KSB 140 – Stallbau trotz Zweifel: Florian Gruber über Planung und Kalkulation

Servus, in diesem Interview geht es um einen wirtschaftlichen neuen Stall und um die Erfahrung mit dem Kuhstallbau-Onlinekurs.

Ein neuer Stall ist sehr teuer. Oft macht man die Erfahrung, dass man viele Zweifel erfährt, wenn man von seinem Stallbauprojekt erzählt. Geht es oder geht es nicht?

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    Mein heutiger Interviewgast hat lange überlegt und ist auf eine gute Erkenntnis gekommen. Er gibt uns Einblicke in seinen Betrieb, seinen Stallbau und erzählt, wie ihm der Kuhstallbau-Onlinekurs dabei geholfen hat.

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    Mein heutiger interviewgast kommt aus Niederbayern und hält aktuell 55 Milchkühe im alten Laufstall von 1992. Der Betriebsleiter möchte den Betrieb nun modernisieren, deswegen soll ein neuer Stall für 120 melkende Kühe dazu gebaut werden. Im alten Stall sollen dann die Trockensteher, Kälber und das Jungvieh stehen. Der Betriebsleiter steht kurz vor dem Einreichen der Baupläne. Wir kennen uns vom Kuhstallbau-Onlinekurs, herzlich willkommen Florian Gruber!

    Was ist das Problem in eurer aktuellen Stallsituation?

    Der alte Stall ist jetzt 33 Jahre alt. Die Laufgänge und die Liegeboxen sind nicht größer geworden, die Kühe aber schon. Der Platz wird immer weniger, sodass Rangkämpfe immer weniger ausgetragen werden können. Wir möchten das Tierwohl verbessern und die Arbeit im Stall besser machen.

    Warum hast du am Kuhstallbau-Onlinekurs teilgenommen?

    Ich habe mit der Schule deinen Betrieb besucht. Du hast uns anschließend den Kurs vorgestellt. Das war genau das, was ich zu dem Zeitpunkt gebraucht habe. Ich möchte mich mit meinem Plan noch viel auseinandersetzen und denke, dass der Kuhstallbau-Onlinekurs dafür eine gute Plattform ist. Man tauscht sich viel mit anderen Landwirten aus.

    Wie würdest du unsere Zusammenarbeit beschreiben?

    Wir treffen uns einmal im Monat online. Man bekommt ganz viel Input von anderen Betrieben. Von dir, Gusti, kommen viele gute Videos zu Beginn zu deinen eigenen Erfahrungen aus dem Stallbau. Der Austausch mit den anderen Landwirten ist wertvoll, weil alle in derselben Situation sind und überlegen, wie sie mit einem Plan einen möglichst guten Stall bauen können. Auf viele Ideen kommt man selbst nicht, weil man schon betriebsblind ist.

    Wie sieht deine Planung aktuell aus?

    Wir haben ein vierreihiges System mit außenliegendem Futtertisch und zwei AMS. Wir planen einen mehrhäusigen Bau, weil ich überzeugt bin, dass die Kühe einen innenliegenden Futtertisch besser annehmen als einen außenliegenden. Vorne direkt ist die Sondergruppe mit direktem Zugang zum Stroh, von beiden Robotern kann ich selektieren. Hinter den Robotern liegt dann die Hauptgruppe. Mir war wichtig, dass ich mit beiden AMS in alle Gruppen selektieren kann und die Umgruppierungen dann schnell gehen.

    Du hast dich viel mit Kennzahlen und Kosten beschäftigt. Was sind die Voraussetzungen für dich, damit dieses Projekt umsetzbar ist?

    Was sehr wichtig ist, sind die Baukosten, die sind ausschlaggebend. Wenn ich diese reduzieren kann, habe ich einen geringeren Kapitaldienst. Dadurch sind die aufgenommenen Schulden dann verkraftbar oder nicht. Was für mich zudem wichtig war, war die Frage, um wie viel der Milchpreis sinken kann und ich trotzdem weiter produzieren und meine laufenden Kosten tragen kann. Der Stallbau muss also wirtschaftlich darstellbar sein und ich muss mir ausrechnen können, ab wann ich meine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Wenn man das nicht weiß, kann das ziemlich schnell in die Hose gehen.

    Hast du einen Grenzpreis, bei dem du sagst, ab da ist das Projekt nicht mehr machbar?

    Ich habe meine Kalkulation bei einem Milchpreis von 40 Cent angesetzt. Ich habe berechnet, dass ich mit einem Milchpreis von 35 Cent noch ein ausreichendes Polster habe. Grob geschätzt kann ich dann bis ca. 30 Cent noch produzieren, ohne dass das Konto ins Minus rutscht. Den neuen Stall habe ich auf 20 Jahre kalkuliert. Ich bin jetzt 23 Jahre alt. Bis wir in den neuen Stall einziehen, bin ich 26. Wenn der neue Stall dann etwa 20 Jahre gut läuft. Wenn es danach nicht mehr funktioniert wegen Tierwohl-Auflagen, kann ich mit 46 immer noch woanders Arbeit finden.

    Wie reagierst du, wenn jemand an deinem Stallbauprojekt zweifelt?

    Ich habe bis vor zwei Jahren selbst noch gedacht, einen neuen Stall muss man heutzutage nicht mehr bauen, weil es wegen der Kosten nicht funktioniert. Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass man etwas machen muss. Denn sonst geht es nicht weiter auf Dauer. Ich habe mich extrem viel mit der betriebswirtschaftlichen Kalkulation beschäftigt und mich dabei immer gefragt: „Wie schaffe ich es, dass es doch geht?“. Damit hat man direkt ein anderes Mindset. Ich bemühe mich immer, eine Lösung zu finden, wenn es ein Problem gibt. Zuerst wollte ich einen kleineren Stall bauen für 75 Kühe mit einem AMS. Mit den Angeboten, die dann ankamen, dachte ich tatsächlich, dass es nicht funktionieren wird. Dann habe ich überlegt, wie es doch machbar ist und bin auf den zweiten Roboter gekommen. Etwas weniger Belegung, aber dafür hat man noch einen Ersatz, falls einer ausfällt. Wenn wir das nicht gemacht hätten mit der Stallbauplanung, hätten wir auch direkt aufhören können. Und das war nicht mein Ziel.

    Vor der Herausforderung stehen viele Landwirte mit Ställen, die in die Jahre gekommen sind. Wie bist du zu dieser anderen Denkweise gekommen, dass du auch schwierige Dinge umsetzen möchtest?

    Auf der einen Seite hat mein Vater mir immer die Freiheit gelassen, die Kühe weiterzumachen oder damit aufzuhören. Für meinen Meister habe ich zuhause auf dem Betrieb einen Fütterungsversuch gestartet und habe gemerkt, was alles noch bei Fleckviehkühen in Niederbayern leistungstechnisch möglich ist. Das macht einfach Spaß, wenn jeden Tag etwas mehr Milch im Tank ist! Da habe ich gemerkt, dass ich genau das machen möchte: Mit Kühen arbeiten ist für mich das Allergrößte. Wir haben auch viele Betriebe besucht und kalkuliert, und dann habe ich mich immer gefragt „Wenn die das können, dann kann ich das auch!“.

    Wie viele Kosten pro Stallplatz kalkulierst du aktuell ungefähr?

    Zwischen 13.000 und 14.000 €.

    In welcher Größenordnung liegt die Leistung eurer Kühe?

    Im alten Stall werde ich wahrscheinlich noch mit unseren Kühen die 10.000 kg-Marke knacken. Vor eineinhalb Jahren lagen wir noch bei 8.500kg.

    Wie zufrieden bist du mit deiner Stallbauplanung?

    Ich habe die Planung und die Zeichnungen zu Beginn nicht so zeitintensiv eingeschätzt. Am Ende kann ich aber sagen: Die Zeit war berechtigt und wertvoll, weil man viel nachdenken und Rückfragen überdenken kann. Sowohl vom Planungsbüro als auch vom Onlinekurs kamen dazu viele gute Rückmeldungen. Ich bin sehr zufrieden und denke, dass ich den Plan bald einreichen kann.

    Hat der Onlinekurs deine Fragen zu den Baudetails beantwortet?

    Natürlich bekommt man im Onlinekurs nicht die Lösung auf dem Tablett präsentiert. Aber es kommen immer wieder Rückfragen zu Details, über die man selbst noch nicht nachgedacht hätte. Bei mir war zum Beispiel die Frage, ob bei den Laktierenden ein Fressgitter notwendig ist. Ich hatte das erst nicht eingeplant, aber wenn man zum Beispiel eine ganze Herde impfen muss, wie macht man das dann?

    Hat sich die Investition in den Kurs für dich gelohnt?

    Auf jeden Fall! Ich hole mir jetzt gerade Angebote ein. Firmen bieten dir dann oft ein ganzes System an, was sie gerne verkaufen möchten. Ob es für die Kuh oder den Betrieb immer das Richtige ist, ist eine andere Frage. Dadurch, dass ich schon genau wusste, was ich brauche und was nicht, habe ich mir jetzt schon grob 15.000€ eingespart. So etwas relativiert sich schnell.

    Wie hoch war dein Zeitbedarf für den Onlinekurs?

    Einmal im Monat haben wir uns abends für etwa zwei bis drei Stunden getroffen. In der Woche habe ich mir dann etwa eine Stunde Zeit für die Videos genommen, über die man sich danach Gedanken macht und sich Notizen für die eigene Planung macht.

    Was möchtest du zukünftigen Kuhstallbauern noch mit auf den Weg geben?

    Lasst euch nicht von den Firmen überrumpeln. Schaut, dass die Pläne nach euren eigenen Vorstellungen erstellt und durchgeführt werden, auch wenn das für die Firmen einen Mehraufwand bedeutet. Die Arbeitsbereiche müssen gut funktionieren, das sollte man sich überlegen, wo man jeden Tag herläuft.

    Vielen Dank Florian!

    Wenn Du deine Baudetails noch besser umsetzen möchtest, lass uns gerne sprechen. Trage dich einfach für das kostenlose Stallbau-Strategiegespräch ein und wir sprechen gemeinsam über deine Situation.

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