KSB 018 – 6 Fakten für das Fressgitter

Ich gebe dir meine Einschätzung, ob es ein Fressgitter braucht und auf was man beim Kauf beachten sollte.


Kennst du das?

Du oder dein Techniker möchtest eine Kuh besamen. Die Kuh steht vor dir und weiß schon, was du vorhast. Zack, umdrehen und los geht´s. Zweimal auf und ab, bis sie endlich in der Liegebox steht und nicht mehr auskommt. Und dann trotzdem noch einmal der Rückwärtsgang und das Spektakel noch einmal. Schön, wenn die Kuh im Fressgitter schon eingesperrt wartet. 

    Stallbaupost

    Die Folge hat einen Sponsor:

    Der Sponsor der heutigen Folge ist die Firma Braun Stalleinrichtungen, die im Raum Bayern und Österreich tätig ist. Die Firma Braun ist mein Partner für Abtrennungen und Selbstfanggitter. Das Sicherheitsfressgitter RV hat im geöffneten Zustand eine absolute Ruhestellung und eine besonders große Öffnung. Kühe werden damit nicht mehr am Hals beengt und haben große Bewegungsfreiheit. Durch die stabile Ausführung ist es sehr lange haltbar. Im Angebot sind auch Abtrennungen und Liegeboxen. Auf Sonderwünsche kann sehr gut eingegangen werden, weil alle Teile selbst produziert werden. Hast du Interesse am Angebot der Firma besuche die Homepage braun-stalleinrichtungen.de und nimm direkt Kontakt auf.

    Ist ein Fressgitter notwendig?

    In den Bereichen Selektion und Frischmelkergruppe für mich ein klares Ja!

    Dort finden Behandlungen, Besamungen und Kontrollen statt. Man spart sich einfach eine Menge Zeit und kann besser Arbeiten. Wer keine großzügige Selektionsmöglichkeit hat sollte unbedingt überall ein Fressgitter einbauen.

    Konflikt: Fressgitter und Futteraufnahme

    Es gibt die Meinung durch das Fressgitter wird mehr Futter aufgenommen, weil mehr Ruhe im Stall ist. Andere behaupten das Gegenteil. Durch die Begrenzung würde die Futteraufnahme leiden. Es gibt Fressgitter, bei denen die Halsweite im offenen Zustand größer ist, diese würde ich bevorzugen.

    Kosten vom Fessgitter

    Sicherheits-Selbstfanggitter kosten (Stand: 2020) rund 150 € netto je Platz. Ansonsten braucht man nur Standrohre und Nackenriegel. Man muss sich einfach überlegen, ob einem die Vorteile es Wert sind.

    6 Fakten zum fressgitter

    1. Sicherheitsfressgitter

    Man versteht darunter eine Bauart, bei der sich eine Kuh nicht erdrosseln kann. Rutscht eine Kuh aus und fällt zu Boden, kann man sie trotzdem aus dem Fressgitter durch eine Öffnung unten befreien. Im geöffneten Zustand kann sich die Kuh selbst befreien. Achte hier auf den Mechanismus, sollte man zwei Öffner für oben und unten benötigen ist es nervig.

    Hochwertige Sicherheitsfressgitter geben in geöffneten Zustand der Kuh eine größere Halsweite. Gesetze werden immer strenger. Sicherheitsfressgitter könnten langfristig Pflicht werden. Baue deshalb keine anderen ein.

    Einen Vergleich verschiedener Fressgitter findest du hier.

    2. Platzierung der Öffner

    Überlege dir die Platzierung sehr gut und denke an den späteren Arbeitsablauf. 50 m täglich zusätzlich 2 x laufen bedeutet dass jeden Tag 2 min vertan sind. Ein ganzer Arbeitstag im Jahr.

    Eine Selektionsgruppe soll natürlich getrennt zum öffnen sein. Bedenke aber auch die maximale Anzahl der möglichen Plätze je Öffner. Hier gibt es Unterschiede bei den Herstellern.

    Bei uns ist die Selektion extra und das Selbstfanggitter der Herde auf zwei Gruppen unterteilt. Diese zwei Gruppen könnte man vom Melkstand aus für Gruppenuntersuchungen automatisch trennen, sind aber in der Regel zusammen.

    3. Einzelkuhabsperrung

    Gerade in kleineren und mittleren Betrieben mit einer Kuhgruppe ohne Selektion ist eine Absperrung für die Einzelkuh sinnvoll. Am Fressgitter wird dazu ein Bolzen gesteckt, sodass der eine Platz geschlossen bleibt, obwohl alle andere aufgehen.

    Auf den Tierarzt oder Besamungstechniker kann man so warten, ohne andere Kühe zu ebenfalls warten zu lassen.

    4. Fluchtmöglichkeit

    Laut der Berufsgenossenschaft muss mindestens alle 35 m eine Fluchtmöglichkeit vorhanden sein. Man kann im Absperrgitter einfach einen Platz durch zwei stehende Säulen ersetzen und 35 cm Luft lassen. So kommt man im Notfall schnell raus. Jeder Durchstieg einer anderen Abtrennung zählt natürlich auch.

    5. Richtige Einstellung

    Einige bauen eine leichte Neigung ein, um Druckstellen zu vermeiden. Die Kuh steht erst unten am Sockel an, bevor viel Druck an die Absperrung kommt. Wir setzen auf 7 cm Neigung.

    Die Halsweite sollte nicht zu eng und nicht zu weit sein. Wenn sie zu eng ist fühlen sich die Kühe nicht wohl. Jungkühe kommen aber ungewollt raus, wenn es zu weit ist. Um die 20 cm haben sich bewährt. Wenn man einen alten Stall mit Selbstfanggitter hat, kann man den dortigen Abstand nachmessen.

    Der Bewegungsbereich soll hoch genug und frei von Einschränkungen sein. Hier gibt es Unterschiede. Vor allem die Bügel-Varianten sind teilweise zu klein.

    Von der Standfläche der Kuh aus gesehen liegt der Futtertisch 20 cm – 25 cm höher. Die Barrenwand ist 50 cm – 55 cm höher als die Standfläche. Darüber ist noch das Absperrgitter montiert.

    6. Haltbarkeit und Stabilität

    Verschweißt ist oft besser als verschraubt. Achte unbedingt auf die Wandstärke und Durchmesser der Rohre. Plastik wird oft nicht so alt, deshalb bin ich in diesem Bereich kein Freund davon. Bewegliche Teile müssen sehr stabil gebaut sein. Vielleicht kannst du die gleiche Bauweise in anderen Betrieben mit 10 Jahren Alter anschauen? Wenn viele Tiere gleichzeitig zurück schrecken muss die Belastung abgefangen werden.

    fazit

    Jeder Betrieb ohne große Selektion sollte meiner Meinung nach ein Fressgitter haben. Viele Arbeiten lassen sich so schneller und einfacher erledigen. Notwendige Behandlungen schiebt man auch nicht so leicht auf. Kommt man nämlich in den Stall und weiß schon wo Kuh Berta steht ist die Hürde zum Ketose messen nicht mehr groß. Schnell kontrolliert ist man zufrieden und weiß Bescheid. Achte unbedingt auf die Stabilität und Zuverlässigkeit auf Dauer!

    neues vom Stallbau

    Wir haben begonnen um die Güllegrube aufzufüllen. Man muss sehr aufpassen, dass die Leckagefolie nicht verletzt wird. Wir haben dazu zwei Schichten alte Silofolien rumgeschlagen und darauf ein Fließ gelegt. Dann langsam mit dem Auffüllen begonnen und immer wieder gerüttelt. Wegen der nassen Witterung sind wir noch nicht fertig. Wenn´s Wetter wieder passt geht´s weiter.

    Außerdem haben wir uns dazu entschieden, einen Seperator fest im Stall zu installieren. Das frisch abgepresste Material soll dann mit einer Einstreuschaufel in die Liegeboxen kommen. Durch die Platzierung sind wir damit direkt auf der Stirnseite der Liegeboxen und haben kurze Wege. So soll es später ein schnelles und sauberes Einstreuen gewährleistet sein.

      Stallbaupost