Mein heutiger Interviewgast kommt aus dem Mühlviertel in Oberösterreich, zwischen Passau und Linz. Josef Pühringer hält aktuell rund 40 Milchkühe im Laufstall-Umbau aus dem Jahr 1998.
Gemeinsam mit seiner Frau möchte er die Arbeit erleichtern, die Kühe besser versorgen und die Milchkuhhaltung ausbauen. Deshalb entsteht ein neuer Stall für 78 Kühe – ein zweiter Melkroboter ist künftig bereits fix vorgesehen. Wir kennen uns aus dem Kuhstallbau-Onlinekurs und ich freue mich, dass er uns heute Einblicke in seine Planung gibt.
Was ist das Problem in der bestehenden Situation?
Unsere Ausgangssituation war eigentlich schon seit Jahren schwierig. Wir haben einen klassischen Drei-Seiten-Hof, rundherum Gebäude und eine Straße – Erweiterung unmöglich. Über die Jahre wurde immer wieder irgendetwas umgebaut, aber immer mit Kompromisse. Die Arbeitsabläufe passen nicht mehr zu dem, was wir heute brauchen, und das Stallklima entspricht bei weitem nicht mehr dem, wie es sein sollte.
Irgendwann war klar: Wenn wir in Zukunft weiter Kühe halten wollen, dann müssen wir jetzt etwas Ordentliches bauen und somit war die Entscheidung zum Neubau klar.
Wo wird der neue Stall gebaut – und welche Herausforderungen bringt der Standort mit sich?
Wir planen den neuen Stall auf der freien Wiese, etwa 200 Meter vom jetzigen Hof entfernt. Für uns war diese Entfernung überhaupt kein Problem, im Gegenteil: Die Lage dort ist viel besser und vor allem haben wir Platz für die nächsten Jahrzehnte.
Die größte Herausforderung war aber der Bauplatz selbst. Wir sind im hügeligen Mühlviertel, und da gibt es kaum gerade Flächen. Wir müssen ordentlich Erde abtragen und an anderer Stelle wieder aufschütten, um überhaupt eine ebene Fläche zu bekommen. Die Stützen vom Hang sind dann unsere Güllegruben, die nach unten eine Abgrenzung sind.
Seit wann plant ihr am neuen Stall – und wie weit wart ihr vor dem Onlinekurs?
Konkreter Start war im Frühjahr 2024. Da hatten wir schon ein ungefähres Bild: Herdengröße, Stallform, der Standort. Aber viele Punkte waren noch völlig offen – vor allem die Ausrichtung, die Windverhältnisse und wie die Arbeitswege langfristig aussehen sollen.
An dieser Stelle sind wir in den Onlinekurs eingestiegen. Wir haben schnell gemerkt, dass wir zwar Ideen hatten, aber keine klare Struktur. Der Kurs hat uns da wirklich geholfen.
Was war der Auslöser, in den Kuhstallbau-Onlinekurs zu kommen?
Ganz ehrlich: Das Erstgespräch hat uns überzeugt. Da wurden so viele Themen angesprochen, über die wir vorher kaum nachgedacht hatten – zum Beispiel Beschattung, Lichtführung, Stallklima oder wie wichtig die Ausrichtung des Stalls wirklich ist.
Da war für uns klar: Wenn wir das richtig machen wollen, dann brauchen wir fundiertes Wissen und professionelle Begleitung.
Wie war die Zusammenarbeit im Kurs?
Sehr angenehm und extrem lehrreich. Die 14-tägigen Online-Treffen mit Teilnehmern aus verschiedensten Regionen waren unglaublich wertvoll. Da kommen so viele Perspektiven zusammen, man bekommt Denkansätze, auf die man alleine nie kommen würde.
Dazu dann die Lehrvideos, die man auf die eigene Planung anwenden kann. Der Austausch und die Rückfragen haben uns sehr gut weitergebracht.
Wie zufrieden bist du heute mit der Planung?
Sehr zufrieden. Wir stehen kurz vor der dem Bau. Wir haben versucht, das Bestmögliche herauszuholen. Kurze Wege, klare Treibwege, einen passenden Selektionsbereich und ausreichend Platz für spätere Erweiterungen.
Natürlich wird sich zeigen, wie gut es in der Praxis funktioniert. Aber wir haben alle Entscheidungen bewusst getroffen und wissen, warum wir etwas so und nicht anders geplant haben.
Hat sich die Investition in den Onlinekurs gelohnt?
Definitiv, fachlich wie finanziell. Wir haben mehrere Punkte optimiert, die ohne den Kurs ganz anders ausgefallen wären.
Ein Beispiel ist das Dach. Durch die Inhalte zum Stalldach und Varianten wie Sheddächer haben wir eine Lösung gewählt, die für unser Klima besser passt und gleichzeitig rund 10.000 Euro günstiger war. Allein damit war der Kurs schon mehrfach wieder herinnen.
Wie hoch war der Zeitbedarf für den Onlinekurs?
Absolut machbar. Alle zwei Wochen war der Austausch in der Gruppe am Abend. Die Lehrvideos kann man sich flexibel einteilen.
Wenn ich mir dagegen vorstelle, wie viel Zeit es gekostet hätte, die ganzen Infos selbst irgendwo im Internet zusammenzusuchen und dann nie zu wissen, ob es Meinung oder Praxiswissen ist, dann war der Kurs eher eine Zeitersparnis.
Wie würdest du euren neuen Stall beschreiben?
Es ist ein Dreireiher, der später jederzeit zum Vierreiher erweitert werden kann. Der neue Stall ist so ausgelegt, dass wir bei Bedarf problemlos erweitern können.
Wir wollten ein System, das jetzt passt, aber auch in 20 Jahren noch Optionen offen lässt.
Warum habt ihr euch für die Mautstellen-Anordnung der Roboter entschieden?
Bei uns in der Region ist normalerweise eine L-Anordnung üblich. Aber die braucht zusätzlichen Platz und führt zu höheren Kosten. Durch Stallbesichtigungen und den Kurs sind wir auf die Mautstellen-Anordnung gestoßen, das hat uns sofort überzeugt.
Beide AMS stehen nebeneinander, kompakt, zentral im Stall. Das erleichtert die Wartung, spart Fläche, spart Baukosten und ist im Winter viel einfacher zu beheizen. Den gewonnenen Platz nutzen wir für den Klauenpflegebereich.
Wie kommt es, dass der Stall mit nur drei Stützen auskommt?
Im ersten Angebot wären 20 Stützen gewesen. Das wollte ich auf keinen Fall – gerade weil man in vielen Umbauten sieht, wie solche Stützen später jede Umstrukturierung erschweren.
Nach mehreren Varianten hat unsere Baufirma eine Lösung gefunden: Der Stall wird mit nur drei massiven Betonsäulen getragen. Die Konstruktion ist stärker, aber dafür sind wir für zukünftige Umbauten viel flexibler.
Es kostet etwa 15.000 bis 18.000 Euro mehr – aber das war es uns wert. Diese Freiheit bekommst du später nie wieder so günstig.
Wie habt ihr die Separation und die Abkalbebuchten gelöst?
Durch die zentrale Roboterposition haben wir auf beiden Seiten sinnvolle Funktionsbereiche. Auf der einen Seite liegt der Bereich für die Trockensteher und die Selektion, auf der anderen die Abkalbebuchten.
Wir haben drei Buchten geplant, die flexibel nutzbar sind. Die Kühe können selbstständig zum Roboter zurück. Die Wege bleiben kurz und sind einfach zu erledigen
Was möchtest du zukünftigen Stallbauern mitgeben?
- Die oberste Priorität hat die Planung. Nimm dir die Zeit. Und schau über den Tellerrand!
- Eine Stallplanung ist kein Plan, den man einmal zeichnet und fertig. Es ist ein Prozess. Je mehr man darüber spricht, je mehr unterschiedliche Ställe man sieht und je besser man das Thema Klima und Ausrichtung versteht, desto klarer wird das Bild.
Fazit
Josefs Neubau zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll bewusste Entscheidungen sind. Der neue Standort, die kompakte AMS-Anordnung, die drei Stützen, die durchdachte Separation und der Fokus auf Kuhkomfort ergeben zusammen ein modernes, zukunftsfähiges Stallkonzept.
Wenn du – wie Josef – deinen Stall klar, strukturiert und zukunftsorientiert planen möchtest, melde dich gerne für ein kostenloses Strategiegespräch. Gemeinsam schauen wir, wo du stehst und wie ich dich auf dem Weg zu deinem optimalen Stall unterstützen kann.
