KSB 007 So geht die Kuh dahin wo sie soll – entspanntes Kühe treiben

Auf welche baulichen Dinge solltest du beim Kühe treiben achten? Wie TICKT die Kuh und wie kommt sie ruhig dahin, wo sie hin soll?


Diese Folge hat sich aus einer aktuellen Situation ergeben: Im Landkreis ist ein Video aufgetaucht, indem ein Bauer eine Kuh verprügelt hat. Der Nachbar hat den Bauern gefilmt, nachdem die Kuh aus dem Klauenpflegestand ausgebrochen ist und der Bauer diese mit einem Stock auf den Kopf geschlagen hat. Hier kam es zu einer Anzeige und aufgrund der Veröffentlichung des Videos holt nun die Molkerei die Milch nicht mehr ab.



Vier Punkte zum richtigen Umgang mit der Kuh:

wie tickt die kUh?

Die Kuh wird (zumindest in Laufställen) i. d. Regel immer getrieben. Da das Rind ein Fluchttier ist, gehen die Kühe beim Treiben in die dementsprechend gewünschte Richtung. Je näher du der Kuh kommst, desto bedrängter sieht sie sich. Der Drehpunkt der Kuh sind die Vorderfüße. Ist dein Stand im Bereich der Vorderfüße, wird sie nach hinten ausweichen. Stehst du hinter der Kuh, wird sie nach vorne gehen. Es gibt 3 verschiedene Zonen:

Neutrale Zone – Beobachtungszone – Bewegungszone

Link zum Thema richtig treiben (Elite): https://www.elite-magazin.de/so-treiben-sie-ihre-kuehe-richtig-9283171.html


Welche Ansprüche hat die kuh?

Gleichmäßiges Licht, d. h. keine Blendung und möglichst kein Gang von hell zu dunkel. Ist die Ausleuchtung schlecht, geht die Kuh schlecht voran. Der Ausgleich von hell nach dunkel dauert bei der Kuh länger als beim Menschen! Rutschfeste Laufgänge sind das A und O für die Kuh. Ist die Fläche schon zu sehr glatt muss man Sie aufrauen! Die Kuh verlässt die Herde nur ungern, d. h. sie wird bei der Trennung zögerlich reagieren. Als Treiber hat man die Richtung in der Hand!

    Stallbaupost


    Wo wird getrieben?

    Regelmäßiges Treiben z. B. in den Melkstand, zum Roboter

    Unregelmäßiges Treiben z. B. das Umstallen in den Trockensteherbereich, die Klauenpflege und der Transport


    Bauliche Möglichkeiten und menschlicher EInfluss

    Immer so bauen, dass das Treiben so leicht wie möglich und vor allem alleine geht!

    Melkstand/Roboter

    Die Griffigkeit vom Boden muss der Kuh den Halt geben. Gummimatten beim Melkstand und Roboter sind empfehlenswert. Melker mit einem ruhigen Umgang im Melkstand sind Voraussetzung. Der Roboter hat einen großen Vorteil: Ruhiges Melken und ewige Geduld.

    Umtreiben

    Die Übergänge sollen breit genug sein um Zeit und Gedränge zu sparen. Eine flüssige Gestaltung der Wege ohne Sackgassen ist wichtig. Ein ruhiges und bewusstes Treiben spart Nerven und Zeit.

    Umstallen

    Beim Gruppenweise Umstallen ist ein Absperrgitter eine Hilfe. Wege mit Absperrungen sollten max. 1 Meter breit sein um die Begrenzung der Kuh aufzuzeigen.

    Verladen

    Eine Verengung von Hinten kann eine Hilfe sein. Die Kuh geht lieber leicht aufwärts als abwärts (Steigung ca. 5 – 10 %). Bereits vorbereitete Verladestellen sind der Optimalfall. Eine lange gerade ist meist schlechter als Kurven (Ungewissheit für Unbekanntes). Das Viehwagen-innere muss ausgeleuchtet sein.

    Klauenstand

    Ein zurückgehen bei dem Klauenstand sollte durch Abtrennungen nicht möglich sein. Ein System, mit dem man alleine arbeiten kann ist empfehlenswert. Eine Verriegelung am Hals ist dazu praktisch.

    Festliegen der Kuh

    Grundsätzlich gilt: Überall wo eine Kuh ist, sollte man mit einem Fahrzeug hinfahren können um diese weg zu transportieren. Hier gibt´s gute Tragetücher, die einen schonenden Transport ermöglichen.


    Mit gut gesetzten Abtrennungen und überlegten Details fällt das Treiben deutlich leichter. Immer die Ruhe bewahren, zur Not am nächsten Tag nochmal versuchen. Niemand darf sich einen Aussetzer erlauben, da dIES bis zum Tierhaltungsverbot führen kann.

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