KSB 039 Einzug in den neuen Kuhstall

In dieser Folge geht es um den Einzug in den neuen Kuhstall. Wie die Tiere am Anfang reagiert haben, wie das Einmelken geklappt hat und meine Erfahrungen aus der ersten Woche kannst du hier nachlesen.

Wohin bist du schonmal umgezogen? Vielleicht in ein neues Haus, eine neue Wohnung oder in ein neues Zimmer? Je nachdem wann es war kannst du dich vielleicht noch recht gut an die erste Zeit erinnern. Es dauert einfach, bis alles wieder normal ist. Jede Veränderung braucht Zeit. Bei der Kuh ist es im Prinzip das Gleiche.

    Stallbaupost

    Eigentlich möchte eine Kuh jeden Tag den gleichen Ablauf. Wenn man etwas verändert, sollte es im Idealfall immer nur eine Kleinigkeit sein. Je kleiner die einzelnen Schritte sind, desto leichter geht´s. Die größten Schwierigkeiten hat man bei Umstieg von Anbindehaltung zum Roboter. Aber man muss nur einmal durch und schon geht´s wieder weiter. Bei uns wars im Verhältnis leicht: Vom Laufstall mit Melkstand zum Laufstall mit Melkstand. Und trotzdem ist vieles anders.

    Wie haben wir den Umzug geschafft?

    1. Vorbereitung

    Wir haben vorher Gülle auf die Laufgänge und in die Kanäle gefahren. Der Gedanke war, dass der Geruch nicht völlig neu ist und somit die Kühe etwas ruhiger sind. Wie viel es gebracht hat, kann ich nicht genau sagen, schlecht war es eher nicht.

    Dann habe ich Futter vorgelegt. Dabei habe ich mich ordentlich verschätzt. Vorher sind 4 Tonnen auf 30 m gekommen, beim ersten Mal waren es nur 1,5 Tonnen auf 70 m. Kann passieren. Im alten Stall wurde knapp gefüttert, sodass die Kühe mit etwas Hunger in den neuen Stall gekommen sind und sich im Fressgitter fixieren konnten. Dies ist auch gelungen.

    Dann wurde noch der Viehwagen eingestreut und schon gings los.

    2. Einzug

    Wir haben immer 6 bis 7 Tiere aufgeladen und runtergefahren. Der Zugang war direkt auf den Fressgang. Nachdem alle nebeneinander gewartet haben, durften die Kühe zuerst im Fressgang laufen. Später haben wir alles geöffnet. Alle Tiere waren auf Vollgas. Erst am späteren Nachmittag hat sich die Lage etwas beruhigt.

    3. Einmelken

    Das erste Mal melken war schon anstrengend. Insgesamt 6 Helfer waren drei Stunden beschäftigt. Unsere Kühe sind vom Autotandemmelkstand die 80° Drehung nicht gewöhnt. Das rein gehen war einwandfrei, doch bei der Drehung mussten wir bei jeder Kuh helfen.

    Nahezu jede Kuh hat abgekotet und die Euter waren vom Nachmittag sehr schmutzig. Teilweise haben die Kühe die Milch nicht vollständig abgegeben. Die Kuhbremse am Ausgang für die Selektion war am Anfang auch ein Hindernis. Ein Helfer durfte den Kühen das System zeigen.

    4. Die erste Woche

    Die Kühe haben sich sehr schnell beruhigt. Leider haben wir eine Kuh verloren. Beim ersten Melken war fast nur Blut im Euter. Sie hat sich stark verletzt und auch der Tierarzt konnte Sie nicht retten.

    Aber nun mal die Sicht auf einzelne Bereiche:

    Milchmenge

    Wir sind schon fast wieder zurück auf der ursprünglichen Milchmenge. Zwischenzeitlich sind wir um 5 l gefallen, aktuell ist es noch 1 l weniger bei rund 29 l.

    Fütterung

    Die Futteraufnahme ist schon wieder am Ausgangsniveau, rund 22 kg TM je Kuh. Bei der Fütterung hat sich die schräge Wand außerhalb vom Futtertisch bewährt. Nachdem der Mischwagen fertig befüllt ist nehme ich mit der Greifschaufel einen Futterschieber auf, schiebe das Restfutter zur Wand, stelle den Futterschieber zurück und nimm das Restfutter mit der Schaufel auf. Somit ist in kürzester Zeit der Futtertisch frei für das neue Futter, das direkt im Anschluss rein gefahren wird.

    Klauen

    Dazu sind Aussagen noch deutlich zu früh. Bisher ist ein Wanddefekt aufgetreten.

    Liegeboxen

    Die Tiefbuchten haben wir anfangs mit dem Misthaufen aus den Wintermonaten befüllt. Darauf kam schon der Güllefeststoff, der in Zukunft eingestreut werden soll. Bisher musste ich täglich nachstreuen, weil die Matratze erst noch fester werden muss. Das System macht bisher einen sehr guten Eindruck. Mehr zum Thema Liegboxen in Folge 4 – Liegebox ist nicht gleich Liegebox!

    Melken

    Momentan sind wir bei einer guten Stunde reiner Melkzeit zu zweit für 70 Kühe. Später sollen über 90 Kühe in derselben Zeit alleine machbar sein. Die notwendige Routine ist noch nicht richtig drin. Beim Befüllen muss zurzeit noch jemand dabeistehen, sodass auch bei jeder Kuh die notwendige 80°-Drehung klappt. Der offen gestaltete Eintrieb hat sich bewährt, ebenso der Nachtreiber auf dem Schieber. Das Verlassen vom Melkstand klappt in unter 2 Minuten recht gut.

    Kühe in den Vorwartebereich treiben

    Das tägliche Treiben der Kühe in den Vorwartebereich wird wird jeden Tag schneller. Am Anfang haben wir zu 4. eine halbe Stunde dafür gebraucht. Jede ist in irgendeine Richtung gelaufen, teilweise vom Vorwartebereich wieder zurück. Schön langsam wird es zur Gewohnheit und geht damit deutlich besser.

    Wie geht man die Zeit nach dem Umzug an?

    Besonders am Anfang sollte man sich einfach Zeit lassen. Man sollte alles dafür tun, um es den Kühen möglichst stressfrei zu machen. Dies ist natürlich leichter gesagt als getan. Jedoch kann man sich bemühen und viele Kleinigkeiten steuern. In der ersten Zeit nach dem Einzug sollte man sich sinnvolle Routinen angewöhnen. In dieser Zeit, in der sowieso alles neu ist, fällt es am leichtesten.

    Fazit

    • Insgesamt ist der Einzug in den neuen Stall sehr gut gelaufen. Hier möchte ich mich für die vielen Helfer beim Umzug und den Stallarbeiten danach herzlich bedanken!
    • Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf. Am Anfang ist alles neu und man muss sich zurechtfinden.

      Stallbaupost

      Ein Kommentar zu „KSB 039 Einzug in den neuen Kuhstall

      Kommentar verfassen