Wer gesund ist, hat viele Ziele. Wer krank ist, hat nur ein Ziel: Gesund werden. In dieser Folge nehme ich dich mit in körperliche, geistige und finanzielle Gesundheit, vor allem in der Stallbauzeit ist die eigene Gesundheit besonders wichtig.
In der heutigen Folge heute möchte ich dich auf meine eigene Reise mitnehmen. Ich habe mich in den letzten Jahren viel mit den Themen Gesundheit, Mindset (Eigenes Denken) und Finanzen beschäftigt. Aber Achtung, es geht heute nicht direkt um den Stallbau oder Umbau an sich. Wenn dich das Thema nicht interessiert, dann schalte einfach weiter und hör dir die anderen Folgen an, in denen es um den Stall- und Stallumbau geht. Heute geht es um eben die Sachen, die dich als Betriebsleiter oder als Betriebsleiterin betreffen, abseits der reinen landwirtschaftlichen Thematik.
Wer krank ist, hat nur ein Ziel. Wer gesund ist, hat viele Ziele. Wir müssen also alles tun, damit wir gesund bleiben. Wenn bei dir zum Beispiel der Stallbau oder Umbau bevorsteht, kann das eine Zusatzbelastung neben dem Normalbetrieb für dich bedeuten. Ständig müssen wir Entscheidungen treffen. Da ist es immer von Vorteil, wenn man das mit möglichst viel Energie angeht. Wie das funktionieren kann, möchte ich dir an drei Punkten verdeutlichen.
1. Körperliche Gesundheit erhalten
Die erste Frage, die ich dir stelle: Fühlst du dich fit und gesund, wenn du morgens aufstehst und freust dich auf den Tag? Wenn wir gut auf unsere Ernährung achten, wird das richtig gut belohnt. Zum einen bleiben wir körperlich fit & gesund. Denn das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Herzinfarkte sinkt. Sogar das Krebsrisiko kann durch eine gute Ernährung sinken. Deshalb möchte ich hier in dem ersten Punkt der körperlichen Gesundheit auf einige Aspekte eingehen, mit denen ich mich in den letzten Jahren beschäftigt habe:
Nährstoffe ergänzen
Als ausgebildeter Landwirt kennst du das Minimumgesetz. Das bedeutet: Im Pflanzenbau beschränkt der am wenigsten vorhandene Nährstoff das Pflanzenwachstum, egal wie viel von den anderen Nährstoffen vorhanden ist. Beim Menschen ist das ähnlich, da deckelt es die Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Ähnlich ist es bei Kühen, denen man Mineralfutter zusätzlich füttert. Lässt man diese Mineralstoffe weg, leidet die Gesundheit. Also gibt man Milchkühen und Mutterkühen zusätzliche Nährstoffe, die durch das Grundfutter allein nicht gedeckt werden können. Warum ergänzen so wenige Menschen Mineralstoffe und Vitamine? Meiner Meinung nach liegt es daran, dass die Pharmakonzerne damit nicht viel verdienen und diese Produkte daher kaum bewerben. Zumindest in den Wintermonaten machen einige zusätzliche Nährstoffe viel Sinn:
– Vitamin 3 und K2: Das stabilisiert die Knochen und fördert das Immunsystem. Es gibt sie als Tabletten oder als Tropfen auf Ölbasis. Wenn man 2.000 bis 5.000 internationale Einheiten zu sich nimmt, ist man z. B. weniger grippeanfällig und ist fitter. Man kann das im Blut messen und sollte sich dann an den oberen Zielwerten orientieren. Besonders bei kleinen Kindern sollte man Vitamin D3 ergänzen, weil sie dann weniger Krankheiten und Allergien entwickeln. Erwachsene können Vitamin D3 täglich oder wöchentlich ergänzen. Es wirkt zudem positiv auf den Blutdruck. Man kann da nicht viel falsch machen, sondern unterstützt einfach seinen Körper.
– Magnesium: Hier ist es ebenfalls so, dass man besser zu viel als zu wenig hat. Wer wissen möchte, wo er da steht, kann sein Blut untersuchen lassen.
Eiweißreiche Ernährung
Wer gesund bleiben möchte, sollte auf eine eiweißreiche Ernährung achten. Dazu gehört eine Ernährung mit Fleisch, Fisch, Eiern und einigen Milchprodukten wie Käse, Quark, Joghurt und auch Nüssen. Von diesen Lebensmitteln sollte man genug zu sich nehmen, die Empfehlung liegt etwa bei 1,5 g/kg Körpergewicht Eiweiß. Man kann zum Beispiel über eine App kontrollieren, wie viel man davon zu sich nimmt. Die Empfehlung, der ich selbst folge, liegt bei 3 Gramm je Kilogramm Körpergewicht, das ist das Doppelte der offiziellen Empfehlungen. Eiweiß ist wichtig, um das Immunsystem zu erhalten, denn dieses besteht fast nur aus Eiweiß. Auch, wer Muskeln aufbauen oder erhalten möchte, ist auf viel Eiweiß angewiesen. Im gesamten Stoffwechsel und im Blut wird viel Eiweiß benötigt. Eiweiß setzt sich aus Aminosäuren zusammen. Das sollte man also auf keinen Fall weglassen oder reduzieren. Es gibt aber auch die Meinung, dass Fleisch, Eier und Milchprodukte ungesund oder schlecht für die Umwelt sind. Da kann man zustimmen oder nicht. Ich denke, dass die meisten Landwirte wissen, wie wertvoll Eiweiß ist.
Viel Gemüse, wenig Zucker und Alkohol
Auch, wenn es manchmal etwas verpönt ist, ist es wichtig. Eine Ernährung mit viel Gemüse und wenigen Kohlenhydraten wie Zucker, Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln ist gut. Lebensmittel mit viel Kohlenhydraten werden bei der Verdauung bis zum Einfachzucker aufgespalten und haben dann eine ähnliche Wirkung wie Zucker, wenn auch nicht so schnell. Zucker, besonders in Reinform, ist Gift für den Körper. In vielen süßen Getränken ist Fructose enthalten, auch in Kuchen und Gebäck. Das ist für den Körper schädlich, abhängig von der Dosis. Ähnlich ist es bei Alkohol. Wer Probleme mit der Verdauung hat, kann sich mit antientzündlicher Ernährung beschäftigen. Denn es gibt Unterschiede zwischen den Lebensmitteln, die entzündlich im Körper wirken. Das soll nicht bedeuten, dass man komplett auf Brot, Nudeln und Kartoffeln verzichten muss. Man kann sich langsam rantasten und zum Beispiel versuchen, einen Tag in der Woche auf zuckerhaltige Getränke zu verzichten und bewusst viel Eiweiß und gesunde Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, also viel Gemüse und Salat. Wenn das funktioniert, kann man das gut auf 5 oder 6 Tage in der Woche ausdehnen. Damit bleiben immer noch ein bis zwei Tage, an denen man Essen gehen oder mal ein Bier trinken kann. Die Belohnung dafür ist, dass man fit und vital und voller Energie in den Tag startet.
Ernährung mit Bewegung kombinieren
Zusätzlich kann man das gut mit Bewegung kombinieren. Als Landwirt hat man schon eine recht gute Bewegung im Alltag. Man kann dann zusätzlich noch gezielt zum Beispiel kleine Trainingseinheiten ergänzen, zum Beispiel über die App „Seven“ . Wenn man sich mit sich selbst vergleicht, hat man die Möglichkeit, Fortschritte zu machen. Meine Frau und ich machen das seit einigen Monaten und wir sehen bei uns gute Erfolge. Zu dem Thema gibt es einen Podcast, den ich empfehlen kann:
– „Beste Version von dir“ – Podcast mit Ralf Bohlmann
2. Psychisch gesund bleiben
Einheit aus Körper und Geist beachten
Sowie der Körper an sich nicht nur aus einzelnen Organen besteht, besteht der Geist nicht nur aus einem Element, sondern hat einen ganz engen Zusammenhang mit dem Körper. Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen unserem Gehirn und unserem Immunsystem. Das bedeutet: Unsere Art und Weise zu denken, macht etwas mit unserem Immunsystem. Im schlimmsten Fall können unsere Gefühle den Körper sogar krank machen. Du kennst bestimmt den Placebo-Effekt. Dieser wird oft bei Medikamenten genutzt. Es gibt Probanten, die eine Tablette oder Behandlung ohne den eigentlichen Wirkstoff erhalten. Es kommt oft vor, dass diese Patienten das Gefühl haben, ihnen wurde geholfen und dadurch geht es ihnen schon besser. Das bedeutet, dass Zuversicht wahnsinnig bei der Heilung hilft. Was man außerdem weiß, ist, dass Dauerstress schlecht für die Gesundung ist und auch krank macht.
Positiv Denken
Wer positiv denkt, hat immer wieder Vorteile. Sehr hilfreich ist zudem Dankbarkeit für die guten Dinge. Ich persönlich bin ein recht dankbarer Mensch und schaue immer wieder auf das, was gut läuft und welche Dinge sich gut entwickelt haben. Ich setze mich auch lieber mit positiven Nachrichten auseinander als mit negativen Dingen wie zum Beispiel Krieg auf der Welt, weil wir das meistens eh nicht beeinflussen können. Ich verfolge das Weltgeschehen, schaue aber nicht jeden Tag die Tagesschau. Mir geht es viel besser, seitdem ich nur noch ganz wenig Zeitung lese. Zuversichtlich zu bleiben ist eine wertvolle Sache.
3. Finanziell gesund bleiben
Was ist damit gemeint? Zum einen sollen die Einnahmen im Betrieb über das Jahr höher sein als die Ausgaben. Zum anderen sollte man aus dem Gewinn des Betriebs oder aus der Kombination mit einem Einkommen gut leben können. Außerdem ist noch wichtig, dass immer genug Reserven vorhanden sind.
Rentabler Betrieb
Die Faktoren dafür können schwanken. Bei einem Betrieb mit Tieren sind das zum Beispiel die Futterkosten oder die Arbeitskräfte, die teurer oder günstiger sein können. Der Standort des Betriebs kann über die verschiedenen Kosten entscheiden. Man hat auf der anderen Seite aber selbst in der Hand, was man daraus macht, was also Investitionen und Ausgaben betrifft. Während Geld für Ausgaben nicht zurückkommt, ist Geld für Investitionen nach einer gewissen Zeit amortisiert. Wenn man zum Beispiel einen teuren Schlepper kauft, den man aber nur wenige Stunden im Betrieb braucht, steht das für mich nicht im Verhältnis. Andersherum ist eine Investition in einen Futteranschieber für mich fast immer eine gute Sache, wenn dadurch die Kühe vielleicht etwas mehr Futter aufnehmen. Wer das immer gut überlegt, hat meist mehr Geld im Geldbeutel als jemand, der immer nur unüberlegte Dinge kauft. Wer einen rentablen Betrieb führt, seine Kosten im Griff hat und überdurchschnittlich gut ist, der kann sich meistens auch einen Stallbau leisten.
Einkommen reicht zum guten Leben
Das ist eine wichtige Grundvoraussetzung, dass von der Milchkuhhaltung etwas übrig bleibt. Wer nebenbei noch anderes Einkommen hat, etwas über Photovoltaik, Ferienwohnungen oder ein weiteres Einkommen, kann noch besser aufgestellt sein als jemand, der nur Milchkühe hält. Das liegt daran, dass die Kosten für den Lebensunterhalt ständig ansteigen. Da ist es wichtig, dass alle Einkommen zusammengerechnet gut reichen.
Genügend Reserven sind vorhanden
Wer immer mindestens zwei Milchgelder dauerhaft auf die Seite legt, ist in meinen Augen immer auf der sicheren Seite. Damit ist man auch in Krisenzeiten etwas abgesichert. Liquidität steht für mich immer vor Rentabilität. Man kann beides auch gut kombinieren, wenn man Tagesgeld und Girokonto kombiniert. Dann muss immer genügend vorhanden sein für die Abbuchungen des Betriebs und was man zum Leben so benötigt. Man kann alternativ Geld schnell verfügbar anlegen. Das wäre dann vielleicht einfacher als eine Diversifikation des Betriebs, die oft mit mehr Aufwand einhergeht, wie zum Beispiel eine Biogasanlage. Da hat man mit den Anträgen, Ölwechseln, Wartungen oft einen höheren Aufwand und unterm Strich weniger davon. In unserem Fall hätten wir mehr Abhängigkeiten und Nachteile.
Wer mit allen drei Punkten mindestens mittelmäßig bis gut da steht, hat den Vorteil, dass man den Betrieb gut weiterführen kann und auch beim Stallbau gut dasteht. Wer diesen Dreiklang aus körperlicher, geistiger und finanzieller Gesundheit schafft, steht viel besser da, als wenn man irgendwo große Defizite hätte. Ich wünsche dir, dass du dich damit beschäftigst. Vielleicht änderst du die eine oder andere Gewohnheit und fühlst dich irgendwann besser als zuvor.
Fazit: Dein Erfolg beginnt bei dir!
- Als gesunder Betriebsleiter hat man nur Vorteile!
- Krankmacher beziehungsweise schlechte Gewohnheiten sollten einfach durch gute Gewohnheiten ersetzt werden!
- Wer sich Finanzwissen aneignet, kann den Betrieb noch besser aufstellen!
Mich würde es freuen, wenn du mir eine Rückmeldung geben möchtest, zu dieser vielleicht durchaus außergewöhnlichen Folge. Mich interessiert, ob du irgendwas mitgenommen hast, wo du sagst „So habe ich da vielleicht noch gar nicht so darüber nachgedacht“. Schreib mir gerne auf Instagram oder per E-Mail. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir eine kurze Rückmeldung gibst. Vielleicht war etwas Interessantes dabei, lass es mich auch wissen, wenn du lieber im Kuhstallbau-Podcast in Zukunft lieber weiterhin nur Stallbau-Themen hören möchtest!
