KSB 120 – Probleme mit Emissionen beim Anbau

In dieser Folge geht es um den Anbau an einen alten Stall, den Einbau von zwei Melkrobotern und Probleme mit Emissionsrichtlinien.

In der heutigen Folge heute gibt uns unser Gast Einblick in seinen bestehenden Betrieb, und nimmt uns mit in die geplanten Umbaumaßnahmen. Es geht auch um die Umstellung auf Roboter. Markus erklärt uns sein Problem mit den Emissionen und nimmt uns mit in seine Erfahrungen vom Kuhstallbau-Onlinekurs.

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    Wenn auch du einen Stall umbauen möchtest, melde dich bei mir, wir klären in einem kurzen Gespräch, wie wir zusammenarbeiten können und dann geht’s vielleicht auch schon schnell in deiner Planung richtig vorwärts!

    Mein heutiger Interviewgast hält aktuell 80 Milchkühe in einem alten Laufstall im Allgäu. Der bestehende Stall ist in die Jahre gekommen und soll modernisiert werden. Dazu soll mit einem Anbau auch ein Auslauf entstehen und die Umstellung auf automatisches Melken die Arbeit erleichtern. Problematisch ist die Lage im Ort wegen geltenden Emissionsrichtlinien. Wir kennen uns vom Kuhstallbau-Onlinekurs. Ich freue mich, dass du hier bist. Willkommen Markus Hinkofer!

    Wie ist deine aktuelle Situation im Stall und warum soll es anders werden?

    Aktuell halten wir 80 Kühe und melken in einem Doppel-Vierer-Fischgrätenmelkstand. Das Grundgerüst davon ist von 1976. Der ist zu eng, zu veraltet und hat keine Abnahmeautomatik. Das Melken dauert gute zwei Stunden. Wir haben einen riesigen Aufwand beim Treiben, weil unser Stall umständlich gebaut ist. Bei der Erweiterung wurde wenig mitgedacht. Der Stall ist sehr beengt, da die Kühe größer und schwarzbunter geworden sind. Die Kühe stehen auf zwei Seiten vom Futtertisch in einem Doppel-Einreiher, da ist der Treibeaufwand sehr hoch. Ich möchte durch den Umbau deutlich weniger Arbeit pro Kuh haben und das Tierwohl verbessern. Ich möchte mehr Arbeit im Stall mit Management verbringen und weniger nur die Grundbedürfnisse erfüllen. Das soll dann die Automatik machen. Ich möchte mich dann mehr um die die Gesundheit kümmern und nicht nur rein um das Melken.

    Welche anderen Engstellen gibt es noch?

    Die Lüftung und die Lichtverhältnisse lassen auch zu wünschen übrig, das wollen wir im Neubau verbessern. Das Füttern ist nicht der Knackpunkt. Das Problem ist eher der Treibeaufwand und das Melken. Wir können auch einen größeren Melkstand einbauen, das kostet aber viel Geld. Wenn man damit zudem ständig auf Fremdarbeitskräfte angewiesen ist, dann fällt der Schritt zum Roboter sehr leicht. Beim automatischen Melken erhält man zudem sehr viele Daten von der Einzelkuh. Unser Leistungsniveau ist trotz des beengten Platzes, der schlechten Licht- und Luftverhältnisse im Stall und dem niedrigen Kuhkomfort schon recht hoch. Trotzdem ist alles mit einem großen Arbeitsaufwand verbunden, dass wir diese Leistungen im aktuellen Stall erreichen.

    Und welche Umbaumaßnahmen sind notwendig?

    Geplant ist ein Vierreiher mit zwei doppelreihigen Liegeboxen. Füttern wollen wir weiter über den alten Futtertisch. Auf der linken Seite, wo aktuell die Kühe und der Melkstand sind, sollen zukünftig die tragenden Kalbinnen stehen. Für diese Tiere reichen die aktuellen Boxenmaße. Auf der rechten Seite kommt eine Boxenreihe dazu, damit es ein Doppelreiher wird. Dazu kommt noch eine Doppelboxen-Reihe und ein Laufhof, also ein nicht überdachter Laufgang mit Futtertisch. Damit haben wir dann einen Vierreiher mit zwei Futtertischen und erhalten aufgrund des Laufhofs eine Förderung. Mit diesen 1,5 Quadratmetern Laufhof pro Kuh könnte ich eventuell später in Haltungsstufe 3 hineinrutschen. Ich möchte mir die Zukunft nicht verbauen und in alle Richtungen offenbleiben. Jeder redet vom Erweitern und Erweiterungsmöglichkeiten, aber man muss auch solche Möglichkeiten offenlassen.

    Die Melkroboter müssen an der richtigen Stelle verbaut sein, mit einer Selektion und einer großen Abkalbebox dabei. Momentan haben wir keine Selektion, das ist ein immenser Zeitfresser. Kühe, die man sucht, sind meistens weit weg und nicht im Fressgitter. Und wenn man eine Kuh zur Klauenpflege abholen möchte, kommen zehn weitere mit, weil sie denken, sie wären gemeint. In der Selektion holt man nur eine Kuh heraus, die anderen können weiterfressen. Das ist aktuell ein großer Leistungskiller und Stressfaktor für Mensch und Tier. Man muss immer zu zweit sein, wenn man eine Kuh aus der Herde holen möchte. Das soll im Anbau anders werden.

    Du hast dich für zwei Roboter entschieden, warum ist das der aktuelle Planungsstand?

    Die Melktechnik kostet viel Geld, Robotertechnik sowieso. Wenn ich schon Geld investiere, dann will ich davon auch was haben. Abstocken will ich eigentlich nicht mehr, dann möchte ich mir den Luxus von zwei Robotern schon herausnehmen. Dann muss ich nicht in Panik verfallen und rennen, wenn ein Roboter mal ausfällt. Ich weiß, dass das ein teures Melken ist mit 40 Kühen pro Roboter. Aber wenn der Schlepper gekauft wird und fährt 500 Stunden, dann sagt keiner „das ist unwirtschaftlich“. Der Melkroboter läuft 365 Tage im Jahr, da braucht man nicht zu Sparen anfangen.

    Oft wird gesagt, man braucht mindestens 75 oder 70 Kühe pro Roboter, damit es sich rentiert. Ich habe aber auch oft Leute getroffen, die sagen, es reichen auch 50 Kühe pro Roboter, mit denen man 40 Liter melkt. Ich habe das immer für unrealistisch gehalten, aber umso mehr man sich damit beschäftigt, merkt man, dass das gar nicht so unrealistisch ist. Ich erhöhe lieber die Leistung pro Einzelkuh als die Kuhzahl. Das ist auch von Vorteil in Bezug auf Arbeit und Düngeverordnung. Ich habe keine Lust darauf, dass der Roboter ständig auf Anschlag fährt, dann bin ich auch ständig auf Anschlag und bald so weit wie unser Melkstand. Und dann hat die Investition nicht das gebracht, was ich mir erhofft habe.

    Du hast die die Einschränkung, dass du innerorts bist. Welchen Weg hast du bezüglich der Emissionen schon genommen und welchen Stand hast du heute?

    Der Betrieb ist mitten im Dorf, die Erweiterung ist schwierig. Der Anbau, so wie ich ihn geplant hatte, wird aufgrund der Rechtslage mit den Abstandsregelungen nicht genehmigt. Das ist schade, weil die Nachbarn kein Problem damit hätten. Wir wollen mehr Tierwohl schaffen mit einem Auslauf und mehr Frischluft im Stall. Aber umso größer der Laufhof, umso mehr Emissionen hat man auf dem Papier. Wir haben vor der Genehmigung von einem Spezialbüro ein Gutachten erstellen lassen. Danach wird erst entschieden, ob man das genehmigen kann oder nicht. Wenn man Pech hat, wird es nicht genehmigt und man muss noch einmal nachrechnen und es kommen Auflagen hinzu, dass der Auslauf nicht so groß sein darf. Dann schaffe ich aber die Quadratmeterzahl pro Kuh nicht. Oder die Auflage ist, dass man hohe Wände um den Auslauf herum zieht. Aber wenn man heute nicht aussiedeln möchte, kommt man nicht um die Auflagenherum. Die Erweiterungen von 1996 und 2004 sind noch zu gut zum Abreißen und es ist ein großer Unterschied, ob ein Stall für 80 Kühe eine halbe Million oder eineinhalb Millionen kostet. So wie ich den Stall geplant hab, ist es für die Kühe ein Neubau, weil neue Laufwege und mehr Kuhkomfort drin sind.

    Du warst beim Kuhstall bei Onlinekurs dabei. Was war für dich der Auslöser, dass du mitgemacht hast?

    Ich habe anfangs nur die Podcasts verfolgt. Dann war ich mit der Planung fertig und dachte, die Roboter werden von den Firmen und Verkäufern platziert. Dann kam mir der Gedanke, wenn man so wie frühere Generationen nicht so alles macht, was der Vertreter für gut empfindet und lieber hier und dort etwas Geld spart, dafür aber längere Stallzeiten hat ist nichts gewonnen. Also habe ich mich für den Kurs angemeldet und wurde positiv überrascht. Anfangs war ich skeptisch, ob so ein Kurs online funktioniert, weil man sich nicht vor Ort sieht. Ich wurde aber vom Gegenteil überzeugt und finde es sogar besser, wenn die meisten von weit herkommen. An online gewöhnt man sich und wir sind schnell eine gute Truppe geworden.

    Gerade in meinem Fall, wenn man innerorts ist und umbauen möchte, dann ist es wichtig, dass man sich viel Input von außen holt. Das ist halt kein Neubau auf der grünen Wiese. Vertreter preisen gerne das an, was sie verkaufen, aber man möchte ja in seinem Stall sein komplettes Berufsleben arbeiten. Da kann man nicht nach zehn Jahren einfach was Neues bauen, gerade bei den aktuellen Baukosten. Bei Umbau muss man zudem viele Sachen bedenken, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Durch den Kurs wird man da drauf vorbereitet. Da habe ich auf Dinge geachtet, über die ich mir während meiner eigenen Planung nie Gedanken drüber gemacht hab.

    wo hat dir der Onlinekurs in der Planung geholfen? Hast du da ein paar Beispiele oder ein Beispiel?

    Mir hat zum Beispiel die Roboteranordnung mit der Selektion und den Strohboxen dahinter sehr geholfen. Beim Roboter ist es wichtig, dass die Kühe gut laufen, 24/7. Da kannst du nicht wie im Melkstand dahinter stehen und nachtreiben. Mir hat außerdem der Tipp für die unterteilbare Selektion geholfen, dass die Kühe dort entweder wieder rausgehen können oder wir Kühe dort zum Abfüttern beim Trockenstellen selektieren können, gerade bei uns mit der Voll-TMR und den hohen Leistungen. Früher dachte ich, eine Selektion muss für zwei bis drei Kühe ausreichen. Jetzt nach dem Kuhstallbau-Onlinekurs weiß ich, dass man in die Selektion auch die zehn Kühe, die für die Trächtigkeitsuntersuchung anstehen, selektieren kann. Man kann die Probleme super angehen und lösen.

    Hat sich für dich die Investitionen in den Kurs gelohnt?

    Wenn man daran denkt, was ein Bau kostet und was ist die Planung schon allein kostet, ist der Kurs nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein und das ist nur extrem zu empfehlen. Jeder hat zwar eine andere Ausgangssituation;  der eine kommt nicht weiter in seiner Planung, der andere möchte ganz am Anfang einfach keine Fehler machen. Selbst, wenn man schon einen genehmigten Plan hat, würde ich das trotzdem empfehlen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall! Man trifft so viele andere Leute, die unabhängig von der Größe alle das gleiche Ziel vor Augen haben: Den Stall neu oder umbauen und komfortabel für Mensch und Tier zu machen.

    Was möchtest du künftigen Kuhstallbauern mit auf dem Weg der Planung geben?

    Das ist einfach: Man muss sich sehr viel Zeit für die Planung nehmen und nichts vernachlässigen. Es gibt im Betrieb immer was zu tun und 1000 andere Sachen, die wichtiger erscheinen. Auch wenn man jammern möchte, dass ein Umbau so teuer werden kann: Es wird schlimmer umso länger du das vor dir herschiebst. Schaut auf jeden Fall beim Podcast von Gusti vorbei, auch nach der Planung.  Man denkt vielleicht, man hat den Plan und die Genehmigungen. Aber egal, für welches Melksystem man sich entscheidet oder was für einen Stall man baut, kann man immer noch etwas lernen. Zum Beispiel gibt’s beim Thema Licht viel zu beachten. In jedem Stall gibt es etwas zu verbessern, sowohl im neuen als auch im alten. 

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