KSB 127 Mit diesen Schritten durch die Planung – Interview mit Robert Hampp

Servus, in dieser Folge erfährst du, welches Projekt mein Interviewgast plant und wie er Schritt für Schritt durch die Planung gekommen ist.

In der heutigen Folge heute ist ein Landwirt zu Gast, der einen neuen Stall plant. Wir sprechen darüber, warum er im Kuhstallbau-Onlinekurs dabei ist und welche Schritte er in welcher Reihenfolge für seine Planung nimmt. Wenn du auch in deiner Planung von mir begleitet werden möchtest, melde dich bei mir. Wir schauen, ob der Kuhstallbau-Onlinekurs für dich passt.

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    Mein heutiger Interview Gast aus dem Landkreis Unterallgäu hält aktuell 70 Milchkühe im alten Laufstall aus dem Jahr 1982, in dem 2020 ein Melkroboter dazugekommen ist. Der Betrieb wird erweitert, deshalb soll ein neuer Stall nur für die melkenden Kühe dazu gebaut werden. Im alten Stall soll dann eine kleinere melkende Herde, die Trockensteher, Abkalber und Kälber untergebracht sein. Mit der Genehmigungsbehörde hat mein Interviewgast schon vorab vieles abgesprochen, sodass vieles direkt schon mit in die Planung eingeflossen ist. Wir kennen uns vom Kuhstallbau-Onlinekurs. Ich freue mich, dass du hier bist. Willkommen Robert Hampp!

    Robert, was ist das Problem in der aktuellen oder bestehenden Situation, dass ein neuer Stall gebaut werden soll?

    Das Problem bei uns ist momentan, dass unsere Kühe ziemlich groß geworden sind. Die Platzverhältnisse haben sich in den letzten 40 Jahren nicht geändert, aber die Kühe haben zu wenig Platz zum laufen. Der Stall ist einfach in die Jahre gekommen, daher wollen wir einen neuen bauen. Im alten Stall stocken wir den Viehbestand ab und nutzen den Stall dann anderweitig, indem wir die Bereiche für Trockensteher, Färsen und Abkalber erweitern. Jetzt bin ich noch jung, mit 32 Jahren kann man noch angreifen.

    Was war für dich dann der Auslöser, dass du zum Kuhstallbau-Onlinekurs gekommen bist?

    Ich habe dich und deinen Podcast schon mehrere Monate vorher verfolgt und habe den Newsletter gelesen. Dann habe ich gelesen, dass bald wieder ein neuer Onlinekurs startet und war interessiert daran, mitzumachen. Im Kopf habe ich die Planung schon seit 2013, aber das aufs Papier zu bekommen, da hat mir immer noch etwas gefehlt. Jetzt gehen wir in dem Kurs richtig in die Tiefe.

    Wie ist die Zusammenarbeit für dich?

    Die Zusammenarbeit ist sehr einfach. Alle Kursteilnehmer arbeiten auf Augenhöhe miteinander und auch mit dir, Gusti. Wir haben für alle Probleme, die jemand hat, eine Lösung gefunden. Manchmal war es sehr einfach und die Lösung lag direkt vor der Nase. Ich würde den Kurs auf jeden Fall wieder machen, wenn ich wieder einen Stall baue. Das hat sich ja rentiert.

    Wie sehen Deine Pläne für den neuen Stall aus?

    Der Neubau ist am Hofgelände geplant, da haben wir noch etwas Platz. Aktuell stehen dort noch zwei Fahrsilos, die man versetzen müsste. Aus Platzgründen kann der neue Stall nur 45 Meter lang und 25 Meter breit werden. Vom Gefälle her liegt die Stelle aber günstig mit einem Höhenunterschied von etwa zweieinhalb Meter. Da hat es sich angeboten, einen Güllekeller zu bauen. Die komplette Lagerung ist unterhalb der Spalten. Es wird ein Stall mit Tiefboxen und Spaltenboden und Außenliegeboxen mit Laufgang. Die Seitenwände sind bis auf die Stirnseite alle offen

    An den Seitenwänden sind Curtains dran und es wird direkt an die bestehende KIWA-Halle, die noch in Betrieb ist, angebaut. Das war eine kleine Herausforderung, was Toranschlusstechnik angeht, aber es ist möglich und machbar. Die KIWA-Halle ist eine Heuhalle aus Holz mit fünf Hochsilos. Dort lagern wir Grassilage, die wird mit einem Portal geladen und verdichtet. Davon haben wir das ganze Jahr über Silage, das ist praktisch und daher bleibt diese Halle auch erhalten. Heu, Stroh und Getreide lagern wir darin auch. Der Stall ist jetzt momentan geplant für 70 Liegeplätze, allerdings nur mit 57 Fressplätzen. Den Melkroboter wollen wir nur mit 50 bis 60 Kühen belegen.

    Gegenüber dieser Halle steht der alte Stall. Wie sieht der aus?

    Genau, der alte Stall hat auf einer Seite eine Reihe Liegeboxen für das Jungvieh. Das Platz-Fressplatzverhältnis ist nicht ganz einfach, aber es funktioniert. Auf der anderen Seite ist eine zweireihige Liegeboxenreihe, die am Fressgang sehr schmale Gänge hat. Dort haben wir 3,50 m Fressgang und 2,80 m an der Wandseite. Die Übergänge sind auch sehr schmal. Es funktioniert noch. Darin war ein Doppel-Fünfer-Melkstand, aber seit vier Jahren haben wir dort nun einen Melkroboter. Mit freien Kuhverkehr funktioniert das gut, auch wenn wir mehr Kühe nachtreiben müssen, als wir gedacht hatten.

    Wie zufrieden bist du mit der aktuellen Planung hinsichtlich deiner Wünsche und Ziele, die du am Anfang hattest?

    Mit meiner Planung bin ich sehr zufrieden. Ich habe eigentlich keine einzige Stelle im neuen Stall, die mir nicht passt. Das Planungsunternehmen hat alles so geplant, wie ich das haben wollte, also kann ich da gut mit leben.

    Hat sich für dich die Investitionen in den Kuhstallbau-Onlinekurs gelohnt?

    Die Investition in den Onlinekurs hat mir auf jeden Fall sehr geholfen. Ich hatte die Planung aus dem Kurs schon als der Architekt auf den Hof gekommen ist. Der hatte vier Stunden für den Termin angesetzt. Mit den Plänen aus dem Kuhstallbau-Onlinekurs haben wir das aber viel schneller geschafft, denn wir wussten ja genau, was ich wollte. Dadurch ist die Planung dann viel günstiger geworden, weil er die Pläne nur kopieren musste und hier und dort noch ein paar Maße anpassen musste. Das allein hat mir knapp 3.000€ eingespart.

    Dazu kommen noch viele gelöste Baudetails und Umsetzungsmöglichkeiten. Hast du ein Beispiel für uns?

    Ich hatte zum Beispiel bei den Tiefboxen bedenken, ob ein Spaltenroboter dort funktioniert. Dann hatten wir zum Beispiel noch im Laufhof einen Curtainsschutz, dort kommen die Kühe bis an die Curtains, da war ich mir unsicher. Ich habe aber beim Gusti gesehen, dass man die Curtains gut schützen kann. Dann zum Beispiel die Laufgänge über dem Güllekanal, wie das funktioniert, habe ich nicht gewusst. Das habe ich zum Beispiel beim Onlinekurs gelernt, wie das funktionieren soll und worauf man dabei achten muss. Auch so Kleinigkeiten, dass man beim Betonieren von Güllekeller und Melkgrube einen Eimer Kies reinstellt, damit man einen Pumpensumpf hat, also einen Tiefpunkt. Ich habe dort einiges aufgeschnappt, was mir in Erinnerung geblieben ist.

    Wie ist der Ablauf, wenn man seine Pläne konkret in die Tat umsetzt? Wie hast du gestartet?

    Den ersten Plan hatte ich 2013 in der Landwirtschaftsschule mit meiner Meisterarbeit. Dieser Plan ist über Jahre gereift. Dann habe ich im Newsletter von Kuhstallbau gelesen und auch immer den Podcast gehört und war wieder ganz im Thema Stallbau drin. Ich habe mich dann für den Onlinekurs angemeldet, der im November 2023 gestartet ist. Im darauffolgenden Januar habe ich das erste Telefonat mit dem Landratsamt geführt, danach ging es mit dem Emissionsschutz weiter, weil der Betrieb innerorts liegt. Mit der Unteren Wasserschutzbehörde habe ich auch gesprochen, da bei uns nebenan ein großes FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet), das sehr sensibel ist, was Emissionen angeht. Da muss man dann viel erklären. Dann mussten wir noch die Emissionen zwecks Nachbarschaft beachten, das hat sich sehr lange hingezogen. Dann habe ich mit dem Planungsbüro weitergeplant. Wichtig war, dass ich mir Zeit gelassen habe. Als nächstes geht jetzt der Plan zum Landratsamt für die Genehmigung. 

    Eine klare Vorstellung vom Bauvorhaben und der zeitige Kontakt zu den Behörden hat dir also gut geholfen. Vorteil ist damit, dass später keine Überraschungen kommen und man Dinge umplanen muss. Das ist ein recht gutes Beispiel, wie man es machen kann. Wie zufrieden warst du mit dem Ablauf? Gibt es etwas, das anders vielleicht besser gewesen wäre?

    Vom Grundablauf bin ich zufrieden. Ich habe alle Informationen zur richtigen Zeit bekommen. Manchmal haben Menschen am anderen Ende des Telefons auch Urlaub. Das ist dann so. Wir haben auch nicht immer Zeit zum telefonieren, wenn wir noch die Feldarbeit nebenbei haben. Ich würde wieder vorher Behörden mit einbeziehen. Ich habe von anderen Landwirten gehört, die es anders gemacht haben und viel Geld verspielt haben. Ich habe alle Informationen schon von Anfang an einfließen lassen können, das war gut.

    Wie hoch schätzt du den Zeitbedarf für den Onlinekurs ein? Wie gut bist du damit im Alltag zurechtgekommen?

    Der Kurs ist im November gestartet, dadurch habe ich viel Zeit im Winter damit zugebracht. Die Videos und den Katalog habe ich bei schlechtem Wetter durchgearbeitet. Zuerst war es recht zeitintensiv. Aber wenn man bedenkt, wofür man das macht und das man dadurch in den nächsten 30 Jahren vielleicht täglich fünf Minuten Zeit sparen kann, dann ist die Zeit sehr gut investiert. Ich fand das sehr wertvoll angelegte Zeit, in der man mal kein Fernsehen schaut, sondern sich wirklich voranbringt.

    Wie darf man sich vorstellen, hast du eher tagelang daran gesessen oder waren das einzelne Stunden? 

    Also zeitlich waren das circa zwei Stunden pro Woche. Im Winter war es ein bisschen mehr, dann ging ja die Feldarbeit wieder los. So ein, zwei Stunden kann man sich schon mit der Planung auseinandersetzen, mal mehr, mal weniger. Meines Erachtens muss man sich Zeit nehmen dafür, das ist möglich.

    Im Winter haben wir uns einmal wöchentlich getroffen, im Sommer einmal monatlich. Mit zwei Stunden zusätzlich pro Woche bist du dann vorangekommen. Was würdest du anderen über die Zusammenarbeit erzählen, wenn dich jetzt jemand so fragt am Stammtisch?

    Die Zusammenarbeit zwischen uns war sehr gut, wir haben auf Augenhöhe miteinander gesprochen. Wir kennen deinen Betrieb von einem Besuch, du kennst unsere Situation von Bildern und Videos, die wir gemacht haben. Über die familiäre Ausgangslage und die Flächenausstattung von jedem haben wir auch gesprochen.

    Was möchtest du zukünftigen Kuhstallbauern in der Planung mit auf den Weg geben?

    Plant ausführlich, lasst euch Zeit für die Planung, macht nichts überstürzt, aber wartet nicht so lange. Irgendwann muss man mal die erste Spatenschicht machen.

    Sehr schön. Ja, vielen Dank für das spannende Interview und ich wünsch dir viel Erfolg in deiner Genehmigung und dem Bau!

    Vielen Dank nochmal im Nachgang an das Interview an Robert Hampp. Du hast Einblicke in den Kuhstallbau-Online Kurs bekommen und auch, in welcher Reihenfolge Robert bei der Planung gegangen ist. Vielleicht möchtest du auch in der Planung vorwärtskommen und wie Robert die Zeit im Winter dafür nutzen. Melde dich bei mir und dann bist du vielleicht schon bald im Kuhstallbau-Onlinekurs dabei!

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