich dich auch zum Nachdenken anregen. Ob man das Kraft- und Mineralfutter selbst mischt oder fertig zukauft, ist zuerst eine Grundsatzentscheidung. Dabei gibt es mehrere Optionen:

                                                          –       Man kann das ganze Kraftfutter fertig gemischt zukaufen;

                                                          –       Eiweiß-Komponenten zukaufen und einen Mahl- und Mischdienst hinzuziehen;

                                                          –       Eiweißkomponenten zukaufen und selbst mahlen und mischen;

                                                          –       Einzelkomponenten kaufen und einen Mahl- und Mischdienst hinzuziehen oder

                                                          –       Einzelkomponenten zukaufen und selbst mischen.

                                                          Bei der letzten Option weiß man ganz genau, was in der Mischung enthalten ist und wie man es mischt. Zudem ist selbst gemischtes Futter bzw. die einzelnen Komponenten oft günstiger als fertig gemischtes Kraftfutter. In fertigem Kraftfutter weiß man teilweise auch nicht über die Qualitäten der Einzelkomponenten Bescheid. Trotzdem ist diese Variante gerade für Betriebe, die kleine Mengen benötigen, der einfachste Weg. Bei größeren Bedarfsmengen kann es Sinn machen, selbst zu mischen. Man ist damit flexibler bei Rationsveränderungen oder bei zusätzlichen Mischungen. Zudem hat man die volle Kontrolle über die Komponenten und deren Qualitäten. Auf der anderen Seite benötigt man für das eigenständige Mischen Lagerkapazitäten, Arbeitszeit und die dazugehörige Technik.

                                                          Wann lohnt sich die Eigenmechanisierung?

                                                          Ab wann ist die Eigenmechanisierung günstiger als das Fertigkraftfutter oder ein Mahl- und Mischdienst? Das kann man an verschiedenen Faktoren entscheiden:

                                                          –       Wie hoch ist die benötigte Jahresmenge?

                                                          –       Ist es auf dem Betrieb zentral mahl- und mischbar oder muss man viel hin- und herfahren?

                                                          –       Ist die Technik schon vorhanden (z. B. genügend Förderschnecken)?

                                                          –       Wie viel Aufwand steckt für dich tatsächlich dahinter?

                                                          Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Investitionskosten. Wenn diese Kosten gering sind und im Verhältnis zur benötigten Jahresmenge passen, ist eine Eigenmechanisierung schnell interessant. Achtung: Zu den Investitionskosten gehören nicht nur Mahl- und Mischtechnik, sondern auch Lagerkapazitäten.

                                                          Mein Tipp: Es funktioniert am besten, wenn man direkt am Lager mahlen kann und anschließend mischt, ohne dass man die Komponenten auf dem Betrieb groß hin- und herfahren muss. Bei den Eiweißkomponenten sind oft ganze Sattelzüge am günstigsten, ebenso bei zugekauftem Getreide oder Körnermais. Dort ist der Bezug während der Ernte oft günstig, weil dann die Kosten für die Zwischenlagerung und zusätzlichen Transport wegfallen.

                                                          Ein Beispiel: Ein Betrieb mit 100 Kühen, der im Jahr rund 150 Tonnen Energiefutter benötigt, kann Energiefutter direkt bei der Ernte in größeren Mengen kaufen statt über das ganze Jahr verteilt. Damit hat er einen Vorteil von mindestens 20 € pro Tonne. Auf die Gesamtmenge gerechnet sind das bereits 3.000 € im Jahr. Wer dann diese 150 Tonnen selbst mahlt, muss rund 10 €/t variable Kosten für Verschleiß, Strom und Arbeitszeit kalkulieren. Dennoch kann er die Kosten für den Mahl- und Mischdienst von rund 25 € pro Tonne sparen, was insgesamt rund 1.500 € im Jahr ausmacht. Zusätzlich würde dieser Betrieb etwa 100 Tonnen Rapsschrot in ganzen Sattelzügen beziehen, könnte er damit rund 30 € pro Tonne sparen, was wieder 3.000 € im Jahr ausmacht. Beim geschützten Raps und Soja wären die Vorteile wegen der geringen Mengen eher gering. Rechnet man diese Vorteile zusammen, kommt dieser Betrieb auf rund 7.500 € im Jahr, die er durch die Eigenmechanisierung einsparen kann. Diese Ersparnis könnte der Betrieb in Mahl- und Mischtechnik investieren. Diese Investition lohnt sich eher, wenn die Anlage 50.000 € kostet, bei höheren Investitionskosten (z. B. 200.000 €) wäre die Investition wahrscheinlich eher uninteressant.

                                                          Deine Aufgabe ist, zu ermitteln, ob eine Eigenmechanisierung beim Mahlen und Mischen des Kraftfutters Sinn macht. Alle Optionen sind dabei legitim, aber bedenke, dass man einige tausend Euro im Jahr einsparen kann!

                                                          Fazit

                                                          Beim fertig gemischten Kraftfutter verdient das Mischfutterwerk mit.

                                                          Ein Mahl- und Mischdienst kann auf Dauer viel teurer als die Eigenmechanisierung werden, je nach betrieblichen Voraussetzungen.

                                                          Mit einer runden Lösung kann man effizient Getreide mahlen und Kraftfutter mischen, gegebenenfalls mit kaum Arbeitsaufwand.

                                                          Mein Tipp: Die Kunden der Erstplanung und die Onlinekurs-Kunden haben im Bonusbereich eine Beispiellösung abgebildet mit möglichen Anordnungen. Daneben gibt es einen Leitfaden, wann sich die Investition lohnen kann. Wenn du aktiver Kunde bist, dann schau doch gerne in den Bonusbereich, wenn dich das interessiert. Und soll auch deine Planung eine runde Sache sein, dann melde dich bei mir. Wir telefonieren dann, ob ich dir dabei helfen kann. Geh dazu auf die Homepage kuhstallbau.com und trag dich da für ein kostenloses Strategiegespräch ein!

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                                                            Kuhstallbau-Strategiegespräch

                                                            Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                            KSB 151 Warum ein Gründach auf dem Kuhstall?

                                                            Mein heutiger Interviewgast aus dem Allgäu ist Landwirt und Bauunternehmer. Er hält 170 Kühe nach Bioland-Richtlinien und hat 2012 einen neuen Kuhstall auf die grüne Wiese gebaut und diesen 2020 erweitert.

                                                            Der ursprüngliche Stall war als Zweireiher mit seitlichem Melkhaus ausgeführt, seit 2020 wird die andere Seite als Futtertisch genutzt. Die Besonderheit am Stall ist das Gründach. Herzlich willkommen, Jürgen Königl!

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                                                              Warum hast du dich damals für ein Gründach entschieden?

                                                              Der Hauptgrund war ein Entscheidungsmerkmal, dass wir durch diese flache Dachneigung, die nur beim Gründach möglich ist, den Stall problemlos verbreitern und erweitern können, ohne auf Allgäuer Schneeprobleme zu stoßen, z. B. Kehlen Gegengiebel usw. und in kalten Wintern, wenn die Curtains zu sind, keine Luftströme durch höhenversetzte Pultdächer zu haben. Der zweite Grund war, dass wir als damaliger Pilotbetrieb der LfL einen Stall mit einem sehr guten Innenklima im Sommer mit Erweiterungsmöglichkeiten bauen wollten.

                                                              Welche klimatischen Vorteile siehst du jetzt tatsächlich mit dem Gründach bei euch?

                                                              Wind von der Seite wird bei uns im Stall durch die lange schmale Bauweise ohne steiles Dach gleichmäßig im Stall verteilt. Das Gründach hat den Vorteil, dass es im Sommer unterm Dach im Stall definitiv kühler ist als bei anderen Dachaufbauten. Auf dem Dach haben wir eine Schicht aus Schalholz, dann eine Abdichtung mit dünner Isolierung und dann Vlies, Rollkies, Humus und Gras. Diese 12 bis 13 cm haben eine isolierende Wirkung. Das ist bei uns nicht rechnerisch nachgewiesen, aber gefühlt so. Das Gras hält die Feuchtigkeit ein paar Tage, wenn es heiß wird, dauert es also, bis der Humus trocken wird. Dadurch wird die Oberfläche nie so heiß wie Asphalt oder Ziegel. Die niedrigere Oberflächentemperatur wird langsam nach unten abgegeben. Im Vergleich zu unserer Maschinenhalle am selben Standort fühlt es sich im Stall viel kühler an, obwohl die Kühe dort stehen.

                                                              Kann dann auf eine mechanische Lüftung durch z.B. Ventilatoren verzichtet werden?

                                                              Wir haben keine Ventilatoren im Stall. Trotz des guten Stallklimas sammeln sich die Kühe an heißen Tagen in einer Ecke im Stall, in der die Luft besser ist. An den anderen Seiten bremsen der Anbau, die nahe gelegene Heuhalle und ein Fahrsilo die Querlüftung. Deswegen werden wir im nächsten Jahr im Stall noch zusätzliche Ventilatoren einbauen, damit sich die Kühe auch im Sommer gleichmäßig im Stall verteilen.

                                                              Denkst du, die Kuh merkt mit dem Gründach einen Unterschied im Vergleich zu einer isolierten Dachoberfläche?

                                                              Ich stell jetzt mal die These auf, dass es in unserem Stall ein Grad kälter ist als in der Maschinenhalle. Also haben unsere Kühe dadurch einen Vorteil. Wir haben leider keinen Vergleich eines ähnlichen Stalls am gleichen Standort mit ähnlicher Fütterung. Andere Vorteile, die uns damals vor dem Bau überzeugt haben, waren, dass wir den Stall später problemlos um 100 GVE erweitern konnten und 59 Liegeboxen zweireihig plus Strohbereich an der anderen Seite angebaut haben. Das hat auf das Stallklima keinen Unterschied gemacht, weder bei den Sommertemperaturen noch beim Lichteinfall oder Schneeverwehungen. Die Vorteile des Gründachs messen wir für uns vor allem an der Erweiterbarkeit des Stalls.

                                                              Hat die flache Dachneigung im Zuge der Auflagen für die Ausgleichsfläche erfüllt?

                                                              Das ist ein wichtiger Punkt. Einen Großteil der Ausgleichsfläche haben wir über die Gründächer erledigt. Wir mussten lediglich ein paar Bäume an den Fahrwegen pflanzen. Mit den Gründächern hat man dann nicht die Möglichkeit, noch Photovoltaikanlagen zu installieren, das ist ja häufig bei Stallneubauten. Die Anlagen haben sicherlich auch einen kühlenden Effekt auf den Stall darunter.

                                                              Wie sahen die Baukosten aus? Musstest du aufgrund des Mehrgewichts des Dachs anders bauen als bei einer klassischen Stallbauweise?

                                                              Die Baukosten waren bei uns damals um ungefähr 50.000€ pro 100 Kühe teurer als ohne Gründach. Die LfL hat unsere Stallbaukosten 2012 ausgewertet. Wir haben mit der Dachkonstruktion und den Liegeboxen damals rund 6.000€ pro Kuhplatz bezahlt und waren durch die Einheitsstatik damit günstiger als vergleichbare Ställe.

                                                              Wie langlebig ist die Abdichtung von dem Dach in deiner Erfahrung nach zehn Jahren?

                                                              Wir haben eine Folie gebaut, also eine verschweißte Folie wie eine Teichfolie. Die sollen ca. 40 Jahre dicht sein. Ein Betrieb in der Nähe hat 15 Jahre vor uns ein Gründach gebaut und das ist bis heute dicht. Wenn irgendwo ein Loch auftaucht, würde ich es ausbessern, wenn es hingegen an verschiedenen Stellen Feuchtigkeit zeigt, wahrscheinlich einmal komplett sanieren. Bei den Gründächern könnten wir Kies und Humus runter schaufeln, die Folie abziehen und einzeln entsorgen. Bei Verbund-Sandwichplatten hingegen wissen wir noch nicht, wie wir sie in 20 Jahren entsorgen können, ebenso PV-Anlagen.

                                                              Gab es noch weitere Gründe, warum du dich für ein Gründach entschieden hast?

                                                              Mir haben diese großen Festzelt-Ställe auch optisch nicht gefallen, daher wollten wir landschaftsgebunden bauen. Wir haben einen Stall für 200 Großvieheinheiten nach Biorichtlinien gebaut, 90 x 30 Meter und fünf Meter hoch. Wenn du über den Hügel in unsere Gegend fährst, siehst du aber keinen Kuhstall für 200 Kühe, sondern ein schönes Gebäude mit Holzfassade und einem Gründach. Auch nach der Verdopplung sah er immer noch so aus. Das war für mich ein wichtiger Punkt.

                                                              Gibt es Nachteile vom System oder überwiegen für dich nach 10 Jahren immer noch die Vorteile?

                                                              Wir hatten damals die Theorie, dass durch die Ausrichtung des Futtertischs nach Nord-Süd der Wind ganzjährig von Westen durch den Stall bläst und gute Luft verteilt. Wir haben jedoch festgestellt, dass durch die 4 Meter hohe Öffnung an der Westseite die Nachmittagssonne an den heißen Tagen in die Liegeboxen scheint und die Kühe dann zwischen 14 und 17 Uhr nicht in den außenliegenden Liegeboxen liegen. Bei Christian Manser habe ich gelernt, dass man einen Stall besser von West nach Ost ausgerichtet, damit die Westseite bei Unwetter oder Nachmittagshitze geschlossen werden kann. Wäre unser Stall um 90 Grad gedreht, wäre er perfekt.

                                                              Wie ist das Dach genau von unten nach oben aufgebaut?

                                                              Von unten haben wir eine klassische Schalung, also eine Holzschalung, die Seitenware vom Bauholz, also von den Koppelpfetten, von den Bindern, von den Stützen. Das Seitenmaterial hat man gesägt, auf die Koppelfetten-Latten genagelt. Dort drauf kommt eine Trennlage mit dem Abdichtungssystem, also im Prinzip ein Vlies, das verhindert, dass Nägel die Abdichtung gehen. Dann die Teichfolie und eine zusätzliche Isolierung mit Perimeterdämmung. Darauf haben wir ein Geotextil verlegt, dann fünf Zentimeter Rieselkies, ein dünnes Geotextil und darauf eine 5 cm dicke Humusschicht. Wir haben auf ein teures Substrat extra für Flachdächer verzichtet. Wir haben dann zum Start mit einer Hafermischung angesät. Später kommt Anflug. Das wird grün, wenn es regnet und gelb, wenn es lange trocken bleibt.

                                                              Wie lange hält der Humus? Muss man den irgendwann austauschen?

                                                              Wir sehen je nach Jahreszeit unterschiedliche Pflanzen, die sich selbst angesiedelt haben. Ich denke, dass da oben auch ohne Düngung ein intaktes Bodenleben stattfindet. Der zuerst angesäte Hafer ist wohl vertrocknet, seine Wurzeln haben aber den Humus zusammengehalten und dann hat sich die Natur eingestellt. Wir beobachten das.

                                                              Habt ihr da ein normales Dachrinnensystem? Wie sieht es bei Starkregen aus?

                                                              Am Rand ist so eine Kiesfangleiste wie beim klassischen Balkon oder Flachdach. Es gibt ja trotz des Flachdachs eine Trauf- und eine Firstseite. Da ist eine Attika befestigt, genau wie bei einem klassischen Flachdach.

                                                              Wie sieht es mit der Pflege und Wartung aus?

                                                              Wir laufen das Dach einmal im Jahr ab und ziehen kleine Bäume raus. Die meisten Flachdächer gehen kaputt, weil Wurzeln in die Nähte wachsen. Wir mähen und bewässern das Dach nicht.

                                                              Mit wem habt ihr den Stall geplant?

                                                              Den Bauantrag hat die LfL gemacht, die haben die Kosten ausgewertet. Die Werkplanung und Statik haben wir in unserer Firma mit Partnerfirmen gemacht.

                                                              Würdest du heute noch einmal genauso bauen?

                                                              Das Gründach würde ich sofort wieder so bauen. Damals haben wir auf das Melkhaus Faserzementplatten gelegt und das innen mit einer abgehängten Decke gedämmt. Das würde ich heute nicht mehr machen, dort würde ich das gleiche Gründach wie auf den Stall bauen. Das geht trotzdem zu beheizen und macht keinen großen finanziellen Unterschied.

                                                              Auch den Grundaufbau des Stalls würde ich wieder so machen: Seitliches Melkhaus, Vorwartebereich seitlich vor dem Melkhaus, Zweireiher und Abkalbebereich hinter den Liegeboxen. Die einzigen Dinge sind die Nord-Süd-Ausrichtung, die eine Sonneneinstrahlung begünstigt und die Lage des Stalls. Der liegt zwischen dem Haupthof und den Hauptwiesen, der Weidegang ist über etwa 100 Meter Straße möglich. Für einen einfacheren Weidegang würde ich den Stall heute in unsere größte Fläche bauen.

                                                              Jürgen, vielen Dank für den tollen Überblick zu dem Thema!

                                                              Wenn jemand deinen Betrieb anschauen möchte und sich auch mit dir intensiver auseinandersetzen möchte, dann können wir die Kuhverstandtage im November 2025 sehr empfehlen, die am ersten Tag bei dir stattfinden. Dort können wir uns zu verschiedenen Themen von Stallbau über Fütterung zu Kälberhaltung austauschen. Wenn du jetzt neugierig geworden bist, hole dir dein Ticket für die Kuhverstandtage. Der Frühbucherpreis ist nur noch bis zum 3. Oktober buchbar.

                                                              Jetzt die letzte Frage an Jürgen: Was möchtest du künftigen Kuhstallbauern mit auf den Weg geben?

                                                              Viele Ställe, die sehr einfach gebaut sind, funktionieren am besten. Gerade in der Schweiz sieht man häufig viele gute und einfache Lösungen. Manchmal ist einfacher mehr!

                                                              Herzlichen Dank für das Interview!

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                                                                Kuhstallbau-Strategiegespräch

                                                                Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                KSB 150 – Unsicher beim Stallbau? So findest du den roten Faden

                                                                Servus! In dieser Folge erfährst du, warum viele Landwirte in der Stallbauplanung feststecken, wie du unnötiges Grübeln beendest und mit einem klaren Planungsfahrplan Schritt für Schritt zu deinem perfekten Kuhstall-Grundriss kommst.

                                                                 

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                                                                  Typisches Problem bei der Stallbau-Planung

                                                                  Kennst du das? Du sitzt am Abend am Küchentisch, vor dir Pläne und Notizzettel. Gestern war’s der Dreireiher, heute ein Vierreiher. Tiefboxen oder Hochboxen? Schieber oder Spalten? Dein Kopf ist voll, aber sicher bist du dir trotzdem nicht.

                                                                  Genau hier bleiben viele Projekte für einen neuen Kuhstall oder den Umbau eines bestehenden Stalls hängen. Und genau hier brauchst du eine klare Strategie.

                                                                  Warum die Kuhstall-Planung oft ins Stocken gerät

                                                                  In der Praxis gibt es viele Stimmen von außen:

                                                                  Beispielsweise Berater, Landwirte und Baufirmen.

                                                                  Jeder hat einen anderen Ansatz – aber nicht jeder, der eine Meinung hat, hat auch die nötige Erfahrung im Kuhstallbau.

                                                                  Beispiel: „Bau alles auf Spalten, dann musst du dich nie mit dem Schieber ärgern.“ Kann funktionieren – hat aber wie jede Lösung Vor- und Nachteile. Entscheidend ist, ob es zu deinem Betrieb und deinen Zielen passt.

                                                                  Meine eigene Erfahrung aus der Stallplanung

                                                                  Als wir unseren Kuhstall-Neubau geplant haben, wollte ich unbedingt einen ebenen Zugang zum Melkstand – idealer Komfort, Biestmilch rausfahren statt tragen.

                                                                  Doch jede Variante hatte einen Haken:

                                                                  – Wo soll der Höhenunterschied hin?

                                                                  – Im Melkgebäude nimmt eine Rampe zu viel Platz weg.

                                                                  – Zu steil ist unpraktisch.

                                                                  Ich habe lange hin- und herüberlegt, bis mir klar wurde: Das Problem war nicht der Höhenunterschied, sondern dass mir klare Entscheidungskriterien fehlten.

                                                                  Der wahre Grund fürs Feststecken

                                                                  Die Stallbauplanung ist komplex: Arbeitswege, Tierkomfort, Baukosten, Erweiterungsmöglichkeiten, Bedürfnisse verschiedener Generationen und noch viele weitere Themen müssen in Einklang gebracht werden.

                                                                  Es nicht „die beste Lösung“ – sondern nur „deine beste Lösung“. Du musst wissen, was dir wirklich wichtig ist. Du musst dir deine Kriterien festlegen, die dir in der täglichen späteren Arbeit wichtig sind.

                                                                  Ein Beispiel ist die Wahl zwischen Melkstand und Melkroboter. Beides hat Vor- und Nachteile, aber auch langfristige Konsequenzen. Zum einen sind es die festen Melkzeiten beim Melkstand und zum anderen die Rufbereitschaft und Wartung beim AMS.

                                                                  Treffen Landwirte diese Grundsatzentscheidungen zu spät, wird es teuer – oder man muss fast von vorne beginnen. Viele dieser Entscheidungen sollten unbedingt vor der Genehmigungsphase stehen.

                                                                  Dein Planungsfahrplan für den Kuhstall

                                                                  Mit einem klaren Fahrplan behältst du den Überblick und kommst Schritt für Schritt vorwärts:

                                                                  1. Ziele festlegen – egal ob Kuhstall-Neubau, Umbau oder Anbau.

                                                                  2. Planungsgrundsätze beachten – z. B. optimale Stallausrichtung.

                                                                  3. Grundsatzentscheidungen treffen wie Spalten oder Schieber

                                                                  4. Finanzrahmen klären – so bleibt die Planung realistisch.

                                                                  5. Grundriss nach eigenen Anforderungen entwickeln – für effiziente Arbeitswege und hohen Kuhkomfort.

                                                                  Treffe fundierte Entscheidungen mit den richtigen Ansprechpartnern – und hinterfrage, was sie dir verkaufen wollen. Ist es dann eine wirklich neutrale Meinung?

                                                                  Genau diesen roten Faden bekommst du in der Kuhstallbau Erstplanung. Dort gehen wir gemeinsam alle entscheidenden Punkte durch, bis du einen klaren, durchdachten Stallplan in der Hand hast.

                                                                  Fazit

                                                                  Vom Planungschaos zur Klarheit

                                                                  Plane Schritt für Schritt und zielgerichtet.

                                                                  Triff Grundsatzentscheidungen vor der Genehmigung.

                                                                  Nutze einen Planungsfahrplan, um Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

                                                                  Wenn du gerade zwischen Varianten feststeckst, die Planung stockt und du dir endlich Klarheit wünschst, dann lass uns sprechen.

                                                                  Geh jetzt auf http://www.kuhstallbau.com/Erstplanung, trag dich für ein kostenloses Strategiegespräch ein und finde heraus, ob die Erstplanung dein roter Faden zum perfekten Stall ist.

                                                                   

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                                                                    Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                    Servus, in dieser Folge erfährst du, wie du deinen Stallbau finanziell so vorbereitest, dass das Konto nicht leerläuft und du ruhig schlafen kannst.

                                                                    In der heutigen Folge heute geht es um die Fragen, warum die Rentabilität deines Milchviehbetriebs entscheidend ist, was eine leistbare Finanzierung ausmacht und welche Rolle Eigenkapital spielt. Ein Hinweis vorweg: Dies ist keine Finanzberatung, es ist lediglich meine Einschätzung und zu großen Teilen meiner eigenen Erfahrung.

                                                                      Melde dich jetzt an zum...

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                                                                      Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                      Stell dir vor, du hast den Stall gebaut. Der Bau ist abgeschlossen, die Kühe stehen drin, du fütterst, du arbeitest, du findest langsam deinen Alltag. Alles läuft schön langsam an. Aber sobald die monatlichen Raten vom Konto abgehen, wird das Konto leer und du hast weniger Spielraum. Dann hast du auch keinen ruhigen Schlaf mehr, denn jeden Cent, den du ausgeben möchtest oder musst, wird zweimal umgedreht. Genau diese Situation darf dir nicht passieren. Genau deshalb gehört die finanzielle Vorbereitung mit in die Stallplanung. Nicht erst dann, wenn der Stall schon fertig ist, sondern dann, wenn du in die Planungsphase startest.

                                                                      Ist dein Milchvieh rentabel?

                                                                      Zunächst musst du die Rentabilität deines Betriebes richtig kennen. Ist der Milchviehbereich langfristig tragfähig und gewinnbringend? Oder ist es so, dass ein anderer Bereich (PV-Anlage, Ackerbau, Nebeneinkommen) den Stall querfinanzieren? Wenn das eine bewusste Entscheidung ist, dann ist es völlig in Ordnung. Aber es sollte nicht so sein, dass nicht genau hingeschaut wird und dann vielleicht die PV-Anlage ausläuft und auffällt, dass sie das Rückgrat des Betriebes war. Eine Rentabilitätsrechnung ist also wichtig, damit du eine bessere Entscheidungsgrundlage hast, wenn du die Baukosten kalkulierst.

                                                                      • Was ist tragfähig?
                                                                      • Wo sind wir im grünen Bereich?
                                                                      • Wo beginnt der gelbe Bereich und wo wird es vielleicht gefährlich?

                                                                      Die wichtigste Frage ist fast diese:

                                                                      • Womit wird später der Kredit getilgt?
                                                                      • Kommt das Geld vom Stall oder kommt das Geld woanders her? Der Stall ist dabei ein Mittel zum Zweck. Er sollte dafür sorgen, dass du leben kannst oder zumindest einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass der Betrieb erhalten bleibt und entwicklungsfähig bleibt.

                                                                      Wie viel Finanzierung kann der Betrieb tragen?

                                                                      Wie viel Finanzierung der Betrieb tragen kann, ist die nächste wichtige Frage. Dabei bedeutet finanzierbar nicht das Gleiche wie leistbar. Denn: Du musst eine monatliche oder jährliche Belastung hinbekommen, die zum Betrieb passt. Am Ende muss der Betrieb das stemmen können. Dabei ist es ganz wichtig, vorausschauend zu denken und z. B. an Folgeinvestitionen zu denken, die anstehen. Wenn das nicht machbar ist und die Bank trotzdem grünes Licht gibt, muss man sehr aufpassen. Es kann aber auch locker laufen, wenn die Kühe sehr gute Milchleistungen bringen. Wichtig ist, dass man den Betrieb nicht ausbluten lässt bzw. von der Substanz lebt.

                                                                      Dabei hilft z. B. der reale positive Cashflow, d.h. dass die Monatseinkommen im Schnitt größer sein müssen als die Ausgaben. Dieses Prinzip gilt immer, wenn die Finanzierung leistbar sein soll. Daneben gilt die Arbeitszeit des Betriebsleiters und der Familienarbeitskräfte zu beachten. Bei Fremd-AKs setzt man 40 Arbeitsstunden pro Woche an, Überstunden werden mit Freizeit ausgeglichen. Unterm Strich bleibt dann übrig, was die Betriebsleiterfamilie zum Leben hat. Aus genau diesem Grund ist es so wichtig, dass über den gesamten Betrieb Geld übrig bleibt. Dazu leisten die Kühe ihren Beitrag, die Arbeitsbelastung des Menschen sollte im Verhältnis dazu stehen.

                                                                      Wenn man jetzt an die Tilgungen denkt, müssen diese auch in Zeiten von niedrigen Milchpreisen trotzdem leistbar sein. Auch, wenn es im Stall mal nicht so läuft, müssen die Tilgungen bezahlbar bleiben. Der Milchpreis bewegt sich dabei in Wellen und man weiß nie, wann das nächste Hoch oder das nächste Tief kommt. Daher braucht man einen guten Überblick über seine Zahlen, damit man prüfen kann, wie viel Cash Flow im Schnitt der Monate bzw. Jahre übrig bleiben. Das ist zudem hilfreich, wenn man sich ein Polster für größere Reparaturen oder Marktschwankungen zulegen möchte. Damit behält man sich etwas Spielraum.

                                                                      Wie wichtig ist Eigenkapital?

                                                                      Es ist so, dass dieses Eigenkapital eine gewisse Versicherung für uns selbst ist, z. B. wie eine Brandschutzversicherung. Ich versichere meinen Betrieb gegen Brände, zahle meinen Beitrag ein und erhalte im Schadensfall eine Entschädigung von der Versicherung. Wer hingegen eine Hagelversicherung abschließt, kann bis zur maximalen Summe entschädigt werden, die durch Hagelschäden auf dem Feld entstehen kann. Wir könnten aber auch den Jahresbeitrag für diese Versicherung sparen, zur Seite legen und hätten dann die Entschädigung für den Schadensfall selbst angelegt. Vorausgesetzt, es ist am Kapitalmarkt, in Immobilien oder Bitcoin gewinnbringend investiert bzw. angelegt, denn auf dem Konto verliert es durch die Inflation an Wert. 

                                                                      Wenn wir den Stallbau aus der Sicht des Eigenkapitals betrachten, benötigt man eine Größenordnung. 10% ist eine gute Größenordnung, man kann bis 30% hochgehen. Das hängt von den Gesamtbedingungen ab. Eigenkapital ist aus dem Grund wichtig, als dass es eine Versicherung, eine Art Puffer ist, falls etwas schiefgehen sollte. Auf die Seite gelegt kann es auch eine Sicherheit sein, wenn man viel Fremdkapital aufnimmt. Das ist besser, als später zur Bank laufen zu müssen um 20.000 € für einen dringend benötigte Schlepperreparatur aufzunehmen. Wer alles an Eigenkapital verplant, dem können teure Nachfinanzierungen blühen. Daher ist meine Empfehlung, lieber konservativ mit einer Reserve zu fahren.

                                                                      Wie finde ich die richtige Laufzeit und Tilgungsraten?

                                                                      Bei der Laufzeit und der Tilgung müssen wir das richtige Maß finden. Oft denkt man, man müsste möglichst schnell möglichst viel zurückzahlen. Längere Laufzeiten können einen Puffer schaffen und somit den Betrieb etwas stabilisieren. Damit hat man laufend mehr Überschuss. Wenn man in absoluten Euros den Kredit schneller zurückzahlen will, geht das auf Kosten der Liquidität. Wenn ein Stall z. B. auf 25 Jahre ausgelegt ist, muss man auch familiäre Entwicklungen mit bedenken. Wenn man z. B. den Betrieb schuldenfrei an den Nachfolger übergeben möchte, kann man mit einer schnelleren Rückzahlung planen. Meine Empfehlung lautet daher, eher länger zurückzuzahlen und stabil zu bleiben. Man kann zusätzlich Sondertilgungen einbauen, wenn im Betrieb Geld übrig ist.

                                                                      Wie wirkt Inflation auf Schulden?

                                                                      Die Inflation nimmt Einfluss auf die Schulden. Als Betrieb mit Schulden wird man durch die Geldmengenausweitung real entlastet. Die reale Schuldenlast ist dann, was wirklich im Geldbeutel ankommt. Nominal sind dann die Beträge, die wir sehen, die uns heute groß vorkommen, aber morgen weniger wert sind. Die Geldmenge, die in Europa im Umlauf ist, ist in den letzten zehn Jahren um etwa 4 % pro Jahr gewachsen. Vereinfacht gesprochen hat das zur Folge, dass man heute für seinen Gegenwert vom Geld länger arbeitet als früher. Zusammen mit der Inflation bedeutet das zum Beispiel für den Stallbau, dass die Kosten schnell steigen können. Das muss man beim Stallbau beachten, wenn man einen Kredit aufnimmt. Denn die Raten bleiben gleich (z. B. bei einem Annuitätendarlehen) die Einnahmen aber steigen vom Wert her tendenziell. Wenn also die Geldmenge ständig ausgeweitet wird, sind unsere Waren auch höher bepreist. Wenn wir einerseits Schulden haben und andererseits Sachwerte dem gegenüberstehen, sieht es ähnlich aus. Beispiel Immobilien: Wir haben ein Haus gekauft, das wir vermieten. Der Annuität von dem, was wir monatlich zurückzahlen im Verhältnis zu dem, was wir an mieten bekommen, verbessert sich laufend. Wir haben dann das Risiko, also wenn wir jetzt sehr stark auf den Inflationsaspekt setzen und dann stark in die Verschuldung reingehen. Das birgt auch Risiken!

                                                                      Wenn wir als Landwirt einen Stall bauen, können wir unseren Nutzen daraus ziehen. Der Stall ist produktiv und liefert Milch. Zudem hat er einen Wert, der lange anhält. Wenn wir die Inflation nutzen und den Bau mit Bedacht finanzieren, gleichzeitig einen Puffer in Realwerten aufbauen, nutzen wir die Inflation für uns. Das kann langfristig einen ernsthaften Unterschied in sechs- oder siebenstelligen Bereichen machen.

                                                                      Neubau, Umbau, Anbau – wo sind die Unterschiede?

                                                                      Zwischen Neubau, Umbau und Anbau haben wir definitiv Unterschiede und unterschiedliche Planungsspielräume. Ein Neubau hat z.B. den Gestaltungsspielraum. Wir wissen, was wir brauchen und setzen ein neues Gebäude um unsere Bedürfnisse und Arbeitsabläufen herum. Das ist deutlich teurer als ein Umbau, man kann aber so planen, dass man größere Kompromisse vermeiden kann. Bei Neubauten macht eine geplante Nutzungsdauer von 20 bis 30 Jahren Sinn.

                                                                      Bei einem Anbau kann man den Kühen mehr Platz bieten. Dort kommt es ebenfalls auf die Gegebenheiten an: wie lange soll der Stall genutzt werden? Kleinere Umbauten mit wenig Aufwand sind oft schnell umsetzbar, bergen jedoch oft Einschränkungen bei der Arbeitswirtschaft. Bei größeren Umbauten plant man neu und baut die eine oder andere Gegebenheit komplett um, z. B. die Liegeboxen oder Güllekanäle. Ähnlich ist es bei Anbauten, es gibt günstigere und aufwändigere Anbauten.

                                                                      Der Grundsatz bei allen Bauvorhaben:

                                                                      • Steht der Nutzen im Verhältnis zum Aufwand?
                                                                      • Wie steht ein Um- und Anbau im Verhältnis zum Neubau?
                                                                      • Wenn der geplante Umbau fast genauso viel wie der Neubau kostet, macht man dann lieber einen Neubau und verzichtet auf die vielen Kompromisse?

                                                                      Wie berücksichtige ich den Milchpreis?

                                                                      Meine Empfehlung bezüglich des Milchpreises ist, eher konservativ zu kalkulieren. Ich selbst habe meinen Stall mit 0,35 € kalkuliert. Da das Preisniveau seit dem Bau gestiegen ist, sind diese 0,35 € nicht mehr dieselben wie vor dem Baustart. Man sollte vorher überlegen, in welchen Größenordnungen man kalkulieren möchte, auf einem hohen mit 0,50 € oder mit weniger Milchgeld? Man kann versuchen, verschiedene Szenarien zu entwerfen und es realistisch einzuschätzen, z. B. mit einem optimistischen, realistischen und pessimistischen Szenario. Dann kann man überlegen, wie es wäre, wenn es mal zwei Jahre pessimistisch läuft (aufgrund schlechten Milchpreisen, niedrigen Schlachtpreisen, hohen Futter- oder Energiekosten etc.). Der größte Hebel bleibt der Milchpreis, dort kann man die letzten zehn Jahre betrachten mit den Tiefs und den Spitzen. Könnte man den Kapitaldienst dann noch leisten? Achte dabei zudem auf deine fixen Kosten.

                                                                      Fazit

                                                                      Kläre, ob der Bereich Milchvieh in deinem Betrieb rentabel ist.

                                                                      Plane eine realistische Laufzeit und finanziere lieber etwas länger als vielleicht rechnerisch möglich wäre.

                                                                      Setze dich mit deinen persönlichen betrieblichen Finanzen auseinander.

                                                                      Wenn du sagst, das Thema, das hört sich interessant an, melde dich gerne bei mir für die Erstplanung. Dort behandeln wir dieses Thema, rechnen den Betrieb durch und schauen, wie es mit der Belastung aussieht. Ist der Betrieb belastbar, können wir das packen, diese Themen, die schauen wir uns in der Erstplanung ausführlich an.

                                                                      Wenn du gerade einen Stall planst oder überlegst, was der passende Grundriss für dich wäre, melde dich ebenfalls gerne bei mir und wir schauen, wie wir zusammenarbeiten können.

                                                                        Melde dich jetzt an zum...

                                                                        Kuhstallbau-Strategiegespräch

                                                                        Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                        Jetzt anmelden >>

                                                                        KSB 148 Sozial stabile Trockenstehergruppen

                                                                        In der heutigen Folge heute geht es um die sozial stabile Trockenstehergruppe. Ich möchte mit dir das Konzept besprechen, unterschiedliche Varianten anschauen und ich möchte, dass du Verständnis dafür bekommst, warum der soziale Gedanke bei den Kühen durchaus ein Argument in der Beurteilung ist, wie man die Trockensteher aufstallt.

                                                                        Bevor wir starten, ein kurzer Hinweis: Wenn du gerade einen neuen Stahl oder einen Umbau planst, dann melde dich gerne bei mir. Ich unterstütze Landwirte auf dem Weg zum passenden Stall.

                                                                          Melde dich jetzt an zum...

                                                                          Kuhstallbau-Strategiegespräch

                                                                          Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                          Der Stress vor der Kalbung ist wie Gegenwind in der Gesundheit. Stress vor der Kalbung ist ein unterschätzter Faktor, der die Kalbungen und deren Verlauf negativ beeinflussen kann. Bei den Trockenstellern denken viele Landwirte oft an die Termine zum Trockenstellen und der Kalbung. Wie stark die Umgebung der trockenstehenden Kuh mitwirkt, wird oft unterschätzt. Deswegen wollen wir heute über sozial stabile Trockenstehergruppen sprechen.

                                                                          Welche Varianten für stabile Gruppen gibt es?

                                                                          Eine sozial stabile Gruppe ist eine Gruppe, die über einen längeren Zeitraum ohne Neuzugänge oder Umstallen in einer Gruppe zusammenbleibt. Dafür werden mehrere Kühe zusammen trockengestellt. Dabei gibt es zwei Varianten:

                                                                          –   A: Eine Gruppe Kühe wird zusammen trockengestellt und kommt dann gemeinsam in eine Abkalbebucht. Immer wenn eine Kuh kalbt, verlässt die Kuh die Bucht und geht zu den Frischmelkern. Die Trockenstehergruppe wird immer kleiner bis zur letzten Kuh. Dabei bleibt de Rangordnung stabil, die Kühe werden nicht zusätzlichem Sozialstress ausgesetzt.

                                                                          –   B: Eine Gruppe trockenstehender Kühe bleibt 14 bis 21 Tage vor der Kalbung zusammen. Wöchentlich kommen neu trockengestellte Kühe hinzu und gleichzeitig werden die Kühe entnommen, die 21 bis 14 Tage vor der Kalbung stehen. Diese hochtragenden Kühe kommen dann möglicherweise auf Stroh, dort bleiben sie, bis sie gekalbt haben.

                                                                          Welche Vorteile haben sozial stabile Gruppen?

                                                                          Für sozial stabile Gruppen braucht es etwas mehr Aufwand und etwas mehr Platz. Trotzdem ist es die Überlegung wert. Denn Studien haben gezeigt, dass jede Umstallung zu Stressreaktionen führt, z. B. Rangkämpfe am Futtertisch und geringere Futteraufnahmen. In der sensiblen Zeit vor der Kalbung kann das zu Stoffwechselproblemen und weniger Milchleistung führen. Bekommt man hingegen mehr Stabilität und Ruhe in die Zeit vor der Kalbung, verbessern sich das Sozial- und Fressverhalten. Beide Varianten bieten diese Stabilität, wobei Variante A noch größere Vorteile birgt, da noch weniger Gruppenwechsel vorkommen.

                                                                          Wenn wir die Kühe z. B. acht Wochen vor der Kalbung trockenstellen und drei Wochen vor der Kalbung aus der Gruppe nehmen, haben wir immer noch fünf bis sechs Wochen, in denen die Kühe in der Trockenstehgruppe sind. Wenn man nun wöchentlich trockenstellt (und in manchen Wochen auch nicht) und das grob überschlägt, stellt man in einem Zeitraum von acht Wochen ca. vier- bis fünfmal trocken. Das bedeutet, dass wir in diesem Zeitraum vier bis sechs Mal einen Wechsel in der Gruppe haben. Diese Wechsel kann man reduzieren, indem man kleine Trockenstehergruppen bildet.

                                                                          Praxisbeispiel: Kleingruppen bei Gusti

                                                                          Auf unserem Betrieb zum Beispiel haben wir ca. 100 Kühe. Wir planen, dass wir jede bzw. jede zweite Woche trockenstellen und Trockenstehergruppen von drei bis fünf Kühen bilden. Die Frühtrockenstehenden sind in einem Liegeboxenbereich untergebracht, der Close-Up-Bereich mit den Hochtragenden Kühen ist auf Tiefstroh. Die Kühe sollen möglichst vom Trockenstellen bis zum Abkalben in einer Gruppe zusammenbleiben. Wir werden dafür manchmal auch nur zwei Kühe gleichzeitig trockenstellen, wodurch sehr kleine Gruppen entstehen. Diese Gruppen werden wir mit zwei, drei Kühen auffüllen, die dann miteinander auf Stroh gehen. Wir haben für diese Kühe künftig einen Einreiher mit verschiedenen Abtrennungen zur Verfügung.

                                                                          Was braucht’s dafür?

                                                                          Genug Platz im Stall ist die Voraussetzung, dass dieses Prinzip so funktionieren kann. Zusätzlich benötigt man bei Bedarf eine Planungsmöglichkeit für Termine der Kalbung und Trockenstelltage. Das hilft dabei, vorausschauend zu planen und hilft beim Management.

                                                                          Idealerweise stallt man also immer eine ganze Gruppe statt einzelner Kühe um. Wenn man zum Beispiel in den kommenden drei Wochen acht Kühe trockenstellen möchte, mache ich das nicht an einzelnen Tagen, denn damit wären viele Umstallungen notwendig. Besser ist es immer, in Kleingruppen trockenzustellen, wenn es möglich ist.

                                                                          Das gleiche Prinzip gilt auch für die Abkalbebox. Dort kann man immer eine einzelne Kuh einstallen, wenn man z. B. just-in-time umstallt, also die Kühe unmittelbar vor der Kalbung in die Abkalbebox umstallt. Das kann aber zu Nachteilen führen, wenn man den Zeitpunkt nicht richtig abpasst. Gerade in Familienbetrieben ist die Just-in-Time-Umstallung oft schwierig umzusetzen, da empfehle ich, die hochtragenden Kühe ca. 14 Tage vor der Abkalbung in die Abkalbebucht zu bringen. Verschiedene Studien (siehe auch: https://www.topagrar.com/dl/2/8/4/8/1/1/6/TR_006_011_10_12.pdf oder https://www.elite-magazin.de/herdenmanagement/stabilen-gruppen-kalben-15138.html) haben gezeigt, dass der ideale Zeitpunkt für die letzte Umstallung vor der Kalbung sogar bei ca. vier Wochen vor der Kalbung liegt. Aus dem früheren Zeitpunkt ergeben sich Vorteile beim Fressverhalten, weniger Rangkämpfe am Futtertisch, stabilere Milchleistungen nach der Kalbung, weniger Abgänge während der Frischmelkerzeit. Meiner Meinung nach ist ein Kompromiss aus zwei bis drei Wochen eine gute Lösung. Die Premiumlösung bleibt für mich das gruppenweise Umstallen während der gesamten Trockenstehzeit.

                                                                          Dabei bleibt zu beachten, dass die Kühe ausreichend Bewegungsraum haben, auch wenn der Platz durch die Kleingruppen geringer wird. Ebenso müssen die Wasser- und Futterversorgung gesichert sein. Wenn man bei 100 Kühen vielleicht nur eine Abkalbebox hat, wird es schwierig umzusetzen. Wichtig ist für mich dabei das Umdenken, das notwendig ist. Man muss die Planung und Organisation komplett umstellen und der Alltag wird sich verändern.

                                                                          Fazit

                                                                          Sozial stabile Gruppen bringen mehr Ruhe, bessere Leistung und weniger Krankheitsfälle, gerade nach der Kalbung.

                                                                          Mit guter Planung lässt sich dieses auch in etwas kleineren Herden mit 50 bis 70 Kühen umsetzen (in Herden mit 20 bis 30 Kühen ist es eher nicht gut umsetzbar).

                                                                          Wer jetzt einen neuen Stall neu plant oder umbaut, der kann an die Gruppenhaltung von Anfang an denken. Wenn du in der Planung deines neuen Stalls oder beim Umbau deines Stalls Ruhe, Leistung und Tierwohl verbinden möchtest, dann lohnt sich definitiv der Blick auf die sozial stabilen Gruppen während der Trockestehzeit. Und wenn du überlegst, wie du das in deinem Grundriss umsetzen möchtest oder könntest, dann melde dich bei mir. Ich unterstütze dich in deiner Planung!

                                                                            Melde dich jetzt an zum...

                                                                            Kuhstallbau-Strategiegespräch

                                                                            Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                            KSB 147 40.000 € für Gutachten zum Stallbau – Interview mit Louis Scherzinger

                                                                            In diesem Interview geht es um einen Umbau und Erweiterung eines bestehenden Stalles. Teure Gutachten und Jahre später ist nun die Genehmigung da. Du erfährst, warum die Emissionen eine große Hürde waren. Zudem ist die komplette Liegefläche im Stall auf Stroh. 

                                                                            Ein Umbau mit Anbau ist oft eine gute Lösung. Doch wenn Anwohner nahe am Stall sind, können Probleme entstehen. Im Interview erfährst du, wie mein Interviewgast diese Herausforderung angegangen ist.

                                                                             

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                                                                              Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                              Mein heutiger Interviewgast aus dem südlichen Schwarzwald in Baden-Württemberg hält aktuell 30 Milchkühe in einem alten Anbindestall aus dem Jahr 1967. Dazu steht auf dem alten Standort eine Biogasanlage. Die Hofstelle ist nicht erweiterungsfähig. Durch eine Betriebsübernahme kann nun auf einem anderen Standort ein alter Stall um- und angebaut werden. Der motivierte Betriebsleiter möchte auf 70 Kühe erhöhen, die Liegefläche im Stall soll komplett auf Stroh sein. Die Genehmigung dazu war eine echte Herausforderung. Vor allem Emissionen zur Nachbarschaft forderten Gutachten und viel Ungewissheit. Wir kennen uns vom Kuhstallbau-Onlinekurs. Herzlich willkommen, Louis Scherzinger!

                                                                              Wie ist die aktuelle Situation bei dir?

                                                                              Unsere Kühe stehen in einem alten Stall und wir arbeiten immer noch so wie mein Opa und mein Vater in den 1980er Jahren. Alles um uns herum verändert sich, nur bei uns im Stall nicht. Mittlerweile sind wir am Limit angekommen. Wir merken, dass die Tiere es besser haben könnten. Abends bei 30 Grad zwischen den Kühen zu melken ist wirklich anstrengend. Ich habe auch einen Mitarbeiter und denke, dass wir jetzt einen großen Schritt nach vorn machen müssen. So wie es ist, kann es nicht bleiben.

                                                                              Im alten Stall bist du also sehr beengt. Wie ist die Ausgangssituation im alten Stall an deinem neuen Standort?

                                                                              Mein Vater hat 2013 einen Pachtbetrieb bei uns hier im Dorf gekauft. Damals ging es eher um die Flächen und der Stall war dabei, aber wir hatten kein Konzept dafür. Ich war noch auf der Meisterschule und wollte unbedingt weitermachen. Unsere Molkerei nimmt Milch aus Anbindehaltung nur noch bis 2029 auf, da haben wir uns Gedanken gemacht. Heute sind wir froh über diesen alten Stall. Von dort haben wir auch Zugang zu über 15 ha Weide, Strom und Wasser. Der große Teil ist also schon vorhanden.

                                                                              Welche Hürden sind damit verbunden, dass du den alten Stall nutzen kannst?

                                                                              Der alte Stall ist ein Laufstall aus den 1980er Jahren mit niedrigen Decken. Der ist aber auch nicht mehr zeitgemäß. Das Problem an dem Standort ist, dass der Stall aus zwei Teilen besteht. Der vordere Teil wurde bereits für Jungvieh und Bullenmast genutzt. Wir haben 2019 eine Bauvoranfrage gestellt, die drei Jahre später nach langem Hin und Her abgelehnt wurde, weil es für den vorderen Teil, den wir nutzen wollten, keine Baugenehmigung gab. Dass der Bestandsschutz für den vorderen Teil erloschen war, war für uns eine große Enttäuschung. Zumal es 50 Jahre zuvor niemanden gestört hatte.

                                                                              Kann man den Bestandsschutz nachgenehmigen lassen nach 50 Jahren, weil die Großvieheinheiten, die da mal drin waren, nicht mehr angerechnet werden?

                                                                              Das war genau das Problem. Dadurch dass der Stall ans Dorf grenzt und 25 Jahre lang leer gestanden hatte, hatten alle auf dem Amt ein Problem damit, dass wir wieder starten wollten. Durch den Stopp hätten wir für die Hälfte der Großvieheinheit keine Genehmigung bekommen, dadurch war viel weniger Substanz da, die wir hätten nutzen können. Und dann mussten wir Emissionsgutachten erstellen lassen, die sehr teuer waren. Wir hatten zwei verschiedene Gutachter dafür da, weil sich das über eine so lange Zeit hingezogen hat. Wir haben da sehr viel Geld und Aufwand hineingesteckt.

                                                                              Wieviel Meter ist da die nächste Wohnbebauung entfernt, sodass Emissionen überhaupt ein Thema sind?

                                                                              Die nächsten Wohnhäuser sind etwa 100 Meter entfernt. Wäre der Standort die letzten 25 Jahre in Betrieb gewesen, wäre die Situation vielleicht anders gewesen. Jetzt sind die Leute unsicher und wissen nicht, was da jetzt kommt. Wenn man im Dorf mit jemandem spricht, fühlt sich normalerweise auch niemand belästigt. Dort stehen überall Ställe und die Leute bekommen von ihren Nachbarn gar nicht unbedingt so viel mit.

                                                                              Wie hoch war die finanzielle Belastung für dich aufgrund des Gutachtens?

                                                                              Bei uns waren zwei Gutachten notwendig für die Emissionen. Zwischendurch haben wir noch einen Anwalt gebraucht, weil wir uns gegen das erste Gutachten gewehrt haben. Insgesamt waren es rund 40.000 € für die Gutachten. Die Aufforderung zu dem Gutachten kam hauptsächlich von der Behörde. Ganz zu Beginn war da aber auch ein Anwohner, der sich da quer gestellt hatte.

                                                                              Das war Wahnsinn, wenn man da so hingehalten wird. Wie war das für dich oder für euch?

                                                                              Das ist alles ist wahnsinnig anstrengend. Man gibt sehr viel Geld aus und weiß nie, was am Ende die Entscheidung ist. Aber bei uns ist es gut ausgegangen, wir haben jetzt die Genehmigung. Vielleicht muss man aber auch lernen zu sagen, „Okay, wenn das Amt das so will, dann liefern wir das auch so“ und kalkulieren das mit ein. Zwischendurch waren wir oft unsicher, ob wir überhaupt noch weitermachen sollen.

                                                                              Gab es einen Einspruch gegen das Gutachten, das ihr in Auftrag gegeben hattet? Waren die Anwohner skeptisch?

                                                                              Ich denke, dass das Gutachten den Anwohnern geholfen hat. Denn es stand dort genau drin, was wir vorhaben. Die Nachbarn können genau abschätzen, was die Auswirkungen für ihre Häuser sind. Mittlerweile sind wir wieder mit allen Nachbarn im Gespräch und niemand hat mehr Einspruch erhoben. Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir miteinander reden, wenn etwas nicht passt. Wir fahren zum Beispiel auch nicht um fünf oder sechs Uhr morgens mit dem Traktor durchs Dorf. Leben und leben lassen. Viele Nachbarn haben verstanden, dass Dorf und Landwirtschaft zusammengehören.

                                                                              Du hast alle Kühe auf Stroh, was unüblich ist, weil Liegeboxenlaufställe weit verbreitet sind. Warum hast du dich für Stroh entschieden?

                                                                              Wir wollen, dass der Stall und die Biogasanlage eine Symbiose bilden. Die Biogasanlage sollte vor allem mit Reststoffen laufen, da wir in Zukunft weniger anbauen können. Außerdem sollten die Kühe den maximalen Kuhkomfort beim Liegen haben. Die Strohfläche wird mehrmals am Tag automatisch eingestreut, den Mist entnehme ich dann für die Biogasanlage. Der Stromverbrauch ist dann höher, aber wir sparen ja beim Futtereinkauf für die Biogasanlage, daher geht das wirtschaftlich gut auf.

                                                                              Bringt das Stroh so viel wirtschaftlichen Nutzen, wie es kostet? 

                                                                              Ich habe berechnet, dass es ungefähr zwei Drittel sind. Also, drei Tonnen Mist können eine Tonne Silomais an der Biogasanlage ersetzen. Man braucht etwas mehr Strom zum Rühren, aber dann sind wir bei rund 30 bis 40 € für drei Tonnen Mist. Bei 1.000 Tonnen Mist im Jahr, die ungefähr anfallen, habe ich damit schon zwei Drittel der Strohkosten bezahlt. 300 Tonnen Silomais-Ersatz sind dann je nach Ertragslage um die fünf bis sieben Hektar. Damit spare ich viel Silomais bzw. wir bauen weniger GPS an und dreschen mehr Getreide. Alles wird im Betrieb verwertet, weniger aus dem Silo, sondern mehr als Stroh.

                                                                              Wie oft musst du den Liegebereich dann ausmisten?

                                                                              Das wird sich zeigen. Geplant ist, dass wir alle acht Wochen ausmisten. Es kann aber sein, dass wegen der Sauberkeit im Stall oder des Gasertrags in der Biogasanlage ein anderes Intervall notwendig wird. Da werden wir uns herantasten, sodass es arbeitswirtschaftlich gut machbar ist. Die Kosten vom Stroh werden wir mit den niedrigen Baukosten kompensieren. Der komplette Liegebereich wird auf einer Bodenplatte sein ohne Kanäle, ohne Spaltenböden oder sonstige Entmistung. Der Fressgang wird befestigt sein, d.h. es wird ein Zwei-Zonen-Laufstall sein. Der vordere Bereich am Fressgang ist befestigt und breit. Dort sollen sich die Kühe aufhalten, wenn sie nicht liegen. In diesem Bereich sind Tränken, Bürsten, der Melkroboter und das Futter.

                                                                              Du hast den alten Stall teilweise umgebaut und einen Teil angebaut. Warum hast du nicht einen neuen Stall auf einem neuen Standort gebaut, um das Thema Emissionen zu umgehen?

                                                                              Ich habe mir nie mehr als 70 Kühe zugetraut. Als wir den Bauvorantrag 2019 gestellt haben, war mir ein Neubau einfach zu teuer. Im Nachhinein wäre 2019 vielleicht schlauer gewesen, einen neuen Stall zu bauen. Damals dachte ich nicht, dass das möglich gewesen wäre. Ich bin froh, dass wir jetzt für 70 Kühe einen wirtschaftlichen Stall umbauen können.

                                                                              Du warst im Kuhstallbau-Onlinekurs dabei. Warum hast du dich dafür entschieden?

                                                                              Ich habe nach Motivation zum Weitermachen gesucht, weil wir in einer schwierigen Phase mit der Genehmigung waren. Zudem war ich mir nicht sicher, ob das Konzept mit dem Stroh aufgeht, weil man das nicht oft sieht. Bei denen, die Kühe auf Stroh haben, ist es oft eine günstige Alternative und keine schöne Lösung. Wir haben bei uns jetzt über 8 m² Liegefläche pro Kuh. Ich habe jetzt die Sicherheit, dass wir so bauen können, weil wir viele Details mit der Gruppe und mit dir durchgesprochen haben

                                                                              Wie war die Zusammenarbeit für dich?

                                                                              Das war cool! In der Gruppe haben wir uns mindestens einmal im Monat getroffen. Man kommt jedes Mal ein Stück weiter. Besonders die Vorträge von Experten wie Christian Manser haben viel Input gebracht. Man bekommt jedes Mal neue Ideen, die man umsetzen kann.

                                                                              Sind für dich die vielen Fragen zu den Baudetails beantwortet?

                                                                              Ja. Es hat geholfen, dass der Kurs gut strukturiert ist. Man geht alles durch: Wie lüftet man den Stall? Wo platziere ich die Tränke usw. Dann kommen die Fragen, die noch mehr ins Detail gehen. Alles, was ich für die Planung benötige, habe ich jetzt beieinander. Wir können jetzt mit dem Bau loslegen.

                                                                              Die Investition in den Kurs hat sich für mich gelohnt. Ich hätte mich sonst vielleicht nicht getraut, den Stall so zu bauen und hätte irgendeinen anderen Stall nachgebaut. Der Kurs hat mir viel gebracht.

                                                                              Du stehst jetzt kurz vor dem Baustart. Was gibst du zukünftigen Kuhstallbauern mit auf den Weg in die Planung?

                                                                              Macht euch ganz viele Gedanken. Schaut euch in den neuen Medien um, ich höre viele Podcasts. Bau deinen Stall so, wie du ihn möchtest. Lass dich beraten, aber lass dir nichts aufschwatzen.

                                                                              Vielen herzlichen Dank für das Interview!

                                                                              Wenn auch du die Baudetails noch besser umsetzen möchtest, dann lass uns sprechen, geh dazu auf kuhstallbau.com/Onlinekurs und trag dich für ein kostenloses Strategiegespräch ein. Dort finden wir gemeinsam heraus, wie ich dir in deiner Planung helfen kann, sodass du Baufehler vermeidest.

                                                                               

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                                                                                In der heutigen Folge heute geht es um den Grundriss und den Weg zu deinem passenden Grundriss. Ich stelle dir in diesem Zusammenhang die Kuhstallbau-Erstplanung vor und du hörst Stimmen von Kunden der Erstplanung.

                                                                                Falls du auf dem Weg zu deinem Grundriss Unterstützung haben möchtest, dann melde dich gerne bei mir. Trag dich dazu für das kostenlose Strategiegespräch auf kuhstallbau.com/erstplanung ein.

                                                                                  Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                  Warum ist der Grundriss so wichtig? Du triffst bei der ersten Planung des Grundrisses viele grundlegende Entscheidungen. Im späteren Verlauf triffst du viele Entscheidungen aufgrund des Grundrisses, z. B. das Einstreuen der Liegeboxen. Je nachdem, wie dein Grundriss aufgebaut ist, wird es später eine Rolle beim Einstreuen spielen, etwa wie das Stroh in die Liegebox kommt, wo es gelagert wird und wie die Arbeitswege aussehen werden.

                                                                                  Der Grundriss entscheidet also neben der Kuhzahl maßgeblich über deine tägliche Arbeit im Stall. Bei der ersten Planung triffst du so viele Grundsatzentscheidungen. Was vorab nicht überlegt wurde, wird dich später einholen. Es macht also Sinn, sich einige Dinge vorab gut zu überlegen, damit ein vernünftiger Grundriss bei der Erstplanung herauskommt. Wenn Du dir einen Plan machen lässt von jemanden, der deine Anforderungen nicht kennt, kann das oft schiefgehen. Wenn du hingegen vorab eine strukturierte Planung machst, wird definitiv nichts Wichtiges übersehen. Wenn du zum Beispiel eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten abarbeitest, die dir wichtig sind, kannst du vieles leicht filtern. Damit gehst du effektiv an die Planung heran und beschäftigst dich vorab mit den wichtigen Dingen, also z. B. mit der Breite und Länge der Liegeboxen anstatt der Abtrennungen (die kommen später!).

                                                                                  Auf welche Details kommt es am Anfang an? 

                                                                                  Bei unserem Stallbau war die Planungszeit sehr intensiv. Ich habe über etwa zwei Jahre viele Dinge mühsam zusammengesucht. Dabei habe ich zuerst meine Vorstellungen und Anforderungen überlegt und dann erst den Grundriss geplant. Ich wusste dann einfach, wie der Stall für mich aufgebaut sein muss, damit er zu uns passt. Dabei hatte ich keine Strategie, ich habe eher zufällig über viele Betriebsbesuche immer wieder Details für mich mitgenommen. Ich habe vorab nicht auf bestimmte Dinge geachtet, was mir sehr geholfen hätte. Denn man übersieht so einfach viele Dinge, die man am Anfang klären sollte. Zum Beispiel die Kuhzahl und die Aufteilung in die Gruppen: Wie viele Kühe sollen in die Trockenstehergruppe, wie groß muss die Selektion sein, wie viele Abkalbeplätze werden benötigt? Diese Dinge sollten im Entwurf schon enthalten sein. Ein anderes Beispiel ist die Stallausrichtung. Die ist bei Neubauten oft nicht ideal, obwohl man sie oft selbst entscheiden kann. Oft hätte eine 90°-Drehung dem neuen Stall gut getan, habe ich beobachtet.

                                                                                  In Umbauten werden oft Möglichkeiten übersehen, die sinnvoll Platz schaffen würden. Oft denke ich, dass man bei manchen Umbauten mit etwas Mehraufwand noch viel mehr aus dem alten Stall herausholen hätte können. Zudem wird die wirtschaftliche Sicht oft vernachlässigt. Man sollte zu Beginn der Planung zudem schon mit einbeziehen, wie es um die eigenen Finanzen steht. Das kann später durchaus noch eine große Tragkraft haben und beeinflussen, wie der Plan am Ende aussieht.

                                                                                  Was ist die Kuhstallbau-Erstplanung? 

                                                                                  Ich möchte dir jetzt die Kuhstallbau-Erstplanung vorstellen, die ich anbiete. Darin erfährst du viele Planungsgrundsätze für einen Neubau oder Umbau. Dort geht es um den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Bauvorhaben, deine Stallbauziele, aber auch um eine sinnvolle Stalleinteilung. Du lernst, wie du selbst einen Grundriss zeichnest. Dafür gibt es Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Mit dabei bei der Erstplanung sind viele Vorlagen, mit denen du deine bisherige Planung oder Ideen für einen grundlegenden Aufbau optimieren kannst. Dabei geht es um folgende Fragen:

                                                                                  –   Wie soll der Stall aufgebaut sein, damit er zu dir passt?

                                                                                  –   Was muss im Stall alles Platz finden?

                                                                                  –   Welche Aufteilung ist für mich sinnvoll?

                                                                                  Wir sprechen außerdem über die Finanzierung und die Wirtschaftlichkeit. Dafür bekommst du eine klare Strategie für die weitere Planung. Du erfährst, wen du wann mit Fragen einbeziehen solltest und welche Personen zu welchem Zeitpunkt wichtig sind.

                                                                                  Stimmen aus der Erstplanung

                                                                                  Ich habe für dich einige Antworten von Landwirten gesammelt, die bereits bei der Kuhstallbau-Erstplanung teilgenommen haben.

                                                                                  1. Warum kommen Landwirte in die Erstplanung?

                                                                                  • Ich hatte viele Ideen, viele Fragen und zu wenig Antworten. Ich habe nach Entscheidungshilfen gesucht und nach Ideen, wie mein Grundriss aussehen soll.
                                                                                  • Ich habe einen groben Plan im Kopf gehabt, aber die Richtung nicht gewusst.
                                                                                  • Ich habe die Ideen schon im Kopf gehabt und habe irgendwie nicht gewusst, wie ich es umsetzen soll.
                                                                                  • Vor der Erstplanung war der Standort sicher, der Rest aber noch unsicher. Alles war sehr, sehr fraglich und es hat noch ziemlich viel in den Sternen gestanden.

                                                                                  2. So unterschiedlich wie die Ausgangssituationen sind, doch ist das Ziel das Gleiche: Die Kühe sollen einen guten Platz haben. Welche Ergebnisse kommen da heraus?

                                                                                  • Ja, das Ergebnis ist bei mir, dass ich genauer weiß, was ich haben möchte. Wir haben das ganze Thema beleuchtet und ich kann jetzt sagen: „So wollen wir fortfahren“.
                                                                                  • Bei mir steht jetzt ein grober Grundriss, an dem wir noch feilen können.  
                                                                                  • Das Ergebnis bei mir ist, dass ich einen fertigen Plan habe.
                                                                                  • Der Weg ist auf jeden Fall ebener, das Ziel klarer. Vieles klarer geworden, was am Anfang nicht klar war.

                                                                                  3. Warum sollte man mitmachen, wenn man einen neuen Stall bauen möchte?

                                                                                  • Man sollte mitmachen, weil man vor allem die Themen beleuchtet, die man vorher nicht im Kopf gehabt hat. Über viele Sachen macht man sich viele Gedanken und über andere gar keine, weil man es einfach nicht auf dem Schirm hat.
                                                                                  • Man sollte sich nicht auf Außenstehende verlassen, sondern man muss sich selbst zuerst einmal bewusst werden, was man will, was wollen wir und das aufs Papier bringen und dann zu Außenstehenden gehen, die ihm dann bei den nächsten Schritten helfen.
                                                                                  • Ich finde es wichtig zu wissen, dass ein Vertreter keine neutrale Meinung hat. Den muss man wirklich davon überzeugen, dass man selbst der Praktiker ist. Was ich zudem sehr wichtig finde, sind die wirtschaftlichen Aspekte, die wir beleuchtet haben.
                                                                                  • Ich finde den Austausch unter Gleichgesinnten sehr wichtig, denn den hat man nicht so viel. Wenn man aber so wie bei der Kuhstall-Erstplanung sich alle zwei Wochen online trifft, muss man immer Aufgaben vorbereiten und bleibt am Thema dran.

                                                                                  4. Jetzt könnte man sagen, beim Neubau, da ist es klar. Aber beim Umbau hat man doch im Endeffekt die gleichen Themen, oder?

                                                                                  • Ich denke, dass das sinnvoll ist für jeden, der da mitmacht. Denn für einen Umbau braucht man kreative Lösungen und es gibt viele kreative Leute, von denen man sich auch was abgucken kann.
                                                                                  • Der Meinungsaustausch und die Ideen der anderen sind ganz wichtig.
                                                                                  • Ein Umbau ist wahrscheinlich ähnlich wie der Neubau. Denn man hat den Austausch und hat immer jemanden, der sich noch besser auskennt, das ist Gold wert. Im Endeffekt ist es wurscht, ob es ein Neubau oder Umbau ist, denn jeder hat das Ziel, Tierwohl und Wirtschaftlichkeit zu verbessern.
                                                                                  • Es ist egal, ob man neu baut oder umbaut. Wenn man sich regelmäßig trifft und mit Inhalten beschäftigt, dann kommen die ein oder anderen Überlegungen und Aha-Effekte.

                                                                                  Fazit

                                                                                  Du musst wissen, warum du GENAU SO neu, um- oder anbaust.

                                                                                  Nutze dafür gerne die Gruppendynamik, um zügig auf deinen für dich passenden Grundriss zu kommen.

                                                                                  Mit der Kuhstallbau-Erstplanung kommst du auf einen für dich passenden Grundriss sowohl im Umbau, Anbau als auch im Neubau.

                                                                                  Wenn dich die Erstplanung interessiert und du auf deinen passenden Grundriss für den Neubau oder Umbau kommen möchtest, melde Dich bei mir auf www.kuhstallbau.com/erstplanung und trage dich für ein kostenloses Strategiegespräch ein. Zusammen finden wir da heraus, ob und wie ich dich dabei unterstützen kann!

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                                                                                    In dieser Folge möchte ich dir anhand von Sprichwörtern in der Stallplanung helfen.

                                                                                    In der heutigen Folge heute gibt es viele Sprichwörter, durch die du wertvolle Tipps für deine Planung erhalten kannst. Du weißt vielleicht noch nicht so richtig, wie deine Planung starten soll oder dir kommt die ganze Planung vielleicht auch überwältigend.

                                                                                     

                                                                                      Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                      Was ist das Ziel des neuen Stalles?

                                                                                      Fangen wir direkt mit dem ersten Sprichwort an:

                                                                                      Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der Richtige“.

                                                                                      Was ist damit in der Planung gemeint? Die Zielsetzung am Anfang ist wie das Fundament der späteren Planung. Nur wenn du am Anfang ganz genau weißt, was du möchtest und wo du hin möchtest, welche Sachen dir wichtig oder unwichtig sind, wie groß der Stall sein soll, dann kannst du später vernünftig bauen und anschließend einfach vernünftig darin arbeiten. Dabei wird oft übersehen, dass das so ausführlich sein muss. Dann wird mit dem Bau begonnen und die Handwerker machen ihre Arbeit irgendwie, sodass es zwar gut ist, aber nicht immer das Ideal für dich und deine Kühe ist. Es gibt immer verschiedene Möglichkeiten, daher rate ich dir, dich stets vorab gut zu informieren.

                                                                                      Zudem musst du auch viele Entscheidungen treffen, ganz nach dem Sprichwort

                                                                                      Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“.

                                                                                      Ein Beispiel dazu von uns: Wir wollen den Trockensteherstall entweder umbauen oder einen neuen bauen. Wir haben also zwei Optionen dafür. Mehr dazu hörst du in Folge KSB 142 – Wohin mit den Trockenstehern. Man muss also eine Richtung einschlagen, um vorwärtszukommen. Dabei kannst du dich wie bei einer Stange Salami Scheibe für Scheibe vorwärts arbeiten. Beginne bei der Stallausrichtung bei einem neuen Stall oder den Möglichkeiten für einen Umbau des alten Stalls, denn:

                                                                                      Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.”

                                                                                      Geht man einen Schritt nach dem anderen und teilt die Planung etwas auf, dann greift auf einmal eine Entscheidung in die andere.

                                                                                      Einfach wird es (wahrscheinlich) nicht

                                                                                      Kräht der Gockel auf dem Mist ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist“.

                                                                                      Auf die Planung übertragen bedeutet das, dass es nicht immer Sonnentage geben wird, an denen der Bau merklich voran geht. Es gibt auch Tage mit einem großen Donnerwetter. Bei uns auf dem Bau war das zum Beispiel der Fall, als wir vor etwa fünf bis sechs Jahren in der Genehmigungsphase steckten. Wir hatten eine große Erdbewegung und haben rund 5.000 Kubikmeter Erde abgefahren, um eine ebene Fläche für den Bau zu haben. In der Anfangsvariante war geplant, dass wir eine Fläche auf der anderen Straßenseite mit dem Aushub auffüllen. Dafür hatten wir einen Entwurf gezeichnet. Dann kamen fünf Leute vom Landratsamt und haben uns darauf hingewiesen, dass die geplante aufzufüllende Fläche eine Retentionsfläche sei, also eine Fläche, die bei viel Niederschlag viel Wasser halten kann. So eine Fläche dürfe man nicht auffüllen. Wir sollten den Aushub doch stattdessen in die Kiesgrube fahren. An diesem Punkt haben wir unsere Planung neu überdacht, denn mit den Fahrten zur Kiesgrube wären wir in einem sechsstelligen Bereich gelandet. Neben den Kosten hätte das einen enormem zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Transporte bedeutet. Wir haben dann innegehalten und alle Möglichkeiten durchdacht. Einer von den fünf vom Landratsamt hat den Vorschlag gemacht, die Geländekante am Stall entlang zu verschieben. So haben wir es dann auch gemacht. Es wurde genehmigt und war am Ende sogar besser als unsere ursprüngliche Idee.

                                                                                      Man muss das Rad nicht neu erfinden

                                                                                      ist ebenfalls ein passendes Sprichwort für den Stallbau. Jedes Jahr werden viele neue Kuhställe gebaut oder umgebaut. Ich frage mich dann, warum es überhaupt noch Baufehler gibt. Eigentlich müsste doch alles klar sein! Trotzdem sehe ich oft, dass umständliche Wege geplant und gebaut werden, wenn zum Beispiel Gruppen nicht passend angeordnet sind oder die Treibewege zu schmal sind.

                                                                                      „Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen“,

                                                                                      fällt mir dazu ein. Denn wenn es immer wieder große Kompromisse im Stallbau gibt, läuft man am Ende viel mehr. In einem Umbau eines alten Stalls ist das nicht immer gut umsetzbar. Daher sollte man die Kompromisse möglichst klein halten, sodass die Vorteile überwiegen. Bei einem Neubau hingegen sollte man von Anfang an so planen, dass wir möglichst wenig im Stall sein müssen und möglichst wenig faule Kompromisse eingehen.

                                                                                      Frühzeitig in die Planung einsteigen

                                                                                      Wer gut überlegt, findet die passenden Lösungen für den eigenen Stall! Ich habe viele Kundenbeispiele gesehen, bei denen es sich ausgezahlt hat, vorab gut zu planen. Im Kuhstallbau-Onlinekurs siehst du Lösungen von anderen Landwirten, die funktionieren. Du musst also nicht immer alles neu erfinden, sondern darfst auch Ideen übernehmen, die funktionieren. Wenn du dabei sein möchtest, melde dich gerne bei mir.

                                                                                      Wer zeitig mit der Planung beginnt, erzielt bessere Ergebnisse –

                                                                                      der frühe Vogel fängt den Wurm“.

                                                                                      Das bedeutet eine frühe und sorgfältige Planung, jedoch nicht, überstürzte Entscheidungen zu treffen, das geht oftmals schief. So hat zum Beispiel ein Betrieb in Ostdeutschland mit etwa 300 Kühen, den wir vor einigen Jahren besucht haben, sehr schnell geplant und schnell gebaut. Während des Baus konnten sie mit Weidehaltung noch etwas Platz sparen, als der Stall fertig war, hatten sie aber keine Futtertischbeschichtung, weil alles so schnell gehen musste.

                                                                                      Bei diesem Beispiel haben die Betriebsleiter viel Aufwand und Geld auf sich genommen, um einen Stall zu bauen. Nur leider mit vielen Baufehlern. Und das in kürzester Zeit.

                                                                                      Wer zu schnell baut, baut zweimal“,

                                                                                      fällt mir dazu ein. Wie lange sollte der Vorlauf für einen Stallbau sein? Wer einen neuen Stall auf die grüne Wiese baut, sollte mindestens ein Jahr Vorlauf haben und sich damit beschäftigen bis einen fertigen Plan haben. Besser noch sind drei Jahre, in denen man sich im ersten Jahr viele Kuhställe ansieht und einen Grundriss erarbeitet. Im zweiten Jahr kann man den Grundriss überarbeiten und die Details ausarbeiten. Im dritten Jahr trifft man dann viele finale Entscheidungen.

                                                                                      Ich biete eine Erstplanung an, melde dich gerne, wenn du auf einen für dich passenden Grundriss für deinen neuen Stall kommen möchtest. Denn hat man erst einmal den Grundriss, kann man gut die Details ausarbeiten. Dann geht es um den Laufgangboden, die Beleuchtung, Tränken, Liegeboxenbügel. Für die Details biete ich den Kuhstallbau-Onlinekurs an. Melde dich gerne, wenn du deine Baudetails richtig umsetzen möchtest.

                                                                                      Vorsicht bei Trends und Hypes

                                                                                      Was lange währt, wird endlich gut“ ist das letzte Sprichwort. Das bedeutet: Am Ende zählt, was unterm Strich herauskommt. Ein Beispiel dafür ist der Futteranschieber. Ein Futteranschieber am Radlader ist oft noch gängig, sie sind besser als das Futter mit dem Besen anzuschieben. Trotzdem gibt es auf immer mehr Betrieben Anschieberoboter, die diese Arbeit erledigen. Langfristig setzt sich oft durch, was die Arbeit in der Kombination aus den Kosten und Nutzen am besten erledigt. Es geht also nicht vorrangig um die Anschaffungskosten einer Anschiebehilfe, sondern vor allem um den Nutzen. Deswegen ist es auch nicht entscheidend, dass man einen Stall möglichst billig baut, sondern das Kosten-Nutzen-Verhältnis gut abwägt.

                                                                                      Ein anderes gutes Beispiel dafür sind die früheren Anbindeställe. Viele Betriebe bauen aktuell oder haben in den letzten zehn Jahren ihren Anbindestall in einen Laufstall umgebaut. Ursprünglich waren die Anbindeställe ein enormer Fortschritt und haben die Arbeit auf den Höfen besser strukturiert. Dann kam der Laufstall und die Arbeit wurde noch effizienter, weil man die Milchkannen nicht noch von A nach B ziehen musste. Momentan lösen auf den Betrieben die Melkroboter die Melkstände ab, nicht von heute auf morgen, aber über viele Jahre beobachtet man den Trend zum Melkroboter. Besonders in neuen Ställen werden viele AMS eingebaut. Das liegt daran, dass dieses System entscheidende Vorteile hat.

                                                                                      In der Landwirtschaft bedeutet Weiterentwicklung oft, dass sich Dinge durchsetzen, die besser sind als das, was es vorher gab. Was sich am Ende durchsetzt, kann man heute meist noch nicht sagen, das weiß man oft erst hinterher. Für den eigenen Stallbau bedeutete es aber, dass man immer nach der Lösung suchen sollte, die für einen selbst am besten passt. Auch, wenn es eine Lösung ist, die anders ist als das, was man bisher kannte. Ich empfehle dir, nicht jeden Trend hinterherzulaufen. Es gibt immer Dinge, die besonders gehypt werden und am Anfang als Wunderwaffe verkauft werden und am Ende doch nicht funktionieren.

                                                                                      Fazit

                                                                                      Lass dir genug Zeit für deine Stallplanung und überleg dir gut, wie dein Stall aufgebaut sein soll.

                                                                                      Nutze die Dinge, die gut funktionieren.

                                                                                      Wenn du jemanden kennst, der gerade einen Stall plant, dann teile mit ihm diese Folge. Damit unterstützt du auch ihn in seiner Planung!

                                                                                       

                                                                                        Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                        Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                        Jetzt anmelden >>

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                                                                                        In dieser Folge möchte ich erzählen, warum wir ein neues Fahrsilo bauen und auf was man dabei achten sollte.

                                                                                        Heute geht es um die Futterlagerung. Oft wird das Grundfutter in Fahrsilos gelagert. Wenn man zu wenig Platz auf dem Betrieb hat, macht man oft Kompromisse.

                                                                                          Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                          Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                          Im Fall der Futterlagerung kann das so aussehen, dass man einen Silohaufen irgendwo ungeplant platziert oder die Wände des bestehenden Fahrsilos extrem überbaut oder ähnliches. Wir haben im letzten Jahr zum Beispiel unser Fahrsilo sehr hoch gefüllt, damit steigt die Gefahr der Nacherwärmung. Im Idealfall deckt man ein Silo auf und kann daraus über Monate die Kühe füttern. Zwischendurch sollte man die Futterqualität regelmäßig kontrollieren. Wichtig ist zudem, das Fahrsilo ordentlich abzudecken. Löcher durch Krähen oder Katzen sind gefährlich und unerwünscht, aber immer möglich. Bei überfüllten Silos verdirbt dann noch mehr Inhalt.

                                                                                          Warum haben wir uns für ein neues Fahrsilo entschieden? Wir haben schon einige Fahrsilos auf dem Betrieb. Trotzdem war der Lagerraum doch etwas knapp. Die Vorratshaltung war dadurch teilweise erschwert. Ich möchte lieber Reserven vorhalten können und nicht zu knapp mit dem Futter wirtschaften. Im letzten Jahr hatten wir den Kompromiss, dass wir in einem Fahrsilo nur eine Wand hatten und die andere Seite nicht befestigt war, sondern sie mit Folie ausgelegt hatten. Das war viel arbeitsintensiver als die Futterentnahme auf einer befestigten Fläche. Auf betonierten Flächen lässt sich sauberer arbeiten.

                                                                                          Während ich diese Folge aufnehme, ist die Bodenplatte für das neue Fahrsilo bereits fertig. Es fehlen noch die Wände. Dass wir das zum jetzigen Zeitpunkt angegangen haben, liegt auch daran, dass ich davon überzeugt bin, dass die Inflation sowie die CO2-Steuer nicht stehen bleiben werden. Ich denke, dass sowohl die Steuer als auch die Inflation anziehen werden. Die Folgen: Beton und Eisen werden teurer, Arbeitszeit wird ebenfalls eher teurer. Wahrscheinlich wird das Bauen heute günstiger sein als in fünf Jahren.

                                                                                          Wie plane ich ein neues Fahrsilo?

                                                                                          In welchen Dimensionen du dein Fahrsilo planen kannst, erkläre ich dir jetzt. Für mich gelten beim Fahrsilo folgende Grundsätze:

                                                                                          –       2,5 m Vorschub brauche ich pro Woche im Fahrsilo.

                                                                                          –       6 m Mindestbreite, wenn es passt, sogar lieber 7 bis 8 Meter (damit das Entleeren und Walzen beim Silieren gut möglich ist!). Tipp: Wenn das Fahrsilo genau 8 Meter breit ist, reicht die 9 m breite Silofolie meist nicht so gut zum Abdecken aus. Richtig gut passen ca. 7,7 m, dann läuft z.B. das Wasser recht zuverlässig ab und sitzt nicht in den Silostock am Rand rein.

                                                                                          –       Die Länge des Fahrsilos bringt dann das Volumen.

                                                                                          Ich bin ein großer Freund davon, eher mehrere kleine als ein großes Fahrsilo zu bauen. Wie viele Fahrsilos man auf dem Betrieb benötigt, hängt von der Länge der Silofläche ab. Ich halte 40 bis 50 Meter eine gute Größenordnung. Was darüber hinausgeht, verlängert die Fahrzeit zum Siloende für das befüllende Fahrzeug. Das sollte man beachten für die Planung.

                                                                                          Auf unserem Betrieb benötigen wir pro Jahr ungefähr 100 Meter Länge für die Grassilage. Umgerechnet wären das also zwei bis drei Fahrsilos nur für das Gras. Für den Mais benötigen wir eine Silolänge von 100 bis 140 Meter, damit haben wir eine gute Reservefläche. Für die Maissilage benötigen wir also auch noch einmal drei Fahrsilos. Wenn man die Silos gut kombiniert und ausnutzt, sind fünf Fahrsilo das Minimum, das wir benötigen. Darunter macht die Arbeit mit dem Grundfutter für mich keinen Sinn.

                                                                                          Vorratshaltung oder von der Hand in den Mund?

                                                                                          Ich bin ein großer Freund von Vorräten und Reserven. Das ist für mich die beste Versicherung für das Grundfutter, besser noch als eine abgeschlossene Versicherung gegen Hagel und Co. Denn bei einer Versicherung bekomme ich im Schadensfall eine Summe X ausbezahlt und muss dann damit selber schauen, wo ich damit an Futter komme. Mit eigenen Vorräten bin ich auf der sicheren Seite. Das Jahr 2025 sieht jetzt (Stand Mai 2025) nach einem eher trockenen Jahr aus. Wir sind hier in Südbayern sehr verwöhnt mit dem Regen, aber aktuell ist der angekündigte Regen eher ein paar Tropfen. Anderswo sieht es ähnlich und noch trockener aus. Wenn ich kein Futter habe, hilft mir am Ende auch kein Geldbetrag richtig weiter. Mit den Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe, setze ich darauf, einen Futtervorrat von ca. drei Monaten vorzuhalten.

                                                                                          Zudem füttere ich gerne den alten Mais bis rund um Weihnachten. Damit steigt zwar die Abbaugeschwindigkeit der Stärke vom Mais an, aber die Körner gehen nicht einfach so durch die Kuh durch. Das Gras vom letzten Sommer füttere ich gerne erst im nächsten Herbst, sodass es ein Jahr silieren kann. Damit kann man gut abschätzen, wie viel man noch hat oder ob man noch Futter zukaufen muss. Man ist dadurch etwas flexibler, als wenn zum ersten Schnitt das alte Gras schon so gut wie leer ist. Für andere Landwirte ist das vielleicht weniger stressig. Jeder muss dort die beste Strategie für sich selbst finden. Für mich ist das auf jeden Fall so ein gut genutztes Polster und beruhigt mich.

                                                                                          Was kostet ein neues Fahrsilo?

                                                                                          Natürlich kostet ein neues Fahrsilo Geld. Wie viel das ist, hängt von Standort und Größe ab. Je nach Standort gibt es unterschiedliche Varianten, die gesetzlich möglich sind. Das sollte man vor der Planung stets abklären:

                                                                                          –       Welche Varianten sind an meinem Standort möglich?

                                                                                          –       Mit Fertigteilen bauen oder massiv mit Beton?

                                                                                          In unserem Fall habe ich massive Betonwände mit dem Traunsteiner System verglichen. Es gibt in unserer Nähe eine Firma, die das anbietet und die auch mit den Genehmigungsbehörden gut zusammenarbeitet. In unserem Fall hat das bei den Kosten einen großen Unterschied gemacht, denn beim Traunsteiner System benötigt man viel weniger Beton in der Wand (11 cm Dicke statt 24 bis 30 cm). Unterschiede gab es auch bei der Statik. Bei diesem System können einzelne Wandteile verbaut werden.

                                                                                          Man muss sich vorab bewusst machen, was zum Betrieb und zum Entnahmesystem passt. Trifft man am Ende die richtige Entscheidung für sich, ist es am Ende nicht mehr entscheidend, dass das Silo teuer war, sondern dass es das Futter gut lagert und konserviert.

                                                                                          Der perfekte Standort

                                                                                          Für mich ist es enorm wichtig, vor dem Silo eine Rangierfläche von etwa 15 Metern zu schaffen. Damit ist garantiert, dass die Wege bei der Ernte und Einlagerung gut funktionieren und man ausreichend Platz für die Fahrzeuge zur Verfügung hat. Im günstigsten Fall kann man diese Fläche mit anderen oder bereits bestehenden Verkehrsflächen kombinieren.

                                                                                          Zudem sollte man auch zukünftige Erweiterungen bedenken. Wer jetzt drei oder vier Fahrsilos baut, kann zum Beispiel Platz für zwei weitere einplanen. Es ist angenehm, wenn man nicht mehrere Fahrsilo-Standorte auf dem Betrieb hat, sondern einen. Besonders für Fremdbefüller wären das sonst viele vermeidbare Fahrstrecken. Das sind Wunschvorstellungen, denn nicht immer ist alles an jedem Standort möglich. Man muss die Hauptwindrichtung und Geländeformen berücksichtigen. Wir haben gegenüber der alten Fahrsilos ein paar kleine Silos in Hauptwindrichtung gebaut. Dort bei starkem Wind die Folie zu halten, war sehr unangenehm. Zudem bläst der Wind dann mit enormen Geschwindigkeiten in den Anschnitt. Darauf möchte ich beim neuen Fahrsilo unbedingt achten.

                                                                                          Fazit

                                                                                          Achte auf genug Vorschub an deinem Fahrsilo.

                                                                                          Ausreichend Vorratsfläche im Fahrsilo zu haben, bringt Sicherheit.

                                                                                          Achte in der Planung auf einen vernünftigen Standort.

                                                                                          Wenn du einen neuen Stall oder einen Umbau planst und nicht nur dein Fahrsilo durchdenken möchtest, dann melde dich bei mir. Es reicht nicht, einmal einen Vertreter zu hören, der sagt „Bau das so, so haben wir schon drei Ställe, die gut funktionieren“. Das Thema ist zu komplex und es kommt dabei auf viele Kleinigkeiten an. Genau diese Details spreche ich mit dir durch, damit dein Kuhstall durchdacht ist und es deinen Kühen noch besser geht. Damit hast du effiziente Arbeitsabläufe und sparst Arbeitszeit. Melde dich bei mir, wenn du gerade einen Stall planst!

                                                                                            Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                            Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                            Jetzt anmelden >>

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                                                                                            In dieser Folge erfährst du, auf was du in deinem Stallbüro achten solltest. Es geht um die Größe, den Standort und weitere Eigenschaften.

                                                                                            Heute möchte ich dir Überlegungen zum Stallbüro mitgeben. Einfach so bauen, das ist natürlich möglich für ein Stallbüro. Aber: Jeder Quadratmeter Stallbüro kostet mindestens 1.000 € und das ist der Mindestbetrag, den ein sehr einfaches neues Büro kostet. Jede Überlegung ist also pures Geld wert. Und das schauen wir uns jetzt zusammen an!

                                                                                              Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                              Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                              Wohin, wie groß, was rein?

                                                                                              Sollen wir das Stallbüro im Obergeschoss oder im Erdgeschoss unterbringen? Das ist eine gern gestellte Frage und eine gern gestellte Überlegung. Was ist denn eigentlich besser? Macht es Sinn, das Büro über dem Melkroboter zu bauen, weil man dort eine gute Übersicht hat? Oder doch lieber im Erdgeschoss, wo man schnell hingehen kann? Es gibt gute Argumente für beide Optionen. Es gibt keine pauschal richtig oder falsch. Doch gibt es tatsächlich ein paar Überlegungen, die du vorab anstellen solltest. Auf diese Dinge kommt es beim Stallbüro aus meiner Sicht an:

                                                                                              –       Wie oft läufst du jeden Tag in dein Stallbüro?

                                                                                              Schaust du jeden Tag in den Computer, um zu schauen, wo die Kühe sich im Stall aufhalten und welche Kühe auf den Alarmlisten sind? Dann bist du mit deinen Augen mehr am Bildschirm als an der Kuh.

                                                                                              –       Braucht dein Büro Tageslicht oder kein Tageslicht?

                                                                                              Ich persönlich brauche kein Tageslicht, denn ein Büro ist für mich nur ein Büro. Wenn du das Stallbüro natürlich für mehr Dinge benötigst (z. B. Treffpunkt für Mitarbeiter), weil es platztechnisch nicht anders zu lösen ist, dann ist das natürlich anders.

                                                                                              –       Benötigst du einen direkten Blick auf die Kühe von deinem Stallbüro?

                                                                                              Das musst du vorab auch mit dir klären. Ich frage mich, wie wichtig es tatsächlich ist, dass du während der Schreibarbeiten auf deine Kühe schauen kannst, oft sind in so einem Stallbüro die Scheiben oft sehr schmutzig.

                                                                                              –       Soll das Stallbüro in der Nähe des Melkroboters liegen?

                                                                                              Zum Roboter wirst du immer mal wieder laufen. Es ist eine Überlegung wert, die Laufstrecke zwischen Büro und Roboter vorab zu überlegen.

                                                                                              –       Wie groß soll das Stallbüro sein?

                                                                                              Ist es zu klein, kostet es Arbeitszeit, wenn du nicht richtig dort deine Arbeit verrichten kannst. Andererseits kostet jeder Quadratmeter auch richtig viel Geld.

                                                                                              –       Was gehört alles hinein ins Stallbüro?

                                                                                              Definitiv ein Computerplatz gehört ins Büro, dazu einen Drucker. Den im Stall statt im Haus zu haben, macht Sinn, um Listen mit Kühen auszudrucken und direkt im Stall zu haben. Damit muss man nicht die Strecke zum Büro im Haus laufen, wenn man eine Liste mit Kühen im Stall benötigt. Man braucht ihn vielleicht nicht oft, aber hat man einen, kann das sehr praktisch und zeitsparend sein. Eine Ablage für Ordner, Schreibzeug und eventuell einen Platz für den Ordner mit dem Besamungsregister. Wenn du alles zusammenrechnest, werden am Ende vielleicht gar nicht viele Quadratmeter für das Stallbüro benötigt. Je mehr Dinge du dir da hinein stellst, umso mehr Unordnung kann das auch bringen. Überlege vorher: Wo sollen Medikamente, Ersatzteile und Besamungskübel hin?

                                                                                              –       Möchtest du im Büro sitzen oder stehen?

                                                                                              Ich selbst sitze im Stallbüro, das ist manchmal gefährlich, weil man sich schnell ablenken lässt und nach anderen Dingen im PC schaut. Andererseits kann man im Stehen Zeit sparen, ich sprechen zum Beispiel alle meine Podcastfolgen im Stehen ein. Zudem sitzt man tagsüber ohnehin schon sehr viel, z.B. beim Schlepperfahren oder Frühstück.

                                                                                              –       Welche Oberfläche soll das Stallbüro haben?

                                                                                              Vielleicht möchtest du eine Oberfläche, die leicht zu reinigen ist, weil du keinen Stiefelwechsel machen möchtest.

                                                                                              Wichtig bleibt: Ein Quadratmeter Stallbüro kostet mindestens 1.000€, das ist die unterste Grenze, wenn man es schafft, sehr günstig zu bauen. Dabei kommt es natürlich auf die Ausstattung an. Und die kann variieren, je nachdem, was dir bei deinem Stallbüro wichtig ist!

                                                                                              Fazit

                                                                                              Ein durchdachtes Büro beinhaltet alle für die Arbeit im Stallbüro notwendigen Dinge.

                                                                                              Das Stallbüro ist in deinem Stall gut gelegen.

                                                                                              Zu viel Platz im Stallbüro führt oft zu Unordnung und kostet Geld. 

                                                                                              Wenn du gerade einen neuen Stall planst oder einen Stall umbauen möchtest, dann melde dich bei mir. Wir schaffen runde Arbeitsabläufe und durchdachte Baudetails, damit du die Baukosten senkst und schneller mit deiner Arbeit fertig bist. Geh dazu einfach auf kuhstallbau.com.

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                                                                                                Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                In dieser Folge geht es um die Frage, wohin mit den Trockensternen und Abkalbern. Du erfährst, was es zu beachten gibt und welche Überlegungen ich mir dazu mache!

                                                                                                In der heutigen Folge heute möchte ich mit dir überlegen, ob Trockensteher im alten Stall gut aufgehoben sind oder mit in den neuen Stall kommen sollten.

                                                                                                  Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                  Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                  Auf unserem Betrieb besteht die Herausforderung, dass die Trockensteher im alten Stall untergebracht sind. Aktuell überlegen wir, den alten Stall umzubauen. Alternativ dazu ist es, einen neuen Stall für die Trockensteher zu bauen. Aber warum möchten wir da überhaupt etwas verändern?

                                                                                                  Zum einen läuft die Gülle im alten Stall nicht ganz selbstständig ab. Das war früher bei den melkenden Kühen kein Problem, obwohl der Kanal etwa 20 m länger war. Jetzt wurde der Kanal aber gekürzt, da nur noch die Trockensteher dort sind. Wir müssen seitdem immer etwas nachhelfen und spülen. Zum anderen sind die Liegeboxen zu klein, Die stammen noch vom Umbau von 1987 und seitdem haben wir nur die Liegelänge verändert und die Bügel gegen flexible Liegeboxenbügel ausgetauscht. Trotzdem sind die Boxen zu klein geworden für unsere Kühe. Die Laufgänge und Übergänge sind ebenfalls sehr eng. Außerdem ist die Futtertischdurchfahrt sehr niedrig und der Futtertisch benötigt eine Sanierung. Als Übergangslösung haben wir uns damit arrangiert. Der Stall funktioniert, ist aber so keine Dauerlösung, weil wir ihn immer unterbelegen müssen und es Kompromisse für die Kühe bedeutet.

                                                                                                  Umbauen oder neu bauen für Trockensteher?

                                                                                                  Man kann seine Trockensteher in einem alten Stall stehen lassen oder einen neuen Stall bauen. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile.

                                                                                                  Oft ist es so, dass wenn ein neuer Stall gebaut wird, ein altes Gebäude frei wird. Gleichzeitig kann es sein, dass ein altes Gebäude umgebaut wird und die Trockensteher dann keinen Platz mehr darin haben. Wohin mit den Trockenstehern ist bei Neu- und Umbauplanung oft eine zentrale Frage. Bauen wir einen neuen Stall, bauen wir etwas an oder vergrößern wir den Stall?

                                                                                                  Meist ist ein kleiner oder größerer Umbau für die Trockensteher notwendig. Denn die Liegeboxenmaße sind in der Regel 20 bis 30 Jahre alt und passen in der Praxis oft nicht zu den aktuellen Empfehlungen. Ich persönlich habe noch keinen 20 Jahre alten Kuhstall gesehen, in dem die Liegeboxenmaße passen. Oft müssen zunächst die Liegeboxenbügel raus, da diese oft unbrauchbar sind. Zudem muss man abklären, wie es mit den Tränken, den Laufgangbreiten und dem Fressgitter aussieht. Werden diese Dinge und ihre Maße auch noch in den nächsten zehn Jahren ausreichen? Diese Zeiteinheit ist für mich ein guter Horizont, um abzuschätzen, wie lange eine Umbaumaßnahme halten sollte. Ist der Aufwand zu groß, bietet sich ein Neubau an. Bei einem Neubau sollten die Einrichtung und ihre Maße noch in 20, 30 Jahren etwa passen.

                                                                                                  Stressfreie Trockenstehzeit

                                                                                                  Die Trockensteher sollten möglichst wenig Stress ausgesetzt sein. Das sollte das Ziel jeder Baumaßnahme sein. Dafür sind folgende Punkte sehr wichtig:

                                                                                                  –         Wege für die Kühe: Sowohl in einem alten umgebauten als auch in einen neuen Stall müssen die Wege passen. Nimmt man z. B. einen Betrieb mit 100 Kühen, stellt man ca. zwei Kühe in der Woche trocken. Bei uns läuft das so: Freitag abends stellen wir die Kühe trocken und fahren diese dann hoch in den alten Stall. Das ist gut planbar und funktioniert gut.

                                                                                                  –         Platzbedarf: Uns ist eine stressfreie Abkalbung wichtig, daher achten wir darauf, immer ausreichend frische Plätze zu haben. Wenn man den Abkalbebereich plant, sollte man unbedingt vorher ausrechnen, wie hoch der Platzbedarf über das Jahr verteilt ist.

                                                                                                  –         Sicherheit: Der Schieber darf keine Kälber mitnehmen.

                                                                                                  –         Erweiterungsfähigkeit:  Vor allem in wachsenden Betrieben stellt sich die Frage, wie man alle Tiergruppen nebeneinander halten kann. Manchmal kann man Stallabtrennungen nutzen, um die Gruppen zu variieren. Besonders den Abkalbebereich sollte man variieren können, da die Kalbungen nie regelmäßig ablaufen, sondern stets Schwankungen aufweisen. Sind flexible Abteile nicht möglich, empfiehlt es sich, 10% mehr Plätze bereitzuhalten.

                                                                                                  Praxisbeispiel: Anbau oder Umbau?

                                                                                                  Auf unserem Betrieb können wir den alten Stall umbauen, sodass er für die Trockensteher passt. Wir haben zudem die Möglichkeit, in unserem neuen Stall durch einen Anbau einen Bereich für die Trockensteher zu schaffen. Dort haben wir einen Zweireiher mit seitlich anliegenden Futtertisch und einem Melkhaus. Das bedeutet, in unserem Fall ist eine Seite am Futtertisch noch frei und man könnte einen Bereich anbauen, z. B. für Trockensteher, Jungvieh oder weitere melkende Kühe. Zwischen dem alten und dem neuen Stall liegen ca. 100 m Entfernung und 10 Höhenmeter Unterschied. Welche Vorteile und Nachteile haben diese Optionen jeweils?

                                                                                                  –         Vorteile Umbau alter Stall: Wir haben einen absenkbaren Viehwagen, der gut funktioniert. Den könnte man beibehalten. Der Platz im alten Stall würde ausreichen. Er liegt nah am Wohnhaus, das ist ein Vorteil, weil man dann oft dran vorbeiläuft. Wir laufen am Tag mehrfach an der Abkalbebox vorbei und hören auch, wenn nachts etwas los ist. Einstreuen ist von oben möglich. Der Bereich liegt separat von den melkenden Kühen und ein eigenes Lichtprogramm ist hier möglich. Die Kälber sind direkt nebenan untergebracht.

                                                                                                  –         Vorteile Anbau am Neubau: Das Fahren der Kühe würde wegfallen. Wir könnten die Kühe im Stall einfach in den neuen Bereich treiben. Der Platz für einen Anbau ist am neuen Stall vorhanden. Im alten Stall könnte dann ein Bereich als Werkstatt umgebaut werden, direkt gegenüber der Maschinenhalle. Der Futterschieber könnte beide Seiten am Futtertisch befahren, die Wege für die Fütterung wären kürzer (ca. 5 Min. Ersparnis/Tag). Ein Auslauf für die Kühe wäre mit dabei.

                                                                                                  –         Nachteile Umbau alter Stall: Die Säulen im Laufgang sind definitiv ein Nachteil, da müssten wir die Gülletechnik anpassen. Der Boden müsste einmal kernsaniert werden, die Kühe weiterhin zwischen den Ställen hin- und hergefahren werden, das sind etwa 50 Arbeitsstunden im Jahr. Wir bräuchten im alten Stall einen extra Futterschieber. Trockensteher und Kälber teilen sich im alten Stall denselben Luftraum, was ein ernster Nachteil ist, da Kälber einen anderen Luftanspruch haben als Kühe. Kühe und Kälber zu trennen, macht viel Sinn.

                                                                                                  –         Nachteile Anbau am Neubau: Die Baukosten liegen höher. Die Kontrolle der Abkalber wäre seltener, weil man dort nicht so häufig vorbeiläuft. Mit Kameratechnik könnte man das ausgleichen. Der Genehmigungsprozess ist in vollem Umfang notwendig und auch ein Kostenfaktor. Für eine Begrünung rund um den Stall wäre weniger Platz vorhanden. Der Lagerplatz für die Einstreu müsste neu geplant werden.

                                                                                                  Unsere Überlegungen dazu sind noch nicht abgeschlossen und wir haben noch keine Entscheidung getroffen. Du darfst mir gerne deine Meinung dazu mitteilen, über Rückmeldungen zu diesem Thema wäre ich sehr gespannt! In unserer Familie gibt es verschiedene Tendenzen, aber entschieden ist noch nichts.

                                                                                                  Fazit

                                                                                                  Die Trockensteher sind unsere wichtigste Gruppe, die brauchen einen guten Platz.

                                                                                                  Jeder muss abwägen, ob der alte Stall passt oder auch passen kann oder ob neu gebaut werden muss. In unserem Fall gibt es für beide Optionen richtig gute Argumente, da müssen wir noch überlegen und uns bald entscheiden.

                                                                                                  Wenn du bewusste Entscheidungen treffen möchtest, melde dich bei mir. Ich unterstütze Landwirte wie dich auf ihrem Weg zum neuen Stall und auch zum passenden Umbau!

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                                                                                                    Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                    Jetzt anmelden >>

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                                                                                                    In dieser Folge möchte ich dir mitgeben, auf was du beim Kauf der Stalleinrichtung achtest. Du solltest wissen, was du wirklich brauchst, damit du teure Fehler vermeiden kannst.

                                                                                                    Jemand hat mir mal in einem Strategiegespräch von einer Firma erzählt, mit der er gut planen konnte. Er erzählte mir, dieses Unternehmen hätte schon so viele Kuhställe gebaut, die gut darüber Bescheid wissen, auf was es beim Bau ankommt und man braucht dann keine weitere Unterstützung.

                                                                                                      Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                      Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                      Jetzt anmelden >>

                                                                                                      Ich denke, dass es viele Ställe mit vielen Baufehlern gibt, unabhängig von der Stallbaufirma. Das hängt davon ab, dass man sich vorab mit der Planung richtig auseinandergesetzt hat und nicht auf eine Firma setzt, die sagt „Das haben wir schon 100-mal so gebaut, das funktioniert so!“. Das ist zu einfach gedacht, denn es wird nicht zu dir passen.

                                                                                                      Wenn du genauere Infos haben möchtest, wie du mir zusammenarbeiten kannst, dann gehe gerne auf die Homepage kuhstallbau.com/Onlinekurs für den Onlinekurs oder wenn du bei deiner Planung noch nicht bei den Details angelangt bist, dann zur Erstplanung.

                                                                                                      Wie Verkäufer ticken

                                                                                                      Ein Verkäufer für ein Produkt oder einer Firma möchte gerne möglichst viel von ihrem Portfolio im Stall sehen, am liebsten alles. Am liebsten ist es Allesanbietern, dass du alles von ihm nimmst. Beim Stallbau haben wir aber den Vorteil, dass wir nicht unbedingt alles von einem nehmen müssen, sondern können uns rauspicken, was uns gefällt. Von einem Anbieter gefallen uns zum Beispiel die Liegeboxen, von einem anderen die Liegeboxenabtrennungen. Man kann sich gut zusammenstellen, wie man das möchte und wie es am besten für einen passt. Man muss nicht zwangsweise alles von einem Hersteller kaufen.

                                                                                                      Ich selbst war während der Planungszeit für unseren Kuhstall auf der EuroTier in Hannover. Dort habe ich bei einem Melktechnikhersteller angefragt und bin mit einem Vertreter ins Gespräch gekommen. Zum Verständnis: Unser Stall ist ein Zweireiher mit einem seitlichen Futtertisch. Dahinter der Fressbereich und dahinter liegen zwei Reihen Liegeboxen. Der Melkstand mit Wartebereich und Auslauf liegen außerhalb. Das habe ich dem Vertreter erklärt. Der Vertreter wollte mir dann schmackhaft machen, unsere 100 Kühe in zwei Gruppen im Stall am Futtertisch einzuteilen, aber mit einer gemeinsamen Gruppe bei den Liegeboxen. Da war ich etwas irritiert, weil man den Futtertisch trennen sollte in eine höher leistende und eine niedrigleistende Gruppe, die über eine Selektion zu den verschiedenen Futtertischhälften gelenkt werden. Das Melken und Liegen geschieht dann in einer gemeinsamen Gruppe, aber jede Kuh frisst die passende Ration. Das war ein spannender Gedanke, aber zugleich auch etwas wahnsinnig beim weiteren Überlegen. Der Vertreter und ich sind dann nicht weiter zusammengekommen, weil das fernab meines Verständnisses war, was ich von meinem neuen Kuhstall erwartet habe. Der Vertreter meinte das aber vollkommen ernst.

                                                                                                      Was hatte dieser Vertreter im Kopf? Mit Sicherheit kann man mit seiner Idee viele Tore in den Stall einbauen, viele Selektionseinheiten mit viel Technik. Die Alternative wäre ja, dass die Übergänge offen sind und die Kühe zwischen Liegen und Fressen wechseln können, wie sie wollen. Zu der Idee des Vertreters passen natürlich auch Roboter. Das ist eine interessante Idee, aber für jemanden, der sich nicht genau darüber informiert, hätte das katastrophal werden können.

                                                                                                      Kenne deine Ziele im Stall

                                                                                                      Viele Vertreter nehmen sich nur dann so viel Zeit, wie notwendig ist, um die Produkte vorzustellen und zu verkaufen. Dabei denken sie oft nicht alle Arbeitsabläufe im Stall durch. Ein Gummimattenverkäufer möchte beispielsweise am liebsten deinen gesamten Stall mit Gummimatten auskleiden, auch die Abkalbebox. Dann muss man sich fragen: Ist dass das Beste für mich und meinen Stall?

                                                                                                      Ich denke, dass es immer mehrere Möglichkeiten gibt und bin sicher, dass man nicht alles braucht, was man kaufen kann. Ich kenne einige Betriebe, die mit überschaubarem Aufwand gute Milchleistungen melken und nicht in allen Bereichen Gummimatten ausgelegt haben.

                                                                                                      Es gibt wenige Vertreter, die aus der Praxis kommen und wissen, was wirklich notwendig ist. Besser sind dann die, die selbst auf einem Milchkuhbetrieb groß geworden sind und dort mitgearbeitet haben. Am Ende bist du aber derjenige, der täglich zweimal darin arbeitet und die Zahlen kennt. Es muss für dich und für deine Kühe gut passen. Deswegen stell dir bei Entscheidungen über die Stalleinrichtung die Frage:

                                                                                                      • Was brauche ich und was brauchen meine Kühe?
                                                                                                      • Was kann ich weglassen und was schadet mir eventuell?
                                                                                                      • Im schlechtesten Fall kaufst du Dinge für viel Geld und schmeißt dein Geld damit aus dem Fenster, weil du diese Dinge gar nicht brauchst.

                                                                                                      Ein Beispiel aus unserem Stall: In der Planungsphase habe ich eine Lösung für den Abschluss vom Fressgang zu den Liegeboxen gesucht. Irgendeine Abgrenzung musste her. Wir haben dann eine Wand, etwa 70 cm hoch und obendrauf zwei Rohre gebaut, um es sauber abzutrennen. Hätten wir diese Wand weggelassen und einfach ein Rohr an dem Liegeboxenständer gesetzt, wäre es deutlich einfacher gegangen. Die Kühe hätten mehr Luft und Schwungraum zum Aufstehen. Wir haben vor kurzem die Hälfte dieser Wand schon wieder rausgenommen, das war für uns und die Kühe ein stressiger Tag. So etwas passiert, wenn man sich nicht über die Details im Klaren ist. So einen Fehler zu korrigieren, kostet sehr viel Zeit, Energie und Nerven. Mit dem Wissen von heute wäre mir dieser Fehler nicht passiert. Immerhin konnten wir es noch ändern.

                                                                                                      Den Blick für Details schärfen, aber wie?

                                                                                                      Die Entscheidungen, wie etwas umgesetzt wird, ziehen sich durch den gesamten Stall. Es kommt immer auf die Details an, die du genau kennen solltest. Es ist wichtig, dass du überall weißt, warum das so oder so gelöst werden soll.

                                                                                                      • Warum soll diese Abtrennung dorthin und wieso soll sie nur in eine Richtung schwenken?
                                                                                                      • Wieso ist hier das Gefälle im Boden?
                                                                                                      • Warum sollen die Liegeboxen genau so lang sein?
                                                                                                      • Warum soll es genau dieser Boden beim Laufgang sein? Das sind Fragen, die du unbedingt beantworten solltest, bevor du das Bauen beginnst oder einkaufst.

                                                                                                      Was du brauchst, sind also gezielte Infos mit Blick auf die Kuh und dich als Arbeiter und auf den Gegebenheiten in deinem Stall. Informiere dich deswegen gut. Meistens benötigst du gar nicht das gesamte Portfolio eines Stallbauherstellers. Natürlich musst du dich mit den Herstellern beschäftigen, damit du die passenden Produkte für dich findest. Die passenden Produkte sind für dich Geräte und Hilfsmittel, die dich in deinem Arbeitsalltag im Stall bestmöglich unterstützen. Wichtig ist, zu wissen, wo man Kompromisse machen kann und wo nicht.

                                                                                                      Wie schulst du deinen Blick für die Dinge, die du in deinem Stall brauchst? Es gibt zum Beispiel den Kuhstallbau-Onlinekurs, in dem du deine Baudetails überdenkst und deine Planung optimierst. Du erfährst, was für dein Stallprojekt wirklich wichtig und hilfreich ist und was nicht. Du wirst lernen, vorab zu planen, die Pläne zu besprechen, dich zu informieren und auszutauschen. Mit deinem optimierten Plan weißt du dann ganz genau, was du von deinem Händler brauchst. Und dann wirst du auch die für dich richtige Stalleinrichtung kaufen.

                                                                                                      Fazit

                                                                                                      Vertreter wollen möglichst viel aus ihrem Portfolio im Stall sehen. Wichtig ist: Was brauchen die Kuh und ich und was ist überflüssig oder schadet sogar? Das ist oft unklar.

                                                                                                      Informiert dich bei echten Beratern, nicht nur bei Verkäufern (ganz wichtig!).

                                                                                                      Melde dich gern zum Strategiegespräch, um herauszufinden, ob und wie ich dir vor deinem Einkauf helfen kann.

                                                                                                        Melde dich jetzt an zum...

                                                                                                        Kuhstallbau-Strategiegespräch

                                                                                                        Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                        Servus, in diesem Interview geht es um einen wirtschaftlichen neuen Stall und um die Erfahrung mit dem Kuhstallbau-Onlinekurs.

                                                                                                        Ein neuer Stall ist sehr teuer. Oft macht man die Erfahrung, dass man viele Zweifel erfährt, wenn man von seinem Stallbauprojekt erzählt. Geht es oder geht es nicht?

                                                                                                          Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                          Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                          Wenn Dich der Kuhstallbau-Onlinekurs interessiert, schau vorbei auf

                                                                                                          Mein heutiger interviewgast kommt aus Niederbayern und hält aktuell 55 Milchkühe im alten Laufstall von 1992. Der Betriebsleiter möchte den Betrieb nun modernisieren, deswegen soll ein neuer Stall für 120 melkende Kühe dazu gebaut werden. Im alten Stall sollen dann die Trockensteher, Kälber und das Jungvieh stehen. Der Betriebsleiter steht kurz vor dem Einreichen der Baupläne. Wir kennen uns vom Kuhstallbau-Onlinekurs, herzlich willkommen Florian Gruber!

                                                                                                          Was ist das Problem in eurer aktuellen Stallsituation?

                                                                                                          Der alte Stall ist jetzt 33 Jahre alt. Die Laufgänge und die Liegeboxen sind nicht größer geworden, die Kühe aber schon. Der Platz wird immer weniger, sodass Rangkämpfe immer weniger ausgetragen werden können. Wir möchten das Tierwohl verbessern und die Arbeit im Stall besser machen.

                                                                                                          Warum hast du am Kuhstallbau-Onlinekurs teilgenommen?

                                                                                                          Ich habe mit der Schule deinen Betrieb besucht. Du hast uns anschließend den Kurs vorgestellt. Das war genau das, was ich zu dem Zeitpunkt gebraucht habe. Ich möchte mich mit meinem Plan noch viel auseinandersetzen und denke, dass der Kuhstallbau-Onlinekurs dafür eine gute Plattform ist. Man tauscht sich viel mit anderen Landwirten aus.

                                                                                                          Wie würdest du unsere Zusammenarbeit beschreiben?

                                                                                                          Wir treffen uns einmal im Monat online. Man bekommt ganz viel Input von anderen Betrieben. Von dir, Gusti, kommen viele gute Videos zu Beginn zu deinen eigenen Erfahrungen aus dem Stallbau. Der Austausch mit den anderen Landwirten ist wertvoll, weil alle in derselben Situation sind und überlegen, wie sie mit einem Plan einen möglichst guten Stall bauen können. Auf viele Ideen kommt man selbst nicht, weil man schon betriebsblind ist.

                                                                                                          Wie sieht deine Planung aktuell aus?

                                                                                                          Wir haben ein vierreihiges System mit außenliegendem Futtertisch und zwei AMS. Wir planen einen mehrhäusigen Bau, weil ich überzeugt bin, dass die Kühe einen innenliegenden Futtertisch besser annehmen als einen außenliegenden. Vorne direkt ist die Sondergruppe mit direktem Zugang zum Stroh, von beiden Robotern kann ich selektieren. Hinter den Robotern liegt dann die Hauptgruppe. Mir war wichtig, dass ich mit beiden AMS in alle Gruppen selektieren kann und die Umgruppierungen dann schnell gehen.

                                                                                                          Du hast dich viel mit Kennzahlen und Kosten beschäftigt. Was sind die Voraussetzungen für dich, damit dieses Projekt umsetzbar ist?

                                                                                                          Was sehr wichtig ist, sind die Baukosten, die sind ausschlaggebend. Wenn ich diese reduzieren kann, habe ich einen geringeren Kapitaldienst. Dadurch sind die aufgenommenen Schulden dann verkraftbar oder nicht. Was für mich zudem wichtig war, war die Frage, um wie viel der Milchpreis sinken kann und ich trotzdem weiter produzieren und meine laufenden Kosten tragen kann. Der Stallbau muss also wirtschaftlich darstellbar sein und ich muss mir ausrechnen können, ab wann ich meine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Wenn man das nicht weiß, kann das ziemlich schnell in die Hose gehen.

                                                                                                          Hast du einen Grenzpreis, bei dem du sagst, ab da ist das Projekt nicht mehr machbar?

                                                                                                          Ich habe meine Kalkulation bei einem Milchpreis von 40 Cent angesetzt. Ich habe berechnet, dass ich mit einem Milchpreis von 35 Cent noch ein ausreichendes Polster habe. Grob geschätzt kann ich dann bis ca. 30 Cent noch produzieren, ohne dass das Konto ins Minus rutscht. Den neuen Stall habe ich auf 20 Jahre kalkuliert. Ich bin jetzt 23 Jahre alt. Bis wir in den neuen Stall einziehen, bin ich 26. Wenn der neue Stall dann etwa 20 Jahre gut läuft. Wenn es danach nicht mehr funktioniert wegen Tierwohl-Auflagen, kann ich mit 46 immer noch woanders Arbeit finden.

                                                                                                          Wie reagierst du, wenn jemand an deinem Stallbauprojekt zweifelt?

                                                                                                          Ich habe bis vor zwei Jahren selbst noch gedacht, einen neuen Stall muss man heutzutage nicht mehr bauen, weil es wegen der Kosten nicht funktioniert. Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass man etwas machen muss. Denn sonst geht es nicht weiter auf Dauer. Ich habe mich extrem viel mit der betriebswirtschaftlichen Kalkulation beschäftigt und mich dabei immer gefragt: „Wie schaffe ich es, dass es doch geht?“. Damit hat man direkt ein anderes Mindset. Ich bemühe mich immer, eine Lösung zu finden, wenn es ein Problem gibt. Zuerst wollte ich einen kleineren Stall bauen für 75 Kühe mit einem AMS. Mit den Angeboten, die dann ankamen, dachte ich tatsächlich, dass es nicht funktionieren wird. Dann habe ich überlegt, wie es doch machbar ist und bin auf den zweiten Roboter gekommen. Etwas weniger Belegung, aber dafür hat man noch einen Ersatz, falls einer ausfällt. Wenn wir das nicht gemacht hätten mit der Stallbauplanung, hätten wir auch direkt aufhören können. Und das war nicht mein Ziel.

                                                                                                          Vor der Herausforderung stehen viele Landwirte mit Ställen, die in die Jahre gekommen sind. Wie bist du zu dieser anderen Denkweise gekommen, dass du auch schwierige Dinge umsetzen möchtest?

                                                                                                          Auf der einen Seite hat mein Vater mir immer die Freiheit gelassen, die Kühe weiterzumachen oder damit aufzuhören. Für meinen Meister habe ich zuhause auf dem Betrieb einen Fütterungsversuch gestartet und habe gemerkt, was alles noch bei Fleckviehkühen in Niederbayern leistungstechnisch möglich ist. Das macht einfach Spaß, wenn jeden Tag etwas mehr Milch im Tank ist! Da habe ich gemerkt, dass ich genau das machen möchte: Mit Kühen arbeiten ist für mich das Allergrößte. Wir haben auch viele Betriebe besucht und kalkuliert, und dann habe ich mich immer gefragt „Wenn die das können, dann kann ich das auch!“.

                                                                                                          Wie viele Kosten pro Stallplatz kalkulierst du aktuell ungefähr?

                                                                                                          Zwischen 13.000 und 14.000 €.

                                                                                                          In welcher Größenordnung liegt die Leistung eurer Kühe?

                                                                                                          Im alten Stall werde ich wahrscheinlich noch mit unseren Kühen die 10.000 kg-Marke knacken. Vor eineinhalb Jahren lagen wir noch bei 8.500kg.

                                                                                                          Wie zufrieden bist du mit deiner Stallbauplanung?

                                                                                                          Ich habe die Planung und die Zeichnungen zu Beginn nicht so zeitintensiv eingeschätzt. Am Ende kann ich aber sagen: Die Zeit war berechtigt und wertvoll, weil man viel nachdenken und Rückfragen überdenken kann. Sowohl vom Planungsbüro als auch vom Onlinekurs kamen dazu viele gute Rückmeldungen. Ich bin sehr zufrieden und denke, dass ich den Plan bald einreichen kann.

                                                                                                          Hat der Onlinekurs deine Fragen zu den Baudetails beantwortet?

                                                                                                          Natürlich bekommt man im Onlinekurs nicht die Lösung auf dem Tablett präsentiert. Aber es kommen immer wieder Rückfragen zu Details, über die man selbst noch nicht nachgedacht hätte. Bei mir war zum Beispiel die Frage, ob bei den Laktierenden ein Fressgitter notwendig ist. Ich hatte das erst nicht eingeplant, aber wenn man zum Beispiel eine ganze Herde impfen muss, wie macht man das dann?

                                                                                                          Hat sich die Investition in den Kurs für dich gelohnt?

                                                                                                          Auf jeden Fall! Ich hole mir jetzt gerade Angebote ein. Firmen bieten dir dann oft ein ganzes System an, was sie gerne verkaufen möchten. Ob es für die Kuh oder den Betrieb immer das Richtige ist, ist eine andere Frage. Dadurch, dass ich schon genau wusste, was ich brauche und was nicht, habe ich mir jetzt schon grob 15.000€ eingespart. So etwas relativiert sich schnell.

                                                                                                          Wie hoch war dein Zeitbedarf für den Onlinekurs?

                                                                                                          Einmal im Monat haben wir uns abends für etwa zwei bis drei Stunden getroffen. In der Woche habe ich mir dann etwa eine Stunde Zeit für die Videos genommen, über die man sich danach Gedanken macht und sich Notizen für die eigene Planung macht.

                                                                                                          Was möchtest du zukünftigen Kuhstallbauern noch mit auf den Weg geben?

                                                                                                          Lasst euch nicht von den Firmen überrumpeln. Schaut, dass die Pläne nach euren eigenen Vorstellungen erstellt und durchgeführt werden, auch wenn das für die Firmen einen Mehraufwand bedeutet. Die Arbeitsbereiche müssen gut funktionieren, das sollte man sich überlegen, wo man jeden Tag herläuft.

                                                                                                          Vielen Dank Florian!

                                                                                                          Wenn Du deine Baudetails noch besser umsetzen möchtest, lass uns gerne sprechen. Trage dich einfach für das kostenlose Stallbau-Strategiegespräch ein und wir sprechen gemeinsam über deine Situation.

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                                                                                                            In dieser Folge geht es um verschiedene Arten der Dacheindeckung. Du erfährst, auf was es für die Kuh ankommt und welche Vor- und Nachteile verschiedene Systeme mit sich bringen.

                                                                                                            In der heutigen Folge heute geht es um verschiedene Möglichkeiten zur Dacheindeckung. Welche Möglichkeiten gibt es und welche Ansprüche an das Dach haben wir?

                                                                                                              Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                              Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                              Eine Info vorab: Wenn du einen neuen Stall bauen oder deinen alten Stall umbauen möchtest, melde dich gerne bei mir. Durch meine Beratung kann dein zukünftiger Stall noch besser werden!

                                                                                                              Welchen Vorteil hat welches Dach?

                                                                                                              In der Theorie gibt es viele verschiedene Möglichkeiten für eine Dacheindeckung. Gängige Eindeckungen, die man in der Praxis sieht, sind zum Beispiel folgende:

                                                                                                              –         Trapezdächer ohne Isolierung

                                                                                                              –         Sandwich-Platten mit Isolierung

                                                                                                              –         Ziegeldächer

                                                                                                              –         Betonpfannen (eher im Süden)

                                                                                                              –         Faserzementplatten (eher im Norden)

                                                                                                              –         Gründach

                                                                                                              Das Trapezdach ohne Isolierung hat den Vorteil, dass es definitiv sehr kostengünstig ist. Sowohl die Anschaffung als auch die Montage ist einfach. Da es ein sehr leichtes Material ist, hat man damit wenig Dachlast. Das Dach ist langlebig. Der Nachteil: Die Strahlungswärme wird durchgelassen, das heißt, der Stall darunter wird sich schnell aufheizen. Mit einem einfachen Trapezdach ohne Isolierung sind die Kühe also stärker der Hitze ausgesetzt als bei anderen Varianten. Außerdem kann es zu Kondenswasserbildung führen und das Tropfwasser dann zu Problemen führen, sowohl beim Dach als auch bei der Holzkonstruktion. Zudem hat man mit diesem Dach eine schlechte Schalldämmung, bei Regen oder Hagel kann es dann im Stall sehr laut werden.

                                                                                                              Daraus entstanden Sandwich-Platten mit Isolierung. Diese haben eine gute Wärmedämmung, sodass wenig Strahlungswärme in den Stall gelangt. Das Problem mit dem Kondenswasser gibt es hier nicht. Die weiße Unterseite macht den Stall heller, weil sie viel Licht reflektiert. Die Anschaffungskosten sind etwas höher als bei einem einfachen Blechdach. Zudem ist das Gewicht dieser Bedachung etwas höher, was man bei der Statik beachten muss. Werden Sandwich-Platten unsachgemäß montiert, können sie feucht werden, was wiederum zu Problemen führen kann. Sandwichplatten können sehr langlebig sein, jedoch wird ihre Haltbarkeit dadurch begrenzt, dass sie sich bei Hitze ausdehnen und bei Kälte wieder zusammenziehen.

                                                                                                              Wer sich für Ziegeldächer oder Betonpfannen entscheidet, hat eine langlebige Variante. In Kombination mit einer Dachschalung ist das eine robuste Lösung. Durch diese Bedachung kommt wenig Strahlungswärme in den Stall, auch die Schalldämmung ist relativ gut. Ein Nachteil ist jedoch die sehr hohe Dachlast, dafür ist eine sehr stabile Konstruktion notwendig. Der Anspruch an die Statik ist damit viel höher. Die Ziegel oder Betonpfannen sind sowohl in der Anschaffung als auch in der Montage aufwendiger. Zudem ist der Moosbewuchs schneller als bei einem Blechdach.

                                                                                                              Faserzementplatten sind in Norddeutschland weiter verbreitet als im Süden und sind eine einfache und preiswerte Lösung. Faserzementplatten haben ein geringes Gewicht und sind einfach zu montieren. Kondenswasser tritt nicht auf. Ein Schwachpunkt dieser Bedachung ist, dass dieses Dach nach 30 bis 40 Jahren brüchig werden kann. Auch gegenüber Hagel ist dieses Dach etwas empfindlicher und die Schalldämmung des Stalls ist gering. Die Strahlungswärme gelangt über diese Platten in den Stall, besonders, wenn zusätzlich noch Lichtplatten verbaut wurden.

                                                                                                              Gründächer haben eine sehr gute Wärmedämmung. Es gibt dazu Untersuchungen, die zeigen, dass der Stall im Sommer kühler und im Winter etwas wärmer ist als bei alternativen Dacheindeckungen. Strahlungswärme dringt nicht in den Stall ein, er wird eher gekühlt. Das ersetzt jedoch keine Lüfter und Ventilatoren! Gründächer sind eine umweltfreundliche Methode, man hat jedoch eine hohe Dachlast. Man benötigt für die Konstruktion dann mehr bzw. stärkeres Holz. Das macht es in der Anschaffung dann etwas teurer. Wenn die Abdichtungen undicht sind, kann es zu Feuchtigkeitsproblemen führen. Der Pflegeaufwand für ein Gründach ist überschaubar.

                                                                                                              Wie entscheide ich mich für das richtige Dach?

                                                                                                              Jede Dacheindeckung hat also ihre Vor- und Nachteile. Wichtig ist immer, sich bewusst zu machen, warum man welche Variante wählen möchte. Es ist besser, die Konsequenzen der Wahl des Dachs auf den Betrieb zu wissen und nicht eine Variante zu wählen, weil ein Vertreter sagt „Diese ist für dich das Beste“. Der Preis ist sicherlich eins der größten Entscheidungskriterien dabei, deswegen ist ein günstiges Dach dem teuren Dach meist vorzuziehen, da sollte man keine großen Kompromisse machen.

                                                                                                              Was zudem bei der Dacheindeckung noch sehr wichtig ist: Es darf keine Sonne direkt in den Liege- oder Fressbereich strahlen. Das wird leider noch oft übersehen. Man sollte dafür Stallseite und Himmelsrichtung beachten, oft gibt es für jede Seite eine individuelle Lösung, z.B. mit Lichtfirsten oder Sheddächern. Wie du deinen Stall nicht zusätzlich aufheizt und wie du damit umgehst, schauen wir uns im Kuhstallbau-Onlinekurs an.  Wenn dein Stallneubau oder Umbau noch besser werden soll, kannst du Schritt für Schritt im Kurs lernen. Du wirst zum Beispiel lernen, wie du die Stallseiten besser schützen kannst oder wie du den Lichtfirst richtig baust.

                                                                                                              Fazit

                                                                                                              Es gibt verschiedene brauchbare Dacheindeckungen für den Kuhstall und man muss für die Entscheidung wissen, was einem wichtig ist.

                                                                                                              Die Ansprüche der Kühe müssen dabei erfüllt sein: Sonne darf nicht direkt in die Liege- oder Fressbereiche strahlen können.

                                                                                                              Wenn du einen besseren Stall bauen möchtest, dann komm in den Kuhstallbau-Onlinekurs. Dort findest du Lösungen auf all deine Fragen zum Thema Stallbau.

                                                                                                              Melde dich dort gerne für ein kostenloses Stallbau-Strategiegespräch und wir sprechen, wie du mit deiner Planung noch besser vorwärts kommst!

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                                                                                                                In dieser Folge möchte ich dir eine Hilfestellung geben, wie man gute Entscheidungen auch bei schwierigen Fragestellungen trifft.

                                                                                                                In der heutigen Folge geht es um Entscheidungen. Ich möchte dir einige Hilfsmittel zeigen, die dir dabei helfen können, schwierige Entscheidungen einfacher zu treffen. Wenn du einen Umbau oder einen Neubau vorhast, stehst du vor unzähligen Entscheidungen.

                                                                                                                  Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                  Manchmal sind die Entscheidungen jedoch nicht zwischen dem einen oder dem anderen. Oft gibt es viele Nuancen, die von verschiedenen Faktoren abhängen. Wirtschaftlichkeit und Tierwohl können Entscheidungen stark beeinflussen, genau wie der Arbeitsaufwand. Auch das Bauchgefühl spielt bei Entscheidungen eine Rolle. Aber wie findet man die beste Lösung, ohne sich in endlosen Überlegungen zu verlieren und die Entscheidung hinterher zu bereuen? Ich möchte dir fünf bewährte Methoden vorstellen, die dir helfen, mit klarem Kopf bessere Entscheidungen zu treffen.

                                                                                                                  10-10-10-Regel

                                                                                                                  Die erste Möglichkeit ist die 10-10-10-Regel. Das Prinzip ist, dass du dir die Auswirkungen deiner Entscheidung in drei Zeiträumen überlegst:

                                                                                                                  • Zuerst überlegst du, was du in 10 Minuten darüber denkst. Was sagen der erste Eindruck und das Bauchgefühl ?
                                                                                                                  • Danach überlegst du, was die Entscheidung dir in 10 Monaten verändert haben könnte.
                                                                                                                  • Zum Schluss überlegst du die langfristigen Folgen, was dir die Entscheidung in 10 Jahren gebracht haben könnte.

                                                                                                                  An einem Beispiel aus der Praxis könnte das so aussehen: Beim Neu- oder Umbau steht die Entscheidung bevor, entweder einen Melkstand oder einen Melkroboter einzubauen. Die 10-Minuten-Antwort darauf wäre, dass ein Roboter teuer und der Einbau aufwendig ist. In der Vorschau in 10 Monaten könnte man sich bereits an das System gewöhnt haben. Dann ist der Arbeitsaufwand vielleicht schon etwas gesunken, falls der alte Melkstand sehr zeitaufwendig war. Nach 10 Jahren hätte man eine bessere Arbeitseffizienz erreicht. Dadurch ist man im Alltag möglicherweise flexibler geworden und hat die Tiergesundheit verbessert. Die Erkenntnis daraus ist, dass eine Investition langfristig viele Vorteile bringen kann, auch wenn sie im ersten Moment sehr teuer und nicht notwendig erscheint.

                                                                                                                  Pro & Contra-Liste

                                                                                                                  Eine andere Möglichkeit ist, dass man eine Pro- und Contra-Liste schreibt. Man schreibt alle Vor- und Nachteile einer Entscheidung auf. Damit kann man diese etwas objektiver einordnen. Man hat damit alle Vor- und Nachteile auf einen Blick. Das hilft besonders, wenn man sich bereits auf ein Argument versteift hat. Die Vorteile können dir deine möglichen Vorteile aufzeigen, die Nachteile mögliche Risiken.

                                                                                                                  Ein Beispiel aus der Praxis: Im Rahmen eines Stallumbaus werden die Liegeboxen neu diskutiert. Sollen Hochboxen oder Tiefboxen eingebaut werden? Argumente pro Hochbox wären zum Beispiel weniger Einstreu und ein geringerer Arbeitsaufwand. Die Punkte auf der Contra-Seite könnten eine härtere Liegefläche und eine höhere Klauenbelastung durch kürzere Liegezeiten sein. Für die Tiefboxen wäre das ähnlich: Weiche Liegefläche für bessere gelenke und Liegeverhalten auf der Pro-Seite und hoher Arbeits- und Einstreubedarf auf der Contra-Seite. Anschließend kann man überlegen, was besser zu der eigenen Philosophie passt. Wenn Kuhkomfort ganz oben steht, sind Tiefboxen die bessere Wahl, bei einem geringen Arbeitsaufwand eher die Hochboxen.

                                                                                                                  Worst-Case-Szenario

                                                                                                                  Das dritte Prinzip ist das Worst-Case-Szenario. Dahinter steckt, dass du dir überlegst, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Wenn du damit leben könntest, dann hat die Entscheidung, die du getroffen hast, wenig Risiko. Falls du mit dem schlimmsten Fall nicht leben könntest, kannst du frühzeitig überlegen, wie du das Risiko senken kannst.

                                                                                                                  Ein Beispiel: Sollte ich bei einem Stallumbau den Abkalbebereich im alten Stall lassen, statt in den neuen Stall zu integrieren? Vor dieser Entscheidung steht der eine oder andere Betrieb bei einem Neubau. Angenommen, dass man die Abkalbungen nun nicht mehr im neuen Stall hat, wo man sich häufig aufhält und dass die Kühe beim Umstallen Stress haben. Oder im Stall ist schlechtere Luft, eine eingeschränkte Befahrbarkeit. Das wäre der worst case, dem könnte man mit Gegenmaßnahmen entgegenwirken, z. B. mit Kameraüberwachung, seine Arbeitsabläufe so verändern, dass man öfter durch den Abkalbestall läuft und stressfreie Wege für die Kühe installiert. Eine Erkenntnis könnte sein, dass die Nachteile zu groß bzw. die Gegenmaßnahmen zu teuer sind und man den Abkalbebereich doch in den neuen Stall integriert.

                                                                                                                  Die 80-20-Regel

                                                                                                                  Die vierte Entscheidungshilfe ist die 80-20-Regel, manche nennen es auch das Pareto-Prinzip. Dies bedeutet, dass 20 % der Ursachen für 80 % der Ereignisse sorgen. Fokussiere dich also auf die wichtigen Dinge, die den größten Einfluss haben. Wie findest du diese 20 % heraus? Vieles lernt man auf Vorträgen oder wenn man mit anderen Landwirten über seinen Betrieb spricht. Das kann dir helfen, die Stellschrauben in deinem Betrieb zu finden und zu lösen.

                                                                                                                  Ein Beispiel aus der Praxis: Ich möchte die Milchleistung verbessern, wo sind dann die Hebel? Einen großen Einfluss haben die Fütterung und Kuhkomfort. Wenn zu, Beispiel die Liegeboxen zu kurz sind und die Kühe zu wenig liegen, werden die Klauen stark belastet und das Euter zu wenig durchblutet. Wenn die Liegebox aber gut ist und die Kuh dort keinem Hitzestress ausgeliefert ist, wird die Kuh mehr liegen. Hier kann man also einiges verbessern ohne, dass man wahnsinnig hohe Kosten auf sich nimmt. 

                                                                                                                  Die Warum-Methode

                                                                                                                  Die Warum Methode bedeutet, dass du dir vor einer Entscheidung fünfmal die Frage „Warum?“ stellst, um die wirkliche Ursache des Problems aufzudecken. Denn oft liegt die wirkliche Ursache für ein Problem tiefer als der erste Eindruck vermuten lässt. Durch das Hinterfragen gelangst du schneller an die Ursache.

                                                                                                                  Ein Beispiel: Warum haben einige Kühe Euterentzündungen? 

                                                                                                                  1.           Die Zellzahlen sind erhöht. Warum?

                                                                                                                  2.           Einige Kühe haben schlechte Hygiene im Liegebereich. Warum?

                                                                                                                  3.           Weil wir mit dem Einstreuen nicht hinterherkommen. Warum?

                                                                                                                  4.           Die Kühe liegen dann auf den Gummimatten und wir streuen nicht ein. Warum?

                                                                                                                  5.           Wir haben zu wenig Zeit, Arbeitskräfte sind knapp und wir haben so viel zu tun. Warum?

                                                                                                                  Was wäre die Erkenntnis bzw. ein Lösungsansatz? Ein klarer Arbeitsplan könnte helfen, die Eutergesundheit zu verbessern.

                                                                                                                  Fazit

                                                                                                                  Entscheidungen sollte man bewusst treffen.

                                                                                                                  Die 10-10-10-Regel oder die Pro-und-Contra-Liste können dabei helfen, dass man auch bei etwas schwierigen Entscheidungen einen klaren Kopf behält

                                                                                                                  Mit der Worst-Case-Analyse oder der 5-Warum-Methode behält man die Risiken und mögliche Fehlerquellen im Blick.

                                                                                                                  Die 80-20-Regel hilft bei der Effizienzsteigerung und dabei, sich auf die wichtigen Dinge zu fokussieren.

                                                                                                                  Wenn du vor vielen Entscheidungen stehst und gute Entscheidungen treffen möchtest, brauchst du dafür das nötige Stallbau-Wissen. Melde dich dafür gerne bei mir und ich helfe dir zum besseren Stall!

                                                                                                                    Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                    Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                    Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                    In dieser Folge möchte ich zeigen, warum der passende Grundriss so wichtig ist und dir die Kuhstallbau-Erstplanung vorstellen.

                                                                                                                    In der heutigen Folge heute geht es um den Grundriss deines Stalles. Egal ob Neubau oder Umbau, der Grundriss muss passen. Der Stall von gestern und der Stall von morgen sind grundverschieden.

                                                                                                                      Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                      Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                      Erster Schritt: Gut informieren und vorbereiten

                                                                                                                      Um den passenden Grundriss für den eigenen Stall zu finden, sollte man sich ausführlich informieren. Das ist sowohl beim Neubau als auch beim Umbau entscheidend. Vorab stellt sich die Frage, ob man einen Zwei-, Drei-, Vier- oder Sechsreiher bauen möchte.

                                                                                                                      Was passt am besten zu meinem Betrieb und warum?

                                                                                                                      Warum muss das genau SO sein und nicht anders? 

                                                                                                                      Das muss man sich vorab überlegen, damit das Konzept schlüssig wird. Bei einem Umbau ist vorab sehr entscheidend, welche Ziele man mit dem Projekt verfolgt.

                                                                                                                      Der Grundriss sollte an die Hofstelle angepasst sein, damit zum Beispiel die Zufahrten für den Milchsammelfahrer und die Zuwegung vom Wohnhaus günstig liegen. Alles baut auf den Grundriss des Stalls auf. Wenn man sich zu einem späteren Zeitpunkt in der Planung doch für einen anderen Grundriss entscheidet, dann fängt man mit Vielem wieder von vorne an.

                                                                                                                      Oft bietet sich die Möglichkeit, dass man im Zuge eines Umbaus das Tierwohl verbessert und zum Beispiel die Maße anpasst. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Als ersten Schritt überlegt man, welche Umbaumöglichkeiten es im alten Stall überhaupt gibt. Kann man einen Bereich vielleicht etwas vergrößern? Man sollte sich alles anschauen und bedenken. Manchmal hilft es, unkonventionell zu denken und Freunde, Berater oder andere Landwirte einmal auf die Planung schauen zu lassen. Andere Köpfe haben nochmal andere Ideen. Oft gibt es davon mehr als man zuerst denkt.

                                                                                                                      Entscheidende Details für den idealen Grundriss

                                                                                                                      Was zu Beginn der Planung eines Grundrisses wichtig ist:

                                                                                                                      • Der eigentliche Stallaufbau mit den entsprechenden Maßen: Die wichtigsten Maße sind zum Beispiel:
                                                                                                                        • Der Futtertisch (4,5 m – 5 m Breite)
                                                                                                                        • der Fressgang (4 – 5 m Breite)
                                                                                                                        • die Doppelliegeboxen (5,20 m Länge)
                                                                                                                        • und die Einzelliegeboxen (müssen genügend Platz für den Kopfschwung bieten!)
                                                                                                                      • Am Futtertisch kann man oft am meisten variieren, zum Beispiel mit einem Futterband oder einer automatischen Fütterung. Damit kann man schon viel Platz einsparen.
                                                                                                                      • Danach geht es an die Platzverhältnisse in den einzelnen Tiergruppen: Wie groß soll zum Beispiel die Separation sein?
                                                                                                                      • Arbeitswege für Mensch und Kuh: Was sind die wichtigsten täglichen, wöchentlichen, vielleicht monatlichen oder anderweitig regelmäßig regelmäßigen Arbeiten im Stall? Wie bewege ich mich dafür im Stall? Welche Wege gehen die Kühe täglich? Wie sehen die Gruppenbewegungen, also der Gruppenwechsel oder die Wege zum Melken oder zur Klauenpflege aus? Ergeben sich im Grundriss unnötig lange Wege, die man einkürzen kann, z.B. mit Türen oder Schlupflöchern?

                                                                                                                      Einige Dinge sind in der Planung zu Beginn weniger wichtig, sollten aber trotzdem schon bedacht werden. Welche Liegeboxen sollten es sein? Entscheidet man sich für Hochboxen oder Tiefboxen? Auch die Frage nach dem Fressgitter oder Alternativen ist hier noch nicht entscheidend. Wichtiger ist, zu überlegen, wo und wie breit die Übergänge sein sollen.

                                                                                                                      Den Grundriss entwickeln mit der Kuhstallbau-Erstplanung

                                                                                                                      Vom Planungsablauf her muss der Grundriss stehen, bevor es in die Detailplanung geht. Ab dann besteht auch mein Angebot der Erstplanung, mit der du den für dich passenden Grundriss entwickelst. Anschließend geht es im Kuhstallbau Onlinekurs um die Baudetails für deinen Neubau oder Umbau oder Umbau mit Anbau. Dort behandeln wir dann intensiv…

                                                                                                                      –          …welcher Boden für den Laufgang passt

                                                                                                                      –          …wie die Liegebox im Querschnitt aussieht

                                                                                                                      –          …welche Hilfsmittel gegen Hitzestress du in den Stall einbauen kannst

                                                                                                                      –          …welches Fressgitter es sein soll

                                                                                                                      –          …wie die genauen Höhenmaße am Futtertisch aussehen

                                                                                                                      –          …wie viele Lichtquellen du in den Stall einplanst und wo

                                                                                                                      –          …wie die Roboter und die Separation angeordnet werden

                                                                                                                      –          …wie die Tiergruppen voneinander abgetrennt werden können

                                                                                                                      –          …an welchen Stellen Durchstiege sinnvoll sind

                                                                                                                      Im Kuhstallbau-Onlinekurs geht es dann richtig ins Detail, damit du dein Bauvorhaben gut planen kannst und dir schon Angebote einholen kannst.

                                                                                                                      Die Erstplanung ist der Schritt davor, dort wollen wir den idealen Grundriss für dich erarbeiten. Das ist ein Online-Programm für in der Gruppe. Dabei gehen wir folgenderweise vor:

                                                                                                                      –          Zuerst besprechen wir deine Zielsetzung, Planungsgrundsätze und den Standort. Unabhängig davon, ob es ein Neubau, Umbau oder Umbau mit Anbau werden soll, wissen wir dann, wie der Grundriss entsprechend der Himmelsrichtungen ideal zu deinem Standort passen kann und auf was wir achten müssen.

                                                                                                                      –          Anschließend platzieren wir die Elemente im Stall:  Alles, was man an Elementen und Technik in den Stall hineinbekommen möchte, passen wir an. Dabei achten wir darauf, einen sinnvollen Platz zu finden und auch auf die richtige Größenordnung.

                                                                                                                      In der Erstplanung geht es auch um Finanzierung und Wirtschaftlichkeit deines Bauvorhabens. Du wirst dabei Schritt für Schritt lernen, wie man einfach und effizient einen Grundriss plant und zeichnet. Es gibt zudem eine Strategie, wie man weitere Schritte bereits sinnvoll mit einbinden kann, damit du möglichst zügig und kostensparend durch die Planung kommst.

                                                                                                                      Die Kuhstallbau-Erstplanung ist für dich dann besonders interessant, wenn du auf deinen ersten sinnvollen Grundriss kommen möchtest. Es kann dann die Basis sein, von der du überlegen kannst, ob du mit dem Kuhstallbau-Onlinekurs weitermachen möchtest.

                                                                                                                      Wenn du dich bis zum 20. Februar bei mir meldest, hast du die Möglichkeit, Teil der Gruppe zu sein, die Ende Februar mit der Erstplanung startet. Wenn dich die Erstplanung interessiert, solltest du dich direkt bei mir melden.

                                                                                                                      Fazit:

                                                                                                                      Der Grundriss entscheidet über die spätere Arbeit.

                                                                                                                      Als erstes muss der Grundriss ausgearbeitet werden.

                                                                                                                      Mit der Kuhstallbau-Erstplanung kommst du noch zielgerichteter auf den passenden Grundriss für deinen Umbau oder Neubau.

                                                                                                                      In dieser Folge geht es um die Stallplanung für den Biobetrieb der Familie Sichler, die von einem Anbindestall in einen modernen Laufstall mit 35 Milchkühen und AMS wechseln möchte. Du erfährst, wie sie die Erstplanung mit der Kuhstallbau-Onlineberatung gemeistert haben.

                                                                                                                        Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                        Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                        Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                        In dieser Folge geht es um die Planung eines neuen Stalles. Du erfährst von den Herausforderungen der Betriebsleiterfamilie und Details von der Planung hin zum Neubau.

                                                                                                                        In der heutigen Folge heute habe ich eine Familie zu Gast, die vom alten Anbindestall raus und in einen neuen Laufstall kommen will. Du liest den Weg durch die Erstplanung.

                                                                                                                          Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                          Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                          Meine heutigen Interviewgäste möchten einen neuen Stall für 35 Milchkühe mit AMS auf die grüne Wiese bauen. Für ihren im Nebenerwerb geführten Biobetrieb ist vor allem eine einfache Bewirtschaftung des neuen Stalles wichtig. Auf dem neuen Standort steht bereits eine Maschinenhalle, die Fahrsiloanlage, und es schließt die Weidefläche direkt an. Die beiden waren bei der Kuhstallbau-Erstplanung dabei. Ich freue mich, dass sie hier sind. Willkommen Regina und Stefan Sichler!

                                                                                                                          Ihr habt Großes vor. Was ist das Problem mit dem bestehenden Stall?

                                                                                                                          Wir sind ein Bio-Betrieb mit Kombi-Haltung. Den Stall hat mein Vater in den 80er Jahren umgebaut und der ist einfach in die Jahre gekommen. Wir treiben unsere Kühe über einen Teil der Dorfstraße nach draußen, das ist problematisch wegen der Verkehrssicherheit. Am Standort im Ort hätten wir keine Möglichkeit, den Stall zukunftsfähig zu erweitern. Deswegen wollen wir näher an die Weide, raus aus der Ortschaft und Entwicklungsmöglichkeiten schaffen.

                                                                                                                          Warum habt ihr Euch für die Erstplanung bei Kuhstallbau-Onlineberatung entschieden? 

                                                                                                                          Stefan: Grundsätzlich habe ich mich schon lange mit dem Stallbau beschäftigt. Durch die sozialen Medien sind wir auf Dich aufmerksam geworden. Ich habe auch an vielen Stallbau-Lehrfahrten teilgenommen. Dort wird einem geraten, nicht eine fertige Lösung zu nehmen, sondern sich den Stall individuell zu planen, gerade weil die Kuhplatzkosten sehr hoch sein können. Und dann fragt man sich: „Individuell, ja, aber wie?“

                                                                                                                          Regina: Das Ganze ist im Alltag mit drei kleinen Kindern nicht einfach. Stefan arbeitet viel. Da bleibt am Ende des Tages nicht viel Zeit. Als wir drei uns für die Planung zusammengesetzt haben, haben wir das regelmäßig gemacht und immer wieder neue Impulse und Input bekommen. Damit sind wir weitergekommen.

                                                                                                                          Wie war da die Zusammenarbeit für euch?

                                                                                                                          Stefan: Das war sehr individuell abgestimmt auf unseren Betrieb, also so, wie wir uns das auch vorstellen konnten. Wir haben relativ schnell eine Lösung gefunden und ich bin sehr begeistert von unserem neuen Grundriss.

                                                                                                                          Regina: Ich fand, dass es sehr konstruktiv war. Wir hatten unsere Vorstellungen, aber im Gespräch hat sich dann gut herauskristallisiert, in welche Richtung das Ganze gehen soll. Denn einige Dinge waren noch unklar, wie sich dann herausgestellt hat. Wir alle drei haben an einem Strang gezogen, jeder hat Ideen dazu gegeben und jeder war offen und hat versucht, sich die Ideen durch den Kopf gehen zu lassen.

                                                                                                                          Musstet ihr euch von einigen Ideen verabschieden, weil ihr gemerkt habt, dass sie zwar schön, aber unrealistisch sind? 

                                                                                                                          Stefan: Die eine oder andere Idee verwirft man schon. Manchmal merkt man im Gespräch, dass die Idee nicht wertvoll ist. In dem ein oder anderen Detail musstest du aber auch Überzeugungsarbeit leisten, um uns etwas glaubhaft zu machen, dass etwas arbeitstechnisch besser ist.

                                                                                                                          Wie zufrieden seid Ihr mit der aktuellen Planung und dem fertigen Grundriss? 

                                                                                                                          Stefan: Wir sind auf jeden Fall einen großen Schritt weiter und tappen nicht mehr im Dunkeln. Wir wissen jetzt, wie es aussehen soll und können auch noch Details anpassen. Der grobe Grundriss steht jetzt auf jeden Fall.

                                                                                                                          Regina: Ich finde, dass durch die Treffen die ganze Geschichte viel konkreter geworden ist. Wir hatten auf einmal unseren Plan visuell vor Augen, der Vorentwurf eingebettet in die Gegebenheiten hier vor Ort. Da hatte ich das Gefühl, dass jetzt etwas in Bewegung kommt. Das war sehr motivierend. Außerdem war es ganz individuell auf uns abgestimmt.

                                                                                                                          Stefan: Wir haben uns nichts überstülpen lassen von einer Firma oder einem Vertreter, also es war keine Kopie von einem anderen Stall, was dann nicht zu uns gepasst hätte. Wir haben also nicht mit jemandem gesprochen, der uns einen Stall verkaufen wollte, sondern wir haben die Planung mit einem Praktiker gemacht, der jeden Tag etwas mit diesem Thema zu tun hat.

                                                                                                                          Hat sich dann die Investition in die Erstberatung für euch gelohnt?

                                                                                                                          Regina: Ja. Das hat uns weitergebracht. Wir haben jetzt die ersten Termine und Preise eingeholt. Es wird jetzt konkret.

                                                                                                                          Wenn euch jemand fragen würde, wie die Zusammenarbeit funktioniert hat, was würdet ihr sagen?

                                                                                                                          Regina: Ich habe das sehr konstruktiv empfunden. Zwischen unseren Treffen waren auch andere Berater hier. Einer war sofort etwas pikiert, wenn wir Dinge in Frage gestellt haben, die er uns vorgeschlagen hat. Du warst da immer sehr offen, hast dir unsere Pläne angeschaut, Elemente daraus aufgenommen. Und wenn du etwas anders gesehen hast, hattest du auch gute Argumente.

                                                                                                                          Was möchtet ihr zukünftigen Stallbauern mit auf dem Weg in die Planung geben?

                                                                                                                          Regina: Man muss sich bewusst machen, dass ein Stallbau ein Prozess ist. Man hat einen Entwurf oder ein Modell und dann wirft immer wieder jemand einen Blick darauf und man ändert wieder alles. Das ist also nichts statisches, sondern man sollte beweglich bleiben und sich austauschen. Besonders mit anderen Landwirten. Und man sollte sich ganz viele Ställe anschauen.

                                                                                                                          Stefan: Genau. Das Bild formt man solange weiter, bis sich der Nebel gelichtet hat und es ganz klar ist. Man sollte nichts übers Knie brechen, denn die Planung ist ja auch ein Teil vom Bauvorhaben. Wenn man das in die eigene Hand gibt, kann man Fehler vermeiden, die einem dann im Stall für ein, zwei Jahrzehnte Probleme bereiten.

                                                                                                                          Man ist immer selbst verantwortlich für das, was man macht, auch beim Stallbau. Wenn da irgendetwas nicht funktioniert, trägt man da den Schaden am Schluss immer selbst. Deswegen ist es wichtig, dass man es so macht wie ihr beiden und darüber spricht und sich helfen lässt. Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für euer Stallbauprojekt!

                                                                                                                          Interesse geweckt?

                                                                                                                          Wenn dir ein vernünftiger Start in die Planung wichtig ist, melde dich bei mir, ich begleite dich Schritt für Schritt zu deinem sinnvollen Grundriss, egal ob das ein Neubau ist oder ein Umbau oder ein Umbau mit Anbau oder nur ein Anbau. Dieser wird nicht nur für dich passen, sondern für alle, die darin arbeiten!

                                                                                                                            Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                            Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                            Wer gesund ist, hat viele Ziele. Wer krank ist, hat nur ein Ziel: Gesund werden. In dieser Folge nehme ich dich mit in körperliche, geistige und finanzielle Gesundheit, vor allem in der Stallbauzeit ist die eigene Gesundheit besonders wichtig.

                                                                                                                            In der heutigen Folge heute möchte ich dich auf meine eigene Reise mitnehmen. Ich habe mich in den letzten Jahren viel mit den Themen Gesundheit, Mindset (Eigenes Denken) und Finanzen beschäftigt. Aber Achtung, es geht heute nicht direkt um den Stallbau oder Umbau an sich. Wenn dich das Thema nicht interessiert, dann schalte einfach weiter und hör dir die anderen Folgen an, in denen es um den Stall- und Stallumbau geht. Heute geht es um eben die Sachen, die dich als Betriebsleiter oder als Betriebsleiterin betreffen, abseits der reinen landwirtschaftlichen Thematik.

                                                                                                                              Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                              Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                              1. Körperliche Gesundheit erhalten

                                                                                                                              Die erste Frage, die ich dir stelle: Fühlst du dich fit und gesund, wenn du morgens aufstehst und freust dich auf den Tag? Wenn wir gut auf unsere Ernährung achten, wird das richtig gut belohnt. Zum einen bleiben wir körperlich fit & gesund. Denn das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Herzinfarkte sinkt. Sogar das Krebsrisiko kann durch eine gute Ernährung sinken. Deshalb möchte ich hier in dem ersten Punkt der körperlichen Gesundheit auf einige Aspekte eingehen, mit denen ich mich in den letzten Jahren beschäftigt habe:

                                                                                                                              Nährstoffe ergänzen

                                                                                                                              Als ausgebildeter Landwirt kennst du das Minimumgesetz. Das bedeutet: Im Pflanzenbau beschränkt der am wenigsten vorhandene Nährstoff das Pflanzenwachstum, egal wie viel von den anderen Nährstoffen vorhanden ist. Beim Menschen ist das ähnlich, da deckelt es die Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Ähnlich ist es bei Kühen, denen man Mineralfutter zusätzlich füttert. Lässt man diese Mineralstoffe weg, leidet die Gesundheit. Also gibt man Milchkühen und Mutterkühen zusätzliche Nährstoffe, die durch das Grundfutter allein nicht gedeckt werden können. Warum ergänzen so wenige Menschen Mineralstoffe und Vitamine? Meiner Meinung nach liegt es daran, dass die Pharmakonzerne damit nicht viel verdienen und diese Produkte daher kaum bewerben. Zumindest in den Wintermonaten machen einige zusätzliche Nährstoffe viel Sinn:

                                                                                                                              –         Vitamin 3 und K2: Das stabilisiert die Knochen und fördert das Immunsystem. Es gibt sie als Tabletten oder als Tropfen auf Ölbasis. Wenn man 2.000 bis 5.000 internationale Einheiten zu sich nimmt, ist man z. B. weniger grippeanfällig und ist fitter. Man kann das im Blut messen und sollte sich dann an den oberen Zielwerten orientieren. Besonders bei kleinen Kindern sollte man Vitamin D3 ergänzen, weil sie dann weniger Krankheiten und Allergien entwickeln. Erwachsene können Vitamin D3 täglich oder wöchentlich ergänzen. Es wirkt zudem positiv auf den Blutdruck. Man kann da nicht viel falsch machen, sondern unterstützt einfach seinen Körper.

                                                                                                                              –          Magnesium: Hier ist es ebenfalls so, dass man besser zu viel als zu wenig hat. Wer wissen möchte, wo er da steht, kann sein Blut untersuchen lassen.

                                                                                                                              Eiweißreiche Ernährung

                                                                                                                              Wer gesund bleiben möchte, sollte auf eine eiweißreiche Ernährung achten. Dazu gehört eine Ernährung mit Fleisch, Fisch, Eiern und einigen Milchprodukten wie Käse, Quark, Joghurt und auch Nüssen. Von diesen Lebensmitteln sollte man genug zu sich nehmen, die Empfehlung liegt etwa bei 1,5 g/kg Körpergewicht Eiweiß. Man kann zum Beispiel über eine App kontrollieren, wie viel man davon zu sich nimmt. Die Empfehlung, der ich selbst folge, liegt bei 3 Gramm je Kilogramm Körpergewicht, das ist das Doppelte der offiziellen Empfehlungen. Eiweiß ist wichtig, um das Immunsystem zu erhalten, denn dieses besteht fast nur aus Eiweiß. Auch, wer Muskeln aufbauen oder erhalten möchte, ist auf viel Eiweiß angewiesen. Im gesamten Stoffwechsel und im Blut wird viel Eiweiß benötigt. Eiweiß setzt sich aus Aminosäuren zusammen. Das sollte man also auf keinen Fall weglassen oder reduzieren. Es gibt aber auch die Meinung, dass Fleisch, Eier und Milchprodukte ungesund oder schlecht für die Umwelt sind. Da kann man zustimmen oder nicht. Ich denke, dass die meisten Landwirte wissen, wie wertvoll Eiweiß ist.

                                                                                                                              Viel Gemüse, wenig Zucker und Alkohol

                                                                                                                              Auch, wenn es manchmal etwas verpönt ist, ist es wichtig. Eine Ernährung mit viel Gemüse und wenigen Kohlenhydraten wie Zucker, Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln ist gut. Lebensmittel mit viel Kohlenhydraten werden bei der Verdauung bis zum Einfachzucker aufgespalten und haben dann eine ähnliche Wirkung wie Zucker, wenn auch nicht so schnell. Zucker, besonders in Reinform, ist Gift für den Körper. In vielen süßen Getränken ist Fructose enthalten, auch in Kuchen und Gebäck. Das ist für den Körper schädlich, abhängig von der Dosis. Ähnlich ist es bei Alkohol. Wer Probleme mit der Verdauung hat, kann sich mit antientzündlicher Ernährung beschäftigen. Denn es gibt Unterschiede zwischen den Lebensmitteln, die entzündlich im Körper wirken. Das soll nicht bedeuten, dass man komplett auf Brot, Nudeln und Kartoffeln verzichten muss. Man kann sich langsam rantasten und zum Beispiel versuchen, einen Tag in der Woche auf zuckerhaltige Getränke zu verzichten und bewusst viel Eiweiß und gesunde Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, also viel Gemüse und Salat. Wenn das funktioniert, kann man das gut auf 5 oder 6 Tage in der Woche ausdehnen. Damit bleiben immer noch ein bis zwei Tage, an denen man Essen gehen oder mal ein Bier trinken kann. Die Belohnung dafür ist, dass man fit und vital und voller Energie in den Tag startet.

                                                                                                                              Ernährung mit Bewegung kombinieren

                                                                                                                              Zusätzlich kann man das gut mit Bewegung kombinieren. Als Landwirt hat man schon eine recht gute Bewegung im Alltag. Man kann dann zusätzlich noch gezielt zum Beispiel kleine Trainingseinheiten ergänzen, zum Beispiel über die App „Seven“ . Wenn man sich mit sich selbst vergleicht, hat man die Möglichkeit, Fortschritte zu machen. Meine Frau und ich machen das seit einigen Monaten und wir sehen bei uns gute Erfolge. Zu dem Thema gibt es einen Podcast, den ich empfehlen kann:

                                                                                                                              –          „Beste Version von dir“ – Podcast mit Ralf Bohlmann

                                                                                                                              2. Psychisch gesund bleiben

                                                                                                                              Einheit aus Körper und Geist beachten

                                                                                                                              Sowie der Körper an sich nicht nur aus einzelnen Organen besteht, besteht der Geist nicht nur aus einem Element, sondern hat einen ganz engen Zusammenhang mit dem Körper. Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen unserem Gehirn und unserem Immunsystem. Das bedeutet: Unsere Art und Weise zu denken, macht etwas mit unserem Immunsystem. Im schlimmsten Fall können unsere Gefühle den Körper sogar krank machen. Du kennst bestimmt den Placebo-Effekt. Dieser wird oft bei Medikamenten genutzt. Es gibt Probanten, die eine Tablette oder Behandlung ohne den eigentlichen Wirkstoff erhalten. Es kommt oft vor, dass diese Patienten das Gefühl haben, ihnen wurde geholfen und dadurch geht es ihnen schon besser. Das bedeutet, dass Zuversicht wahnsinnig bei der Heilung hilft. Was man außerdem weiß, ist, dass Dauerstress schlecht für die Gesundung ist und auch krank macht.

                                                                                                                              Positiv Denken

                                                                                                                              Wer positiv denkt, hat immer wieder Vorteile. Sehr hilfreich ist zudem Dankbarkeit für die guten Dinge. Ich persönlich bin ein recht dankbarer Mensch und schaue immer wieder auf das, was gut läuft und welche Dinge sich gut entwickelt haben. Ich setze mich auch lieber mit positiven Nachrichten auseinander als mit negativen Dingen wie zum Beispiel Krieg auf der Welt, weil wir das meistens eh nicht beeinflussen können. Ich verfolge das Weltgeschehen, schaue aber nicht jeden Tag die Tagesschau. Mir geht es viel besser, seitdem ich nur noch ganz wenig Zeitung lese. Zuversichtlich zu bleiben ist eine wertvolle Sache.

                                                                                                                              3. Finanziell gesund bleiben

                                                                                                                              Was ist damit gemeint? Zum einen sollen die Einnahmen im Betrieb über das Jahr höher sein als die Ausgaben. Zum anderen sollte man aus dem Gewinn des Betriebs oder aus der Kombination mit einem Einkommen gut leben können. Außerdem ist noch wichtig, dass immer genug Reserven vorhanden sind.

                                                                                                                              Rentabler Betrieb

                                                                                                                              Die Faktoren dafür können schwanken. Bei einem Betrieb mit Tieren sind das zum Beispiel die Futterkosten oder die Arbeitskräfte, die teurer oder günstiger sein können. Der Standort des Betriebs kann über die verschiedenen Kosten entscheiden. Man hat auf der anderen Seite aber selbst in der Hand, was man daraus macht, was also Investitionen und Ausgaben betrifft. Während Geld für Ausgaben nicht zurückkommt, ist Geld für Investitionen nach einer gewissen Zeit amortisiert. Wenn man zum Beispiel einen teuren Schlepper kauft, den man aber nur wenige Stunden im Betrieb braucht, steht das für mich nicht im Verhältnis. Andersherum ist eine Investition in einen Futteranschieber für mich fast immer eine gute Sache, wenn dadurch die Kühe vielleicht etwas mehr Futter aufnehmen. Wer das immer gut überlegt, hat meist mehr Geld im Geldbeutel als jemand, der immer nur unüberlegte Dinge kauft. Wer einen rentablen Betrieb führt, seine Kosten im Griff hat und überdurchschnittlich gut ist, der kann sich meistens auch einen Stallbau leisten.

                                                                                                                              Einkommen reicht zum guten Leben

                                                                                                                              Das ist eine wichtige Grundvoraussetzung, dass von der Milchkuhhaltung etwas übrig bleibt. Wer nebenbei noch anderes Einkommen hat, etwas über Photovoltaik, Ferienwohnungen oder ein weiteres Einkommen, kann noch besser aufgestellt sein als jemand, der nur Milchkühe hält. Das liegt daran, dass die Kosten für den Lebensunterhalt ständig ansteigen. Da ist es wichtig, dass alle Einkommen zusammengerechnet gut reichen.

                                                                                                                              Genügend Reserven sind vorhanden

                                                                                                                              Wer immer mindestens zwei Milchgelder dauerhaft auf die Seite legt, ist in meinen Augen immer auf der sicheren Seite. Damit ist man auch in Krisenzeiten etwas abgesichert. Liquidität steht für mich immer vor Rentabilität. Man kann beides auch gut kombinieren, wenn man Tagesgeld und Girokonto kombiniert. Dann muss immer genügend vorhanden sein für die Abbuchungen des Betriebs und was man zum Leben so benötigt. Man kann alternativ Geld schnell verfügbar anlegen. Das wäre dann vielleicht einfacher als eine Diversifikation des Betriebs, die oft mit mehr Aufwand einhergeht, wie zum Beispiel eine Biogasanlage. Da hat man mit den Anträgen, Ölwechseln, Wartungen oft einen höheren Aufwand und unterm Strich weniger davon. In unserem Fall hätten wir mehr Abhängigkeiten und Nachteile.

                                                                                                                              Wer mit allen drei Punkten mindestens mittelmäßig bis gut da steht, hat den Vorteil, dass man den Betrieb gut weiterführen kann und auch beim Stallbau gut dasteht. Wer diesen Dreiklang aus körperlicher, geistiger und finanzieller Gesundheit schafft, steht viel besser da, als wenn man irgendwo große Defizite hätte. Ich wünsche dir, dass du dich damit beschäftigst. Vielleicht änderst du die eine oder andere Gewohnheit und fühlst dich irgendwann besser als zuvor.

                                                                                                                              Fazit: Dein Erfolg beginnt bei dir!

                                                                                                                              • Als gesunder Betriebsleiter hat man nur Vorteile!
                                                                                                                              • Krankmacher beziehungsweise schlechte Gewohnheiten sollten einfach durch gute Gewohnheiten ersetzt werden!
                                                                                                                              • Wer sich Finanzwissen aneignet, kann den Betrieb noch besser aufstellen!

                                                                                                                              Mich würde es freuen, wenn du mir eine Rückmeldung geben möchtest, zu dieser vielleicht durchaus außergewöhnlichen Folge. Mich interessiert, ob du irgendwas mitgenommen hast, wo du sagst „So habe ich da vielleicht noch gar nicht so darüber nachgedacht“. Schreib mir gerne auf Instagram oder per E-Mail. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir eine kurze Rückmeldung gibst. Vielleicht war etwas Interessantes dabei, lass es mich auch wissen, wenn du lieber im Kuhstallbau-Podcast in Zukunft lieber weiterhin nur Stallbau-Themen hören möchtest!

                                                                                                                                Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                In dieser Folge möchte ich dir einen Einblick hinter die Kulissen von Kuhstallbau Onlinekurs geben und dir von meinen Zielen für 2025 erzählen.

                                                                                                                                In der heutigen Folge heute möchte ich dir einen Einblick geben in die Kuhstallbau-Onlineberatung, in die Landwirtschaft und auch privat. Wir befinden uns am Anfang des neuen Jahres und da wünsche ich dir für dieses Jahr 2025 alles Gute für Dich, die Familie und den Hof!

                                                                                                                                  Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                  Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                  Jetzt anmelden >>

                                                                                                                                  Wenn du einen Stallbau oder einen Umbau vorhast oder einfach die Situation für deine Kühe verbessern möchtest, macht es ganz viel Sinn, dass du dir deine Ziele schriftlich notierst. Ich persönlich mache das und nehme mir dafür Zeit. Meine Frau und ich überlegen dann gemeinsam, was im neuen Jahr ansteht und versuchen, da auch dran zu bleiben, damit es vorwärts geht. Ziele, die man schriftlich festhält, können leichter umgesetzt werden. Denn: Man kann Dinge leichter erreichen, wenn man sie sich vorstellen kann. Deswegen ist es zum Beispiel bei der Zielsetzung Umbau eines Stallbereichs hilfreich, wenn man aufschreibt, was dafür die ersten Schritte sein können. Die ersten Schritte können sein, dass man aufzeichnet, wie das Stallabteil zukünftig aussehen soll. Dann bekommt man nämlich ein Bild vor Auge, mit dem man viel besser vorwärts kommt. Diese Zeichnung hängst du dann am besten an einer Stelle auf, an der du oft vorbeigehst, je öfter, umso besser.

                                                                                                                                  Was gibt es Neues bei der Kuhstallbau-Onlineberatung?

                                                                                                                                  Was kannst du erwarten in 2025? Es wird auf jeden Fall in diesem Jahr wieder spannende Interviews geben, um Einblicke von außerhalb zu erhalten. Auch von meiner Seite möchte ich wieder verschiedene Themen beleuchten. Ich möchte dir auch in diesem Jahr wieder zeigen, wie man Dinge sehen kann. Außerdem werden wir Interviews mit Kursteilnehmern und anderen aktiven Stallbauern hören. Wenn es ein Thema oder einen Interviewgast gibt, von dem du sagst „Das könnte gut passen“, schick mir gerne deinen Vorschlag an kontakt@kuhstallbau.com.

                                                                                                                                  Im Kuhstallbau-Onlinekurs sind wieder viele Kuhstallbauer dabei. Es macht Spaß, die Entwicklung während der Planungsphase zu beobachten. Und ich sehe auch, dass in allen Planungen immer noch ein riesiges Potenzial steckt. Es gibt viele Stallbauer, die sich sicher sind, dass sie alle Details zusammen haben und nur noch mit dem Bau starten müssen. Auch bei diesen Betrieben kann durch die Online-Beratung noch deutliche Fortschritte erzielen, wenn man die Planung durch die Augen der Kuh und der Arbeitswirtschaft sieht.

                                                                                                                                  Aktuell sind rund 30 Landwirte in der Beratung. Wir treffen uns regelmäßig online und sprechen über die Planung sowie Baudetails und Arbeitsabläufe. Das ist ein wertvoller Austausch für Landwirte, die bereits in der Planung stecken, und genauso für Landwirte in der Erstplanung. Oft stellt sich die Frage, wie man am besten zu einem passenden Grundriss kommt. Da habe ich schon einen Schwung Landwirte, die ich bei diesen Schritten von der Idee bis zum konkreten Grundriss begleiten darf.

                                                                                                                                  Wenn das für dich spannend ist, darfst du dich gerne bei mir melden. Wir klären dann, wie weit du schon bist mit deiner Planung und ob der Kuhstallbau-Onlinekurs für dich passt. Wenn Du schon einen konkreten Plan hast, können wir über die Umsetzung sprechen, damit du das Potenzial so gut wie möglich ausschöpfen kannst. Wenn du in der frühen Planungsphase steckst und noch auf der Suche nach einem passenden Grundriss bist, können wir auch darüber sprechen und du kannst durch die Betreuung und den Podcast Impulse und Ideen für deine Planung erhalten.

                                                                                                                                  Mein Ziel ist es, dir immer einen Mehrwert zu bieten. Gib mir dazu gerne auch eine Rückmeldung, inwieweit du damit zufrieden bist.

                                                                                                                                  Was gibt es bei uns auf dem Hof Neues?

                                                                                                                                  Bei uns zuhause auf dem Hof überlegen wir immer noch, wie wir den Trockensteherstall umbauen können. Unser alter Stall wurde 1987 vom Anbindestall zum Kuhstall umgebaut und im Zuge des Neubaus des neuen Kuhstalls wurde der alte Stall mit Abkalbeboxen umgebaut, sodass dort jetzt ein Teilbereich mit alten Liegeboxen ist, die etwas modernisiert wurden. Daneben befindet sich ein Strohbereich für die Abkalber. Dieser Stall ist in meinen Augen für einen Umbau fällig, weil die Maße dort nicht mehr richtig passen, besonders bei den Übergängen zum Laufgang. Zudem sind der Futtertisch und das Fressgitter sanierungsbedürftig, da beides alt ist und nicht mehr die Funktionen aufweist, die man sich wünscht. Man könnte das auch noch 20 Jahre so lassen, ich denke aber, dass die Trockensteher es einem danken werden, wenn sie in super Liegeboxen mit passenden Maßen liegen können.

                                                                                                                                  Auch der Kälberbereich hat noch Potenzial. Nach der Tränkephase bzw. zum Abtränken fehlen uns dort noch einige Plätze, da ist es etwas knapp. Das wollen wir auch in dem Umbau vom Trockensteherstall realisieren. Der Jungviehstall soll ebenfalls optimiert werden, da er 25 Jahre alt ist und in einigen Punkten nicht mehr zeitgemäß, z. B. bei den Liegeboxen. Eventuell könnten wir dort den Futtertisch rausnehmen und ein Futterband einbauen. Damit würde man gleichzeitig im Stallbereich mehr Platz schaffen für die Jungtiere, das wäre super. Die Überlegungen dazu sind aber noch nicht abgeschlossen. Wir werden das in diesem Jahr planen und dann vielleicht 2026 oder 27 in die Umsetzung gehen.

                                                                                                                                  Ein neues Fahrsilo steht ebenfalls an, das wollen wir spätestens bis zur Maisernte umsetzen, vermutlich im Frühjahr oder Sommer. Dann überlegen wir noch, die Fläche vor dem Kuhstall zu pflastern, dort liegt aktuell noch Kies. Es gibt noch einige Kleinigkeiten, die fertig werden sollen. Wir werden in jedem Fall genug zu tun haben! Dafür werden wir uns Schritt für Schritt vorwärts arbeiten und immer am Ball bleiben.

                                                                                                                                  Außerdem gibt’s eine neue Stelle zu besetzen im Bereich Füttern und allgemeine Arbeiten. Wenn du jemanden kennst, für den so eine Stelle interessant ist, schau gerne auf kuhstallbau.com/jobs, da ist die Stelle noch einmal genau beschrieben.

                                                                                                                                  Und private Ziele für 2025?

                                                                                                                                  Auf der privaten Seite ist auf jeden Fall ein Thema, sich mehr Zeit für die Familie zu nehmen. Da waren wir schon auf einem guten Weg. Auch für mich selbst Zeit zu nehmen, ist ein Ziel. Wir haben aber auch noch einige Baustellen, z. B. beim Garten. 2023 haben wir das Haus umgebaut, auch letztes Jahr ist da noch viel geschehen rund ums Haus. Draußen fehlt aber noch einiges, das wollen wir in diesem Jahr auch angehen.

                                                                                                                                  Auch für die Weiterentwicklung ist mir wichtig, dass ich mir Zeit nehme, sowohl unternehmerisch als auch das Prinzip gesunder Betriebsleiter. Da erwartet dich beim nächsten Mal eine Folge abseits von Kühen und der Landwirtschaft ist. Das möchte ich einen Einblick von außen auf das Thema „Gesunder Betriebsleiter, gesunder Betrieb“ geben. Vor allem im letzten Jahr habe ich mich intensiv mit Ernährung, der Kombination mit Bewegung beschäftigt und den Effekten auf Fitness und Gesundheit. Für den Alltag und das Alter ist das sehr interessant, besonders, wenn man dadurch jeden Tag einfach etwas mehr Energie hat.

                                                                                                                                  Es steht auf jeden Fall wieder einiges an in 2025. Ich wünsche dir für diese Zeit für das neue Jahr einen guten Start und ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen!

                                                                                                                                  Fazit

                                                                                                                                  Auch im neuen Jahr gibt es bei der Kuhstallbau-Onlineberatung Impulse und Ideen für Kuhstallbauer, im Kurs sowie im Podcast

                                                                                                                                  Auf dem Hof haben wir eine Menge vor, beginnen wollen wir mit der Planung für einen Umbau des Trockensteherbereichs.

                                                                                                                                  In der nächsten Podcastfolge hörst du einen Impuls für ein gesundes Leben mit viel Energie für deine Aufgaben als Betriebsleiter

                                                                                                                                    Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                    Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                    Im zweiten Teil vom Interview mit Klauenexperte Karl Bürgi geht es um den Boden für Kühe, Gummimatten auf den Laufgängen und was erfolgreiche Betriebe mit guten Klauen gemeinsam haben. 

                                                                                                                                    Im ersten Teil vom Interview ging es um die funktionelle Klauenpflege nach Bürgi. Wir haben erfahren, was in der Klauenpflege wirklich wichtig ist und wie oft die Klauenpflege erfolgen sollte. Heute geht es um die stallbaulichen Aspekte. Wir wollen über den Boden im Stall und Gummibeläge sprechen sowie darüber, was Betriebe mit erfolgreicher Klauenpflege gemeinsam haben. 

                                                                                                                                      Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                      Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                      Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                      Welche Eigenschaften braucht ein Boden, damit gesunde Klauen gut darauf stehen können?

                                                                                                                                      Als Erstes muss eine Kuh eine flache und plane Lauffläche mit Rillenstruktur haben. Die Rillen helfen der Kuh, beim Laufen nicht auszurutschen. Auf Betonböden wird dafür meist in Laufrichtung eine Rille von 1,9 cm breit und 1 cm tief eingefräst. Dazwischen haben wir dann eine Fläche von ungefähr 63 Millimeter. Mit diesen Dimensionen ist eine Klaue immer auf der Rille und wir sehen beim Klauenschneiden, dass die Kühe dort kaum ausrutschen. 

                                                                                                                                      Spaltenböden können hingegen besonders zu Beginn sehr aggressiv auf die Klaue wirken, da sie meist angeraut sind. Da muss man aufpassen, dass man die Klauen nicht zu scharf schneidet, weil im ersten Jahr so viel natürlicher Abrieb im Stall ist. Die neuen Spaltenböden, die mittlerweile in Europa eingebaut werden, haben aber eine gute Lauffläche für die Klaue und sind besser geeignet als zum Beispiel Böden aus Gussasphalt. 

                                                                                                                                      Manchmal wird der Boden allerdings auch zu glatt. Harnstein oder Kalk im Wasser zum Beispiel führen dazu, dass der Boden glatter wird. Man kann Rillen einfräsen in den Boden, aber wenn die Distanz zu groß sind, ist die Fläche dazwischen immer noch zu glatt. Dort würde ich eine chemische Behandlung der Böden empfehlen. Gegen Harnstein kann man zum Beispiel Natriumsulfat als Granulat auf die Böden streuen, um sie wieder anzurauen. Wenn das nicht funktioniert, würde ich einen bis zwei Millimeter der Oberfläche mit einem Diamantscheiben entfernen. 

                                                                                                                                      Ganz wichtig ist dabei, die Rillen immer in Richtung des Verkehrs zu ziehen. Querrillen sehe ich nicht gerne, da der Entmister die Querrillen nicht richtig säubern kann. Dann hat man sofort eine höhere Bakterienbelastung im Boden, was eine große Gefahr birgt, dass Kühe sich mit Mortellaro infizieren. 

                                                                                                                                      Siehst du bei der Klauengesundheit einen Unterschied zwischen planbefestigten Böden und Spaltenböden?

                                                                                                                                      Auf kleinen Betrieben mit bis zu 120 Kühen funktionieren Spaltenböden. Besonders in Roboterbetrieben, in denen die Kühe keine großen Strecken laufen müssen. Auf größeren Betrieben habe ich mit Spaltenboden kaum gute Ergebnisse gesehen. Da sind die Laufflächen nicht immer flach und die Kuh kann nicht wählen, wo sie läuft. Manchmal werden die Spalten dann mit Gummimatten bedeckt, die dann manchmal die Spaltenöffnungen verkleinern. Das funktioniert gut, wenn ein Spaltenroboter alle 2 bis 3 Stunden reinigt. 

                                                                                                                                      Bei Gummiböden muss man jedoch besonders darauf achten, dass die Liegeboxen sehr gut sind. Sonst stehen die Kühe zu viel auf den Gummiböden. Die Kuh sollte zum Beispiel nur viereinhalb bis fünf Stunden am Tag am Futtertisch stehen. 

                                                                                                                                      Siehst du ein Problem mit den Spaltenweiten von 3,5 Zentimeter? Wären kleinere Spalten besser für die Kuh? 

                                                                                                                                      Ja, ich denke, kleiner wäre besser. Das Problem ist dann aber die Entmistung. Problematisch bei der größeren Spaltenbreite ist zudem, dass wenn die Spalten im 90°-Winkel zum Fressplatz liegen, die Innenklaue in die Spalten rutschen kann, wenn die Kuh am Fressplatz steht. Das kann die Spitze der Innenklaue oder den inneren Tragrand beschädigen und zu Lahmheit führen. Es können Entzündungen an der Sohlenspitze auftreten oder Sohlenspitzengeschwüre.

                                                                                                                                      Was ist da dein Favorit, Gummimatten auf die Laufgänge oder nicht?

                                                                                                                                      Nein, ich würde alles Geld in die Liegeboxen investieren. Kühe sollten nur 4,5 bis 5 Stunden fressen und 12 bis 14 Stunden täglich liegen. Da sind gute Liegeboxen wichtiger als Böden! Man hat weniger Probleme mit den Klauen, wenn die Kühe viel abliegen. Gummi kann man dann dort verlegen, wo viele Kühe mehr Zeit verbringen, also rund um die Roboter, bei Abbiegungen von 90° und dort, wo man Kühe treibt. 

                                                                                                                                      Was zeichnet Betriebe mit guter Klauengesundheit noch aus?  

                                                                                                                                      Griffige Böden! Wenn man im Stall zu glatte Böden hat und keine Rillenstruktur einfügen kann, kann man an einigen Stellen Gummimatten installieren. Dabei ist es sehr wichtig, die Liegeboxen richtig gut zu managen, sonst stehen die Kühe zu viel. Die Liegeboxenpflege haben die meisten Hochleistungsbetriebe gut im Griff. Dann können die Kühe 12 oder mehr Stunden am Tag abliegen, wiederkäuen und laufen dann wieder zum Fressen. 

                                                                                                                                      Was ich manchmal auf Roboterbetrieben beobachte, sind rangniedere Kühe, die viel zu lange warten bis sie in den Roboter gehen. Wir haben Versuche gemacht, in denen Kühe teilweise drei, vier Stunden warten mussten, weil sich die ranghöheren Kühe vorgedrängelt haben. Größere Betriebe können dann eine eigene Melkgruppe für die rangniederen Kühe bilden. 

                                                                                                                                      In einem Laufstall mit Melkstand ist es etwas anders, da werden die Kühe zum Melken getrieben. Oft stehen dort aber die Rinder und die frischabgekalbten Kühe sehr lange. Dort muss man darauf achten, dass die Steh- und Laufzeit für diese Tiere nicht zu lang wird. In Hochleistungsbetrieben sind die Kühe nicht länger als 2,5 bis 3 Stunden am Tag nicht an den Liege- und Fressplätzen, also unterwegs zum oder zurück vom Melken. Alles, was darüber hinausgeht, wird mehr Arbeit machen, weil einige Kühe dann zu lange stehen müssen. Besonders für lahme Kühe ist das dramatisch, weil diese Kühe noch länger stehen, da sie teilweise Schmerzen haben, sich in die Liegeboxen abzulegen. Also muss man alles versuchen, um Lahmheiten ganz zu vermeiden. 

                                                                                                                                      Welche Laufgänge haben die erfolgreichsten Betriebe? 

                                                                                                                                      Die erfolgreichen Betriebe haben flache, plane Böden mit einer Rillenstruktur in Richtung des Verkehrs. Auf den Großbetrieben wird etwa zwei bis dreimal täglich entmistet. Haben die Betriebe lange Laufgänge, laufen die Faltenschieber oft rund um die Uhr. Die erfolgreichen Betriebe haben nie viel Gülle vor den Schiebern. Kleinere Betriebe haben öfter Entmistungsroboter. 

                                                                                                                                      Welche Liegeboxen haben Betriebe mit erfolgreichem Klauenmanagement?

                                                                                                                                      Tiefstreu. Die meisten der besten Betriebe weltweit haben Sandliegeboxen. Danach kommen Liegeboxen mit Güllefeststoffen, dann Liegeboxen mit gehäckseltem Stroh. Die sind allerdings nicht einfach zu managen. Denn permanent eine gute Matratze für die Kühe zu haben, kostet sehr viel Zeit. Mit Sand eingestreute Liegeboxen hingegen haben den Vorteil, dass die Kühe im Sommer beim Abliegen nicht so stark aufheizen. 

                                                                                                                                      Welche Klauenpflegeroutine haben die erfolgreichsten Betriebe gemeinsam?

                                                                                                                                      Erfolgreiche Betriebe schneiden die Klauen zu festen Terminen, also acht bis drei Wochen vor dem Abkalben oder irgendwann in der Trockenstehzeit. Bei jungen Kühen machen viele Betriebe noch einen Mittelaktationsschnitt zwischen dem 125. Bis 150. Laktationstag. Ältere Kühe werden drei bis viermal geschnitten. Kühe mit Rötungen an den Klauen oder Sohlengeschwüren werden zusätzlich einmal am 30. bis 45. Laktationstag kontrolliert. Nachdem sollte man solche Kühe alle 90 Tage kontrollieren. Diesen Kühen wird Hauptsächlich eine gute Hohlkehlung geschnitten. Wichtig ist, dass die Kühe zwischen dem 45. und 110. Tag in Milch eigentlich nicht mehr in den Klauenstand gehen müssen. In dieser Zeit muss sie Milch produzieren, sie wird wieder besamt. Bei jeder Maßnahme kann etwas Milchmenge verloren gehen. 

                                                                                                                                      Was viele der erfolgreichen Betriebe zudem machen, ist, die Kühe drei Wochen vor dem Abkalben noch einmal zu kontrollieren und gegebenenfalls nachschneiden. Denn es kann sein, dass zwischen den Besuchen des Klauenpflegers sechs Monate liegen. Dadurch kann man schon viele Lahmheiten verhindern, die in dem kritischen Zeitraum drei Wochen vor bis drei Wochen nach der Kalbung auftreten können. 

                                                                                                                                      Welche Möglichkeit gibt es, in Kontakt mit Dir zu treten oder mehr über dich zu erfahren?  

                                                                                                                                      Am besten am besten geht das über die Website Save Cows. Über die Website kann man mir Fragen stellen. Wenn ich Zeit habe, beantworte ich diese Fragen. Ich bin aber nicht jeden Tag am Computer, denn ich schneide immer noch an zehn bis zwölf Tagen im Monat Klauen. 

                                                                                                                                      Gibt es Möglichkeiten, einen Klauenpflegekurs bei dir zu besuchen, zum Beispiel in der Schweiz? 

                                                                                                                                      Wir bieten jedes Jahr im Herbst in zwei Landwirtschaftsschulen in der Schweiz Klauenpflegekurse an. Im nächsten Jahr planen wir zudem einen Klauenmanager-Kurs in Norddeutschland an, zusammen mit Alta Genetik. Wenn es Interesse in Deinem Gebiet an einem Klauenkurs gibt, können wir das auch in deiner Nähe machen, Gusti. 

                                                                                                                                      Super! Das ist es ganz einfach: Wer Interesse an einem Klauenkurs bei Karl Bürgi hat, darf sich gerne bei Kuhstallbau melden, einfach eine E-Mail an kontakt@kuhstallbau.com schreiben, da sammeln wir Interessierte! 

                                                                                                                                      Herzlichen Dank für das wirklich sehr interessante Gespräch, Karl Bürgi!

                                                                                                                                        Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                        Im ersten Teil des Interviews geht es um die funktionelle Klauenpflege nach Karl Bürgi. Du erfährst, warum die richtige Klauenpflege so wichtig ist und wie oft Klauenpflege erfolgen sollte. 

                                                                                                                                        Dies ist der erste Teil vom Interview. In der nächsten Folge gibt es den zweiten Teil des Interviews. Dann wird es um die Bodenbeschaffenheit im Stall gehen. Du wirst erfahren, welche Böden für die Klauen gut sind und was erfolgreiche Betriebe tun, um die Klauen ihrer Kühe gesund zu halten. 

                                                                                                                                          Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                          Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                          Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                          Mein heutiger Interviewgast kommt aus dem US-Staat Wisconsin und beschäftigt sich schon fast sein ganzes Leben lang mit der Klauenpflege von Kühen. Er ist in der Ost-Schweiz auf einem kleinen Betrieb groß geworden und mit 22 Jahren in die USA ausgewandert. Die Klauenpflege wurde sein Steckenpferd, weil er mit den damaligen Behandlungsmethoden nicht zufrieden war. Mit Versuchen und wissenschaftlicher Begleitung entwickelte er ein eigenes System, um Klauen zu schneiden. Mittlerweile bringt er sein Wissen weltweit in Betriebe ein, wie man Lahmheiten bei Kühen vermeidet. Herzlich willkommen, Karl Bürgi!

                                                                                                                                          Wie unterscheidet sich die funktionelle Klauenpflege, die man im deutschsprachigen Raum kennt, von der Klauenpflege-Methode nach Bürgi?

                                                                                                                                          Die Grundlagen sind ähnlich. Ich habe geändert, wie man sie durchgeführt hat. Aus meiner Erfahrung braucht die moderne Kuh eine moderne Klauenpflege. Das bedeutet, dass man da Fortschritte machen muss und die Klauenpflege nicht wie vor 30, 40 Jahren machen sollte. Ich habe die Anatomie der Klaue intensiv studiert und viele tote Klauen seziert, um zu sehen, was innerhalb der Klaue passiert. Meine Erfahrung, die Anatomie und die Ursachen der Lahmheiten hat mich dazu bewegt, die Klauenpflege umzustellen. Zum Beispiel hat man früher immer mit der Innenklaue hinten angefangen, dann die Außenklage vorne, und hat dann die Außenklaue hinten der Innenklauen angeglichen. Das gleiche vorne, da hat man die Innenklaue der Außenklage angeglichen. 

                                                                                                                                          Ich habe beobachtet, dass dort viele Fehler gemacht wurden. Zum Beispiel hat man die Innenklaue hinten zu stark beschnitten und die Außenklaue angepasst, sodass beide Klauen zu stark geschnitten wurden. Nach meinen Beobachtungen weltweit werden rund 80 % der Kühe im Klauenstand zu stark beschnitten. 

                                                                                                                                          Bei deiner Methode gleichst du auch die Innen- und Außenklaue an. Wo ist der Unterschied?

                                                                                                                                          Im ersten Schritt messen wir beide Klauen und passen die Länge und Sohlendicke an. Im zweiten Schritt machen wir dann die Anpassung wie die funktionale Klauenpflege. Da gleicht man meist die Trachtenhöhe der Außenklaue der Innenklaue an. Wenn man aber die Kühe von Anfang an richtig schneidet, müssen wir die Trachtenhöhe nur selten anpassen. Wenn ich rund 350 bis 400 Kühe im Monat schneide, muss ich das vielleicht zweimal machen. Das liegt daran, dass wir die meisten Rinder schon drei bis acht Wochen vor dem Abkalben uns anschauen und die Hohlkehlung schneiden. Das hat einen großen Einfluss, weil wir die erste Entzündung in der Sohle vorbeugen können, allein durch das richtige Klauenschneiden. Auch der zweiten Entzündung, die meist nach dem zweiten Abkalben auftritt, kann damit gut vorgebeugt werden. Auf vielen guten Betrieben sehe ich dann keine Sohlenrötungen oder -blutungen, meist treten die erst ab der vierten Laktation auf. Das können wir durch die Klauenpflege gut ausdehnen und viele Jahre weniger Probleme damit haben. 

                                                                                                                                          Wie oft soll man die Kühe schneiden? Empfiehlst du, Jungtiere acht bis drei Wochen vor der ersten Kalbung zu schneiden oder muss das schon früher erfolgen? 

                                                                                                                                          Das kommt ganz auf das Haltungsverfahren, die Böden und die Betriebsgröße an. Wenn Tiere viel auf Tiefstreu stehen, müssen sie mit 15 bis 18 Monaten einmal in den Klauenstand für eine funktionelle Klauenpflege. Wenn die Tiere aber auf Tiefstreu gehalten werden und im Sommer auf die Weide gehen, ist das manchmal nicht notwendig. Dann reicht der erste Schnitt rund drei bis acht Wochen vor dem Abkalben. Für mich ist der Schnitt der Färsen der wichtigste Klauenschnitt für das Tier. Es ist sehr wichtig, dass drei Wochen vor und drei Wochen nach dem Abkalben keine Lahmheit auftritt. 

                                                                                                                                          Was ist deine Empfehlung bei Problemkühen? 

                                                                                                                                          Bei Problemkühen werden die hinteren Klauen am Laktationstag 30 bis 45 Tagen noch einmal kontrolliert. Ich möchte keine Kühe zwischen dem 45. und 120. Laktationstag in den Klauenstand bringen müssen. In diesem Zeitraum sind das Hochleistungstiere, wenn wir sie in ihrem Tagesablauf stören, dann kostet das Milch. Auch langfristig nimmt das Einfluss auf die Jahresproduktion einer Kuh. Das haben wir auf den Betrieben, die wir betreuen, beobachtet. Dort werden die Kühe zwischen dem 110. Und 140. Tag wieder geschnitten sowie ältere Kühe mit Problemen. Kühe, die Rötungen aufweisen, werden alle 90 Tage wieder kontrolliert. 

                                                                                                                                          Im Sommer kontrolliere ich diese Kühe sogar alle 60 Tage, weil sie bei Hitzestress mehr stehen. Für eine Kuh, die zum Beispiel 60 Liter am Tag gibt, ist es noch wichtiger, dass sie gut gekühlt wird und dass die Klauen gut funktionieren, da sie mehr steht als üblich und noch mehr Hitze als üblich produziert. Das Gewicht der Kuh muss gut auf den Klauen gelagert sein, das hat einen großen Einfluss. 

                                                                                                                                          Also reicht bei jungen Kühen eine Klauenpflege zweimal im Jahr, bei älteren oder Problemkühen vier bis sechsmal. Was empfiehlst du für einen Rhythmus, in dem der Klauenpfleger auf den Betrieb kommen sollte, z. B. bei einem Betrieb mit 100 bis 150 Kühen?

                                                                                                                                          Wenn ein Klauenpfleger an einem Tag den gesamten Bestand schneidet und dann etwa dreimal im Jahr kommt, schneidet man immer Kühe zum falschen Zeitpunkt ihrer Laktation. Da sind dann zum Beispiel Kühe dabei, die drei Wochen bis drei Wochen nach der Kalbung befinden, Kühe zwischen dem 60 und 110 Tag während ihrer Höchstleistungen. Auf kleineren Betrieben kann man da nicht viel machen, das passiert. Auf größeren Betrieben sollte der Betriebsleiter oder Herdenmanager einige Kühe zwischendurch schneiden bzw. kontrollieren. Dann müssen die Kühe in diesen sensiblen Lebensabschnitten nicht durch den Klauenstand. 

                                                                                                                                          Bei der funktionellen Klauenpflege nach Bürgi ist der erste Schritt die Anpassung der Längen und Sohlendicken der Klauen. Der zweite Schritt ist die Angleichung vom Ballen. Was ist der dritte Schritt?

                                                                                                                                          Der dritte Schritt ist die Hohlkehlung. Ich mache heute an den meisten Kühen eine Hohlkehlung, die über 80 % der Sohle geht. Das wird nur an der Außenklaue gemacht, da diese Klaue das Gewicht anders trägt. Die Hohlkehlung muss dabei an die Sohlendicke angepasst sein. Also darf zum Beispiel bei einer dünnen Sohle an der Außenklaue die Hohlkehlung nicht zu groß sein, damit man nicht zu viel Lauffläche wegnimmt. Sonst sehen wir an dieser Klaue mehr Abrieb, das ist besonders in Betrieb mit aggressiven Böden gefährlich. Ich denke zum Beispiel auch an Kühe und Rinder, die im Laufstall aufgewachsen sind. Da darf man eine Hohlkehlung bis 80% der Sohle schneiden. Wir haben beobachtet, dass das Sohlengeschwüre und Rötungen reduziert. In einem Versuch auf einem Betrieb haben wir sogar beobachtet, dass eine größere Hohlkehlung Mortellaro reduziert hat. 

                                                                                                                                          Das Wichtigste für die Hohlkehlung ist, dass man nicht in den Spitze schneidet, besonders, wenn man mit der Flex arbeitet. Wenn man dort zu scharf schneidet, kann das Lahmheiten verursachen. 

                                                                                                                                          Bedeutet das, dass wir das untere Drittel am Bereich der Spitze komplett stehen lassen, sowohl den Tragrand außen als auch innen? 

                                                                                                                                          Genau, dann beginnt erst die Hohlkehlung. Die machen wir erst im Sohlenbereich, das erste Drittel der Klaue von der Spitze lassen wir also. Danach kann man ungefähr zweieinhalb Zentimeter rund um den Punkt, an dem meist das Sohlengeschwür auftritt, das Sohlenhorn schön ausdünnen. Auch die inneren scharfen Kanten kann man ausdünnen, das ist eine gute Vorbeuge gegen Limax. 

                                                                                                                                          Dünn schneiden heißt dann, dass die Sohle sich bewegt, fast wie bei Haut und nicht festbleibt wie beim Horn? Sodass man sich selbst fragt „Darf ich das überhaupt?“

                                                                                                                                          Das ist richtig. Umso mehr man da wegnimmt, umso länger braucht es, wieder zu wachsen. Besonders bei Kühen, die schon mal eine Rötung in der Sohle hatten, wissen wir, dass in der Region des Sohlengeschwürs das Sohlenhorn schneller nachproduziert wird, als Reaktion auf den Schaden im Inneren beim Klauenbein, Fettpolster oder Unterhaut. Wenn man also eine Hohlkehlung schneidet und schön ausdünnt, reduziert man gleichzeitig das Hornwachstum im Sohlenbereich. 

                                                                                                                                          Du hast noch einen vierten Schritt. Was ist noch zu tun?

                                                                                                                                          Der vierte Schritt ist wie die in der funktionellen Klauenpflege der Schnitt bei einem Sohlengeschwür oder einem Weiße-Linie-Defekt. Man verringert dann die Sohlenfläche vom Ende des inneren Tragrand  bis zur  Balle. Man bringt die gesamte Fläche runter und klebt dann auch auf die gesunde Klaue einen Klotz. Das macht man an der hinteren Außenklaue, auf keinen Fall an der Innenklaue. 

                                                                                                                                          Wenn man die Klauenpflege so durchführt und die Einflussfaktoren im Stall auf die Klaue gut gelöst hat, wie viele Kühe im Klauenstand sind dann normal, z.B. bei einer Herdengröße von 100 Kühen? Wie viele Lahmheiten sind dann wirklich schwer vermeidbar? 

                                                                                                                                          Ich denke, es ist wichtig, dass wir die Kühe gut durch die kritischen Phasen bekommen. Die meisten Lahmheiten passieren von Mitte August bis Ende Oktober, als Folge von Hitzestress im Sommer. Viele dieser Lahmheiten treten innerhalb der ersten 30 Tage nach der Abkalbung auf oder zwischen dem 80. Und 120. Laktationstag, wenn die Kühe in ihrem Leistungspeak sind. Meist sind das dann Sohlengeschwüre oder Weiße-Linien-Defekte. 

                                                                                                                                          Sohlengeschwüre ist eine Krankheit von Kühen, die zu viel stehen, Weiße-Linien-Defekt haben oft Kühe, die im Sommer viel halb in der Liegebox stehen oder auf schlechten oder glatten Böden leben. Unser Ziel ist, dass weniger als 4% unserer Kühe einen Weiße-Linie-Defekt bekommen, also maximal vier von 100 Kühen im Jahr. Sohlenspitzengeschwüre sollte es noch weniger geben, also maximal eine von hundert Kühen im Jahr. Bei Mortellaro sollte das Ziel sein, dass weniger als 8% der Kühe pro Jahr daran erkranken. Wenn die Klauenpflege richtig gemacht wird, ist das realistisch. 

                                                                                                                                          Du skalierst die Kühe von 1 bis 3. 1 ist einwandfrei, zwei ist leicht eingeschränkt und 3 ist lahm. Muss die 2er Kuh schon in den Klauenstand und gilt dann in der Statistik schon als erkrankte Kuh? 

                                                                                                                                          Die Kuh mit dem Lahmheitsscore 2 kann eine Kuh sein, die schon mal ein Problem an den Klauen gehabt hat, zum Beispiel ein Sohlengeschwür oder einen Weiße-Linie-Defekt. Dadurch hat sie permanente Schäden am Klauenbein und an der Lederhaut. Vielfach brauchen diese Kühe nur eine Kontrolle von Zeit zu Zeit. Wir müssen immer verstehen: Wenn wir eine lahme Kuh haben, sehen wir das zwischen sechs und acht Wochen zu spät.

                                                                                                                                          Man kann sich diese Kühe zum Beispiel in den Kalender oder ins Herdenmanagementsystem eintragen und von jetzt bis zum Juli alle 90 Tage kontrollieren. Klauen checken, etwas Hohlkehlung schneiden und dann werden sie nicht lahm. Das Ziel ist, niemals eine Kuh mit Lahmheitsscore 3 zu haben. Das passiert aber trotzdem von Zeit zu Zeit. Auf großen Betrieben mit hohem Kuhkomfort und guten Lüftungsanlagen ist das möglich, da haben wir im Durchschnitt weniger als 5 % lahme Kühe im Jahr, also fünf Kühe bei 100 Kühen. Wenn Mortellaro im Spiel ist und man das nicht gut im Griff hat, ist das viel schwieriger, dann können mehr lahme Kühe vorkommen. 

                                                                                                                                          Inwieweit beeinflusst deiner Meinung nach die Fütterung die Klauengesundheit?

                                                                                                                                          In der Fütterung haben wahrscheinlich die Spurenelemente den größten Einfluss auf die Klauen. Wir wissen zum Beispiel, dass Zink sehr wichtig für die Zellwand ist und Biotin für den Zellzusammenschluss. Vitamine und Spurenelemente müssen ausgeglichen sein. Auf der Seite der Ration gibt es weltweit keine guten Daten, die Fütterung mit Lahmheit in Verbindung bringen. Wir wissen aber, dass die Stehzeit einen großen Einfluss hat und gute Liegeboxen zum Abliegen wichtig sind. Sie frisst, legt sich ab, und käut wieder und steht wieder auf zum Fressen. Am wichtigsten ist dann, dass sie 24 Stunden am Tag dieselbe Ration auf dem Futtertisch vorfindet und zeitlich gefüttert wird. 

                                                                                                                                          Vielen Dank schon mal bis hierher an Karl Bürgi! Im zweiten Teil des Interviews wird es um passende Böden für Kühe im Stall gehen, um Gummibeläge und was erfolgreiche Betriebe anders machen! 

                                                                                                                                          Wenn du gerade eine Baustelle vor dir hast, wenn du gerade einen Stall planst oder einen Umbau planst, dann melde dich bei mir im Kuhstallbau-Onlinekurs. Dort erfährst du alles, was du für deine Planung wissen musst: Von Laufgangbelägen über die Liegeboxen über die Melktechnik alles, was in einen Stall reingehört. So ein Stallbau, der kostet immens viel Geld und macht viel Arbeit. Umso wichtiger ist es, dass die Arbeit danach besonders gut läuft und dass der Stall einfach besser wird für die Kühe und genau dafür ist der Kuhstall bei online Kurs da. Melde dich bei mir in einem kurzen Telefonat und wir finden heraus, ob der Kurs für dich geeignet ist!

                                                                                                                                          Karl Bürgi findest du unter https://savecows.com 

                                                                                                                                            Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                            Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                            Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                            In dieser Folge möchte ich mit dir über den Grundriss vom Laufstall sprechen. Du erfährst, warum ein guter Grundriss so wichtig ist und was häufige Fehler sind.

                                                                                                                                            In der heutigen Folge heute geht es um den Grundriss vom neuen Stall oder auch vom Umbau, je nachdem, was du planst. Wir sprechen heute über die Wichtigkeit vom Grundriss und über häufige Fehler.

                                                                                                                                              Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                              Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                              Der Grundriss-Schnellcheck

                                                                                                                                              Es gibt einen neuen Grundriss-Schnellcheck, den du dir kostenlos auf der Homepage herunterladen kannst. Geh dazu einfach auf kuhstallbau.com/grundriss und lade ihn dir direkt runter.

                                                                                                                                              Warum ist der Grundriss so wichtig?

                                                                                                                                              Im Endeffekt baut alles auf den Grundriss auf. Alles, was du im Stall später planst, welche Sachen du einbauen möchtest und alles, was du in Sachen Dach und Wände machst, hängt alles mit dem Grundriss zusammen. Du musst vorher festlegen, wie die Tiergruppen aufgeteilt sind. Zuerst schaut man, welchen Platz man wo benötigt, danach kommt die Hülle drumherum.

                                                                                                                                              Im Umbau ist es das Prinzip umgekehrt. Dort baust du von außen nach innen und musst beachten, wie du den bestehenden Stall nutzen kannst oder eventuell eine Erweiterung notwendig wird. Die weitere Planung mit den Baudetails und z. B. der Gülletechnik kommt dann erst danach und baut auf dem Grundriss auf. Später noch eventuell eine Wand zu verschieben, ist dann meist schnell gemacht, da kann man einen Änderungsantrag einreichen. Das ist in jedem Fall besser als hinterher im fertig gebauten Stall zu bemerken, dass dies oder das von den Maßen überhaupt nicht passt. Sind aber alle Maße schon vorab gut durchdacht, weil man den Grundriss richtig ausgefeilt hat, hat man schon viel gut gemacht. Also: Auch, wenn der Bau schon kurz bevorsteht, aber dir jemand empfiehlt, die Maße der Liegebox noch einmal anzupassen, macht das viel Sinn, vorab noch einmal zu ändern. Auch, wenn man denkt, „das passt schon so“, wenn es zum Beispiel nur um 20 cm geht, ist es schade, dass nicht noch einmal zu überdenken und zu verändern. Denn im Grundriss Änderungen einzubauen ist einfacher als später im laufenden Betrieb noch etwas Grundlegendes zu verändern.  Zudem ist es immer am teuersten, etwas zu verändern, wenn es bereits betoniert ist.

                                                                                                                                              Was bedeutet der Plan für die Praxis?

                                                                                                                                              Auf dem Plan sind es oft nur ein paar Striche, die man verändern kann, um etwas zu verbessern. Die Grundrisspläne richtig zu lesen und zu verstehen, muss man erst lernen. Was bedeutet es zum Beispiel, wenn jetzt da ein vier Meter breiter Fressgang eingezeichnet ist? Man muss ein Bild vor Augen bekommen, was es bedeutet, wenn vielleicht da fünf Meter oder drei Meter sind. Was bedeutet es in der Praxis, wenn Kühe dort stehen, sich bewegen, dort laufen? Der Fressgang ist die wichtigste Verkehrsachse im Stall, diese muss großzügig geplant und gebaut werden. Die uneingeschränkte Bewegungsfähigkeit der Kühe zu bewahren, ist die Aufgabe der wichtigsten Verkehrsachse im ganzen Stall. Das Fressen muss immer gut möglich sein, da dürfen die Kühe möglichst wenig eingeschränkt werden, damit eine hohe Futteraufnahme nicht darunter leidet. Von baulicher Seite darf den Kühen nichts im Wege stehen, was sie daran hindern könnte, viel zu fressen.

                                                                                                                                              Manchmal wird in Ställen ein extra breiter Futtertisch gebaut, auf dem man schön arbeiten kann. Gleichzeitig wird der Fressgang schmal gebaut und nicht auf die Kuh geachtet. Wenn man den Fressgang kleiner macht zugunsten eines breiteren Futtertischs, hat man es nicht verstanden.

                                                                                                                                              Fehler Nr. 1: Zu kleine Liegeboxen

                                                                                                                                              Oft werden die Liegeboxen zu klein geplant, manchmal zu kurz, manchmal zu schmal, manchmal zu kurz und zu schmal. Mal. Es ist eben ein Unterschied, ob man der Kuh einen Kopfschwung uneingeschränkt bieten kann oder nicht. Mit Platz für Kopfschwung kann auch eine kürzere Liegebox unproblematisch sein, da die Kuh uneingeschränkt aufstehen kann. Gleichzeitig kann die etwas längere Länge auch zu kurz sein, weil der Kopfschwung nicht möglich ist. Je nachdem, wie es im Stall steht, ist es sehr unterschiedlich. Es macht einen Unterschied, ob man Doppelboxen oder eine einfache Liegeboxenreihe im Stall hat und wo die Boxen an eine Wand grenzen. Die entsprechenden Empfehlungen kannst du dir im Grundriss-Schnellcheck hier direkt und kostenlos herunterladen. Mit dem Schnellcheck kannst du deinen Grundriss auf die wichtigsten Maße überprüfen.

                                                                                                                                              Den Grundriss-Schnellcheck empfehle ich dir auch für deinen Umbau. Dort gibt es ja oft die Lösung, dass man hier und dort von jedem Maß etwas wegnimmt. Dann ist die Liegebox etwas schmaler, der Laufgang etwas schmaler. Alles ist etwas kleiner, aber man denkt sich ebenfalls „das geht schon so“. Natürlich geht das alles irgendwie. Aber wenn man der Kuh uneingeschränkten Raum für Aufstehen, Stehen, Laufen und Bewegung geben möchte, geht es einfach nicht gut. Wenn man schon umbaut, dann überlegt man sich im besten Fall vorab, wie man den vorhandenen Platz bestmöglich nutzen kann sodass es der Kuh gleichzeitig richtig gut geht.

                                                                                                                                              Es gibt Lösungen, die eher ungewöhnlich sind, aber die in der Praxis gut funktionieren können. Manchmal muss man sich aus dem Gedankenkorsett lösen. Viele Planungsbüros möchten gerne schnelle Lösungen präsentieren. Es soll tatsächlich Stallbauberater geben, die eine wandständige Liegebox mit 2,30 Meter Länge planen und das als gut betrachten. Dort kann die Kuh zwar irgendwie aufstehen, wenn sie ihren Kopf zur Seite dreht. Das ist aber nicht das, was wir bauen wollen, wenn wir unseren Kühen uneingeschränkten Platz zum z. B. Aufstehen gewähren wollen. Denkt man hingegen um die Ecke und plant eine Liegebox, in der es der Kuh die nächsten zehn Jahre gutgeht, weil der Platz für den Kopfschwung ausreicht und die Liegebox bequem ist, hat man viel gewonnen.

                                                                                                                                              Fehler Nr. 2: Zu wenig Platz vorm AMS

                                                                                                                                              Manchmal wird beim Umbau vor dem AMS viel zu wenig Platz eingeplant. Teilweise werden Melkroboter an Engstellen im Stall platziert. Dort kann der Mensch gut durchgehen. Die Kuh passt auch hindurch, aber in einer Engstelle kann sie nicht flüchten. Wenn zum Beispiel eine ranghöhere Kuh kommt und zum Melken möchte, erfährt die rangniedere Kuh dort immer wieder Rangkämpfe. Wenn die Fluchtmöglichkeit dort nicht gegeben ist, kann es sein, dass die rangniedere Kuh über zwei, drei, vier Melkungen nicht mehr zum Roboter kommt.

                                                                                                                                              Baufehler kosten viel Geld!

                                                                                                                                              Bauliche Details können den Alltag im Stall schnell verschlechtern. Planerische Ideen helfen, am meisten schon bereits in der Planung. Gerade bei den hohen Kosten für Umbau und Neubauten sollte man das Geld für die Planung mit einkalkulieren. Allein die Umstellung von Melkstand auf Roboter kostet meist über 200.000 €. Bei einem Roboter kommt mit den ganzen Arbeiten auf etwa 300.000 € aufwärts, bei zwei oder drei Robotern entsprechend mehr. Wenn man dort 100 Stunden für die Planung investiert und diese mit 50 € ansetzt, ist das im Verhältnis zu den Investitionskosten nicht viel.

                                                                                                                                              Dass man da nicht mehr Gedanken in die Planung setzt, kann ich oft nicht verstehen. Erfolgreiche Bauherren möchten nicht mit Standardlösungen tauschen. Wenn man also genug Hirnschmalz reinsteckt und Möglichkeiten der Beratung nutzt, kommt man zu guten Ergebnissen.

                                                                                                                                              Fazit

                                                                                                                                              • Der Grundriss ist mit Abstand das Wichtigste, wenn man seine Planung weiter bauen möchte, da baut einfach alles drauf auf.
                                                                                                                                              • Pläne lesen haben wir nicht gelernt, wir müssen Verstehen lernen, was das bedeutet, wenn im Grundriss gewisse Maße und Anordnungen eingezeichnet sind.
                                                                                                                                              • Die Liegeboxen müssen einfach einwandfrei sein.

                                                                                                                                                Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                Du denkst schon länger über den Kuhstallbau-Onlinekurs nach?

                                                                                                                                                Dann melde dich zum kostenfreien Erstgespräch!

                                                                                                                                                Du überlegst vielleicht schon länger, ob der Kuhstallbau-Onlinekurs für dich passen könnte. Du hast aber noch einige Zweifel, ob der Kurs für dein spezielles Projekt passt. Hier erfährst du, was der Kuhstallbau-Onlinekurs ist, für wen der Kurs geeignet ist, wann du zu früh und wann du zu spät dran bist.

                                                                                                                                                  Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                  Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                                  1. Was ist der Kuhstallbau-Onlinekurs überhaupt?

                                                                                                                                                  Der Kuhstallbau-Onlinekurs besteht aus drei Teilen: Es gibt Videoinhalte zu allen Themenbereichen der Planung, die in zehn Module aufgeteilt sind. Inhalte sind zum Beispiel

                                                                                                                                                  • Melken mit AMS oder Melkstand
                                                                                                                                                  • Liegeboxen
                                                                                                                                                  • Laufgänge
                                                                                                                                                  • Abtrennungen und Futtertisch

                                                                                                                                                  Dazu gibt´s als zweiten Teil ein Arbeitsheft, in dem man seine Gedanken und Entscheidungen gezielt mitschreiben kann.

                                                                                                                                                  Der dritte Baustein ist eine Begleitung mit Onlinetreffen und Austausch in einer Gruppe. Im Winter findet fast wöchentlich ein Treffen über Zoom mit den anderen Kursteilnehmern statt. In den Treffen tauschen wir uns intensiv über die Planungen der einzelnen Teilnehmer aus. Du kannst alle Fragen stellen, die du hast. Zusätzlich gibt es auch noch eine Gruppe für den kurzfristigen Austausch.

                                                                                                                                                  2. Was kostet der Kuhstallbau-Onlinekurs?

                                                                                                                                                  Aktuell kostet der Kuhstallbau-Onlinekurs (Stand Nov. 24) einmalig 2.499 € netto. Dazu kommen 89 € im Monat, solange du an den monatlichen Treffen teilnimmst. Du solltest dir dabei bewusst sein, dass es eine Investition in deine Zukunft ist. Du setzt also heute Geld ein, um einen Gewinn in der Zukunft zu haben. Es ist im Grunde ähnlich wie die Investition in z. B. einen Futteranschieber. Dieser kostet einmalig in der Anschaffung, bringt dir aber langfristig viel in Sachen Arbeitserleichterung und Zeitersparnis. Außerdem geben die Kühe mehr Milch, weil ständig Futter vorliegt.

                                                                                                                                                  Genau, wie es sich bei Investments rechnet, dass man jeden Monat eine Ausgabe hat und diese am Ende vielfach zurückbekommt, rechnet sich auch der Onlinekurs. Es kann sein, dass sich dein Investment in den Stall durch die angepassten Baudetails um ein vielfaches zurückzahlt.

                                                                                                                                                  Setze es doch einfach mal ins Verhältnis zu deinem Bau. Beim Umbau mit größeren Maßnahmen sind wir selten unter 200.000 € und beim Neubau selten unter einer Million. Was sind da 3.000 € für viel mehr Klarheit und durchdachte Details im Verhältnis zur Investitionssumme? Wenn du alleine auf der Baustelle weiter voraus denkst, kann es schon ein Vielfaches davon einsparen.

                                                                                                                                                  Durch die Gruppe kommen alle Teilnehmer besser vorwärts. Es ist also eine große Abkürzung.

                                                                                                                                                  Frage 3: Für wen ist der Kurs geeignet?

                                                                                                                                                  Der Kurs ist sehr empfehlenswert für jeden, der einen neuen Stall plant. Im Umbau hilft der Kurs vor allem, wenn man einen älteren Stall verbessern möchte und z. B.im Zuge einer Erweiterung einen Abkalbebereich plant oder einen Melkroboter einbauen möchte. In solchen Beispielen soll danach die Arbeit runder laufen. Im Kurs wird deine Planung auf den Prüfstand gestellt und wir klären die Details. Wie sind dann zum Beispiel die Laufwege der Kühe gestaltet und wie ist der Gülleabfluss geregelt? Müssen zusätzliche Tränken installiert werden und wenn ja, wie viele und wo?

                                                                                                                                                  Auch, wenn du vermeintlich nur kleine Änderungen geplant hast, kann die Umsetzung große Auswirkungen auf deinen späteren Arbeitsablauf haben.

                                                                                                                                                  Es gibt einen idealen Zeitraum für den Kurs: Es sollte die Richtung feststehen und schon eine erste Planung geben.

                                                                                                                                                  Dazu reicht es, wenn man eine Zeichnung per Hand erstellt, die man sich vorstellen kann.

                                                                                                                                                  Zu früh bist du dran, wenn du noch keine Pläne hast und z. B. noch keinen Grundriss gezeichnet hast. Dann helfe ich dir trotzdem gerne vorab weiter, bevor du in den Kurs einsteigen kannst. Melde dich dazu gerne per Mail zur Erstplanung und ich wir klären telefonisch deine Pläne ab.

                                                                                                                                                  Zu spät ist man dran, wenn der Start kurz bevorsteht. Man sollte im Plan noch das ein oder andere optimieren können. Wenn der Plan genehmigt ist, sollte man mit einer Tektur leben können, falls doch noch größere Änderungen kommen. Zu großen Änderungen kommt es aber nicht pauschal.

                                                                                                                                                  Der Kurs ist auch nur für jemanden da, der selber baut. Er ist nicht für Bauberater gemacht.

                                                                                                                                                  4. Passt der Kurs für mein spezielles Projekt?

                                                                                                                                                  Jeder Stall ist sehr individuell. Da ist es egal, ob es ein Neubau oder Umbau ist. Unabhängig vom Stall möchte jeder für sich passende Detaillösungen und runde Arbeitsabläufe. Da spielt die Größe oder Bauart und Region keine Rolle.

                                                                                                                                                  Einer möchte vielleicht einen besonders übersichtlichen Stall haben, der andere wiederum die Abschlüsse an den Liegeboxen verbessern oder einen festen Klauenpflegestand einbauen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie man Baupläne noch optimieren kann, sodass die Kühe gut laufen und die Maße stimmen.

                                                                                                                                                  Das gilt auch für Kompostställe oder einen Strohstall, wie unser ehemaliger Kursteilnehmer Andreas. Der hat zwar keine Fragen zu den Liegeboxen, aber mit Themen wie den Laufgängen und Fressplätzen muss er sich auch beschäftigen.

                                                                                                                                                  5. Wie viel Zeit muss ich investieren?

                                                                                                                                                  Für die Kurstreffen solltest du rund zwei Stunden einplanen. In den Wintermonaten gibt es diese Treffen fast wöchentlich, im Sommer einmal im Monat. Zusätzlich arbeitet man in seinem eigenen Tempo die Video-Tutorials durch, entweder komplett oder nur die Teile, die relevant für einen sind. Dafür solltest du zusätzlich etwa zwei Stunden einplanen. Es braucht zwar zusätzliche Zeit, ist jedoch ideal, weil neue Fragen direkt in den Treffen besprochen werden können. Diese zusätzliche Zeit sollte man aber wirklich investieren. Es rechnet sich, weil man

                                                                                                                                                  • während der Planungsphase gut vorbereitet ist.
                                                                                                                                                  • während der Bauphase genau weiß, wie man etwas umsetzen möchte und sich von Baufirmen weniger beeinflussen lässt
                                                                                                                                                  • während der Bewirtschaftung Zeit sparen kann. Wer zum Beispiel täglich nur zehn Minuten Arbeitszeit einsparen kann durch geschickte Planung, spart sich pro Jahr eine ganze Arbeitskraft.

                                                                                                                                                  Fazit

                                                                                                                                                  Der Kurs ist eine Bereicherung für jeden neuen Stall und Umbau!

                                                                                                                                                  Weitere Infos gibt es auf der Website kuhstallbau.com/onlinekurs

                                                                                                                                                    Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                    Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                    Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                    In dieser Folge erfährst du, warum mein Gast ein Futterband eingebaut hat, wie der Stall umgebaut ist und wie der Kuhstallbau-Onlinekurs geholfen hat.

                                                                                                                                                    In der heutigen Folge heute geht es um einen Stallumbau mit einem Futterband. Dazu bekommst du ein paar Eindrücke vom Kuhstallbau-Onlinekurs. Mein Gast hatte die gleiche Herausforderung wie viele: Den Weg vom Anbindestall zum Laufstall. Er hat eine gute Umbaulösung gefunden.

                                                                                                                                                     

                                                                                                                                                      Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                      Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                      Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                      Was war deine Herausforderung? Warum hast du den alten Stall umgebaut?

                                                                                                                                                      Meine Überlegung war, dass ich gerne den alten Stall nutzen wollte, da ich kein leer stehendes Gebäude haben wollte, das schnell vermüllt. Ich hatte das Glück, dass rundherum Fläche war, auf der ich bauen konnte. Da wir ein Futterband eingebaut haben, braucht der Umbau 4 bis 5 Meter weniger Platz als ein Neubau mit Futtertisch. Der alte Stall hat zudem eine kompakte Bauweise, sodass wir ihn gut umbauen konnten. Es war praktisch, da es ein Altgebäude mit vorhandenem Wasser- und Stromanschluss war, sodass wir das nicht wie bei einem Neubau neu legen mussten.   

                                                                                                                                                      Wart ihr euch zu Beginn einig, dass der Anbindestall einem Laufstall weichen muss?

                                                                                                                                                      Ja. Wir hatten eine Kombinationshaltung. Für uns war ein täglicher Auslauf der Kühe verpflichtend. Das war mit unserem Anbindestall relativ viel Arbeit. Zudem waren die Maße nicht mehr auf dem Stand der Zeit, alles war ziemlich knapp und eng. Das war für die Kühe nicht mehr ideal. Unsere Molkerei hat außerdem gesagt, dass sie früher oder später nur noch Milch aus der Laufstallhaltung annehmen würde.

                                                                                                                                                      Es werden überall Betriebe mit Anbindehaltung aufgefordert, sich zu verändern. Dann stellt sich die Frage, ob es immer ein Neubau sein muss oder der alte Stall umgebaut werden kann.

                                                                                                                                                      Du hast zu Beginn deiner Planung am Kuhstallbau-Onlinekurs teilgenommen. Was war der Auslöser für deine Teilnahme?

                                                                                                                                                      Ich kenne dich und deinen Betrieb schon seit 2016, da waren wir mit den Jungzüchtern zu Besuch. Während der Planungsphase wollte ich einem Arbeitskreis bei unserer Landwirtschaftskammer beitreten, der ist aber nicht zustande gekommen. Ich wollte aber irgendetwas machen, damit man auf neue Gedanken und Ideen kommt. Über Berichte in der Fachzeitung habe ich dann von Dir erfahren und mich angemeldet.

                                                                                                                                                      Hast du aktiv nach einem Stallbaukurs gesucht?

                                                                                                                                                      Ja genau, weil man mit so einem Kurs anders denkt und nicht so abhängig von den Firmen oder Stallbauberatern ist, die oft mit so Faustzahlen daherkommen. Man merkt schon, wenn einem einige Dinge in der Stallbauberatung komisch vorkommen und man dann nachfragt, dass die Berater selbst dann nicht mehr zu 100% sicher sind.

                                                                                                                                                      Kannst du kurz beschreiben, wie man im Kuhstallbau-Onlinekurs zusammenarbeitet?

                                                                                                                                                      Es gibt im Kurs verschiedene Themenschwerpunkte. Dazu gibt es Videos, die du vorbereitet hast und Skripte im Arbeitsbuch. Dazu kommen dann die Online-Meetings. Zuerst sieht man sich die Videos an und arbeitet dazu mit dem Arbeitsbuch. Und man bespricht alles im Online-Meeting. Wir haben offen gesprochen. Es war immer wichtig, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, sondern zu sagen, wenn man etwas anderes denkt. Die Zusammenarbeit war wunderbar!

                                                                                                                                                      Ein Futterband kann eine gute Alternative bei einem Umbau sein. Wie ist bei dir die Fütterung aufgebaut?

                                                                                                                                                      Ich habe ein Futterband an der ehemaligen Außenwand platziert. Dadurch musste ich nichts mehr separat bauen. Ich habe in der Scheune auf der höheren Etage einen Heudosierer, einen früheren Zubringer für Heugebläse stehen. Den füllen wir einmal täglich, schichtweise mit verschiedenen Gras-Schnitten.

                                                                                                                                                      Es ist eine reine Heufütterung. Im Frühling und Herbst auf der Weide füttern wir nur wenig zu. Da kommen wir 2 bis 3 Tage mit einer Ladung aus. Im Winter füttern wir viermal am Tag: Morgens, mittags, beim Melken und abends um zehn Uhr beim Kontrollgang noch einmal. Wenn sie weniger fressen, muss man etwas feinfühlig sein, sonst hat man mehr Futterreste am Band. Das Restfutter kommt dann gegenüber zu den Kalbinnen, das ist ein recht kurzer Weg. Wobei, wenn die Qualität vom Heu passt, dann bleiben kaum Reste übrig. Meine Kühe sollen so fressen, dass das Futterband eine Stunde vor dem Füttern leer ist. Sonst stehen sie nicht mehr zum Melken auf und bleiben einfach liegen, weil sie keinen Hunger haben. Die Entleerung von größeren Restmengen ist kein Problem. Wenn die Kühe nicht hungrig sind, muss man fast betteln, dass sie zum Melken kommen. Wenn man dann füttert, stehen sie alle aus den Liegeboxen auf und gehen zügig durch den Melkstand.

                                                                                                                                                      Fütterst du auch Kraftfutter über das Futterband?

                                                                                                                                                      Über den Transponder bekommen die Kühe ca. 90% des Kraftfutters. Zweimal am Tag gehe ich beim Melken noch einmal mit dem Eimer zum Futterband und gebe eine kleine Menge dazu, für mich als Kontrolle. Wenn man sich anschaut, wie die Kuh das Kraftfutter dann nicht mehr frisst, weiß man schon, dass da irgendetwas nicht stimmt. Ich verwende aktuell keine elektronischen Hilfsmittel, momentan benötige ich das nicht. Die Zwischenkalbezeit liegt bei uns bei zwischen 350 bis 370 Tagen, das passt.

                                                                                                                                                      Welches Leistungsniveau haben deine Kühe?

                                                                                                                                                      Wir sind bei 7.500 L abgelieferte Milch mit saisonaler Abkalbung.

                                                                                                                                                      Wie zufrieden bist du mit der Umbaulösung aus arbeitswirtschaftlicher Sicht? 

                                                                                                                                                      Ich bin sehr zufrieden. Mit dem Doppel-Vierer-Fischgräten-Melkstand dauert das Melken nur eine Dreiviertelstunde, wenn nichts Außergewöhnliches passiert. Zu zweit dauert eine Melkzeit dann insgesamt eine Stunde, alleine lockere zwei Stunden. Das war mein Ziel vor dem Umbau, dass ich die Arbeit im Stall alleine schaffen kann. Die Tränkekälber sind ab Weihnachten oder Januar nicht mehr da. Die letzte Abkalbung ist bei uns Anfang Dezember, dann schaffe ich den Stall allein. Das macht große Freude, wenn man da in knapp zwei Stunden fertig ist, ohne schwere körperliche Arbeit tun zu müssen.

                                                                                                                                                      Wie sieht dein Tagesablauf dann aus?

                                                                                                                                                      Ein normaler Tag im Winter sieht so aus: Wenn wir nur im Stall füttern gehe ich morgens um fünf Uhr melken und bin gegen 6.30 Uhr fertig. Das ist zwar früh, aber der Milchwagen kommt morgens um viertel nach sechs zu uns. Deswegen müssen wir davor mit dem Melken durch sein. Dann gibt’s Frühstück und danach geht es mit anderen Arbeiten weiter. Meist gehe ich dann noch einmal durch die Kühe und kontrolliere, ob eine demnächst bullig wird. Am Mittag schalte ich den Mistschieber und die Fütterung manuell ein. Nachmittags gehen meine Frau und ich zusammen gegen fünf Uhr wieder in den Stall. Ich befülle oben den Dosierer, sie bereitet den Melkstand vor und treibt die Kühe rüber. Während der eine melkt, macht der andere die Liegeboxen, streut den Tiefstreubereich ein und füttert die Kälber. Nachdem Melken reinigen wir den Melkstand, geben noch Kraftfutter aufs Futterband. Dann sind wir gegen 18 Uhr fertig.

                                                                                                                                                      Wie würdest du den Stall beschreiben für jemanden, der den noch nie gesehen hat?

                                                                                                                                                      Im Altgebäude habe ich dreireihig Liegeboxen eingebaut. Über dem Melkstand würde die Scheune verlängert. Auf der anderen Seite ist es mit einem Pultdach gelöst worden. Die Liegeboxen sind Tiefboxen. Die Laufgänge entmiste ich mit einem Schieber, der in einen Querkanal führt, der Querkanal führt in die Güllegrube. Die Kälber und der Abkalbebereich sind auf Tiefstreu. Der Jungviehbereich ist auf Tiefstreu kombiniert mit Laufgang. Das bringt einiges an Mist zusammen, das gefällt mir sehr gut.

                                                                                                                                                      Während der Bauzeit waren deine Kühe auf der Alm. Wie lange hattest du da Zeit und hat dein Zeitplan so funktioniert?

                                                                                                                                                      Wir haben den Umbau in zwei Bauabschnitten gemacht. Wir haben einmal am 20. Februar angefangen, da haben wir die neue Heutrocknung und den Teil vom Melkstand gebaut. Da war der Zeitplan sehr gut. Wir haben eine Woche Puffer zwischen dem Maurer und dem Zimmerer eingehalten und konnten für den Zimmerer gut vorbereiten. Das Einzige, was länger gedauert hat, war die Lieferzeit vom Dachblech. Das konnten die Spengler trotz schlechter Witterung montieren. Mit dem Bauabschnitt waren wir dann pünktlich zum ersten Schnitt am 20. Mai fertig. Diesen Schnitt haben wir dann direkt in die neue Heutrocknung gegeben.

                                                                                                                                                      Die Kühe sind dann Anfang Juni auf die Alm gegangen und wir haben 14 Tage abgerissen und den alten Stall entkernt. Den Zeitplan konnten wir gut einhalten. Am meisten unterschätzt habe ich jedoch die Elektrik. Das haben wir alles neu gemacht und die komplette Hauselektrik in den Technikraum verlegt. Also haben wir einen neuen Zählerkasten gesetzt mit Notstromversorgung. Da haben wir alles abgesichert, dass zum Beispiel, wenn bei den Kälbern was kaputt geht, die Melkanlage und Kühlung trotzdem funktionieren. Vorher lag das alles auf einem FI und es ging gar nichts mehr, wenn irgendwo ein Problem war. Da hatten wir schon einige Probleme, deswegen war mir das sehr wichtig. Die Elektrik neu zu machen, hat den gesamten Zeitpuffer von drei Wochen verschlungen, das habe ich ziemlich unterschätzt.

                                                                                                                                                      Tipp: Wenn dich dieses Thema interessiert, hör dir die Folge KSB 122 – Stromversorgung im neuen Kuhstall sichern an!

                                                                                                                                                      Waren die Kühe am Schluss schon auf der Alm eingeschneit oder habt ihr das noch zeitlich geschafft?

                                                                                                                                                      Das hat Gott sei Dank geklappt. Wir haben die Kühe in kleinen Gruppen von der Alm zurückgefahren, die letzten Mitte September. So hatten wir nicht so viele Kühe im neuen Stall und die Kühe konnten sich besser an den neuen Stall gewöhnen, das hat super funktioniert und war unkompliziert. Die Kühe kennen den Laufstall schon von der Alm, die Liegeboxen waren also kein Problem. Die Fressgitter haben die jungen Tiere auch gut angenommen, die älteren haben teilweise etwas länger gebraucht.

                                                                                                                                                      Was mir letztes und dieses Jahr stark aufgefallen ist, ist die Abkalbebox. Letztes Jahr hatten wir null Probleme mit den kalbenden Kühen und den Abkalbungen. In den Anbindestall hatten wir da öfter Probleme und Verletzungen, weil die Kühe vielleicht nicht so viel Platz hatten. Die Kühe haben im Frühling meist 50-100 kg mehr auf der Waage und deshalb waren jetzt im zweiten Jahr die Geburtsgewichte der Kälber höher. Wir haben jetzt wunderschöne Kälber. So schöne Kälber wie heute haben wir bis jetzt noch nie gehabt. Das macht beim Verkauf schon was aus.

                                                                                                                                                      Bist du beim Umbau mit den Investitionskosten hingekommen, mit denen du geplant hattest?

                                                                                                                                                      Ich habe mir ein Ziel gesetzt. Da bin ich zwar am oberen Limit angekommen. Das lag an der Elektrik und noch zwei, drei anderen Dingen, die dann unerwartet aufgetaucht sind. Im alten Stall haben wir dann auch den Boden neu gemacht, was nicht geplant war. Während der Bauphase hat das schon viele Nerven gekostet, es wäre aber Blödsinn gewesen, es nicht zu machen.

                                                                                                                                                      Hat sich die Investition in den Onlinekurs für dich gelohnt?

                                                                                                                                                      Das hat sich auf jeden Fall für mich gelohnt. Ich habe mir viel mehr Gedanken über die Arbeitsabläufe gemacht. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie die Arbeitsabläufe rund werden, einfach sind und einen Sinn ergeben.

                                                                                                                                                      Wie war dein Zeitbedarf für den Online Kurs, um dir darüber so ausführlich Gedanken zu machen?

                                                                                                                                                      Ich schätze, dass ich sicherlich drei bis vier Stunden in der Woche investiert habe. Da sind viele Dinge dabei, über die man sich vorher noch keine Gedanken gemacht hat. Ein Beispiel: die Beleuchtung, da hatte ich vorher noch nie darüber nachgedacht. Danach konnte ich dem Elektriker sagen, was wir brauchen und wie wir das möchten. Ich habe zwei, drei Beleuchtungsfirmen gefragt, was sie mir anbieten können und dann war die Entscheidung am Ende einfach. Dann hat das der gemacht, der das am günstigsten so umsetzen konnte, wie ich das wollte. Ich musste mir dann zu dem Zeitpunkt keine Gedanken mehr darüber machen, weil ich genau wusste, was ich brauche.

                                                                                                                                                      Genauso ist das bei vielen anderen Sachen auch, wie groß müssen Milchtank oder Güllebehälter sein. Wir haben darüber nachgedacht, bevor wir es gekauft haben.

                                                                                                                                                      Hast du den Umbau dann hauptsächlich im Winter geplant?

                                                                                                                                                      Nein, wir hatten den groben Plan schon im Kopf. Aber die Details dazu haben wir dann nach und nach finalisiert. Die Lösungen dafür haben wir oft im Kurs gefunden. Ohne den Kurs hätte ich mich mit den Details wahrscheinlich nicht so genau beschäftigt. Ich bin froh, dass ich den Kurs mitgemacht habe.

                                                                                                                                                      Bis auf die Details zum Melkroboter war da für mich alles interessant, also Details zum Entmistungssystem, die Richtzahlen zu den Schwimmkanälen oder die Maße, die man einhalten muss.

                                                                                                                                                      Was würdest du zukünftigen Kuhstall-Bauern mit auf dem Weg in die Planung geben?

                                                                                                                                                      Lieber ein Jahr länger mit der Planung brauchen und zum Schluss einen perfekten Plan haben. Während der Bauphase den Plan möglichst nicht mehr verändern, denn sonst können Fehler ohne Ende passieren.

                                                                                                                                                      Vielen Dank Thomas für das spannende Interview, für die Einsichten in deinem Betrieb. Ich wünsche dir alles Gute in Haus und Hof!

                                                                                                                                                       

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                                                                                                                                                        In dieser Folge geht es um die Stallplanung mit wenig Zeit. Du erfährst, wie man den Spagat aus knapper Zeit und guter Planung schaffen kann.

                                                                                                                                                        Mit wenig Zeit einen neuen Stall oder einen Umbau planen – das ist eine echte Herausforderung!

                                                                                                                                                          Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                          Wenn ich solche Aussagen höre, dann läuten bei mir schon innerlich alle Alarmglocken. Warum das? Wer mit einer so schlechten Planung in den Stallbau geht, den holt es dreifach ein. Da ist erstens die Vorbereitung, in der man nicht anfällig für schlechte Verkäufer-Argumente sein sollte, oft wird alles mögliche gekauft. Zweitens ist man dadurch anfälliger für das „Das haben wir immer schon so gemacht“, was nicht immer unbedingt die beste Entscheidung sein muss. Drittens: Man bewirtschaftet diesen Stall eine sehr lange Zeit, manchmal über 30 Jahre. Da verliert man unnötig viel Arbeitszeit durch schlechte Arbeitsabläufe, weil man sich damit in der Planung nicht beschäftigt hat.

                                                                                                                                                          Wie lösen wir das Problem? Wir haben wenig Zeit und wir möchten einen richtig guten, für uns idealen Stallplan hinbekommen. Drei Punkte sind dafür wichtig:

                                                                                                                                                          1. Gut geplant ist halb gewonnen

                                                                                                                                                          Der erste Punkt ist die Planung. Diese braucht eine gewisse Zeit, denn es braucht einfach seine Zeit, bis man sich in seinen Stallplan richtig reingedacht hat und man versteht, was der Plan für die Realität bedeutet: Wie sieht es aus, wenn der Laufgang vier Meter breit ist? Und wie bei fünf Metern? Wie ist es, wenn die Liegebox mit dem Kopfschwung frei ist? All das braucht Zeit. Da brauchen wir einerseits die Zeitspanne der Planung, die in der Regel mehr als ein Jahr dauert. Meistens sind es mehrere Jahre, denn man braucht Zeit für viele Überlegungen und muss sich bewusst Zeit nehmen. Und man braucht Zeit für Gespräche mit Vertretern und Menschen, die bereits einen Stall gebaut haben. Ohne dieser Zeit ist es schlichtweg nicht möglich. Man kann effektiver durchkommen oder man kann weniger effektiv durchkommen, aber grundsätzlich braucht man Zeit.

                                                                                                                                                          Jeder neue Kuhstall wird mit einer Idee geboren. Wenn man Ideen sammelt, egal ob für einen Umbau oder einen Neubau, hat man immer mehrere Möglichkeiten, die man abklären muss. Man geht dann Pläne wieder und wieder durch, schläft ein paar Nächte drüber und denkt generell viel darüber nach. Es fallen extrem viele Entscheidungen an:

                                                                                                                                                          • Fressgitter ja oder nein?
                                                                                                                                                          • Sheddach oder Lichtfirst? (Hör dazu auch Folge 126 – Lichtfirst oder Sheddach? Vor- und Nachteile)
                                                                                                                                                          • Hochbox oder Tiefbucht?
                                                                                                                                                          • Gummimatten auf die Laufgänge oder nicht?
                                                                                                                                                          • Wie viele Tränken und welche?
                                                                                                                                                          • Wie baue ich die Leitungen ein für das Tränkesystem?
                                                                                                                                                          • Wo steht der Klauenpflegestand?
                                                                                                                                                          • Wie ist der Zugang zur Separation, nach dem Melken oder nicht?
                                                                                                                                                          • Die Ausrichtung des Stalls an die Himmelsrichtungen anpassen und wenn ja, wie?

                                                                                                                                                          Und noch so viele mehr!

                                                                                                                                                          Wenn Du gerade an den Planungen für deinen neuen Kuhstall sitzt, kann ich dir den kostenlosen Grundriss-Schnellcheck empfehlen. Dieser Schnellcheck ist eine kostenlose Checkliste, die du dir einfach hier herunterladen kannst.  Anhand elf wichtiger Punkte zum Abhaken kannst du schnell überprüfen, ob die Maße für Liegeboxen, Laufgänge etc. in einem Neubau oder Umbau passen, wie viel Platz du als Wartebereich geplant hast.

                                                                                                                                                          Bei diesen Entscheidungen reicht es nicht, das spontan zu entscheiden. Stallbauvertreter versetzen sich auch nicht so in eine Situation wie der Landwirt und können nicht sagen, wie man Details umsetzen muss, wenn sie passen sollen.

                                                                                                                                                          Eine Hilfe bei den ganzen Baudetails ist der Kuhstallbau-Onlinekurs. In dem Kurs gehen wir Schritt für Schritt durch deine Planung, so dass du erstens nichts vergisst und zweitens auch alles fundiert entscheiden kannst. Er kann helfen, deine Fragen gezielt zu beantworten und zu überlegen, was zu einem am besten passt oder welche Arbeitsroutinen man in Zukunft effizienter gestalten möchte. Du wirst unterstützt bei der Entscheidung, worauf der Betrieb in Zukunft einen Fokus legen möchte, z.B. einfache Liegeboxenpflege oder entspanntes Treiben zum Melken mit wenig Mitarbeitern. Neben den Überlegungen sollte man sich immer wieder passende Beispiele in der Praxis anschauen. Denn wer nur Verkäufern glaubt und viel Geld für wenig nützliche Dinge ausgibt, der hat vielleicht am Ende einen tollen Stall, der aber vielleicht gar nicht richtig zu einem passt. Oder man ist am Ende mit einigen Details unzufrieden und denkt sich: „Ach, hätte ich es mal anders gemacht.“ Wer sich gezielt Zeit nimmt und sich zu den einzelnen Entscheidungen umfassend informiert, trifft die besseren Entscheidungen.

                                                                                                                                                          2. Priorität auf die wichtigen Dinge

                                                                                                                                                          Der zweite Punkt ist die Priorität auf die wichtigen Dinge. Jeder hat immer viel zu tun, meine Tage könnten auch länger sein, sie wären trotzdem noch gut gefüllt. Auch zehn Stunden mehr am Tag könnte ich noch gut füllen. Warum ist es aber so, dass manche Menschen gefühlt viel mehr an einem Arbeitstag schaffen als andere? Das liegt daran, dass nicht alles gleich wichtig ist. Den Staub auf dem Futtertisch zu fegen ist nicht so wichtig wie das Füttern. Eine geputzte Milchkammer ist nicht wichtiger als das Melken.  Das bedeutet nicht, dass man die unwichtigeren Dinge nicht tun soll, diese Aufgaben dürfen aber auch mal ein paar Tage warten. Der Unterschied ist also: Kurzfristig muss die tägliche Arbeit laufen, das Ergebnis muss stimmen. Ob das funktioniert, zeigen Kennzahlen wie die Milchqualität sowie die Leistung und Gesundheit der Kühe. Wenn also zum Beispiel eine Kuh lahmt, muss sie kurzfristig in den Klauenstand und schnellstmöglich behandelt werden.

                                                                                                                                                          Die langfristige Betriebsentwicklung hingegen braucht etwas mehr Zeit. Wenn man da nie etwas macht, steckt man vielleicht in 20 Jahren immer noch in der Anbindehaltung fest. Man muss sich also regelmäßig Zeit nehmen für die langfristige Entwicklung, wenn man vorwärtskommen möchte. Was aber, wenn man viel zu viel zu tun hat und nicht dazu kommt? Das muss man aktiv lernen, meist haben wir das früher nicht gelernt.

                                                                                                                                                          Das kann funktionieren, indem man Arbeiten delegiert. In einem funktionierenden Familienbetrieb kann man zum Beispiel überlegen, wie man die arbeiten in verschiedene Bereiche aufteilt. Verschiedene Menschen können dann zum Beispiel verschiedene Schwerpunkte haben, sodass ich mich als Betriebsleiter nicht um alles kümmern muss. Bei uns ist es so, dass ich im Wesentlichen schaue, dass alles läuft und funktioniert. Delegieren ist dabei ganz entscheidend. Vielleicht überlegst du dir jetzt, welche Aufgaben du am besten abgeben kannst. Pauschal kann man das schwer sagen. Man muss sich überlegen, was man in seiner Situation gut abgeben kann. Das kann zum Beispiel die Feldarbeit oder Teile davon sein, zum Beispiel Güllefahren, Schwaden oder Mähen. In unserer Gegend gibt es zum Beispiel recht viele Lohnunternehmen, die ihre eigenen guten Maschinen haben, da kann man einige Arbeiten gut abgeben. Oder man spart sich einige Stunden Arbeit, indem man Arbeiten an seine Beschäftigten abgibt. Dann hätte man zum einen etwas Zeit für die Planung und danach auch für den Stallbau.

                                                                                                                                                          Auch automatische Helfer im Stall können dann Abhilfe schaffen, z.B. Futteranschieber und Spaltenroboter. Ideal ist es, wenn man diese Helfer in den neuen Stall oder ins neue Stallabteil mitnehmen kann. Bei uns ist beispielsweise der Futteranschieber vom alten Stall in den neuen Stall gewandert und macht da seine Arbeit weiter.

                                                                                                                                                          3. Zeitmanagement: Werkzeuge nutzen!

                                                                                                                                                          Die Zeit an sich kann man nicht managen. Man kann aber sehr wohl seinen Umgang mit der Zeit steuern. Nicht jede Stunde, die man arbeitet, ist effektiv. Was aber macht unsere Arbeitszeit dann effektiv? Das gelingt, wenn wir es schaffen, Störungen und Ablenkung zu vermeiden. Eine Störung kann viele Gesichter haben. Das können Vertreter sein, Nachbarn, die vorbeikommen oder Fehler in der Technik. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, sich ablenken zu lassen.

                                                                                                                                                          Den Zeitkiller Nr. 1 haben wir dabei stets in der Hosentasche: Das Handy. Da kann man die Benachrichtigungen ausschalten, den Flugmodus anstellen oder, was mein persönlicher Favorit ist: Alle Benachrichtigungen aus, außer Anrufe. Über einen Anruf kann man mich gut erreichen, aber alles andere ist ausgeschaltet. Bei WhatsApp-Nachrichten zum Beispiel ist bei mir meist lange nur ein Haken zu sehen, weil das Internet ausgeschaltet ist. Die Nachricht geht dann erst ein, wenn ich aktiv in WhatsApp reingehe. Erst dann sehe ich, wer mir alles geschrieben hat. Dasselbe gilt auch für Insta, Facebook, Signal und Telegram. Alles, was stören könnte, ist abgeschaltet.

                                                                                                                                                          Eine Ausnahme ist die Aufgaben-App, da nutze ich „Todoist“ und bin sehr zufrieden damit. Wenn zum Beispiel eine Erinnerung kommt, dass ich abends an eine Besamung denken muss, kommt die Benachrichtigung durch. Das hilft mir immens. Denn auch wenn das Handy bei einer Benachrichtigung nur vibriert, ist man zumindest in Gedanken schon einmal abgelenkt und überlegt, wer sich da gerade gemeldet hat. Wenn man dann noch eine seiner zwei Hände frei hat, ist der Griff zum Handy vorprogrammiert. Dann benötigt man einige Minuten, um die Nachricht zu lesen und zu beantworten. Effektiver ist es, wenn man das ein paar Mal am Tag gebündelt macht. Es gibt selten Dinge, die sehr dringend sind und dann bei WhatsApp geschrieben werden.

                                                                                                                                                          Zudem hilft es mir, Dinge geblockt abzuarbeiten. Das bedeutet, ich schaue, welche Aufgaben zusammenpassen und arbeite das gemeinsam ab. Welche Arbeiten kann ich zum Beispiel morgens im Stall alle abarbeiten, wenn man ohnehin mit Arbeitskleidung im Stall ist? Wenn zum Beispiel Besamungen anliegen, dann schaue ich, ob noch andere Kühe eine Behandlung brauchen. Oder ich decke alle Silos nacheinander auf und kontrolliere auch gleich den Futterstock, damit das alles erledigt ist. Bei der Klauenpflege mache ich immer einen ganzen Schwung Kühe und nicht alle paar Tage nur zwei. Klauenpflege könnte man zum Beispiel aber auch delegieren und abgeben. Das ist auch ein wichtiges Instrument von Zeitmanagement: Aufgaben delegieren. Das geht zum Beispiel beim Klauenschneiden oder auch beim Melken. Das Melken ist eine relativ einfache begrenzte Tätigkeit. Stellt man dafür Mitarbeiter ein, kann man dadurch tatsächlich viel Zeit sparen.

                                                                                                                                                          Wichtig bei allem ist: Die Zeit, die frei wird, sollte man bewusst für andere wichtige Dinge verwenden. Sonst füllt sich diese frei gewordene Zeit sehr schnell mit anderen Nebentätigkeiten. Man kann sich zum Beispiel ganz bewusst die Stunde nach dem Frühstück für die Stallplanung einplanen (wenn nicht gerade eine wichtige und dringende Feldarbeit anliegt). Dann kann man gezielt überlegen:

                                                                                                                                                          • Was sind die nächsten logischen Schritte?
                                                                                                                                                          • Was müssen wir als nächstes entscheiden?

                                                                                                                                                          Damit braucht man dann am Ende nicht unheimlich viel Zeit und kann das im Block abarbeiten. Stellt man dann noch das Telefon aus, kann das gut gelingen. Wenn Du übrigens gerade an deiner Stallplanung sitzt, empfehle ich Dir den kostenlosen Grundriss-Schnellcheck. Damit kannst du deine Planung ganz schnell auf die wichtigsten Maße prüfen. Die Checkliste mit den wichtigsten elf Punkten kannst du abhaken und siehst, ob in deinem Grundriss alles stimmt. Das ist wichtig, denn ein guter und solider Grundriss ist die Basis für einen richtig guten Stall später!

                                                                                                                                                          Vielleicht war an dem einen oder anderen Punkt etwas für dich dabei oder ist zumindest eine Überlegung wert. Vielleicht kannst du den einen oder anderen Punkt auch direkt umsetzen!

                                                                                                                                                          Fazit:

                                                                                                                                                          Planung braucht eine gewisse Zeit.

                                                                                                                                                          Mit der Priorität auf die wichtigen Bereiche verteilt man seine Zeit besser.

                                                                                                                                                          Es gibt Methoden zum Zeitmanagement als Werkzeug

                                                                                                                                                            Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                            Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                            Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                            Servus, in dieser Folge erfährst du, welches Projekt mein Interviewgast plant und wie er Schritt für Schritt durch die Planung gekommen ist.

                                                                                                                                                            In der heutigen Folge heute ist ein Landwirt zu Gast, der einen neuen Stall plant. Wir sprechen darüber, warum er im Kuhstallbau-Onlinekurs dabei ist und welche Schritte er in welcher Reihenfolge für seine Planung nimmt. Wenn du auch in deiner Planung von mir begleitet werden möchtest, melde dich bei mir. Wir schauen, ob der Kuhstallbau-Onlinekurs für dich passt.

                                                                                                                                                              Melde dich jetzt an zum...

                                                                                                                                                              Kuhstallbau-Strategiegespräch

                                                                                                                                                              Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                              Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                              Robert, was ist das Problem in der aktuellen oder bestehenden Situation, dass ein neuer Stall gebaut werden soll?

                                                                                                                                                              Das Problem bei uns ist momentan, dass unsere Kühe ziemlich groß geworden sind. Die Platzverhältnisse haben sich in den letzten 40 Jahren nicht geändert, aber die Kühe haben zu wenig Platz zum laufen. Der Stall ist einfach in die Jahre gekommen, daher wollen wir einen neuen bauen. Im alten Stall stocken wir den Viehbestand ab und nutzen den Stall dann anderweitig, indem wir die Bereiche für Trockensteher, Färsen und Abkalber erweitern. Jetzt bin ich noch jung, mit 32 Jahren kann man noch angreifen.

                                                                                                                                                              Was war für dich dann der Auslöser, dass du zum Kuhstallbau-Onlinekurs gekommen bist?

                                                                                                                                                              Ich habe dich und deinen Podcast schon mehrere Monate vorher verfolgt und habe den Newsletter gelesen. Dann habe ich gelesen, dass bald wieder ein neuer Onlinekurs startet und war interessiert daran, mitzumachen. Im Kopf habe ich die Planung schon seit 2013, aber das aufs Papier zu bekommen, da hat mir immer noch etwas gefehlt. Jetzt gehen wir in dem Kurs richtig in die Tiefe.

                                                                                                                                                              Wie ist die Zusammenarbeit für dich?

                                                                                                                                                              Die Zusammenarbeit ist sehr einfach. Alle Kursteilnehmer arbeiten auf Augenhöhe miteinander und auch mit dir, Gusti. Wir haben für alle Probleme, die jemand hat, eine Lösung gefunden. Manchmal war es sehr einfach und die Lösung lag direkt vor der Nase. Ich würde den Kurs auf jeden Fall wieder machen, wenn ich wieder einen Stall baue. Das hat sich ja rentiert.

                                                                                                                                                              Wie sehen Deine Pläne für den neuen Stall aus?

                                                                                                                                                              Der Neubau ist am Hofgelände geplant, da haben wir noch etwas Platz. Aktuell stehen dort noch zwei Fahrsilos, die man versetzen müsste. Aus Platzgründen kann der neue Stall nur 45 Meter lang und 25 Meter breit werden. Vom Gefälle her liegt die Stelle aber günstig mit einem Höhenunterschied von etwa zweieinhalb Meter. Da hat es sich angeboten, einen Güllekeller zu bauen. Die komplette Lagerung ist unterhalb der Spalten. Es wird ein Stall mit Tiefboxen und Spaltenboden und Außenliegeboxen mit Laufgang. Die Seitenwände sind bis auf die Stirnseite alle offen

                                                                                                                                                              An den Seitenwänden sind Curtains dran und es wird direkt an die bestehende KIWA-Halle, die noch in Betrieb ist, angebaut. Das war eine kleine Herausforderung, was Toranschlusstechnik angeht, aber es ist möglich und machbar. Die KIWA-Halle ist eine Heuhalle aus Holz mit fünf Hochsilos. Dort lagern wir Grassilage, die wird mit einem Portal geladen und verdichtet. Davon haben wir das ganze Jahr über Silage, das ist praktisch und daher bleibt diese Halle auch erhalten. Heu, Stroh und Getreide lagern wir darin auch. Der Stall ist jetzt momentan geplant für 70 Liegeplätze, allerdings nur mit 57 Fressplätzen. Den Melkroboter wollen wir nur mit 50 bis 60 Kühen belegen.

                                                                                                                                                              Gegenüber dieser Halle steht der alte Stall. Wie sieht der aus?

                                                                                                                                                              Genau, der alte Stall hat auf einer Seite eine Reihe Liegeboxen für das Jungvieh. Das Platz-Fressplatzverhältnis ist nicht ganz einfach, aber es funktioniert. Auf der anderen Seite ist eine zweireihige Liegeboxenreihe, die am Fressgang sehr schmale Gänge hat. Dort haben wir 3,50 m Fressgang und 2,80 m an der Wandseite. Die Übergänge sind auch sehr schmal. Es funktioniert noch. Darin war ein Doppel-Fünfer-Melkstand, aber seit vier Jahren haben wir dort nun einen Melkroboter. Mit freien Kuhverkehr funktioniert das gut, auch wenn wir mehr Kühe nachtreiben müssen, als wir gedacht hatten.

                                                                                                                                                              Wie zufrieden bist du mit der aktuellen Planung hinsichtlich deiner Wünsche und Ziele, die du am Anfang hattest?

                                                                                                                                                              Mit meiner Planung bin ich sehr zufrieden. Ich habe eigentlich keine einzige Stelle im neuen Stall, die mir nicht passt. Das Planungsunternehmen hat alles so geplant, wie ich das haben wollte, also kann ich da gut mit leben.

                                                                                                                                                              Hat sich für dich die Investitionen in den Kuhstallbau-Onlinekurs gelohnt?

                                                                                                                                                              Die Investition in den Onlinekurs hat mir auf jeden Fall sehr geholfen. Ich hatte die Planung aus dem Kurs schon als der Architekt auf den Hof gekommen ist. Der hatte vier Stunden für den Termin angesetzt. Mit den Plänen aus dem Kuhstallbau-Onlinekurs haben wir das aber viel schneller geschafft, denn wir wussten ja genau, was ich wollte. Dadurch ist die Planung dann viel günstiger geworden, weil er die Pläne nur kopieren musste und hier und dort noch ein paar Maße anpassen musste. Das allein hat mir knapp 3.000€ eingespart.

                                                                                                                                                              Dazu kommen noch viele gelöste Baudetails und Umsetzungsmöglichkeiten. Hast du ein Beispiel für uns?

                                                                                                                                                              Ich hatte zum Beispiel bei den Tiefboxen bedenken, ob ein Spaltenroboter dort funktioniert. Dann hatten wir zum Beispiel noch im Laufhof einen Curtainsschutz, dort kommen die Kühe bis an die Curtains, da war ich mir unsicher. Ich habe aber beim Gusti gesehen, dass man die Curtains gut schützen kann. Dann zum Beispiel die Laufgänge über dem Güllekanal, wie das funktioniert, habe ich nicht gewusst. Das habe ich zum Beispiel beim Onlinekurs gelernt, wie das funktionieren soll und worauf man dabei achten muss. Auch so Kleinigkeiten, dass man beim Betonieren von Güllekeller und Melkgrube einen Eimer Kies reinstellt, damit man einen Pumpensumpf hat, also einen Tiefpunkt. Ich habe dort einiges aufgeschnappt, was mir in Erinnerung geblieben ist.

                                                                                                                                                              Wie ist der Ablauf, wenn man seine Pläne konkret in die Tat umsetzt? Wie hast du gestartet?

                                                                                                                                                              Den ersten Plan hatte ich 2013 in der Landwirtschaftsschule mit meiner Meisterarbeit. Dieser Plan ist über Jahre gereift. Dann habe ich im Newsletter von Kuhstallbau gelesen und auch immer den Podcast gehört und war wieder ganz im Thema Stallbau drin. Ich habe mich dann für den Onlinekurs angemeldet, der im November 2023 gestartet ist. Im darauffolgenden Januar habe ich das erste Telefonat mit dem Landratsamt geführt, danach ging es mit dem Emissionsschutz weiter, weil der Betrieb innerorts liegt. Mit der Unteren Wasserschutzbehörde habe ich auch gesprochen, da bei uns nebenan ein großes FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet), das sehr sensibel ist, was Emissionen angeht. Da muss man dann viel erklären. Dann mussten wir noch die Emissionen zwecks Nachbarschaft beachten, das hat sich sehr lange hingezogen. Dann habe ich mit dem Planungsbüro weitergeplant. Wichtig war, dass ich mir Zeit gelassen habe. Als nächstes geht jetzt der Plan zum Landratsamt für die Genehmigung. 

                                                                                                                                                              Eine klare Vorstellung vom Bauvorhaben und der zeitige Kontakt zu den Behörden hat dir also gut geholfen. Vorteil ist damit, dass später keine Überraschungen kommen und man Dinge umplanen muss. Das ist ein recht gutes Beispiel, wie man es machen kann. Wie zufrieden warst du mit dem Ablauf? Gibt es etwas, das anders vielleicht besser gewesen wäre?

                                                                                                                                                              Vom Grundablauf bin ich zufrieden. Ich habe alle Informationen zur richtigen Zeit bekommen. Manchmal haben Menschen am anderen Ende des Telefons auch Urlaub. Das ist dann so. Wir haben auch nicht immer Zeit zum telefonieren, wenn wir noch die Feldarbeit nebenbei haben. Ich würde wieder vorher Behörden mit einbeziehen. Ich habe von anderen Landwirten gehört, die es anders gemacht haben und viel Geld verspielt haben. Ich habe alle Informationen schon von Anfang an einfließen lassen können, das war gut.

                                                                                                                                                              Wie hoch schätzt du den Zeitbedarf für den Onlinekurs ein? Wie gut bist du damit im Alltag zurechtgekommen?

                                                                                                                                                              Der Kurs ist im November gestartet, dadurch habe ich viel Zeit im Winter damit zugebracht. Die Videos und den Katalog habe ich bei schlechtem Wetter durchgearbeitet. Zuerst war es recht zeitintensiv. Aber wenn man bedenkt, wofür man das macht und das man dadurch in den nächsten 30 Jahren vielleicht täglich fünf Minuten Zeit sparen kann, dann ist die Zeit sehr gut investiert. Ich fand das sehr wertvoll angelegte Zeit, in der man mal kein Fernsehen schaut, sondern sich wirklich voranbringt.

                                                                                                                                                              Wie darf man sich vorstellen, hast du eher tagelang daran gesessen oder waren das einzelne Stunden? 

                                                                                                                                                              Also zeitlich waren das circa zwei Stunden pro Woche. Im Winter war es ein bisschen mehr, dann ging ja die Feldarbeit wieder los. So ein, zwei Stunden kann man sich schon mit der Planung auseinandersetzen, mal mehr, mal weniger. Meines Erachtens muss man sich Zeit nehmen dafür, das ist möglich.

                                                                                                                                                              Im Winter haben wir uns einmal wöchentlich getroffen, im Sommer einmal monatlich. Mit zwei Stunden zusätzlich pro Woche bist du dann vorangekommen. Was würdest du anderen über die Zusammenarbeit erzählen, wenn dich jetzt jemand so fragt am Stammtisch?

                                                                                                                                                              Die Zusammenarbeit zwischen uns war sehr gut, wir haben auf Augenhöhe miteinander gesprochen. Wir kennen deinen Betrieb von einem Besuch, du kennst unsere Situation von Bildern und Videos, die wir gemacht haben. Über die familiäre Ausgangslage und die Flächenausstattung von jedem haben wir auch gesprochen.

                                                                                                                                                              Was möchtest du zukünftigen Kuhstallbauern in der Planung mit auf den Weg geben?

                                                                                                                                                              Plant ausführlich, lasst euch Zeit für die Planung, macht nichts überstürzt, aber wartet nicht so lange. Irgendwann muss man mal die erste Spatenschicht machen.

                                                                                                                                                              Sehr schön. Ja, vielen Dank für das spannende Interview und ich wünsch dir viel Erfolg in deiner Genehmigung und dem Bau!

                                                                                                                                                              Vielen Dank nochmal im Nachgang an das Interview an Robert Hampp. Du hast Einblicke in den Kuhstallbau-Online Kurs bekommen und auch, in welcher Reihenfolge Robert bei der Planung gegangen ist. Vielleicht möchtest du auch in der Planung vorwärtskommen und wie Robert die Zeit im Winter dafür nutzen. Melde dich bei mir und dann bist du vielleicht schon bald im Kuhstallbau-Onlinekurs dabei!

                                                                                                                                                                Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                                KSB 126 Lichtfirst oder Sheddach? Vor- und Nachteile

                                                                                                                                                                In dieser Folge erfährst du, welche Vor- und Nachteile zwei häufige Varianten von Firstöffnungen haben und auf was du dabei achten solltest.

                                                                                                                                                                In neuen Kuhställen ist oft ein Lichtfirst Standard. Diesen findet man in bayerischen Ställen und drüber hinaus häufig. Heute möchte ich hinterfragen, ob das wirklich das Beste ist für unsere Ställe und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind.

                                                                                                                                                                 

                                                                                                                                                                  Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                  Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                  Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                                  Wie viel Licht möchte die Kuh?

                                                                                                                                                                  Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir uns zunächst in die Kuh hineinversetzen. Neben einem trockenen, weichen Liegebereich möchte sie viel Platz im Stall. Aber möchte sie Sonne oder lieber Schatten? Natürlich möchte sie Schatten anstatt in der knallharten heißen Sonne zu liegen. Ein eindrückliches Beispiel dafür habe ich neulich in einem Stall gesehen: Dort waren drei Reihen Liegeboxen, eine Reihe davon lag nachmittags komplett in der Sonne. Keine einzige Kuh hat sich dort in die Liegeboxen gelegt, obwohl diese komplett gleich aufgebaut waren, abgesehen von der Sonneneinstrahlung.

                                                                                                                                                                  Ab wann wird es für die Kuh unangenehm? Ab 15 °C wird es der Kuh sehr warm und ab spätestens ab 20 °C ist es ihr unangenehm. In München hatten wir 2023 beispielsweise 79 Tage, an denen die Tageshöchsttemperatur bei über 25°C lag. Im Vergleich dazu hatte wir 2023 neun Eistage, an denen das Temperaturmaximum die Null Grad nicht überschritten hatte. Vor 50 Jahren gab es noch viel mehr Eistage und weniger dieser Hitzetage. Die Temperaturen zeigen eine eindeutige Richtung; es wird wärmer!

                                                                                                                                                                  Lichtfirste: Hell aber teuer

                                                                                                                                                                  Wie gehen jetzt Lichtfirste im Stall mit den Sonnentagen um? Zunächst einmal lassen Lichtfirste viel Helligkeit in den Stall, das ist ein positiver Punkt. Wir haben über einen Lichtfirst einen hellen Stall. Je nach Ausführung kann man das über einen Hubfirst den Winter gut schließen. Es gibt verschiedene Varianten, die dort am First die Lüftungsklappen schließen. Das wird oft mit eingebaut. Lichtfirste werden oft in neue Ställe eingebaut, damit der Stall schön hell ist.

                                                                                                                                                                  Auf einem Praxisbetrieb betrugen die Kosten für den Lichtfirst im Vergleich zu einer einfacheren Lösung rund 10.000€. Das ist eine Größenordnung von einem Stall mit einem Roboter. Warum ist das aber teurer als andere Varianten? Es ist teurer, weil das ein eigenes Bauteil mit Lichtplatten ist. Ein Hubfirst mit der dazugehörenden Mechanik kostet ebenfalls extra.

                                                                                                                                                                  Lichtfirste können im Kuhstall aber auch Nachteile haben. Alle Vor- und Nachteile sind natürlich sehr stallindividuell. Grundsätzlich ist es möglich, dass bei einer bestimmten Ausrichtung des Stalls Sonnenstrahlen durch den Lichtfirst genau auf den Liegeboxen landen. Sehr ungünstig ist das zum Beispiel, wenn das am späten Vormittag bis zu den Abendstunden im Hochsommer passiert. Wenn in dieser Zeit, wann es sowieso schon heiß ist, noch zusätzlich die Sonne auf die Liegeboxen knallt, dann haben wir faktisch einfach ein Problem. Zusätzlich holt man sich Strahlungswärme in den Stall. Ohne Isolierung des Dachs ist das dramatisch. Denn: Diese Strahlungswärme kann den Stall schnell um ein paar zusätzliche Grad Celsius erwärmen. Oft wird ein Blechdach mit Isolierung verbaut, dadurch wird die Strahlungswärme gut abgefangen.

                                                                                                                                                                  Sheddach: Etwas dunkler, dafür luftiger

                                                                                                                                                                  Man kann sich zusätzlich mit alternativen Dachformen beschäftigen. Ich habe mir jetzt eine Dachform rausgepickt, die im Vergleich zu einem Lichtfirst einige Vorteile bietet: Das Sheddach. Das gibt es von verschiedenen Herstellern. Ein Sheddach ist, wenn es ein unteres und ein oberes Dach gibt und es überlappt, sodass dazwischen ein Spalt frei bleibt. Das heißt, wir haben jetzt nicht mehr einen Lichtfirst, sondern eine Dachüberlappung und einen Raum dazwischen, der für die Durchlüftung sorgt. Das ist eine einfachere und günstigere Bauweise. Es gibt auch die Variante mit Lichtplatten auf der unteren Seite. Das hat den Vorteil, dass dann doch noch mehr Licht reinkommt, ohne dass die Sonne direkt reinscheint. Das hängt stark von der Ausrichtung vom Stall ab.

                                                                                                                                                                  Ein Vorteil ist eine sehr gute Durchlüftung. Das sehe ich auch in unserem Stalldach, das auch ein Sheddach ist. Wenn es richtig gebaut ist, dann kommt keine Sonne zu den Kühen. Das ist möglich, wenn die Öffnung in Richtung Osten oder Norden zeigt und die Hauptwindrichtung der Westen ist. In den Breitengraden, in denen man die deutsche Sprache spricht, ist das zu 95% überhaupt kein Problem. Dann hat man ein einfaches Dach mit einer ständigen Öffnung, dass man nicht irgendwie groß schließen können sollte.

                                                                                                                                                                  Was man jedoch auch bedenken muss, dass weniger Licht in den Stall kommt. Das ist ein großer Nachteil dieses Systems. Man kann da ein Lichtband in den unteren Bereich reinsetzen, aber mein Credo ist da eher, den Stall lieber etwas zu dunkel zu haben als sich die Kühe aufzuheizen.

                                                                                                                                                                  Ich war vor kurzem in der Schweiz am Schweizer Stahlbauseminar. Wir haben dort 13 Ställe und verschiedenen Umbau- und Neubaulösungen angeschaut. Alle Betriebe ausgewählt, die sich sehr stark an den Bedürfnissen der Kühe orientieren, das heißt: Viele offene Wände, luftige Ställe, meist mit Sheddach anstatt Lichtfirst. Das Klima in der nördlichen Schweiz ist ähnlich wie in großen Teilen von Deutschland und Österreich.

                                                                                                                                                                  Man kann sich gezielt vor Sonne und Wind schützen. Das solltest du aus dieser Podcast-Folge mitnehmen. Plan Dein Stalldach so, wie es für Dich passt. Wenn du Sicherheit für Deine Planung bekommen möchtest, melde dich gern bei mir. Wir sprechen zusammen und finden auch für dich eine passende Lösung!

                                                                                                                                                                  Fazit:

                                                                                                                                                                  Ein Lichtfirst ist schön hell, holt aber die Hitze in den Stall,

                                                                                                                                                                  Das Scheddach ist günstiger und schützt die Kühe besser vor Strahlung.

                                                                                                                                                                  Die Lüftungswirkung muss auf jeden Fall erhalten bleiben, egal welche Ausführung man wählt.

                                                                                                                                                                  Wenn du Baufehler aus deiner Planung streichen möchtest, schau auf meine Homepage. Da gibt es eine kostenlose Checkliste und da streichst du einfach mal diese zehn Baufehler direkt aus deiner Planung.

                                                                                                                                                                   

                                                                                                                                                                    Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                    Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                    Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                                    In dieser Folge geht es um die richtige Zahl für einen erfolgreichen Betrieb. Du erfährst, was der richtige Kuhzahl sein kann und welche Fragen dafür relevant sind.

                                                                                                                                                                    In der heutigen Folge möchte ich eine spezielle Frage stellen: Was ist die richtige Kuhzahl für einen erfolgreichen Betrieb? Vielleicht hast Du eine gewisse Kuhzahl im Kopf, die Du für Dich als optimal einschätzt. Was ist für dich persönlich eine erfolgreiche Kuhzahl? Ich möchte dir meine Meinung zu dem Thema mitteilen und diese Frage von verschiedenen Seiten beleuchten.

                                                                                                                                                                      Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                      Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                                                      Für jede Betriebsgröße gilt zunächst: Jeder hat unterschiedliche Voraussetzungen. Je nach Region sind die Voraussetzungen unterschiedlich – unterschiedlich hohe Förderungen, zum Beispiel durch Steilflächen oder besonders hohe Konkurrenz um Fläche. Man hat vielleicht eine sehr gute Flächenstruktur direkt um den Stall oder auch viele ganz kleine Flächen, weite oder ungünstige Wege. Man hat vielleicht eine sehr gute Arbeitssituation oder andersherum kaum Helfer. Man ist vielleicht aktuell im Betrieb sehr gut in den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, vielleicht gehört man aber auch zu den unteren 25%.

                                                                                                                                                                      Größer ist immer besser. Oder?

                                                                                                                                                                      Ist denn größer immer besser? Nicht unbedingt, denn mit zunehmender Kuhzahl ändern sich die Anforderungen. Vor allem für wachsende Betriebe ist es eine große Umstellung. Dann ändern sich alle Aufgaben für den Betriebsleiter. Mit 60 Kühen hat jemand noch viel allein oder mit Hilfe der Altenteiler gemacht und ist damit gut über die Runden gekommen. Mit denselben Bedingungen hat man bei 150 Kühen keine Chance. Die betrieblichen Abläufe muss man dann unbedingt optimieren.

                                                                                                                                                                      Die Mitarbeiterführung wird zu einer der wichtigsten Aufgaben. Je größer ein Betrieb, desto wichtiger sind die eigenen Fähigkeiten zur Mitarbeiterführung. Das ist etwas, das man in der Ausbildung oder Weiterbildung kaum lernt. Die praktische Umsetzung, die muss man selbst lernen und da muss man selbst immer weiter dran arbeiten. Der Aufbau eines guten Teams, das ist eigentlich das Entscheidende. Denn solange man alle Probleme selbst lösen muss, kommt man nicht vom Betrieb weg. Bei 100 und mehr Kühen auf dem Betrieb ist es eine große Herausforderung, ein Team aufzubauen, das mehrere Aufgabenbereiche übernimmt. Der Betriebsleiter ist im besten Fall nicht derjenige, der alle Fehler oder Schäden reparieren muss. Denn mit zunehmender Betriebsgröße werden die Kleinigkeiten immer größer.

                                                                                                                                                                      Besonders in Zeiten, in denen die Altenteiler nicht mehr mitarbeiten können und die eigenen Kinder vielleicht noch zu klein sind, sind gute Mitarbeiter umso wichtiger. Das können auch interessierte Nachbarn oder Geschwister sein, die Spaß daran haben, mal beim Siloabdecken oder während der Ernte mitzuhelfen. Aber auch für andere Tätigkeiten ist es immens wertvoll, mehr Aufgaben oder auch umfangreichere Aufgaben abzugeben, damit man selbst nicht erstickt in seiner Arbeit.

                                                                                                                                                                      Kleine Betriebe haben aufgrund verschiedener Betriebszweige oft eine Doppelbelastung, zum Beispiel wenn man noch einer außerlandwirtschaftlichen Arbeit nachgeht. Oder wenn man mehrere Standbeine hat, z.B. Urlaub auf dem Bauernhof oder eine Biogasanlage.

                                                                                                                                                                      Verfügbare Arbeitsstunden kalkulieren

                                                                                                                                                                      Worauf kommt es also bei der passenden Kuhzahl an? Kann man die optimale Kuhzahl berechnen? Wenn man die Arbeitsstunden pro Kuh und Jahr betrachtet, dann kommen gut organisierte Betriebe oft auf rund 40 Arbeitsstunden je Kuh im Jahr. Diese Zahl liegt selten unter 30 Stunden, wenn sie ehrlich berechnet wird, liegt sie sogar öfter bei über 60 Stunden pro Kuh und Jahr. Wenn ein Betrieb besonders ungünstig aufgestellt ist, kann auch noch viel mehr rauskommen, über 100 Stunden pro Kuh im Jahr sind nicht ungewöhnlich.

                                                                                                                                                                      Für den Betriebsleiter rechnet man oft irgendwo 2.500 Arbeitsstunden im Jahr. Umgerechnet pro Tag sind es bei einer 7-Tage-Woche im Schnitt sieben Stunden. Sieben Stunden am Tag hören sich vielleicht gar nicht so viel an. Dies sind jedoch nur Arbeitsstunden für die regelmäßigen Arbeiten. Für einen Vollzeitmitarbeiter rechnet man rund 1.800 Stunden.

                                                                                                                                                                      Wenn man 100 Kühe mal 40 Stunden nimmt, kommt man auf 4.000 benötigte Arbeitsstunden pro Jahr. Dazu nehmen wir noch 33 erzeugte Nachzuchtrinder in einem Jahr, das sind rund 600 Stunden. Dann haben wir noch 75 Hektar zu bewirtschaften, mit rund 12 Stunden je ha. Damit kommt man auf rund 900 Stunden, dann haben wir noch allgemeine Arbeiten am Hof, das können grob 500 Stunden sein. Damit sind wir insgesamt bei rund 6.000 Stunden Arbeit. Wenn man da zwei Familienarbeitskräfte hat, die Vollzeit anzurechnen sind und eine Fremdarbeitskraft, dann ist der Betrieb mit 100 Kühen gut machbar, oder?

                                                                                                                                                                      Mehr Kühe? Mehr Organisation!

                                                                                                                                                                      Was ist jetzt besonders wichtig für wachsende Betriebe oder wenn man die Kuhzahl erhöhen möchte? Je besser man seine Arbeitsabläufe geregelt hat, desto besser läuft es. Denn geregelte Arbeitsroutinen können wertvolle Zeit einsparen und die Arbeitsstunden pro Kuh reduzieren.

                                                                                                                                                                      Wenn Du einen Neu- oder Umbau deines Kuhstalls vorhast, solltest du unbedingt runde Arbeitsabläufe schaffen und die viel Baudetails auch passend umsetzen. Und genau da unterstützt dich der Kuhstallbau-Onlinekurs . Mithilfe des Kurses denkst Du bei Deiner Planung an alles Entscheidende und wirst keine wichtigen Details vergessen!

                                                                                                                                                                      Mein persönlicher Tipp für dich: Kalkulatorisch würde ich mich niemals voll auslasten. Das bedeutet, dass man die 2.500 Stunden, die man pro Jahr zur Verfügung hat, nicht vollkommen verplant. Ich persönlich verplane nur rund 1.500 Stunden. Warum so wenig? Wenn man sich voll auslastet, bleibt keine Zeit mehr für Baustellen, für Urlaub, Hobbys und Freunde. Wenn man sich nicht vollständig verplant, behält man einen kreativen Zeitraum für zusätzliche oder außergewöhnliche Baustellen.

                                                                                                                                                                      Ich kenne viele Landwirte, die zu fast nichts anderem als den Betrieb kommen, die sind da ständig und kommen kaum raus. Es ist leicht, immer viel zu arbeiten, wenn man über den Betrieb geht und überall die zu erledigenden Aufgaben sieht. Was man auch bedenken sollte, ist: Wenn man immer selbst die Arbeit macht, was ist dann, wenn man selbst krankheitsbedingt ausfällt? Oder mal weg möchte oder muss? Dann ist kein anderer da, der die Arbeiten macht. Das ist bei der Wahl der optimalen Kuhzahl ebenfalls zu bedenken.

                                                                                                                                                                      Eigene Ziele definieren

                                                                                                                                                                      Was eine sinnvolle Kuhzahl für einen erfolgreichen Betrieb ist, hängt auch von der eigenen Definition von „Erfolg“ ab. Für mich bedeutet es, dass ich meine eigenen Ziele verfolge, nicht die von Kollegen oder Beratern. Bei der optimalen Kuhzahl kommt zudem, welcher Unternehmertyp der Betriebsleiter ist. Ist man auf Fremdarbeitskräfte angewiesen oder macht man lieber Vieles selbst?

                                                                                                                                                                      Wir haben seit Neuestem einen Festangestellten mit im Betrieb, sodass ich mehr Zeit für die Beratung habe und gleichzeitig die Baustellen gut vorwärts gehen. Das ist eine Entscheidung, die man bewusst treffen sollte und sich der Konsequenzen bewusst sein sollte, egal welche Größenordnung. Wenn du jetzt beispielsweise in einer 50 oder 100-Kuh-Größenordnung bist und du stellst dir 300, 400, 500 Kühe vor, dann musst du gut überlegen, ob die ganzen Konsequenzen, die damit verbunden sind, auch tragen möchtest. Ich persönlich könnte mir 500 Kühe gut vorstellen. Aber die Konsequenzen machen das dann nicht mehr so schmackhaft.  Wir sind mit der 100-Kuh-Größenordnung sehr zufrieden, das läuft und macht Spaß. Und es gibt ja auch bei 100 Kühen immer wieder etwas, was nicht optimal läuft. Wenn da ein paar Kühe nicht laufen oder ein schlechtes Futter reingekommen ist, dann ist man auch froh, dass es nicht mehr Kühe sind.

                                                                                                                                                                      Fakt ist, es gibt erfolgreiche Betriebe mit 20 Kühen, es gibt erfolgreiche Betriebe mit 70 Kühen, mit 150 Kühen, mit 400 Kühen, mit 2.000 Kühen. Ich habe in den USA auch schon einen erfolgreichen Betrieb mit 8.000 Kühen gesehen. Fakt ist auch, dass man sich seinen Betrieb so zusammenstellen muss, dass es für einen passt. Man muss schauen, dass es wirtschaftlich geht, so wie man das aufstellt. Wer jetzt von 20 Kühen leben möchte, der muss entweder seine Milch brutal gut vermarkten oder extrem sparsam wirtschaften. Das ist aber genauso möglich wie eine Herde mit 100, 200, 400 oder 800 Kühen und sich dabei voll auf die Milch und Kühe zu fokussieren. Alles ist möglich, alles hat seine Vor- und Nachteile.

                                                                                                                                                                      Fazit der heutigen Folge: Ein Betrieb hat dann die optimale Kuhzahl, wenn er die eigenen Betriebsziele mit einer entsprechenden Anzahl Kühe erreicht, ohne dass der Betriebsleiter und die Mitarbeiter überlastet sind, sondern so, dass alle noch Spaß an der Arbeit haben. Und es gibt nicht die eine richtige Kuhzahl, sondern jeder hat seine eigene richtige Kuhzahl.

                                                                                                                                                                      Wenn du von mir unterstützt werden möchtest, melde dich gern . Wir schauen uns gerne deine Planung an, ich gebe dir den ein oder anderen Hinweis und gleichzeitig schauen wir, ob und wie wir am besten zusammenarbeiten können.

                                                                                                                                                                      Fazit

                                                                                                                                                                      • Jeder Betrieb hat individuelle Voraussetzungen und Chancen.
                                                                                                                                                                      • Mehr Kühe sind nicht automatisch immer besser, wichtig sind effiziente Arbeitsroutinen, bei kleinen und großen Herden.
                                                                                                                                                                      • Wie groß die optimale Kuhzahl ist, hängt von den betriebsindividuellen Zielen ab und wie (mit wie viel Input) diese erreicht werden sollen.

                                                                                                                                                                        Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                        Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                        Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                                        Mein heutiger Interviewgast Jan Hendrik Puckhaber kommt aus der Nähe von Rostock und berät Betriebe, die mit Automatischen Melksystemen melken. Sein Schwerpunkt ist dabei die Optimierung des Managements und die Fütterung von bestehenden AMS-Betrieben und AMS-Betrieben in der Planung. Willkommen, Jan Hendrik Puckhaber!

                                                                                                                                                                        In der letzten Folge ging es um die größten Unterschiede zum konventionellen Melken und was sich bei einer Umstellung auf Robotermelken im täglichen Arbeitsablauf ändert.

                                                                                                                                                                          Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                          Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                          Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                                          Wie viele Kühe kann ich pro Roboter melken, wenn Betriebssicherheit und Management passen sollen? Sind 50 Kühe oder 40 Liter sinnvoll für eine gute Auslastung?

                                                                                                                                                                          Wieviel Kühe oder Milchmenge ich melken kann, hängt in erster Linie von der Melkgeschwindigkeit ab. Die Melkgeschwindigkeit und damit die Zeit pro Kuh im Roboter, die Boxzeit, ist ein ganz elementarer Faktor, wie viel Milch und wieviel Kühe eine Anlage schafft.

                                                                                                                                                                          Dann ist ein wichtiger Faktor, wie viele Zwischenspülungen die Anlage machen muss. Wenn ich zum Beispiel alle separierten Milchkühe getrennt in einer Gruppe habe und diese alle hintereinander melken kann, macht der Roboter nur eine Reinigung zum Schluss. Im Vergleich zu Behandlungskühen, die in der Herde laufen, kann ich so viel Zeit sparen.

                                                                                                                                                                          Wenn es gut läuft, bei Boxzeiten von sechseinhalb Minuten und wenig Spülungen, dann sind durchaus Leistungen von 2.300 bis 2.400 Liter machbar. Bei längeren Boxzeiten und mehr Holkühen geht das von dieser Gesamtleistung runter. Da kann ein langsam melkender Betrieb schon bei ungefähr 2.000 Liter an seiner Auslastungrenze angelangt sein. Die Gefahr ist, zu viele Kühe einzustallen als die Anlage schaffen kann. Dann kommt es zum Rückstau und einer Überlastung der Anlage. Die Kühe, die als erstes darunter leiden, sind Tiere in der ersten Laktation, da diese Kühe viel länger brauchen, um ihren Melkrhythmus zu finden.

                                                                                                                                                                          Wenn z. B. jemand sagt, ich habe 70 Kühe im Roboter und melke vielleicht 35 Liter im Schnitt und sagt, er hat da irgendwie noch 10% freie Zeit. Wäre das für Dich viel zu wenig? 

                                                                                                                                                                          Wenn jemand 70 Kühe und eine entsprechende Leistung hat, würde ich folgendes fragen:

                                                                                                                                                                          –          Gibt es nebenbei noch einen Melkstand?

                                                                                                                                                                          –          Gibt es noch eine Gruppe mit behandelten Kühen oder langsame Melker?

                                                                                                                                                                          Wenn er dann alle gesperrten, langsam Melkenden und Kühe mit wenig Milch im Melkstand melkt und nur die schnellen Hochleistungskühe im Roboter, dann ist das mit Sicherheit eine beeindruckende Leistung, aber nicht ganz ehrlich.

                                                                                                                                                                           Auf das Thema freie Zeit habe ich früher sehr viel geachtet, gerade beim Lely-System. Je mehr man über die Berechnung dieses Parameters weiß, umso mehr muss man das hinterfragen. Denn es werden auch längere Reinigungszeiten, in denen der Roboter ausgeschaltet ist, als freie Zeit berechnet. Aber ganz grob 10% freie Zeit ist für eine Maschine schon die Unterkante einer guten Auslastung. Das sollte man für die Zeit von Abkalbewellen einplanen. Als Planungsgröße würde ich eher 15 % freie Zeit empfehlen.

                                                                                                                                                                          Wenn man vor der Wahl steht, einen Roboter zu kaufen, muss man sich zuerst für den Hersteller entscheiden, die sich in ihrer Sensorik unterscheidet.  Welche Sensorik empfiehlst du grundsätzlich und wo kann man Abstriche machen?

                                                                                                                                                                          Zu einem Roboter gehört Sensorik, die mir tägliche Informationen zu einer einzelnen Kuh liefert, z. B. eine Zellzahlmessung. Mit diesen täglichen Informationen arbeite ich täglich, die sind sehr wertvoll.

                                                                                                                                                                          Dann zu entscheiden, welche Zahlen ich überhaupt brauche, ist schon schwierig. Aber zunächst arbeitet die Software mit diesen Zahlen und diesen Rohdaten und bereitet diese Rohdaten zu entsprechenden Listen und Alarmlisten auf. Und je mehr Daten die Software zur Verfügung hat, umso genauer können letzten Endes die Empfehlungen der Software sein. Ich glaube, dass die Software sich in Zukunft weiterentwickeln wird und noch mehr Daten integrieren wird, z. B. mit Künstlicher Intelligenz. Dort unterscheiden sich die Hersteller größtenteils. 

                                                                                                                                                                          Gibt es neu entwickelte Dinge, die Du für einen Roboter empfehlen würdest? Sind zum Beispiel die BCS-Kamera oder die Tierwaage sinnvoll?

                                                                                                                                                                          Das sind die zwei Bereiche, in denen die Daten noch nicht optimal genutzt werden. Es ist sicherlich spannend zu schauen, wie die BCS-Entwicklung einer einzelnen Kuh in den vergangenen Monaten war, es bringt mir aber nichts. Was bringt es mir, jetzt zu wissen, dass diese Kuh jetzt diese Körperkondition hat? Eine richtige Nutzung wäre, dass ein Programm sagt: „Dieses Tier wird wahrscheinlich in vier Monaten trockengestellt wird voraussichtlich eine zu hohe oder zu niedrige Körperkondition zum Trockenstellen haben“. Das wäre eine Idee, wie man so ein System tatsächlich nutzen könnte, um auch vorausschauend einen Sinn zu haben.

                                                                                                                                                                          Was empfiehlst du an ergänzender Automatisierung? Machen Futterschieber oder Spaltenroboter in einem Roboterbetrieb Sinn?

                                                                                                                                                                          Zu 100 Prozent empfehle ich einen Anschieberoboter. Wir brauchen immer ein System, das dafür sorgt, dass die Kuh zu jeder Minute Futter vorfindet. Denn eine große Motivation für die Kuh, zum Roboter zu gehen, ist, vorher aufzustehen, um zu fressen. Wenn sie aber weiß, dass morgens um vier Uhr kein Futter mehr erreichbar ist, dann sinkt ihre Motivation, morgens aufzustehen und melken zu gehen. Dann fehlen in diesen Zeiten die Melkungen, die Anlagenauslastung und am Ende die Milch, die ich verkaufen könnte. Wenn aber jederzeit schmackhaft ist, hygienisches frisches Futter vorliegt, dann ist die Kuh auch gewillt, nachts um 2 oder 03:00 Uhr aufzustehen, fressen zu gehen, melken zu gehen und legt sich dann wieder hin, hat man eine viel besser Auslastung.

                                                                                                                                                                          Ein Spaltenschieber hat natürlich Vorteile im Bereich auf Prävention von Mortellaro. Damit werden die Spalten und die Liegeboxen sauber.

                                                                                                                                                                          Roboter werden oft im Neubau, aber auch im Umbau neu in einen Kuhstall gebaut. Was ist bei der Platzierung vom Roboter besonders wichtig?

                                                                                                                                                                          Die Kühe müssen vor dem Roboter immer die Möglichkeit haben, wegzukommen. Wenn  ein rangniederes Tier vor dem Roboter wartet, z. B. eine Färse und dort rein möchte und ein ranghohes Tier kommt an und will auch rein, dann erwartet die Ranghöhere, dass die Färse Platz macht. Wenn die Färse dort aber nicht weg kann, dann bekommt sie von der anderen Kuh was ab. Dann lernt die Färse ganz schnell, dass der Roboterbereich unsicher ist und sie da nicht hindarf. Wir brauchen also unbedingt Freiräume um den Roboter, damit Kühe sich ausweichen können. Das ist absolut entscheidend, lieber ein bis zwei Meter mehr Platz und dafür zwei oder drei Liegeboxen weniger. Das tut dem freien Kuhverkehr gut, dann gehen sie gerne zum Roboter.

                                                                                                                                                                          Wie sieht es mit einem Separationsbereich aus? Hast du selbst einen und empfiehlst du den auch in Planungsbetrieben?

                                                                                                                                                                          Zunächst einmal müssen wir unterscheiden zwischen Separation und Selektion. In einer Separation halte ich Tiere mittelfristig separat von der Herde, das setzt Liege- und Fressplätze voraus. In die Selektion hingegen werden Tiere aus der Herde kurzfristig einsortiert, meist für planbare Arbeiten wie Klauenschneiden oder Trächtigkeitsuntersuchung. Eine Separation brauche ich immer. Ein Roboterbetrieb braucht immer einen Bereich, wo er Tiere rausnehmen kann, denen es mal einen Tag lang nicht gut geht. Dann hat man auch Tiere, die auffällig sind, direkt zentral an einem Ort. An diesem Ort gehört auch ein gut ausgeleuchteter Behandlungsstand oder ein Klauenstand, in den ich die Kuh alleine hinein bekomme.

                                                                                                                                                                          Ob man eine Selektion benötigt, die Kühe aussortiert, kommt ganz auf den Betrieb an. In einem Betrieb mit beispielsweise 50 Kühen wird sie vielleicht wenig genutzt, weil so wenig Kühe für die planbaren Arbeiten wie Trockenstellen sortiert werden müssen. Da stellt sich die Frage, ob das den Aufwand mit dem voll ausgestatteten Einzelbereich mit frischem Tränken und Futter usw. lohnt. Idealerweise oder als Kompromiss lässt sich eben eine Selektion und Separation dann kombinieren, dass ich meine Selektionstiere in die Separation stelle. Aber grundsätzlich muss ich mir vorher die Frage stellen, wie ich überhaupt in diesem Stall arbeiten und welche Maßnahmen ich wie durchführen will.

                                                                                                                                                                          Warum macht es Sinn, sich während der Planung schon Gedanken über die späteren Arbeitsabläufe zu machen?

                                                                                                                                                                          Sich vorher schon Gedanken zu machen, wie später ungefähr die Arbeitsabläufe gehen sollen, ist immer ein guter Grundsatz. Oft kann man damit schon klären, wie groß und wie genau und was man im Stall machen möchte. Oft ändern sich dann noch Dinge im täglichen Management. Wie organisiere ich zum Beispiel die Klauenpflege sinnvoll, so dass ich gleichzeitig vielleicht den normalen Arbeitsablauf nicht zu sehr beeinträchtigte? Auffällige Tiere möchte ich sofort aus der Herde selektieren und behandeln. Deswegen gilt bei der Planung: Ich muss auf dem Stallplan genau den Weg sehen, wie ich eine Kuh aus der hintersten Ecke allein zum Behandlungsstand treiben kann. Man muss sich vor Augen halten: Die Kuh hat Schmerzen und kann schlecht laufen. Deswegen ist sie für jagende Tiere leichte Beute und sie wird alles tun, um zu fliehen. Dafür wird sie jede Abkürzung, jeden Übergang und jede Lücke nutzen. Deswegen ist es so wichtig, an den richtigen Stellen die richtigen Tore zu haben, was ich schon auf dem Stallplan sehen muss, da muss ich also schon einzeichnen können, die Kuh wird da lang laufen, ich gehe da lang, da ist das Tor, da ist das Tor und am Ende ist der Klauenstand und das muss eine Person alleine machen können. Nur dann wird es auch gemacht.

                                                                                                                                                                          Wenn man an die Liegeboxenpflege denkt, dann ist ein Nachteil des Roboters eine nicht so leicht mechanisierbare Liegeboxenpflege, weil nie ein Stallbereich leer ist. Schließt sich für dich ein Roboterstall mit Tiefboxen aus?

                                                                                                                                                                          Nein. Wenn man diesen Kuhkomfort der Tiefbox will, findet man einen Weg, diese zu bewirtschaften. Derzeit sind die technischen Möglichkeiten zur automatisierten Einstreu noch ziemlich begrenzt, das wird sich in den kommenden Jahren noch entwickeln. Bis dahin muss man im Stall mal eine Tiergruppe entsprechend wegsperren, um dort mechanisch einstreuen zu können. Die Einstreu reinzubringen, ist ein Nachteil. Aber was ich dort an Kuhkomfort gewinne, macht das wett. Auch bei Hochboxen gibt es nicht nur Vorteile. Es gibt bessere und schlechtere Hochboxen, aber auch schon eine mittelmäßige Tiefbox ist in der Regel doch deutlich besser als eine gute Hochbox.

                                                                                                                                                                          Was und wie oft streut ihr in eurem Roboterstall ein?

                                                                                                                                                                          Unser Stall wird zweimal die Woche eingestreut, jeweils eine Stallhälfte. Da werden dann die Tiere jeweils auf die Futtertisch- oder auf die Doppelliegeboxenreihe getrieben. Wenn wir das auf der Doppelliegeboxenreihe machen, hat das den Nachteil, dass wir in einer Stelle an den Robotern vorbei müssen, dann können die Roboter nicht melken. Wir aktivieren dann in dieser Zeit die Spülung, sodass wir keine Kapazität in dem Bereich verlieren. Dann wird die Gülle sehr frisch vom eigenen Separator mittels Hoflader und Einstreuschaufel in die Boxen rein befördert.

                                                                                                                                                                          Zweimal täglich gehen wir mit einer normalen Harke durch die Liegeboxen. Beim Durchgehen werden die Boxen denn sauber geharkt, sollten sich Wulste ergeben, Unebenheiten ergeben, zieht man einmal mit der Harke drüber und alles was schmutzig ist, was feucht ist, was Kot ist, wird rausgezogen.

                                                                                                                                                                          Hast du noch einen persönlichen Tipp, womit das Robotermelken noch viel besser funktioniert?

                                                                                                                                                                          Mein Tipp, den ich jemanden geben würde, der sich mit dem Thema Roboter auseinandersetzt, egal ob Neubau oder Umbau: Fahrt zu vielen Betrieben und schaut euch an, was die gemacht haben. Schaut auch, wie sie täglich arbeiten und setzt euch an den Computer. Lasst euch die Software und die tägliche Arbeit mit dem Programm erklären. Die Unterschiede zwischen den Herstellern liegen in der Software, den Daten und wie ich mit diesen Daten letzten Endes arbeiten kann. Da sind riesige Unterschiede und die Software ist mindestens genauso wichtig wie der Melkroboter. Auch wenn man sich das als konventionell Melkende vielleicht ohne Milchmengenmessung alles kaum vorstellen kann, ist der Computer plötzlich Elementar für den erfolgreichen Betriebsablauf. Ihr müsst den Vertreter und den Verkäufer überzeugen, dass ihr drei Stunden an einem Programm sitzen könnt und der Hersteller euch erklärt, wie das alles funktioniert und welche Möglichkeiten es gibt. Wenn der euch erklären kann, wie das letzte kleine Ventil am Roboter funktioniert, aber nicht wie die Software funktioniert, dann sehe ich da ein Problem. Die Software ist so wichtig, weil sie die Grundlagen für Entscheidungen und Maßnahmen liefert.

                                                                                                                                                                          Ein zweiter Tipp, gerade in Familienbetrieben: Sucht euch einen Partner, also jemanden in der Nähe mit dem gleichen Robotersystem, mit dem ihr euch sehr gut versteht. So kann man z.B. den Notdienst auch mal aufteilen. Wenn man z. B. auf einer Feier ist, dann kann man sich auch absprechen und den Notdienst mal auf den anderen übertragen. Sucht euch jemanden, mit dem man gut zusammenarbeiten kann und der auch Details kennt und z.B. mal einen Schlauch tauschen kann. Das bringt Ruhe, Gelassenheit und Freizeit.

                                                                                                                                                                          Vielen Dank an dich für das sehr spannende Interview aus der Praxis für die Praxis!

                                                                                                                                                                          Kontakt zu Jan-Hendrik Puckhaber: 

                                                                                                                                                                          E-Mail an: jhpuck@gmail.com

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                                                                                                                                                                            Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                                                            Mein heutiger Interviewgast aus der Nähe von Rostock ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden und war nach dem Studium als Fütterungsberater tätig. Mit der Leidenschaft für die Kühe ergab sich eine Chance, zusammen mit seiner Frau einen alten Stall zu übernehmen. Durch den Umbau auf drei AMS und rund 165 melkende Kühe konnte er viel eigene Erfahrung mit der Planung und dem Roboter melken sammeln.

                                                                                                                                                                            Nun gibt er sein AMS-Fachwissen weiter, Schwerpunkt ist dabei die Optimierung des Managements und der Fütterung von bestehenden AMS-Betrieben und AMS-Betrieben in der Planung. Willkommen, Jan Hendrik Puckhaber!

                                                                                                                                                                             

                                                                                                                                                                              Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                              Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                                                              In dieser Folge geht es darum, worauf man sich einstellen muss, wenn man an eine Umstellung auf Melkroboter nachdenkt oder sich schon in der Planung befindet. Du erfährst, was die größten Unterschiede zum konventionellen Melken sind und was sich im täglichen Arbeitsablauf ändern wird.

                                                                                                                                                                              Viele AMS-Umsteller kommen aus dem Melkstand oder der Anbindehaltung und haben noch nie mit einem Roboter gearbeitet. Auf was muss man sich einstellen, wenn man umstellt?

                                                                                                                                                                              Es gilt der Grundsatz: Roboter ernten nur die Milch. Das Management macht die Milch, aber der Roboter selbst wird kein einziges deiner Managementprobleme lösen. Der Roboter wird nicht die Klauenprobleme, Eutergesundheitsprobleme oder Gesundheitsprobleme lösen. Im Gegenteil, viele Probleme sind dann plötzlich wie in einem Brennglas sehr deutlich sichtbar und werden im täglichen Ablauf zu Problemen führen.

                                                                                                                                                                              Ist Robotermelken in dieser Hinsicht noch anspruchsvoller als der Melkstand?

                                                                                                                                                                              Es wird anders als im Melkstand, weil wir beim Roboter auf die Mitarbeit der Kühe angewiesen sind. Ein Roboterstall funktioniert nur dann gut, wenn die Kühe freiwillig zum Roboter gehen. Im Roboter zu melken, macht keinen Spaß, wenn wir dort plötzlich bis zu 15 % der Kühe pro Schicht zum Roboter treiben müssen. Dafür sind Roboter nicht gemacht. Und weil wir eben auf die Zusammenarbeit mit den Kühen angewiesen sind, müssen diese Kühe auch jederzeit fit sein. Sie müssen motiviert sein, sie müssen laufwillig sein. Das sind Probleme, die dann deutlich sichtbar werden und die vielleicht in einem Melkstandbetrieb eher unter den Teppich gekehrt werden können. Die Probleme sind zwar da, die wirken sich aber nicht so dramatisch auf deine tägliche Arbeit aus, wie es im Roboterbetrieb sein wird.

                                                                                                                                                                              Ein weiterer Effekt am Roboter sind die großen Mengen an Daten. Man bekommt viele Probleme plötzlich schwarz auf weiß oder bunt auf Bildschirm direkt angezeigt. Damit hat man einen messbaren Benchmark.

                                                                                                                                                                              Braucht man für Roboter ein besonderes technisches Verständnis, sodass es nur für einen gewissen Schlag an Menschen gut passt? Hältst du das für einen Mythos oder kann jeder damit zurechtkommen?

                                                                                                                                                                              Der Roboter ist nicht für jeden Menschen das passende System. Es gibt Menschen, zu deren Charakter und Denkweise dieses neue System nicht passt. Diese Menschen werden mit diesem System nicht glücklich. Aber warum, weil sie sich auf das neue Management nicht einlassen wollen? Die Arbeit am Computer und die Überwachung der Daten ist plötzlich eine tägliche Arbeit, die genauso wichtig ist wie jede Arbeit mit einer Gabel oder einer Schaufel. Die Arbeit am Computer ist genauso viel Wert wie körperliche Arbeit im Betrieb, das gehört definitiv dazu.

                                                                                                                                                                              Ich persönlich bin ein großer Freund von Routinen, wenn man jeden Tag einen gewissen ähnlichen Ablauf hat. Vor allem mit dem Robotermelken verspricht man sich oft die Freiheit, dass nicht zu festen Melkzeiten im Stall sein muss. Hat man mit dem Roboter mehr Freiheit und arbeitet mehr willkürlich oder hat man trotzdem noch seine Routinen?

                                                                                                                                                                              Beides. Also ich brauche zum einen meine täglichen Routinen. Ich habe meine normalen Routinearbeiten, die einfach ein oder zweimal am Tag die gleichen sind und auch immer gemacht werden müssen. Ein Beispiel ist die Reinigung der Scheiben für die Zitzenfindung, egal ob Laser oder Kamera. Da entwickelt man schnell eine Routine, dass man z. B. abends vor dem Feierabend noch einmal diese Scheiben sauber machen. Wenn man das nicht macht, kann schnell nachts der Anruf vom Roboter kommen, der sagt, ich kann hier nichts sehen, ich habe so viele Kühe, die ich nicht ansetzen konnte, komm doch mal bitte her und mach die Scheibe sauber. Dann lernt man schnell, dass das solche Routinen sind, die man besser machen sollte. Also haben wir tägliche Routinen, die zu gleichen Zeiten gleich ausgeführt werden müssen und ja, ich habe viel mehr Freiheit. Denn: Bei vielen Arbeiten, ist es nicht mehr entscheidend, wann ich sie ausführe. Für die Kuh ist es manchmal sogar besser, Routinen zu durchbrechen. Beim Roboter habe ich Freiheit, Arbeiten zu verschieben. Ich habe auch die Freiheit, wenn man samstags abends auf einer Feier war, sonntags ein, zwei Stunden später anzufangen. Diese Freiheiten habe ich.

                                                                                                                                                                              Aber wer A sagt, muss auch B sagen. Zu diesen Freiheiten gehört auch, dass es Notfälle geben kann, dass es technische Störungen geben kann, dass diese Anlage abends oder nachts anrufen kann, weil es dort eine technische Störung gibt, die ich dann beheben muss.

                                                                                                                                                                              Welche neuen Routinearbeiten gibt es beim Roboter, die einfach im klassischen oder konventionellen Melksystem nicht vorhanden sind?

                                                                                                                                                                              Ein neuer Bereich ist die Überwachung der Daten am Computer, das ist Teil der täglichen Kontrolle. Ich schaue mir nicht nur an, welche Kühe mit ihrer Melkzeit überfällig sind, sondern auch, welche Tiere mit gesundheitlichen Leistungsabweichungen mir angezeigt werden. Welche Tiere sind auf der Brunstliste, weil sie übermäßige oder zu wenig Aktivitäten zeigen? Gerade Gesundheitsdaten sind wahnsinnig spannend, weil durch die Vielzahl der Sensoren wir eine super Überwachung der einzelnen Tiere haben. Das ist eine sehr wichtige Routine. Man muss die Daten aus der Software, aus dem System nutzen. Viele andere Dinge wie Liegeboxen saubermachen, Tränken reinigen, Melkplatz reinigen, Kühe holen, das bleibt genauso wie im konventionellen Melkstand. Die Ausführung der Arbeit wird ein bisschen anders, die Arbeit generell ist aber sehr ähnlich.

                                                                                                                                                                              Kann es passieren, dass die Gesundheitsdaten einer Kuh zu einem Krankheitsbild passen, die Kuh aber gut aussieht, also man falsche Tiere auf der Liste hat? Wenn man z.B. zehn Kühe auf der Liste hat, aber aus der Erfahrung nur eine oder zwei etwas haben, muss ich mir dann trotzdem alle zehn anschauen?

                                                                                                                                                                              Durch die Weiterentwicklung im Bereich der Sensorik und Software ist die Qualität dieser Listen besser geworden. Seitens der Hersteller wird viel dran gearbeitet, um die Genauigkeit dieser Auswertung und Vorhersagen noch weiter zu verbessern, um weniger falsch positive Tiere auf dieser Liste zu haben.

                                                                                                                                                                              Bei den meisten Systemen kann man die Sensibilität einstellen. Also kann ich über ein Parameter regeln, ob ich super genau sein und mehr falsch positiv auf der Liste akzeptieren möchte oder ich die Liste sehr kurz haben möchte und nur solche Tiere angezeigt bekomme, die auch mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein Problem haben oder entwickeln.

                                                                                                                                                                              Zudem muss man lernen, seine eigene Erfahrung hinten anzustellen und die Sensordaten nach vorne zu bringen. Wir hatten schon sehr häufig, dass der Computer angezeigt hat, da ist was. Man guckt sich die Kuh an und von dem, was man als Mensch sagen würde („Hungergrube gefüllt, Ohren sind oben, Augen sind klar, alles wunderbar“), würde man an diesem Tier vorbeigehen. Mit den nächsten Sensorwerten, zum Beispiel mit einem Fieberthermometer standen da auch mal 41,6 Grad Körpertemperatur. Also man kann den Daten schon vertrauen und man muss auch immer berücksichtigen, dass ja nicht jede Kuh auch immer klinisch krank wird. Es gibt eine sehr große Selbstheilungsrate. Das sind Tiere, die wir im konventionellen Melkbereich oder wenn wir keine Sensorik haben, niemals sehen würden, sondern erst deutlich später, wenn sie akut krank sind.

                                                                                                                                                                              Die Kraft der Datenauswertung liegt darin, viel früher bei bereits leichten Abweichungen zu kommen, um dann mit leichten Mitteln, sei es einem einfachen Fiebersenker und Schmerzmittel, sei es mit einer Nacht in der Strohbox, sei es mit Verdauungsförderern, die man eingibt. Viel früher zu kommen, mit sanften Mitteln die Tiere wieder auf Kurs zu bringen, sie am Fressen zu halten und ihr dabei zu helfen, die Selbstheilungskräfte zu stärken, damit sie gar nicht erst krank wird. Damit wir bei viel weniger Tieren Antibiotika einsetzen oder den Tierarzt rufen müssen. Das ist die Power des Systems. Dabei bleibt es jedem selbst überlassen, wie intensiv man das nutzt.

                                                                                                                                                                              Wie nutzt ihr die Liste mit den auffälligen Kühen? Macht ihr einen Rundgang mit der entsprechenden Liste der werden diese Tiere direkt separiert und warten in einer eigenen kleinen Gruppe auf die Kontrolle?

                                                                                                                                                                              Bei uns wird zuerst die Software gecheckt. Ich persönlich verbringe viel Zeit außerhalb des Betriebes. Trotzdem möchte ich wissen, was mit meinen Kühen los ist. Ich habe Listen im Programm, die ich von überall checken kann. Diese Listen sind so individuell, dass ich z. B. sehen kann, wie sich meine frischmelkenden Kühe entwickeln und welche Tiere auf den Krankheitslisten stehen usw. Wenn wir dort Auffälligkeiten haben, dann schaue wir uns die Tiere auch im Stall an.

                                                                                                                                                                              Dadurch, dass man ja eh immer in der Herde ist, um die Kühe zum Roboter zu bringen und Liegeboxen sauber macht, bewegt man sich ohnehin immer permanent zwischen den Kühen. Dann kann man auffällige Tiere auch sofort separieren und entsprechend behandeln, z.B. lahme Kühe. Das kann zum Beispiel die Software noch nicht richtig, beim Erkennen von lahmen Kühen per Sensorik haben die Hersteller noch Aufholbedarf. Das funktioniert bislang eher schlecht. Wir haben dort eine sehr niedrige Hemmschwelle. Sobald eine Kuh nicht optimal läuft, kommt sie in den Klauenstand. Es geht nicht nur das eine oder nur das andere, man muss beides kombinieren

                                                                                                                                                                              Wie stellt ihr die Betriebssicherheit sicher? Tauscht ihr Ersatzteile nach festen Intervallen oder eher mehr?  Macht ihr das selbst oder kommt dafür der Servicetechniker?

                                                                                                                                                                              Die Maschine muss sicher laufen, ich möchte nichts nachts um drei Uhr etwas reparieren müssen. Deswegen haben wir einen Servicevertrag mit regelmäßigen Besuchen des Servicetechnikers, die das Einzelteil austauschen. Die Hersteller kennen die Lebensdauer ihrer einzelnen Komponenten selbst am besten und wollen ja, dass die Anlage sicher läuft. Zudem haben wir selbst einen Teil der relevanten Ersatzteile im Lager liegen, z. B. bestimmte Steuerventile. Wartung und Service müssen gemacht werden, dort kann man nicht sparen! Man kann zwar schon Vieles selber machen, es hat aber Vorteile, wenn der Servicetechniker dreimal im Jahr über die Anlage schaut und noch mal andere Sachen sieht.

                                                                                                                                                                              In der nächsten Folge gibt Jan Hendrik Empfehlungen zur technischen Ausstattung eines gut funktionierenden Melkroboters und gibt wertvolle Praxistipps für gute Arbeitsabläufe im Roboterstall.

                                                                                                                                                                              Kontakt zu Jan-Hendrik Puckhaber: 

                                                                                                                                                                              E-Mail an: jhpuck@gmail.com

                                                                                                                                                                               

                                                                                                                                                                                Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                                Jetzt anmelden >>

                                                                                                                                                                                KSB 122 – Stromverteilung im Kuhstall sichern

                                                                                                                                                                                In dieser Folge geht es um die Elektrik im Umbau und die Stromverteilung im Altbau. Du erfährst, worauf man achten sollte. Zum Thema Elektrik habe ich eine E-Mail von einem Hörer bekommen:

                                                                                                                                                                                „Servus Gusti, mir ist wegen eines Ereignisses heute Nacht eine Idee gekommen. Es geht um das Thema der Stromabsicherung in der Unterverteilung. Wir haben dieses Jahr einen Frequenzumwandler für die Vakuumpumpe eingebaut und im Zuge dessen die Absicherung in der Unterverteilung geändert. Vorher war immer, wenn irgendwo ein Fehlstromauftrag war, automatisch der ganze Stall tot, es liefen also auch Mistschieber, Milchkühlung und Brunnenpumpe für die Wasserversorgung nicht mehr. Da ich diesen Zustand für unhaltbar hielt, habe ich mit unserem Elektriker zusammen das Ganze so umgebaut, dass nun der FI-Schalter vom Lichtstrom ruhig fallen kann. Alle relevanten Funktionen laufen ungestört weiter. Das ist mit Sicherheit auch teurer, gibt mir aber auch Sicherheit und spart Nerven sowie wirtschaftliche Verluste (geringere Leistung wegen Wassermangel oder fehlende Ventilation, warm gewordene Tankmilch etc.).  Zusätzlich könnte man sich natürlich noch ein Warngerät einbauen. Viele Grüße Andi.“

                                                                                                                                                                                  Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                  Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                                  Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                                                  Ich bin zwar selbst kein Elektriker, habe aber viel mit meinem Elektriker gesprochen und mich durch meinen Stallbau intensiv damit beschäftigt. Dadurch habe ich ein gutes Verständnis für das Thema und möchte Dir helfen, dafür ein Bewusstsein zu entwickeln. Wichtig: Dies ist keine elektrotechnische Beratung und es kann durchaus sein, dass irgendwo bei einer Aussage ein Elektriker den Kopf schüttelt, weil er das anders machen würde. Trotzdem kann es eine gute Basis für Dich sein, daran zu arbeiten, was Du in deinem Stall haben möchtest, wenn Du mit deinem Elektriker sprichst.

                                                                                                                                                                                  Elektrik im Altbau? Alte Kabel raus!

                                                                                                                                                                                  Häufig ist die Ausgangssituation im Stall, dass man einen FI für alles hat. So war das bei Andi und so war das auch in unserem alten Stall. Da sind dann auch die Leitungen alt, je nachdem wie alt Leitungen sind, ist der Starkstrom teilweise sogar noch vieradrig. Vielleicht hat man das alte vieradrige Verlängerungskabel noch irgendwo rumliegen, das sollte man unbedingt in die Tonne werfen oder die Kupferteile daraus verkaufen. Der Kupferpreis ist zwar nicht besonders hoch, trotzdem ist das immer noch besser als die alten Kabel zu behalten. Denn vieradrig bedeutet ja, dass wenn etwas passiert, der Nullleiter geht, dann kann der FI nicht ansprechen. Also wenn ihr diese Kabel noch habt: Weg damit! Auf lange Sicht lohnt es, einen fünfadrigen Standard zu verbauen. Damit funktioniert die Sicherheitseinrichtung mit dem FI-Schalter.

                                                                                                                                                                                  Manchmal sind diese Kabel im Altbau ohne Schutzrohr an die Balken genagelt. Das ist nicht mehr zeitgemäß, da sie so einfach von Mäusen angefressen werden können. Wer seinen alten Stall umbaut, sollte die Elektrik mit erneuern. Wer Kabel verbaut hat, die 50 Jahre und älter sind, sollte diese am besten auch ohne einen Umbau abklemmen oder besser noch, komplett herausnehmen und neu legen. Natürlich ist Strom ein großer Kostenpunkt. Es sind aber Kosten, die es durchaus wert sind.

                                                                                                                                                                                  Strom ist im Betrieb stark verzweigt

                                                                                                                                                                                  Die Stromverteilung im Neubau könnte zum Beispiel so ausschauen wie bei Andi, mit einer nachträglich umgebauten Stromverteilung. Darüber ist man dann besonders in Notfällen froh! Die Stromverteilung, wie sie aussehen kann, wollen wir uns jetzt einmal genauer ansehen.

                                                                                                                                                                                  Tipp: Das ist auch Bestandteil von Kuhstallbau-Onlinekurs. Wenn Du Dich für Baudetails und runde Arbeitsabläufe im neuen Stall oder Umbau interessierst, dann ist das genau das Richtige für Dich. Melde Dich gern bei mir und dann schauen wir, ob und wie ich dich in deiner Stallbauplanung begleiten kann.

                                                                                                                                                                                  Der grundsätzliche Aufbau von einer Stromverteilung ist so: Man hat ein großes Kabel, das zum Hof geht, dann kommt die Panzersicherung und der Stromzähler. Und dann kann man sich das vorstellen wie einen Baum mit Stamm, Zweigen und Ästen. Der Saft kommt über die Wurzel und verteilt sich dann in den Stamm. Von dort verteilt er sich in die Äste und die Zweige. Der Strom läuft durch eine dicke Hauptleitung und verteilt sich von dort in verschiedene Unterteilungen. Dabei wird der Stromfluss in jedem Ast etwas schwächer als im Stamm. Wer dann z. B. seinen Hof mit 100 Ampere abgesichert hat, der hat nicht 100 Ampere auf einer Steckdose, sondern dort ist der Strom niedriger abgesichert.

                                                                                                                                                                                  Der Stamm hat also den stärksten Stromfluss. Dann kommt ein Ast, das ist zum Beispiel das Wohnhaus, ein anderer Ast ist die Maschinenhalle, ein weiterer die Werkstatt, einer der Stall. Wenn man wissen möchte, wie viel Strom in die Äste fließt, kann man da elegant Stromzähler einbauen. An einem Ast gibt es viele Zweige. Am Ast Stall z. B. hängt die Melktechnik, den Spaltenschieber, den Futterschieber, die Gülletechnik, die Beleuchtung, der Melkroboter. Auch hier kann man wieder Stromzähler setzen, die anzeigen, wie viel Strom in die einzelnen Bereiche im Stall gehen.

                                                                                                                                                                                  Wenn jetzt z. B. ein Fehler beim Spaltenschieber dazu führt, dass die Sicherung herausspringt oder der FI-Schalter, wäre es ziemlich ungünstig, wenn der Melkroboter dann auch stillsteht. Deswegen ist es sehr wichtig, den Strom sinnvoll zu strukturieren. Wenn man an die Verästelungen denkt, geht es etwa von der Melktechnik weiter zum Milchtank, der Reinigung und der Kühlung. Wenn der Strom dann ordentlich verteilt ist, kann man das am Stromverteiler übersichtlich beschriften.

                                                                                                                                                                                  Den Strom übersichtlich verteilen

                                                                                                                                                                                  Ein Beispiel aus unserem Stall: Neulich war bei uns der komplette Stall stromtot. Das kam über den Stromverteiler an der Güllegrube. Dort ist vermutlich Wasser eingedrungen, was dazu geführt hat, dass die Sicherung rausgesprungen ist, der dazugehörige FI-Schalter raus war und dazu noch die Hauptsicherung im Stall rausgeflogen ist (obwohl das eine mit 32 Ampere das andere mit 63 Ampere abgesichert war).

                                                                                                                                                                                  Das kann passieren. Wichtig: In diesem Fall mussten wir die Ursache lokalisieren, was im laufenden Betrieb schwierig sein kann. Das möchte man nicht haben. Daher ist eine ordentliche Unterteilung des Stroms im Stall sehr wichtig, da man so den Totalausfällen etwas vorbeugen kann. Ob man Stromzähler dazwischen setzt, ist eine andere Entscheidung. Wichtig ist auch eine gute Übersichtlichkeit. Wenn der Betriebsleiter z. B. im Urlaub ist und jemand Fremdes im Stall ist, muss diese Person sich im Notfall auch zurechtfinden.

                                                                                                                                                                                  Große Leitungen wählen

                                                                                                                                                                                  Was auch ein Punkt ist, wenn man eine zentrale Stromversorgung zum Haus hat, die vielleicht sogar sehr stark abgesichert ist mit einer großen Leitung, dass man den Wandlerschrank dazu nimmt und Eigenstrom verwendet, etwa aus Biogas oder Photovoltaik. Das hat den Vorteil, dass es gute Querschnitte gibt, wenn alles zentral zum Hof läuft. Wichtig dabei ist, die Kabel groß genug zu dimensionieren. In der Regel wissen Elektriker, dass bestimmte Querschnitte bei Unterverteilungen vorhanden sein müssen. Bei uns im Stall geht zum Beispiel ein 100 Meter langes Kabel mit 5 x 16 qmm Kabel durch. An Kabel haben wir da nicht gespart, da ich unbedingt auch am anderen Ende vom Stall 32 Ampere abgesichert haben wollte, genauso wie in der Stallmitte am Futtertisch. So bleibt man flexibel, egal, was kommt. Damit ist man besser abgesichert.

                                                                                                                                                                                  Fazit:

                                                                                                                                                                                  1. Bei einem Stallumbau sollte man sich die Elektrik ganz genau anschauen und eventuell alte Kabel entfernen.

                                                                                                                                                                                  2. Beim Stallneubau ist eine sinnvolle Stromverteilung Pflicht.

                                                                                                                                                                                  3. Wenn für einen Bereich der FI-Schalter rausfliegt, sollte alles andere weiterhin funktionieren.

                                                                                                                                                                                  Andi, vielen Dank für deine Mail! Elektrik ist ein Thema, das jeden betrifft, egal ob er sich damit beschäftigt oder nicht. Je nach Elektriker, mit dem man zusammenarbeitet, ist die Elektrik besser oder schlechter im Stall gelöst.

                                                                                                                                                                                  Wenn du in deinem Stall Baufehler vermeiden möchtest, dann hol dir gern die kostenlose Checkliste „Zehn vermeidbare Baufehler“ und streiche die Baufehler auf jeden Fall schon mal aus deiner Planung!

                                                                                                                                                                                    Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                    Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                                                                    In dieser Folge geht es um Zahlen, Daten und Fakten zum Stallbau. Du bekommst einen Einblick in die Kosten und Zeitaufteilung von unserem Stahlbau in 2020 und 2021.

                                                                                                                                                                                    In der heutigen Folge heute möchte ich viele Fakten von unserem Bau bringen, einerseits zu den Kosten, andererseits zu der Arbeitszeit der einzelnen Gewerke.

                                                                                                                                                                                      Melde dich jetzt an zum...

                                                                                                                                                                                      Kuhstallbau-Strategiegespräch

                                                                                                                                                                                      Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                                      Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                                                      Wenn in einem Betrieb ein Umbau keine Verbesserungen für die Kuh oder für Dich als Betriebsleiter und die Menschen bringen würde, steht man schnell vor einem Neubau. Dann steht jedoch die Frage im Raum: „Kann ich mir es leisten? Welche Kosten kommen zusammen?“.

                                                                                                                                                                                      Praxisbeispiel: Ein neuer Stall für 100 Kühe bei uns

                                                                                                                                                                                      Die Entscheidung, einen neuen Stall zu bauen, ist 2015 gefallen, als ich in der Landwirtschaftsschule war. 2017 in der höheren Landbauschule hat sich das noch mal gefestigt. Da war klar, dass ein neuer Stall kommen muss, wenn es weitergehen soll. Denn wenn man nicht investiert, dann ist irgendwann alles alt. Ein Umbau in unserem alten Stall hätte eine geringere Kuhzahl und viele Kompromisse bedeutet. Eine Erweiterungsmöglichkeit hätte es an dem Standort auch nicht gegeben.  

                                                                                                                                                                                      Die Planung ist dann bis 2019 gelaufen. 2019 haben wir uns sehr intensiv informiert. 2020 im Januar haben wir die Erschließung für den neuen Stall gemacht. Dafür haben wir einmal über den ganzen Hof gegraben und sämtliche Leitungen gelegt. Im März, als es etwas trockener wurde, haben wir große Mengen Erde bewegt. Die Güllegrube haben wir im Mai 2020 gebaut. Der Unterbau ging im Juli los, im Oktober der Oberbau und im April 2021 sind wir in den neuen Stall eingezogen.

                                                                                                                                                                                      Was kosten die einzelnen Bereiche im neuen Stall?

                                                                                                                                                                                      Das Preisniveau damals war zwar deutlich höher als die Jahre zuvor. Aber es war doch noch deutlich gemäßigter als heute. Inzwischen sind viele Materialpreise explodiert. Aktuell sind die Materialpreise oft wieder nah dem Vorkriegsniveau. Die Arbeitskräfte sind definitiv teurer geworden. Es war bei uns viel Eigenleistung in einzelnen Bereichen dabei. Ich war täglich auf der Baustelle, meist sogar den ganzen Tag. Dazu hatten wir viele, viele Helfer.

                                                                                                                                                                                      Wir hatten ein Nettoinvestitionsvolumen von 1,4 Millionen Euro. Ich habe während der Bauphase Aufzeichnungen und Mitschriebe gemacht. So hatte ich auch im laufenden Bau immer einen guten Überblick und wusste stets, was bezahlt, welche Rechnungen noch offen waren und wie es mit der Liquidität gerade aussieht. Die Kosten im Einzelnen:

                                                                                                                                                                                      (Ab hier bis zur Melktechnik Aufzählungspunkte setzen)

                                                                                                                                                                                      1. 40.000 Euro für Planung, Genehmigung und den Betreuer: Wir haben mit einem Planungsbüro zusammengearbeitet, das die Förderung abgewickelt hat. Für die Einhaltung bestimmter Kriterien haben wir eine Förderung von 100.000 Euro erhalten.
                                                                                                                                                                                      2. 35.000 Euro für die Erschließung: Davon entfiel mehr als die Hälfte auf den Gemeinde-Wasseranschluss. Der wurde nach Quadratmetern berechnet. Es hängt vermutlich von Gemeinde zu Gemeinde ab, wie hoch die Gebühren sind. Die restlichen Kosten der Erschließung gingen für Leitungen, Leerrohre, fürs Baggern, für Helfer, Daten- und Stromkabel drauf und was halt einfach dazu gehört.
                                                                                                                                                                                      3. 12.000 Euro für die Erdarbeiten: Da macht es viel aus, da wir viel in Eigenleistung geschafft haben. Wir hatten einen Bagger und zwei Schlepper mit jeweils einem Kipper, dazu hatten wir noch einen Kipper geliehen. Dann hatten wir einen Fünf-Tonnen-Radlader, der die gesamten rund 5.000 Kubikmeter Lehm verteilt hat. Das ging nur, weil es so trocken war. Die Schubraupe für den Humusabtrag ist dort auch mit drin.
                                                                                                                                                                                      4. 115.000 Euro für Güllegrube und Gülletechnik:  Da ist Güllegrube, Leckage-Erkennung, Separator, Güllepumpe, Gülleleitungen mit drin. Bei der Güllegrube waren noch zwei Personen der Kran-Firma mit dabei. 1.800 Kubikmeter ist die Güllegrube groß.
                                                                                                                                                                                      5. 435.000 Euro für den Unterbau: Hier zählt alles dazu, was zum Unterbau zählt, also alles, was aus Beton ist. Zudem die Fliesen fürs Melkhaus. Also einfach alles, wo die Kuh drauf steht, die Liegeboxen abgesehen von den Abtrennungen. Der Futtertisch ist dort enthalten, genau wie die Futterschalen. Auch die Kanäle und Spalten, einen Löschwasserbehälter unter dem Melkhaus.
                                                                                                                                                                                      6. 330.000 Euro für den Oberbau: Hier ist das Dach, die Dachkonstruktion mit dem kompletten Dach und alles, was dazu gehört. Curtains, Hubfenster, usw.
                                                                                                                                                                                      7. 140.000 Euro für die Stalleinrichtung: Liegeboxen, Fressgitter, Schieber und dazugehörige Schienen, Schlauchbelüftung gegen den Hitzestress. Dazu gehören auch Boxenabtrennungen, Gummimatten für den Antritt.
                                                                                                                                                                                      8. 25.000 Euro für Strom und für die Beleuchtung: Hier haben wir nicht an der Verteilung gespart. Wichtig war uns, dass wir überall gut Strom haben, gut unterteilt und eigens abgesichert.
                                                                                                                                                                                      9. 17.000 Euro für Wasseranschlüsse: Wassertränken, Installation im Melkhaus.
                                                                                                                                                                                      10. 58.000 Euro für weitere Technik: Wir haben einen Viehwagen gekauft, da wir den Trockensteherstall am alten Standort nutzen. Damit können wir die Kühe nach unten in den neuen Stall fahren. Bei zehn Metern Höhenunterschied und etwa 100 Metern Entfernung zwischen den Ställen läuft es so einfach besser als ohne einen Wagen. Auch eine Einstreuschaufel ist noch dabei.
                                                                                                                                                                                      11. 205.000 Euro für die Melktechnik: Der größte Teil davon ging an den Melktechnikhersteller. Den Milchtank haben wir gebraucht gekauft. Dazu kam noch die Kraftfutterstation, die Nachselektion.

                                                                                                                                                                                      Bei dieser Auflistung kommt man auf rund 1,4 Millionen Euro. Was ich zusätzlich jede Woche mitgeschrieben habe, war meine eigene Arbeitsleistung und die der Familie. Den Stundensatz habe ich bei rund 15 Euro berechnet. Dann kommt man da auf 100.000 Euro für Maschinen und Arbeitseinsatz. Damit sind der eigene Bagger und die eigenen Schlepper und Co. etwas mit abgegolten. Die Maschinen sind mit einem halben Maschinenringsatz berechnet, da sie an sich als Betriebsausgabe laufen und nicht nur konkret dem Stallbau zuzurechnen sind.

                                                                                                                                                                                      1,4 Millionen Euro für 100 Stallplätze sind hohe Kosten, das ist völlig klar. 14.000 Euro pro Stallplatz ist nicht günstig. Wir wollten einfach gewisse Grundstrukturen und einen gewisse Ausführungsvarianten. Denn was noch schlimmer ist als hohe Baukosten, sind ungünstige Baudetails und wenn daraus schlechte Arbeitsabläufe resultieren. Wenn man meint, man braucht dies und jenes nicht und dann kostet es zwar etwas weniger, aber dafür ärgert man sich jeden Tag, ist das fatal. Ein Beispiel dafür: Hitzestressmaßnahmen. Die braucht man in unseren Breitengraden in Deutschland in fast allen Regionen, wenn man hohe Leistungen melken möchte. Ab 7.000 Liter kann man nicht auf Hitzestress-Maßnahmen verzichten. Lässt man dieses Baudetail weg, dann schadet man seinen Kühen und dadurch seinem eigenen Geldbeutel. Dies und mehr, um das geht es auch im Kuhstallbau-Online Kurs. Wenn du vielleicht schon einen Plan hast, wo du sagst, ja so ungefähr steht da schon, dann ist es ideal für dich. Da kannst du dich gerne bei mir melden und wir sprechen da drüber, ob der Onlinekurs auch für dich passen kann.

                                                                                                                                                                                      Wie viel Arbeitszeit fließt in einen Stallbau?

                                                                                                                                                                                      Unser Stall hat rund 11.000 Arbeitsstunden benötigt, bis er komplett fertig war. Allein 1.800 Stunden sind dabei auf mich selbst in den eineinhalb Jahren gefallen. Für die einzelnen Blöcke ergaben sich grob folgende Arbeitszeiten:

                                                                                                                                                                                      150 Stunden auf die Erschließung,

                                                                                                                                                                                      300 Stunden auf die Erdarbeiten,

                                                                                                                                                                                      500 Stunden auf Güllegrube und Technik,

                                                                                                                                                                                      4.500 Stunden für den Unterbau,

                                                                                                                                                                                      2.000 Stunden waren es für den Oberbau,

                                                                                                                                                                                      1.500 Stunden für die Stalleinrichtung,

                                                                                                                                                                                      400 Stunden für Strom und Beleuchtung,

                                                                                                                                                                                      150 Stunden für Wasser und Installation und

                                                                                                                                                                                      rund 1.000 Stunden für die Melktechnik.

                                                                                                                                                                                      Diesen Überblick kann man nur haben, wenn man auf Tagesbasis mitschreibt und dann zusammenfasst, das kann man nicht schätzen.

                                                                                                                                                                                      Woher nimmt man 1,4 Millionen Euro?

                                                                                                                                                                                      Natürlich sind 1,4 Millionen Euro Investitionsvolumen eine sehr große Nummer. Was bedeutet das, wenn man das zurückzahlen muss? Zahlt man jetzt den Stall auf 20 Jahre zurück und würde alles als Fremdkapital aufnehmen und setzt heutige 3,5% Zinsen an (Als wir gebaut haben, hatten wir nicht mal ein Prozent), dann kommt man auf einen Kapitaldienst in Höhe von 8.119 Euro im Monat oder 97.428 Euro im Jahr. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass man in diesem Stall 1.000.000 Kilo Milch verkauft, dann kommt man auf 9,7 Cent, die ein Kilo Milch belastet ist. Oder anders: Von jedem Liter dieser 1.000.000 Kilogramm Milch muss man knappe 0,10€ für den Stallbau wegnehmen.

                                                                                                                                                                                      Erzielt man weniger Milchleistung, dann ist es logischerweise mehr, bei einer höheren Leistung kommt man auf weniger. Die Schrauben, an denen man dann noch drehen kann, sind zum Beispiel der Zinssatz oder die Laufzeit. Wir haben den Stall nicht zu 100% finanziert. Wir haben eine Förderung über 100.000 Euro erhalten und hatten einen kleinen Anteil an Eigenkapital. Somit ist der Stall aus Eigenmitteln und aus Fremdkapital finanziert.

                                                                                                                                                                                      Wäre es wo günstiger gegangen, wo teurer?

                                                                                                                                                                                      Wir hätten jetzt ein einfacheres Dach wählen können, nicht ein freitragendes, sondern mit einfachen Säulen im Stall. Das wollten wir aus emotionalen Gründen nicht. Durch ein leichteres Dach hätte man weniger Beton und Eisen im Fundament benötigt. Dadurch spart man Arbeit für den Unterbau. Und es fallen geringere Kosten für die Dachkonstruktion an. Dort hätten wir etwa einen fünf- bis sechsstelligen Betrag sparen können, ganz genau kann ich es nicht sagen.

                                                                                                                                                                                      Was auch möglich gewesen wäre, wäre ein Dreireiher statt eines Zweireihers. Man braucht da zwar etwas mehr Breite, aber man braucht deutlich weniger Länge und dadurch spart man Geld.

                                                                                                                                                                                      Wie wir viel Geld sparen konnten, war mit unserer Eigenleistung, also Dinge, die wir selbst entworfen oder abgeschaut und dann gebaut haben. Das ist z. B. der hochfahrende Melkstand, der ist selbst gebaut. Wir hatten Eisen verschweißt und dann verzinkt. Wir haben eine Melkstandbrücke eigens gebaut, alle Abtrennungen im Stall sind von uns entworfen, geschweißt und verzinkt. Weitere Kleinigkeiten waren: Wir sind selbst viel Kipper gefahren, haben beim Unterbau und Dach Vieles selbst montiert. Meine Eltern haben in der Bauzeit viel im laufenden Betrieb erledigt, dadurch konnte ich viel auf der Baustelle arbeiten. Da konnte ich auf viele Kleinigkeiten achten, die unterm Strich ganz schön was ausmachen.

                                                                                                                                                                                      Kann man heute noch günstig einen Kuhstall bauen?

                                                                                                                                                                                      Wenn es sinnvoll und möglich ist, spart man unter Umständen mit einem Umbau ordentlich Geld. Je nachdem, wie der Stall ausschaut, muss drin mehr oder weniger umgebaut werden. Aber man kann durchaus Geld sparen, wenn man erweitern möchte.

                                                                                                                                                                                      Man kann davon ausgehen, dass man beim Umbau vom Anbinde- zum Laufstall die drei- bis vierfache Fläche für dieselbe Kuhzahl braucht. Bei alten Laufställen kann es sein, dass nach einem Umbau nur noch die Hälfte der Herde hineinpasst. Es hängt von vielen Fragen ab: Welche Ansprüche man hat, wie gut es den Kühen danach gehen soll. Wie, wie sehr man den Kühen da was gönnen möchte.

                                                                                                                                                                                      Was auch möglich sein kann, ist eine mehrhäusige Bauweise, da ist beim Unter- und Oberbau einfacher. Hör Dir dazu auch das Interview mit Jochen Simon.

                                                                                                                                                                                      Man kann, wenn jetzt jemand mit einem Melkstand plant, auch den Vorwartebereich gleichzeitig als Auslauf nutzen. Somit hat man eine Doppelnutzung, und man könnte dort auch heute noch Geld sparen.

                                                                                                                                                                                      Wo wirklich viel Geld gespart wird, ist, wenn man zum Schluss schneller ist bei der Arbeit oder weniger Arbeitskräfte braucht. Wenn man seinen Stall doch mit guten Arbeitsabläufen ausstattet, so wie wir es auch im Kuhstallbau Onlinekurs besprechen, dann kann man viel Geld sparen.

                                                                                                                                                                                      Fazit

                                                                                                                                                                                      Unser Stall kostet rund 1,4 Millionen Euro netto, es waren etwa 1.1000 Arbeitsstunden notwendig und es gibt Bereiche, die günstiger und andere, die teurer sein könnten.

                                                                                                                                                                                      Wenn du eben gerade einen Stall planst oder wenn du überlegst, einen Stall zu planen, melde dich gern bei mir und ich kann dich dann in deiner Planung unterstützen mit dem Wissen, das ich hab und mit der Erfahrung, die ich selber schon sammeln durfte, nicht nur mit dem Neubau, auch mit dem Umbau.

                                                                                                                                                                                        Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                        Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                                                                        In dieser Folge geht es um den Anbau an einen alten Stall, den Einbau von zwei Melkrobotern und Probleme mit Emissionsrichtlinien.

                                                                                                                                                                                        In der heutigen Folge heute gibt uns unser Gast Einblick in seinen bestehenden Betrieb, und nimmt uns mit in die geplanten Umbaumaßnahmen. Es geht auch um die Umstellung auf Roboter. Markus erklärt uns sein Problem mit den Emissionen und nimmt uns mit in seine Erfahrungen vom Kuhstallbau-Onlinekurs.

                                                                                                                                                                                          Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                          Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                                          Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                                                          Mein heutiger Interviewgast hält aktuell 80 Milchkühe in einem alten Laufstall im Allgäu. Der bestehende Stall ist in die Jahre gekommen und soll modernisiert werden. Dazu soll mit einem Anbau auch ein Auslauf entstehen und die Umstellung auf automatisches Melken die Arbeit erleichtern. Problematisch ist die Lage im Ort wegen geltenden Emissionsrichtlinien. Wir kennen uns vom Kuhstallbau-Onlinekurs. Ich freue mich, dass du hier bist. Willkommen Markus Hinkofer!

                                                                                                                                                                                          Wie ist deine aktuelle Situation im Stall und warum soll es anders werden?

                                                                                                                                                                                          Aktuell halten wir 80 Kühe und melken in einem Doppel-Vierer-Fischgrätenmelkstand. Das Grundgerüst davon ist von 1976. Der ist zu eng, zu veraltet und hat keine Abnahmeautomatik. Das Melken dauert gute zwei Stunden. Wir haben einen riesigen Aufwand beim Treiben, weil unser Stall umständlich gebaut ist. Bei der Erweiterung wurde wenig mitgedacht. Der Stall ist sehr beengt, da die Kühe größer und schwarzbunter geworden sind. Die Kühe stehen auf zwei Seiten vom Futtertisch in einem Doppel-Einreiher, da ist der Treibeaufwand sehr hoch. Ich möchte durch den Umbau deutlich weniger Arbeit pro Kuh haben und das Tierwohl verbessern. Ich möchte mehr Arbeit im Stall mit Management verbringen und weniger nur die Grundbedürfnisse erfüllen. Das soll dann die Automatik machen. Ich möchte mich dann mehr um die die Gesundheit kümmern und nicht nur rein um das Melken.

                                                                                                                                                                                          Welche anderen Engstellen gibt es noch?

                                                                                                                                                                                          Die Lüftung und die Lichtverhältnisse lassen auch zu wünschen übrig, das wollen wir im Neubau verbessern. Das Füttern ist nicht der Knackpunkt. Das Problem ist eher der Treibeaufwand und das Melken. Wir können auch einen größeren Melkstand einbauen, das kostet aber viel Geld. Wenn man damit zudem ständig auf Fremdarbeitskräfte angewiesen ist, dann fällt der Schritt zum Roboter sehr leicht. Beim automatischen Melken erhält man zudem sehr viele Daten von der Einzelkuh. Unser Leistungsniveau ist trotz des beengten Platzes, der schlechten Licht- und Luftverhältnisse im Stall und dem niedrigen Kuhkomfort schon recht hoch. Trotzdem ist alles mit einem großen Arbeitsaufwand verbunden, dass wir diese Leistungen im aktuellen Stall erreichen.

                                                                                                                                                                                          Und welche Umbaumaßnahmen sind notwendig?

                                                                                                                                                                                          Geplant ist ein Vierreiher mit zwei doppelreihigen Liegeboxen. Füttern wollen wir weiter über den alten Futtertisch. Auf der linken Seite, wo aktuell die Kühe und der Melkstand sind, sollen zukünftig die tragenden Kalbinnen stehen. Für diese Tiere reichen die aktuellen Boxenmaße. Auf der rechten Seite kommt eine Boxenreihe dazu, damit es ein Doppelreiher wird. Dazu kommt noch eine Doppelboxen-Reihe und ein Laufhof, also ein nicht überdachter Laufgang mit Futtertisch. Damit haben wir dann einen Vierreiher mit zwei Futtertischen und erhalten aufgrund des Laufhofs eine Förderung. Mit diesen 1,5 Quadratmetern Laufhof pro Kuh könnte ich eventuell später in Haltungsstufe 3 hineinrutschen. Ich möchte mir die Zukunft nicht verbauen und in alle Richtungen offenbleiben. Jeder redet vom Erweitern und Erweiterungsmöglichkeiten, aber man muss auch solche Möglichkeiten offenlassen.

                                                                                                                                                                                          Die Melkroboter müssen an der richtigen Stelle verbaut sein, mit einer Selektion und einer großen Abkalbebox dabei. Momentan haben wir keine Selektion, das ist ein immenser Zeitfresser. Kühe, die man sucht, sind meistens weit weg und nicht im Fressgitter. Und wenn man eine Kuh zur Klauenpflege abholen möchte, kommen zehn weitere mit, weil sie denken, sie wären gemeint. In der Selektion holt man nur eine Kuh heraus, die anderen können weiterfressen. Das ist aktuell ein großer Leistungskiller und Stressfaktor für Mensch und Tier. Man muss immer zu zweit sein, wenn man eine Kuh aus der Herde holen möchte. Das soll im Anbau anders werden.

                                                                                                                                                                                          Du hast dich für zwei Roboter entschieden, warum ist das der aktuelle Planungsstand?

                                                                                                                                                                                          Die Melktechnik kostet viel Geld, Robotertechnik sowieso. Wenn ich schon Geld investiere, dann will ich davon auch was haben. Abstocken will ich eigentlich nicht mehr, dann möchte ich mir den Luxus von zwei Robotern schon herausnehmen. Dann muss ich nicht in Panik verfallen und rennen, wenn ein Roboter mal ausfällt. Ich weiß, dass das ein teures Melken ist mit 40 Kühen pro Roboter. Aber wenn der Schlepper gekauft wird und fährt 500 Stunden, dann sagt keiner „das ist unwirtschaftlich“. Der Melkroboter läuft 365 Tage im Jahr, da braucht man nicht zu Sparen anfangen.

                                                                                                                                                                                          Oft wird gesagt, man braucht mindestens 75 oder 70 Kühe pro Roboter, damit es sich rentiert. Ich habe aber auch oft Leute getroffen, die sagen, es reichen auch 50 Kühe pro Roboter, mit denen man 40 Liter melkt. Ich habe das immer für unrealistisch gehalten, aber umso mehr man sich damit beschäftigt, merkt man, dass das gar nicht so unrealistisch ist. Ich erhöhe lieber die Leistung pro Einzelkuh als die Kuhzahl. Das ist auch von Vorteil in Bezug auf Arbeit und Düngeverordnung. Ich habe keine Lust darauf, dass der Roboter ständig auf Anschlag fährt, dann bin ich auch ständig auf Anschlag und bald so weit wie unser Melkstand. Und dann hat die Investition nicht das gebracht, was ich mir erhofft habe.

                                                                                                                                                                                          Du hast die die Einschränkung, dass du innerorts bist. Welchen Weg hast du bezüglich der Emissionen schon genommen und welchen Stand hast du heute?

                                                                                                                                                                                          Der Betrieb ist mitten im Dorf, die Erweiterung ist schwierig. Der Anbau, so wie ich ihn geplant hatte, wird aufgrund der Rechtslage mit den Abstandsregelungen nicht genehmigt. Das ist schade, weil die Nachbarn kein Problem damit hätten. Wir wollen mehr Tierwohl schaffen mit einem Auslauf und mehr Frischluft im Stall. Aber umso größer der Laufhof, umso mehr Emissionen hat man auf dem Papier. Wir haben vor der Genehmigung von einem Spezialbüro ein Gutachten erstellen lassen. Danach wird erst entschieden, ob man das genehmigen kann oder nicht. Wenn man Pech hat, wird es nicht genehmigt und man muss noch einmal nachrechnen und es kommen Auflagen hinzu, dass der Auslauf nicht so groß sein darf. Dann schaffe ich aber die Quadratmeterzahl pro Kuh nicht. Oder die Auflage ist, dass man hohe Wände um den Auslauf herum zieht. Aber wenn man heute nicht aussiedeln möchte, kommt man nicht um die Auflagenherum. Die Erweiterungen von 1996 und 2004 sind noch zu gut zum Abreißen und es ist ein großer Unterschied, ob ein Stall für 80 Kühe eine halbe Million oder eineinhalb Millionen kostet. So wie ich den Stall geplant hab, ist es für die Kühe ein Neubau, weil neue Laufwege und mehr Kuhkomfort drin sind.

                                                                                                                                                                                          Du warst beim Kuhstall bei Onlinekurs dabei. Was war für dich der Auslöser, dass du mitgemacht hast?

                                                                                                                                                                                          Ich habe anfangs nur die Podcasts verfolgt. Dann war ich mit der Planung fertig und dachte, die Roboter werden von den Firmen und Verkäufern platziert. Dann kam mir der Gedanke, wenn man so wie frühere Generationen nicht so alles macht, was der Vertreter für gut empfindet und lieber hier und dort etwas Geld spart, dafür aber längere Stallzeiten hat ist nichts gewonnen. Also habe ich mich für den Kurs angemeldet und wurde positiv überrascht. Anfangs war ich skeptisch, ob so ein Kurs online funktioniert, weil man sich nicht vor Ort sieht. Ich wurde aber vom Gegenteil überzeugt und finde es sogar besser, wenn die meisten von weit herkommen. An online gewöhnt man sich und wir sind schnell eine gute Truppe geworden.

                                                                                                                                                                                          Gerade in meinem Fall, wenn man innerorts ist und umbauen möchte, dann ist es wichtig, dass man sich viel Input von außen holt. Das ist halt kein Neubau auf der grünen Wiese. Vertreter preisen gerne das an, was sie verkaufen, aber man möchte ja in seinem Stall sein komplettes Berufsleben arbeiten. Da kann man nicht nach zehn Jahren einfach was Neues bauen, gerade bei den aktuellen Baukosten. Bei Umbau muss man zudem viele Sachen bedenken, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Durch den Kurs wird man da drauf vorbereitet. Da habe ich auf Dinge geachtet, über die ich mir während meiner eigenen Planung nie Gedanken drüber gemacht hab.

                                                                                                                                                                                          wo hat dir der Onlinekurs in der Planung geholfen? Hast du da ein paar Beispiele oder ein Beispiel?

                                                                                                                                                                                          Mir hat zum Beispiel die Roboteranordnung mit der Selektion und den Strohboxen dahinter sehr geholfen. Beim Roboter ist es wichtig, dass die Kühe gut laufen, 24/7. Da kannst du nicht wie im Melkstand dahinter stehen und nachtreiben. Mir hat außerdem der Tipp für die unterteilbare Selektion geholfen, dass die Kühe dort entweder wieder rausgehen können oder wir Kühe dort zum Abfüttern beim Trockenstellen selektieren können, gerade bei uns mit der Voll-TMR und den hohen Leistungen. Früher dachte ich, eine Selektion muss für zwei bis drei Kühe ausreichen. Jetzt nach dem Kuhstallbau-Onlinekurs weiß ich, dass man in die Selektion auch die zehn Kühe, die für die Trächtigkeitsuntersuchung anstehen, selektieren kann. Man kann die Probleme super angehen und lösen.

                                                                                                                                                                                          Hat sich für dich die Investitionen in den Kurs gelohnt?

                                                                                                                                                                                          Wenn man daran denkt, was ein Bau kostet und was ist die Planung schon allein kostet, ist der Kurs nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein und das ist nur extrem zu empfehlen. Jeder hat zwar eine andere Ausgangssituation;  der eine kommt nicht weiter in seiner Planung, der andere möchte ganz am Anfang einfach keine Fehler machen. Selbst, wenn man schon einen genehmigten Plan hat, würde ich das trotzdem empfehlen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall! Man trifft so viele andere Leute, die unabhängig von der Größe alle das gleiche Ziel vor Augen haben: Den Stall neu oder umbauen und komfortabel für Mensch und Tier zu machen.

                                                                                                                                                                                          Was möchtest du künftigen Kuhstallbauern mit auf dem Weg der Planung geben?

                                                                                                                                                                                          Das ist einfach: Man muss sich sehr viel Zeit für die Planung nehmen und nichts vernachlässigen. Es gibt im Betrieb immer was zu tun und 1000 andere Sachen, die wichtiger erscheinen. Auch wenn man jammern möchte, dass ein Umbau so teuer werden kann: Es wird schlimmer umso länger du das vor dir herschiebst. Schaut auf jeden Fall beim Podcast von Gusti vorbei, auch nach der Planung.  Man denkt vielleicht, man hat den Plan und die Genehmigungen. Aber egal, für welches Melksystem man sich entscheidet oder was für einen Stall man baut, kann man immer noch etwas lernen. Zum Beispiel gibt’s beim Thema Licht viel zu beachten. In jedem Stall gibt es etwas zu verbessern, sowohl im neuen als auch im alten. 

                                                                                                                                                                                            Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                            In dieser Folge erfährst du, was bauliche Engpässe sind, wie man diese erkennt und damit den Stall und die eigene Arbeit verbessert.

                                                                                                                                                                                            Heute möchte ich Bewusstsein schaffen, was mit baulichen Engpässen gemeint ist, wie man sie findet und löst. Das ist eher ein Thema für Umbauten als für den Neubau. Beim Neubau beschäftigt man sich im Idealfall vorab intensiv mit der Planung und es sollte gar nicht zu baulichen Engpässe kommen.

                                                                                                                                                                                              Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                              Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                                              Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                                                              Was sind bauliche Engpässe? 

                                                                                                                                                                                              Was sind bauliche Engpässe überhaupt? Das sind meist bauliche Gegebenheiten, die dich an einfachen Arbeitsabläufen hindern. Es können Zeitfresser oder Übergangslösungen sein. Vielleicht hat man im Altbau mal etwas umgebaut, das noch nie zu 100 % funktioniert hat. Die Arbeit könnte schneller oder deinen Kühen könnte es besser gehen. Das praktische Problem, wenn man immer so weitermacht und sich nicht damit beschäftigt?

                                                                                                                                                                                              Man arbeitet länger für weniger Milch.

                                                                                                                                                                                              Das Bankkonto könnte besser gefüllt sein und/oder man könnte mehr Kühe in derselben Arbeitszeit melken.

                                                                                                                                                                                              Bauliche Engpässe können überall am Stall und in den Arbeitsabläufen sein, zum Beispiel beim Melken. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Kursteilnehmer des Kuhstallbau-Onlinekurses mit ca. 100 Kühen hat einen Melkstand, der tendenziell zu klein ist. Die Kühe müssen teilweise über den Futtertisch laufen. Beim Kühe treiben müssen die Gruppen getrennt bleiben, was gar nicht so einfach ist. Insgesamt sind dort die Bedingungen im Kuhstall und für die Arbeitsabläufe ungünstig, da vieles mit einem hohen Zeitaufwand verbunden ist. In diesem Fall löst er das Problem mit einem AMS, einer Separation nach dem Roboter und einem Anbau, der die Platz- und Luftverhältnisse im Stall deutlich verbessert. 

                                                                                                                                                                                              Das Füttern kostet auch viel Arbeitszeit. Ein Beispiel: Ein Betrieb ist langsam gewachsen und die verschiedenen Tiergruppen sind über den gesamten Hof verteilt. Das führt dazu, dass Futter hin- und hergefahren werden muss. Bei Altgebäuden kann dazukommen, dass die Gebäude verwinkelt sind und man aufgrund niedriger Deckenhöhen oder Futtertischbreiten nicht mit dem Mischwagen hineinfahren kann. Das bedeutet zusätzlichen Aufwand: Man muss Futter dort abladen, dann das Futter mit der Schubkarre oder dem Hoflader auf den Futtertisch fahren. 

                                                                                                                                                                                              Liegeboxen können auch ein baulicher Engpass sein. Bei Hochboxen sieht man häufig, dass die Gummimatten fertig sind. Oder die Aufstallung ist kaputt, was zu Reparaturkosten führt. Vielleicht sind die Liegeboxen auch zu klein, sodass kein Kopfschwung möglich ist. Das ist ein ernsthaftes Problem und nicht einfach zu lösen. Denn wenn die Kühe sich nicht richtig ablegen, führt das zu weniger Milch. Auch Klauenprobleme können zunehmen, weil man längere Standzeiten hat.

                                                                                                                                                                                              „Die Milch wird im Liegen gemacht“ heißt ein Sprichwort.

                                                                                                                                                                                              Alles, was man der Kuh an Komfort nimmt, führt automatisch zu Beeinträchtigungen.

                                                                                                                                                                                              Den Blick schärfen und Engpässe erkennen

                                                                                                                                                                                              Wie erkennt man jetzt die baulichen Engpässe? Was mir dabei hilft, ist es, alles aufzuschreiben, was auffällt. Erst durch das Aufschreiben sammelt man seine Gedanken. Das ist ähnlich wie in der vorletzten Folge bei der Stallbauplanung. Man kann auch einen Stallbau- oder Haltungsberater einladen. Die sind ganz fit und sehen Dinge, die dem Landwirt oder den Kühen einen Nachteil bringen. Man kann auch andere Landwirte einladen, zum Beispiel aus einem Arbeitskreis. Dann muss man darauf achten, dass befreundete Landwirte nicht zu nett und zu wenig ehrlich zueinander sind. Es kann vorkommen, dass jemand einen baulichen Engpass sieht, es aber nicht anspricht, weil er seinem Freund nicht zu nahe treten möchte. Es ist also wichtig, dass ein respektvoller, aber ehrlicher Austausch stattfindet. Was auch helfen kann, ist, wenn man versucht, die Vogelperspektive einzunehmen, also man sich selbst von oben beobachtet. Das ist in der Vorstellung erst einmal etwas ungewöhnlich. Ich habe das selbst schon ein paar Male ausprobiert und finde das recht interessant. Man sieht die ein oder andere Sache doch etwas anders. 

                                                                                                                                                                                              Eine Möglichkeit ist zudem, den Kuhstallbau-Onlinekurs zu nutzen. Ein Beispiel aus dem Kurs: Ein Teilnehmer mit ca. 70 Kühen hat einen Melkstand und möchte eine zusätzliche Separationsgruppe schaffen. Außerhalb des Melkhauses hätte er eine Möglichkeit, eine Strohbucht zu schaffen. Dort könnte er Kühe einzeln halten, zum Beispiel nach der Kalbung. Er könnte dort auch Kannenkühe separat halten und am Anfang melken und hätte die Milch sofort bei den Kälbern. Dort hätte er einen separaten Futtertisch, der jedoch aus Platzgründen nicht mit dem Futtermischwagen befahrbar wäre. Zusammen mit den anderen Teilnehmern des Kuhstallbau-Onlinekurses haben wir dazu Gedanken gesammelt. Eine Idee ist nun, die Kühe beim Verlassen des Melkstands in den ersten fünf Liegeboxen laufen zu lassen und diesen Bereich dann abzutrennen. Mit ein paar zusätzlichen Abtrennungen kann dann auch eine Person diese Kühe zum Melken treiben. Wenn du deinen Stall modernisieren oder umbauen möchtest, oder vom Melkstand auf den Melkroboter wechseln möchtest, melde Dich gerne bei mir.

                                                                                                                                                                                              Engpässe auflösen 

                                                                                                                                                                                              Wie löst man jetzt die baulichen Engpässe, die man selbst gefunden hat oder durch andere hat finden lassen? Man hat zum Beispiel jetzt eine Liste mit acht Dingen, die gelöst werden können. Zu jedem Punkt überlege ich dann, wie groß der Nachteil wäre, wenn der Engpass nicht gelöst wird und wie groß der Vorteil, wenn er gelöst wäre? Man kann z. B. die Arbeitszeit berücksichtigen. Wenn man dann zum Beispiel einen neuen Stall braucht, weil es anders nicht lösbar ist oder im Vergleich dazu im alten Stall eine Stunde länger braucht, dann kann man das gegeneinander abwägen. Beim Thema Hitzestress hätten die Kühe im Sommer weniger Milchleistungsabfall, weniger Druck auf die Klauen, wenn man etwas verbessert. Hitzestress-Maßnahmen lohnen sich eigentlich immer, ist aber auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung.

                                                                                                                                                                                              Wenn es zum Beispiel ums Melken geht und das anders lösen möchte, etwa mit dem Roboter, kann man das wirtschaftlich betrachten oder/und arbeitswirtschaftlich. Man sammelt dann Pro & Contra und schaut, was für einen selbst das Wichtigste ist. Wenn man dann erkannt hat, was den größten Mehrwert bietet, sollte man damit anfangen. Wenn man jedes Jahr ein paar Dinge macht, ist es nicht so viel auf einmal und man bleibt immer dran. Übrigens: Die Liste an baulichen Engpässen ist niemals fertig, da kann man immer etwas dazunehmen, Dinge streichen und flexibel bleiben. Wichtig ist, immer etwas zu machen, dann ist der Stall auch nie alt, auch wenn das Baujahr älter ist.

                                                                                                                                                                                              Praxisbeispiel Abkalbebox

                                                                                                                                                                                              Zwei Beispiele von mir: Wir haben aktuell zwei Abkalbeboxen für bis zu zehn Tiere. Mir ist es wichtig, dass die Kühe gruppenweise in die Abkalbebox kommen, um den sozialen Stress vor der Kalbung möglichst gering zu halten. Im alten Stall gibt es einen Bereich, der noch nicht umgebaut wurde. Dort ist eine Strohbox mit etwa 4×4 m möglich, also eigentlich etwas zu klein. Ziel wäre, dass man dort Kühe einstallt, die über dem Kalbezeitpunkt sind, damit die neue Gruppe der Abkalbenden in die große Abkalbebox nachrücken kann. Oder man bringt dort in diese Box die Kuh, die gerade frisch abgekalbt hat. Dann kann man sehen, wie viel diese Kuh gefressen hat. Bei uns bekommen die Kühe etwas Kraftfutter nach der Kalbung. In der Einzelbox kann dann keine andere Kuh dieser das Kraftfutter wegfressen. Daher hätte diese Maßnahme schon einen Mehrwert und Vorteile, aber natürlich auch Investitionskosten, die für den Umbau notwendig sind.

                                                                                                                                                                                              Ein zweites Beispiel ist unser Kälberstall. Aktuell haben wir 18 Plätze für die Einzelhaltung. Dort stehen die Kälber etwa vier bis sechs Wochen oder bis zum Verkauf. Dort hätte ich gerne einen zusätzlichen Stall für die ganz kleinen Kälber, sodass ein Rein-Raus-Verfahren möglich wäre. Aktuell geht das nicht so einfach. Manchmal ist der Kälberstall auch zu klein, wenn viele Kalbungen in kurzer Zeit stattfinden. Das ist also ein baulicher Engpass und arbeitswirtschaftlich etwas aufwändig, wenn viele Kälber da sind. Dazu gehört auch ein Kälberstall für Kälber zwischen vier und zwanzig Wochen, da haben wir auch Bedarf, etwas umzubauen.

                                                                                                                                                                                              Es gibt also immer kleinere oder größere Dinge, die umgebaut werden sollen. Damit muss man sich beschäftigen, abwägen und dann einfach machen.

                                                                                                                                                                                              Tipp: Dazu auch die Folge 117 „Wie komme ich in die Planung“ hören. Wenn man weiß, was man machen möchte, muss man in die Planung kommen.

                                                                                                                                                                                              Fazit:

                                                                                                                                                                                              • Bauliche Engpässe sind kleinere oder größere Gegebenheiten, die Nachteile mit sich bringen.
                                                                                                                                                                                              • Zum Erkennen hilft ein Blick von außen oder die Vogelperspektive.
                                                                                                                                                                                              • Überlege Umsetzungsmöglichkeiten und lege los!

                                                                                                                                                                                              Wenn Du schon bald einen Umbau planst oder aktuell schon einen Stall planst, Dir runde Arbeitsabläufe und durchdachte Baudetails wichtig sind, melde Dich bei mir. Wir klären in einem kurzen Telefonat, wie eine Zusammenarbeit aussehen kann und dann bist Du vielleicht schon bald dabei!

                                                                                                                                                                                                Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                                Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                                                Jetzt anmelden >>

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                                                                                                                                                                                                Hier erfährst du, warum ein Milcherzeuger aus Österreich sich beim Stallneubau für einen Melk- und einen Fütterungsroboter entschieden hat. 

                                                                                                                                                                                                Heute geht es um automatische Helfer im Stall, die den Alltag mit Kühen erleichtern können. Dazu spreche ich mit einem Landwirt, der einen neuen Stall plant und das Melken und Füttern zukünftig von Robotern erledigen lassen möchte. Außerdem erzählt er uns, welche Erfahrungen er im Kuhstallbau-Onlinekurs gemacht hat. 

                                                                                                                                                                                                 

                                                                                                                                                                                                  Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                                  Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                                                                                  Du hast Dich für einen Fütterungsroboter entschieden. Warum diese Technik? 

                                                                                                                                                                                                  Ich füttere zur Zeit mit einem Silokamm und mache mir schon länger Gedanken, wohin es in Zukunft gehen soll. Silokamm wird nicht mehr die Zukunft sein im neuen Stall. Wir müssten einen gezogenen Milchwagen für den Traktor kaufen und ein Entnahmegerät oder auch einen Selbstfahrer. Der Fütterungsroboter hat gewisse Vorteile. Ich müsste zum Beispiel nicht dabei sein, wenn gefüttert wird. Das würde mir zum Beispiel während der Ernte mehr Flexibilität geben. 

                                                                                                                                                                                                  Siehst Du noch weitere Vorteile gegenüber einem Selbstfahrer oder einem gezogenen Futtermischwagen?

                                                                                                                                                                                                  Ein Vorteil ist, dass der Roboter mehrere Male am Tag frisches Futter vorlegen kann. Die Vorratsbehälter oder die Futterküche, kann ich befüllen, wenn es mir passt. Wenn wir zum Beispiel silieren, kann ich das früh morgens machen. Zudem schiebt er immer wieder an. Das ist ein Vorteil, dass die Tiere nicht merken, ob Erntezeit ist oder nicht, sondern sie bekommen regelmäßig ihr Futter. 

                                                                                                                                                                                                  Ein großer Vorteil ist außerdem, dass der Fütterungsroboter verschiedene Rationen mischen kann, auch für kleine Trockenstehergruppen mit nur vier Kühen oder für das Jungvieh mischt er eine eigene Ration. Beim Selbstfahrer würde man wahrscheinlich nur zwei Rationen mischen.

                                                                                                                                                                                                  Welche Nachteile siehst du bei diesem System? 

                                                                                                                                                                                                  Störungen können ein Thema sein. Ich habe geplant, dass man zu Fütterungszeiten immer in Hofnähe ist und dass der Roboter vielleicht nachts nicht so viel fährt. Dann müsste man nicht unbedingt hinfahren, um die Störung auszustellen. 

                                                                                                                                                                                                  Ein Nachteil sind die Anschaffungskosten: Die liegen etwa so hoch wie bei einem Selbstfahrer. Auch der Wiederverkauf ist ein kritisches Thema. Der Fütterungsroboter ist sehr individuell und auf den Betrieb zugeschnitten. Da ist es natürlich einfacher, einen Selbstfahrer später wieder zu verkaufen, denn beim Roboter müssen Futterküche und Vorratsbehälter für den neuen Betrieb auch passen. 

                                                                                                                                                                                                  Welche Kriterien sind dir beim Fütterungsroboter wichtig für die Auswahl? 

                                                                                                                                                                                                  In der Futterlagerung ist mir die Flexibilität wichtig. Ich möchte reagieren können, wenn die Grundfutterqualitäten unterschiedlich sind. Wenn zum Beispiel ein Schnitt nicht optimal ist, kann man verschiedene Grasslilagen mischen und die schlechtere untermischen. Dann müsste man diesen Schnitt nicht allein füttern. Außerdem ist mir wichtig, dass ich auch Futtersorten wie Biertreber oder Zuckerrübenschnitzel ergänzen könnte.

                                                                                                                                                                                                  Diverse Hersteller bieten Vorratsbehälter an, aus denen das Futter gefräst wird. Das hat den Vorteil, dass dann keine Reste bleiben, die zusammengekehrt werden müssen. Andererseits ist der Wartungsbedarf für die Fräsen mit Messern höher. Außerdem würde ich bei Strom dann sehr abhängig sein. Eine 30 kW PV-Anlage habe ich bereits auf dem Dach, trotzdem wird das eine Herausforderung. Andere Hersteller bieten eine Futterküche, in der jeder Platz einem Futtermittel zugeordnet wird: Dort ist man dann etwas flexibler, man muss aber auch dort die Reste zusammenkehren, bevor man einen Block frisches Futtermittel dort nachwirft. Besonders im Sommer ist es wichtig, dass man die Hygiene erhält, damit man sich dort keinen Schimmel einfängt. 

                                                                                                                                                                                                  Hast du deine Futtertische anders geplant als bei einem Futtermischwagenbetrieb, in dem man die Durchfahrbreite auf dem Futtertisch braucht?

                                                                                                                                                                                                  Es wäre möglich, dass man den Futtertisch schmäler macht, wenn man nicht durchfahren muss. Wir werden den Futtertisch trotzdem breit bauen. Die Technik entwickelt sich immer weiter, ich möchte alle Türen offen halten, falls wir die Technik in zehn bis 15 Jahren nochmal ändern. Und ich möchte die volle Breite haben, damit auch noch ein vollwertiges Fahrzeug durchpasst. Dann ist es möglich, bei Störungen mit dem Traktor dort hineinzufahren und zu füttern. 

                                                                                                                                                                                                  Wie ist der geplante Stall aufgebaut? Wie würdest du jemanden deinen neuen Stall erklären, der noch nie deinen Stallplan gesehen hat? 

                                                                                                                                                                                                  Ich werde meine Halle verlängern. Die Futterlagerung nimmt etwa 10×10 Meter in Anspruch, für die Vorratsbehälter oder die Futterküche. Das werden wir zusammen mit dem neuen Stall bauen. Wir haben vor 10 Jahren einen Jungviehstall auf die grüne Wiese gebaut, einen Einreiher. Dort werden wir den Milchviehstall anbauen. Ich möchte den bestehenden Futtertisch dort nutzen. Also bauen wir einen Vierreiher mit drei Laufgängen und zwei Reihen gegenständigen Liegeboxen mit zwei Außenfuttertischen. Einen Futtertisch kann ich vom Jungviehstall mit nutzen, der andere wird neu gemacht. Ziel des Vierreihers ist, dass der Stall nicht so lang wird und die Wege zum Roboter nicht so lang sind. Ob wir mit einem oder zwei Robotern starten, ist noch nicht fix. Das Robotermelken ist ja ganz neu für uns. Ziel ist aber, dass wenn ein zweiter Roboter kommt und man die Halle erweitert, beide Roboter immer noch gut erreichbar für die Kühe sind. 

                                                                                                                                                                                                  Wie ist dann der Tankraum angeschlossen im neuen Stall?

                                                                                                                                                                                                  Zwischen Roboter und Tankraum liegen Separation, Selektion, Strohbereich, Abkalbebereich und Trockensteher. Das ist auch schon alles ausgelegt auf zwei Roboter. Stirnseitig sind dann der Sozialraum, Technikraum und Büro angeordnet. Wir haben diese Bereiche schon auf zwei Roboter ausgelegt, da man dort nicht mehr erweitern kann. Der Tankraum ist mit 31 m² auch auf zwei Roboter ausgelegt. Dort soll das Milchtaxi für die Kälbermilch stehen, die der Roboter dort abliefert. 

                                                                                                                                                                                                  Es ist ja noch nicht sicher, ob Du einen oder zwei Roboter einbauen wirst. Wie sind die Unterschiede zwischen neuen und gebrauchten AMS und was sind Deine Gedanken dazu? 

                                                                                                                                                                                                  Ich habe zwei Hersteller in der engeren Auswahl, da ist fast kein Unterschied zwischen den Angeboten. Man kann das natürlich nicht ganz genau miteinander vergleichen, weil der eine Hersteller die Zellzahl messen kann, der andere diese nur über die Leitfähigkeit bestimmen kann. So hat jeder Hersteller seine Pros und Contras. Grundsätzlich sind die neuen Roboter aber ziemlich ähnlich. 

                                                                                                                                                                                                  Bei den Gebrauchten hätte ich ein Angebot, das für zwei gebrauchte Roboter nur geringfügig teurer als ein neues AMS wäre. Bei dem Angebot wäre nur die Box gebraucht. Alles andere wie Vakuumpumpe, Kompressor und PC wäre neu. Bei zwei Robotern wären natürlich die Reinigungs- und Wartungskosten höher als bei einem Roboter. Wirtschaftlicher wäre es, einen Roboter voll auszulasten. Von der Lebensqualität wären zwei Roboter besser. 

                                                                                                                                                                                                  Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Entscheidung dann am Ende so knapp ist. Ich hatte mit einem größeren Preisunterschied gerechnet, sodass wir jetzt vielleicht doch gleich mit zwei Robotern starten. Das muss ich mir jetzt noch überlegen. 

                                                                                                                                                                                                  Du bist im aktuellen Kuhstallbau-Onlinekurs dabei. Was war der Auslöser für Dich, dass Du da mitgemacht hast?

                                                                                                                                                                                                  Ich verfolge deine Stallbaupost schon lange. Im letzten Herbst waren ein paar spannende Podcast-Folgen dabei. Und obwohl ich mir schon viele Ställe angeschaut hatte, habe ich gedacht: “Da investierst du jetzt.” Im Nachhinein gesehen ist das ein voller Mehrwert, dass ich dort teilgenommen habe.

                                                                                                                                                                                                  Wir haben im Herbst mit dem Kurs gestartet. Das war gut getaktet, weil es dann mit der Außenwirtschaft ruhiger wird. Wir hatten pro Woche einen fixen Termin. Zwischen den Modulen kann sich zum eigenen Projekt Gedanken machen. Ich habe mich den gesamten Herbst intensiv mit meiner Planung auseinandergesetzt, vom Licht über die Aufstallung, Melktechnik, Maschinenkosten und Tierwohl bis zu den Arbeitsabläufen. Ich habe vorher nicht gewusst, dass es so viele Einzelheiten gibt, mit denen man sich befassen muss!

                                                                                                                                                                                                  Was für mich sehr deutlich geworden ist, war der richtige Platz für die Klauenpflege.  Das ist aktuell bei mir nicht gut gelöst. Die Kühe sind nicht gewohnt, den Stall zu verlassen, sodass es nicht einfach ist, Tiere dort für die Klauenpflege rauszutreiben. Der Kurs hat mir geholfen, die Klauenpflege so zu planen, dass ich sie auch alleine machen kann, ohne, dass ein zweiter Helfer benötigt wird, der die Kühe nachtreibt. 

                                                                                                                                                                                                  Ein großes Thema war auch die Maschinenkostenberechnung. Dort sind mir richtig die Augen aufgegangen bezüglich der Thematik mit dem Fütterungsroboter. Momentan haben wir einen günstigen Silokamm zum Einfüttern. Das Kraftfutter füttern wir aber über eine Station. Wir haben dann den Silokamm mit einem Selbstfahrer und einem Fütterungsroboter verglichen. Es war sehr interessant, dass wir beim Selbstfahrer und beim Roboter auf dieselben Kosten gekommen sind. 

                                                                                                                                                                                                  Das sind Sachen, über die man sich vorher kaum Gedanken macht, wenn man nicht dazu angeregt wird in so einem Kurs und sich das gemeinsam anschaut. Wie war dein Gesamteindruck vom Kuhstall-Onlinekurs?

                                                                                                                                                                                                  Wir sind mittlerweile zu einer sehr homogenen Gruppe zusammengewachsen. Toll war der eine Live-Termin, bei dem Du uns allen Deinen Stall gezeigt hast. Sich einen Tag Zeit zu nehmen und jedes Detail einmal durchzusprechen war toll. Mittlerweile weiß jeder im Kurs, wie weit der Stand beim anderen ist mit dem Stallbau, wo vielleicht der Schuh drückt. Das gefällt mir sehr. 

                                                                                                                                                                                                  Was ist Dein Tipp für zukünftige Stallbauern? 

                                                                                                                                                                                                  Erstens: Jeder, der ein Projekt vor sich hat, sollte einmal beim Gusti vorbeischauen. Ich habe auch geglaubt, dass ich schon viele Ställe gesehen habe und mich auskennt. Aber hier noch einmal jedes Detail durchzuarbeiten, ist sehr hilfreich. Was ich jedem mitgeben möchte, der baulich etwas macht, ist, dass er den nächsten Erweiterungsschritt immer schon im Kopf hat. Wenn man jetzt etwas umbaut, wie kann man das später erweitern, wie ist das möglich? Denn die Zeit geht schnell um. Wenn man sich Betriebe von vor 20 Jahren anschaut und bedenkt, wie schnell die Automatisierung voranschreitet, finde ich das sehr wichtig.

                                                                                                                                                                                                  G: Vielen Dank für das Gespräch und ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem Bau!

                                                                                                                                                                                                   

                                                                                                                                                                                                    Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                                    Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                                                                                    Hier erfährst Du, wie Du mit der Planung beginnst, wenn Du etwas in deinem Betrieb verändern möchtest.

                                                                                                                                                                                                    Ich möchte heute darüber sprechen, an welcher Stelle man mit der Planung beginnt, wenn man eine Idee für einen Umbau oder die Not hat, auf dem Betrieb etwas zu ändern. Das zeige ich anhand eines Praxisbeispiels und gebe Tipps, was helfen und wie man dabei vorgehen kann.

                                                                                                                                                                                                      Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                                      Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

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                                                                                                                                                                                                      Wenn man erst einmal mit der Planung angefangen hat, ist man meist froh darüber. Wer sich keine Zeit nimmt, um nach vorne zu gehen, bleibt definitiv auf der Stelle stehen!

                                                                                                                                                                                                      Am Anfang steht ein weißes Blatt Papier

                                                                                                                                                                                                      Als erstes sammeln wir Ideen. Mein Tipp: Ein weißes Blatt Papier nehmen und alle Ideen aufschreiben. Wenn man es verschriftlicht, muss man sich selbst und das Gehirn sortieren. Neben den Ideen schreibt man auch seine Ziele auf. Ziele können zum Beispiel sein, dass man keine aufgeschürften Gelenke oder haarlose Stellen an den Kühen hat. Man möchte der Kuh den höchstmöglichen Komfort bieten, keine Sackgassen im Stall haben, gut zugängliche Tränken schaffen und einen hygienischen Futtertisch auf dem die Kühe hohe Futteraufnahmen realisieren können. 

                                                                                                                                                                                                      Dieser Zettel mit den Ideen ist nicht nach 30 Minuten fix und fertig. Man kann Ideen hinzufügen, die man zum Beispiel in Fachartikeln gelesen hat. Auch über Gespräche oder diesen Podcast kommt man auf neue Ideen. Im Kuhstallbau-Onlinekurs erhält man durch andere Kuhbauern neue Ideen. Damit kann man weiter überlegen. 

                                                                                                                                                                                                      An welchem Punkt setzt man an? Beim Umbau heißt das zum Beispiel, dass man sich den Stallplan anschaut. Dort hat man die Fundamente, Wände und Säulen, also festgelegte Bereiche, die man nicht so einfach verändern kann. Daneben gibt es noch Bereiche, die leicht veränderbar sind, z. B. Liegeboxenbereiche oder planbefestigte Gänge für Schieber oder Spalten. Futtertische kann man rausnehmen oder auch behalten. Beginnt man mit der Planung, kann man sich den Stallplan vornehmen und dort einzeichnen, was man behalten und verändern möchte. 

                                                                                                                                                                                                      Tipp: Man kann den “entleerten” Stallplan vorab einige male kopieren und dann mit verschiedenen Entwürfen befüllen. Oft sieht man erst beim Zeichnen die Problemstellen. 

                                                                                                                                                                                                      Praxisbeispiel: Den Trockensteherbereich verbessern

                                                                                                                                                                                                      Bei uns stehen die Trockensteher im alten Stall. Nach dem Bau des neuen Stalls haben wir im alten Stall einen Bereich entkernt und dort einen Tiefstreubereich für zwei Abkalbeboxen gebaut. Die Spalten und der Fressbereich sind geblieben, das war ein sehr einfacher Umbau, dazu gibt es auch eine Podcast-Folge. Im hinteren Bereich des alten Stalls sind die alten Mittelhochboxen mit eingestreuten Gummimatten geblieben. Dort haben wir die alten Abtrennungen herausgeflext und flexible Liegeboxabtrennungen eingebaut, um den Kühen mehr Komfort zu bieten. Die Liegeboxen waren sehr eng, trotzdem war der Bereich mit 18 Liegeboxen insgesamt recht großzügig, da meist dort nur 10 Kühe untergebracht sind. Durch diese deutliche Unterbelegung funktioniert es, ist aber trotzdem keine langfristige Lösung. Denn: Ziel ist für mich eine hohe Milchleistung über 10.000 Milch pro Kuh und Jahr mit gesunden Kühen. 

                                                                                                                                                                                                      Um bei der Milchleistung weiterzukommen, ist der Trockensteherbereich eine Engstelle. Die Entspannung, die diese Gruppe neben einer guten Fütterung benötigt, ist dort nicht vorhanden. 

                                                                                                                                                                                                      Welche Optionen gibt es für mehr Kuhkomfort bei den Trockenstehern? 

                                                                                                                                                                                                      Das Problem ist also erkannt. Wie könnte man das verbessern? Der heutige Standard wären für mich große bequeme Tiefboxen. Diese bieten den größtmöglichen Kuhkomfort. Man könnte die Trockensteher auch komplett auf Stroh halten oder auf Stroh mit einem befestigten Fressbereich. Eine Alternative wäre auch ein Kompoststall. Schauen wir uns diese drei Ideen einmal genauer an: 

                                                                                                                                                                                                      Tiefboxen: Bequeme Liegeboxen benötigen ca. 3 m Länge und 1,25 m Breite. Diese Boxen kann man nicht auf unsere bestehenden Doppel-Liegeboxen mit 4 m (Kotschwelle bis Kotschwelle) bauen. Die einzige Möglichkeit wäre, aus den Doppelliegeboxen einreihige Liegeboxen zu bauen. Dafür fehlt uns aber der Platz. Das habe ich an verschiedenen Skizzen schon probiert. 

                                                                                                                                                                                                      Kompoststall: Funktioniert gut mit mechanischer Bearbeitung wie Grubbern. Mir persönlich ist es jedoch lieber, mit Einstreu zu arbeiten. 

                                                                                                                                                                                                      Strohbereich: Wäre ein sehr einfacher Umbau, das haben wir bei den Abkalbeboxen schon gesehen. Man könnten den Unterboden herausnehmen und neu aufbetonieren. Diese Option ist mit überschaubarem Aufwand (auch finanziell) verbunden. Man hat zwar einen erhöhten Strohbedarf und wir müssten viel Stroh zukaufen, dafür ist der Tierkomfort auf Stroh sehr gut. Die Arbeit für Entmistung und Nachstreuen muss auf jeden Fall geregelt sein. Bei uns könnte man das gut mit einer gemeinsamen Achse mit dem Abkalbebereich machen, so dass man beide Bereiche gemeinsam entmisten könnte. Das Einstreuen könnte man über Löcher in der Decke regeln und das Stroh über dem Trockensteherbereich lagern. Das machen wir bei den Abkalbebereich so, das funktioniert gut. Sollte der Betrieb in Zukunft noch wachsen, könnte man die Trockensteher auslagern und diesen Bereich ebenfalls für die Abkalber nutzen. In unserem Fall wäre also dies unsere favorisierte Lösung. 

                                                                                                                                                                                                      Warum eine gute Planung so wichtig ist

                                                                                                                                                                                                      Wichtig beim Neubau ist, dass man immer an spätere Arbeitsgänge und -abläufe denkt.

                                                                                                                                                                                                      Mein Tipp: So planen, wie man einen Stall auch anschaut, also erst grob die Umrisse aus der Ferne, dann einzelne Bereiche und zum Schluss erst die Details im Inneren. 

                                                                                                                                                                                                      Warum es so wichtig ist, zu planen, merkt man, wenn man täglich im fertigen Stall arbeitet. Ein Beispiel: Man baut einen Stall für 100 Kühe neu oder um. Bei ca. 40 Stunden Arbeitszeitbedarf pro Kuh und Jahr sind das im Jahr bei 100 Kühen 4.000 Stunden. Wenn man so plant, dass man hier und dort 5 Minuten Arbeitszeit für sich und die Kuh sparen kann, spart man sich am Ende viel Arbeitszeit. 

                                                                                                                                                                                                      An den Kosten kann man bei einem Stallbau nicht ganz viel drehen. Entscheidend ist dann, ob man es hinbekommt, die Arbeit gut zu planen. Genau diese Themen und die Details behandeln wir im Kuhstallbau-Onlinekurs. Dort gibt es wertvolle Ideen, die wir gemeinsam mit anderen Kursteilnehmern besprechen. Wenn Du Interesse hast, dann melde dich bei mir. In einem kurzen unverbindlichen Telefonat finden wir heraus, ob das für dich passen kann. 

                                                                                                                                                                                                      In meinem Beispiel mit dem Strohbereich für die Trockensteher entscheiden die Details, wie gut die Entmistung und das Einstreuen funktionieren. Auch wo Liegeboxen und Tränken platziert sind, muss das gut durchdacht sein. Dabei hilft es auch, mit Freunden oder Bekannten zu sprechen. Denn wenn man Dinge laut ausspricht, werden vielleicht auch noch die eine oder andere Problemstelle klar, die einem selbst noch nicht bewusst war. Durch die Rückfragen von Freunden und Kollegen wird die Planung dann Schritt für Schritt noch konkreter. 

                                                                                                                                                                                                      Ein Tipp, wenn du Ideen sammelst: Mach Fotos, wenn du irgendwo hingehst und Kuhställe besichtigst.

                                                                                                                                                                                                      Oder wenn Du in Facebook-Gruppen auf tolle Ideen stößt oder im Kuhstallbau-Onlinekurs. Ich habe mir die Fotos in Ordnern auf dem PC abgespeichert, man kann das auch auf dem Handy speichern oder eine Whatsapp-Gruppe mit der Familie erstellen und die Fotos dort abspeichern. Die Fotos kann man dann in der Planung einbauen. 

                                                                                                                                                                                                      Was macht man mit den Plänen? 

                                                                                                                                                                                                      Wie kommt man dann zur Umsetzung, wenn man die Pläne gemacht hat?

                                                                                                                                                                                                      Mein Tipp: Nachdem man Gedanken und Ideen gesammelt hat, in den Kuhstallbau-Onlinekurs kommen. Dort kommen wir von der groben Planung in die Baudetails. 

                                                                                                                                                                                                      Danach geht man auf einen Bauplaner oder Architekten zu, der dann die Ideen in einen wirklichen Plan fließen lässt. Von dem aus geht es in die Genehmigung weiter, wenn alle Fragen geklärt sind. Währenddessen kann man schon gut mit Firmen über einzelne Produkte sprechen. Nach der Genehmigung geht es dann schon konkret in die Bauphase oder in die Angebote und Käufe. 

                                                                                                                                                                                                      Fazit: 

                                                                                                                                                                                                      • Erkenne deinen Engpass und sammele Ideen zur Verbesserung
                                                                                                                                                                                                      • Schreib die Ideen aufs Papier
                                                                                                                                                                                                      • Mach dir Pläne und diskutier das Ganze
                                                                                                                                                                                                      • ab in die Umsetzung!

                                                                                                                                                                                                      Fandest du diese Folge spannend? Dann könnten diese Kuhstall-Folgen auch etwas für Dich sein. Hör doch mal rein: 

                                                                                                                                                                                                      Den Stallbau vom Ende her denken

                                                                                                                                                                                                      Erreiche große Ziele mit Zufriedenheit

                                                                                                                                                                                                      3 Schritte deiner erfolgreichen Planung

                                                                                                                                                                                                        Melde dich jetzt an zum...

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                                                                                                                                                                                                        Kläre die entscheidenden Fragen bevor du baust.

                                                                                                                                                                                                        Jetzt anmelden >>