KSB 178 Stalleinzug: Was vorher unbedingt fertig sein sollte

In dieser Folge erfährst du, warum du vor dem Stalleinzug möglichst alle Arbeiten abschließen solltest und welche Arbeiten du auch später noch erledigen kannst.

In der heutigen Folge geht es um die Zeit kurz vor dem Stalleinzug. Viele Restarbeiten sollen noch fertig werden, die Zeit rennt davon und der Einzugstermin kommt immer näher. Was muss vor dem Stalleinzug unbedingt fertig sein und was kann auch später noch erledigt werden?

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    Warum werden Restarbeiten nach dem Stalleinzug so mühsam?

    Ich kann mich noch ziemlich genau an unseren Stalleinzug 2021 erinnern. Der Einzugstermin stand fest: der 13. April. An diesem Morgen hat sogar noch leichter Schnee gefallen. Wahrscheinlich wären noch ungefähr drei Tage Arbeit notwendig gewesen, um die letzten Kleinigkeiten fertigzustellen. Eine Abtrennung im Selektionsbereich fehlte noch, im Technikraum sollte ein Regal eingebaut werden und dazu kamen viele weitere Kleinigkeiten.

    Was vorher wahrscheinlich in drei Tagen geschafft gewesen wäre, hat nach dem Einzug ungefähr zwei Monate gedauert. Denn sobald die Kühe im neuen Stall sind, muss der Stall jeden Tag funktionieren. Dann ist es keine Baustelle mehr, sondern ein laufender Kuhstall. Und das ist ein riesiger Unterschied.

    Die Kühe sind plötzlich im Weg

    Vor dem Stalleinzug kannst du im Stall in der Regel ziemlich frei arbeiten. Werkzeug, Maschinen und Material können dort liegen, wo du sie brauchst. Wenn du am Abend nicht fertig wirst, arbeitest du am nächsten Tag einfach weiter. Nach dem Einzug funktioniert das nicht mehr so einfach. Wenn du beispielsweise noch eine Abtrennung oder ein Tor montieren möchtest, musst du zuerst die Kühe aus dem entsprechenden Bereich wegsperren. Der Arbeitsplatz muss abgesichert und anschließend wieder aufgeräumt werden.

    Vielleicht steht dir der Bereich auch nur für kurze Zeit zur Verfügung, weil die Kühe zum Melken müssen oder wieder zurückkommen. Auch der Schieber kann möglicherweise nicht laufen, während du dort arbeitest. Dazu kommt die Sicherheit von Mensch und Tier. Beim Bohren, Flexen oder Schweißen können beispielsweise Splitter entstehen. Solche Arbeiten sind mit Kühen im Stall deutlich aufwendiger.

    Auch Sauberkeit und Motivation werden zum Problem

    Vor dem Stalleinzug kannst du arbeiten, ohne ständig darauf achten zu müssen, dass der Stall sauber bleibt. Nach dem Einzug sind die Laufgänge verschmutzt und die Liegeflächen belegt. Material kann nicht mehr einfach irgendwo liegen bleiben. Auch Arbeiten mit Eisen oder Beton sind deutlich schwieriger.

    Gleichzeitig läuft der normale Arbeitsalltag wieder. Die Kühe müssen versorgt werden, die Feldarbeit wartet und neue Aufgaben kommen dazu. Arbeiten, die nicht unbedingt notwendig sind, werden deshalb schnell auf später verschoben.

    Ich habe beispielsweise noch heute eine Liste von unserem Stallbau 2020 und 2021. Darauf stehen immer noch einige Dinge, die ich irgendwann einmal fertig machen möchte. Ab und zu wird davon etwas erledigt. Aber es geht einfach deutlich zäher, als wenn man die Arbeiten direkt vor dem Stalleinzug fertiggestellt hätte.

    Was muss vor dem Stalleinzug fertig sein?

    Ganz klar ist zunächst alles, was für die Kühe notwendig ist:

    • Liegeboxen und Tränken
    • eine funktionierende Entmistung
    • die Melktechnik
    • die Fütterung
    • Fressgitter und gegebenenfalls eine Kraftfutterstation

    Darüber hinaus sollte auch alles fertig sein, was nach dem Stalleinzug nur noch mit großem Aufwand erledigt werden kann. Das kann beispielsweise eine Strohbühne sein, die später nur mit großem Aufwand und entsprechenden Absperrungen eingebaut werden kann.

    Auch Dinge, die für den täglichen Arbeitsablauf wichtig sind, würde ich möglichst vorher erledigen. Das kann ein Futteranschieber, eine Schaufelhalterung, eine Ablage oder eine fehlende Abtrennung sein. Solche Dinge sind vielleicht nicht zwingend notwendig, damit die Kühe im Stall stehen können. Sie haben aber einen großen Einfluss darauf, wie gut der Arbeitsalltag funktioniert. Denn wenn du mit unfertigen Arbeitsabläufen in den neuen Stall einziehst, gewöhnst du dich schnell an Übergangslösungen. Und irgendwann wird daraus ein neuer Arbeitsablauf.

    Warum zieht man trotzdem manchmal zu früh ein?

    Es gibt natürlich nachvollziehbare Gründe, warum man möglichst schnell in den neuen Stall einziehen möchte. Vielleicht ist ein Einzugstermin mit den Firmen abgestimmt. Vielleicht wird der alte Stall dringend für andere Tiergruppen gebraucht oder die Haltungsbedingungen im neuen Stall sind deutlich besser. Oder es stehen viele Kalbungen an und der neue Abkalbebereich wird dringend benötigt.

    Bei uns ist das aktuell beim Trockensteheranbau ähnlich. Wir haben viele Abkalbungen im Oktober und November und würden die Tiere deshalb gerne möglichst schnell im neuen Stall unterbringen. Dazu kommt: Man hat den neuen Stall lange geplant und gebaut und möchte ihn irgendwann einfach nutzen. Die entscheidende Frage ist deshalb:

    Möchte ich jetzt einziehen, weil der Stall tatsächlich fertig und einsatzbereit ist, oder weil der Einzugstermin feststeht und der Stall irgendwie einigermaßen funktioniert?

    Im Zweifel ist es besser, den Einzugstermin noch einmal zu verschieben, als wissentlich mit einem halbfertigen Stall in den laufenden Betrieb zu starten.

    Den Einzugstermin für die Fertigstellung nutzen

    Ein festgelegter Einzugstermin kann dabei hilfreich sein. Besprich frühzeitig mit den beteiligten Firmen, wann welche Arbeiten fertig sein müssen. Wenn kein konkreter Termin feststeht, gibt es für eine Firma immer andere Baustellen, die vielleicht gerade wichtiger sind.

    Das gilt genauso für die eigenen Arbeiten. Wenn man nur nebenbei am Stall arbeitet, kommt man oft langsam vorwärts. Wenn man dagegen für eine gewisse Zeit den vollen Fokus auf den Stall legt, kann unglaublich viel passieren. Dabei helfen kleinere Meilensteine. Zum Beispiel können Unterbau und Betonarbeiten, Oberbau und Dach, Stalleinrichtung und Melktechnik nacheinander fertiggestellt werden. So arbeitet man sich Stück für Stück zum letzten großen Meilenstein vor: dem funktionierenden Stall und dem Stalleinzug.

    Was kann nach dem Stalleinzug noch offen sein?

    Natürlich muss nicht jedes Detail am Tag des Stalleinzugs fertig sein. Außenanlagen können beispielsweise je nach Jahreszeit und Wetter später angelegt werden. Auch ein Kamerasystem kann unter Umständen noch nachgerüstet werden, wenn die Kabel bereits vorbereitet sind. Bei einer automatischen Steuerung der Curtains kann die endgültige Lösung ebenfalls noch später fertiggestellt werden.

    Trotzdem solltest du dich fragen, ob eine spätere Erledigung wirklich sinnvoll ist. Wenn beispielsweise noch eine Hebebühne auf der Baustelle steht, ist es deutlich einfacher, Arbeiten direkt zu erledigen, als später mit einer Leiter zwischen den Kühen zu arbeiten.

    Deshalb gilt für mich: Je weniger nach dem Stalleinzug noch offen ist, desto besser. Denn jede Aufgabe, die bewusst auf später verschoben wird, birgt die Gefahr, dass sie sehr lange auf der Liste stehen bleibt. Das habe ich bei unserem eigenen Stall selbst erlebt. Mach es fertig, bevor es dich fertig macht!

    Fazit zum Stalleinzug

    Mach vor dem Stalleinzug möglichst alles fertig, was fertiggestellt werden kann.

    Verschiebe im Zweifel lieber den Stalleinzug, bevor du mit einem halbfertigen Stall startest.

    Besprich rechtzeitig mit den Firmen deinen geplanten Einzugstermin und bleib bei der Fertigstellung konsequent dran.

    Wenn du auch so weit kommen möchtest, dass dein Stalleinzug in greifbare Nähe rückt, dann melde dich gerne bei mir. Meine Unterstützung als Praktiker ist für Praktiker wie dich gedacht. Schreib mir einfach eine Mail an kontakt@kuhstallbau.com.

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