In dieser Folge möchte ich dir mitgeben, auf was du beim Kauf der Stalleinrichtung achtest. Du solltest wissen, was du wirklich brauchst, damit du teure Fehler vermeiden kannst.
Jemand hat mir mal in einem Strategiegespräch von einer Firma erzählt, mit der er gut planen konnte. Er erzählte mir, dieses Unternehmen hätte schon so viele Kuhställe gebaut, die gut darüber Bescheid wissen, auf was es beim Bau ankommt und man braucht dann keine weitere Unterstützung.
Ich denke, dass es viele Ställe mit vielen Baufehlern gibt, unabhängig von der Stallbaufirma. Das hängt davon ab, dass man sich vorab mit der Planung richtig auseinandergesetzt hat und nicht auf eine Firma setzt, die sagt „Das haben wir schon 100-mal so gebaut, das funktioniert so!“. Das ist zu einfach gedacht, denn es wird nicht zu dir passen.
Wenn du genauere Infos haben möchtest, wie du mir zusammenarbeiten kannst, dann gehe gerne auf die Homepage kuhstallbau.com/Onlinekurs für den Onlinekurs oder wenn du bei deiner Planung noch nicht bei den Details angelangt bist, dann zur Erstplanung.
Wie Verkäufer ticken
Ein Verkäufer für ein Produkt oder einer Firma möchte gerne möglichst viel von ihrem Portfolio im Stall sehen, am liebsten alles. Am liebsten ist es Allesanbietern, dass du alles von ihm nimmst. Beim Stallbau haben wir aber den Vorteil, dass wir nicht unbedingt alles von einem nehmen müssen, sondern können uns rauspicken, was uns gefällt. Von einem Anbieter gefallen uns zum Beispiel die Liegeboxen, von einem anderen die Liegeboxenabtrennungen. Man kann sich gut zusammenstellen, wie man das möchte und wie es am besten für einen passt. Man muss nicht zwangsweise alles von einem Hersteller kaufen.
Ich selbst war während der Planungszeit für unseren Kuhstall auf der EuroTier in Hannover. Dort habe ich bei einem Melktechnikhersteller angefragt und bin mit einem Vertreter ins Gespräch gekommen. Zum Verständnis: Unser Stall ist ein Zweireiher mit einem seitlichen Futtertisch. Dahinter der Fressbereich und dahinter liegen zwei Reihen Liegeboxen. Der Melkstand mit Wartebereich und Auslauf liegen außerhalb. Das habe ich dem Vertreter erklärt. Der Vertreter wollte mir dann schmackhaft machen, unsere 100 Kühe in zwei Gruppen im Stall am Futtertisch einzuteilen, aber mit einer gemeinsamen Gruppe bei den Liegeboxen. Da war ich etwas irritiert, weil man den Futtertisch trennen sollte in eine höher leistende und eine niedrigleistende Gruppe, die über eine Selektion zu den verschiedenen Futtertischhälften gelenkt werden. Das Melken und Liegen geschieht dann in einer gemeinsamen Gruppe, aber jede Kuh frisst die passende Ration. Das war ein spannender Gedanke, aber zugleich auch etwas wahnsinnig beim weiteren Überlegen. Der Vertreter und ich sind dann nicht weiter zusammengekommen, weil das fernab meines Verständnisses war, was ich von meinem neuen Kuhstall erwartet habe. Der Vertreter meinte das aber vollkommen ernst.
Was hatte dieser Vertreter im Kopf? Mit Sicherheit kann man mit seiner Idee viele Tore in den Stall einbauen, viele Selektionseinheiten mit viel Technik. Die Alternative wäre ja, dass die Übergänge offen sind und die Kühe zwischen Liegen und Fressen wechseln können, wie sie wollen. Zu der Idee des Vertreters passen natürlich auch Roboter. Das ist eine interessante Idee, aber für jemanden, der sich nicht genau darüber informiert, hätte das katastrophal werden können.
Kenne deine Ziele im Stall
Viele Vertreter nehmen sich nur dann so viel Zeit, wie notwendig ist, um die Produkte vorzustellen und zu verkaufen. Dabei denken sie oft nicht alle Arbeitsabläufe im Stall durch. Ein Gummimattenverkäufer möchte beispielsweise am liebsten deinen gesamten Stall mit Gummimatten auskleiden, auch die Abkalbebox. Dann muss man sich fragen: Ist dass das Beste für mich und meinen Stall?
Ich denke, dass es immer mehrere Möglichkeiten gibt und bin sicher, dass man nicht alles braucht, was man kaufen kann. Ich kenne einige Betriebe, die mit überschaubarem Aufwand gute Milchleistungen melken und nicht in allen Bereichen Gummimatten ausgelegt haben.
Es gibt wenige Vertreter, die aus der Praxis kommen und wissen, was wirklich notwendig ist. Besser sind dann die, die selbst auf einem Milchkuhbetrieb groß geworden sind und dort mitgearbeitet haben. Am Ende bist du aber derjenige, der täglich zweimal darin arbeitet und die Zahlen kennt. Es muss für dich und für deine Kühe gut passen. Deswegen stell dir bei Entscheidungen über die Stalleinrichtung die Frage:
- Was brauche ich und was brauchen meine Kühe?
- Was kann ich weglassen und was schadet mir eventuell?
- Im schlechtesten Fall kaufst du Dinge für viel Geld und schmeißt dein Geld damit aus dem Fenster, weil du diese Dinge gar nicht brauchst.
Ein Beispiel aus unserem Stall: In der Planungsphase habe ich eine Lösung für den Abschluss vom Fressgang zu den Liegeboxen gesucht. Irgendeine Abgrenzung musste her. Wir haben dann eine Wand, etwa 70 cm hoch und obendrauf zwei Rohre gebaut, um es sauber abzutrennen. Hätten wir diese Wand weggelassen und einfach ein Rohr an dem Liegeboxenständer gesetzt, wäre es deutlich einfacher gegangen. Die Kühe hätten mehr Luft und Schwungraum zum Aufstehen. Wir haben vor kurzem die Hälfte dieser Wand schon wieder rausgenommen, das war für uns und die Kühe ein stressiger Tag. So etwas passiert, wenn man sich nicht über die Details im Klaren ist. So einen Fehler zu korrigieren, kostet sehr viel Zeit, Energie und Nerven. Mit dem Wissen von heute wäre mir dieser Fehler nicht passiert. Immerhin konnten wir es noch ändern.
Den Blick für Details schärfen, aber wie?
Die Entscheidungen, wie etwas umgesetzt wird, ziehen sich durch den gesamten Stall. Es kommt immer auf die Details an, die du genau kennen solltest. Es ist wichtig, dass du überall weißt, warum das so oder so gelöst werden soll.
- Warum soll diese Abtrennung dorthin und wieso soll sie nur in eine Richtung schwenken?
- Wieso ist hier das Gefälle im Boden?
- Warum sollen die Liegeboxen genau so lang sein?
- Warum soll es genau dieser Boden beim Laufgang sein? Das sind Fragen, die du unbedingt beantworten solltest, bevor du das Bauen beginnst oder einkaufst.
Was du brauchst, sind also gezielte Infos mit Blick auf die Kuh und dich als Arbeiter und auf den Gegebenheiten in deinem Stall. Informiere dich deswegen gut. Meistens benötigst du gar nicht das gesamte Portfolio eines Stallbauherstellers. Natürlich musst du dich mit den Herstellern beschäftigen, damit du die passenden Produkte für dich findest. Die passenden Produkte sind für dich Geräte und Hilfsmittel, die dich in deinem Arbeitsalltag im Stall bestmöglich unterstützen. Wichtig ist, zu wissen, wo man Kompromisse machen kann und wo nicht.
Wie schulst du deinen Blick für die Dinge, die du in deinem Stall brauchst? Es gibt zum Beispiel den Kuhstallbau-Onlinekurs, in dem du deine Baudetails überdenkst und deine Planung optimierst. Du erfährst, was für dein Stallprojekt wirklich wichtig und hilfreich ist und was nicht. Du wirst lernen, vorab zu planen, die Pläne zu besprechen, dich zu informieren und auszutauschen. Mit deinem optimierten Plan weißt du dann ganz genau, was du von deinem Händler brauchst. Und dann wirst du auch die für dich richtige Stalleinrichtung kaufen.
Fazit
Vertreter wollen möglichst viel aus ihrem Portfolio im Stall sehen. Wichtig ist: Was brauchen die Kuh und ich und was ist überflüssig oder schadet sogar? Das ist oft unklar.
Informiert dich bei echten Beratern, nicht nur bei Verkäufern (ganz wichtig!).
Melde dich gern zum Strategiegespräch, um herauszufinden, ob und wie ich dir vor deinem Einkauf helfen kann.
