KSB 145 | 5 Sprichwörter, die dir bei der Stallplanung helfen

In dieser Folge möchte ich dir anhand von Sprichwörtern in der Stallplanung helfen.

In der heutigen Folge heute gibt es viele Sprichwörter, durch die du wertvolle Tipps für deine Planung erhalten kannst. Du weißt vielleicht noch nicht so richtig, wie deine Planung starten soll oder dir kommt die ganze Planung vielleicht auch überwältigend.

 

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    Mit Sprichwörtern und den wahren Geschichten dazu möchte ich dich motivieren, in deine Planung zu kommen oder dranzubleiben.

    Was ist das Ziel des neuen Stalles?

    Fangen wir direkt mit dem ersten Sprichwort an:

    Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der Richtige“.

    Was ist damit in der Planung gemeint? Die Zielsetzung am Anfang ist wie das Fundament der späteren Planung. Nur wenn du am Anfang ganz genau weißt, was du möchtest und wo du hin möchtest, welche Sachen dir wichtig oder unwichtig sind, wie groß der Stall sein soll, dann kannst du später vernünftig bauen und anschließend einfach vernünftig darin arbeiten. Dabei wird oft übersehen, dass das so ausführlich sein muss. Dann wird mit dem Bau begonnen und die Handwerker machen ihre Arbeit irgendwie, sodass es zwar gut ist, aber nicht immer das Ideal für dich und deine Kühe ist. Es gibt immer verschiedene Möglichkeiten, daher rate ich dir, dich stets vorab gut zu informieren.

    Zudem musst du auch viele Entscheidungen treffen, ganz nach dem Sprichwort

    Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“.

    Ein Beispiel dazu von uns: Wir wollen den Trockensteherstall entweder umbauen oder einen neuen bauen. Wir haben also zwei Optionen dafür. Mehr dazu hörst du in Folge KSB 142 – Wohin mit den Trockenstehern. Man muss also eine Richtung einschlagen, um vorwärtszukommen. Dabei kannst du dich wie bei einer Stange Salami Scheibe für Scheibe vorwärts arbeiten. Beginne bei der Stallausrichtung bei einem neuen Stall oder den Möglichkeiten für einen Umbau des alten Stalls, denn:

    Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.”

    Geht man einen Schritt nach dem anderen und teilt die Planung etwas auf, dann greift auf einmal eine Entscheidung in die andere.

    Einfach wird es (wahrscheinlich) nicht

    Kräht der Gockel auf dem Mist ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist“.

    Auf die Planung übertragen bedeutet das, dass es nicht immer Sonnentage geben wird, an denen der Bau merklich voran geht. Es gibt auch Tage mit einem großen Donnerwetter. Bei uns auf dem Bau war das zum Beispiel der Fall, als wir vor etwa fünf bis sechs Jahren in der Genehmigungsphase steckten. Wir hatten eine große Erdbewegung und haben rund 5.000 Kubikmeter Erde abgefahren, um eine ebene Fläche für den Bau zu haben. In der Anfangsvariante war geplant, dass wir eine Fläche auf der anderen Straßenseite mit dem Aushub auffüllen. Dafür hatten wir einen Entwurf gezeichnet. Dann kamen fünf Leute vom Landratsamt und haben uns darauf hingewiesen, dass die geplante aufzufüllende Fläche eine Retentionsfläche sei, also eine Fläche, die bei viel Niederschlag viel Wasser halten kann. So eine Fläche dürfe man nicht auffüllen. Wir sollten den Aushub doch stattdessen in die Kiesgrube fahren. An diesem Punkt haben wir unsere Planung neu überdacht, denn mit den Fahrten zur Kiesgrube wären wir in einem sechsstelligen Bereich gelandet. Neben den Kosten hätte das einen enormem zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Transporte bedeutet. Wir haben dann innegehalten und alle Möglichkeiten durchdacht. Einer von den fünf vom Landratsamt hat den Vorschlag gemacht, die Geländekante am Stall entlang zu verschieben. So haben wir es dann auch gemacht. Es wurde genehmigt und war am Ende sogar besser als unsere ursprüngliche Idee.

    Man muss das Rad nicht neu erfinden

    ist ebenfalls ein passendes Sprichwort für den Stallbau. Jedes Jahr werden viele neue Kuhställe gebaut oder umgebaut. Ich frage mich dann, warum es überhaupt noch Baufehler gibt. Eigentlich müsste doch alles klar sein! Trotzdem sehe ich oft, dass umständliche Wege geplant und gebaut werden, wenn zum Beispiel Gruppen nicht passend angeordnet sind oder die Treibewege zu schmal sind.

    „Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen“,

    fällt mir dazu ein. Denn wenn es immer wieder große Kompromisse im Stallbau gibt, läuft man am Ende viel mehr. In einem Umbau eines alten Stalls ist das nicht immer gut umsetzbar. Daher sollte man die Kompromisse möglichst klein halten, sodass die Vorteile überwiegen. Bei einem Neubau hingegen sollte man von Anfang an so planen, dass wir möglichst wenig im Stall sein müssen und möglichst wenig faule Kompromisse eingehen.

    Frühzeitig in die Planung einsteigen

    Wer gut überlegt, findet die passenden Lösungen für den eigenen Stall! Ich habe viele Kundenbeispiele gesehen, bei denen es sich ausgezahlt hat, vorab gut zu planen. Im Kuhstallbau-Onlinekurs siehst du Lösungen von anderen Landwirten, die funktionieren. Du musst also nicht immer alles neu erfinden, sondern darfst auch Ideen übernehmen, die funktionieren. Wenn du dabei sein möchtest, melde dich gerne bei mir.

    Wer zeitig mit der Planung beginnt, erzielt bessere Ergebnisse –

    der frühe Vogel fängt den Wurm“.

    Das bedeutet eine frühe und sorgfältige Planung, jedoch nicht, überstürzte Entscheidungen zu treffen, das geht oftmals schief. So hat zum Beispiel ein Betrieb in Ostdeutschland mit etwa 300 Kühen, den wir vor einigen Jahren besucht haben, sehr schnell geplant und schnell gebaut. Während des Baus konnten sie mit Weidehaltung noch etwas Platz sparen, als der Stall fertig war, hatten sie aber keine Futtertischbeschichtung, weil alles so schnell gehen musste.

    Bei diesem Beispiel haben die Betriebsleiter viel Aufwand und Geld auf sich genommen, um einen Stall zu bauen. Nur leider mit vielen Baufehlern. Und das in kürzester Zeit.

    Wer zu schnell baut, baut zweimal“,

    fällt mir dazu ein. Wie lange sollte der Vorlauf für einen Stallbau sein? Wer einen neuen Stall auf die grüne Wiese baut, sollte mindestens ein Jahr Vorlauf haben und sich damit beschäftigen bis einen fertigen Plan haben. Besser noch sind drei Jahre, in denen man sich im ersten Jahr viele Kuhställe ansieht und einen Grundriss erarbeitet. Im zweiten Jahr kann man den Grundriss überarbeiten und die Details ausarbeiten. Im dritten Jahr trifft man dann viele finale Entscheidungen.

    Ich biete eine Erstplanung an, melde dich gerne, wenn du auf einen für dich passenden Grundriss für deinen neuen Stall kommen möchtest. Denn hat man erst einmal den Grundriss, kann man gut die Details ausarbeiten. Dann geht es um den Laufgangboden, die Beleuchtung, Tränken, Liegeboxenbügel. Für die Details biete ich den Kuhstallbau-Onlinekurs an. Melde dich gerne, wenn du deine Baudetails richtig umsetzen möchtest.

    Vorsicht bei Trends und Hypes

    Was lange währt, wird endlich gut“ ist das letzte Sprichwort. Das bedeutet: Am Ende zählt, was unterm Strich herauskommt. Ein Beispiel dafür ist der Futteranschieber. Ein Futteranschieber am Radlader ist oft noch gängig, sie sind besser als das Futter mit dem Besen anzuschieben. Trotzdem gibt es auf immer mehr Betrieben Anschieberoboter, die diese Arbeit erledigen. Langfristig setzt sich oft durch, was die Arbeit in der Kombination aus den Kosten und Nutzen am besten erledigt. Es geht also nicht vorrangig um die Anschaffungskosten einer Anschiebehilfe, sondern vor allem um den Nutzen. Deswegen ist es auch nicht entscheidend, dass man einen Stall möglichst billig baut, sondern das Kosten-Nutzen-Verhältnis gut abwägt.

    Ein anderes gutes Beispiel dafür sind die früheren Anbindeställe. Viele Betriebe bauen aktuell oder haben in den letzten zehn Jahren ihren Anbindestall in einen Laufstall umgebaut. Ursprünglich waren die Anbindeställe ein enormer Fortschritt und haben die Arbeit auf den Höfen besser strukturiert. Dann kam der Laufstall und die Arbeit wurde noch effizienter, weil man die Milchkannen nicht noch von A nach B ziehen musste. Momentan lösen auf den Betrieben die Melkroboter die Melkstände ab, nicht von heute auf morgen, aber über viele Jahre beobachtet man den Trend zum Melkroboter. Besonders in neuen Ställen werden viele AMS eingebaut. Das liegt daran, dass dieses System entscheidende Vorteile hat.

    In der Landwirtschaft bedeutet Weiterentwicklung oft, dass sich Dinge durchsetzen, die besser sind als das, was es vorher gab. Was sich am Ende durchsetzt, kann man heute meist noch nicht sagen, das weiß man oft erst hinterher. Für den eigenen Stallbau bedeutete es aber, dass man immer nach der Lösung suchen sollte, die für einen selbst am besten passt. Auch, wenn es eine Lösung ist, die anders ist als das, was man bisher kannte. Ich empfehle dir, nicht jeden Trend hinterherzulaufen. Es gibt immer Dinge, die besonders gehypt werden und am Anfang als Wunderwaffe verkauft werden und am Ende doch nicht funktionieren.

    Fazit

    Lass dir genug Zeit für deine Stallplanung und überleg dir gut, wie dein Stall aufgebaut sein soll.

    Nutze die Dinge, die gut funktionieren.

    Wenn du jemanden kennst, der gerade einen Stall plant, dann teile mit ihm diese Folge. Damit unterstützt du auch ihn in seiner Planung!

     

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