In dieser Folge geht es um verschiedene Arten der Dacheindeckung. Du erfährst, auf was es für die Kuh ankommt und welche Vor- und Nachteile verschiedene Systeme mit sich bringen.
In der heutigen Folge heute geht es um verschiedene Möglichkeiten zur Dacheindeckung. Welche Möglichkeiten gibt es und welche Ansprüche an das Dach haben wir?
Das Dach ist während der Bauphase einer der größten Kostentreiber. Da kommen wir nicht drum herum, denn anders besteht keine Möglichkeit, Regen und Sonne fernzuhalten und damit den Ansprüchen unserer Kühe gerecht zu werden. Das Dach soll die Kühe vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Zudem dient es als Schutz für die Liegeboxen und das Futter. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, schauen wir uns jetzt an.
Eine Info vorab: Wenn du einen neuen Stall bauen oder deinen alten Stall umbauen möchtest, melde dich gerne bei mir. Durch meine Beratung kann dein zukünftiger Stall noch besser werden!
Welchen Vorteil hat welches Dach?
In der Theorie gibt es viele verschiedene Möglichkeiten für eine Dacheindeckung. Gängige Eindeckungen, die man in der Praxis sieht, sind zum Beispiel folgende:
– Trapezdächer ohne Isolierung
– Sandwich-Platten mit Isolierung
– Ziegeldächer
– Betonpfannen (eher im Süden)
– Faserzementplatten (eher im Norden)
– Gründach
Das Trapezdach ohne Isolierung hat den Vorteil, dass es definitiv sehr kostengünstig ist. Sowohl die Anschaffung als auch die Montage ist einfach. Da es ein sehr leichtes Material ist, hat man damit wenig Dachlast. Das Dach ist langlebig. Der Nachteil: Die Strahlungswärme wird durchgelassen, das heißt, der Stall darunter wird sich schnell aufheizen. Mit einem einfachen Trapezdach ohne Isolierung sind die Kühe also stärker der Hitze ausgesetzt als bei anderen Varianten. Außerdem kann es zu Kondenswasserbildung führen und das Tropfwasser dann zu Problemen führen, sowohl beim Dach als auch bei der Holzkonstruktion. Zudem hat man mit diesem Dach eine schlechte Schalldämmung, bei Regen oder Hagel kann es dann im Stall sehr laut werden.
Daraus entstanden Sandwich-Platten mit Isolierung. Diese haben eine gute Wärmedämmung, sodass wenig Strahlungswärme in den Stall gelangt. Das Problem mit dem Kondenswasser gibt es hier nicht. Die weiße Unterseite macht den Stall heller, weil sie viel Licht reflektiert. Die Anschaffungskosten sind etwas höher als bei einem einfachen Blechdach. Zudem ist das Gewicht dieser Bedachung etwas höher, was man bei der Statik beachten muss. Werden Sandwich-Platten unsachgemäß montiert, können sie feucht werden, was wiederum zu Problemen führen kann. Sandwichplatten können sehr langlebig sein, jedoch wird ihre Haltbarkeit dadurch begrenzt, dass sie sich bei Hitze ausdehnen und bei Kälte wieder zusammenziehen.
Wer sich für Ziegeldächer oder Betonpfannen entscheidet, hat eine langlebige Variante. In Kombination mit einer Dachschalung ist das eine robuste Lösung. Durch diese Bedachung kommt wenig Strahlungswärme in den Stall, auch die Schalldämmung ist relativ gut. Ein Nachteil ist jedoch die sehr hohe Dachlast, dafür ist eine sehr stabile Konstruktion notwendig. Der Anspruch an die Statik ist damit viel höher. Die Ziegel oder Betonpfannen sind sowohl in der Anschaffung als auch in der Montage aufwendiger. Zudem ist der Moosbewuchs schneller als bei einem Blechdach.
Faserzementplatten sind in Norddeutschland weiter verbreitet als im Süden und sind eine einfache und preiswerte Lösung. Faserzementplatten haben ein geringes Gewicht und sind einfach zu montieren. Kondenswasser tritt nicht auf. Ein Schwachpunkt dieser Bedachung ist, dass dieses Dach nach 30 bis 40 Jahren brüchig werden kann. Auch gegenüber Hagel ist dieses Dach etwas empfindlicher und die Schalldämmung des Stalls ist gering. Die Strahlungswärme gelangt über diese Platten in den Stall, besonders, wenn zusätzlich noch Lichtplatten verbaut wurden.
Gründächer haben eine sehr gute Wärmedämmung. Es gibt dazu Untersuchungen, die zeigen, dass der Stall im Sommer kühler und im Winter etwas wärmer ist als bei alternativen Dacheindeckungen. Strahlungswärme dringt nicht in den Stall ein, er wird eher gekühlt. Das ersetzt jedoch keine Lüfter und Ventilatoren! Gründächer sind eine umweltfreundliche Methode, man hat jedoch eine hohe Dachlast. Man benötigt für die Konstruktion dann mehr bzw. stärkeres Holz. Das macht es in der Anschaffung dann etwas teurer. Wenn die Abdichtungen undicht sind, kann es zu Feuchtigkeitsproblemen führen. Der Pflegeaufwand für ein Gründach ist überschaubar.
Wie entscheide ich mich für das richtige Dach?
Jede Dacheindeckung hat also ihre Vor- und Nachteile. Wichtig ist immer, sich bewusst zu machen, warum man welche Variante wählen möchte. Es ist besser, die Konsequenzen der Wahl des Dachs auf den Betrieb zu wissen und nicht eine Variante zu wählen, weil ein Vertreter sagt „Diese ist für dich das Beste“. Der Preis ist sicherlich eins der größten Entscheidungskriterien dabei, deswegen ist ein günstiges Dach dem teuren Dach meist vorzuziehen, da sollte man keine großen Kompromisse machen.
Was zudem bei der Dacheindeckung noch sehr wichtig ist: Es darf keine Sonne direkt in den Liege- oder Fressbereich strahlen. Das wird leider noch oft übersehen. Man sollte dafür Stallseite und Himmelsrichtung beachten, oft gibt es für jede Seite eine individuelle Lösung, z.B. mit Lichtfirsten oder Sheddächern. Wie du deinen Stall nicht zusätzlich aufheizt und wie du damit umgehst, schauen wir uns im Kuhstallbau-Onlinekurs an. Wenn dein Stallneubau oder Umbau noch besser werden soll, kannst du Schritt für Schritt im Kurs lernen. Du wirst zum Beispiel lernen, wie du die Stallseiten besser schützen kannst oder wie du den Lichtfirst richtig baust.
Fazit
Es gibt verschiedene brauchbare Dacheindeckungen für den Kuhstall und man muss für die Entscheidung wissen, was einem wichtig ist.
Die Ansprüche der Kühe müssen dabei erfüllt sein: Sonne darf nicht direkt in die Liege- oder Fressbereiche strahlen können.
Wenn du einen besseren Stall bauen möchtest, dann komm in den Kuhstallbau-Onlinekurs. Dort findest du Lösungen auf all deine Fragen zum Thema Stallbau.

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