KSB 042 | 10 Dinge die am Anfang im neuen Stall nicht funktioniert haben

Heute geht es um 10 Dinge, die am Anfang nicht funktioniert haben und teilweise immer noch nicht funktionieren. Ich habe zwei einfache Tipps dabei, dass es bei dir besser geht.

Eigentlich sollte alles funktionieren, BEVOR man einzieht. Die Folge zum Einzug findest du hier. Natürlich gibt´s Sachen, die entscheidender sind, als andere Dinge. Beim Berliner Flughafen war dafür wenig Verständnis da. Die Bauleiter wären froh gewesen, wenn nur Kleinigkeiten nicht funktioniert hätten. Solche Vollkatastrophen werden aber von dir als informierten Kuhstallbauer nicht geplant.

    Stallbaupost

    Zur Info: Alles beschriebene war ca. 2 Monate nach dem Einzug.

    10 Dinge die am Anfang nicht funktioniert haben

    1. Magnetventil der Vorkühlung

    Es ist eine Vorkühlung der Milch verbaut, bei der sich bei jedem abpumpen der Milch ein Magnetventil öffnet. Dadurch strömt kaltes Wasser gegen die warme Milch. Das angewärmte Wasser sammeln wir in einem IBC Container und fließt anschließend in eine Tränke.

    Leider habe ich ein Ventil gekauft, dass keinen Differenzdruck ausgleichen kann, sondern nur im Kreis mit gleich viel Druck auf beiden Seiten öffnen kann. Die Fehlersuche hat Stunden gedauert. Zuerst wird der Magnet kontrolliert, dann das Ventil aufgeschraubt, alles probiert. Im Trockenlauf hat´s funktioniert, aber nicht unter Druck. Da muss man erst draufkommen und alles nur, weil ich es versehentlich falsch bestellt habe. Jetzt passt´s und funktioniert wie gedacht.

    2. Kühe betätigen den Notaus vom Butler

    Das Futteranschieben erledigt Tag und Nacht ein Futteranschieber der Firma Wasserbauer. Der Parkplatz ist direkt am Ende vom Futtertisch. Über einen Personendurchstieg können die Kühe den Notaus betätigen. Hier fehlt noch eine Abtrennung. Momentan ist der Durchstieg durch Schraubzwingen geschützt, ein Provisorium. So etwas bemerkt man sehr schnell nach dem Einbau. Nämlich dann, wenn nichts geht.

    3. Butler dreht auf der neuen Schiene durch

    Der Butler wurde vom alten Stall übernommen. Die alte Schiene ist wieder eingebaut, jedoch zu kurz. Alle Testläufe sind einwandfrei verlaufen. Erst bei der ersten Fahrt mit Futter war die neue Schiene zu glatt. Dann ging nichts mehr. Deshalb schnell kurz vor Feierabend Werkzeug rausgesucht, nachgezogen, kontrolliert und laufen lassen.

    4. Reinigungspumpe vom Melkstand undicht

    Für die Reinigung der Standfläche wird Regenwasser verwendet. Eine Pumpe schaltet ein, wenn der Druck abfällt. Den Schlauch habe ich erst auf den letzten Drücker montiert und getestet: 2 Schraubverbindungen bei der Pumpe undicht. Also wieder einiges zerlegen und nochmal. Weil man nicht gleich dazu kommt natürlich erst nach zwei Wochen. Dazwischen musste die Pumpe über den Sicherungskasten ausgesichert werden.

    5. Milch für die Kälber hochfahren

    Dafür hatten wir im Vorfeld noch keine Lösung. Die Milch muss 10 Höhenmeter und 80 Entfernungsmeter hoch. Das alte Eigenbau-Taxi hochschieben ist keine Option. Momentan machen wir es mit der Frontladerschaufel. Hier soll für das Golfcart noch ein kleiner Anhänger, ein „Tieflader“ gebaut werden. So können wir das vorhandene Taxi weiter nutzen.

    6. Kraftfutter für die Kraftfutterstation

    Im alten Stall ist eine funktionierende Mahl- und Mischanlage. Diese soll auch weiterverwendet werden. Für den neuen Stall ist ein mobiles Silo notwendig, dass am Anfang noch nicht da war. Somit durften wir täglich einen Schubkarren runterfahren und in die Zuführschnecke schaufeln. 4 x täglich auffüllen geht auf die Nerven. Ein echter Zeitfresser. Das Prinzip funktioniert echt gut, deshalb bin ich ganz froh, dass es jetzt schon fast passt. Das Silo muss nur noch ganz fertig werden.

    7. Tierselektion

    Nach dem Melken können Tiere selektiert werden. Das Prinzip ist einwandfrei. Von der Selektion aus können die Kühe in einer Gruppe wieder in den Melkstand getrieben werden, genauso wie die Vorstellung am Anfang war. Leider funktioniert die Automatik dahinter noch nicht zuverlässig. Oft schaltet das Tor einfach nicht. Entweder es werden dadurch mehr Kühe selektiert, als vorgesehen, oder zu wenige. Beides ist nicht im Sinne des Erfinders.

    8. Kühe alleine in den Klauenpflegestand treiben

    Mein Ziel ist klar: Ich möchte problemlos eine Kuh alleine in den Klauenstand treiben können. Dazu ist es wichtig, dass die Kuh nur in diese eine Richtung gehen kann. Kein zurück und nicht zur Seite. Momentan fehlen mir dazu noch zwei Abtrennungen. Erst wenn diese gebaut und eingebaut sind, funktioniert es so wie es soll.

    9. Querkanal vom Liegeboxenlaufgang läuft nicht gut

    Es gibt einen 3 m kurzen Querkanal, der Abwurf für den Schieber vom Liegeboxenlaufgang. Das Material, das abgeworfen wird ist sehr trocken. Durch den Zwischenabwurf und den Übergängen mit Spalten kommt kaum Wasser auf den Laufgang. Die zähe Masse rutscht gerade so in die Vorgrube. Dort verlangsamt es die Pumpe, weil sich das Material sich zu wenig mit dem sehr flüssigen Teil vermischt. Es ist deshalb eine Spülleitung notwendig, die wir noch einbauen dürfen.

    10. Steuerung vom Separator

    Beim ersten Versuch, den Separator zu betreiben ist erstmal der FI (Fehlerstromschutzschalter) geflogen. Durch den Frequenzumwandler der Pumpe ist ein allstromsensitiver FI notwendig geworden. Am Anfang hat die Steuerung nur den Handbetrieb zugelassen. Erst nach einer Änderung in den Einstellungen war der Automatikbetrieb möglich.

    Die Steuerung ist wichtig. Gleich beim ersten Start an fester Stelle das erste Malheur. Der Schieber zum abpumpen war geschlossen, die Sicherheitseinrichtung noch nicht angeschlossen. Somit konnte der Dünngüllebehälter überlaufen und eine Stunde reinigen war die Folge.

    Das Prinzip ist so: Von der Vorgrube wird die Gülle in einen Behälter für den Separator gepumpt. Von dort wird raus separiert. Die Dünngülle in einem kleinen Behälter aufgefangen und von dort aus in die Güllegrube gepumpt. Der Güllefeststoff wird in die Liegeboxen eingestreut. Dazu wird es irgendwann eine extra Folge geben.

    2 Tipps nun für dich:

    • Kaufe oder baue dir Geräte und Hilfsmittel wenn möglich schon vor dem Stallbau, da hast du Zeit für die Suche. Teste sofort alles, was möglich ist. Wenn es nicht sofort gemacht wird, wird es nicht mehr gemacht. Nimm dir die ersten Wochen nach dem Einzug nichts anderes vor. Mach dir keinen Kopf, wenn nicht alles sofort rund läuft -> geht anderen auch so!

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