In dieser Folge möchte ich erzählen, warum wir ein neues Fahrsilo bauen und auf was man dabei achten sollte.
Heute geht es um die Futterlagerung. Oft wird das Grundfutter in Fahrsilos gelagert. Wenn man zu wenig Platz auf dem Betrieb hat, macht man oft Kompromisse.
Im Fall der Futterlagerung kann das so aussehen, dass man einen Silohaufen irgendwo ungeplant platziert oder die Wände des bestehenden Fahrsilos extrem überbaut oder ähnliches. Wir haben im letzten Jahr zum Beispiel unser Fahrsilo sehr hoch gefüllt, damit steigt die Gefahr der Nacherwärmung. Im Idealfall deckt man ein Silo auf und kann daraus über Monate die Kühe füttern. Zwischendurch sollte man die Futterqualität regelmäßig kontrollieren. Wichtig ist zudem, das Fahrsilo ordentlich abzudecken. Löcher durch Krähen oder Katzen sind gefährlich und unerwünscht, aber immer möglich. Bei überfüllten Silos verdirbt dann noch mehr Inhalt.
Warum haben wir uns für ein neues Fahrsilo entschieden? Wir haben schon einige Fahrsilos auf dem Betrieb. Trotzdem war der Lagerraum doch etwas knapp. Die Vorratshaltung war dadurch teilweise erschwert. Ich möchte lieber Reserven vorhalten können und nicht zu knapp mit dem Futter wirtschaften. Im letzten Jahr hatten wir den Kompromiss, dass wir in einem Fahrsilo nur eine Wand hatten und die andere Seite nicht befestigt war, sondern sie mit Folie ausgelegt hatten. Das war viel arbeitsintensiver als die Futterentnahme auf einer befestigten Fläche. Auf betonierten Flächen lässt sich sauberer arbeiten.
Während ich diese Folge aufnehme, ist die Bodenplatte für das neue Fahrsilo bereits fertig. Es fehlen noch die Wände. Dass wir das zum jetzigen Zeitpunkt angegangen haben, liegt auch daran, dass ich davon überzeugt bin, dass die Inflation sowie die CO2-Steuer nicht stehen bleiben werden. Ich denke, dass sowohl die Steuer als auch die Inflation anziehen werden. Die Folgen: Beton und Eisen werden teurer, Arbeitszeit wird ebenfalls eher teurer. Wahrscheinlich wird das Bauen heute günstiger sein als in fünf Jahren.
Wie plane ich ein neues Fahrsilo?
In welchen Dimensionen du dein Fahrsilo planen kannst, erkläre ich dir jetzt. Für mich gelten beim Fahrsilo folgende Grundsätze:
– 2,5 m Vorschub brauche ich pro Woche im Fahrsilo.
– 6 m Mindestbreite, wenn es passt, sogar lieber 7 bis 8 Meter (damit das Entleeren und Walzen beim Silieren gut möglich ist!). Tipp: Wenn das Fahrsilo genau 8 Meter breit ist, reicht die 9 m breite Silofolie meist nicht so gut zum Abdecken aus. Richtig gut passen ca. 7,7 m, dann läuft z.B. das Wasser recht zuverlässig ab und sitzt nicht in den Silostock am Rand rein.
– Die Länge des Fahrsilos bringt dann das Volumen.
Ich bin ein großer Freund davon, eher mehrere kleine als ein großes Fahrsilo zu bauen. Wie viele Fahrsilos man auf dem Betrieb benötigt, hängt von der Länge der Silofläche ab. Ich halte 40 bis 50 Meter eine gute Größenordnung. Was darüber hinausgeht, verlängert die Fahrzeit zum Siloende für das befüllende Fahrzeug. Das sollte man beachten für die Planung.
Auf unserem Betrieb benötigen wir pro Jahr ungefähr 100 Meter Länge für die Grassilage. Umgerechnet wären das also zwei bis drei Fahrsilos nur für das Gras. Für den Mais benötigen wir eine Silolänge von 100 bis 140 Meter, damit haben wir eine gute Reservefläche. Für die Maissilage benötigen wir also auch noch einmal drei Fahrsilos. Wenn man die Silos gut kombiniert und ausnutzt, sind fünf Fahrsilo das Minimum, das wir benötigen. Darunter macht die Arbeit mit dem Grundfutter für mich keinen Sinn.
Vorratshaltung oder von der Hand in den Mund?
Ich bin ein großer Freund von Vorräten und Reserven. Das ist für mich die beste Versicherung für das Grundfutter, besser noch als eine abgeschlossene Versicherung gegen Hagel und Co. Denn bei einer Versicherung bekomme ich im Schadensfall eine Summe X ausbezahlt und muss dann damit selber schauen, wo ich damit an Futter komme. Mit eigenen Vorräten bin ich auf der sicheren Seite. Das Jahr 2025 sieht jetzt (Stand Mai 2025) nach einem eher trockenen Jahr aus. Wir sind hier in Südbayern sehr verwöhnt mit dem Regen, aber aktuell ist der angekündigte Regen eher ein paar Tropfen. Anderswo sieht es ähnlich und noch trockener aus. Wenn ich kein Futter habe, hilft mir am Ende auch kein Geldbetrag richtig weiter. Mit den Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe, setze ich darauf, einen Futtervorrat von ca. drei Monaten vorzuhalten.
Zudem füttere ich gerne den alten Mais bis rund um Weihnachten. Damit steigt zwar die Abbaugeschwindigkeit der Stärke vom Mais an, aber die Körner gehen nicht einfach so durch die Kuh durch. Das Gras vom letzten Sommer füttere ich gerne erst im nächsten Herbst, sodass es ein Jahr silieren kann. Damit kann man gut abschätzen, wie viel man noch hat oder ob man noch Futter zukaufen muss. Man ist dadurch etwas flexibler, als wenn zum ersten Schnitt das alte Gras schon so gut wie leer ist. Für andere Landwirte ist das vielleicht weniger stressig. Jeder muss dort die beste Strategie für sich selbst finden. Für mich ist das auf jeden Fall so ein gut genutztes Polster und beruhigt mich.
Was kostet ein neues Fahrsilo?
Natürlich kostet ein neues Fahrsilo Geld. Wie viel das ist, hängt von Standort und Größe ab. Je nach Standort gibt es unterschiedliche Varianten, die gesetzlich möglich sind. Das sollte man vor der Planung stets abklären:
– Welche Varianten sind an meinem Standort möglich?
– Mit Fertigteilen bauen oder massiv mit Beton?
In unserem Fall habe ich massive Betonwände mit dem Traunsteiner System verglichen. Es gibt in unserer Nähe eine Firma, die das anbietet und die auch mit den Genehmigungsbehörden gut zusammenarbeitet. In unserem Fall hat das bei den Kosten einen großen Unterschied gemacht, denn beim Traunsteiner System benötigt man viel weniger Beton in der Wand (11 cm Dicke statt 24 bis 30 cm). Unterschiede gab es auch bei der Statik. Bei diesem System können einzelne Wandteile verbaut werden.
Man muss sich vorab bewusst machen, was zum Betrieb und zum Entnahmesystem passt. Trifft man am Ende die richtige Entscheidung für sich, ist es am Ende nicht mehr entscheidend, dass das Silo teuer war, sondern dass es das Futter gut lagert und konserviert.
Der perfekte Standort
Für mich ist es enorm wichtig, vor dem Silo eine Rangierfläche von etwa 15 Metern zu schaffen. Damit ist garantiert, dass die Wege bei der Ernte und Einlagerung gut funktionieren und man ausreichend Platz für die Fahrzeuge zur Verfügung hat. Im günstigsten Fall kann man diese Fläche mit anderen oder bereits bestehenden Verkehrsflächen kombinieren.
Zudem sollte man auch zukünftige Erweiterungen bedenken. Wer jetzt drei oder vier Fahrsilos baut, kann zum Beispiel Platz für zwei weitere einplanen. Es ist angenehm, wenn man nicht mehrere Fahrsilo-Standorte auf dem Betrieb hat, sondern einen. Besonders für Fremdbefüller wären das sonst viele vermeidbare Fahrstrecken. Das sind Wunschvorstellungen, denn nicht immer ist alles an jedem Standort möglich. Man muss die Hauptwindrichtung und Geländeformen berücksichtigen. Wir haben gegenüber der alten Fahrsilos ein paar kleine Silos in Hauptwindrichtung gebaut. Dort bei starkem Wind die Folie zu halten, war sehr unangenehm. Zudem bläst der Wind dann mit enormen Geschwindigkeiten in den Anschnitt. Darauf möchte ich beim neuen Fahrsilo unbedingt achten.
Fazit
Achte auf genug Vorschub an deinem Fahrsilo.
Ausreichend Vorratsfläche im Fahrsilo zu haben, bringt Sicherheit.
Achte in der Planung auf einen vernünftigen Standort.
Wenn du einen neuen Stall oder einen Umbau planst und nicht nur dein Fahrsilo durchdenken möchtest, dann melde dich bei mir. Es reicht nicht, einmal einen Vertreter zu hören, der sagt „Bau das so, so haben wir schon drei Ställe, die gut funktionieren“. Das Thema ist zu komplex und es kommt dabei auf viele Kleinigkeiten an. Genau diese Details spreche ich mit dir durch, damit dein Kuhstall durchdacht ist und es deinen Kühen noch besser geht. Damit hast du effiziente Arbeitsabläufe und sparst Arbeitszeit. Melde dich bei mir, wenn du gerade einen Stall planst!

Ein Kommentar zu „KSB 144 Gut geplant ist halb gefüttert – Tipps fürs neue Fahrsilo“